Kann man an allem zweifeln? Und umgekehrt: Gibt es Behauptungen, die wir zurückweisen können, ohne diese Zurückweisung begründen zu müssen?

Wenn ein Roman oder ein Science-Fiction-Film so eine Frage zum Thema macht, ist der Erfolg fast schon sicher. “Matrix” z.B. spielt mit der Möglichkeit, dass unsere Welt gar nicht real ist, dass wir nur “Gehirne im Tank” sind.

Kann man also auch daran zweifeln, dass die Erde existiert und schon lange vor meiner Geburt existiert hat, dass ich darauf herumlaufe, dass es andere Menschen gibt, dass die Hand, die hier gerade auf der Tastatur liegt, wirklich existiert?

Und umgekehrt: Wenn einer behauptet, dass er hin und wieder nachts auf dem Mars spazieren geht, kann ich das zurückweisen, ohne mich auf Begründungen einzulassen?

Normalerweise sagen wir, dass wir etwas wissen, wenn wir Gründe dafür angeben können. Was ich weiß, kann bezweifelt werden, und dann kann ich Begründungen liefern. Wenn ich sage: “Ich weiß, dass es gleich regnen wird.” Kann man mich fragen, woher ich das weiß. Gebe ich darauf die Antwort: “Ich habe auf der Webseite www.wetteronline.de nachgesehen, dort gibt es ein Radarbild das zeigt, dass der die Regenfront kurz vor Münster ist”, wird das vielen reichen. Hartnäckige werden fragen, woher ich weiß, dass dieses Bild tatsächlich die Regenverteilung über Deutschland zeigt.

Wenn es jemand ist, der nie das Internet benutzt, werde ich ihm das vielleicht geduldig erklären, wenn aber jemand, der wie ich oft im Internet unterwegs ist, daran zweifelt, dass die Firma, die diese Webseite betreibt, tatsächlich echte und aktuelle Radar-Daten darstellt, werde ich irgendwann ungeduldig.

Es gibt Gewissheiten, die können wir nicht begründen, für die können wir uns gar keinen sinnvollen Zweifel vorstellen. Ludwig Wittgenstein schrieb in seinen Überlegungen Über Gewißheit
:

Der vernünftige Mensch hat gewisse Zweifel nicht.

Das klingt merkwürdig, glaubt man doch oft, dass Zweifel zur modernen Rationalität dazugehört. Aber irgendwo hört der Zweifel auf, irgendwo muss er ein Ende haben.

Es gibt gewisse Dinge, über die wir gar keinen wirklichen Zweifel haben können. Z.B. darüber, dass die Erde, die Sonne und der Mond schon lange existiert. Wenn uns jemand begegnet der auch daran zweifelt, dann merken wir, dass er an allem zweifeln könnte, was wir wissen (nicht nur, dessen wir gewiss sind).

Wittgenstein schreibt:

Ich bin auf dem Boden meiner Überzeugungen angelangt.
Und von dieser Grundmauer könnte man beinahe sagen, sie werde vom ganzen Haus gehalten.

Das bedeutet, die Dinge, die ich nicht bezweifeln kann, sind im gewissen Sinne nicht unbegründet, sondern sie werden mit allem begründet was ich daraus insgesamt als Wissen begründen kann. Dabei kann ich zwar jede einzelne Tatsache bezweifeln, aber nicht alle Tatsachen zusammen.

Vieles von dem, was ich weiß, macht nur Sinn, wenn ein paar Sachen, über die ich Gewissheit habe, richtig sind. Die Fotos meiner Großeltern als junge Leute, die alten Häuser, die Geschichten vom dreißigjährigen Krieg, die Bücher von Platon, all das macht nur Sinn, wenn die Erde schon lange existiert und auch schon viele Menschen lange vor mir gelebt haben.

Es ist ganz sicher, dass Automobile nicht aus der Erde wachsen. Wir fühlen, dass, wenn einer das Gegenteil glauben könnte, er allem Glauben schenken könnte, was wir für unmöglich erklären, und alles bestreiten könnte, was wir für sicher halten.

Aber meine Gewissheit bezieht sich nicht nur auf solche grundsätzlichen Annahmen wie die, dass ich nicht nur ein Gehirn im Tank bin. Ich bin mir ebenso sicher, dass das, was ich allmorgendlich in der FAZ lese, meist wahr ist, dass die Fakten, die ich über Personen bei Wikipedia finde, meist richtig sind. Ich bin mir auch sicher, dass das Weltgeschehen nicht von Verschwörungen bestimmt wird. Wenn einer das alles bezweifelt, werde ich mit diesem auch kaum über irgendetwas sinnvoll diskutieren können. Vor allem nicht über Dinge, die ich wirklich bezweifle. Denn mein Zweifel muss ja auch begründbar sein, und auf dem Grunde des begründeten Zweifels muss irgendwo eine unbegründete Gewissheit sein.

P.S.: Dies ist der 100. Eintrag in diesem Blog. Der erste Eintrag erschien genau heute vor einem Jahr.

Kommentare (28)

  1. #1 KommentarAbo
    April 30, 2010

  2. #2 Marc
    April 30, 2010

    Ein schöner Artikel. Vielen Danke.

    Allerdings habe ich den Eindruck, dass hier zwei unterschiedliche Argumentationsebenen durcheinander geraten sind.

    Man kann und darf an allem zweifeln. Und unterschiedliche soziologische Theorien lassen auch problemlos die Vorstellung eines Lebens wie in der Matrix zu. Das ist legitim und dient unter anderem dazu, dass man eben nicht alles als Gewissheit hinnimmt, sondern viel stärker auf die Konstruktion von Wirklichkeit schaut.

    Darüber hinaus macht dies ausserhalb von Gedankenexperimenten, Filmen und betrunkenen Diskussionen das Leben eher schwer. Gerade im Alltag sind wir auf Gewissheiten angewiesen. Und zum Teil helfen einem da auch genau, die wissenschaftlich schwierig zu belegen sind. (bspw. das Wetter mit der Nase vorherzusagen)

    Also einmal soll, darf, muss man u.U. ALLES bezweifeln, auf der anderen Ebene benötigt man eben Gewissheiten (auch als Zweifler und Wissenschaftler 😉

  3. #3 Lars Fischer
    April 30, 2010

    Ich denke, der entscheidende Punkt ist im letzten Absatz: Dinge die man nicht bezweifelt, muss man qualifizieren. Oder eben begründen.

    Ode auch: Man muss nicht alles anzweifeln. Man darf halt nur nicht anfangen, irgendwelche Dinge zu glauben.

  4. #4 Jörg Friedrich
    April 30, 2010

    @Marc: Das hieße: Wir sollten – quasi im Gedankenexperiment – auch das, was wir eigentlich nicht bezweifeln können, in Zweifel ziehen, sozusagen um uns über die Konsequenzen eines solchen Zweifels Klarheit zu verschaffen. Das sehe ich auch so, es läuft eben auf die Frage hinaus, ob ich bestimmte Dinge überhaupt sinnvoll bezweifeln kann.

    Kann ich die Aussage, dass ich zwei Hände habe, und dass diese Hände gerade auf meiner Tastatur diesen Text schreiben, den mein Kopf sich in diesem Moment ausdenkt, genauso bezweifeln wie die Aussage, dass dieser Computer noch so lange intakt bleibt und die Internetverbindung erhalten bleibt, bis ich mit dem Schreiben fertig bin?

    Für die zweite Aussage kann ich den Markennamen des Notebookherstellers, sein Alter und seine allgemeine Zuverlässigkeit anführen. Und jemand könnte meinen Zweifel erschüttern indem er mir Statistiken zeigt, dass diese Computer meist innerhalb der ersten zwei Jahre kaputt gehen.

    Aber was kann ich als Grund anführen dafür, dass das hier meine Hände sind?

    @Lars Fischer: Was ist mit “Qualifizieren” gemeint?

  5. #5 ac2
    April 30, 2010

    Vgl. zum “Gehirn im Tank” Problem auch die Ausführungen von Olaf Müller, https://www.gehirnimtank.de/
    P.S. Danke für ein Jahr Blog.

  6. #6 Wb
    April 30, 2010

    Der vernünftige Mensch hat gewisse Zweifel nicht.

    Die Gegenthese ist, dass der vernünftige Mensch an fast allem (Ausnahmen gehen immer in die Richtung: “Etwas ist.” 🙂 Zweifel hat.

    Man kann sich die Sache recht gut in Schichten vorstellen, auf tieferliegenden Schichten hat der Mensch Grundzweifel, an der eigenen Existenz beispielsweise oder am physikalischen System, an der Sprache dann etwas höher liegend, wiederum eine oder mehrere Schichten darüber nimmt er Sachen als wahr an, bspw. die Gravitation – der Stein in der öffnenden Hand wird fallen, die Sonne geht jeden Tag auf und vom Heiraten bekommt man Kinder.
    Noch ein paar Schichten darüber werden dann Gesellschaftsmodelle als wahr erkannt – mal alles ganz grob vereinfacht dargestellt!

    Bestimmte Grundzweifel nicht haben zu sollen, ist eine absurde Forderung und antiaufklärerisch, wenn wir einmal dieses große Wort bemühen wollen, hier scheint es angebracht, why not, es ist nachmittag.

    Wittgenstein, der über(!) die Sprache suchte die Welt zu verstehen, scheiterte immer mal wieder hier und da, die Klöpse häuften sich, man muss nur ein wenig reinlesen, man findet etwas, immer, aktueller Favorit: “Wer keiner Tatsache gewiß ist, der kann auch des Sinnes seiner Worte nicht gewiß sein.” (anscheinend ist die Schicht unter der menschlichen Kommunikation, die individuellen mathematischen Modelle, nicht sprachgebunden – aber ohnehin eher ein Randaspekt)

    Ja, also um was ging es im Artikel? Wars ein Plädoyer für das Denken in Schichten?
    Wars vielleicht auch ein Plädoyer gezielt doof zu sein? Falls ja, des Webbaeren reinste Lehre!

    Sollte aber angeregt werden den Skeptizismus anhand einiger Offensichtlichkeiten (oder “Offensichtlichkeiten”) zurückzufahren, so ist dieser Gedanke zurückzuweisen.
    Sollten sich gar aktuelle Bezüge aufgetan haben, dannn wird der Artikel ein wenig brisanter…

    MFG
    Wb

  7. #7 MartinB
    April 30, 2010

    Interessant, und ich stimme im wesentlichen zu, würde aber vielleicht den Akzent etwas anders setzen:

    “Es gibt Gewissheiten, die können wir nicht begründen, für die können wir uns gar keinen sinnvollen Zweifel vorstellen.”
    Nachdem Sie oben selbst Matrix (mir noch lieber, weil komplexer, der alte Roman “Welt am Draht”) anführen, sieht man ja, dass man prinzipiell an allen zweifeln kann.

    Für mich steckt der Knackpunkt im Wort “sinnvoll” – wenn wir uns vorstellen, dass wir in einer perfekten Computersimulation leben (oder, dass das ganze Universum mit all unseren Erinnerungen gerade erst vor 7 Minuten erschaffen wurde oder ähnliches) und uns fragen, was daraus für unser weiteres Handeln folgt, dann merken wir, dass eben genau nichts daraus folgt. Wenn das Computerprogramm, in dem wir vielleicht stecken, so perfekt ist, dann kann ich ganz pragmatisch genausogut so tun, als würde es nicht existieren und als wäre die Welt real.

    Ich würde also nicht so sehr auf das daraus folgende Wissen allein abheben, sondern eher auf die Frage, ob sich aus dem Zweifel überhaupt Konsequenzen ergeben können. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist er einfach überflüssig.

    In gewisser Weise kommen wir da auch wieder zu unserem Lieblingsdiskussionsthema, der Falsifizierbarkeit. (Da freut sich geoman, falls er mitliest, über meinen Fimmel…) Die Aussage “Wir leben in einer Matrix, aber sie ist so perfekt, dass wir das nie merken können” hat keine Konsequenzen und ist damit nicht falsifizierbar. Ebenso die Verschwörungstheorie mit dem Argument: “Dass es für meine Theorie keinen beweist gibt, zeigt gerade, wie gigantisch die Verschwörung ist.”

  8. #8 Lars Fischer
    April 30, 2010

    @Jörg Friedrich:
    Naja, es macht schon einen Unterschied ob man sagt, dass das, was in der FAZ steht, wahr ist oder nur “meist wahr”. Echte Gewissheit gibt es eben nur mit Hintertürchen.

  9. #9 Jörg Friedrich
    April 30, 2010

    @Alle: Eine Korrektur: Die Zitate stammen nicht, wie ursprünglich versehentlich zitiert, aus den “Philosophischen Untersuchungen” sondern natürlich aus “Über Gewissheit” wie jetzt richtig verlinkt.

    @MartinB: Schön, dass wir einmal ganz und gar einer Meinung zu sein scheinen. Auch der Aspekt, den Sie ergänzen, nämlich die Frage, was aus einem Zweifel denn folgen würde, taucht schon bei Wittgenstein, der die Sache genauso sah wie Sie.

    @Lars Fischer: Bei der FAZ ist es so, dass ich nie gewiss bin, dass jeder Artikel seriös recherchiert ist, aber ich bin mir Gewiss, dass die meisten Artikel dieses Kriterium erfüllen. Ich kann an jedem einzeln zweifeln, aber nicht an allen, bin mir gewiss, dass das meiste i.o. ist.

    Aber die Gewissheit hinsichtlich der FAZ ist natürlich trotzdem eine andere, schwächere, als die hinsichtlich der Existenz der Erde und meiner Hände auf der Tastatur.

  10. #10 MartinB
    Mai 1, 2010

    @JF
    “Schön, dass wir einmal ganz und gar einer Meinung zu sein scheinen. ”
    Genau. Solange es nicht zur Gewohnheit wird 😉
    Nun bin ich aber um so gespannter, wie Sie argumentieren werden, dass Newtons Gravitationstheorie nicht widerlegt ist, dass es also sinnvoll sein kann, an der Widerlegung zu zweifeln.

  11. #11 Stefan W.
    Mai 1, 2010

    Ich würde sagen, man darf schon alles bezweifeln, nur nicht alles auf einmal.

    Sicher kann das Satelittenbild mit dem Wetter gegimpt sein, aber kann man Indizien dafür zeigen? Was sagt das Radio zum Wetter? Hat die Quelle bislang das Wetter gut prognostiziert?

    Wenn ich dann gleichzeitig zweifle, ob es Wetter überhaupt gibt, oder ob ich selbst ein Phantom bin, dann kannibalisiert sich der Zweifel irgendwann selbst. Wenn es mich gar nicht gibt, wieso sollte es dann jmd. geben der mich (was?) täuschen will?

    Als Gedankenexperiment sollte man sich der Frage mal ein paar Wochen gestellt haben, aber ausgerechnet bei 9/11 dann auf die Idee zu kommen, es gäbe einen inneren Zirkel hinter der US-Regierung, da wo man mit vernünftigen Zweifeln nicht weiterkommt, das ist wie in einem Kartenspiel plötzlich Joker aus dem Nichts heraus einzführen, um eine Niederlage abzuwenden. 😉

  12. #12 Wb
    Mai 2, 2010

    Ich würde sagen, man darf schon alles bezweifeln, nur nicht alles auf einmal.

    Höhö, so isses, Kollege.

    Darum eben in Schichten zweifeln wie vom Wb weiter oben empfohlen. Wer bspw. Wirtschaftswissenschaften betreibt kann nicht an der tieferliegenden Schicht “Physik” zweifeln, wer Tiere beobachtet nicht am Kommunikationsmittel der Sprache, einem Physiker bleiben bestimmte philosophische Überlegungen, die schlimmstenfalls auch noch per se unfalsifizierbar sind erspart, so isses, so soll es sein.
    Wobei die Betonköpfigkeit einiger immer wieder ins Spezifische gehenden Kollegen hier aber nicht entschuldigt werden soll.

    Zu den 9/11-Geschichten (rop & Kompagnons) noch: Hier wird eigentlich die Frage gestellt, ob in mod. zeitgenössischen pol. Systemen Grossverschwörungen denkbar sind. Die übliche Antwort lautet nein, da Individuen Insiderwissen gut und rel. sicher verkaufen könnten. Unter der konkreten “Gewissheitsschicht 9/11” liegt also eine “Gewissheitsschicht pol. mod. Systeme”.

    MFG
    Wb

  13. #13 Karl Mistelberger
    Mai 3, 2010

    Gewissheit gibt es nicht:

    Does this indubitable scientific consensus guarantee that the evidence concerning climate change is necessarily irrefutable?

    No.

    As with any other scientific fact, new evidence may come to light that can overturn established theories. Two core principles of science are scepticism and falsifiability — that is, scientific facts must be subject to sceptical examination and they must be refutable in principle. New evidence may overturn the current view that HIV causes AIDS, and new evidence may revise our expectation that gravity will have adverse consequences for those who jump off the Sydney Harbour Bridge. Likewise, new evidence may force a revision of our understanding of climate change.

    Wer allerdings behauptet, dass die Schwerkraft keine negativen Folgen hat, der sollte eben springen und das Gegenteil demonstrieren. Wir werden wahrscheinlich lange darauf warten müssen.

    Besser sieht es woanders aus. Politker machen es möglich:

    Despite having one of the world’s highest rates of HIV infections, the government of President Thabo Mbeki went against consensus scientific opinion 10 years ago and declined anti-retroviral drugs, preferring instead to treat AIDS with garlic and beetroot. Politicians even accused a leading South African immunologist of defending Western science and its “racist ideas” for his insistence on scientific treatment methods. According to a recent peer-reviewed Harvard study, this denialism cost the lives of more than 330,000 South Africans.

    https://www.abc.net.au/unleashed/stories/s2842091.htm

  14. #14 Ireneusz Cwirko
    Mai 3, 2010

    „Normalerweise sagen wir, dass wir etwas wissen, wenn wir Gründe dafür angeben können.“

    Wir könnten also mit einem guten Gewissen etwas sagen wenn wir eine Gewissheit haben.

    Mit dem Wissen die wir uns eingebracht haben erlangen wir eine Gewissheit.

    Kann man also in jedem Fall behaupten: mit ruhigen Gewissen die Gewissheit auszusprechen.

    Ist das vielleicht der entscheidende Punkt der Probleme der Wissenschaft, dass das Wissen kein Gewissen haben muss somit auch keine Moral.

    Das Wissen hat also nichts gemeinsames mit der Wahrheit nicht mal mit der Beobachtung oder realen Vorgängen.

    Die Wissenschaft als ethische Wüste und Wissenschaftler als moralische Krüppel.

  15. #15 Wb
    Mai 4, 2010

    Das Wissen hat also nichts gemeinsames mit der Wahrheit nicht mal mit der Beobachtung oder realen Vorgängen.

    Jedenfalls nicht im Sinne “wahr = etwas ist exakt so wie humanerseits verstanden”.

    Die Wissenschaft als ethische Wüste und Wissenschaftler als moralische Krüppel.

    Nöh!, das würde der Webbaer hier nicht folgern wollen, ziemlich lustig, aber doch abwegig.

    Ohren steif halten!
    MFG
    Wb

  16. #16 krabat slalom
    Mai 4, 2010

    zweifellos dreifel ich schon mal
    wo kein unterschied mich der entscheidung ledig macht

    dreifelvoll freu ich mich über jeden zweifel
    der mir das leben einfacher macht

    aber wo ist der einfel?

    einfeltig wohl ist der entschiedene
    er muß nun die last tragen

    wer keine last tragen will kultiviert den zweifel
    zweifelkult? da dreifelt der philosoph

    entschließt er sich aber
    zb Hühner zu züchten
    wird er wesentlich

    zweifler und dreifler
    gewiss
    finden das einfeltig

    Eine Frage Herr Fridrich:
    Ist Wissenschaft eigentlich eine Einweihungsreligion?
    Sie hat Schulungsweg und Weihen, Oberpriester und Adepten, sie hat einen Kult und Rituale und sie trägt ein Heilsversprechen.
    Was fehlt ihr also zur Religion? Oder was hat sie zuviel?

  17. #17 Ireneusz Cwirko
    Mai 6, 2010

    @wb

    „Jedenfalls nicht im Sinne “wahr = etwas ist exakt so wie humanerseits verstanden”.

    Wahr bedeutet mit der Realität übereinstimmend. Auch eine Übereinstimmung mit einem Ausschnitt der Realität ist eine Wahrheit. Somit gibt es keine Aufteilung auf humanistische und wissenschaftliche Wahrheit weil es schon der Definition wiederspricht.

    Die Theorien der heutigen Physik stimmen zwar grob mit der Beobachtung, entsprechen aber nicht der Realität, so wie die ptolemäsche Modell des Sonnensystems einer Beobachtung entsprach wenn gleich völlig an der Realität scheiterte.

    Es ist im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit die aber zeigt, dass die Physiker in vollen Bewusstsein eigenes Tun die Wahrheit vergewaltigen.

  18. #18 Wb
    Mai 6, 2010

    Es ist im Grunde genommen eine Selbstverständlichkeit die aber zeigt, dass die Physiker in vollen Bewusstsein eigenes Tun die Wahrheit vergewaltigen.

    Nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Worte!

    Nein, im Ernst, der Wahrheitsbegriff ist entweder ein technischer oder ein politischer, von einem Mißbrauch (“der” Physiker) kann keine Rede sein. Es ist zwar offensichtlich, dass einige, sogar hier unter den Inhalteanbietern, sich in ihrern Einstellungen ein wenig auflösen, das darf gerne angesprochen werden, gerne auch explizit, aber ansonsten sind Sie mit Ihrer pauschalen Sicht schwer auf dem falschen Dampfer.

    MFG
    Wb

  19. #19 Jörg Friedrich
    Mai 6, 2010

    @krabat slalom: Nicht alles, was Einweihungsrituale hat, ist auch Religion. Auch die Bundeswehr hat solche Rituale und ist keine Religion. Vielleicht gibt es keine Institution, die ohne solche Rituale auskommt. Trotzdem ist es eine interessante Frage, welche Rolle diese Rituale gerade in der Wissenschaft spielen.

    Ich weiß, du bist mit dieser Antwort unzufrieden. Ich bin ja gar kein Kämpfer. Eigentlich will ich doch nur in ruhe nachdenken und freundlich diskutieren.

    @WB: Danke, völlig richtig. Zu ergänzen ist, dass ein Wahrheits-Begriff, der sich auf “Übereinstimmung mit der Wirklichkeit” festlegt, unbrauchbar ist, siehe z.B. Wahrheit in der Mathematik. Wenn man dann noch die Beobachtung überspringen will, hat man doch gar kein Kriterium für Wahrheit mehr.

  20. #20 krabat slalom
    Mai 6, 2010

    …Ich weiß, du bist mit dieser Antwort unzufrieden. Ich bin ja gar kein Kämpfer.
    Eigentlich will ich doch nur in ruhe nachdenken und freundlich diskutieren.
    krabat hatte einen traum: einen teich sah ich, der hieß WWW (WirklicherWissenschaftsWeiher) und darinnen schwammen viele frösche und anderes getier, das quackte und schnatterte. am rande aber saß herr fridrich und lies fridlich seine füße ins wasser baumeln. hin und wieder warf er etwas in den teich, mal waren es brotkrumen, mal steinchen. und immer wenn er etwas ins wasser warf quakte und schnatterte es noch lauter. hatte er freude an dem froschkonzert? ihn wollte ihn fragen, doch da weckte mich ein vorbeifahrender panzer und rüttelte mich aus dem bett.
    Auch die Bundeswehr hat solche Rituale und ist keine Religion.
    Ja, sie kann keine Religion sein, weil sie keinen Welterklärungsanspruch hat, sie ist soetwas wie Kult in Reinkultur. Die Wissenschaft aber hat mehr als Rituale und Kult: sie deutet Welt und stiftet Gemeinschaft, genau wie jede Religion. also nochmal die Frage:
    Was fehlt ihr also zur Religion? Oder was hat sie zuviel?

    bei krabat zuhause gibt es noch mehr erläuterung.

    gelebt und gestorben bruder

  21. #21 Wb
    Mai 6, 2010

    @ks
    Lass man stecken, Bruder, formulieren wirs mal ein wenig einfacher: Das Web ist kein Ponyhof, es gibt nichts mit Sahnehäubchen und der Trick besteht im selektiven Konsum.

    Ansonsten: Nichts ist merh wie es einmal war, Bildung gibt es nachgeworfen, dumme Meinungsäusserungen, bei Namensnennung :), bleiben ewig und werden noch den einen oder anderen Webarchäologen beschäftigen. Und funktuionierende Zensur war gestern.

    Du kannst auch die Wissenschaft als Religion betrachten, wenn Du willst, no prob, aber gut begründen, 🙂

    MFG
    Wb

  22. #22 krabat slalom
    Mai 6, 2010

    @wb: krabat kannte mal einen Bären der gerne in der Sonne saß, vor sich hinsummte und mehr oder minder sinnfreie Liedchen imbrummisierte, natürlich nur wenn er nicht gerade einen kleinen Mundvoll zu sich nehmen mußte. War ein netter Bär. krabat übrigens kennt die Spinne die das Netz webt von welchem keiner behauptet hat es wäre ein Ponyhof schon etliche hundert Jahre länger als die Fliegen die laut brummend darin kleben. Wenn er hier am WirklichemWissenschatsWeiher steht, dem Treiben etwas zuschaut und hin und wieder ein quaken versucht, dann deshalb, weil ihn immer noch interessiert WARUM Frösche und Menschen so seltsam tun wie sie nunmal tun. Dieses WARUM verbindet mich mit unserem Philosophen der immer so seltsam abseitige Fragen stellt, die dann doch immer reichlich Frösche zum singen bringen.
    Die Begründung warum Wissenschaft auch Religion, oder, von krabat aus, auch Glaubenssystem ist, ist schlicht: sie ist ihr Kind. Und möchte gerne ihre Mutter beerben, dies aber lediglich in dem Erbteil, der ihr nützlich erscheint. Den nicht sehr kleinen Rest des Erbes möchte sie ausschlagen. Ausserdem hat sie Bulimie. Bleibt die Frage: Wer zum Teufel ist ihr Vater? Vielleicht hat ja der summende Bär eine Antwort darauf 😉
    gelebt und gestorben bruder

  23. #23 Ireneusz Cwirko
    Mai 6, 2010

    @wb

    ich würde von einer Invarianz der Deutung des Begriffs Wahrheit ausgehen. Somit ist jede Einschränkung oder Begrenzung geschweige von Relativierung der Deutung obsolet.

    Und gerade diese Überspringen von Beobachtung ist eine immanente Eigenschaft der heutigen Physik.
    Wenn die Beobachtungen der Temperaturverteilung des Mimas eindeutig von der “Wissenschaft” ignoriert werden weil sie nicht die eigene Interpretation der Gravitation stützen. sondern sogar diese Interpretation eindeutig Wiederlegen, ist natürlich Selbstverständlich warum man sich so vor dem Wort “Wahrheit” so fürchtet.

    Übrigens Herr Friedrich ich Verstehe zwar, dass Sie gerne eine Rolle des Beobachters gehabt hätten, aber dass wird es Ihnen nicht gelingen. Die Pizzafraktion wird Ihnen nie verzeihen, dass Sie es wagten Kritische Stimmen nicht zu zensieren.
    Die Entscheidung bleibt Ihnen nicht erspart.

  24. #24 Ireneusz Cwirko
    Mai 9, 2010

    Natürlich ist Mimas nicht der einzige Beispiel wie die Raumoszillationen die Temperatur von Himmelskörper bestimmen.
    Pacman auf dem Mimas ist soweit interessant, weil er diesen Zusammenhang wie in einem Laborexperiment zeigt. Die Wahrscheinlichkeit einer anderen Erklärung als von mir erbrachte ist gleich Null.
    Die gleichen Effekte wurden von Menschen schon seit Jahrtausenden beobachtet in Form von Sonnenfinsternissen. Auch hier Bildet sich eine ebene der erhöhten Raumoszillationen auf der Linie Sonne Mond und die Erde. Wir haben hier aber etwas größere Schwierigkeiten den Zusammenhang herzustellen weil diese Ereignisse nicht regelmäßig sind (mindestens nicht in einem Überschaubaren Zeitraum) und auch örtlich sehr verschieden.

    Grundsätzlich bestehen aber keine Unterschiede zwischen der Beobachtung auf dem Mimas und der geophysikalischen Prozessen auf der Erde.
    In beiden Fällen erfolgt die Erhöhung der Temperatur der Himmelskörper aufgrund der Überquerung der Zone der starken Raumoszillationen des Gravitativen Hintergrunds.

    Ein anderes Beispiel für diesen Prozess diesmal in dem galaktischen Maßstab finden wir bei der Messung der Temperatur des interstellaren Staubs in unseren Galaxis.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,684364,00.html

    Auch in diesem Fall führt eine Verstärkung der Raumoszillationen in der Rotationsebene der Milchstarasse zu Erhöhung der Temperatur des Staubs diesmal um mehre Dutzend Grad Celsius im Vergleich zu dem Staub außerhalb der Ebene.

    Wir haben rissen Glück das die Erde aktuell sich nicht in dieser Ebene befindet sonst werden wir solche Zustände haben wie bei letzten beiden Male als die Erde diese Ebene überquerte, das heißt vor ca. 120 Mio. Jahren im Kreda und vor 240 Mio. Jahren in Perm. Die Zahlen dienen hier nur zu Orientierung weil der Altersbestimmung bei Verwendung der physikalischen Methoden natürlich völlig falsch ist. Es zeigt uns aber das die Erde schon bald diese Zone wieder
    Durchqueren muss. Was das bedeuten kann sich jede im Internet informieren.

  25. #25 Ireneusz Cwirko
    Mai 12, 2010

    Weil der Freistäter weiter einen Gr0ßinqisitor spielt. Habe ich es hier kopiert. Herr Fridrich ich bitte um Entschuldigung. Es geht um Voyager 2

    Ich werde den Verantwortlichen vorschlagen die Daten zu kleinen Packeten zesammenzufügen und dann mit einem zeitlichen Abstand zu Erde zu funken.
    Weil die Elektromagnetische Wellen unterschiedliche Wege zu Erde annehmen ist es so das die informationen nicht immer in der gleichen Reihenfolge wie beim Ausenden zu erde ankommen. Durch die Vorgehensweise die ich vorschlage bleibt die Reihenfolge erhalten und die informationen lesbar.

  26. #26 rix
    Mai 14, 2010

    Das bedeutet, die Dinge, die ich nicht bezweifeln kann, sind im gewissen Sinne nicht unbegründet, sondern sie werden mit allem begründet was ich daraus insgesamt als Wissen begründen kann. Dabei kann ich zwar jede einzelne Tatsache bezweifeln, aber nicht alle Tatsachen zusammen.
    Da stimme ich nicht zu. Wenn das Fundament falsch ist, dann hat auch das darauf stehende Gebäude keine Standfestigkeit und müsste eigentlich ganz abgerissen werden und neu gebaut werden anstatt es immer und immer wieder neu zu flicken, obwohl man im Prinzip weißt, dass es trotz des Flickens bald einstürzt.

    Unter welchem Dach soll man aber in der Bauphase des neuen Gebäudes wohnen und arbeiten?
    Unter dem Dach der alten Bruchbude, die sowieso bald einstürzt und dessen Trümmer alle drunter Stehende unter sich begraben?

    Nein, das Haus darf nicht einstürzen, koste es was es wolle!

  27. #27 Ireneusz Cwirko
    Mai 14, 2010

    Voyager 2 Probleme bei der Datenübertragung

    Ich möchte es euch kurz erklären warum die Probleme mit der Sonde ausgerechnet jetzt akut werden.
    Das ganze hat sein Ursprung bei der Art wie die Photonen oder elektromagnetische Wellen sich ausbreiten. Die Erklärung dazu gibt es auf meiner Internetseite. Gemäß der Erklärung die natürlich genauso gravitative Wirkung betrifft, werden die Photonen auf Passiverweise durch die Oszillationen der Raumvakuolen fortbewegt. Die Gravitative Wirkung ist in der Lage durch den Synchronisationsvorgang die Oszillationseigenschaften eines Teils der Vakuolen zu verändern. In diesen Teil unterliegt die Oszillation Richtung Zentrum des Gravitationskörpers konstruktiven Interferenz wodurch sich die Amplitude Vergrößert. In diese Richtung ist die Beschleunigung der Photonen oder Elementarteilchen besonders ausgeprägt.
    Vielen ist wahrscheinlich Shapiroeffekt bekannt. Die erklärung für diesen Effekt basiert auf dem oben beschriebenen Vorgang. Die Photonen die am Sonne vorbei Kommen bewegen sich auf der Strecke zwischen Venus und Erde unterschiedlich schnell abhängig von dem ob sie sich von der Sonne entfernen oder Richtung Sonne bewegen.
    Die Magnetosphäre von Himmelskörper ist ein Sichtbares Zeugnis wie sich die Änderungen der Verteilung der Oszillationen der Raumvakuolen in Raum verteilen. Entlang von magnetischen Linien sehen wir also die Bereiche wo die Vakuolen auf gleicher Weise oszillieren.
    Folglich bewegen sich Photonen zwar generell auf dem kürzesten Weg zwischen Sender und Empfänger, ein Teil aber gleitet immer entlang der Magnetischen Linien und erreich den Empfänger mit zeitlicher Verzögerung.
    Solche Beobachtungen sind bekannt bis jetzt aber völlig falsch interpretiert.
    Wie z.B. bei der Radiostrahlung des Jupitersystems bei dem eine Periodizität festgestellt wurde. Zusätzlich zu einer schon bekannten Periode mit 9.9249 Stunden hat man eine mit etwa 10.06 Stunden gemessen.

    https://www.agu.org/pubs/crossref/2010/2010GL042488.shtml

    Die wurde als eine neue Quelle interpretiert. Das ist aber falsch die Quelle ist die Selbe, nur ein Teil der Radiostrahlung ein anderes Weg, entlang der Sphäre wo die Raumoszillationen die gleiche Charakteristik aufweisen, genommen hat und der ist Länger somit kamen die Strahlen mit Verspätung.
    Wie wir sehen ist diese Verspätung schon bei der Strecke zu Jupiter beachtlich.
    Beim Verlasen des Sonnensystems gelang Voyager 2 in ein Bereich wo die Gravitative Wirkung der Sonne kaum zu spüren ist, so werden auch die Oszillationen des Raumes chaotisch und die Wäge der Strahlen sehr unterschiedlich. Je länger eine Sequenz der Signale desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die verschiedene Bestandsteile unterschiedliche Wäge aufschlagen und wir auf der Erde ein Signalsalat empfangen
    Deswegen sollen die Sequenzen möglicht kurz sein und zwischen dem Sequenzen die Pausen angelegt. Die Länge der Pausen muss man praktisch ermitteln.

  28. #28 Ockham
    Juli 17, 2010

    Ich bin mir ebenso sicher, dass das, was ich allmorgendlich in der FAZ lese, meist wahr ist,…

    – – –

    Ich bin mir auch sicher, dass das Weltgeschehen nicht von Verschwörungen bestimmt wird.

    Es könnte hier einen kauselen Zusammenhang geben…

    Wenn einer das alles bezweifelt, werde ich mit diesem auch kaum über irgendetwas sinnvoll diskutieren können.Eine wenig überraschende Einstellung auf SB, aber wird sie der Situation gerecht?