Bei 5 Stunden Mondfinsternis (Achtung, nur 1:42h total) und wenn man sowieso schon im Dunklen draußen ist, bleibt noch ein wenig Zeit, den übrigen Himmel anzuschauen. Hier ein paar Highlights für Freitag Abend. Sozusagen als Pflicht-Begleitprogramm zur Mondfinsternis.

 

Planetenparade

Wir hatten im März eine tolle Gelegenheit, Merkur nahe bei der Venus zu sehen. Anfang dieses Monats war Merkur schon wieder kurz sichtbar, aber nicht so leicht wie im März. Dafür haben wir am Finsternisabend (und auch in den nächsten Wochen) alle anderen mit bloßem Auge sichtbaren Planeten wie auf einer Perlenschnur aufgereiht nebeneinander. Wer noch nie die den Menschen seit Urzeiten bekannten Planeten Venus, Jupiter, Saturn und Mars mit eigenen Augen gesehen hat, der hat derzeit einen Logenplatz an der Planetenparade.

Als ersten “Stern” am Himmel wird man im Westen kurz nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel noch blau ist, die Venus entdecken, die aber bald nach Einbruch der Dunkelheit untergeht. Die fast erdgroße Venus, von der wir immer nur ihre weiße Wolkendecke sehen, in der es Schwefelsäure regnet und unter der 90 Atmosphären Druck bei 500°C herrschen, zeigt Phasen wie der Mond. Derzeit ist sie nur halb beleuchtet. In einem guten Fernglas, das auf Stativ steht oder aufgestüzt wird, sollte das erkennbar sein. Wie sich die Venusphase und -größe bis in den Oktober weiterentwickelt, zeigt diese Grafik.

Weiter links (östlich) und etwas höher taucht als zweites Objekt der Jupiter auf, dessen galileische Monde schon im Fernglas zu sehen sind. Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems und hat mehr Masse als alle anderen Planeten zusammen. Sein größter Mond Ganymed ist mit 5260 km Durchmesser größer als der Planet Merkur mit nur 4880 km und die etwas kleinere Callisto ist mit 4820 km von ähnlichem Kaliber (unser Erdmond durchmisst 3480 km). Im Feldstecher können wir am Finsternisabend alle 4 Monde sehen: die kleine Io links (östlich) vom Planeten, Callisto rechts unten dicht bei ihm, dann weiter rechts Ganymed und rechts außen die eisige Europa. Wenn man nach 2h nochmal schaut, hat sich Callisto schon deutlich nach links verschoben auf seinem Umlauf um den Planeten. Hier der Anblick gegen 22:30h:

Positionen der Jupitermonde am 27.07.2018 um 22:30 MESZ. Bild: Solar System Simulator, JPL/Caltech.

Positionen der Jupitermonde am 27.07.2018 um 22:30 MESZ. Bild: Solar System Simulator, JPL/Caltech.

Noch weiter links, fast im Süden, steht der wesentlich dunklere, da entferntere (sowohl von der Lichtquelle Sonne, als auch vom Betrachter) Planet Saturn, der wegen seines Ringsystems berühmt ist. Um dieses zu sehen, benötigt man wenigstens die 20-30fache Vergrößerung eines kleinen Teleskops. Im Fernglas sollte man aber rechts oberhalb des Planeten seinen Mond Titan sehen können, der etwa so groß wie Ganymed ist und über eine Atmosphäre dichter als die der Erde verfügt. Man muss sich mal kneifen und dabei vor Augen führen, dass dort eine europäische Landesonde auf dem Boden liegt, die uns Fotos von seiner Oberfläche gesendet hat.

Und links unter dem Mond befindet sich der Planet Mars in Oppositionsstellung und damit so hell wie selten; derzeit heller als Jupiter, aber wegen seiner tiefen Stellung am Horizont erscheint er während der Finsternis dunkler als dieser. Mars ist uns so nah wie seit 2003 nicht mehr, weil seine Bahn stark elliptisch ist und ihn die Erde ca. alle 2 Jahre an anderer Stelle auf seiner Bahn innen überholt, mal am sonnennächsten Punkt wie diesmal, mal am sonnenfernsten. Mit fast 25 Bogensekunden ist er richtig groß geworden und zeigt Oberflächendetails  – natürlich nur im Teleskop. 2002 entstand ein Hoax, als eine Mail die Runde machte, in der stand, dass Mars am Oppositionsdatum am 27. August 2003 bei 75-facher Vergrößerung so groß wie der Mond mit bloßem Auge erscheine. Die Mail wurde in den sozialen Netzen verbreitet als “Mars erscheint mit bloßem Auge am 27. August so groß wie der Mond” und dieses Mem kam alle Jahre wieder zum betreffenden Datum. Nein, Mars ist ohne Teleskop nur ein Punkt, aber im Teleskop ist er gerade jetzt besonders groß und die ersten großartigen Detailbilder machen schon die Runde. Allerdings hat derzeit ein Sturm auf dem Planeten eine Menge Staub aufgewirbelt, der gerade erst beginnt, sich wieder zu lichten. Die Amateurastronomen hoffen derzeit auf klaren Himmel – auf der Erde wie auch auf Mars.

Hier der Anblick der Planetenparade am heutigen Abend gegen 22:30:

Planeten und Mond in Richtung Südost-Südwest. Bild: Autor, Stellarium.

Planeten und Mond in Richtung Südost-Südwest. Bild: Autor, Stellarium.

Alexander Gerst kommt auf Besuch

Zwischen 22:29 und 22:39 kommt die internationale Raumstation vorbei und überfliegt Deutschland fast zentral. Sie sieht aus wie ein sich näherndes Flugzeug, aber ohne Blinklichter, und kommt aus westlicher Richtung. Die Helligkeit ist im Maximum, wenn die Station über den Beobachter fliegt, ungefähr so groß wie die der Venus. Die ISS kommt von Westen her und gewinnt dann schnell an Helligkeit und Höhe. Auf dem Bild unten sieht man ihre Bodenspur, d.h. die Linie, die sie direkt überfliegt. Wer sich dort befindet, hat sie zur angegebenen Zeit im Zenit, wer südlicher wohnt, sieht einen mehr oder weniger stark nach Norden gebogenen Kurs, während unsere Plattdütschen sie knapp südlich des Zenits ihren höchsten Punkt erreichen sehen.

Bodenspur der internationalen Raumstation beim Überflug gegen 22:35. Bild: heavens-above.com

Die ISS kommt nach einer Erdumkreisung knapp 1,5 h später sogar noch einmal vorbei:

2. Überflug der ISS gegen 0:10h. Bild: heavens-above.com.

Zweiter Überflug der ISS gegen 0:10. Bild: heavens-above.com.

Die Linie wird kurz von 0:12 gestrichelt, um 0:11 und 47 Sekunden tritt die ISS nämlich in den Erdschatten ein, was immer sehr hübsch aussieht, wenn sie im Licht der von ihr aus gesehen untergehenden Sonne goldig verfärbt wird, bevor sie verblasst.

Genaue Vorhersagen mit den Passagezeiten und einer Himmelskarte jeder Passage findet man auf heavens-above.com. Der Link ist vorbesetzt auf Köln, sollte aber für exakte Vorhersagen für Euren jeweiligen Ort geändert werden (oben rechts auf den Ort klicken, dann Ortsnamen oder Ort auf Weltkarte einstellen und unten aktualisieren).

 

Flashy Satelliten

Wenn man den Ort bei heavens-above.com genau eingegeben hat, lohnt es sich auch, nach Iridium-Flares suchen zu lassen. Die alten Iridium-Satelliten, mit denen man per Satellit telefonieren konnte, und die derzeit alle ersetzt werden, haben drei türgroße, spiegelblanke Flächenantennen, und wenn der Winkel zwischen Sonne, Satellit und Beobachter genau stimmt, spiegelt sich die Sonne extrem hell in ihnen, weitaus heller als die Venus oder die ISS. Man kann diese Iridium Flares sogar am hellen Tag sehen. Für heute Abend spuckt heavens-above.com unter “Iridium Flares (Iridium-Flackern)” für Köln (Zentrum) zwei Ereignisse aus, wobei eines mit -8,2 Größenklassen die höchste Helligkeit erreicht, die solche Flares haben können. An der km-Zahl bis zur Mittelachse kann man sehen, in welcher Richtung und wie weit entfernt der Ort liegt, wo die maximale Helligkeit erreicht wird, und deshalb muss die Position möglichst genau eingegeben werden. Wenn man auf den Link unter der Uhrzeit klickt, bekommt man eine Himmelskarte und auch eine Landkarte mit der Zentrallinie des Flares angezeigt. Wer Glück hat, sieht vielleicht den einen oder anderen Flare. Nutzt Eure Chance, die neuen Iridium-Satelliten verursachen sie nicht mehr, sie werden bald Geschichte sein.

Iridium-Telekommunikationssatellit mit seien drei großen Antennenflächen. Bild: Wikimedia Commons, Rlandmann, CC BY-SA 3.0.

Iridium-Telekommunikationssatellit mit seinen drei großen Antennenflächen. Bild: Wikimedia Commons, Rlandmann, CC BY-SA 3.0.

Das Sommerdreieck

Zuletzt noch ein Blick auf den Sternenhimmel. Gegen 22:30 steht hoch über dem verfinsterten Mond das Sommerdreieck aus den Sternen Deneb im Schwan, Altair im Adler, und Wega (engl. Vega) in der Leier. Wie beim Wintersechseck handelt es sich hierbei nicht um ein eigenes Sternbild, sondern einen Asterismus, also eine nicht-offizielle Konstellation, die Sterne mehrerer Sternbilder umfassen kann (wie das Sommerdreieck) oder auch nur einen Teil eines Sternbilds (wie der Große Wagen als Teil des Großen Bären).

Diese drei werden uns noch bis spät in den Herbst begleiten, und demnächst werde ich ein wenig über diese Himmelsgegend erzählen. Wega ist der hellste Fixstern des Nordhimmels, nur Sirius ist aus unseren Breiten heller. Der Schwan, dessen Schwanz Deneb bildet, wird auch “Kreuz des Nordens” genannt und erinnert wirklich an die Form eines Schwans im Flug mit ausgebreiteten Flügeln. In der Nähe von Deneb befindet sich eine dichte Sternenwolke in der Milchstraße, die im Fernglas sehr eindrucksvoll aussieht.  Auf der halben Strecke zwischen Wega und Altair findet man im Fernglas den Kleiderbügel-Asterismus (engl. Coathanger; siehe Bild), der in der Tat wie ein auf dem Kopf stehender Kleiderbügel anmutet. Es handelt sich dabei um den kleinen Sternhaufen Collinder 399. Sucht mal nach ihm, wenn es klar und dunkel ist.

Sommerdreieck hoch im Südosten. Bild: Autor, Stellarium.

Sommerdreieck hoch im Südosten. Bild: Autor, Stellarium.

Und nun viel Spaß beim Beobachten!!

Kommentare (44)

  1. #1 schlappohr
    27. Juli 2018

    Sieht aus, als würde dies ein stressiger Abend werden. Gestern zog bei uns (Nordbayern) ab 20:00 eine mächtige Wolkenbank im Osten auf. Der Mond war erst gegen 23:00 wieder vollständig sichtbar, vorher hüllte er sich in dramatisch lodernde Wolkenschleier. Fotografisch auch reizvoll, aber nicht das, was man sich für eine Mondfinsternis wünschst.

  2. #2 Spritkopf
    27. Juli 2018

    Ich werde den Abend auf der Hochebene verbringen, wo wir damals mit deinem Teleskop geguckt haben und uns die freundlichen Polizisten gefragt haben, was wir machen. Campingstühle, Ferngläser und Fotoknipsi mit Stativ liegen schon bereit. :-)

  3. #3 Talstein
    27. Juli 2018

    Vorweg vielen Dank für diesen erstklassigen Beitrag!

    Kann mir jedoch jemand folgenden Satz verständlicher machen?:
    “Mars ist uns so nah wie seit 2003 nicht mehr, weil seine Bahn stark elliptisch ist und er die Erde in ca. alle 2 Jahre an anderer Stelle auf seiner Bahn innen überholt.”

    Überholt der Mars tatsächlich die die Erde? Und wie ist “…auf seiner Bahn innen…” zu verstehen?

  4. #4 Bbr
    27. Juli 2018

    Am spektakulärsten bei der letzten Mondfinsternis fand ich den superhellen Mond direkt vor der Finsternis. Gibt es eigentlich eine Erklärung für dieses Phänomen? Irgendwelche Sandkörner auf dem Mond, die wie Retroreflektoren wirken, könnte ich mir als Ursache vorstellen.
    Dieses Mal muss man ja leider bis zum Ende warten, um diesen Effekt zu sehen.

  5. #5 Alderamin
    27. Juli 2018

    @schlappohr

    War vorgestern gegen 22:30 joggen (geht am Tage ja derzeit gar nicht mehr), da war der fast volle Mond vom Dunst schon so geschwächt, dass er schon fast wie verfinstert wirkte. Man wird wohl 2-3 Blenden mehr Belichtung brauhen, als nebenan in der Tabelle angegeben. Am besten alles ausprobieren. Viel Glück mit dem Wetter!

  6. #6 Alderamin
    27. Juli 2018

    @Spritkopf

    Ja, das war lustig. Ich war übrigens seither (außer zur SoFi 17) nicht mehr gucken. Wollte heute Abend mal in die Eifel, mal schauen was geht. Akkus laden gerade. Wenn Du Bilder zeigen möchtest, nur her damit, mache aus den Zusendungen einen Galerie-Artikel.

  7. #7 Alderamin
    27. Juli 2018

    @Talstein

    War schon (nicht mehr) spät und ich etwas im Stress, als ich den Artikel schrieb, er sollte am frühen Morgen unbedingt noch raus, da ich Vormittag Termine hatte. Natürlich überholt die Erde innen den Mars. Hab‘s korrigiert, danke. Sind vermutlich noch mehr Fehler drin, bin nur kurz mit den Augen über den Artikel geflogen, bevor ich ihn gegen halb zwei Uhr morgens veröffentlicht hatte.

  8. #8 Alderamin
    27. Juli 2018

    @Bbr

    Das ist der sogenannte Oppositionseffekt, den man auch auf der Erde beobachten kann. Hier ein paar Bilder. Einfach mal darauf achten, wenn der Schatten des eigenen Kopfes weit weg ist (tief stehende Sonne), sieht man die Aufhellung um den Schatten auf Gras, Erde oder Asphalt eigentlich immer sehr deutlich.

    Hängt damit zusammen, dass es in Gegenrichtung zur Sonne keine Schatten gibt, und dass Lichtstreuung im 180°-Winkel besonders stark ist. Wenn man einen Laserpointer im Dunklen neben das Auge hät und von sich weg (!) (!!!) leuchten lässt, kann man den Strahl auch schwach sehen, der von der Seite gesehen unsichtbar bleibt.

    Bie der MoFI kommt noch dazu, dass man den Mond vorher so dunkel sah, da ist der Kontrast extrem. Diesmal steht er so tief, dass man nur bei klarer Luft gegen 1h morgens einen relativ hellen Mond haben wird. Aber kein Vergleich zum Winter, wenn er hoch am Himmel steht.

  9. #9 stone1
    27. Juli 2018

    Es hat sich so ergeben dass ich das Himmelsspektakel heute Abend von einem idealen Beobachtungspunkt (Terrasse auf Hügel am Land mit freier Sicht von SO bis SW) bewundern kann, und wolkenloser Himmel ist auch angesagt. Der zweite Überflug der ISS müsste auch optimal zu sehen sein, da wird die eigentlich geplante Schachpartie heute wohl wieder ausfallen, außer wir schaffens noch vorher, aber bei so einer Gelegenheit darf man sich nicht durch schnödes Spiel ablenken lassen…
    Danke für die Tipps zum ‘Rahmenprogramm’, jetzt muss ich nur noch checken ob wir dort auch ein gutes Fernglas zur Verfügung haben.

  10. #10 Braunschweiger
    27. Juli 2018

    Hier im Braunschweiger Raum sieht es gerade eher schlecht aus. Nach Hannover hin deutlich besser, nach Magdeburg im Osten deutlich schlechter. Es dürfte mindestens durchwachsen wolkig sein.
    Im Raum Dortmund/Köln/Aachen und umliegend sollte es nach Karte deutlich besser sein, geradezu wolkenfrei. Schade für mich hier in der Gegend…

  11. #11 Herr Senf
    27. Juli 2018

    Stimmt, Gewitterzelle sitzt mal wieder an der Elbe fest.
    20:20 von Norden her klart es auf, wie schnell und gründlich?

  12. #12 schorsch
    28. Juli 2018

    Eben komme auch ich endlich dazu, die Finsternis zu beobachten. Nix!

    Okay, die Zeiten waren vorher bekanntgegeben – aber könnten die Astronomen nicht mal auf die üblichen Sehgewohnheiten Rücksicht nehmen und solche Veranstaltungen in den üblichen Geschäftszeiten stattfinden lassen? Die Russen haben das mit der WM ja auch gekonnt!

    Oder haben die Astronomen Angst, dass die Mondfinsternis genauso peinlich aussteigt wie die deutsche Mannschaft?

  13. #13 Spritkopf
    28. Juli 2018

    Wie war’s? Hm, sehr gemischt.

    Der Mond ist bei uns erst in einer fetten Dunstschicht aufgegangen, hinter der er anfangs kaum zu erahnen war, und da befand er sich anscheinend auch schon voll im Kernschatten. D. h., der Übergang war gar nicht zu sehen. Aber je höher er über den Horizont stieg (und je dunkler es wurde), umso besser sichtbar wurde er.

    Der beeindruckendste Moment war spät am Abend, als er anfing, aus dem Schatten der Erde herauszutreten und der erste helle Streifen des Sonnenlichtes auf der linken Seite des Mondes erschien. Das sah wirklich großartig aus, insbesondere durch mein 10×60-Fernglas.

    Womit ich aber gar nicht gerechnet hatte, war der Trubel. Irgendwo auf einem abgelegenen kleinen Landsträßchen in der Pampa würden sich vielleicht ein paar Astronomieliebhaber einfinden, um die MoFi zu fotografieren. Dachte ich. Stattdessen ging es zu wie auf dem Rummel. Das gesamte Stück Landstraße war ab 21.30 Uhr zugeparkt und es war ein munteres Kommen und Gehen (bzw. Fahren) wie auf der Kirmes. Es fehlten eigentlich nur noch die mobilen Verkaufsstände für Fritten und Bier.

  14. #14 cedric
    28. Juli 2018

    Ernüchternd war’s. Der Mond war viel kleiner als sonst.
    Dann mussten wir ihn suchen . Keiner der Moderatoren im Fernsehen oder Radio hat die Himmelsrichtung angegeben, wo man suchen soll, wir wohnen doch nicht alle auf Bergspitzen.

  15. #15 Spritkopf
    28. Juli 2018

    @cedric

    Der Mond war viel kleiner als sonst.

    Der Mond selbst wird nicht kleiner. Aber der Mann im Mond leidet unter Sciaphobie, deswegen wechselt der Mond vor einer Finsternis immer in einen höheren Erdorbit und sieht darum kleiner aus.

    Dann mussten wir ihn suchen .

    Ja, das kann einem den ganzen Abend versauen. Da will man den Mond angucken und dann versteckt sich dieser hinterfotzige kleine Bastard irgendwo.

    Keiner der Moderatoren im Fernsehen oder Radio hat die Himmelsrichtung angegeben, wo man suchen soll, wir wohnen doch nicht alle auf Bergspitzen.

    Ich will ja nicht rummäkeln. Aber wenn der Mond während des Sonnenuntergangs durch den Kernschatten der Erde durchgeht, d. h., die Erde sich genau zwischen Sonne und Mond befindet, in welche Himmelsrichtung muss man dann wohl gucken? Gaaanz schwierige Frage…

  16. #16 rolak
    28. Juli 2018

    Dann mussten wir ihn suchen

    ^^erstaunlich, cedric.
    Hier war er in derselben Richtung zu sehen wie an den vorherigen Abenden auch.

  17. #17 Karl Mistelberger
    28. Juli 2018

    Gegen 22:17:58 Uhr einfach den Mond mit einer DMC TZ-71 freihändig anvisiert und abgedrückt. Auf dem Fot war er tatsächlich zu sehen:

    Image Size: 2560×1920
    Shutter Speed: 1/4
    Field Of View: 1.8 deg
    Focal Length: 129.0 mm (35 mm equivalent: 1125.0 mm)
    Light Value: 3.4

  18. #18 wereatheist
    28. Juli 2018

    Berlin, Nordende der Warschauer Brücke. Vorteil: freier Blick auf die Ekliptik (den Teil überm Boden). Nur Kräne (durchsichtig) und natürlich die Straßenbeleuchtung stören. Kurz nach Sonnenuntergang waren in West Wolken, aber mit Lücken, so dass die Venus immer wieder sichtbar wurde. Jupiter und Saturn waren die ganze Zeit problemlos, Mars schaffte es erstaunlich kurz nach seinem Aufgang durch den starken Dunst im Osten.
    Der Mond war anfangs, schon deutlich “angefressen”, kaum zu sehen, aber Dunst und Wolken verschwanden im Lauf der Zeit komplett. Es war eine richtige ‘Crowd’ da, natürlich ohne schweres Equipment. Die Brücke wackelt, wenn die Tram rüberfährt, nichts für Langzeitbelichtung also.
    Viele Touristen. Ich habe gelernt, dass die Milchstraße auf Schwedisch ‘Vintergatan’ heißt.

  19. #19 Braunschweiger
    28. Juli 2018

    Letztlich mit Glück doch Erfolg gehabt. Bekannten in “Maggdeburg” aufgesucht, gegen 20 Uhr rum noch Gewitterguss gehabt bei voller Bewölkung, gegen 21 Uhr Richtung Osten+Süden immer noch zugezogen.

    Setting: Domfelsen an&in der Elbe bei Niedrigwasser mit östlichem Blick auf den Elbwerder, da dort die Silhouette niedriger; südlich die blau beleuchtete alte Bahnhubbrücke, dort würde der Mond erst später stehen; auf der Elbinsel stören die beleuchtete Fassade des MDR und die leuchtende Kuppel des Albinmüllerturms. Hunderte meist junge Zuschauer.

    Irgendwan kurz vor Neun entdeckt jemand den schwachen Mond in Baumkronen zwischen MDR und Turm. Es wird dunkler und besser. 22:22 Uhr Totalität, und ungefähr da taucht auch der Mars in einer Baumlücke auf. Wenige Minuten später um 22:34+ überfliegt uns Astro-Alex in der ISS, begleitet von “Aahs” und “Oohs”. Der Himmel ist nur noch dunstig, nicht verhangen.

    Bis dahin schon voller Erfolg. 23:13 erscheint links am Mond der erste helle Fleck; Kommentar: “Ach, der Mond wird ja noch richtig hell” — anderer Kommentar: “Aber das Wasser auf dem Mars habe ich jetzt noch nicht gesehen…” — Danach Positionswechsel und noch weitere Bilder gemacht. Glück gehabt, und tropische Nachttemperaturen.

  20. #20 Spritkopf
    28. Juli 2018

    Keiner der Moderatoren im Fernsehen oder Radio hat die Himmelsrichtung angegeben, wo man suchen soll

    Ach, wie ich anderswo lese, handelt sich mal wieder um den peinlichen Nickwechsler. Dann braucht mich diese dämliche Bemerkung ja nicht zu wundern.

  21. #21 Braunschweiger
    28. Juli 2018

    Sorry @myself, Korrektur zu oben:
    Kurz vor Zehn wurde der Mond entdeckt, nicht vor Neun…

  22. #22 leo
    28. Juli 2018

    Bei mir haben die Wolken den Mond verfinstert !

    Aber ich geb nicht auf, nach der Finsternis ist vor der Finsternis.

    nächste Mondfinsternis: 21. Jan. 2019

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis#Alle_Mondfinsternisse_der_Jahre_2014_bis_2020[9][10]

  23. #23 Alderamin
    28. Juli 2018

    War gestern Abend gegen 21:00 Uhr am Beobachtungsplatz, spontan gewählt, ein Hügel in der Voreifel mit Blick nach Osten, eine gemähte Weide mit offenem Zaun, bin dem Auto drauf gefahren und habe es hinter einem Baum geparkt, damit es von der Straße nicht gleich so auffiel. Wo man hintrat, hopsten die Grashüpfer weg. 😀

    Hochsitz an der Wiese, hoffentlich kommt kein Jäger (hatte woanders schon mal Stress mit einem). Eine Kamera auf Stativ für Weitwinkelserie montiert. Bemerkt, dass man den Aufgangspunkt des Monds (@cedric: haarscharf als Gegenrichtung zum sich abzeichnenden Untergangspunkt der Sonne erschlossen) wohl von hier aus nicht würde sehen können, aber egal, für die Totalität war es ok. Richtung 134° Azimut gepeilt, Kamera dorthin gerichtet, 25 mm Brennweite, Fokus auf unendlich und manuell, Serienaufnahme.

    Den D=120mm/f=900 mm Skywatcher-Refraktor für die andere Kamera aufgebaut; das 8-Zoll-Celestron zu Hause gelassen, die Fummelei mit dem Focal Reducer (sonst Mond zu groß, Blende zu klein) und dem exakten Abstand, den man zum Kamerasensor für verzerrungsfreie Abbildung einhalten muss, wollte ich mir nicht antun.

    Beim Aufbau kam hinter der Wiese ein Auto gefahren, dachte schon hm, der Besitzer oder ein Jäger kommen mich jetzt anscheißen, aber nein, da stieg jemand aus und baute ein Kamerastativ auf. Später kam noch die ganze Familie. Und noch mehr Spaziergänger. Aber alle blieben auf Abstand.

    Dann warten auf Dunkelheit und den Mond. Venus, Jupiter und nachher Saturn am blauen Himmel gefunden. Immer noch ziemlich hell, als die Totalität anfing. Gegen 22:10 verfinsterten Mond dann im Feldstecher entdeckt. Fernrohr ausgerichtet und einen Schemen Glutmond aus dem Blau gefischt. Dann wurde es immer besser, der Mond stieg aus dem Dunst und es wurde dunkler. Seele aus dem Leib geknipst. 400 ISO 8s oder 800 ISO 4s waren am besten (kürzer war besser, die Montierung war nicht exakt auf den Himmelspol gerichtet, Mond driftete immer ein wenig nach oben weg). Danjon-3 geschätzt (hatte zwar 2 im Blog geschrieben, aber Skala falschrum angewendet). Astro-Alex fast verpasst, er war schon über den Zenit hinaus, als ich die ISS im Augenwinkel sah.

    In der Ferne zwei helle Scheinwerfer von einem Fußballplatz (denke ich), störten nicht wirklich (rechtwinklig zur Blickrichtung auf den Mond), verursachten mit der warmen Luft (waren wohl immer noch 25°) “fliegende Schatten” auf meinem weißen Auto.

    Wunderschön die Milchstraße mit dem Sommerdreieck davor. Coathanger natürlich auch besucht. Die Andromeda-Galaxie war auch im Fernglas zu sehen. Kommt auch mal ein Artikel zu. Vom Sommerdreieck ausgehend findet man schön den Bogen über Herkules (mit M13 und M92) zum Bärenhüter (Boötes) und Arktur. Im Süden der Skorpion, zwischen Saturn und Jupiter.

    Hinter mir wetterleuchtete es immer wieder; hab’ mal die Kachelmann-App gecheckt, da war ein kleines Gewitter in Belgien unterwegs, aber weit genug weg und Zugrichtung rechtwinklig zu mir. Keine Gefahr.

    Ich fand auch den Moment am schönsten, als links die Aufhellung mit scharf gezogener Kontur einsetzte. Bin danach immer mal wieder zur anderen Kamera und habe ausprobiert, welche Belichtungszeit gerade am besten ist, das hat die Serie jedesmal unterbrochen, Mond wird dann ein bisschen verschoben sein, aber ich schiebe nachher alles auf konstanten Abstand, so viel künstlerische Freiheit muss sein.

    Wurde immer heller, Milchstraße und die meisten Sterne ertranken im Licht, auch die fliegenden Schatten auf meinem Auto. Um 0:10h auf die ISS gewartet, kam dann auch und wie verschwand mit goldigem Schein irgendwo in Richtung Pegasus, wie prophezeit.

    Noch bis halb ein Uhr gewartet, bis die Verdunklung rechts im Halbschatten nicht mehr auffällig war und eine letzte Großaufnahme gemacht. Dann noch eines vom Mars (nicht die richtige Ausrüstung dafür, einfach mal so zum Spaß) und dann visuell geschaut, aber miserables Seeing, gerade mal die Polkappe war zu erahnen. Aber groß war er, so groß, dass er schon im 10x-Feldstecher als Scheibchen erkennbar war. Und sagenhaft hell, heller als Jupiter. Oppositionseffekt auch hier.

    Kurz nach eins mit dem Einpacken begonnen. Auto meldet “niedrige Batterie” (hat das Teleskop gespeist), na hoffentlich springt es nachher an. Tat es. Kurz nach halb zwei zu Hause, um zweie im Bett.

    Eben die Ausbeute gecheckt, bin hochzufrieden. Bei der Serie sind die ersten totalen Monde etwas dunkel geraten, der Dunst, aber nachher sind sie perfekt. Kann man aber sicher noch korrigieren, sind ja RAW-Aufnahmen. Hätte vielleicht etwas mehr Brennweite nehmen sollen und beim kleineren Bildausschnitt die zentrale Finsternis links an den Bildrand setzen, war ja eh nur die Hälfte zu sehen. Aber egal, Bilder sind scharf und richtig belichtet.

    Die Großaufnahmen: einige sehr schöne dabei. Werde daraus Komposite machen. Demnächst hier.

  24. #24 Alderamin
    28. Juli 2018

    @alle

    Glückwunsch an alle diejenigen, die die MoFi gesehen haben, und nicht traurig sein, wer kein Glück hatte, die nächste kommt auf jeden Fall (richtig, 21.01.19, aber im Winter frühmorgens, da bin ich Weichei definitiv nicht dabei 😀 ).

    Wer Bilder gemacht hat, kann sie mir gerne an alderamin<at>alpha-cephei.de schicken, dann mache ich eine Galerie im Blog draus (bitte angeben, ob Ihr die Bilder mit (c) oder CC/PD und Euren Nicks oder Namen, ggf. Webseite/Facebook-/Twitter-Account annotiert haben wollt; Bilder von Personen nur mit deren Einwilligung. Soll ja alles schön DSGVO-konform sein).

    Ein paar meiner Aufnahmen stelle ich auch rein. Muss sie aber erst noch bearbeiten/kombinieren.

  25. #25 Blake
    28. Juli 2018

    Mit 8000 Euro Fotografie Equipment bestimmt ganz toll.

    Aber sooo…

    Einfach nur enttäuschend.
    Jedenfalls hier im Bergischen.

  26. #26 Alderamin
    28. Juli 2018

    @Blake

    Also, meine Kamera mit Standardzoom und Stativ war unter 500 Euro. Bild folgt.

  27. #27 Christian Berger
    28. Juli 2018

    Also in Hof konnte man vom Mars nicht viel sehen. Erklärungen dafür waren ein angeblicher Sandsturm auf dem Mars, sowie ein Schmelzen der Schokoschicht durch die große Hitze.
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MBar_700.jpg

  28. #28 cedric ticklewikle
    28. Juli 2018

    roland
    es sind nicht alle mondsüchtig , es gibt auch noch Leute, die tagsüber arbeiten und nachts schlafen.

    spritkopf
    ich hatte ihn ja irgendwo im Osten vermutet, weil die Sonne im Westen untergeht. Da er so tief stand und genau in dieser Richtung uns die Sicht versperrt war, und dann auch noch so mickrig klein, da war ich schon frustriert. Du aber jetzt nicht mehr. Fühlst du dich schon viel schlauer?

  29. #29 Spritkopf
    28. Juli 2018

    @cedric a.k.a. Robert Nickhopper

    Fühlst du dich schon viel schlauer?

    Wieso sollte ich? Es erfordert keine große Geistesleistung, die Himmelsrichtung herauszufinden, wo der Mond stehen muss. Und wie rolak schon schrieb, hätte man lediglich in die Richtung schauen müssen, in der er die ganzen letzten Abende stand.

    Aber manche sind halt nicht nur damit überfordert, sich die Konstellation von Sonne, Erde und Mond während einer Mondfinsternis vors geistige Auge zu führen, sie laufen auch absolut blind durchs Leben.

  30. #30 Blake
    28. Juli 2018

    Oh man.
    Wieder Klugscheißer und Gutmenschen Versammlung.

    “Ich bin voll schlau und moralisch überlegen”

    Ja…

    Ganz bestimmt du loser.
    Na? Fühlt sich jemand angesprochen?

  31. #31 Braunschweiger
    28. Juli 2018

    @Spritkopf:
    Wenn man jeden Tag den gleichen Ort besucht, sollte man das mit dem “wo er vorher war” hinkriegen. Immerhin verschiebt sich der Mondaufgang täglich um eine gute 3/4-Stunde und seine Position um ca. 1/30 Kreisbogen, oder knapp 12°, relativ zu den Sternen.
    Wenn man aber neu an einem Ort ist, wie etwa wir gestern in “Machddeburch”, wirds schwieriger. Wir hatten keinen Kompass bzw. äquivalentes Gerät dabei, keine Karte, und wo im Gelände ist denn nun genau Osten etc.? Zwar hatten wir vorher mit mondverlauf.de gechekct, dann aber einen anderen Ort genommen, und eben nicht die passende App dabei. Schon Pech gehabt.
    Letztlich hilft etwas Suchen oder nette Leute in der Umgebung, aber alleine ich hatte mich um 20-30° geirrt. Und der Mond war zuerst sauschwach am nochblauen Himmel zwischen den Bäumen.

  32. #32 Blake
    28. Juli 2018

    @Alderamin

    Das sollte keine Attacke sein :-)
    Ich fand nur den Anblick mit bloßem Auge etwas ernüchternd.

  33. #33 Spritkopf
    28. Juli 2018

    Wieder Klugscheißer und Gutmenschen Versammlung.

    “Ich bin voll schlau und moralisch überlegen”

    Ja…

    Ganz bestimmt du loser.

    Ich halte Sie bestimmt nicht davon ab, sich mit einem langjährig bekannten Dummtroll gemein zu machen. Jeder sucht sich halt die Gesellschaft, die am besten zu ihm passt.

  34. #34 Alderamin
    28. Juli 2018

    @Blake

    Oh man.
    Wieder Klugscheißer und Gutmenschen Versammlung.

    Bitte unterlasse die Pöbeleien.

    @cedric/Robert

    Ich finde es nicht in Ordnung, dass Du andauernd Deinen Nick wechselst. Wir sind zwar hier alle anonym unterwegs, aber man lernt sich über früher Gesagtes kennen und identifizieren, was für die Kommunikation wichtig ist. Sockenpuppen sollen das verschleiern, scheinbare Mehrheiten erzeugen und sind deshalb im allgemeinen entgegen der Netiquette (bei Wikipedia fliegt man damit sofort raus). Entscheide Dich bitte für einen Namen, sonst überlege ich mir, Dich hier auszusperren.

  35. #35 schlappohr
    28. Juli 2018

    Gegen 21:00 habe ich mich mit Fotorucksack auf einem Stoppelacker im südlichen Westerwald niedergelassen. Den Bauern, der gerade die letzten Strohballen einsammelte, konnte ich bequatschen, einen davon als Sitzgelegenheit übrig zu lassen. Es gibt doch noch nette Menschen. Falls er das hier liest: Vielen Dank nochmal!
    Keine Wolken aber eine mächtige Dunstbank im Osten und erste Nebelfelder im Tal. Um 21:40 war der Mond zum ersten mal zu erahnen, dann wurde es langsam immer besser. Es hat ein wenig gedauert bis ich die richtige Kameraeinstellungen gefunden hatte. Was mich in den Wahnsinn treibt, ist die Fokussierung. Der AF versagt bei diesen Lichtverhältnissen
    natürlich völlig, und die manuelle Scharfstellung mittels Liveview ist ein Krücke. Das Bild verwackelt schon, wenn man die Kamera nur berührt. AF-Objektive haben ja leider auch keine Unendlich-Fokussierung am Anschlag, sondern irgendwo vorher. Irgenwann bin ich auf die Idee gekommen, die Lichter eines Windparks am Horizont mittels AF zu fokusieren, ab dann gabs die ersten brauchbaren Bilder. Auch “Astroalex” hat planmäßig vorbeigeschaut, aber er hat nicht zurück gewunken :-(
    Was man so hört, hatte ich wohl wirklich Glück mit dem Wetter. Jetzt erst mal 200 Bilder sichten. Ich fürchte, es ist viel Ausschuss dabei, aber für eine handvoll guter Bilder hat sich die nächliche Wanderung schon gelohnt.
    Danach noch mit ‘ner Flasche Rotwein bis um zwei auf der elterlichen Terssae gesessen. Heute Kopfschmerzen, aber die Wissenschaft fordert halt ihre Opfer.

  36. #36 wereatheist
    28. Juli 2018

    Rotweinforschung nach Rotmondbeobachtung ist eben was für aechte Wissenschaftsfanatiker

  37. #37 wereatheist
    28. Juli 2018

    Die ISS war von Berlin aus auch prächtig zu sehen (beide Überflüge). Beim ersten Mal haarscharf links (=nördlich) an der Wega vorbei.

  38. #38 HF(de)
    28. Juli 2018

    Nachträglich von mir vielen, vielen Dank für den Beobachtungstipp. Hab mein Aldi-Teleskop ausgekramt, das in der Ecke stand, seit ich es vor ca. 5 Jahren geschenkt bekommen habe. Der Vorbesitzer konnte damit zuvor 15 Jahre lang nichts anfangen.

    Meine Rangliste:
    Platz 1: Venus. Das erste mal, dass ich eine Halb-Venus gesehen habe. Über 400 Jahre nach Galileo. Einfach spitze.
    Platz 2: Jupiter. Hab die Monde zwar schon mal als Kiddy gesehen (und sowas vergißt man nicht), aber jetzt hab ich die Dinger selber eingefangen. Das hat was! Ich war begeistert.
    Platz 3: ISS. Hab ich zwar schon öfter gesehen, erstmals vor 6 Jahren in Kroatien. Aber noch nie zweimal nacheinander :-)
    Platz 4: der Mond. Für den mussten wir 200-300 Meter latschen (ohne Teleskop), bis wir eine Lücke zwischen Bäumen und Häusern gefunden hatten. Mars war noch hinter den Häusern. Ein paar Minuten geschaut, schöner Mond, sehr blutig. Aber der Ort war zu ungemütlich für mehr…

    Ich hatte einen Bekannten dabei, der war ebenfalls hellauf begeistert. Nur die Ringe von Saturn und Mond Titan sind uns durch die Lappen gegangen. Die Position war einfach zu schlecht. (Aber das kann ja noch werden.)

    Vielen Dank, Alderamin, war klasse!

    PS: Du erwähnst oben Andromeda. Hab ich eine Chance die zu finden mit meinem 700-mm-Ding? Ich weiß ungefähr, wo ich suchen muss, aber man sieht die ja wohl eher nicht mit bloßem Auge zum peilen!?

  39. #39 gedankenknick
    28. Juli 2018

    Also bei mir war zu Sonnenuntergang Totalbewölkung – ohne Regen. Gegen 22.00 fing es an aufzuklären, aber vom Mond war wenig zu sehen. Gegen 22.34 schaute ich noch mal raus, man konnte den Überflug der ISS super beobachten – und siehe, auch er Mond war gut zu sehen. Ein Versuch, mit einem 70-300mm Zoom, einem x2-Konverter und einer VF-Kamera ein Bild zu machen, scheiterte aber an meiner Unfähigkeit, die 600mm an der Kamera (Minimalblende 11) bei 0,6s ruhig zu halten.

    Ein späterer Versuch (auf Wunsch eines einzelnen Chatters) wurde mit Hilfe eines Brettes und eines Heuballen durchgeführt, der Mond trat gerade knapp aus dem Erdschatten aus. Das Ergebnis ist besser als nichts, aber für einen Astro-Blog nicht hinreichend. (Deswegen verzichte ich mal lieber auf eine Veröffentlichung.) Aber gut, man nimmt, was man hat. 😉

    Beim zweiten Durchgang der ISS habe ich aber – glaube ich – schon im Bettchen gelegen.

  40. #40 Alderamin
    28. Juli 2018

    @HF(de)

    Venus wird noch besser werden, als Sichel ist sie noch eindrucksvoller. Leider steht die Ekliptik derzeit sehr flach, deshalb krebst sie die kommenden Wochen am Horizont herum. Aber es wird ja schon wieder früher dunkel, da erwischt man sie zunehmend früher am Abend.

    Saturn steht auch weiterhin sehr tief. Seine Kulmination (höchsten Punkt) erreicht er derzeit nach Mitternacht, das wird bald früher sein (alle 2 Wochen eine Stunde). Vielleicht ist er dann besser für Dich zu sehen. Definitiv lohnt sich das Warten, den Planeten muss man im Teleskop gesehen haben.

    Die Andromeda-Galaxie sieht man bie klarem, dunklem Himmel problemlos mit bloßem Auge, sie hat 3. Größenklasse, nur etwas verteilt auf die Fläche. Im Feldstecher ist sie ein Klacks. Beim Teleskop muss man die niedrigste Vergrößerung wählen, das Ding ist ziemlich groß (8 Vollmonddurchmesser, aber man sieht aber eh nur den hellen Kern). Man findet sie, wenn man als erstes das Pegasus-Viereck links unterhalb des Sommerdreiecks sucht. Die obere linke Ecke des Vierecks gehört schon zum Sternbild Andromeda, das aus drei etwa gleich hellen Sternen auf einer Linie besteht, die mit dem Pegasus-Viereck ein wenig an eine große Version des Großen Wagens erinnern und dessen Deichsel sind. Der mittlere der drei (müsste β Andromedae sein), ist der Ausgangspunkt für die Suche nach der Andromega-Galaxie M31. Man geht im rechten Winkel zur Andromeda-Linie nach oben und findet dort zwei nicht so helle Sterne auf einer Linie, senkrecht zur Andromda-Hauptinie. Und rechts oben neben dem zweiten dieser beiden findet man M31 als verwaschenen Fleck.

    Die Zeit für Andromeda ist eigentlich noch nicht gekommen, auch wenn man sie gegen Mitternacht schon im Nordosten sieht. Im November steht sie früh am Abend hoch nahe dem Zenit. Beizeiten widme ich Andromeda und Pegasus einen Artikel, aber jetzt ist zuerst einmal das Sommerdreieck und andere Sommersternbilder dran.

    Freut mich sehr, dass ich dich (und vielleicht noch ein paar andere) motivieren konnte, den Himmel mit dem Teleskop anzuschauen. Immer schön, wenn es positives Feedback gibt. Der Artikel hier ist auch sehr oft gelesen worden.

  41. #41 Paul
    München
    29. Juli 2018

    Am 21. September erreicht Venus ihre größte Helligkeit, allerdings bei einer schon extrem kurzen Sichtbarkeitsdauer, da sie in der Ekliptik niedriger steht als die Sonne.

  42. #42 René
    30. Juli 2018

    @Braunschweiger: Tja, ich denke, Du hättest auch einfach hier bleiben können. Etwa ab der Totalität war es auch in Braunschweig klar am Himmel. ツ

    Leider habe ich die störende Höhe und zu große Nähe der Bäume an unserem Beobachtungsort im Bürgerpark etwas falsch eingeschätzt. Aber als es klar wurde, und der Mond in rot plötzlich genau über den Bäumen stand, war’s schon klasse! Und während allmächlich auch der Mars über die Bäume stieg und zum ersten Mal die ISS über uns hinweg zog, schallte gemütlich Mucke aus Richtung der Brauerei herüber.

    Alles in allem war’s ein lohnender Abend mit Obst, Bieren und ein paar 7fach- bis 10fach-Feldstechern im Park. Kurz nach dem zweiten ISS-Überflug verkrümelten wir uns dann. Ich hätte gerne noch die anderen Planeten erheischt, aber an sich waren wir alle einigermaßen zufrieden mit dem Abend.

  43. #43 leo
    http://scienceblogs.de/alpha-cephei/2018/07/27/beobachtungstipp-pflicht-nebenprogramm-zur-mondfinsternis/#comment-2292
    31. Juli 2018


    @Alderamin #23
    "Coathanger natürlich auch besucht."


    Ups “Coathanger” ?

    Sofort gegoogelt und gefunden
    https://de.wikipedia.org/wiki/Collinder_399
    https://en.wikipedia.org/wiki/Brocchi%27s_Cluster

    Und dann erst im Blogbeitrag gesucht ,
    warum einfach wenn es kompliziert auch geht :-)

    Coathanger = Kleiderbügel-Asterismus , Sternhaufen Collinder 399

  44. […] man viel Gelegenheit, sich den Sternenhimmel anzuschauen. Bei der MoFi neulich hatte ich ja schon das Sommerdreieck kurz vorgestellt. Wenden wir den Blick nun nach Nordosten, grob in die Richtung, aus der uns die Perseiden entgegen […]