Noch habe ich Themen ohne Ende im Hinterkopf, aber Ihr gebt mir immer wieder Anregungen, worüber ich sonst noch schreiben könnte. Die möchte ich künftig hier sammeln. Wenn jemand eine kurze Frage hat, mache ich vielleicht mal einen spontanen Artikel-Quickie daraus. Weitere Fragen und Anregungen gerne als Kommentare unten. Aber ich bitte darum, keine Diskussionen hier zu führen, wenn ich den Bedarf sehe oder er angemeldet wird, mache ich lieber einen extra Artikel dazu auf oder verlinke auf einen solchen, wenn es ihn schon geben sollte.

 

Hier einmal eine Auflistung der bisher angeregten/aufgekommenen Themenvorschläge:

Kommentare (52)

  1. #1 UMa
    19. März 2018

    Hallo Alderamin,

    ich hätte einige Ideen, leider alles sehr kompliziert. Ich fange mal mit einem an.

    1) Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht ein zu kompliziertes Thema ist, um einen Mehrwert gegenüber Wikipedia und arxiv.org zu bekommen. Vielleicht ist ja eine Zusammenfassung für den Einstieg möglich.

    Ich hätte gern mehr über nichtsolare Neutrinoastronomie, insbesondere hochenergetische Neutrinos, und den Neutrinodetektor IceCube gewusst:
    https://en.wikipedia.org/wiki/IceCube_Neutrino_Observatory
    https://arxiv.org/find/astro-ph/1/au:+Collaboration_IceCube/0/1/0/all/0/1

    Und kann man Supernovae in der Milchstraße allein an Neutrinos erkennen, bzw. für die letzten Jahrzehnte ausschließen?!

  2. #2 Alderamin
    21. März 2018

    Ist vermerkt, wird aber noch ein bisschen dauern.

    Aber definitiv kann ich jetzt schon sagen, dass eine Supernova in der Milchstraße heutzutage und wohl auch schon seit Ende der 80er uns nicht durchgegangen sein kann, da auch die Supernova 1987A in der mehr als doppelt so weit entfernten (im Verlgeich zum Durchmesser der Milchstraße) Großen Magellanschen Wolke an ihrem Neutrinosignal erkannt wurde. Es waren zwar nur 13 Neutrinos, was aber trotzdem eine signifikante Häufung in so kurzer Zeit war. Eine halb so weit entfernte Supernova würde die vierfache Neutrinomenge verursachen, das würde mit Sicherheit von den zahlreichen Detektoren bemerkt werden. Wenn mindestens drei Detektoren ausschlagen, wird man sogar eine grobe Richtung triangulieren können, wie bei LIGO.

    Im Schnitt erwartet man in der Milchstraße alle 50-100 Jahre eine Supernova. Die Chance, dass in dem Zeitraum seit 1987 eine Supernova in der Milchstraße explodiert sein könnte, liegt also noch unter 50%.

  3. #3 Tina_HH
    22. März 2018

    Also, wenn man sich was wünschen darf… Ich finde ja die Monde um die Gas- und Eisriesen enorm faszinierend. Da könnte ich mir gut eine Artikelserie zu vorstellen. Oder auch zu den Zwergplaneten und ihren Eigenschaften.
    Viele unterschiedliche Welten mit zum Teil überraschenden Eigenschaften, von denen sicher Viele noch nichts wissen. (Und außerdem wäre das auch eine gute Möglichkeit, tolle Astro-Fotos zu zeigen.)

  4. #4 HF(de)
    25. März 2018

    Abo

  5. #5 UMa
    29. März 2018

    Hallo Alderamin,

    eine Galaxie ohne dunkle Materie:
    https://www.nature.com/articles/nature25767

    Falls sich das bestätigt, wären alternative Gravitationstheorien wie MOND widerlegt, zumindest wäre die obere Schranke für eine Abweichung von Newton (oder ART) so klein, dass man bei normalen Galaxien wie der Milchstraße ohne dunkle Materie, nur mit modifizierte Gravitation, nicht mehr hinkommen kann.

  6. #6 Alderamin
    30. März 2018

    @UMa

    Kommt. Sobald der aktuell in Arbeit befindliche Artikel fertig ist.

    Update: erledigt.

  7. #7 bruno
    11. April 2018

    Oft taucht das “Bullet-Cluster” auf, wenn es um dunkle Materie geht.
    Was steckt dahinter?
    lg

  8. #9 bruno
    15. April 2018

    so: noch einer 😉

    Du spielst doch gerne mit Zahlen…
    In einem Artikel FFs (in 2018 – ich finde ihn nicht mehr…) war die Frage (im Kommentarbereich): wenn die Sonne ständig Masse verliert (… ) wie ändern sich die Umlaufbahnen der Planeten?
    Ich hatte daraufhin folgenden Artikel gepostet:
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22326-2018-01-22.html

    …der etwas OT war – folglich keine Beachtung fand… :(
    Weder FF – noch du, noch M.Bäker hatten da eine Meinung zu … (doppel :( )

    So: 1,5cm pro Jahr pro Astronomischer Einheit!
    Bei der Erde also alle 6 Jahre 10cm. Alle 60 Jahre 1m. Alle 60.000Jahre 1km!
    Und das nur bei 1 AU!

    Jupiter… Pluto??

    Da du gerne mit Zahlen (und what…if) hantierst):
    Da ist doch bestimmt ein “Quickie” drin – oder??
    (wenngleich FF eher der Mann für das Chaos ist… was ja zweifellos durch 1,5cm/Yr/AU ausgelöst werden könnte/sollte … zumindest in 1MRD-Years…. erst in 4,5 MRD Yrs.)

    :)
    lg
    bruno

    • #10 Alderamin
      15. April 2018

      Was genau ist denn die Frage? Im Artikel steht ja schon 1,5 cm/(Jahr*AE). Jupiter: 5AE, Saturn 10AE, Uranus 20AE, Neptun 30AE, Pluto 40AE. 0,1% auf 109 Jahre, so viel weiter werden dann auch die Bahnen. Spielt also kaum eine Rolle. Eher schon, dass die Sonne in der Zeit 2% an Leuchtkraft zulegt (oder so, muss ich nochmal recherchieren).

  9. #11 bruno
    15. April 2018

    ok – die Frage wäre: was wären (langfristig) die Auswirkungen auf unser Sonnensystem anbetracht des 3-Körper-Problems … also in 10×10^8/9/10/11 Jahren…
    Da ja die “Flucht” abhängig der Entfernung von der Sonne ist…
    (Wann) Ergeben sich dadurch (Abhängigkeit von der AU) ernsthafte Probleme in Bezug auf das 3-Körper-Problem?
    Du sagst es ja, Erd-Umlaufbahn in 1 mio Jahren = etwa +15.000km – während der Jupiter derweil etwa 90.000km sich von der Sonne entfernt – wohingegen sich Saturn schon mal 180.000km entfern … usw…
    Ab wann (und das sind ja nun nur Daten für 1 Mio Jahre) – ab wann wird das relavant für die Umlaufbahnen und die gegenseitige Beeinflussung!

    Mit der Entfernung von der Sonne wachsen doch auch die Geschwindigkeiten – oder?

    Was macht das wachsen der Geschwindigkeit mit der Erde, ihrer Umlaufzeit und der Verschiebung der Jahreszeiten?
    (Ich finde es jetzt nicht – reiche es aber morgen gerne nach: FF hat bereits darüber geschrieben: je näher wir der Sonne sind – umso schneller sind wir – weiter weg eben langsamer… weshalb die Tages-Länge eben auch nicht zum 21.12. hin sich verkürzt… letztlich wohl der kürzeste Tag um den 18.1. herum ist…?)

    Werden wir nun insgesamt langsamer müsste sich dieser Effekt doch generell auf die Jahreszeiten der Erde auswirken – sowie auf die Interaktionen mit den anderen Planeten – wenigstens bei 100-1000 mio. Jahren?
    lg

    • #12 Alderamin
      15. April 2018

      Du sagst es ja, Erd-Umlaufbahn in 1 mio Jahren = etwa +15.000km – während der Jupiter derweil etwa 90.000km sich von der Sonne entfernt – wohingegen sich Saturn schon mal 180.000km entfern … usw…

      Nee, da liegst Du um einen Faktor 1000 zu hoch. Im Artikel steht 1,5 cm/Jahr, das sind 1,5E-2 m/a oder 1,5E-5 km/a. In 1E6 Jahren also 15 km, nicht 15000. Die wären es erst in 1E9 Jahren. Denke nicht, dass das ein Problem wäre, wenn die Erde oder Jupiter ein paar eigene Durchmesser weiter außen kreisen würden. Letztlich muss man so was in Simulationen austesten. Es gibt eine Arbeit, die besagt, dass das Sonnensystem über Milliarden Jahre instabil werden könnte. Hat aber nichts mit dem Masseverlust der Sonne zu tun. Ich könnte höchstens darüber schreiben, was in der Originalarbeit des Scinexx-Artikels steht, wenn der frei verfügbar ist. Ob das zu Instabilitäten führt oder nicht, kann ich nur aus dem Bauch heraus beantworten, und der sagt, wohl eher nicht. Mein Bauchgefühl trägt aber keinen Artikel.

      Mit der Entfernung von der Sonne wachsen doch auch die Geschwindigkeiten – oder?

      Nein, die sinken. Die Schwerkraft nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, also braucht es auch weniger Fliehkraft, um sie zu kompensieren.

  10. #13 bruno
    15. April 2018

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/12/11/ab-morgen-wird-es-wieder-spaeter-finster/?all=1

    das ist nur der zweitbeste Artikel … den anderen finde ich noch immer nicht….

  11. #14 bruno
    15. April 2018

    …Inhalt war wie folgt: ab dem (ca) 7.12. werden die Tage zwar nach wie vor kürzer … Sonnenuntergang allerdings bereits später … bis 22.12. – und dann dauert es aber noch bis ca. 18.1. – bis die Tage sich wieder gleichwohl morgens wie abends um die gleiche Länge verlängern…

    …was letztlich mit der Umlaufgeschwindigkeit der Erde um die Sonne zusammenhängt…
    Werden wir insgesamt langsamer aufgrund Abrückung von der Sonne – sollte das doch wohl einen Einfluss auf die Jahreszeiten haben (wenngleich nur ein paar Tage pro x-Millionen-Jahre)… aber bei 4,5678MRD-Jahren … 😉
    lg

    • #15 Alderamin
      15. April 2018

      Das ist was anderes. Es geht hier darum, dass die Winkelgeschwindigkeit der Sonne am Himmel nicht konstant ist, sondern im Winter, in Sonnennähe, bewegt sich die Erde schneller um die Sonne als im Mittel. Nach dem Mittel („mittlere Sonne“) richtet sich aber die Tageslänge, 24h – eine Erdrehung dauert nur 23h56m04s, aber da sich die Sonne am Himmel pro Tag ca. 1° (im Mittel!) nach Osten weiterbewegt, muss sich die Erde 361° drehen, damit die Sonne mittags wieder im Süden steht. In Sonnennähe wegen der schnelleren Sonne aber noch ein Stück weiter, nur sind die 24h dann schon um, d.h. Sonnenauf- und Untergang gehen zunehmend nach. Im Sommer, wenn die Erde in Sonnenferne ist, ist es dann umgekehrt. Die Tageslänge ist aber trotzdem zur Wintersonnenwende am kürzesten, nur die Uhrzeiten von Sonnenauf- und -untergang verschieben sich, nicht Zeitdifferenzen. Darüber kann ich mal was schreiben.

      Wäre aber was anderes, wenn die Erde von der Sonne abrückt. Dann bräuchten wir irgendwann mehr Schalttage, weil das Jahr mehr als 365,2422 Tage bekäme (die augenblickliche Schaltregel gilt eh für 365,2425 Tage – nach ca. 3000 Jahren gibt es im gregorianischen Kalender einen Schalttag zu viel; kann also nur besser werden! 😉 )

  12. #16 bruno
    16. April 2018

    Wäre aber was anderes, wenn die Erde von der Sonne abrückt.

    Naja – genau das ist ja scheinbar der Fall 😉
    Durch den Masseverlust der Sonne. Oder stehe ich auf dem Schlauch?

    Ich dachte…. da du so gerne mit Zahlen spielst… wäre das was für dich…
    lg
    😉

  13. #17 UMa
    23. April 2018

    Die Magellanischen Wolken.

    Wäre das hier auch der geeignete Ort um Fragen zu stellen?

    • #18 Alderamin
      23. April 2018

      Ja, klar. Je spezifischer die Frage, desto schneller und kürzer wird der Artikel erstellt. 😉

  14. #19 UMa
    23. April 2018

    Ok.

    Was passiert langfristig mit den Satelliten?
    Die in niedrigen Orbits werden durch die Erdatmosphäre abgebremst und verglühen. Aber die in größeren Höhen?

    Störungen durch Mond, Sonne, Magnetfelder, Strahlung …? Kollidieren sie und bilden einen Ring?
    Wäre nach einer oder hundert Millionen Jahren noch etwas übrig?
    In welcher Höhe ist die Lebensdauer am höchsten? Geostationär oder niediger?

  15. #20 Bullet
    24. April 2018

    Nach hundert Millionen Jahren sollten die wegerodiert sein. Die bestehen hauptsächlich aus Metall, und das dehnt sich und zieht sich zusammen, je nachdem, wo die Sonne steht. Dann die hochenergetische kosmische Strahlung. Das zerbröselt alles. Wie lange das dauert, kann ich nicht mal blind raten. Aber in dieser Sonnennähe würd ich keinen Fliegenpups auf eine Zeitspanne setzen, die nur sechsstellig in Jahren ist.

  16. #21 Alderamin
    24. April 2018

    @UMa, Bullet

    Ich hab’ schon ein bisschen recherchiert gestern abend, ich schreib’ da was zu (schweres Thema, übrigens). Hab’ nur heute noch keine Zeit.

    [Update] erledigt. Sehr schweres Thema.

  17. #22 UMa
    24. April 2018

    @Alderamin
    Ja, ist schwer, sonst hätte ich das schon selbst herausgefunden.

    Ich habe aber noch ein leichteres Problem:
    Ich suche eine Liste der hellsten Sterne.
    Für V-helligkeit ist das kein Problem.
    Für andere Farben schon. Auch für bolometrische Helligkeit.
    Meine Herangehensweise war bisher z. B. die V-I für die Sterne herauszufinden und dann aus der V-helligkeitsliste eine I-helligkeitsliste durch umsortieren zu erhalten. Diese ist dann aber nicht vollständig. Vielleicht gibt es ja L0 Überriesen so hell wie Sirius? Das gleiche gilt für die bolometrische Helligkeit. Irgendein früher O oder WR Stern könnte fast so hell sein wie Sirius. Und bei einer BC von 4 oder mehr nicht unter den hundert V hellsten Sternen. Oder ein L0 Überriese.

  18. #23 UMa
    24. April 2018

    Nachtrag:
    Das beste was ich bisher habe ist der Hipparchos Katalog. Bin mir aber über die Vollständigkeit nicht klar.
    Suche im Internet brachte nur Listen mit V-helligkeit.

  19. #25 UMa
    24. April 2018

    Nein. Ich meine nicht die absolute Helligkeit, sondern die scheinbare.
    Nach meinen Berechnung, aber unklar ob vollständig:
    V-helligkeit
    Sirius -1,46
    Canopus -0,72
    Alpha Cen -0,…
    Arctur -0,04
    Vega 0,03
    Capella 0,08

    Bolometrisch
    Hadar -1,71
    Sirius -1,71
    Spica -1,34
    Achernar -1,30
    Mimosa -1,22
    Gamma Vel -1,17
    Wobei die BC als Funktion der Spektralklasse geschätzt wurde, eventuell ungenau. Ist vermutlich nicht vollständig.

  20. #26 Captain E.
    27. April 2018

    Schreib doch mal etwas über Trojaner und was sich sonst noch so an irgendwelchen Lagrangepunkten tummelt. Und was du dabei nicht vergessen solltest: Nichts befindet sich an einem Lagrangepunkt – alles bewegt sich darum herum. Bloß wie? Sonden fliegen zwei recht unterschiedliche Typen von Bahnkurven, aber ist das alles? Und was machen natürliche Objekte? Und natürlich sind L1 und L2, an denen man Sonden platziert, labil, L4 und L5 dagegen stabil. Für einen Artikel sollte es reichen, oder?

  21. #28 Peter Paul
    8. Mai 2018

    Jetzt bin ich auch auf deinen Blog gestoßen, was mich freut, und hätte da gleich eine Frage, die schon ziemlich speziell ist. Deshalb muss ich erst einmal etwas ausholen :

    Saul Perlmutter verwendet in seinem Artikel “Supernovae, Dark Energy, and the Accelerating Universe” (hier : https://physicsforme.com/2011/10/04/supernovae-dark-energy-and-the-accelerating-universe/ ) eine Figur 4, in der eine Sache steckt, die mir nicht einleuchten will :

    Die Rechtsachse ist die Zeitachse und gleichzeitig, wie man oben sieht die
    Achse für “RELATIVE BRIGHTNESS OF SUPERNOVAE”. Das ist ja das, was man
    wirklich messen kann. Hier wird doch offenbar so getan, als ob die aktuell
    gemessene “scheinbare Helligkeit” zu einem ganz bestimmten Zeitraum
    gehört, den das Licht, von der SN bis zu uns gebraucht hat. Das ist
    natürlich so, wenn man ein bestimmtes kosmologisches Modell, also eine
    bestimmte Ausdehnungsgeschichte, benutzt, aber es geht ja gerade darum,
    dieses Modell durch die Messung zu finden. Man kann es also noch nicht voraussetzen.

    Jetzt endlich meine Frage : Wenn man aber noch keine Voraussetzung über das geltende Expansionsmodell
    R(t) machen kann, außer dass der Kosmos flach ist, wie geht das dann?
    Lässt sich der Zusammenhang zwischen scheinbarer Helligkeit und Zeitraum t
    unabhängig vom Verlauf des Skalenfaktors R(t) herleiten? Ist er denn für
    alle denkbaren Expansionsgeschichten gleich?

    Ich weiß es ist, glaube ich, viel “verlangt”, aber es wäre für mich sehr hilfreich, wenn du, oder sonst ein Experte,mir das erklären könnte.

    • #29 Alderamin
      8. Mai 2018

      Ich gebe Dir zunächst mal eine kurze Antwort. Das Thema “Entfernungsbestimmung” kommt sowieso noch (bzw. mit dem Gaia-Artikel und den Helligkeiten habe ich es ja schon begonnen, da plane ich noch mehr zu).

      Die Kurven in Bild 4 sind alle Lösungen der Friedmann-Gleichung, mit der die Expansion des Universums gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie beschrieben werden kann, bzw. folgt diese zwingend aus der ART als Beschreibung dessen, was ein Haufen Materie und eine kosmologische Konstante mit der Raumzeit anstellen, wenn man sie in Ruhe lässt. Die Gleichung hat mit H0, ΩM und ΩΛ aber drei Unbekannte, die man messen muss. H0 für den heutigen Zeitpunkt kann man direkt messen, die anderen Größen nicht. Es ist dann eine Sache des Parameterfittings, die gemessenen Helligkeiten der Supernovae mit einer der möglichen Kurven in Einklang zu bringen. Als Zusatzgleichung kann man noch verwenden, dass ΩMΛ=1 sein muss, weil dies aus der Hintergrundstrahlung folgt (Supernovae sind Standardkerzen, die Hintergrundstrahlung bietet Standardliniale; auch hier gilt, dass man einen gemeinsamen Fit finden muss, der die Struktur der Hintergrundstrahlung richtig beschreibt), dann reduziert sich die Gleichung auf einen freien Parameter (neben H0):

      a(t)=a_{0} \left( \sqrt {\frac{\Omega_{M}}{\Omega_{\Lambda}}} sinh (\omega t)\right)^{\frac{2}{3}} = a_{0} \left( \sqrt {\frac{1-\Omega_{\Lambda}}{\Omega_{\Lambda}}} sinh (\omega t)\right)^{\frac{2}{3}} mit   \omega = \frac {3H_{0}\sqrt{\Omega_{\Lambda}}}{2}

      (a(t) ist der Skalenfaktor zur Zeit t, d.h. die Strecke, welche die heutige Länge a0 zum Universumsalter t hatte; setze einfach a0 = 1 als Referenzlänge, dann ist R(t)=a(t)/a0 die relative Länge zur Zeit t; R(t) bzw. a(t) liefern dann eine Expansionshistorie des Universums)

      Das alles herzuleiten und vorzurechnen bin ich mit meinen bescheidenen Mathematik-Kenntnissen sicher nicht in der Lage (Freiwillige? MartinB?) und es wäre auch ein bisschen zu speziell, aber vom Prinzip her sollte man nachvollziehen können, dass nur an einem Parameter ΩΛ gedreht zu werden braucht, der dann eine Expansionshistorie erzeugt, die mit den Supernovae-Helligkeiten und -dopplerverschiebungen in Einklang gebracht werden muss (beide folgen direkt aus der Expansionshistorie). Bild 4 in Deinem Link zeigt genau solche Kurven für verschiedene ΩΛ.

  22. #30 stone1
    8. Mai 2018

    @Peter Paul

    Ich bin zwar kein Experte und die Information die Du suchst findet sich sicherlich auch bei Scienceblogs besser erklärt, als ich mit meinem Laienwissen ausführen könnte, aber eine kurze Recherche hat dieses Dokument von Otto Gebhardt aufgetan, wo unter Abschnitt 4: Entfernungsbestimmung genau beschrieben wird, wie das funktioniert.

  23. #31 Peter Paul
    8. Mai 2018

    @Alderamin
    Zunächst mal Danke, dass ich auf so eine Frage überhaupt eine Antwort bekommen habe, denn sie ist ja schon ziemlich weit her geholt. Ich stimme eigentlich mit allem, was du sagst vollständig überein, aber das alles beantwortet leider meine Frage nicht.
    Meine Frage ist, wieso die “gemessenen Helligkeiten”, die man ja zu den dazugehörigen Rotverschiebungen für jede Supernova in das Schaubild eintragen kann, das gleiche Bedeuten wie die Lichtlaufzeit, und das unabhängig von dem (noch) gesuchten Ausdehnungsmodell a(t). Diese “Unabhängigkeit” ist die Sache, die mir nicht einleuchten will, das ist der Punkt, um den es mir geht.

    stone1
    Danke für den Link, aber die Arbeit geht zwar auf die beschleunigte Ausdehnung ein, aber nicht auf meine Frage. Vielleicht wird das deutlicher, wenn du meine obige Antwort liest.

    • #32 Alderamin
      8. Mai 2018

      @Peter Paul

      Meine Frage ist, wieso die “gemessenen Helligkeiten”, die man ja zu den dazugehörigen Rotverschiebungen für jede Supernova in das Schaubild eintragen kann, das gleiche Bedeuten wie die Lichtlaufzeit, und das unabhängig von dem (noch) gesuchten Ausdehnungsmodell a(t). Diese “Unabhängigkeit” ist die Sache, die mir nicht einleuchten will, das ist der Punkt, um den es mir geht.

      Die Helligkeit ist ja auch gar nicht unabhängig vom Ausdehnungsmodell, siehe die Formel für die Leuchtkraftentfernung, die von der mitbewegten Entfernung abhängt, in die wiederum die Expansionsgeschichte bzw.ΩM und ΩΛ eingehen.

      Man kann die Punkte für die Supernovae nicht einfach unabhängig in das Diagramm 4 aus Deinem Link hineinplotten. z (vertikale Achse) ist direkt messbar, aber nicht das Alter (x-Achse). Das folgt nur über a(t) und ist für jede Kurve verschieden. Das Bild soll nur andeuten, dass die Werte zu derjenigen Kurve passen, auf die sie hier eingezeichnet wurden.

  24. #33 UMa
    8. Mai 2018

    Aus der Rotverschiebung z kann zwar nicht Modell-unabhängig die Lichtlaufzeit bestimmen, aber direkt die Größe a(t).

    z=1/a(t) -1 oder a=1/(1+z)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rotverschiebung#Relativistische_Herleitung

    • #34 Peter Paul
      8. Mai 2018

      Das ist natürlich richtig, außer dem Zeitbezug.

      Bsp.: Kommt Licht bei uns mit z = 1 an, dann weiß man, dass der Raum sich seit der Aussendung des Lichts zum Zeitpunkt t um 100% ausgedehnt hat, dass er also zu diesem Zeitpunkt 50% des heutigen Skalenfaktors hatte, aber man weiß nicht, wann das war. War das vor 2 Mrd. Jahren, denn hätte sich der Raum seit diesem Zeitpunkt sehr schnell ausgedehnt und vorher recht langsam, war das vor 10 Mrd. Jahren, der wäre die Ausdehnung sehr langsam geworden.
      Im ersten Fall hätte beschleunigte Ausdehnung stattgefunden, im 2ten Fall gebremste Ausdehnung.

  25. #35 Peter Paul
    8. Mai 2018

    @Alderamin #32

    Wenn nicht klar ist, was die Rechtsachse bedeutet, kann man gar keine Kurven und auch keine Punkte einzeichnen. Dann kann man auch die Lage der Punkte nicht zu einer Kurve fitten.

    • #36 Alderamin
      9. Mai 2018

      Ich denke, die Achsenbeschriftung oben wurde nachträglich ermittelt und bezieht sich nur auf die Kurve, für welche die Supernovapunkte am besten angenähert werden. Ich bin ja jetzt auch kein Wissenschaftler und stand noch nie vor der Aufgabe, aus einer Rotverschiebung und Helligkeit eine Entfernung bestimmen zu müssen, aber wenn ich’s machen müsste, würde ich folgendermaßen vorgehen (ein Papier mit allen wichtigen Formeln ist dieses).

      Wir messen zunächst die scheinbare Helligkeit m und die Rotverschiebung z. Die absolute Helligkeit M für Supernovae vom Typ Ia ist bekannt. m-M ist der Entfernungsmodul (im Paper distance modulus DM, Formel 26) und daraus folgt die Leuchtkraftentfernung DL (Formel 25; mit einem Korrekturfaktor für z, Formel 27; z ist bekannt).

      Aus DL kann man auf die transversale mitbewegte Entfernung DM schließen (Paper: Kapitel 5), das ist eine Größe, die beschreibt, wie ausgedehnt ein bestimmter Sehwinkel tatsächlich im Raum ist. Dieser hängt mit der mitbewegten Entfernung DC (Kapitel 4) zusammen, in Abhängigkeit von der Krümmung ΩK gemäß Formel 16. Im einfachsten Fall wissen wir bereits aus der Hintergrundstrahlung, dass ΩK = 0 ist. Dann ist DM=DC. Und DM ist mit DL über Formel 21 verbunden. Wir schließen also von DL auf DC. Dies ist eine beobachtete mitbewegte Entfernung.

      Um die richtige Historie zu finden, messen wir nun viele Supernovae mit verschiedenem z und erhalten verschiedene DC. DC ist eine Funktion der Rotverschiebung z, der gegenwärtigen Hubble-Konstante H0 (Formel 15 und 4), der Dichte der dunklen Energie ΩΛ, der Materiedichte (dunkel + baryonisch) ΩM und der Krümmung des Universums ΩK (Formeln 14 und 15). Wenn ΩK = 0 ist und das Universum also flach, gilt gemäß Formel 7, dass ΩΛ = 1 – ΩM. Damit ist in DC der einzige freie Parameter ΩΛ (ansonsten hat man zwei Drehknöpfe, an denen man den Fit optimieren kann). Wir wählen nun ein ΩΛ (ggf. auch ΩK), so dass die resultierende Kurve z(DC) (DC aus 14, 15 nach z umformen bzw. numerisch lösen) für die beobachteten Paare (DC,beob, zbeob) einen bestmöglichen Fit ergibt (Fehler der kleinsten Quadrate minimieren). Dann haben wir ein ΩΛ (und ΩK), somit ein ΩM und damit haben wir DC als Funktion für beliebge z (und damit auch Skalenfaktoren a, Formel 12; a(to) ist 1).

      Mit Formel 3 (für die Hubble-Zeit) und 30 erhalten wir zu z für die oben bestimmten Größen die Lookback Time. Die können wir nun als X-Achse verwenden, darüber für verschiedene ΩΛ die Historie von a und z (über 30 bzw. 12) auftragen (die Kurven in Bild 4) und unsere Supernovae-Punkte. Genau für die Kurve, für die wir den besten Fit ΩΛ gefunden haben, tragen wir oben auf der Achse den Entfernungsmodul ein (nichts anderes meint “relative Brightness of Supernovae”, ist nur die linearisierte Form der logarithmischen Größenklassendifferenz). Und so bekommst Du Diagramm 4. Das lediglich zur Veranschaulichung dient. Denn eigentlich sind wir fertig, wenn wir ΩΛ (und ΩK) kennen.

  26. #37 neand
    Hab da Anregungen für deine Sammlung
    8. Mai 2018

    1) Sonnenuhren
    2) Gezeitenberechnung

    Zwei Themen die Himmel und Erde verbinden.

    • #38 Alderamin
      8. Mai 2018

      1) kann man gut mit der Zeitmessung generell verbinden. 2) ist wohl sehr komplex, ich weiß nicht, ob ich dazu was Gescheites finde.

  27. #39 UMa
    9. Mai 2018

    Hallo Alderamin.
    Ich habe zumindest für nicht bolometrische Helligkeiten mit Simbad doch noch Erfolg gehabt. Meine Ergebnisse sind hier:
    http://www.astronews.com/forum/showthread.php?9634-Suche-Liste-der-scheinbar-hellsten-Sterne-bolometrische-Helligkeit-andere-als-V&p=126144#post126144

    • #40 Alderamin
      9. Mai 2018

      Interessantes Ergebnis. Wusste nicht, dass die Roten Überriesen in den Infrarotbändern so bombastische Helligkeiten haben. Beteigeuze ist also der bolometrisch hellste Stern am Himmel und selbst Aldebaran übertrifft Sirius locker.

  28. #41 UMa
    9. Mai 2018

    Das Beteigeuze vor P Dor/ R Dor der bolometrisch hellste sein soll, steht so auch in der Wikipedia, ist aber vermutlich falsch, da er nach meinen Berechnungen im mittel etwas dunkler als Sirius ist.
    Kandidaten für den (scheinbar) bolometrisch hellsten Stern Sind neben Beteigeuze und Sirius noch Hadar, zeta Puppis, und WR147.

    Ganz grob und ungenau für die scheinbar bolometrisch hellsten Sterne
    WR147 -1.9
    Zeta Puppis -1.4 bis -2.1
    Beteigeuze -1.2 bis -1.5
    Alnilum -1.2
    Sirius A -1.6 bis -1.7
    Hadar -1.7
    Spica -1.3
    Achernar -1.3

    • #42 Alderamin
      9. Mai 2018

      Ach so, man kann nicht einfach die größte Helligkeit über alle Bänder als Maß für die bolometrische Helligkeit verwenden, denn die Helligkeiten sind ja auf Wega bezogen, und dass Beteigeuze im K-Band 4 Größenklassen heller ist als Wega, heißt noch nicht, dass diese Helligkeit einer größeren Leuchtkraft über alle Bänder entspricht. Hast Du keine Lust, Deine Ergebnisse und Berechnungen in einem Gastartikel zu verfassen?

  29. #43 UMa
    9. Mai 2018

    Ok, WR147 wäre hell ohne Extinktion. Hatte Helligkeit aus absoluter bolometrischer Helligkeit und Entfernung ausgerechnet.

  30. #44 Peter Paul
    9. Mai 2018

    @Alderamin #36
    Erstmal danke für deine ausführliche Beschreibung und den Link. Das muss ich mir jetzt alles mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.
    Schönes Wochenende!

  31. #45 UMa
    9. Mai 2018

    @Alderamin: Ein Gastartikel, gut. Ich habe einen Entwurf von ca. 1000 Wörtern, muss aber nochmal drüber.

  32. #47 Peter Paul
    10. Mai 2018

    @Alderamin #36
    Ich finde es bisher am einleuchtendsten, dass deine Darstellung die Sache richtig trifft. Es könnte wirklich so sein, aber das wäre für Perlmutter schon ein wenig “schlimm”, finde ich, denn: Es gibt, nach deinem Gedankengang, keinen modellunabhängigen Zusammenhang zwischen Rückblickzeit und “relative brightness”.

    Ich versuche es nochmals mit eigenen Worten darzusellen, sozusagen als Selbstkontrolle:
    Ich gehe nochmals von dem ursprünglich zitierten Papier von Perlmutter aus (hier : https://physicsforme.com/2011/10/04/supernovae-dark-energy-and-the-accelerating-universe/ ).

    1.In Figure 3 sind die wirklich gemessenen Werte eingetragen. Daraus folgt das Modell, und damit die Omega -Werte.

    2. Mit Hilfe dieser Werte kann man die Rückblickzeiten berechnen.

    3. Jetzt zerrt man die Rückblickzeiten so auseinander, dass sich eine lineare Zeitskala ergibt. Daraus folgt, dass die Helligkeitsskala in Figur 4 so seltsam verformt ist. Sie passt nur zu den gemessenen SN-Ereignissen und nicht zu allen “denkbaren”.

  33. #48 UMa
    10. Mai 2018

    @Alderamin:
    Entwurf für den Gastartikel ist raus. Brauche noch Hilfe bei der Formatierung, vor allem der Tabellen.

  34. #49 Peter Paul
    11. Mai 2018

    Danke für deine Mühe!

  35. #50 UMa
    4. Juni 2018

    Vorgestern ist offenbar ein Objekt mit H=30.6 (ca 2 m Durchmesser) über Südafrika in die Atmosphäre eingetreten, welche kurz zuvor entdeckt wurde.
    https://www.minorplanetcenter.net/mpec/K18/K18L04.html

  36. #51 UMa
    4. Juni 2018

    Nachtrag: Es gibt schon einen Wkipedia-Artikel
    https://en.wikipedia.org/wiki/2018_LA
    Es ist der 3. Kleinkörper der vor dem Impakt entdeckt wurde, vorher aren schon
    https://en.wikipedia.org/wiki/2008_TC3
    https://en.wikipedia.org/wiki/2014_AA

  37. #52 Alderamin
    4. Juni 2018

    @UMa

    Ich schreibe mal ein paar Zeilen. Gibt auch Videos davon.

    [Edit] Erledigt. [/Edit]

    Übrigens: habe die Zahl der erlaubten Links gerade mal auf 4 erhöht, vielleicht funktionieren dann ja 3….