Die FAZ hat gefeiert – seit 50 Jahren gibt es die Beilage “Natur und Wissenschaft”, und wir gratulieren herzlich. Merkwürdig ist, daß die Jubiläumsausgabe mit einem Aufsatz des Wissenschaftsmamagers Joachim Treusch beginnt, der im ersten Satz zeigt, daß entweder der Autor oder die Redaktion nicht so recht mit der deutschen Sprache umgehen kann: Dort steht nämlich, daß die Wissenschaft ein halbes Jahrhundert gebraucht habe, “bis sie gelernt hat, was ihr lange fehlte: den Willen zum Dialog”. Der Satz ist nicht nur grammatisch falsch. Er ist auch inhaltlich unstimmig und dient Treusch nur, die vielfältigen Aktivitäten zu rechtfertigen, die allgemein als PUS – public understanding of science” bezeichnet und von ihm mitbestimmt werden. Wenn das Angebot der FAZ zum Dialog Jahrzehnte älter ist als die PUS Initiative, dann ist entweder PUS überflüssig, oder die FAZ und die, die es ihr nachgetan haben, haben versagt. PUS heisst doch nur, daß die Leute – wie Treusch -, die Jahrzehnte keinen Dialog führen konnten, nun mehr Geld bekommen, um den Karren erneut in den Dreck zu fahren, nur mit mehr Schwung und besser verwaltet. Ein Dialog kann dann doch nicht zustande kommen, wenn der Wille dazu organisiert werden muss. Den Willen muss man selbst haben.

Kommentare (2)

  1. #1 Marcus
    Dezember 5, 2008

    … und während die FAZ feiert, schließ CNN die ganze der Wissenschaftsberichterstattung:
    http://www.ajc.com/services/content/business/stories/2008/12/04/cnn.html

  2. #2 Marcus
    Dezember 5, 2008

    hier ein Kommentar bei den SB-Kollegen:

    http://scienceblogs.com/tfk/2008/12/science_reporting_takes_a_hit.php

    “The idea that science reporting doesn’t need its own unit is absurd.”