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Bevor es im nächsten Post eher molekular zugeht, habe ich hier noch eine nette Doku für euch: Kea – Mountain Parrot.

Keas (Nestor notabilis) sind Papageien, die in den Bergen Neuseelands leben. Oft werden sie mit ihrem olivgrünen Gefieder als als eher unauffällig beschrieben, zu unrecht wie ich finde. Klickt einfach mal auf das Bild, um es größer anzusehen, und bewundert die Details in den Federn!
Der Kea ist jedenfalls ein interessanter Papagei. Er lebt außerhalb der Tropen, im Winter sogar im Schnee der Neuseeländischen Alpen. Und in dieser Jahreszeit kriegt er nicht genug seiner normalen Nahrung – Pflanzenteile und Insekten. Und da kommt dann ihre Intelligenz ins Spiel. Keas sind bekannt dafür, Werkzeuge zu benutzen, Taschen zu öffnen und für bestimmte Ziele auch zusammen zu arbeiten.

Seit rund 150 Jahren halten sich unter neuseeländischen Farmern hartnäckig die Gerüchte, Keas würden sogar Schafe reißen. Obwohl es bei Anekdoten blieb, wurden sie lange Zeit energisch gejagt, es war sogar ein Kopfgeld auf Keas ausgesetzt. Witzigerweise gab es die ersten Beweise für dieses Verhalten nur ein paar Jahre, nachdem die Jagd auf Keas wieder verboten wurde – in eben dieser Dokumentation.

Und die Keas gehen hier auch sehr clever vor. Sie schleichen sich fast lautlos mitten in der Nacht in eine Schafherde, springen dann einem Schaf auf den Rücken. Und dort laben sie sich dann an einem Leckerbissen (zumindest für die Keas…): Mit ihrem spitzen, gebogenen Schnabel knabbern sie an der Fettschicht, die die Nieren der Schafe umhüllt!

Ich kann den Film leider nicht hier einbinden, man kann ihn aber hier ansehen. Die Schafsattacke ist im 4. Teil (rechts bei “Clip Selection” Clip 4 auswählen) , ungefähr ab 2:00 Minuten. Wenn ihr die Zeit habt, schaut euch die Doku ganz an, sie ist es wirklich wert!

Bildquelle: kea von Mollivan Jon/flickr

Kommentare (11)

  1. #1 sil
    Oktober 28, 2009

    Danke!
    Das sind herrliche Tiere.

  2. #2 Lars Fischer
    Oktober 28, 2009

    Vor ner Weile hat sich ein Kea mit Schokolade zu Tode gefressen… Fazit: Papageien sind auch nur Menschen.

  3. #3 Alexander
    Oktober 29, 2009

    @Lars:
    Tod durch Schoki – ich könnte mir schlimmeres vorstellen 😉

  4. #4 Bundesratte
    Oktober 29, 2009

    Ja, herrlich, aber böse. Böser Kea!
    Ob es ihm nach dieser Doku wieder an den Kragen geht?

  5. #5 Geoman
    Oktober 30, 2009

    @Bundesratte

    Die Geschichte mit den Schafe attackierenden Keas ist uralt. Nächtliche Life-Aufnahmen waren vor mindestens fünf Jahren schon in einer ARD-oder ZDF-Tierdoku zu sehen.

  6. #6 Alexander
    Oktober 31, 2009

    @Bundesratte, @Geoman:
    Es stimmt zwar, dass die Kea-Doku schon ein paar Jahre alt ist. Von der Geschichte mit den Schafen haben aber offensichtlich bisher nur wenige Leute gehört.
    Leider geht es den Keas aber trotz all der Aufmerksamkeit nicht sehr gut. Aufgrund der Kea-Jagd war die Population in den 90er Jahren stark geschrumpft. Dann wurde die Jagd zwar verboten, die Population ist aber trotzdem bis heute am abnehmen. Die Keas haben nämlich auch mit anderen Problemen zu kämpfen außer Gewehren – ihr Lebensraum nimmt beständig ab, und Klimaänderungen machen es ihnen auch nicht leicht. Ich denke, die Keas können jede Aufmerksamkeit gebrauchen, die man ihnen schenken kann!

  7. #7 Bundeshamster
    November 8, 2009

    Ich kannte die Geschichte vom (angeblichen) Schafsmörder schon. Ich kann mich auch an Aufnahmen erinnern, die das bestätigen sollten. Aber in meinen Augen gingen die noch als hoppe- hoppe- Reiter- Spielchen durch. Genauso, wie die Filme von Keas, die an Kadavern knabbern. Ist wie bei den Krähen: man kennt den Verdacht, es fehlte mir aber bis dato die “smoking gun”. Die obigen Aufnahmen gehen da wesentlich weiter- für mich war das neu.

    Aufmerksamkeit, ja!
    Und bitte vergesst mir nicht den Dicken:
    http://www.kakapo.net/

    Grüße
    Bundesratte

  8. #8 Alexander
    November 9, 2009

    Ach, der Kakapo. Eines der Tiere, die Douglas Adams und Mark Carwardine für Last Chance to See (Die letzten ihrer Art) besuchten. Das erinnert mich daran, dass ich mal recherchieren wollte, wie ich an die Neuverfilmung der BBC komme…

  9. #9 bundesratte
    November 12, 2009

    Ein Ausschnitt, FSK 18:

  10. #10 Alexander
    November 14, 2009

    Lol, klasse!
    Sobald die DVD von Last Chance to See preislich vernünftige Regionen erreicht hat, werde ich mir die zulegen, gar keine Frage.
    Ich bin übrigens ein stolzer Besitzer der 1992er originalen Douglas Adams Last Chance to See “wir machen aus einem Buch eine CD nur für den PC und haben eigentlich keine Ahnung davon” CD. Das Ding ist eine Art Audiobook, bei dem Adams persönlich seinen Text liest, allerdings kann man das nur auf dem PC abspielen, mit einem proprietären Player der auf der CD ist. Da sind nämlich keine Audiofiles drauf, sondern eine Art eBook: Das Programm zeigt den Text des Buches an, daneben dazu passende Bilder von der Reise von Adams und Carwardine, und im Hintergrund läuft dann die Stimme von Douglas Adams. Extrem unpraktisch, aber was macht man nicht alles, um Douglas Adams sein Buch vorlesen zu hören 😉

  11. #11 bundesratte
    November 14, 2009

    Danke übrigens für den Hinweis auf das “Last Chance to See”- Buch. Wundert mich, dass ich es noch nicht habe. Kommt auf die Wunschliste. Ich mag diese nicht ganz so bierernsten Dokus ja sehr. Ich finde Stephen Fry macht seine Sache ähnlich gut, wie John Cleese bei den Lemuren.

    Fry über schützenswerte Vogelnamen: