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Auf dieser Aufnahme der Europäischen Südsternwarte (ESO) sieht man den braunen Zwerg und links unten den Planeten der ihn in einer Entfernt von 55 Astronomischen Einheiten umkreist (das ist weiter entfernt als Pluto von unserer Sonne entfernt ist).
Der Planet ist drei- bis zehnmal so schwer wie Jupiter – liegt also sicher noch im Bereich der Planeten (bei etwa der dreizehnfachen Jupitermasse beginnt der Übergang zwischen Planeten und braunen Zwergen).
Auch wenn dies tatsächlich die erste direkte Aufnahme eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystem ist, “zählt” sie für manche Astronomen nicht wirklich. Denn der Planet umkreist ja einen braunen Zwerg und keinen echten Stern.

GQ Lupi

Ein Jahr später wurde dann das nächste “erste” Bild eines Planeten veröffentlicht. Astronomen der Sternwarte in Jena (damals hatte ich gerade angefangen, dort zu arbeiten) haben das Bild eines möglichen Planeten veröffentlicht der diesmal einen echten Stern umkreist:

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GQ Lupi ist ein Stern vom Spektraltyp K7. Er ist nur etwa halb so heiß wie unsere Sonne. Bei solchen kühleren Sternen lassen sich natürlich leichter Planeten finden denn sie strahlen nicht so hell. Die Astronomen konnten auch nachweisen, dass sich das Objekt, das sich etwa 100 Astronomische Einheiten vom Stern entfernt befindet, gemeinsam mit den Stern bewegt. Das große Problem hier war die Bestimmung der Masse. Anhand der theoretischen Modelle konnte sie nicht wirklich gut eingegrenzt werden: zwischen etwa 2 Jupitermassen (Planet) und 40 Jupitermassen (brauner Zwerg) ist alles möglich. Um hier Gewissheit zu erlangen muss man wohl noch ein paar Jahre warten und die Bahn des Objekts um den Stern bestimmen. Dann kann man auch die Masse exakt berechnen.

AB Pic

Fast zeitgleich (wenn auch ein bisschen später) mit GQ Lupi wurde auch die Entdeckung eines Planeten um den Stern AB Pic bekanntgegeben. Auch AB Pic ist ein Stern vom Typ K. Der Planet befindet sich allerdings noch weiter entfernt als der Planet von GQ Lupi: 275 Astronomische Einheiten!

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Auch hier stellt die Masse des Planeten wieder das Problem dar. Sie liegt zwischen 13 und 14 Jupitermassen – und damit genau an der (nicht klar definierbaren) Grenze zwischen Planeten und braunen Zwergen. So wie bei GQ Lupi weiß man also auch bei AB Pic nicht, ob es sich wirklich um einen Planeten handelt oder vielleicht doch um einen braunen Zwerg.

SCR 1845

2006 konnte man auch einen Begleiter des Sterns SCR 1845 direkt beobachten. SCR 1845 ist ein sehr kühler Stern vom Typ M. Sein Begleiter ist ihm diesmal sehr nahe – er befindet sich in einem Abstand von knapp 5 Astronomischen Einheiten (das entspricht in etwa dem Abstand des Jupiter von der Sonne).

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Hierbei handelt es sich aber mit ziemlicher Sicherheit um einen braunen Zwerg und keinen Planeten. Die Masse könnte zwar unter Umständen klein genug für einen Planeten sein – aber selbst die Entdecker sprechen in ihrem Artikel von einem “brown dwarf companion” und nicht von einem Planeten.

UscoCTIO 108

2007 fanden Astronomen aus Harvard einen doppelten Spezialfall: Der Stern UscoCTIO 108 hat eine sehr geringe Masse – es könnte sich bei ihm auch um einen braunen Zwerg handeln. Der Begleiter, der ihn in einer Entfernung von 670 (!) astronomischen Einheiten umkreist hat eine Masse die zwischen 6 und 16 Jupitermassen liegt; kann also ein Planet oder ein brauner Zwerg sein.

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Es kann sich bei diesem System also vielleicht um einen Planet handeln, der einen kleinen Stern umkreist. Oder einen braunen Zwerg der sich um den Stern bewegt. Oder wie bei 2M1207 um einen Planet im Orbit um einen braunen Zwerg. Am wahrscheinlichsten ist es allerdings, dass es sich um ein Doppelsystem zweier brauner Zwerge handelt.

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Kommentare (6)

  1. #1 Metatron
    19. September 2008

    Trotz der gigantischen Entfernungen (bis zu 440 astronomische Einheiten) sieht es so aus als wären sich die Objekte ganz nah. Blöde Frage – warum eigentlich?

  2. #2 florian
    19. September 2008

    @Metatron: Das liegt an der großen Entfernung des Systems von der Erde. CT CHa und sein möglicher Planet sind 165 Parsec von der Erde entfernt. Das sind fast 540 Lichtjahre. CT Cha ist damit 130mal so weit von der Sonne entfernt als der sonnennächste Stern (Proxima Centauri). Du kannst dir jetzt leicht ein Dreieck aufmalen mit Sonne, CT Cha und seinem Planet. 2 Seiten dieses Dreiecks kennst du ja (165 Parsec zwischen Sonne und CT Cha und 440 AU zwischen CT Cha und seinem Planeten). Dann kannst du dir den Winkel ausrechnen, unter dem der Abstand zwischen Stern und Planet (440 AU) von der Erde aus erscheint. Je näher CT Cha an der Sonne wäre, desto größer ist der Winkel – je weiter entfernt, desto kleiner – und desto näher erscheint uns der Planet dann am Stern zu liegen.

  3. #3 Metatron
    19. September 2008

    Danke für die Erklärung.

  4. #4 Fischer
    19. September 2008

    Klasse!
    Hast du nicht mal Lust, drüber zu schreiben, was man alles anstellen muss, um solche Bilder zu bekommen? Das fände ich sehr spannend. Mit Fernrohr ausrichten und Auslöser drücken ist es ja nicht getan…

  5. #5 florian
    20. September 2008

    @Fischer: Ist zwar nicht ganz mein Spezialgebiet – aber das kann ich mal machen. Ein bisschen was dazu findest du auch schon in dem Interview das ich mit Tobias Schmidt (Entdecker von CT Cha b) geführt habe.

  6. #6 Ozzy
    28. November 2010

    Sind die Bilder mit Copyright geschützt?