“Gewissermaßen ist die Philosophie als jene Form des Denkens, die gemäß ihrem eigenen Ursprungsmythos ihren Ausgang beim Staunen genommen hat, immer schon auf Fremdes bezogen” schreibt Thomas Bedorf [1]. Wenn man Diskussionen zwischen Philosophen und Wissenschaftlern [2] verfolgt, begegnet dieses Fremd-Sein auf Schritt und Tritt. Der Philosoph, der z.B. wie Bruno Latour in seinem “Laboratory Life” [3] dem Wissenschaftsbetrieb wie ein Anthropologe begegnet, der einen fremden Volksstamm erforscht, kommt aus dem Staunen nicht heraus – und wenn er die Ergebnisse seines Staunens publiziert, erscheint den Wissenschaftlern Latours Fallstudie so fremd, dass sie ihm mit offener Ablehnung begegnen.

Was ist dieses Fremde, was sind überhaupt Fremde und wie werden sie vom Eigenen unterschieden, und wie ist damit umzugehen?


Bedorf findet bei seinem „kurzen Galopp durch die historische Phänomenologie des Anderen und Fremden” … „Hinweise darauf, das Fremde als eine Heimsuchung zu beschreiben, die sich weder auf Anderes reduzieren lässt (Husserl), noch ohne weiteres sozial abbaubar ist (Schütz)”. Die „Fremdheit des Eigenen spiegelt sich gewissermaßen im Fremden. Anverwandeln kann man sich diesem Fremden ebenso wenig, wie die eigene Fremdheit nicht ohne weiteres anzueignen ist.” (Seite 31)

In Kurt Röttgers Aufsatz „Wildnis und Wahn” [4] findet sich eine Fortführung dieses Gedankens: „Fremdheitserfahrung ist Grenzerfahrung. Im Grenzübertritt wird Fremdheit erfahrbar, sei es, dass eine Fremde kommt, sei es dass wir in die Fremde gehen. … Ein abstrakter Begriff des Fremden, gedacht ohne Erfahrung des Grenzübertritts, ist ein leerer Begriff.”

Röttgers sieht an anderer Stelle [5] in einem so konzipierten Fremdheitsbegriff Analogien zu Carl Schmitts Freund-Feind-Dichotomie [siehe 6]: „Dieser Ausschluss des Fremden vom Eigenen ist zwar strukturell der Dichotomie von Freund und Feind als Definienzien des Politischen bei Carl Schmitt analog; aber da es sich hier nicht um eine Definition des Politischen handelt, ist ebenso klar, dass nicht jeder Fremde ein Feind ist: er kann ebenso sehr als Gast erscheinen (oder umgekehrt als Gastgeber). Der Fremde ist von jenseits der Grenze, die ich konstruiert habe, um die Sphäre des Eigenen zu markieren.”

Wenn man Debatten wie die Science Wars verfolgt, dann kann man sehr gut studieren, wie eine solche Grenzziehung erfolgt, und man kommt nicht umhin, Röttgers Vorstellung, dass der Frende nicht nur als Feind sondern auch als Gast betrachtet werden kann, für diesen Bereich als wenig deskriptiv, dafür aber sehr normativ gesetzt zu betrachten. Röttgers selbst schreibt: „Es wäre eine Verharmlosung des theoretischen Anspruchs, wenn bestritten würde, dass die Gefahr immer besteht, den Fremden als feind zu behandeln” (Seite 5, Seite 19)

Dass man nicht nur ein anderer ist, der sich von den Eigenen nur graduell unterscheidet, bemerkt man selbst möglicherweise erst im Laufe der Debatte. Ob Latour und Woolgar es für möglich gehalten haben, dass ihre Studie zu einem der Ausgangspunkte der Science-Wars wird, weiß man nicht. Dass man eine Grenze überschritten hat, die einen zum Fremden macht, merkt man oft erst, wenn die Kommunikation beginnt.

Natürlich lässt sich eine solche Grenz-Konstruktion auch anderswo beobachten, beispielsweise in den Kommentarbereichen wissenschaftsorientierter Blogs. Jeder Kommentar kann ein Grenz-Übertritt sein, kann die Frendheit des Schreibers gegenüber dem Blogger und der Gemeinschaft des Blogs sichtbar machen. Eine Debatte, in dessen Verlauf der Fremde zum Feind wird, führt zur Ausgrenzung. In der Kommunikation geht es nur noch darum, dem Anderen sein Fremd-Sein deutlich zu machen, im besten Falle werden ihm Wege aufgezeigt, wie er die Grenze wieder (in die andere Richtung) überqueren kann oder es wird ihm erklärt, was er zu tun hat, um seine Fremdheit zu verlieren.

Denn es gibt ja Gäste, die sind nirgendwo zu Haus, die sind überall fremd. Sie suchen Nähe an Orten, an denen sie sich als Gast willkommen fühlen. Wenn die Gastgeber ihn jedoch nicht als Gast, sondern vielleicht sogar als Feind (als Partisan?) sehen, kann man die Grenzziehungs-Mechanismen besonders klar beobachten. Dem Gast wird seine Fremdheit als Feind-Sein vorgeführt. Das, was er sagt und tut, so wird argumentiert, stützt den eigentlichen Gegner, indem es ihm sozusagen Munition liefert und möglicherweise zusätzlich die Gemeinschaft der Gastgeber durch Verunsicherung destabilisiert. Da bleiben dann nur zwei Möglichkeiten: Assimilation oder Auswandern.

Assimilation, das würde auf lange Sicht den „Verlust des Fremden” bedeuten. Nach Kurt Röttgers ist aber der Verlust des Fremden gleichzusetzen mit dem Verzicht auf Kultur. „Das Bild, das sich zum Zweck einer harmonischen Auflösung dieser Konflikte ergäbe wäre das Bild einer Welteinheitskultur als Minimalkultur”. Was ist der Ausweg? Der entscheidende Punkt ist, sich klar zu machen, dass die Grenze ja konstruiert ist und damit ist klar: „dass es bei uns, den Konstruierenden liegt, den Fremden so oder so zu konstruieren und dass wir also über die Gründe nachdenken sollten, die dazu führen, dass Fremdheit als Feindschaft erscheint”.

Dass es gut ist, Fremde als Gäste und nicht als Feinde zu sehen zeigt sich schon in dem empirischen Befund, dass alle Gemeinschaften, die die Grenze zu den Fremden als die zu Feinden konstruiert haben, die möglichst undurchlässig sein sollte, letztlich erstarrt und zugrunde gegangen sind. Wer die Fremden als Gäste aufnimmt, kann von deren fremder Kultur letztlich nur profitieren: Vielleicht erkennt man in der Verunsicherung, die das Fremde mit sich bringt, tatsächlich eigene Schwächen, mit denen sich die Auseinandersetzung lohnt. In jedem Falle ist es ein Zeichen von Stärke und Selbstbewusstsein, offen, interessiert und Gastfreundlich mit dem Fremden umzugehen.

[1] Thomas Bedorf: Die Konjunktur des Fremden. in: Die Fremde. Herausgegeben von Kurt Roettgers und Monika Schmitz-Emans, Verlag Die Blaue Eule, Essen 2007, Seite 27
[2] Siehe z.B. die berühmten Science Wars (einige wichtige Artikel aus dieser Debatte in „The Science Wars: Debating Scientific Knowledge and Technology” Herausgegeben von Keith Parsons, Contemporary Issues, Buffalo, N.Y, 2003
[3] Bruno Latour, Steve Woolgar: Laboratory Life, Princeton University Press 1986
[4] Kurt Röttges: Wildnis und Wahn. in: Die Fremde. Herausgegeben von Kurt Roettgers und Monika Schmitz-Emans, Verlag Die Blaue Eule, Essen 2007, Seite 98
[5] Kurt Röttgers: Der verlust des Fremden. In: Transkulturelle Wertkonflikte. Physica-Verlag 2002, Seite 17
[6] Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen. Duncker & Humblot, 1996

Kommentare (50)

  1. #1 Andrea N.D.
    Mai 19, 2009

    IEntschuldigung – ich habe gerade einen Kommentar aus Versehen ohne Name und Adresse geschickt. Ist er noch zu retten?

  2. #2 ali
    Mai 19, 2009

    Eigentlich war ich mit allem einverstanden. Es mag Sie erstaunen, ich habe aber sehr viele Sympathien für die Konstruktivisten in meinem Fach (wie man bei zoon politikon auch schon nachlesen konnte). Hier bin ich dann aber doch gestolpert:

    Natürlich lässt sich eine solche Grenz-Konstruktion auch anderswo beobachten, beispielsweise in den Kommentarbereichen wissenschaftsorientierter Blogs. Jeder Kommentar kann ein Grenz-Übertritt sein, kann die Frendheit des Schreibers gegenüber dem Blogger und der Gemeinschaft des Blogs sichtbar machen. Eine Debatte, in dessen Verlauf der Fremde zum Feind wird, führt zur Ausgrenzung. In der Kommunikation geht es nur noch darum, dem Anderen sein Fremd-Sein deutlich zu machen, im besten Falle werden ihm Wege aufgezeigt, wie er die Grenze wieder (in die andere Richtung) überqueren kann oder es wird ihm erklärt, was er zu tun hat, um seine Fremdheit zu verlieren.

    Das ist natürlich auch eine Art mit Kritik umzugehen. Oder sprechen Sie nicht von ihrem Blog?

    Wenn ein konträrer Standpunkt in einer Debatte als Ausgrenzung definiert wird, dann wird die konstruktive Diskussion sehr schwierig. Wenn Sie anecken mit Argumenten, heisst das nicht zwangsläufig, dass die ‘anderen’ Sie nicht verstehen (das ist ein Vorwurf, den ich aber implizit herauslese). Ironischerweise kann eine solche Sicht ihrerseits, genau im Sinne einer solchen Definition des ‘Anderen’ interpretiert werden.

  3. #3 Jörg Friedrich
    Mai 19, 2009

    @ali: Es ist vielleicht wichtig deutlich zu machen, dass ich zwar auch von Kommentaren bei den Arte-Fakten spreche, aber ganz sicher nicht von Ihren. Im Falle Ihrer Kommentare finde ich es eigentlich schade, dass wir uns einander bisher nicht ganz verständlich machen konnten, aber ich bin optimistisch, dass dies in Zukunft passiert.

    Der von Ihnen zitierte Absatz bezieht sich jedoch vor allem auf Kommentare zu Artikeln zu Theme wie Klimawandel und alternative Heilverfahren. Ich schrieb ja: Jeder Kommentar kann ein Grenz-Übertritt sein.

    Der Kommentator ist der Fremde, der als Gast oder als Feind gesehen werden kann,insofern betrachten Sie meinen Artikel bitte auch als Ermahnung an mich selbst.

  4. #4 Patrick
    Mai 19, 2009

    @J. Friedrich:

    Es ist vielleicht wichtig deutlich zu machen, dass ich zwar auch von Kommentaren bei den Arte-Fakten spreche, aber ganz sicher nicht von Ihren. Im Falle Ihrer Kommentare finde ich es eigentlich schade, dass wir uns einander bisher nicht ganz verständlich machen konnten, aber ich bin optimistisch, dass dies in Zukunft passiert.
    Der von Ihnen zitierte Absatz bezieht sich jedoch vor allem auf Kommentare zu Artikeln zu Theme wie Klimawandel und alternative Heilverfahren. Ich schrieb ja: Jeder Kommentar kann ein Grenz-Übertritt sein.
    Der Kommentator ist der Fremde, der als Gast oder als Feind gesehen werden kann,insofern betrachten Sie meinen Artikel bitte auch als Ermahnung an mich selbst.

    Das ist köstlich. Hiermit haben Sie einen Fan, Herr Friedrich! 😉

    Der erwähnte “Grenzübertritt” entsteht übrigens aus subjektiver Definition, bzw. wer wo die Grenzlinie seiner Akzeptanz zu einer fremden Ansicht zieht.
    Am Ende ist es doch nur wieder das persönliche Ego, was eine Diskussion indiskutabel macht.

  5. #5 Michael Michaelis
    Mai 19, 2009

    Das ist köstlich. Hiermit haben Sie einen Fan, Herr Friedrich! 😉

    Ich würde sagen: mission accomplished. Herr Friedrich, Sie haben jetzt Applaus von jener Seite, von der ich mir nicht recht vorstellen kann, daß Sie sie ernsthaft mit Argumenten versorgen wollen. Das wurde Ihnen verschiedentlich prognostiziert – jetzt haben Sie den Salat.

    Mich ärgert das, weil ich ebenfalls durchaus kritische Fragen an den wissenschaftlichen Betrieb habe – die Chance, diese Kritik so zu formulieren, daß sie bei den ScienceBlogs eine echte Debatte in Gang setzt, wurde aber spätestens an dieser Stelle vergeben.

  6. #6 Andrea N.D.
    Mai 19, 2009

    @Michael: Meine Befürchtung ist, dass Sie hier nicht verstanden werden. Bis jetzt hat fast jeder von Herrn Friedrich veröffentlichte Artikel einen Gegensatz zwischen Philosophie und Wissenschaft postuliert – unabhängig davon, wie das Thema nun genannt wurde. Und jedesmal war selbstverständlich die Philosophie die handlungsorientierende, normstiftende. Diesmal war es das Fremde, oder das Andere, andererorts theoretische Entitäten. Wie vielleicht bekannt ist, waren viele Philosophen auch Naturwissenschaftler und anders herum – ich kann diesen Krieg der Wissenschaft nicht so ganz nachvollziehen. Wieso maßen sich einige Personen an (die sich unglücklicherweise auch noch für Philosophen halten) als Pseudoreligion den Wissenschaftlern Werte vorzuschreiben? Sind Wissenschaftler nicht auch Menschen, die Werte haben können? Ich würde mir von Herrn Friedrich etwas mehr Konsens in der Grenzziehung wünschen. Meines Erachtens sollte sich Herr Friedrich auch endlich deutlich (dies ist sein Blog auf der Platform Science Blog) von seinen eigenen Äußerungen (Vergleich von Vorgehen Kommentaturen mit Diktatur) und denen andernorts, die eindeutig von ihm ausgelöst wurden (“stalinistisch”) distanzieren. Dann würde hier vielleicht auch endlich die leidige Debatte über den Applaus von der falschen Seite aufhören, weil dieser dann kein Futter mehr hätte und von selbst aufhören würde. Außer – diese Zustimmung ist von Herrn Friedrich gewollt. Dann wären wir wieder beim Anfang: Sie werden hier nicht verstanden.
    Philosophische Wissenschaftler und wissenschaftliche Philosophen, wo seid Ihr?

  7. #7 Andrea N.D.
    Mai 19, 2009

    Ergänze: es ist gewollt. Siehe:

    http://naturalismuskritik.wordpress.com/2009/05/16/fahne-im-wind/

    Kommentar 4 und 9.
    Augstein? Wohl mit dem Spiegel verwechselt? Und wenn er Stoiber hieße, wäre das Blatt wohl rechts?

    Danke Thilo, dass Du so eisern die Wessis (was ist das ?) verteidigst!

  8. #8 Michael Michaelis
    Mai 19, 2009

    Philosophische Wissenschaftler und wissenschaftliche Philosophen, wo seid Ihr?

    Na z.B. hier.

  9. #9 Marc
    Mai 19, 2009

    @Andrea N.D.

    Ich habe leider gerade nicht die Zeit zu einer wirklich ausführlichen Antwort, dennoch einige Anmerkungen meinerseits. Wenn Sie schreiben:

    Meine Befürchtung ist, dass Sie hier nicht verstanden werden.

    Dann habe ich den Eindruck, daß Ihnen v.a. daran gelegen ist, diesen Eindruck hier durch fleißig-gebetsmühlenhafte Kommentare zu zementieren. Es gibt durchaus auch hier den Effekt einer self-fulfilling-prophecy: Wenn man nur oft genug wiederholt jmd. sei nicht zu verstehen, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß dem tatsächlich so ist bzw. für manche Beobachter dieser Eindruck entsteht.

    Sie schrieben weiter:

    ich kann diesen Krieg der Wissenschaft nicht so ganz nachvollziehen.

    Hier kann ich ehrlicherweise nicht nachvollziehen, wo in Jörg Friedrichs Artikeln die Kriegserklärung versteckt ist.

    Wenn ich weiter (die suggestiv-unverschämte) Frage lese:

    Sind Wissenschaftler nicht auch Menschen, die Werte haben können?

    Dann frage ich mich, wo bitte dies in Frage gestellt wurde?

    Und insgesamt frage ich mich, wie eine (verzeihen Sie, aber diesen Eindruck habe ich) solchermaßen schizophrene Argumentation motiviert sein kann: einerseits lamentieren, daß der Autor angeblich nicht in jedem Fall nach strengsten wissenschaftlich-nüchternen Maßstäben argumentiert, andererseits greift man in den Kommentaren selbst sehr tief in die Trickkiste, um den Autor zu diskreditieren.

    Wie gesagt, das ist nur mein Eindruck. Möglicherweise wird dieser aber von anderen Lesern geteilt.

  10. #10 Althir
    Mai 20, 2009

    @Andrea N.D.:

    Am 26. Mai 2008 kaufte der Verleger und Journalist Jakob Augstein den Freitag und übernahm formell am 1. Juni des Jahres die Zeitung.
    (Quelle: Wikipedia, der Freitag)

    Im Imressum der Website von “der Freitag” steht ebenfalls Jakob Augstein als Verleger, er ist der Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein.

  11. #11 Patrick
    Mai 20, 2009

    @ Marc:

    Wie gesagt, das ist nur mein Eindruck. Möglicherweise wird dieser aber von anderen Lesern geteilt.

    Teile ich absolut. Das Problem ist, dass sich durch “Gruppierung” Gegensätze ganz automatisch in die Diskussion mit einschalten, obwohl ein Herr Friedrich mit seinen Themen und seiner Aussage dennoch versucht, neutral zu bleiben. (Ob tatsächliche “Neutralität” in dem Aufgreifen eines subjektiv zu beurteilenden Themas bestehen kann, darf man natürlich anzweifeln) Das ist zumindest mein Eindruck.

    Auch ich sehe mich in Bezug auf jenes scheinbar arg eingeschränkte Thema der “Wissenschafts- Kritik” (was immer das sein mag) als ein neutraler Leser und Kommentator der Scienceblogs. Obwohl meine Sicht (auf mich) da klarerweise auch schon wieder eine subjektive Bewertung ist.

    Nun kämpft man selbstverständlich auch für seine Gruppierung, indem man rhetorische Tricks verwendet (wie von Ihnen angesprochen), die man wie beiläufig in den Diskussionshintergrund streut, um denjenigen, der die Debatte auf den Tisch gebracht hat (hier z. B. Herr Friedrich), dezent in seiner Darstellung zu verunglimpfen.
    Das führt dazu, dass man jene Person auf Kurz oder Lang als “feindlich gegenüber den wissenschaftlichen Darstellungen” festlegen kann, obwohl sie es natürlich nicht ist, sondern lediglich diskussionswürdige Aspekte aufgeworfen hat, die von der vermeindlichen “Gegenseite” (Hardliner?) nicht gerne gesehen oder debattiert werden.

    Der psychologische Aspekt dahinter, ist die persönliche Definierung zu einer Gruppe, die um Himmels willen nicht “abgewertet” werden darf.
    So entsteht auch Empfindlichkeit gegenüber “leichten” Kritiken.

  12. #12 Thilo Kuessner
    Mai 20, 2009

    @ Althir:
    Ich muß zugeben, als ich den Freitag zum letzten Mal gelesen habe, war noch Günter Gaus Herausgeber und das ist schon ziemlich lange her. Damals hatte er jedenfalls eine sehr eindeutige politische Ausrichtung.

  13. #13 Andrea N. D.
    Mai 20, 2009

    @Marc: Ihre “einseitige” Ausrichtung überrascht mich. Soll das hier jetzt so eine Seite wie die desjenigen werden, in der der Autor über Autoren von SB herzieht? Muss die Gesinnung des einen Verleges mit dem anderen wegen direkter Verwandtschaft gleich oder verschieden sein? Die Begründung war doch: Augstein ist der Besitzer (?). Was sagt das aus?
    Ich verstehe nicht, was an der Frage: Sind Wissenschaftler nicht auch Menschen, die Werte und Normen haben können, unverschämt-suggestiv ist? Haben Sie diese vielleicht so aufgefasst? Alleine, dass Sie diese zitieren, zeigt doch, dass Sie ein Problem damit haben.
    Betreffend Kriegserklärung: Haben Sie schon einmal etwas von Science Wars gehört (wird übrigens vom Autor zitiert) – darauf habe ich mich bezogen.
    Wenn ich Ihren wissenschaftlichen Maßstäben nicht genüge, tut mir das leid, da habe ich durchaus Defizite. Allerdings daraus Rückschlüsse auf die anderen Kommentatoren und deren Kritik an der Unwissenschaftlichkeit des Autors zu ziehen, halte ich nicht für legitim.
    Ich kämpfe eigentlich nicht für eine Gruppierung. Ich wende mich gegen Leute die andere (Ein-)Gruppieren. Dazu gehören Sie wohl.

  14. #14 ali
    Mai 20, 2009

    @Patrick

    (…) die von der vermein[t]lichen “Gegenseite” (Hardliner?) nicht gerne gesehen oder debattiert werden.

    “Vermeintliche ‘Gegenseite'”? “Hardliner”? “Nicht gerne (…) debattiert werden”?

    Ich hoffe ich bin für meinen Teil weniger in Rudelbildung involviert als du in diesem Kommentar. Ich versuche solche Unterstellungen und Labels zu vermeiden. Du zeigst mit den Finger auf die, die du des ‘Mit-dem-Finger-auf-andere-zeigen’ beschuldigst.

  15. #15 Ludmila
    Mai 20, 2009

    @ali: So was nennt man “Projektion” habe ich inzwischen gelernt. Das, was die Leute selbst am ausgiebigsten betreiben, weisen sie anderen Menschen zu.

  16. #16 Jörg Friedrich
    Mai 20, 2009

    @Ali, Patrick, Ludmila: Solche “Projektionen” sind sicherlich Teil der beschriebenen Grenz-Konstruktionen. “Die Fremdheit des Eigenen spiegelt sich gewissermaßen im Fremden.” – so hatte ich in meinem Text oben Bedorf zitiert. Man kann dieses Ping-Pong-Spiel beliebig lange betreiben (der Satz “Das, was die Leute selbst am ausgiebigsten betreiben, weisen sie anderen Menschen zu.” lässt sich ja rekursiv wieder dem Sprecher zuschreiben) – das ist wohl der sicherste Weg, Fremde als Feinde zu konstruieren.

  17. #17 ali
    Mai 20, 2009

    @Jörg Friedrich

    das ist wohl der sicherste Weg, Fremde als Feinde zu konstruieren.

    Ich sehe mehr als nur zwei Lager in diesen Diskussionen und meine einige Graustufen zu erkennen. Eigentlich war ich bemüht, Feindbilder zu dekonstruieren. Bin mir aber nach diesem Schlusssatz nicht mehr ganz sicher ob mir das gelang.

    Mein Versuch schon im ersten Kommentar auf Sinnlosigkeit eines solchen Tischtennisspiels hinzuweisen scheiterte offensichtlich.

    Also was tun?

  18. #18 Jörg Friedrich
    Mai 20, 2009

    @Ali: Ich hatte Ihr Anliegen schon verstanden und teile auch den Eindruck, dass es Graustufen in der Diskussion gibt. Feindbilder zu dekonstruieren gelingt natürlich immer nur vorläufig, vom Scheitern ist man immer nur 1-2 Kommentare weit entfernt.

    Eine Kultur der Gastfreundschaft wird sich auch bei Arte-Fakten nicht von einem Tag auf den anderen einstellen und bei der Grundsätzlichkeit der hier diskutierten Fragen wird sie vermutlich immer instabil sein. Blog-Kommentar-Kommunikation ist außerdem immer eine Quelle von Missverständnissen: Man schreibt schnell und dann ist das Geschriebene für immer in der Welt. Wohlwollende, nachsichtige Interpretation ist da gefragt.

  19. #19 Ludmila
    Mai 20, 2009

    @Jörg Friedrich: Sie raffen es einfach nicht, oder? Kreationisten und Relativitätsleugner sind Feinde. Die grundsätzliche Ablehnung der wissenschaftlichen Methode und Wissenschaftlichkeit geht eben nicht zusammen. Da können Sie noch so oft meinen, den Vermittler spielen zu können. Das einzige, was wir als Gesellschaft davon bekommen haben, ist eine Entwertung der wissenschaftlichen Methode. Das ist der Anfang vom Ende jeder Wissenschaftlichkeit.

    Da hilft auch keine “Habt-Euch-doch-alle-lieb”-Rhetorik. Im Gegenteil, die spielt eigentlich nur denen in die Hände, die uns am liebsten eher heute als morgen begraben möchten. Wenn Sie für Wissenschaftsfeinde auch noch den Totengräber spielen möchten: Bitte schön. Aber erwarten Sie nicht von mir, dass ich Ihnen dafür auch noch Beifall klatschen werde.

    Und noch etwas: Wenn jede Denkposition als gleichwertig angesehen wird, wenn jeder Gehirnfurz als gleichwertig neben jahrelange harte Arbeit gestellt wird, dann haben wir geistige Hyperinflation. Dann ist jede Denkposition wirklich gleich viel wert. Nämlich gar nichts.

  20. #20 Monika Mustermann
    Mai 20, 2009

    @Ludmila:
    “Kreationisten und Relativitätsleugner sind Feinde.”
    Genau! Auf den Scheiterhaufen mit ihnen!

  21. #21 Jörg Friedrich
    Mai 20, 2009

    @Ludmila: Der Satz “Kreationisten und Relativitätsleugner sind Feinde” ist abstrakt, konkret wird er erst, wenn Sie in einer Diskussion jemanden als Kreationisten (und damit als Feind) bestimmen. Das ist die Grenzziehung, die Sie vornehmen.

  22. #22 Ludmila
    Mai 20, 2009

    @Monika Mustermann: Ich hoffe mal sehr, dass Sie das ironisch meinen und nicht ernsthaft glauben, dass ich solchen menschenverachtenden Schwachsinn von mir geben würde.

    Was wird Voltaire noch mal zugeschrieben? “Ich bin nicht Ihrer Meinung, würde aber für das Recht kämpfen, dass Sie Ihre Meinung aussprechen dürfen.” Oder so ähnlich.

    Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass ich alle Menschen dieser Welt lieb haben muss und nicht Schwachsinn als Schwachsinn bezeichnen darf. Kuscheltotalitarismus ist auch eine Form von Totalitarismus. Ich werde Kreationisten und sonstiges Gesocks mit Argumenten und Worten und mit meiner Arbeit bekämpfen. Und dazu stehe ich auch.

  23. #23 Ludmila
    Mai 20, 2009

    @Jörg Friedrich: Würden Sie einem dunkelhäutigen Mitbürger auch sagen, dass Neonazis erst dann zu seinen Feinden werden, wenn er Sie als Neonazis bezeichnet? Oder muss er erst drauf warten, bis er verdroschen oder Schlimmeres wird? *Ja, ich weiß Goodwins Law*

    Diese “Die werden erst zu Feinden, wenn Sie sie zu Feinden bestimmen”-Rhetorik ist ziemlich realitätsfern.

  24. #24 Patrick
    Mai 20, 2009

    @Ludmila:

    Diese “Die werden erst zu Feinden, wenn Sie sie zu Feinden bestimmen”-Rhetorik ist ziemlich realitätsfern.

    Nein, Ludmila. Das ist deine persönliche, subjektive Sichtweise, die jene Definition von “Feinden” erst aufwirft.
    Zu deinem Beispiel: Der Dunkelhäutige muss Neo-Nazis zwangsläufig nicht als “Feinde” betrachten, nur weil diese offenbar eine fragwürdige Ideologie gegenüber seinem Äußeren oder seiner Herkunft vertreten. Das ist ja eines der großen Probleme. Neulich hatte eine Gruppe von türkischstämmigen Jugendlichen den Freund meiner Schwester als “Feind” betrachtet, weil er Military- Klamotten getragen hatte, aber keineswegs fremdenfeindlich ist. Den haben sie natürlich (zusammen mit meiner schwangeren Schwester) erst mal ordentlich terrorisiert und eingeschüchtert.
    Die Grenze haben in diesem Fall die Jugendlichen gezogen, nicht derjenige, der dies unabsichtlich “provoziert” hat (mit Tarnfarbenoutfit).
    Wenn DU also sagst, diese und jene sind “Feinde”, ziehst ganz alleine DU auch die Grenze, aus deiner subjektiven Bewertung heraus.
    Weiter geht es dann natürlich, wenn z. B. der Florian in seinem Blog ganz dezent behauptet (festlegt und definiert) dass alle sog. “Esoteriker” auch “wissenschaftsfeindlich” wären.
    Hier werden aus eigenem Gutdünken ganz pauschal Grenzen gezogen, die jede weitere Diskussion zu einem Thema auf Grund allgemeiner Subjektivität (im Sinne von: “Gruppierungs- Zuordnung”) unbrauchbar machen.

  25. #25 Jörg Friedrich
    Mai 20, 2009

    @Ludmila: Das Problem ist, dass bei Ihrer Satzkonstruktion auf beiden Seiten ein Allgemeinbegriff steht, bei mir steht links ein Konkretum.

    Nehmen wir zunächst ein unverfängliches Beispiel: Den Himmelskörper Pluto. Indem Sie sagen: “Die Erde ist ein Planet, aber der Pluto ist kein Planet.” Haben Sie eine Grenze konstruiert, Sie haben dabei natürlich weder die Erde noch den Pluto noch die Eigenschaften, die den einen zum Planeten machen und den anderen ausschließen, konstruiert, aber die Grenzziehung, das war Ihre Entscheidung bzw. die der wissenschaftlichen Gemeinschaft. (Sie haben mit der Entscheidung gleichzeitig den Begriff des Planeten konstruiert, manche würden auch sagen, Sie haben den Fakt “Pluto ist kein Planet” konstruiert – aber das ist eine andere Geschichte.)

    Mit der Grenzziehung bestimmt sich auch das Verhalten gegenüber den Objekten, z.B. werden die Namen der Planeten, ihre Größe usw in der Schule gelehrt, sodass der Pluto durch die willkürliche Grenzziehung vielleicht bald in Vergessenheit gerät.

    Man könnte die Grenze auch anders ziehen, man könnte auch viel mehr Begriffe benutzen, viel mehr differenzieren – vor allem kann man versuchen, sich der Willkürlichkeit der Grenzziehung immer bewusst zu sein.

    Nun zurück zu unseren Blog-Diskussionen. Sie lesen Kommentare eines Unbekannten, Sie schauen vielleicht auf seine Web-Seite, verfolgen seine Äußerungen und stellen fest: “Ein Kreationist!” und damit “Ein Feind!” Damit entsteht die Grenze, und diese Grenze ist von Ihnen gezogen. Sie könnten sie auch anders ziehen, dann würde der, den Sie ausgrenzen, vielleicht nicht als Feind erscheinen, wenn auch als Fremder. Das ist der Punkt.

  26. #26 Patrick
    Mai 20, 2009

    @ali:

    Ich hoffe ich bin für meinen Teil weniger in Rudelbildung involviert als du in diesem Kommentar. Ich versuche solche Unterstellungen und Labels zu vermeiden. Du zeigst mit den Finger auf die, die du des ‘Mit-dem-Finger-auf-andere-zeigen’ beschuldigst.

    Darum “vermeintliche Gegenseite” in Anführungsstrichen und “Hardliner” in Klammern mit einem Fragezeichen.
    Wenn dies dennoch als ein “Fingerzeig” verstanden wurde, muss ich mich für meine subjektive Haltung entschuldigen, die jene Erfahrung, aus weiten Teilen der Scienceblogs, gebildet hat.

  27. #27 Ludmila Carone
    Mai 20, 2009

    @Patrick:
    Wenn jemand offen eine rassistische Ideologie vertritt, dann definiert er sich von vornherein als Feind von allen, die nicht in das Schema seiner “Rasse” passen. Es ist absolut legitim, sich mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen Rassisten zu verteidigen und das auch bevor man das Messer in die Eingeweide kriegt. Genauso hat jemand, der die wissenschaftliche Methode grundsätzlich ablehnt, sich durch diese Ideologie Wissenschaft und Wissenschaftler als Feind definiert-

    Deine Unterstellung ich würde Leute alleine anhand Ihres Aussehens abqualifizieren, kannst Du Dir übrigens sparen.

    Dass Du das nicht verstehst, war mir schon klar. Du bist ja auch der Ansicht, man soll sich verstellen, um ja nicht anzuecken oder für seine Überzeugung einstehen zu müssen: Kuscheltotalitarismus.

    @Jörg Friedrich:

    Damit entsteht die Grenze, und diese Grenze ist von Ihnen gezogen. Sie könnten sie auch anders ziehen, dann würde der, den Sie ausgrenzen, vielleicht nicht als Feind erscheinen, wenn auch als Fremder. Das ist der Punkt.

    Hach, das ist wieder so nebulös und unkonkret und so, so philosophisch klingend. Immer schön, wie Sie erst hingehen und anderen Leuten erklären, wie die Welt angeblich ist und dann kneifen, wenn es ans Eingemachte gehen. Na, ich schau mir mal an, wie Sie mit der Einstein-Leugnerin zu Rande kommen.

  28. #28 Patrick
    Mai 20, 2009

    @Ludmila:

    Deine Unterstellung ich würde Leute alleine anhand Ihres Aussehens abqualifizieren, kannst Du Dir übrigens sparen.

    Hatte ich nicht gemacht oder vorgehabt. Bitte nicht paranoid meine Beiträge analysieren. Manchmal umschreibe ich es vielleicht zu umständlich… oder Du hast es nicht verstanden. Ebensowenig, wie Herrn Friedrichs Aussage, die parallel zu meiner entstanden, ist und im Prinzip das Gleiche aussagt.

    Und warum sollte ich einen so gewaltigen Wert auf meine subjektive Meinung legen, dass ich überall nur Grenzen ziehen muss, um meine sture Ansicht zu vertreten? Ich bin ein Mensch, mit Theatralik in seiner Aussage, Fehlern und falschen Bewertungen, bzw. Einschätzungen.
    Was Du “kuscheltotalitär” nennst, nenne ich “gediegen eine Diskussion führen und beharrlich gegenüber seinem Standpunkt zu sein, ohne dabei den Wert anderer Meinungen beabsichtigt schmälern zu müssen”.

  29. #29 Ludmila Carone
    Mai 20, 2009

    @Patrick:

    “gediegen eine Diskussion führen und beharrlich gegenüber seinem Standpunkt zu sein, ohne dabei den Wert anderer Meinungen beabsichtigt schmälern zu müssen”.

    Dann führ mal schön gediegen eine Diskussion mit Rassisten, ohne den Wert dieser Meinung zu schmälern. Eine Meinung, die übrigens – der Vollständigkeit halber – darin besteht, den Wert anderer Menschen in Frage zu stellen. Ich verteidige lieber den Wert des Menschen und verachte und bekämpfe die rassistische Meinung.

  30. #30 Patrick
    Mai 20, 2009

    @Ludmila:
    Ich verteidige lieber den Wert des Menschen und verachte und bekämpfe die rassistische Meinung.

    Ich weiß schon, was Du meinst, Ludmila. Und ich finde es auch gut, dass Du noch jemand bist, der mit Herz bei der Sache ist.
    Aber mit Gemüt und Gefühlen lässt sich eben meist keine anständige Diskussion führen. Sowas führt nur zu einem gegenseitigen Vorwurfsverhalten.

    Was meinst Du, warum ich über Politiker lache, die ihre Gegenseite versuchen mit läppischen Aussagen herabzuwerten? Weil ich weiß, dass der Mensch leider Gottes verstanden hat, dass es einfacher ist, sich über jemanden zu heben, indem man den anderen niedermacht.
    “Besser” ist relativ und schwierig zu verkaufen. “Schlechter” ist schnell mit einer einfachen Aussage getätigt.

  31. #31 Patrick
    Mai 20, 2009

    @ Ludmila:
    … da fällt mir noch ein…
    Eine Meinung, die übrigens – der Vollständigkeit halber – darin besteht, den Wert anderer Menschen in Frage zu stellen.

    Ja, aber was passiert denn, wenn Du (wie jetzt in unserem Beispiel) einen Rassisten in einer Diskussion als dummen, ahnungslosen Volldeppen bezeichnen würdest?

    Du kannst eine Ideologie (ob sie noch so “rotten” sein mag) nicht mit einem Wutausbruch bekämpfen.
    Es sei denn, dir ginge es nur darum zu “gewinnen” – zumindest im weitesten Sinne. Aber das hast Du auch schon, wenn Du begreifst, dass die rassistische Einstellung deines Gegenübers vollkommen daneben ist, und Du vielleicht schon so weit bist, zu analysieren, aus welchen Umständen diese Person kommen mag, was sie zu solch einer Ansicht getrieben hat.

    Ich glaube da stimmen mir die meisten zu, wenn ich behaupte, dass es einfach mehr Sinn macht, sein Gegenüber zu verstehen, als diesen nur in den Boden zu stampfen.
    Gewalt erzeugt Gegengewalt – so einfach.
    Florian bezeichnet sog. “Eso- Spinner” auch nur als “wissenschaftsfeindlich”, weil ihm mal ein Astrologe “dogmatischer Sturbock” an den Kopf geworfen hat.
    Unser Gemüt ist einfach und meistens zu durchschauen.

  32. #32 Ludmila Carone
    Mai 20, 2009

    @Patrick: Du gehst von der irrigen Annahme aus, dass man mit jedem Menschen reden könnte. Das ist eben leider nicht so. Die Hardcore-Esoteriker oder die Hardcore-Rassisten werde ich niemals erreichen können. Die sind so erstarrt in ihrem Dogmatismus, dass sie es selbst nicht merken.

    Aber es gibt mehr als genug Leute dazwischen, die vielleicht gar nicht merken, welche Ideologie sich hinter bestimmten Meinungen verbirgt oder die sich von den Falschaussagen blenden lassen. Meinst Du ein Neonazi gibt in der Fußgängerzone offen zu, dass er rassistisch ist? Nein, der kaschiert das geschickt.

    Ich bin der Ansicht, dass man hier am besten verfährt, indem man die Dinge beim Namen nennt und die Leute als das entlarvt, was sie sind. Oder am besten sie sich selbst entlarven lässt. Damit andere merken, womit sie es wirklich zu tun haben.

    Damit werde ich sicherlich keine Beliebtheitswahl gewinnen, aber ich stehe lieber aufrecht und ehrlich und bleib mir selbst treu als von jedem angehimmelt zu werden und mich dabei so zu verbiegen, dass ich mich selbst nicht mehr erkenne. Wobei selbst letzteres nicht funktioniert. Der Opportunist wird nämlich im Grunde von allen gleichermaßen verachtet.

  33. #33 Rogoshin
    Mai 20, 2009

    Hallo Herr Friedrich,

    ein guter Artikel, der mir als Kenner der Materie indes natürlich noch etwas zu oberflächlich ist und leider einige wichtige Reflexionen ausspart. Daher wollte ich Ihnen, falls Sie daran interessiert sind, noch einige Lektüretipps an die Hand geben:

    – Mary Douglas – Purity and Danger
    – Bernhard Waldenfels – Der Stachel des Fremden / Topographie des Fremden – Studien zur Phänomenologie des Fremden 1 / Grenzen der Normalisierung – Studien zur Phänomenologie des Fremden 2 / Sinnesschwellen – Studien zur Phänomenologie des Fremden 3 / Vielstimmigkeit der Rede – Studien zur Phänomenologie des Fremden 4
    – Emmanuel Levinas – Die Spur des Anderen /Die Zeit und der Andere /Gewalt und Metaphysik
    – Edmund Husserl – Cartesianische Meditationen (natürlich v.a. die V.Meditation)
    – Jean-Paul Sartre – Das Sein und das Nichts (v.a. seine Ausführungen zum Blick und der Scham)

    M.E. sind gerade phänomenologische Studien zum Topos “Fremdheit” nach wie vor am ergiebigsten. Sollten Sie die Schriften bereits gelesen haben – umso besser.
    Ansonsten wünsche ich Ihnen noch viel Spass beim Bloggen und und Kraft beim Hüten dieses Kindergartens hier.

  34. #34 Michael Michaelis
    Mai 20, 2009

    @Marc: Sie werfen Andrea N.D. vor:

    Ich habe leider gerade nicht die Zeit zu einer wirklich ausführlichen Antwort, dennoch einige Anmerkungen meinerseits. Wenn Sie schreiben:”Meine Befürchtung ist, dass Sie hier nicht verstanden werden. ” [etc.]

    Dieser Satz von Andrea richtete sich an mich, nicht an Jörg Friedrich. Die komplette Attacke danach zielt also ins Leere, weil ich – wie ich im Blog schon mehrfach an deutlich gemacht habe – die Standpunkte von Herrn Friedrich keinesfalls teile.

    Ich will das nur festhalten, weil ich den Eindruck habe, daß hier so langsam alle dazu übergehen – ohne die jeweilige Gegenseite auch nur gründlich gelesen, geschweige denn verstanden zu haben -, mit hochrotem Kopf vor der Tastatur zu sitzen und in überhitztem Zustand Kommentare zu tippen. – Von diesem Vorwurf nehme ich Jörg Friedrich übrigens ausdrücklich aus; er ist derjenige, der hier so Manches herunterschluckt, ohne persönlich zu werden.

    Was mich an dieser Debatte stört, ist jedoch gar nicht so sehr die Rhetorik, die hier gefahren wird. M.E. ist es völlig unnötig, am Wissenschaftsbegriff zu drehen, wenn man Kritik am Betrieb von Wissenschaft üben will. Man holt sich die Esoteriker und Spinner an Bord, die nicht genug davon bekommen können, einem zuzustimmen (obwohl sie nicht die Bohne kapiert haben, worum es eigentlich geht), und vergrätzt gleichzeitig all die, die noch rational denken können.

    Wenn man philosophische Fragen stellt – etwa nach den Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit -, spricht doch überhaupt nichts dafür, die wissenschaftliche Methodik in Frage zu stellen. Genau im Gegenteil: man sie auch dann verwenden, wenn der Gegenstand eben nicht Natur lautet, sondern z.B. Gesellschaft, Kunst, oder sogar Metaphysik.

  35. #35 Florian Freistetter
    Mai 20, 2009

    @Patrick: “Florian bezeichnet sog. “Eso- Spinner” auch nur als “wissenschaftsfeindlich”, weil ihm mal ein Astrologe “dogmatischer Sturbock” an den Kopf geworfen hat.”

    Echt? War ich mal bei dir in psychologischer Behandlung, oder woher weisst du das? Ich kann Ludmila da nur zustimmen: “Eso-Spinner” sind deswegen wissenschaftsfeindlich, weil sie der wissenschaftlichen Methode diametral gegenüber stehen und auch aktiv gegen sie vorgehen (siehe z.B. die Ambitionen der “Alternativmediziner” für ihre “Therapien” spezielle Bewertungsmethoden durchzusetzen, weil die wissenschaftliche Methode ihnen keine Wirksamkeit bescheinigt). Ob mich Astrologen et al. beleidigen ist mir ziemlich egal – das tangiert mich wenig.

    Aber ansonsten will ich mich in diese Diskussion nicht weiter einmischen. Ich halte es da mit Richard Feynman, der sagte: “Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds” 😉

  36. #36 Patrick
    Mai 20, 2009

    @Florian:
    Echt? War ich mal bei dir in psychologischer Behandlung, oder woher weisst du das?
    Die Schlußfolgerung einer emotionalen Basis, der wir alle mehr oder weniger unterliegen.

    Kann aber natürlich auch sein, dass Du da draußen so einen Haufen “Feinde” siehst, weil Du (wie in diesem Thema angeschnitten) gewisse “Grenzen” gezogen hast.
    Demnach müsste ich alle Fleischesser als “Feinde meines Vegetarismus” bezeichnen. Aber tatsächlich wollen sie mich ja nicht bekämpfen. Ebensowenig wie dich deine vermeindlichen Esofeinde von wissenschaftlichen Grundlagen abbringen wollen.

  37. #37 Florian Freistetter
    Mai 20, 2009

    @Patrick: Soll ich dir jetzt wirklich erklären, wo der Unterschied zwischen privaten Weltsichten (Fleischessen/kein Fleisch essen) und einer Methode wie der Wissenschaft liegt? Ob du Fleisch isst, oder nicht, interessiert niemanden und deine Entscheidung hat auch (kaum) negative Konsequenzen für andere (Tiere ausgenommen). Aktiv gegen die Wissenschaft vorzugehen hat aber sehr wohl Auswirkungen auf alle Menschen.

    @Ludmila: diese Reaktionen waren eigentlich vorzusehen. Ich glaube, die Sache war schon vorbei, als du das Wort “Feind” benutzt hast. Heutzutage müssen sich ja alle liebhaben und nichts darf schlechter als irgendwas anderes sein. Wer “Feinde” hat oder sieht hat wahrscheinlich irgendwelche schlimmen emotionalen Defizite und braucht ne Kuscheltherapie 😉

  38. #38 Michael Michaelis
    Mai 20, 2009

    @Florian Freistetter:

    Aber ansonsten will ich mich in diese Diskussion nicht weiter einmischen. Ich halte es da mit Richard Feynman, der sagte: “Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds” 😉

    Schönes Zitat 🙂

    Es gibt aber noch “Ornithology” (ein Stück von Charlie Parker) und “Conference of the Birds” (ein Album vom Jazzbassisten Dave Holland). Ich will damit sagen: Wissenschaftsphilosophie ist wahrscheinlich ein Widerspruch in sich selber. Naturwissenschaften bearbeiten aber nicht alle Aspekte menschlichen Daseins.

  39. #39 Florian Freistetter
    Mai 20, 2009

    @Michael Michaelis: Ich wollte damit auch nicht sagen, dass Wissenschaftsphilosophie unnötig ist! Das soll durchaus alles erforscht und untersucht werden. Ich bezweifel nur, dass ich daraus irgendwelche konkreten Hilfen für meine konkrete wissenschaftliche Arbeit als Astronom erhalten kann (es mag Ausnahmen geben).

  40. #40 Michael Michaelis
    Mai 20, 2009

    @Florian Freistetter:

    Ich bezweifel nur, dass ich daraus irgendwelche konkreten Hilfen für meine konkrete wissenschaftliche Arbeit als Astronom erhalten kann.

    Yep. Das ist der Punkt.

    1) Wissenschaftsphilosophie ist unnötig – aber das nur am Rande.

    2) Ihre Arbeit findet statt in einem bestimmten Zusammenhang – und das ist ein gesellschaftlicher Zusammenhang. der sich auch sehr konkret auswirkt. Als Astronom ist man da – in Abwesenheit von Raumschiffen, die Kolonisten auf neue Planeten verfrachten könnten – wohl nicht so sehr verdächtig, konkret in gesellschaftliche oder politische Zusammenhänge einzugreifen. 🙂

    Es gibt aber Bereiche, die sich sehr wohl moralisch rechtfertigen müssen – spätestens ein Mediziner muß sich mit philosophischen Fragen herumschlagen, ob er das will oder nicht.

  41. #41 Florian Freistetter
    Mai 20, 2009

    @Michael Michaels: “Es gibt aber Bereiche, die sich sehr wohl moralisch rechtfertigen müssen – spätestens ein Mediziner muß sich mit philosophischen Fragen herumschlagen, ob er das will oder nicht.”

    Das ist wohl richtig. Aber dann wäre es wohl besser, wenn diese philosophischen Fragen von jemanden untersucht werden, der eine Ausbildung in Philosophie UND Medizin hat. Jemand, der keine (natur)wissenschaftliche Ausbildung hat, ist meiner Meinung auch nicht kompetent genug, um Philosophie der (Natur)Wissenschaft zu betreiben.

  42. #42 Michael Michaelis
    Mai 20, 2009

    Das ist wohl richtig. Aber dann wäre es wohl besser, wenn diese philosophischen Fragen von jemanden untersucht werden, der eine Ausbildung in Philosophie UND Medizin hat.

    Das ist kein schlechter Punkt – im Gegenteil: das bezeichnet möglicherweise das Zentrum der ganzen Debatte.

    [polemik]Haben Sie Kant gelesen? Wo liegt Ihre Expertise in der Beurteilung soziologischer Theorie – oder haben Sie Marx Habermas Luhmann Adorno gelesen? Wo liegt Ihre Expertise, wenn es darum geht, philosophische Problemfelder zu beurteilen?[/polemik]

    Ich verstehe durchaus, worauf Sie abzielen – als Musiker, der Musiksoftware schreibt, bin ich sogar die personifizierte Ausnahme. Dennoch ist Ihre Anforderung letztlich illusorisch – und eine nur Forderung, aber kein Argument.

  43. #43 Florian Freistetter
    Mai 20, 2009

    “Dennoch ist Ihre Anforderung letztlich illusorisch – und eine nur Forderung, aber kein Argument.”

    Richtig – es war auch als Forderung gedacht. Ich denke, das sollte bei der Ausbildung berücksichtig werden. Also entsprechende Vorlesungen für Philosophen und Wissenschaftler in die Lehrpläne…

  44. #44 Jürgen Schönstein
    Mai 21, 2009

    @Jörg Friedrich
    “Was ist dieses Fremde, was sind überhaupt Fremde und wie werden sie vom Eigenen unterschieden, und wie ist damit umzugehen?”

    Als jemand, der in der “Fremde” lebt, fühle ich mich von solchen Fragen natürlich angeprochen. Nicht philosophisch, sondern ganz praktisch. Und dieser praktische Alltag kennt, zumindest aus meiner Erfahrung, keine Dichotomie zwischen dem Eigenen und dem Fremden” – dies sind vielmehr zwei Pole eines Kontinuums. Die Amerikaner haben diesem Kontinuum die Metapher des “Melting Pot”, des Schmelztiegels gegeben. Das eigene “Fremdsein” ist für die Mehrheit hier ein Teil ihrer Biografie – die Gleichsetzung von Fremd = Feind ist hier bestimmt nicht mal statistisch belegbar (und auch nicht kriminalstatistisch: die Masse der Gewaltverbrechen geschieht innerhalb der eigenen Gruppe, der Familie, der Gang, der Nachbarschaft etc.) Der Fremde ist potenziell Feind und Freund – was natürlich banal ist, denn selbst der Bruder, der Vater, die Familie sind an irgend einem sehr frühen Punkt der Persönlichkeitsentwicklung “Fremde”. Und aus Feinden werden Freunde, aus Freunden Feinde, aus Fremden Bekannte, Bekannte verfremden sich …

    Noch nicht mal in den Blogkommentaren, die ja angeblich so polarisiert sein sollen, finde ich diese Dichotomie. Um nur mal einen Gedanken hier in den Raum zu stellen: Wie wäre dann “vertraute Feind” zu definieren, der zuverlässig an allem rumstänkert, was ein bestimmter Autor von sich gibt?

  45. #45 Jörg Friedrich
    Mai 21, 2009

    @Florian Freistetter: Einige Anmerkungen:

    “Philosophy of science is about as useful to scientists as ornithology is to birds”

    Ich finde den Vergleich auch sehr zutreffend – aus mehreren Gründen. Ornithologen haben durch Ihre Forschungen sicherlich schon einiges zum Überleben von Vogelarten beigetragen – und die Vögel danken es ihnen nicht.

    Es gibt mehr Wissenschafts-Philosophen mit naturwissenschaftlicher Ausbildung als Sie vielleicht annehmen. Und Sie würden vielleicht auch staunen wenn Sie einmal ein Seminar an der FernUni Hagen besuchen würden, wie viele Mediziner, Mathematiker und Naturwissenschaftler da im Moment im Masterstudiengang Philosophie studieren.

    Als Reaktion auf einen meiner ersten Kommentare bei ScienceBlogs wurde ich gefragt, was ich eigentlich gegen die Quantenmechanik hätte – ich würde doch täglich damit arbeiten – wenn ich den Computer benutze (ich habe nichts gegen Quantenmechanik) Ich glaube, so ähnlich ist es mit Ihrer täglichen Arbeit in der Astronomie – Sie zehren täglich von philosophischen Vorraussetzungen, die Ihnen vielleicht nicht immer bewusst sind. Einige davon haben Sie sich sozusagen nebenbei erworben, andere sind in die Ausbildung eingeflossen, so wie die Erkenntnisse der Quantenmechanik in die Computertechnologie eingeflossen sein mag.

    @Jürgen Schönstein: Ich denke, wenn ich von der “Konstruktion der Grenze” spreche, davon, dass jeder sich den Fremden als Feind oder als Gast selbst konstruiert, dann passt das ganz gut mit dem von Ihnen geschriebenen zusammen.

  46. #46 Jürgen Schönstein
    Mai 21, 2009

    @Jörg Friedrich

    Ich denke, wenn ich von der “Konstruktion der Grenze” spreche, davon, dass jeder sich den Fremden als Feind oder als Gast selbst konstruiert, dann passt das ganz gut mit dem von Ihnen geschriebenen zusammen.

    Ich stoße mich hier an der Aussage, dass “jeder sich den Fremden als Feind oder als Gast selbst konstruiert”. Mag ja sein, dass dies philosphisch belegbar ist – empirisch nachvollziehbar ist es trotzdem nicht. Und hat – zumindest für meinen in philosphisch-semantischen Feinheiten nicht sehr geschärften Verstand – den Beigeschmack, als ob die Opfer von Fremdenhass (das ist ja eine sehr konkrete Kombination der Begriffe “Fremd” und “Feind”) selbst dran schuld sind. Schließlich fallen sie ja auch in die Kategorie “jeder” …

  47. #47 Jörg Friedrich
    Mai 22, 2009

    Im Falle des Fremdenhasses konstruiert sich nicht der Fremde als Feind, sondern er wird von denen, die ihn hassen, als Feind konstruiert. Fremdenhass ist aus meiner Sicht der beste empirische Beleg für die Konstruktion des Feindes (des Fremden als Feind). Während Sie den Fremden als Gast willkommenheißen, wird er von anderen als Feind wahrgenommen – und gehasst.

  48. #48 Jörg Friedrich
    Mai 24, 2009

    @Rogoshin: Vielen Dank für die Literaturhinweise, die ich tatsächlich zum großen Teil noch nicht gelesen habe. So ist also die Liste der zu lesenden Texte wieder länger geworden…

  49. #49 Jürgen Schönstein
    Mai 26, 2009

    @Jörg Friedrich

    Fremdenhass ist aus meiner Sicht der beste empirische Beleg für die Konstruktion des Feindes (des Fremden als Feind). Während Sie den Fremden als Gast willkommenheißen, wird er von anderen als Feind wahrgenommen – und gehasst.

    Das stimmt natürlich – aber wie sehen Sie diese Situation dann aus der Sicht des Fremden? Was konstruiert der sich hier? Den Feind hat er ja, das ist ein Fakt – aber wie hat er ihn sich kosntruiert?

  50. #50 Jörg Friedrich
    Mai 26, 2009

    Der Einzelne in der fremde muss sich nicht sozusagen vorab einen Feind konstruiert haben er erfährt die Feindschaft, die ihm entgegenschlägt, oft unerwartet und praktisch. Der Satz “Er hat einen Feind” ist ja doppeldeutig – und ich glaube, auf diese Doppeldeutigkeit wollen Sie hinaus: Der eine hat ein Feind-Bild, der andere gerät in eine feindselige Umwelt, er (der Einzelne in der Fremde) weiß gar nicht, dass er einen Feind hat, dass da Menschen sind, die ihn als Feind sehen.