Galileo-Satellit (Konzept, 2004). Bild: © ESA-J.Huart
Galileo-Satellit (Konzept, 2004). Bild: © ESA-J.Huart

“Brexit bedeutet Brexit”, hatte Theresa May Anfang Juli 2016 tiefgründig verkündet, kurz nach dem Referendum, bei dem sich eine äußerst knappe Mehrheit der Briten dafür entschieden hatte, der EU den Rücken zu kehren. Dies sollte vermutlich ihre Entschiedenheit unterstreichen, die Loslösung des Vereinigten Königreichs vom Restkontinent konsequent durchzuziehen, was immer es koste. Was der Brexit nun wirklich für die Industrie bedeuten wird, wird allmählich deutlicher und bedrückender. Insbesondere anhand folgender Posse, die sich gerade zwischen Brüssel und London entspinnt.

 

Galileo, das europäische Navigationssystem des 21. Jahrhunderts

Derzeit wird bekanntlich das europäische Navigationssystem “Galileo” im All stationiert. Von 34 geplanten Satelliten sind bereits 22 im Orbit. Zwei allerdings nicht im planmäßigen Orbit, ein dritter ist weitgehend ausgefallen und ein vierter wurde im Dezember vorläufig außer Betrieb genommen, so dass sich 18 im regulären Betrieb befinden. Vier bereits im Dezember 2017 gestartete Satelliten befinden sich noch in der Phase der Inbetriebnahme. Weitere vier werden derzeit für den Start vorbereitet. Der Endausbau sieht 24 aktive Satelliten und 6 Reservesatelliten vor. 8 stehen also noch zum Bau aus.

Großbritannien hat als bedeutende europäische Industrienation natürlich seinen Anteil an der Entwicklung dieses präzisesten Navigationssystems der Welt gehabt (30 cm Ortungsgenauigkeit vs. ca. 5 m bei GPS und GLONASS). Die höchste Genauigkeit steht der Öffentlichkeit allerdings nicht kostenlos zur Verfügung – der kostenlose Dienst (Open Service) ist auf 4 m genau. Neben einem kostenpflichtigen Dienst (Commercial Service, CS) mit erhöhter Datenrate gibt es noch Dienste für sicherheitskritische Anwendungen wie Flugverkehr und Schifffahrt (Safety of Life, SoL), einen Such- und Rettungsdienst mit Rückkanal für Notrufe (Search and Rescue, SAR) und schließlich einen Dienst für Grenzschutz, behördliche, militärische, und polizeiliche Nutzung (Public Regulated Service, PRS). PRS ist stark verschlüsselt gegen unautorisierten Gebrauch und durch Fehlerkorrekturkodierung besonders robust gegen natürliche wie feindselige Störsignale.

Der Zugriff auf den PRS-Dienst ist laut EU-Verträgen den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums vorbehalten, zu denen neben den EU-Mitgliedsländern selbst auch Norwegen und Island zählen. Norwegen betreibt 2 Galileo-Bodenstationen auf Spitzbergen und in der Antarktis und hat vollen Zugriff auf den PRS-Dienst. Norwegische Firmen dürfen außerdem sicherheitsrelevante Komponenten für das Galileo-System fertigen und liefern. Die Verträge für den Austausch sensibler Informationen benötigten 6 Jahre bis zum Abschluss (2005-2011).

Die Schweiz ist lediglich Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation, und hat damit zwar keinen Zugriff auf den PRS-Dienst, jedoch dürfen Schweizer Firmen dennoch die entsprechenden Komponenten beitragen – sie fertigen beispielsweise die Atomuhren der Satelliten. Ein voller Zugriff auf das System kann per separatem Vertrag zukünftig abgeschlossen werden.

Die britische Regierung konnte sich jedoch bekanntlich bisher weder für das norwegische noch für das eidgenössische Modell entscheiden, und daraus zog Airbus nun Konsequenzen und kündigte Ende April an, sein Werk von Portsmouth in ein anderes europäisches Land zu verlegen, ein großer Verlust für die britische Hochtechnologie,  die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der PRS-Technologie hatte. Großbritannien hatte ursprünglich geplant, im Jahre 2030 einen Anteil von 10% am Raumfahrt-Weltmarkt zu halten, wofür die Beteiligung an Galileo ein wichtiger Grundstein wäre. Mit dem Brexit wären die Briten jedoch raus aus Galileo und die gesamte Verschlüsselungstechnik würde anderen EU-Mitgliedsländern zugute kommen.

 

Sandkastenspiele

Dies will die britische Regierung jedoch mit aller Macht verhindern. Sie forderte uneingeschränkten Zugang zu PRS als Teil des Übergangsvertrags, was von Brüssel mit Rücksicht auf Norwegen und die Schweiz abgelehnt wurde. Daraufhin drohte der britische Schatzkanzler Hammond Ende Mai, man erwäge ernsthaft ein eigenes Navigationssystem zu entwickeln und den britischen Finanzierungsbeitrag an Galileo von 1,4 Milliarden Euro zurück zu fordern, wenn die EU weiterhin auf ihrem Standpunkt beharre. Der Telegaph schrieb schon Anfang Mai, es sei bereits mit Vorarbeiten für ein 3 Milliarden Pfund (ca. 3,4 Milliarden Euro) teures System begonnen worden (Galileo-Kosten: ursprünglich auf 3,4 Milliarden kalkuliert, jetzt ca. 10 Milliarden), was man in Brüssel relativ unbeeindruckt zur Kenntnis nahm – ein solches System würde neben den hohen Kosten wenigstens ein Jahrzehnt bis zum Beginn der Installation benötigen. Mitte Mai kündigten die Briten an, die Mittel für den nächsten Satz Galileo-Satelliten mit ihrem Veto im Rat der 22 Mitglieder der europäischen Raumfahrtagentur ESA zu blockieren. Durch die britischen Drohungen verzögert sich die Bewilligung der Satelliten bereits um 2 Monate.

Die EU beschloss Anfang Juni im Gegenzug, laut Financial Times unter Berufung auf europäische und britische Beamte in den entsprechenden Ressorts, alle Verbindlichkeiten der ESA zu tragen, die ihr üblicherweise bei der Vertragsübernahme entstünden. Wegen des somit viel kleineren Risikos brauche die ESA kein einstimmiges Votum mehr um das Programm weiter zu führen, sondern es reiche die einfache Stimmenmehrheit. Das Vereinigte Königreich kündigte bereits an, trotzdem gegen die Freigabe der Mittel zu stimmen. Die Abstimmung ist für den 13. Juni geplant.

Eine weitere Drohung der britischen Regierung steht laut Financial Times im Raum, nämlich britischen Firmen, die an Galileo beteiligt sind, keine Sicherheitsfreigabe zu erteilen, um damit zu verhindern, dass sensible PRS-Verschlüsselungstechnologie der Firma CGI UK an den französisch-italienischen Thales-Alenia- Espace-Konzern übertragen werden kann. Dies könne die weitere Fertigung der Satelliten jedoch nicht behindern, da eine entsprechende Beschränkung erst nach dem Brexit in Kraft treten könne, so die Financial Times.

 

…und raus bist du!

Derzeit bereitet die EU ein Dokument vor, demgemäß die Verantwortung über das Galileo-System von der ESA, in der die Briten weiterhin Mitglied bleiben, an die EU übergehen soll und darüber hinaus die Verantwortung über das gesamte europäische Raumfahrtprogramm. Damit soll zukünftig verhindert werden, dass EU-Nichtmitgliedsstaaten EU-Raumfahrtprojekte behindern können.

Damit hat sich das ESA-Mitglied Großbritannien ordentlich ins eigene Knie geschossen und “Brexit” könnte langfristig gar “Spaxit” bedeuten – das Abgehängtwerden in der Raumfahrt.

 

Don’t panic!

Es steht zu befürchten, dass sich ähnliche Possen in anderen Wirtschaftsbranchen wiederholen werden. Im Augenblick dringen deshalb deutliche Misstöne aus Downing Street 10, die auf Nervosität in der Tory-Regierung hindeuten. Boris Johnson beschwor in einer nichtöffentlichen Runde eine mögliche Katastrophe (“meltdown”) und dass der Brexit drohe, nicht das gewünschte Ergebnis zu liefern. Er verunglimpfte Schatzkanzler Hammond als das “Herz der Remain-Bewegung”, äußerte Bewunderung für Donald Trump, der in solchen Dingen kurzen Prozess mache, und kündigte eine härtere Gangart von Theresa May gegenüber der EU an. Und er ermahnte alle, dass ja niemand in Panik ausbreche. Bloß keine öffentliche Panik! Das klingt dann allerdings schon etwas – panisch.

 

Links

Kommentare (24)

  1. #1 HF(de)
    9. Juni 2018

    Don’t panic! Sehr interessant, vielen Dank! ABO.

  2. #2 Michael
    9. Juni 2018

    Das Galileosystem ist der BER*1 der Erdumlaufbahn. Galileo u. ä. “Raumfahrtprojekte” zeigen die typische europäische/deutsche bürokratische Inkompetenz: Geld verbrennen zum Wohle der Rüstungsindustrie ohne jeglichen Nutzen für die, die das alles bezahlen müssen.

    Da es bereits seit Jahrzehnten ein funktionierendes System (GPS) gibt, liegt der Grund für das Milliardengrab Galilieo in der militärischen Nutzung, oder einfach um Profite für die üblichen Verdächtigen zu generieren.

    *1
    https://de.wikipedia.org/wiki/BER

  3. #3 Phero
    9. Juni 2018

    GPS ist ein amerikanisches System, dass jederzeit von den Amerikanern für die zivile Nutzung gestoppt werden kann. Darüber hinaus ist Galileo auch für die zivile Nutzung genauer, was für viele Anwendungen durchaus relevant ist.

  4. #4 Spritkopf
    9. Juni 2018

    GPS ist ein amerikanisches System, dass jederzeit von den Amerikanern für die zivile Nutzung gestoppt werden kann.

    Eben. Es könnte in der Zukunft nämlich mal einen amerikanischen Präsidenten geben, der sich einen Scheiß um internationale Verträge kümmert und der alles – alles! – als Verhandlungsmasse einsetzt, um Amerikas Bündnis- und Vertragspartner über den Leisten zu ziehen.

    Und wenn man es recht betrachtet, gibts den schon.

  5. #5 RPGNo1
    9. Juni 2018

    @Michael
    Deine Abscheu gegenüber der Raumfahrt ist inzwischen bekannt. Deine Argumentation bleibt aber immer noch so fehlerhaft wie bei deinem Rant gegenüber der Weltraummission von Alexander Gerst.

  6. #6 Christian Berger
    9. Juni 2018

    Wobei ja eigentlich der Erfolg von Gallileo eingetreten ist. Seit dem wir angekündigt haben ein eigenes Navigationssystem zu bauen haben die Russen und die Chinesen das auch gebaut. Sprich wir haben genau das, was wir wollten, Redundanz.

  7. #7 Alderamin
    9. Juni 2018

    Die 30 cm Genauigkeit, die nur wenigen zugänglich sind, sind noch nicht einmal das Hauptargument. Ortung mit GPS und GLONASS in Gebäuden und zwischen Hochhäusern ist sehr ungenau mit oft hunderten Metern Fehler (schon mal im Frankfurter Bankenviertel mit GPS unterwegs gewesen? Da hopst das GPS gerne mal an der Ampel spontan einen Block weiter). Da wird Galileo viel genauer sein (siehe Tabellen unten), und zwar nutzbar für jeden. Das wird insbesondere wichtig für autonome Fahrzeuge, die immer wissen müssen, wo sie sind, sei es im Straßenverkehr oder auf einem Werksgelände. Da wird Galileo zukünftig wichtig werden.

    Im übrigen gilt auch hier, dass das meiste Geld nicht in den Weltraum geschossen wurde, sondern europäischen Hochtechnologiefirmen zunutze kam, die wiederum Europa zu so einem wichtigen Industriestandort weltweit machen, in Konkurrenz mit den USA und China. Wenn Galileo so unwichtig wäre, würden die Briten jetzt nicht so ein Theater veranstalten. Denen geht es am wenigsten um die 30 cm Genauigkeit.

  8. #8 Hobbes
    9. Juni 2018

    Es wundert mich hier auf SB so wenig über den Brexit zu hören, da die Wissenschaft ja mit am härtesten getroffen wird. Wobei ich zugegebener Maßen in letzter Zeit leider viel zu selten hier vorbei geschaut habe.

    Ich wage mal eine kleine Prognose: Sofern die Verhandlungen nicht zusammenbrechen und in GB zu Neuwahlen führen (Erst nach Oktober, getriggert von der DUP weil May die Grenze in die Irische See verlegen will) wird es noch ziemlich bitter für die Briten
    (Neuwahlen könnten wirklich verheerend werden, wenn es zu einem unbeabsichtigten hard Brexit führt, da die Artikel 50 Periode ausläuft und die Bedingungen für die “Transition Period” nicht erfüllt sind)
    Open Skies und EUratom zu verlassen. Der Handelsvertrag mit der EU wird ein kleiner Minimalkonsens der etwa an Kanada orientiert ist. Die Engländer werden erfahren das es eine MFN (Most favored Nation) Klausel gibt die verhindert, dass Dienstleistungen mit rein kommen. Als Sieg werden die Brexit Leute das Verlassen der CFP (Commen fishery policy) feiern und einen Freihandelsvertrag mit den USA. Der neben dem akzeptieren der US Lebensmittelstandarts aber auch das privatisieren des NHS beinhaltet. Dieser wird mit dem EU Vertrag kollideren wegen höherer Lebensmittelvorschriften (weiterverarbeitung) und uns über MFN ebenfalls Zugriff aufs NHS erlaubt.
    Wohlgemerkt wird das ganze dann in etwa 2 Jahren zuschlagen wenn die längste Boom Periode der Nachkriegszeit wohl zu Ende seien wird.
    Schöne neue Welt.

    Ich hatte neulich eine lustige Debatte mit einem so genannten Brexiteer.
    Meine Aussage war, 99% der Briten wussten gar nicht worüber sie abstimmten und 90% wissen es jetzt noch nicht.
    Nach einigen Beleidigungen ich sei ein “Remoaner”- ne ich bin Deutscher – du willst doch nur dein 4tes Reich- etc. war er überzeugt alle hätten gewusst weshalb sie wählen, keiner hätte wegen Fremdenangst so gewählt sondern alle wegen der absolut durchdachten Gründe die er hatte.
    Dann habe ich gefragt ob er denn gewählt hätte den single market (Binnenmarkt) zu verlassen und Euratom und Gallileo und den ECHR (EGMR)?
    Darauf wurde geantwortet, dass seine Wahl natürlich meinte all das zu verlassen.
    Als letzte Antwort kam von mir dann nur wenn es eure demokratische Entscheidung war Gallileo zu verlassen, wieso beschwert ihr auch dann das die Böse EU euch dann nicht mehr mitmachen lässt? Und Der EGMR hat nichts mit der EU zu tun aber es ist ja egal weil ja genau wüsste wofür er gevoted hat.

    Sorry, für die ganzen Anglizismen, aber da es sich bei den meisten Sachen um Eigennamen handelt (die zwar ein deutsches Pendant haben) bin ich mir nicht sicher, ob die deutschen Begriffe nicht noch mehr Verwirrung stiften würden.

    (Kleiner Nachtrag, auch wenn die Briten dass Schweizer Modell nie haben wollten, wegen der PFZ. So stand dies von der EU auch nie zur Debatte. Eine Regellung über unzählige Einzelverträge wurde sofort abgelehnt.)

  9. #9 Michael
    9. Juni 2018

    #4
    Ihr Nick scheint doch einen gewissen Einfluss auf Ihren Gemütszustand zu haben. Anders kann ich mir den antiamerikanische Unfug, den Sie absondern, nicht erklären.

    #5
    Was mir bei Ihnen immer wieder auffällt: Sie argumentieren nicht sachlich. Das gilt auch für die anderen Blogs in denen Sie den unkritischen Jubelperser geben.

    Im übrigen habe ich Vorbehalte gegen die bemannte Raumfahrt im allgemeinen und gegen Geldverschwendung à la ISS zu Lasten der Gesellschaft und zum alleinigen Profit der Raumfahrt-/Rüstungsindustrie. Das Militär hingegen verabscheue ich.

    #6
    Sie schreiben ‘wir’. Dabei bin ich mir sicher. dass Sie zu keinem Zeitpunkt in die Enscheidung eingebunden waren. Oder ist Ihr ‘wir’ eher nationalistisch völkisch gemeint?

    #7
    “Da wird Galileo zukünftig wichtig werden. ”

    So wie auch irgendwann in der Zukunft der BER wichtig sein könnte, wenn er fertig wird.

    “Da wird Galileo viel genauer sein und zwar nutzbar für jeden.”

    Fantasie 1: Klingt wie aus einem Werbeprospekt.

    “Da hopst das GPS gerne mal an der Ampel spontan einen Block weite ….”

    Fantasie 2: ist mir noch nie passiert.

    “Die 30 cm Genauigkeit, die nur wenigen zugänglich sind, sind noch nicht einmal das Hauptargument. ”

    Die 30 cm sind überhaupt kein Argument, da sie noch keinem zugänglich ist – und danach nur dem Militär.

    • #10 Alderamin
      9. Juni 2018

      So wie auch irgendwann in der Zukunft der BER wichtig sein könnte, wenn er fertig wird.

      Galileo ist, anders als der BER, schon im Betrieb und es fehlen nur noch 8 Satelliten.

      “Da wird Galileo viel genauer sein und zwar nutzbar für jeden.”

      Fantasie 1: Klingt wie aus einem Werbeprospekt.

      Ist aber schon so. Gibt nur noch nicht so viele Endgeräte. Die kommen aber mit der Verfügbarkeit des Dienstes, etwas verzögert.

      “Da hopst das GPS gerne mal an der Ampel spontan einen Block weite ….”

      Fantasie 2: ist mir noch nie passiert.

      Mir schon. Und im Gebäude ist GPS gar nicht zu gebrauchen.

      Die 30 cm sind überhaupt kein Argument, da sie noch keinem zugänglich ist – und danach nur dem Militär.

      Neben dem bösen, bösen Militär nutzen auch Polizei (hasst Du die auch?) Grenzschutz und Rettungsdienste die höchste Genauigkeit.

  10. #11 tomtoo
    9. Juni 2018

    Wieder null Argumente.
    Klar wir können ja alles in der USA oder in China kaufen. Die winzig kleine Frage ist halt mit welchem Geld wir das in Zukunft tun? Evtl. das bei der Traubenernte erwirtschaftete?
    Davon abgesehen, kann man natürlich Erfahrungen bzgl. Lebenserhaltungssystem, Auswirkungen von Schwerelosigkeit usw. am allerbesten mit Simulationen gewinnen, ok die Datenbasis wird gewürfelt. Oder wir kaufen sie in den USA, ups.. das sind wir ja wieder bei der Traubenernte.

  11. #12 Cornelia S. Gliem
    9. Juni 2018

    ich habe ja immer noch die Hoffnung dass Brexit Trump etc. der EU auftrieb antrieb verleiht… Leider scheint Merkel sehr zu bremsen, ausgerechnet.
    Die Briten werden dann “angekrochen” kommen… Man entschuldige die aggressive wortwahl, aber die lange phase in der gerade GB immer wieder die EU behindert und sich eine extrawurst nach der anderen organisiert hat, ärgerte mich immer schon.

  12. #13 Spritkopf
    9. Juni 2018

    @Michael

    Ihr Nick scheint doch einen gewissen Einfluss auf Ihren Gemütszustand zu haben.

    Gähn.

    Anders kann ich mir den antiamerikanische Unfug, den Sie absondern, nicht erklären.

    Oha, haben wir da etwa eine der Schwachmatten, die hier in Europa die Argumentation der Trumptards in Amerika nachbeten, nach denen es schon antiamerikanisch sei, Präsident Kürbisgesicht zu kritisieren? Lassen Sie sich einsargen, Sie Knallbonbon. Die Zeiten von McCarthy sind lange vorbei.

  13. #14 Hobbes
    9. Juni 2018

    “den antiamerikanische Unfug” Lustig, das so etwas immer öfter von Leuten kommt die die USA unter Obama noch voll ends abgelehnt haben. Wenn ich vor 5 Jahren mit Rechten geredet habe war die USA angeblich alles das was Trump jetzt offen auslebt. Komischer Weise mögen sogar viele von Links außen den Trump, da er (der everyday Milliardärssohn) “die da oben” mal kräftig durchrüttelt. Ich werde diese Putin/Trumpfans nie verstehen.
    Was ich hier nicht verstehe ist, warum Trump zu zutrauen “GPS als Druckmittel nehmen” Antiamerikanismus seien soll? Ich dachte das wäre ein “Smarter move” von dem Orangen. Er hat ja sogar schon die Nato als Druckmittel benutzt.
    Antiamerikanismus erkenne ich eher bei jedem Trumpfan. Da Trump gegen all das gerichtet ist wofür die USA einst standen (Oder zumindest stehen wollten)

  14. #15 Hobbes
    9. Juni 2018

    @Cornelia S. Gliem:

    Merkels zögerliche Haltung ärgert mich auch, aber ist leider verständlich.
    Zum einen darf Italien auf keinen Fall signalisiert werden es gäbe die Möglichkeit einer größeren Schuldenhaftung wenn nur genug druck besteht. Zum anderen muss um jeden Preis vermieden werden, dass die Reformen die kommen werden von Deutschland kamen oder auch nur gewollt waren. In vielen Ländern wird die EU von den Rechten als deutsches Konstrukt dargestellt. Selbst Sachen die aus deutscher Initiative angestoßen und durchgeführt werden, werden nicht von deutschen Politikern propagiert. Aktuelles Beispiel ist die erhöhte Zusammenarbeit der EU-Armeen.

    Die Bundesregierung macht es schon lange so. Ich habe vor ein paar Jahren zum Beispiel erst erfahren, dass es Schäuble war, der die anderen Finanzminister (und Merkel) davon überzeugt hat, dass man Griechenland nicht fallen lassen dürfe und notfalls sogar einen Schuldenschnitt (den von 2012) braucht.

  15. #16 Omnivor
    Am 'Nordpol' von NRW
    9. Juni 2018

    Also isch freue mich auf den Brexit. Da man in Berlin und Brüssel immer noch zurückhaltend ist, wurde die wichtigste Frage noch garnicht angesprochen: ab wann verschwindet diese unsägliche Bezeichnung ‘Konfitüre’ wieder in der Versenkung und darf Marmelade wieder Marmelade heißen.

    XD
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marmelade

  16. #17 HoWe
    9. Juni 2018

    “Da hopst das GPS gerne mal an der Ampel spontan einen Block weiter). Da wird Galileo viel genauer sein (siehe Tabellen unten), und zwar nutzbar für jeden. Das wird insbesondere wichtig für autonome Fahrzeuge, die immer wissen müssen, wo sie sind, sei es im Straßenverkehr oder auf einem Werksgelände.”

    Da sie ihre Aussage im Zusamenhang mit autonomen Fahren bringen, frage ich sie wirklich ernsthaft:

    Sie sind im Auto an der Ampfel, also sie stehen oder fahren mit sehr geringer Geschwindigkeit und ihr GPS hopst so einfach weiter?
    Abgesehen davon, dass ein GPS nicht hopst, maximal die Positionsanzeige auf ihrem Display hopsen kann, möchte ich das trotzdem stark bezweifeln. Moderne Fahrzeugen sind nicht nur mit GPS Daten ausgestattet. Das ist nur eine Information von vielen.
    Unter anderem werden noch folgende andere Daten ausgewertet:
    Gyro, Radimpuls, Kartematerial, Kamera, …

    Ihr GPS hopst immer noch?

    • #18 Alderamin
      9. Juni 2018

      Das war ein GPS auf einem iPhone, ohne Radsensoren. Zwischen den Häuserschluchten in Frankfurt wähnte mich das Handy plötzlich in einer ganz anderen Straße und wies mir die falsche Richtung. Ähnliches passierte mir mal in Paris, unten bei mir 8 Spuren, teilweise unter einer Brücke, auf der parallel nochmal 6 oder 8 Spuren verliefen. An der Ampel hopste die Position mal auf die Brücke, mal nach unten, und das Navi rechnete verzweifelt ständig neue Routen. Bin dann auf gut Glück gefahren, bis es sich wieder einkriegte.

      Es ist aber, bei allen vorhandenen Sensoren, keine optimale Situation für eine Maschine, wenn sich die Angaben widersprechen.

      Muss man denn ernsthaft darüber diskutieren, dass 10 m Ortungsgenauigkeit in Street Canyons besser sind als 197 (laut Tabellen, die ich oben verlinkt habe?)

      Außerdem geht es in dem Artikel gar nicht darum, ob Galileo besser oder schlechter als GPS oder nötig /verzichtbar ist, sondern dass die Briten da mitmischen wollen, ohne entsprechende Vertragsgrundlage. Brexit heißt eben Brexit. Ein Kommentator hat es unter dem Financial-Times-Artikel schön beschrieben. Sinngemäß: „Ihr habt die Mitgliedschaft im Golfclub gekündigt und jetzt wollt ihr weiter den Pool und das Club-Restaurant mitbenutzen. Das geht möglicherweise, aber nicht umsonst.“

  17. #19 RPGNo1
    9. Juni 2018

    @Michael

    Was mir bei Ihnen immer wieder auffällt: Sie argumentieren nicht sachlich.

    Das sagt die Person, der gerade dargelegt wurde, dass sie gar keine Argumente hat.

    Das gilt auch für die anderen Blogs in denen Sie den unkritischen Jubelperser geben.

    Links, Nachweise, bitte. Ansonsten bleibt es ein leere Behauptung.

  18. #20 Hobbes
    9. Juni 2018

    @Aldermin:
    Hast du auch zufällig eine Ahnung wie es mit anderen Projekten aussieht? Ich folge Mike Galsworthy von Scientist for EU die sich gerade für einen Verbleib in EURATOM stark machen. Aber da dürfte es ja noch weit mehr Projekte geben. Insbesondere bei/mit der ESA.

    • #21 Alderamin
      9. Juni 2018

      Leider nicht, ich habe diese Story nur dank der Tweets von Susanne Auer verfolgt (Dank an sie, falls sie hier mitliest).

  19. #22 knorke
    10. Juni 2018

    Ich weiß ja nicht was schlimmer ist: Die britischen Konservativen, die den Brexit mit Schauermärchen vom Zaun gebrochen haben (und jetzt bloß nicht panisch werden wollen), die Briten, die so dämlich waren, für den Brexit zu stimmen, die britische Regierung, die das jetzt durchfechtet wie wenn man sich einen Dorn in den Fuß tritt und dann meint, ihn durch den Fuß durchzustoßen wäre besser als ihn rauszuziehen, oder die EU, die aus Gründen der Staatsräson und bürokratischen Korrektheit keine Fußbreit Boden aufgeben will oder die deutsche Presse, die hämisch grinsend und messerwetzend dabeisitzt wie ein Stück zivilisatorische Errungenschaft schleichend den Bach runtergeht.
    Ich frage mich wie die Briten sich auf lange Sicht außenpolitisch aufstellen werden. Vermutlich engere Bindung an den amerikanischen Wirtschaftsraum. Wenn wenigstens die EU beim inneren Reformieren und entwickeln so konsequent wäre wie beim Brexit-Verhandeln…

    • #23 Alderamin
      10. Juni 2018

      Was die EU betrifft, die kann sich nicht erlauben, Norwegen und die Schweiz zu verprellen, die Geld dafür zahlen, an EU-Vorteilen teilzuhaben und mit denen in jahrelangen Verhandlungen Verträge ausgehandelt wurden. Außerdem würde man anderen Ländern ein schlechtes Beispiel zur potenziellen Nachahmung bieten, wenn der Rosinenpickerei der Briten nachgegeben würde. Schließlich gelten Regeln und jedes Mitglied wird peinlich darauf achten, gegenüber anderen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Das sind dieselben Animositäten wie im erwähnten Golfclub-Beispiel. Da wären auch sowohl die aktiven als auch ehemalige Mitglieder sauer, wenn ein ehemaliges Mitglied Sonderrechte erhielte.

      Der Brexit ist einfach saublöde. Niemand zwingt die Briten zu gehen. Wenn die Mehrheit der Briten aber meint, alleine in der Welt mehr zu erreichen als im Verbund mit der EU, oder wenn ihnen der Preis der Freizügigkeit innerhalb der EU zu hoch ist, gut, sollen sie es versuchen. Aber nicht rumjammern. Eine verantwortungsvolle Regierung hätte mit der EU vorher verhandelt und das Ergebnis dem Volk noch einmal zur Abstimmung vorgelegt, bevor es den Austritt verkündigt. Aber wenn der eigene Posten wichtiger ist als die Partei, und die wichtiger als das Land, dann bitteschön. Aber nicht wundern, wenn die Wähler dann am Ende den Populisten hinterher rennen.

  20. #24 Hobbes
    10. Juni 2018

    @knorke: “keine Fußbreit Boden aufgeben”
    Was genau schwebt da denn vor?

    “Wenn wenigstens die EU beim inneren Reformieren…”
    Das liegt aber nicht im Aufgabenbereich der EU sondern der Mitgliedsländer.