Missionsemblem von Apollo 9. NASA, Flickr, NASA-Standardlizenz.

Heute vor genau 50 Jahren um Punkt 17 Uhr deutscher Zeit startete eine Saturn V von Rampe 39A am Kennedy Space Center: die Apollo-9-Mission hatte begonnen, eine der neben Apollo 7 & 10 weniger bekannten und dennoch immens wichtigen Flüge des Apollo-Programms. An Bord waren Kommandant James Alton McDivitt (damals 38 Jahre alt), Kommando-Modul-Pilot David Randolph Scott (36) und Mondlandefähren-Pilot Russell “Rusty” Louis Schweickart, (33). McDivitt und Scott waren schon mit Gemini 4 bzw. Gemini 8 im All gewesen, für Schweickart war es der erste Flug. An Bord hatte die Rakete neben dem schon bei Apollo 7 und 8 erfolgreich bemannt eingesetzten Apollo-Raumschiff (bestehend aus der Kapsel, im Fachjargon Kommando-Modul, und dem darunter befindlichen Service-Modul mit Antrieb und Energieversorgung) erstmals eine Mondlandefähre (Lunar Module, zu deutsch Lunarmodul oder Mondmodul).

 

Die Apollo-9-Mission

Neben dem neuen autarken Raumanzug A7L dessen Lebenserhaltungssystem im auf dem Rücken getragenen Tornister integriert war, sollte auf dem Flug nämlich hauptsächlich die Mondlandefähre erstmals im All getestet werden: Manövrierfähigkeit, Ab- und Andocken, Haupttriebwerk und Aufstiegstriebwerk – das kleinere Triebwerk der zweiten Stufe (Aufstiegsmodul) der Fähre, mit der die Astronauten vom Mond wieder zum Apollo-Raumschiff zurückkehren sollten, während die erste Stufe (Abstiegsmodul) auf dem Mond zurück bleiben würde.

 

Aufbau der Apollo-Mondlandefähre, bestehend aus dem unteren Abstiegsmodul (Descent Module) und dem darüber befindlichen Aufstiegsmodul (Ascent Module). Der Innenraum des Crew Compartment war klein und spartanisch ausgerüstet. Die ursprünglich geplanten Sitze und großen Panoramafenster waren gestrichen worden, um Gewicht zu sparen, das extrem teuer von der Erde zur Mondoberfläche und von dort wieder in den Mondorbit hätte transportiert werden müssen, man hätte dafür die ganze Saturn V neu designen müssen. Oberhalb der Leiter an einem der Standbeine befindet sich im Aufstiegsmodul die Ausstiegsluke (Ingress-Egress-Hatch). Bild: Wikimedia Commons, NASA Marshall Space Flight Center Collection, NASA-Standardlizenz.

Ursprünglich hätte die Landefähre schon bei Apollo 8 dabei sein sollen – ursprünglich hätte genau dieser Flug mit McDivitts Crew die Nummer 8 erhalten sollen und wäre nicht um den Mond geflogen. Auch Apollo 9 mit Frank Bormans Crew wäre nach der eigentlichen Planung noch nicht zum Mond geflogen, sondern nur weiter von der Erde weg. Als der Apollo-8-Flug mit McDivitts Mannschaft für Ende 1968 geplant wurde, meldete Grumman, der Hersteller des Lunarmoduls, jedoch Verzögerungen von 3 Monaten aufgrund technischer Probleme, und so musste kurzfristig umdisponiert worden. Die Sowjets drohten jederzeit eine Mondumkreisung durchzuführen und man wollte dem unbedingt zuvorkommen, indem man Apollo 8 nun ohne Mondlandefähre zum Mond sendete. Chefastronaut Deke Slayton nahm daraufhin die Kommandanten von Apollo 8 und 9, Frank Borman und James McDivitt, in Klausur und ließ sie untereinander ausmachen, wer mit seiner Besatzung (die fest zusammengehörig war, ebenso wie die jeweils zugeordnete Ersatzcrew) die Mondumkreisung und wer die Erprobung der Mondlandefähre durchführen wollte. Borman entschied sich für den Mond und McDivitt für die Mondlandefähre. Und so schrieben Borman, Lovell und Anders im Dezember 1968 Geschichte, während McDivitt, Scott und Schweickart heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind (genau wie Wally Shirra, Don Eisele und Walter Cunningham mit Apollo 7, dem ersten astronautischen Apollo-Flug in den Orbit zur Erprobung des Kommando- und Service-Moduls, der sogar mir hier durchgegangen ist …).

Die Apollo-9-Mission führte den folgenden Missionsplan durch:

  • Start in den Orbit mit Brennschluss der dritten Stufe (S-IVB, die auch das Lunarmodul enthielt) nach 11 Minuten und 6 Sekunden.
  • Abtrennung des Kommando- und Servicemoduls (Apollo-Raumschiff) nach 2 Stunden und 40 Minuten.
  • Wenden des Apollo-Raumschiffs, das die Astronauten “Gumdrop” (Gummibonbon) zur gegenseitigen Funkansprache getauft hatten, und Andocken an die Mondlandefähre “Spider” nach 3 Stunden.
  • Herausziehen der Mondlandefähre aus der S-IVB nach 4 Stunden – die S-IVB startete danach noch einmal ihr Triebwerk und wurde in eine Umlaufbahn um die Sonne geschossen, wo sie heute noch umher treibt.
  • Zwischen der 6. Stunde und der 55. am dritten Missionstag 5 Tests der Manövierbarkeit des Apollo-Raumschiffs mit der angedockten Mondlandefähre, wobei sie von 239 km bis auf 500 km Apogäumshöhe (maximale Erdentfernung) aufstieg und dann wieder auf 239 km Apogäum herunter kam.
  • Am dritten Tag (6. März) Öffnen der Luke der Mondlandefähre, Umsteigen von Kommandant und Lunarmodul-Pilot in die Fähre und Check aller Systeme.
  • Am vierten Tag eine simultane “extravehikuläre Aktivität” (EVA), d.h. Außenbordeinsätze von Scott und Schweickart, wobei Scott aus der offenen Luke des Kommandomoduls Schweickart dabei filmte, wie er mit dem neuen Apollo-Raumanzug die Landefähre komplett verließ und dessen Lebenserhaltungssystem erprobte. Der Ausstieg von Schweickart dauerte einen vollen Erdorbit von rund 90 Minuten, um den Raumanzug sowohl unter Sonnenbestrahlung als auch in der Weltraumkälte des Erdschattens zu erproben. Eigentlich hätte er sogar mehr als 2 Stunden dauern sollen und man hätte erproben wollen, ob man notfalls über den Weltraum in das Kommandomodul hätte umsteigen können, aber Schweickart erlitt eine Attacke der Raumkrankheit, so dass der Außenbordeinsatz abgebrochen werden musste. Man wollte das Risiko vermeiden, dass er sich möglicherweise in den Raumanzug erbrach und danach nicht mehr hätte atmen können.
  • Am fünften Tag stiegen dann Kommandant McDivitt und Lunarmodul-Pilot Schweickart in die Mondlandefähre um, dockten sie vom Kommandomodul ab und führten zunächst in der Nähe des Apollo-Mutterschiffs einige elementare Translations- und Rollmanöver durch, um zu erproben, wie zuverlässig sich die Fähre steuern ließ.
  • Eine Stunde später starteten sie das Abstiegstriebwerk (Descent Propulsion System, DPS) der Landefähre für 18,6 Sekunden und ein weiteres Mal eine Stunde danach für 22,2 s, um den Abstieg auf den Mond zu simulieren (hierbei wurde allerdings die Umlaufbahn der Landefähre nicht abgesenkt, sondern um 18 km (10 nautische Meilen) angehoben und zirkularisiert). Es reichten für den Test nur kurze Brenndauern, weil man im Mondorbit aus nur knapp 100 km Höhe (60 Nautische Meilen) über der Oberfläche den Perilune (mondnächster Punkt der Bahn) lediglich um eben jene 100 km abzusenken brauchte, um die Bahn mit der Mondoberfläche kollidieren zu lassen. Der Test des längeren Bremsmanövers zur Verzögerung der Fähre bis zum Stillstand (damit man nicht auf dem Mond einschlug!) blieb der folgenden Mission Apollo 10 vorbehalten – direkt am Mond, wo sich dies am besten testen ließ.
  • Die Landefähre entfernte sich daraufhin bis auf 179 km vom Apollo-Raumschiff. Eine halbe Stunde nach dem Zirkularisierungsmanöver wurde die Abstiegsstufe dann abgetrennt und mit dem Triebwerk der Aufstiegsstufe das Perigäum wieder um 10 nautische Meilen gesenkt. Mit zwei weiteren Manövern 45 Minuten und 105 Minuten danach wurde die Fähre dann endgültig wieder auf die Bahn und zuletzt in die Nähe des Apollo-Raumschiffs gebracht, wo sie nach insgesamt 6 Stunden und 37 Minuten des Getrenntseins wieder aneinander andockten. Es war das erste Mal, dass Menschen in einem Raumschiff unterwegs waren, mit dem sie nicht zur Erde hätten zurückkehren können. Im Falle eines Versagens eines der Triebwerke der Mondfähre hätte das Apollo-Raumschiff zum Lunarmodul hin fliegen müssen, um die beiden Insassen zu retten.
  • Schließlich wurde die Aufstiegsstufe unbemannt abgetrennt und ihr Triebwerk 5 Minuten und 50 Sekunden lang bis zum Ausgehen des Treibstoffs ferngezündet gefeuert, und zwar auf einer Umlaufbahn um die Erde mit einem Apogäum in 6934 km Höhe mit einem Geschwindigkeitszuwachs von 1643,2 m/s – genug, um später von der Mondoberfläche in den niedrigen Orbit mit rund 1600 m/s Orbitalgeschwindigkeit aufzusteigen. Der erdnächste Punkt der Bahn lag weiterhin in nur 230 km Höhe, wo noch genug Atmosphäre vorhanden ist, dass ein Raumfahrzeug dort nicht unbegrenzt kreisen kann, so dass sie 1981 schließlich in der Erdatmosphäre verglühte (die im niedrigen Orbit verbliebene Abstiegsstufe stürzte hingegen schon nach wenigen Wochen ab).
  • Vom sechsten bis neunten Missionstag wurden noch weitere Manöver mit dem Apollo-Raumschiff geflogen und viele Erdaufnahmen gemacht. Somit wurde die volle Missionsdauer eines Mondflugs mit mehrtägigem Aufenthalt auf der Mondoberfläche simuliert.
  • Am zehnten Tag, dem 13. März, wurde dann, wegen schlechten Wetters im Landegebiet einen Orbit später als ursprünglich geplant, das Triebwerk des Service-Moduls zum Deorbit-Manöver gefeuert und die Kapsel von diesem getrennt. Das Kommandomodul wasserte eine halbe Stunde später um 18:00:54h MEZ im Atlantik östlich der Bahamas, wo die Crew und die Kapsel vom Zerstörer USS Guadalcanal geborgen wurde.

Bis auf den verkürzten Außenbordeinsatz von Schweickart, der aber die wichtigsten Ergebnisse über den Raumanzug erbrachte, waren alle geplanten Missionsziele voll erfüllt worden. Alle Systeme hatten sich bewährt und ihre Funktionsfähigkeit demonstriert. Damit war nun der Weg frei für Apollo-10, die Generalprobe für die Mondlandung im Mai 1969, über die ich zu gegebener Zeit berichten werde.

 

Was wurde aus den Astronauten?

McDivitt, der heute noch lebt, flog danach nicht mehr in den Weltraum sondern wurde zunächst Projektmanager für die Apollo-Landemissionen und redesignte mit seinem Team die Mondlandefähre. Von August 1969 bis Juni 1972 war der Brigadegeneral der US Air Force Programmmanager für Apollo 12 bis 16. Einen Programmdirektor-Job im Shuttle-Programm lehnte er ab und ging statt dessen in die Industrie, wo er zunächst Vizepräsident eines Gasversorgungsunternehmens wurde und später Leiter eines Unternehmens, das Eisenbahnwaggons baute.

Scott, der ebenfalls noch lebt, wurde der Ersatzcrew von Apollo 12 zugeteilt und flog als Kommandant von Apollo 15 auf die Mondoberfläche, wo er mit dem Mondauto Exkursionen fuhr. Später flog auf, dass er heimlich Briefmarken mit auf den Mond genommen hatte, die er verkaufen wollte, und fiel bei Slayton in Ungnade – er flog kein weiteres Mal in den Weltraum. Jedoch arbeitete er mit in der Vorbereitung des Apollo-Sojus-Projekts und wurde 1975 Direktor eines NASA-Forschungszentrums, wofür er seinen Militärdienst aufgab. 1977 gründete er eine eigene Beraterfirma, die für die NASA Aufträge im Rahmen des Shuttle-Programms durchführte.

Schweickart wurde wegen seiner Weltraumkrankheitsattacke keiner Mondmission mehr zugeteilt, sondern war Teil einer Skylab-Ersatzmannschaft, die selbst nie zum Einsatz kam. Er wechselte 1974 in eine Abteilung, die sich mit Erderkundungssatelliten für den landwirtschaftlichen Einsatz beschäftigte, bevor er 1977 zunächst Berater der kalifornischen Regierung wurde und 2 Jahre später in die Telekommunikationsindustrie wechselte. Auch Schweickart lebt noch als rüstiger Pensionär.

 

Das Apollo-9-Fotoalbum

Apollo 9 brachte 1373 Bilder aus dem Orbit zurück, von denen viele noch in den mittlerweile zum Teil online erreichbaren Archiven abrufbar sind. Ich habe 35 Bilder ausgesucht, die in der folgenden Fotostrecke zu bewundern sind; diesmal trotz meiner bescheidenen Programmierfähigkeiten und den noch bescheideneren Inkompatibilitäten der Scienceblogs-Plattform ordentlich durchzublättern und mit Doppelklick geht das Bild auch in voller Größe in einem eigenen Fenster auf (der Versuch, es im gleichen Fenster zu öffnen, warf einen leider beim Rückwärts-Button des Browsers jedesmal wieder auf das erste Bild zurück). Ich hoffe, die Bilder gefallen Euch. Unter den Bildern und in den Referenzen Links zu den Archiven, wo noch mehr davon liegt, allerdings meist Scans der Negative im fehlfarbenen matten Rohformat; die Bilder hier habe ich etwas aufgepeppt.








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Die Crew von Apollo 9 am 18. Dezember 1968 vor ihrer Apollo-Rakete (Saturn 504 mit Apollo-Raumschiff 104 und Mondlandefähre 3). Von links nach rechts: James A. McDivitt, Kommandant; David R. Scott, Pilot des Kommandomoduls (Apollo-Kapsel); Russell L. Schweickart, Pilot des Lunar-Moduls (Mondlandefähre). Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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30. November 1968: Das Apollo-Raumschiff 104 für Apollo 9 bestehend aus Kommando-Modul (oben, blau) und Service-Modul wird im Manned-Spacecraft-Operations-Gebäude im Kennedy Space Center vom Arbeitsgerüst zum Transferstand umgeladen, bevor es auf den Adapterring der 3. Stufe der Saturn-V-Rakete montiert werden wird, unterhalb dessen sich die Mondlandefähre befindet. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Innenansicht des Lunarmoduls in einer Ausstellung am Kennedy Space Center. Um Gewicht zu sparen gab es keine Sitze in der Mondlandefähre: die Astronauten mussten stehen und wurden dabei von einem Seilzugsystem fixiert. Die kleinen dreieckigen Fenster waren zum Boden hin geneigt, um einen besseren Blick auf die Landestelle zu gewähren; ein Fenster an der Oberseite half beim Andocken. Geschlafen wurde bei längeren Missionen in Hängematten, die bei Bedarf aufgehängt wurden. Bild: Wikimedia Commons, Tyler Rubach (eigene Aufnahme), gemeinfrei (PD).
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Am 23. Februar 1969 trainieren McDivitt (vorne) und Schweickart (Hintergrund) im Apollo Lunar-Modul-Missions-Simulator am Kennedy Space Center. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Skizzen der Hauptaufgabe der Mission, die an Tag 5 geplant war: Abdocken des zuvor an das Apollo-Raumschiff angedockten Lunarmoduls (LM), Entfernung des LM von Apollo, Trennung des Aufstiegmoduls und Starten des Aufstiegstriebwerks (Ascent Propulsion System, APS), Annäherung und Andocken an das Apollo-Raumschiff und Aussteigen der Besatzung, erneute Trennung und Feuern des unbemannten Aufstiegmoduls, das anschließend in der Erdatmosphäre verglühte. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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3. März 1969, 11:00 Uhr EST / 17:00 Uhr MEZ: Apollo 9 startet von der Startrampe A des Startkomplexes 39 am Kennedy Space Center in Florida, um das Apollo-Raumschiff, das Lunarmodul und die autarken Apollo-Raumanzüge für die Apollo-Missionen zu testen. Es ist der zweite bemannte Flug der 110,6 m hohen und betankt 2970 Tonnen schweren Saturn-V-Rakete. Das Ziel ist diesmal aber nicht der Mond, sondern der Erdorbit. Neben dem Start des Skylab im Mai 1973 war dies der einzige Flug einer Saturn-V, der schon im niedrigen Erdorbit endete. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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3. März 1969 gegen 20:00 Uhr MEZ: Das Apollo-Raumschiff "Gumdrop" (Gummidrops), wie es die Astronauten wegen des Aussehens der Kapsel getauft hatten, hat sich von der 3. Stufe S-IVB der Saturn-Rakete getrennt und sich der Stufe zugewendet. Auf der Spitze der S-IVB ist das Mondmodul "Spider" montiert. Die Panelen, die es einschlossen und oberhalb derer das Raumschiff montiert war, sind bereits abgeworfen worden. Als nächstes wird Gumdrop mit der Mondfähre docken uns sie aus der S-IVB herausziehen. Die Astronauten benannten fortan bei jeder Mission ihre Raumschiffe mit einem eigenen Kurznamen (viele werden sich an den "Adler" erinnern, dessen Landung im Meer der Ruhe Armstrong bei Apollo 11 mit "The Eagle has landed" verkündete), den sie beim Funkverkehr zur wechselseitigen Ansprache verwendeten. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Die Mondfähre "Spider" ist an das Raumschiff "Gumdrop" angekoppelt und die Landebeine der Mondspinne sind ausgefahren. Hinter der Antenne im Vordergrund sieht man links der Bildmitte einen der vier Landeteller. Rechts am Bildrand einer der Ausleger der Fähre mit Manövrierdüsen. Aufgenommen aus der Apollo-Kapsel heraus. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-21-3303, 9. März 1969, 18:07h UT, der Mississippi in den Bundestaaten Mississipi und Louisiana, Sicht von Norden Richtung Golf von Mexiko. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-21-3315, 9. März 1969, 19:45h UT, die Insel Jamaika, von Norden aus gesehen. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-21-3318, 9. März 1969, 19:46h UT, Südspitze der Domnikanischen Republik mit dem Enriquillo-See rechts unten. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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6. März 1969, gegen 17:00h UT: gemeinsame "Extravehikulare Aktivität" (EVA) von Scott und Schweickart. Scott bleibt in der Luke stehen ("Standup EVA") während Schweickart komplett aussteigen wird, nur noch durch eine Sicherungsleine mit dem Mondmodul verbunden. Hier öffnet David Scott die Luke, um Schweickarts Test des neuen Raumanzugs mit Tornister aus dem Lunarmodul zu fotografieren. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Schweickart steigt aus der Mondlandefähre aus und fotografiert Scott. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Scott in der Luke, von Schweickart aufgenommen. Im Vordergrund die Mondlandefähre. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Wer schaut denn da zum Fenster herein? Schweickart vor dem Fenster der Mondlandefähre, aufgenommen von Kommandant McDivitt aus dem Inneren der Fähre "Spider". Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Schweickart in voller Apollo-Montur vor dem Fenster der Mondlandefähre Spider, aus Sicht von McDivitt. Die Skala dient zur Winkelmessung und wurde z.B. bei Apollo 13 wirklich verwendet, um mit der Mondfähre eine Kurskorrektur auf dem Rückflug zur Erde durchzuführen. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Schweickart steigt nach 90 Minuten vorzeitig wieder in die Mondlandefähre ein, da er eine Attacke der Raumkrankheit erlitten hatte und man kein Risiko eingehen wollte. Hier sieht man besonders schön den Tornister mit dem Lebenserhaltungssystem des neuen Raumanzugs und seinen Anschlüssen vor der Brust des Astronauten. Nie zuvor war ein Astronaut (oder Kosmonaut) aus einem Raumschiff ausgestiegen, ohne von diesem mit Sauerstoff und Energie versorgt zu werden. Ein autarker Raumanzug war natürlich eine unerlässliche Voraussetzung, um sich später auf dem Mond frei bewegen zu können. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-20-3130, 12. März 1969, 15:14 UT, die Kapverdischen Inseln. Von links nach rechts Maio, Santiago, São Filipe, Brava und unten am Bildrand São Nicolau. Im Hintergund Afrika. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-20-3177, 13. März 1969, 10:50 UT, über dem Sudan, Blick auf den Nil und das Rote Meer im Hintergrund. Die Verbreiterung des Nillaufs ist der Assuan-Stausee. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-21-3289, 9. März 1969, 18:02 UT, Blick von Norden über die Halbinsel Baja California, Mexiko. Unten am Bildrand mündet der Colorado-River in den Golf von Kalifornien. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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7. März gegen 13:40 MEZ: McDivitt und Schweickart sind in die Mondlandefähre eingestiegen und haben abgedockt. Zunächst vollführen sie einfache Dreh- und Rollmanöver, um die Beweglichkeit der Mondfähre zu testen. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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"Spider" aus der Sicht von "Gumdrop" nach einem Rollmanöver. Am vorderen Landebein sieht man die Sprossenleiter, die hinauf zur Luke im grauen Aufstiegsmodul führt. Das mit goldfarbener hitzeabweisender Folie eingeschlagene Unterteil ist das Abstiegsmodul, das bei späteren Flügen auf der Mondoberfläche zurückblieb, während die Aufstiegsstufe die Astronauten zurück zum Apollo-Raumschiff in der Mondumlaufbahn brachte und danach auf dem Mond zerschellte (was dann Beben erzeugte, mit deren Hilfe die von den Astronauten aufgestellten Seismometer das Mondinnere erkundeten). Die Drähte, die unterhalb der Landeteller herausragen, sind Sensoren, die beim Bodenkontakt das Triebwerk abschalteten. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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"Gumdrop" aus der Sicht der abgedockten "Spider". Das Raumschiff hat hinten ein mächtiges Triebwerk, mit dem es in den Mondorbit einbremsen und später wieder von dort aus zur Erde durchstarten konnte. An der Seite des zylinderförmigen Service-Moduls sieht man in Vierergruppen die kleineren Steuerdüsen, mit denen das Raumschiff sich drehen und wenden kann, und die Feinarbeit beim Andocken leisten. Auf der Spitze die Kapsel, das Kommandomodul, mit dem Andockmechanismus und der darunter liegenden Luke auf der Spitze. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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"Spider" entfernt sich von "Gumdrop". Das Lunarmodul enttfernte sich bis auf 179 km vom Apollo-Raumschiff, bevor die Aufstiegsstufe sich von der Abstiegsstufe trennte und zum Apollo-Raumschiff zurückkehrte. Bei einem Versagen hätte das Apollo-Raumschiff zur Mondlandefähre fliegen müssen und selbstständig andocken, um die beiden Astronauten herauszuholen - das Lunarmodul war das erste astronautische Raumfahrzeug, mit dem man nicht zur Erde zurückkehren konnte. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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7. März gegen 19:00 Uhr: "Spider" - oder was davon übrig ist, nämlich das Aufstiegsmodul - kehrt (unten am Bildrand) zurück, um wieder anzudocken. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Das Apollo-Raumschiff ist bereit für das Andocken von "Spider". Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Blick auf die Unterseite des Aufstiegsmoduls mit dem Ascent Propulsion System (APS), dem Aufstiegs-Antriebssystem. Unten und oben Ausleger mit Steuerdüsen und in der Mitte die Ausstiegsluke. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Kurz vor dem Andocken der Blick aus der Mondlandefähre auf das Apollo-Raumschiff, auf dessen rechter Seite große Richtantennen herausragen, mit denen noch aus dem Mondorbit die Erde angefunkt werden kann. Auf der Spitze der Kapsel der Andockmechanismus für die Mondlandefähre, der die beiden Raumfahrzeuge mit 4,4 kN (etwa dem Erdgewicht von 450 kg) Zugkraft aneinander binden konnte. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Noch einmal "Spider" kurz vor dem Andocken; Blick auf die Seite mit der Eingangsluke, über der sich ein kleins Bullauge befindet. Spider muss sich nun noch um 90° drehen, damit die rechts hinter der Rendezvous-Radarantenne befindliche Andockvorrichtung auf "Gumdrop" ausgerichtet ist. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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McDivitt schaut aus einer kleinen Luke im Kommandomodul in Richtung Sonnenaufgang. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-22-3376, 8. März 1969, 21:50h UT, Gewitterwolke über Südamerika. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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Katalognummer AS09-23-3501, 10. März 1969, 22:38h UT, abendliche Wolken über Bolivien und dem Titicaca-See. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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13. März 1969, der Tag der Landung. McDivitt hat sich nach 10 Tagen im All, einer nominellen Dauer für eine Mission zum Mond mit mehrtägigem Aufenthalt auf der Oberfläche, einen 3-Tage-Bart stehen lassen. Man sieht ihm eine gewisse Müdigkeit an. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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13. März 1969 kurz von 18:00 Uhr MEZ. Die Kapsel hängt kurz vor der Wasserung im Nordatlantik östlich der Bahamas an ihren Fallschirmen, ca. 8 km vom Bergungsschiff entfernt, von dem aus Hubschrauber gestartet waren und die Kapsel bereits erwarteten. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.
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13. März 1969: Die Crew meldet sich zurück an Bord des Schlachtschiffs USS Guadalcanal, wo sie mit rotem Teppich empfangen werden. Im Hintergrund der Hubschrauber, aus dem sie gerade ausgestiegen sind. Bild: Flickr, NASA Johnson, NASA-Standardlizenz.

 

Referenzen

Kommentare (35)

  1. #1 Alderamin
    3. März 2019

    So ein Mist! Auf Windows funktioniert die Darstellung der Bildtexte einwandfrei, während sie bei iOS in der ersten Zeile abgeschnitten werden! Leider habe ich heute keine Zeit, nach dem Fehler zu suchen. Ich hoffe, ich finde das im Laufe des Montag Abends, damit die nächsten Fotoalben fehlerfrei sind.

    Das ist HTML, CSS und Javascript inline im Seitentext. Ich hatte das vorher mal auf iOS ausprobiert, da hatte es funktioniert.

  2. #2 Christian
    3. März 2019

    Kann ich glücklicherweise nicht bestätigen. Bei mir werden die Texte korrekt angezeigt (iOS 12.1.4 auf iPhone XS).

  3. #3 Alderamin
    4. März 2019

    Ich hab’ hier einer 6er, ein 6S und ein großer iPad pro, alle mit 12.1.4, und bei allen endet der Bildtext nach 3/4 der ersten Zeile mit “…”. Das ist ein Text-Overflow, der Browser denkt, er habe keinen Platz mehr für mehr Text, obwohl da beliebig viel Platz wäre. Ich schaff’ es nicht, die CSS-Eigenschaften so zu verändern, dass sich daran irgendwas ändert. Nicht mal die drei Punkte lassen sich durch etwas anderes ersetzen, was möglich sein müsste. Da pfuscht mir vermutlich irgendeine WordPress-Einstellung von außen rein. Oder so.

  4. #4 Alderamin
    4. März 2019

    Wie sieht es bei den Adroid-Nutzern aus? Haben die Bilder längere Texte unten drunter?

  5. #5 HF(de)
    4. März 2019

    Wie sieht es bei den Adroid-Nutzern aus? Haben die Bilder längere Texte unten drunter?

    Mit Gallaxy S7 alles wunderbar. Danke für das Album!

  6. #6 HF(de)
    4. März 2019

    PS: firefox

  7. #7 Alderamin
    4. März 2019

    Ok, hab’s gefunden. Die CSS-Klasse für den Caption-Text hieß text. War irgendwie schon belegt. Jetzt heißt sie captext und alles funktioniert. 🙂

  8. #8 Robert aus Wien
    4. März 2019

    Falls es jemanden interessiert: Ich lese derzeit gerade das Buch hier: https://www.amazon.de/Nasa-Saturn-Owners-Workshop-Manual/dp/0857338285/ref=sr_1_fkmr0_1?s=books&ie=UTF8&qid=1551682180&sr=8-1-fkmr0&keywords=saturn+5+owners+workshop+manual
    Hat mir ein Kollege geborgt, kann ich sehr empfehlen!

  9. #9 Karl Mistelberger
    4. März 2019

    Falls jemand für seine Saturn V zu Hause noch ein Handbuch sucht:

    https://history.nasa.gov/afj/ap08fj/pdf/sa503-flightmanual.pdf

    > Ich habe 35 Bilder ausgesucht, die in der folgenden Fotostrecke zu bewundern sind; diesmal trotz meiner bescheidenen Programmierfähigkeiten und den noch bescheideneren Inkompatibilitäten der Scienceblogs-Plattform ordentlich durchzublättern und mit Doppelklick geht das Bild auch in voller Größe in einem eigenen Fenster auf …

    Mein Firefox braucht keinen Doppelklick. Beim einfachen Klick auf ein Foto öffnet sich ein neuer Tab mit dem Foto in der Größe des Firefox-Fensters. Ein Klick im neuen Tab stellt das Foto in Originalgröße dar. Äußerst praktisch! Hätte nicht gedacht, dass ich auf scienceblogs.de so was noch erlebe.

    > … der Versuch, es im gleichen Fenster zu öffnen, warf einen leider beim Rückwärts-Button des Browsers jedes mal wieder auf das erste Bild zurück.

    Rückwärts-Button brauche ich nicht. Einfach den neuen Tab schließen und im Album zum nächsten Foto weiter blättern.

    Zusammenfassung: Es geht doch! 😉

  10. #10 Tina_HH
    4. März 2019

    Mal eben so nebenbei eine kleine Fotogalerie für diese Plattform zu programmieren – alle Achtung! Von bescheidenen Programmierfähigkeiten würde ich da jetzt nicht unbedingt sprechen… 😉
    Das Ergebnis kannn sich jedenfalls sehen lassen. Sehr schön!

  11. #11 Alderamin
    4. März 2019

    Der Code ist bei W3Schools in den Beispielen geklaut, ich musste ihn nur hier lauffähig machen und ein wenig anpassen. From scratch hätte ich das nie hinbekommen.

  12. #12 Tina_HH
    4. März 2019

    …ich musste ihn nur hier lauffähig machen und ein wenig anpassen.

    Auch das kann ja nicht jeder. Aber ist ja auch egal, das Ergebnis zählt. 😉

    Ich finde übrigens, dass diese Apollokapseln enorm klein aussehen und es immer noch absolut erstaunlich ist, dass sich da Menschen für längere Zeit reingesetzt haben. War mit Sicherheit sehr, sehr unkomfortabel (neben den ganzen Risiken, die so ein Flug in den Weltraum mit sich bringt natürlich).

  13. #13 Alderamin
    4. März 2019

    @Tina_HH

    Die Kapseln waren wirklich klein, habe eine im Kennedy Space Center von außen gesehen. Die sind innen ziemlich gut vollgestopft gewesen. Die Crew Dragon ist heute viel größer.

    Aber noch schlimmer waren Gemini und Mercury, darin saß man wie im Auto. Und Gemini 7 mit Borman und Lovell ging über knapp 14 Tage…

    Lovell meinte mal in einem Interview, da kommt als beste Freunde oder Spinnefeinde wieder raus. Die beiden sind dann ja später mit Apollo 8 um den Mond geflogen. 🙂

  14. #14 Tina_HH
    5. März 2019

    14 Tage in einem Autositz… Da kann man sich ja richtig vorstellen, wie sich so nach und nach sämtliche Muskeln verkrampfen. (Mir reichen ja schon 5 Stunden im Flugzeug, dann will ich nur noch raus.) Ob die wohl irgendwelche Medikamente zur Muskelentspannung dabei hatten?

    Und dann das Ganze auch noch ohne Dusche an Bord… Da muss man wirklich sehr überzeugt sein von dem, was man tut… Aber das waren sie natürlich, nach dem harten Training und allem.
    Beste Freunde oder Spinnefeinde – nach so einer extremen Aktion geht was anderes wahrscheinlich auch nicht. Auf jeden Fall extrem beeindruckend.

  15. #15 tomtoo
    5. März 2019

    WOW! Ist das sexy. Funzt sogar auf Opera mini.

  16. #16 Captain E.
    5. März 2019

    Und wenn man dann noch bedenkt, dass selbst noch bis Apollo keine sanitären Anlagen an Bord waren, so kann man sich vorstellen, welche ganz besondere Beziehung die Astronauten zu ihren Ausscheidungsprodukten bzw. denen ihrer Kameraden entwickelt haben. Nur mal zur Erinnerung: Frank Borman kam mit dem größeren Platzangebot der Apollo-Kapsel nicht so ganz zurecht und musste sich mehrfach übergeben – in Schwerelosigkeit und dem luftdicht verschlossenen Command Module. Eine harte Fahrt für harte Jungs!

  17. #17 tomtoo
    5. März 2019
  18. #18 Alderamin
    5. März 2019

    Ja, die Celestial Buddies sind jetzt im Handel ausverkauft:-D

    Die Russen verwenden auch immer ein Stofftier in der Sojuskapsel als Schwerkraftanzeiger. Hast Du sicher schon gesehen.

  19. #19 tomtoo
    5. März 2019

    @Alderamin
    Gesehen ja, aber nicht als Schwerkraftanzeiger wahrgenommen. Der Musk ist schon ein gewiefter Hund. ; )

  20. #20 tomtoo
    5. März 2019

    Naja, evtl doch gar nicht so ganz OT. Das waren ganz andere Zeiten. Astronauten waren beim Militär. Da geht es halt nicht so zimperlich zu. Die neuere Generation Astronauten ist da schon gemischter. Zimperlich dürfen die aber auch nicht sein. Aber von einem Neil Armstrong und anderen aus dieser Zeit, dürften die Zustände auf der ISS wohl geradezu als luxuriös empfunden werden. So ein Trip mit der crew dragon und 14 Tage auf der ISS wie Luxusurlaub erscheinen. Was es definitiv nicht ist.

  21. #21 Tina_HH
    5. März 2019

    Mich würde ja mal interessieren, welche Medikamente die Astronauten an Bord hatten und ob sie die einfach so nehmen durften oder vielleicht sogar mussten. Weiß das zufällig jemand?

    Denn eigentlich ist es ja erstaunlich, dass sie sich unter den geschilderten Umständen (*grusel*) nicht permanent übergeben mussten (trotz Training) …

  22. #22 Alderamin
    5. März 2019

    Vor Apollo 8 war die Raumkrankheit noch unbekannt, weil es nicht genug Platz gab, dass es jemandem schlecht werden konnte (Auslöser sind ja Bewegungen ohne entsprechendes Feedback vom Gleichgewichtsorgan). Natürlich konsultierten die Astronauten ein Ärzteteam auf der Erde, und sie trugen allerhand Sensoren am Körper (die sich die verunfallten Apollo-13-Astronauten im Spielfilm irgendwann genervt vom Leib rissen).

    Sicherlich haben die auch eine Bordapotheke und etwas Material dabei.

    Ich bin nicht sicher, ob sie auf der ISS einen Blinddarm entfernen könnten, aber einem deutschen Astronauten wurde mal ein Katheter von seinem Kollegen gelegt, weil er einen Harnverhalt hatte – deswegen hat ein Amerikaner das Columbus-Modul statt seiner bei einem Weltraumspaziergang installiert.
    Medizinisch geschult werden alle ISS-Astronauten, hat Alexander Gerst mal ertählt.

    Auf einem Marsflug wird man aber auch einfache Operationen durchführen können müssen. Da wird wohl ein Arzt mit dabei sein.

  23. #23 Tina_HH
    5. März 2019

    @tomtoo

    Das waren ganz andere Zeiten. Astronauten waren beim Militär. Da geht es halt nicht so zimperlich zu.

    Ja, das mag schon sein. Aber trotzdem, stelle dir das mal vor, so richtig mit allem Drum und Dran. 14 Tage, keine Toilette, keine Dusche, die “Nahrungsreste” fliegen in der Kapsel rum… Wie soll man das überstehen? Ich meine, die Astronauten mussten ja auch atmen und schlafen usw.
    Und dann diese Enge und dass man weiß, man kommt da einfach nicht mehr raus bis das Teil endlich wieder landet.
    Ich würde mal sagen, dass jeder normale und nicht entsprechend trainierte Mensch das ganz einfach als Folter empfinden würde.

  24. #24 tomtoo
    5. März 2019

    @Tina_HH
    Da gab es mit Sicherheit Anweisungen, die bei Ausfall des Funks zu befolgen waren. Ansonsten Dr. McCoy auf der Erde anfunken. ; )

    Ausserdem waren das Kampfpiloten die in Sitzender Position auch schon mal negativ G’s ertragen mussten. Das kitzelt denke ich.

  25. #25 tomtoo
    5. März 2019

    @Alderamin
    “…Auf einem Marsflug wird man aber auch einfache Operationen durchführen können müssen. Da wird wohl ein Arzt mit dabei sein…”

    Arzt hin, Arzt her ich denke so ein Chirurgischer Eingriff in Schwerelosigkeit wäre ein völlig neues Terrain.

  26. #26 Tina_HH
    5. März 2019

    Ich bin nicht sicher, ob sie auf der ISS einen Blinddarm entfernen könnten

    Dürfen die denn überhaupt mit noch vorhandenem Blinddarm auf die ISS? Zumindest früher hat man ja vor z.B. längeren Aufenthalten in Gegenden ohne richtige Infrastruktur den Blinddarm zur Sicherheit entfernt. Und eventuell vorhandene Weisheitszähne gleich mit, wenn ich mich nicht irre.

  27. #27 tomtoo
    5. März 2019

    @Tina_HH
    “..Ich würde mal sagen, dass jeder normale und nicht entsprechend trainierte Mensch das ganz einfach als Folter empfinden würde…”
    Absolut!
    Aber es gibt ja auch Menschen die freiwillig Marathon laufen. ; )

  28. #28 Tina_HH
    5. März 2019

    @tomtoo

    Der Unterschied ist allerdings, dass man einen Marathon jederzeit beenden kann, wenn es zu schlimm wird. Und dass der im allgemeinen ja auch an frischer Luft mit viel Platz drumherum stattfindet und nicht in einer kleinen Kapsel, aus der es kein Entkommen gibt… 😉

    Also, wenn ich vor die Wahl gestellt werden würde, entweder Marathon oder mehrtägiger Flug in einer Weltraumkapsel, wüsste ich jedenfalls, was ich auf keinen Fall machen würde…

  29. #29 tomtoo
    5. März 2019

    @Tina_ HH
    Kann ich absolut nachvollziehen. Ich dachte als Kind immer, Astronaut müsste doch ein cooler Job sein. Aber mittlerweile denke ich sagen zu können, “so jetzt ist gut, morgen wieder”. Hat echte Vorteile. ; )

  30. #30 Tina_HH
    5. März 2019

    @tomtoo

    Ich dachte als Kind immer, Astronaut müsste doch ein cooler Job sein.

    In diesem Fall gilt uneingeschränkt: Augen auf bei der Berufswahl! 😉

  31. #31 Karl Mistelberger
    5. März 2019

    > #24 tomtoo, 5. März 2019
    > Ausserdem waren das Kampfpiloten die in Sitzender Position auch schon mal negativ G’s ertragen mussten. Das kitzelt denke ich.

    Mehr Kitzel:

    “On the ground it was discovered that her A-10 had sustained damage to one engine and to the redundant hydraulic systems, disabling the flight controls, landing gear and brakes, and horizontal stabilizer. A detailed inspection revealed hundreds of holes in the airframe and that large sections of the stabilizer and hydraulic controls were missing.

    “She’s one of the few pilots who ever landed the A-10 in the manual mode,” said General Richard Myers, USAF, Chairman of the Joint Chiefs of Staff.”

    https://en.wikipedia.org/wiki/Kim_Campbell_(pilot)

  32. #32 Alderamin
    6. März 2019

    Fundstücke gestern auf Twitter:

    ein interessanter Bericht über Apollo 9 und Jim McDivitt
    (der arme Kerl konnte sich gar nicht rasieren, erst ab Apollo 10 wurde Rasierzeug mit eingepackt.) 😀
    ein tolles Interview mit Rusty Schweickart. Echt cool.

  33. #33 Leser
    7. März 2019

    Soweit mir bekannt ist, war der erste Raumkranke Titow. Und der ist auch nie wieder geflogen.

  34. #34 Alderamin
    7. März 2019

    @Leser

    Kann durchaus sein, aber vermutlich wussten die Amerikaner das damals nicht und daher traf es Borman bei Apollo 8 unvorbereitet. Im Apollo-8-Artikel hatte ich beschrieben, wie sich die Besatzung mit den Ärzten beraten hatte, weil sie sich Sorgen machten.

    In dem in #32 verlinkten Interview mit Schweickart berichtet er über seine Gedanken und die Angst, dass er die Mission ruinieren könnte, denn ihm war schon vor der EVA schlecht, es ging ihm zur Zeit der EVA sogar schon etwas besser.

    In den Raumanzug erbrechen hätte tödlich enden können. Man wusste aber bald schon, dass die Raumkrankheit nach 3 Tagen vorbei sein würde und das war genau die Reisezeit bis zum Mond.

  35. #35 Karl Mistelberger
    7. März 2019

    Titow schaffte einen Eintrag in Guinness World Records 2013: … he holds the record for being the first person to vomit in space.

    “[Senator] Jake Garn was sick, was pretty sick. I don’t know whether we should tell stories like that. But anyway, Jake Garn, he has made a mark in the Astronaut Corps because he represents the maximum level of space sickness that anyone can ever attain, and so the mark of being totally sick and totally incompetent is one Garn. Most guys will get maybe to a tenth Garn if that high. And within the Astronaut Corps, he forever will be remembered by that.”

    https://en.wikipedia.org/wiki/Space_adaptation_syndrome