Ich bin immer noch ein wenig gestresst. Daher gibt es heute nur ein kurzes Fundstück, das ich gerade auf meinem abendlichen Spaziergang durch Jena entdeckt habe:

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(anklicken zum Vergrößern)

Die ganze Auslage dieser Apotheke ist vollgestellt mit Werbung der DHU (Deutsche Homöopathische Union). Die Slogans lauten (das Bild ist ein wenig unscharf geraten):

“Faszination Homöopathie. Gesundheit und Wohlbefinden. Jeden Tag aufs Neue” (Mitte)

“Homöopathie betrachtet den ganzen Menschen. Das finde ich spannend” (links oben)

“So einfach und so verträglich. Das ist die Homöopathie für mich. Wirklich faszinierend” (rechts oben)

Ganz unten, schwer erkennbar, liegen noch einige getrocknete Pflanzen herum (von denen in den homöopathischen Mitteln natürlich nichts mehr enthalten ist). Unter anderem eine Schüssel mit Nux vomica (Brechnuss) – die laut Homöopathie u.a. zum Erbrechen führt.

Davon habe ich mir bei der Betrachtung dieser Auslage eine große Portion gewünscht!


Ähnliche Artikel: Abstimmen über Homöopathie, Gastbeitrag: Homöopathie auf Ö1 und der Kinderuni Wien, Homöopathie an der Kinderuni: Antwort der Verantwortlichen, Homöopathie-Propaganda für Kinder, Homöopathie, Placebos und Quantenunsinn, Homöopathie am LKH Klagenfurt, Homöopathie auf dem Prüfstand, Homöopathie-Propaganda in der Qualitätszeitung, Medikamente aus Hundekot, Erste deutsche Homöopathie-Professur ins Leben gerufen

Kommentare (79)

  1. #1 m4rtz
    28. Oktober 2008

    weimar ist auch voll davon Oo

  2. #2 Andylee
    28. Oktober 2008

    mal eine ganz typische österreichische Reaktion:

    Ja aber………… ist das nicht illegal?

    nein, ich weis es ist nicht gesetz

  3. #3 Andylee
    28. Oktober 2008

    (Fortsetzung kommentar davor)

    gesetzeswidrig, aber dennoch fragt man sich, was die Apotheker sich dabei gedacht haben… sind doch für so was ausgebildete Menschen!

    Vor meiner Heimatlichen Rohrbacher Apotheke steht übrigens keine Homäopathie-Werbung, sondern ein Schild. Dieses informiert, dass 20% aller Medikamente in der Apotheke selbst hergestellt werden.

    Nun, wenn die Leute selbst Medikamente mixen, dann werden sie wohl Homäopathie durchschauen…. hoffe ich 😉

  4. #4 emp
    28. Oktober 2008

    Faszinierende Werbung. 😉

    Was sich der Apotheker dabei gedacht hat? Würde ich auch gern wissen… und auch, was sich Ärzte dabei denken, wenn sie Homöopathen werden. Oder Bibliothekare, die Bücher über Homöopathie bei “Medizin” einordnen statt bei Esoterik (gestern gesehen – das ganze Zeugs, von Homöopathie, Bachblüten bis Reiki und Hademar Bankhofer stand bei den medizinischen Büchern. Federspiels “Die andere Medizin” war wenigstens auch dort.Ich hab nachgefragt, Antwort “hat doch mit Gesundheit zu tun”, und dass das zentral für alle Büchereien in Wien eingeteilt wird. Super.) Oder Journalisten, die unkritisch berichten sobald es um den Alternativhokuspokus geht, egal ob Print, Internet oder Fernsehen.

  5. #5 Tim
    28. Oktober 2008

    Was denken sich Universitäten wenn sie Lehrstühle für Komplementärmedizin einrichten (z.B. an der LMU und der Charité)?

  6. #6 Metatron
    28. Oktober 2008

    Bei der Kleine Zeitung war am Wochenende ein Ärzteguide dabei (eine kleine Broschüre mit allen Ärzten in der Region) Eigentlich eine praktische Sache. Aber die letzten Seiten haben mich dann schockiert. Nur mehr Werbung für TCM, Ayurveda, Prana-Energetiker!!! und die Neue Homöopathie!!! Und alles natürlich so beschreiben als wären das die neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften.
    Auf mein Protestmail hab ich aber leider noch keine Antwort erhalten.
    http://www.kleinezeitung.at/freizeit/aktivwellness/aerzteguide/index.do

  7. #7 Ronny
    28. Oktober 2008

    @Tim, die Idee wäre ja recht gut. Ich schaue mir in einer Uni mal genau an, was diese alternativen Dinge leisten können und qualifiziere dann in : Müll, Müll, Müll, interessant, Müll ….
    Das wäre echte wissenschaftliche Arbeit, aber leider läufts so nicht.

    Was solls, sollen sich die Leute betrügen lassen, mein Mitleid haben Sie nicht. Ich schaue in meiner Umgebung, dass alle medizinisch korrekt versorgt werden und mache Aufklärung. Aber bringe mal einen Tiefgläubigen dazu seinem vorgefassten Glauben abzuschwören. Sinnlos. Egal wieviel Argumente man bringt.

  8. #8 Dagor
    28. Oktober 2008

    Ich denke mal schon, dass die meisten Apotheker um die Wirkungslosigkeit von Homöopathischen Medikamenten wissen, aber Geld lacht eben.
    Ist der gleiche Grund aus dem viele Hausarztpraxen Akupunktur im Programm haben.
    Die Leute fragen eben danach und wechseln die Praxis wenn es nicht angeboten wird.

  9. #9 florian
    28. Oktober 2008

    @Alle: Ja, leider ist das kein Einzelfall. Jede Apotheke in Jena, in der ich bisher war, verkauft Homöopathie. Und ich ich denke nicht, dass das nur aus finanziellen Gründen ist. So wie es viele Ärzte gibt, die tatsächlich an die Wirksamkeit von Homöopathie glauben, gilt das auch für Apotheker. Hier ist die Lage teilweise noch schlimmer als bei den Ärzten. So gut wie alle Apotheken verkaufen Homöopathie – die Ausnahmen sind hier in der Minderheit.
    Hier in Jena wurde letztens auch an der Uni ne öffentliche Veranstaltung im Rahmen einer Gesundheitsreihe durchgeführt. Vortragende: eine Ärztin der Uniklinik. Thema: TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Inhalt: Völlig unkritisch. Es ist leider mittlerweile wirklich so, dass “Alternativmedizin” fix im Denken und Leben der Menschen verankert ist. Homöopathie und Co haben es geschafft, dem pseudowissenschaftlichen Label, das z.B. Astrologie, Wünschelruten, etc anhängt, zu entkommen und sich erfolgreich als “normale” Wissenschaft in den Köpfen der Menschen zu etablieren. Mir kommt es manchmal wirklich so vor, als würde man hier gegen Windmühlen angehen… :(

  10. #10 florian
    28. Oktober 2008

    Passend dazu ist auch dieser Artikel aus “Das Parlament”. @Tim: Da wird übrigens von 5 Stiftungsprofessuren zu Alternativmedizin gesprochen…

  11. #11 Tim
    28. Oktober 2008

    3 sind mittlerweile besetzt.

    Prof. Dr. Claudia Witt, Charite
    Prof. Dr. Karin Kraft, Uni Rostock
    Prof. Dr. Peter Matthiessen, Uni Witten-Herdecke

    TU München ist ausgeschrieben (Bewerbungsschluss 10.11.2008).

  12. #12 Tim
    28. Oktober 2008

    Zu schnell:

    Prof. Dr. med. Gustav J. Dobos, Uni Dusiburg-Essen.

    Alles Lehrstühle für Naturheilkunde, Komplementärmedizin, TCM usw.

  13. #13 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    Kann mir mal jemand erklären, warum Ihr so phobisch-hysterisch auf Homöopathie reagiert? Ist das eine Art unbewusste Konkurenz-Verhinderungs-Projektion?

    Nichts dagegen, dass jemand nicht an die Wirkung von Homöopathie glaubt, aber seit wann ist die Nicht-Nachweisbarkeit ein Beweis für die Nicht-Existenz? Wissenschaftler sollten langsam anerkennen, dass auch sie nicht unfehlbar ist, dass das Wissen von heute möglicherweise der Irrtum von morgen ist. Vielleicht lassen sich eines Tages in homopathischen Mitteln Energien messen, die heute noch nicht erkannt werden.

    Hätte ich vor einem Jahrhundert behauptet, dass ein gesunder Körper nicht keimfrei ist, hättet Ihr mich ausgelacht. Ihr hättet auch gelacht, wenn ich vor 100 Jahren gesagt hätte, es gäbe schwarze Löcher, die ganze Planeten verschlucken und wenn ich vor wenigen Jahrzehnten mit quantenphysischen Theorien angetanzt wäre, hättet Ihr mich wohl in eine psychiatrische Klinik gesteckt.

    Bleiben wir doch auf dem Boden: Solange soviele Leute Homöopathie erfolgreich nutzen, solange gibt es keinen Grund, darüber zu lästern.

  14. #14 florian
    28. Oktober 2008

    @Rainbow: “Bleiben wir doch auf dem Boden: Solange soviele Leute Homöopathie erfolgreich nutzen, solange gibt es keinen Grund, darüber zu lästern.”

    Tschuldigung – aber was ist denn das für ein dummes Argument? Würde ich z.B. behaupten “Solange soviel Leute erfolgreich andere bestehlen, solange gibt es keinen Grund, etwas gegen die Kriminalität zu unternehmen” würdest du mich auch ja auch berichtigterweise für bescheuert halten.

    “aber seit wann ist die Nicht-Nachweisbarkeit ein Beweis für die Nicht-Existenz? “

    Es geht nicht um “Nicht-Nachweisbarkeit”. Es geht darum, dass man nachweisen kann, das Homöopathie nicht funktioniert! Das ist was ganz anderes – Da helfen auch Rückgriffe auf die Geschichte der Naturwissenschaften nichts. Die Leute, die trotz dieser Nachweise immer noch Homöopathie propagieren verkaufen den Menschen unwirksame “Medikamente” und spielen mit der Gesundheit der Leute. So etwas will ich nicht unterstützen und schon gar nicht gutheissen. Das hat nichts mit “Konkurenz-Verhinderungs-Projektion” zu tun (Als Astronom machen mir die Homöopathen auch nicht wirklich Konkurrenz).

  15. #15 Markus Termin
    28. Oktober 2008

    Am besten, Du probierst einfach mal Nux Vomica aus, ist ein sehr gutes Mittel, wenn man sich den Magen verdorben hat, aber bitte keinen Kaffee dazu trinken und auch eine minzfreie Zahncreme verwenden, gibt´s in der Apotheke oben!

    Herzliche Grüße

    Markus

  16. #16 Ludmila
    28. Oktober 2008

    @Rainbownet: dass das Wissen von heute möglicherweise der Irrtum von morgen ist.

    Wir wissen, dass wir nicht alles wissen. Deswegen misstrauen wir ja jenen, die von sich behaupten, dass sie den Stein der Weisen gefunden haben.

    Witzigerweise sind es doch die Homöopathen, die behaupten auf alles eine Antwort zu haben. Die haben das kritische Denken bereits an der Eingangstür abgegeben.

    Wir sagen: Wahrscheinlich ist es so und so, weil bla bla detaillerte Erklärung bla bla bla

    Die sagen: Es wirkt, beweis mir das Gegenteil. Wissen der Alten bla bla bla pseudomystischer FeelGood-Scheiß. Mit so etwas als Steilvorlage kannst Du Dir Popel aus der Nase ziehen, dazu irgendetwas mit Babyloniern zusammenreimen – prüft ja eh kein Schwein nach – und los geht die Gelddruckmaschine. Die anderen müssen ja erst einmal beweisen, dass Du betrügst.

    Kannst Du mir mal erklären, wann es modern geworden ist, einfach mal alles zu glauben, nur weil genügend Leute daran glauben? Machen wir jetzt Hörensagen zum Maß aller Dinge?

    Homöopathie ist ein Armutszeugnis für Verstand und Zurechnungsfähigkeit und nimmt der wirkenden Medizin das Geld weg. Und deswegen regen wir uns auf.

  17. #17 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Florian: Dass Homöopathie nicht funktioniert, ist eine Verkennung der Realität. Offenbar wirkt es bei vielen Leuten. Wir können darüber streiten, ob es sich in diesen Fällen um einen Placebo-Effekt handelt, doch das ändert nichts daran, dass es helfen kann – der sogenannte Placebo-Effekt kommt ja auch bei der Schulmedizin teilweise vor.

    @Markus: Ich habe NuxVomica schon öfters gegen einen Kater eingesetzt – erfolgreich – aber eben die homöopathische Version 😉 Auch Belladonna war schon hilfreich, auch dieses würde ich nicht unverdünnt zu mir nehmen.

    @Ludmilla: Ich gehöre ja nicht zu denen, die Homöopathie als Stein der Weisen betrachten, für mich ist jede Medizin gut, wenn sie erstens hilft und zweitens nicht schadet – das Eine schliesst das Andere bekanntlich nicht aus.

    Ich rede hier wie schonmal gesagt nicht von Theorien und will auch nicht die einzig wahre Medizin gefunden haben. Es ist einfach so, dass ich schon gute Erfahrungen gemacht habe und es mir nicht einleuchtet, warum Euereiner mit solcher Verbissenheit gegen diese Medizin auftretet.

    Apropos Armutszeugnis – für mich ist es eher ein Armutszeugnis, wenn jemand behauptet, etwas sei unmöglich, nur weil er es nicht nachweisen kann. Und es ist ebenfalls ein Armutszeugnis, wenn z.B. ein Homöopath so tut, als ob jegliche Schulmedizin Gift sei. Beides halte ich für Fanatismus und nur daran störe ich mich.

  18. #18 florian
    28. Oktober 2008

    @Rainbow: “für mich ist es eher ein Armutszeugnis, wenn jemand behauptet, etwas sei unmöglich, nur weil er es nicht nachweisen kann.”

    Das hat ja hier auch niemand getan, oder? Ich bezeichne nur etwas als unmöglich, wenn etwas den Naturgesetzen widerspricht – wie es in der Homöopathie der Fall ist.

  19. #19 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Florian: Falls Du tatsächlich alle Nuturgesetze kennst, dann verneige ich mich vor Deiner Allwissenheit und bedaure, dass Du nicht schon vor 500 Jahren gelebt hast, Du hättest damals mit Deinem Wissen um schwarze Löcher die Wissenschaftswelt revolutioniert 😉

    Also jetzt mal ganz ehrlich, wenn wir zwei vor 100 Jahren gelebt hätten und ich Dir über quantenphysische Phänomene etwas erzählt hätte, hättest Du mich dann nicht genauso ausgelacht und Dich auf die Dir bekannten Naturgesetze berufen? Woher nimmst Du also die Sicherheit, dass nicht doch eines Tages etwas in diesen verdünnten Mitteln gefunden wird?

  20. #20 Ludmila
    28. Oktober 2008

    @Rainbownet:
    Hach, wir wagen es die Frage nach der Plausibiltät aufzuwerfen und ganz genau hinzuschauen und nachzubohren und zu prüfen und lassen uns nicht mit irgendwelchen wohlfeilen Erklärungen aus dem 18. Jahrhundert abspeisen. Und deswegen sind wir böse und begrenzt. Ja, ne ist klar.

    Ja der Placeboeffekt wurde bei Babys und Tieren nachgewiesen. Wusstest Du das etwa nicht? Wie willst Du dann darüber diskutieren, wenn Du keine Ahnung hast, was das ist?

    Du begründest Deinen Glauben auf Blödsinn aus dem 18. Jahrhundert, der sich in 200 Jahren nicht verändert hat und den Gesetzen widerspricht, mit dem Dein Auto fährt. Das blendest Du aus Deiner Wahrnehmung wohl irgendwie aus, oder? Vielleicht gibst Du dem auch mal homöopathisches Benzin, wenn es nicht mehr fährt.

    Homöopathie ist des “Kaisers neue Kleider” der Medizin, wo jeder einen auf den Deckel kriegt, wenn jemand darauf hinweist, dass da buchstäblich Nichts ist.

    Du bist ein Gläubiger und alleine daran sieht man, wie Homöopathie schadet. Sie ist zum Opium für das Volk geworden, die damit sogar ihre Wissenschaftsfeindlichkeit begründet.

  21. #21 florian
    28. Oktober 2008

    @Rainbow: Es reicht, die aktuell bekannten Naturgesetz und -theorien zu kennen. Die sind nämlich nicht so einfach vom Himmel gefallen sondern sind in den letzten Jahrhunderten millionenfach bestätigt worden. Diesen Gesetzen, auf denen so gut wie alles in unserem modernen Leben basiert steht die Homöopathie entgegen. Beide können nicht richtig sind.

  22. #22 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Ludmila: sorry wenn ich so direkt frage, liest Du nicht was andere schreiben oder bist Du so fanatisch, dass Du derart angreifen musst?

    1. Dürfen mit Dir nur Leute mit akademischem Titel diskutieren?

    2. wo sagte ich, dass Ihr böse seid? Ich bin froh, dass es Forscher wie Euch gibt, ich würde mir nur etwas mehr Bescheidenheit in Sachen Allwissenheit wünschen

    3. Wo habe ich meinen “Glauben” mit Blödsinn aus dem 18. Jahrhundert begründet? Ich begründe ihn mit meinen eigenen subjektiven Erfahrungen, diese zählen bei Menschen ausserhalb von Universitäten nachwievor

    Die Art und Weise wie hier teilweise diskutiert wird erinnert mich in fatalerweise an Diskussionen mit evangelikalen Christen. Ich persönlich weiss nicht alles, alleine das weiss ich.

  23. #23 Ludmila
    28. Oktober 2008

    @Rainbownet: 1. Dürfen mit Dir nur Leute mit akademischem Titel diskutieren?

    Wie kommst Du denn auf so etwas? Vielleicht weil ich Dich darauf hingewiesen habe, dass es gut ist, sich über etwas zu informieren, bevor man es als Argument verwendet? Oder willst Du behaupten, dass nur Leute mit akademischen Titel etwas nachprüfen und lernen können? Ist es jetzt arrogant darauf hinzuweisen, dass Du beim Placeboeffekt nicht auf dem Laufenden bist?

    Wo habe ich meinen “Glauben” mit Blödsinn aus dem 18. Jahrhundert begründet?

    Homöopathie. Daran glaubst Du und die Begründungen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Und die Begründungen sind Blödsinn. Daher “Blödsinn aus dem 18. Jh.” Nimmst Du Homöopathie, schleppst Du den Blödsinn mit.

    Die Art und Weise wie hier teilweise diskutiert wird erinnert mich in fatalerweise an Diskussionen mit evangelikalen Christen

    Oh ja evangelikale Christen lehnen alles ab, was man nicht nachprüfen kann. Ja ne, ist klar.

  24. #24 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Ludmila: Nein, Evangelikale lehnen nicht alles überprüfbare ab, aber sie glauben, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Diesen Eindruck bekomme ich hier auch.

    Vielleicht liest Du mal Deine eigenen Zeilen und versuchst herauszulesen, weshalb Deine Zeilen so rechthaberisch wirken, dass eine Diskussion nicht möglich ist.

    Ich habe mit keinem Wort Eure Arbeit in Frage gestellt und habe nichts gegen Schulmedizin eingewendet sondern einzig betont, dass ich selbst gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht habe. Weshalb Euch diese Tatsache so provoziert, entzieht sich meinem Verständnis, aber vielleicht liegt das auch an meinem fehlenden Wissen im Bereich Kommunikationswissenschaft 😉

  25. #25 Joerg
    28. Oktober 2008

    Typische “post ergo propter hoc”-Argumentation. Ist leider eine logische Falle: Nur weil man etwas beobachtet (“Mir geht es besser”) nachdem man etwas getan hat (“Wasser getrunken” pardon: “ein homöpathisches Mittel eingenommen”) bedeutet nicht, dass ein kausaler Zusammenhang besteht.
    Einzig und alleine doppelt blinde groß angelegte klinische Studien können einen logischen Zusammenhang zwischen Mittel und Wirkung feststellen. Und alle derartigen, gut durchgeführten unabhängigen Studien zu Homöpathie (alleine dass es die gibt zeigt ja schon dass Wissenschaftler nicht stur auf ihren Theorien sitzen, warum sollten sie sonst testen was passiert wenn man Leuten Wasser gibt?) haben eindeutig gezeigt dass homöopathische Mittel wie ein Placebo wirken.
    Eine Placebowirkung kann nur eine Verbesserung des subjektiv wahrgenommenen Leidens (Schmerz, Übelkeit) bewirken. Es ist nachgewiesen, dass alle weitere Wirkung nicht kausal durch homöopathische Mittel verursacht worden sein kann. Und zwar ist es nicht in den Köpfen von forschern nachgewiesen worden, sondern auf die einzige Art, die Wissen für jeden Menschen generieren kann: In dokumentierten, reproduzierbaren Studien. Das ist keine Wissenschaftlersache, das ist der Konsens der menschlichen Rasse wie man Wissen erzeugt.
    Anekdotenwissen zählt nicht dazu. Und wenn man wider besseres Wissen Geld mit so etwas macht, nenne ich das Betrug.

  26. #26 Ludmila
    28. Oktober 2008

    @Rainbownet:
    dass ich selbst gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht habe

    Deine persönliche Erfahrung aber kann und darf nicht als Maßstab dafür gelten, wie wir Krankheiten behandeln und wie nicht. Glaubst Du wirklich, dass wir uns alleine auf Dein Urteil verlassen sollen? Sollen wir Dein Urteil höher werten als unser geballtes Wissen?

    Schau, wir sind alle nur Menschen und als solche sind wir fehlbar. Wir alle, Du, ich, Florian, neigen dazu, selbst im besten Treu und Glaube Dinge falsch einzuordnen. Deswegen ist es so extrem wichtig, dass man die Persönlichkeit außen vor lässt und objektiv dran geht und prüft. Daran darf gerade im Gesundheitswesen kein Weg vorbeiführen.

    Dazu stehe ich. Ich kann nun mal nicht anders.

    Und Rainbow, Du kannst mich beleidigen soviel wie Du willst, aber was zeigt das?

  27. #27 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Joerg: Ich begebe mich nun aufs Glatteis, da ich wie bereits bemerkt kein Akademiker bin, aber wenn ich als Laie im Internet google, dann finde ich sehr wohl Berichte über erfolgreiche Doppelblindstudien:
    http://www.byrd.de/muskl/homoeopathie.html
    Wenn das nun mit eigenen Erfahrungen sowohl bei mir, meiner Familie und im Bekanntenkreis übereinstimmt, fühle ich mich irgendwie verarscht, wenn hier so rumlesen

    Aber vielleicht könnt Ihr mich aufklären, was mit den Studien in obigem Link falsch ist, ich bin nicht so fanatisch, dass ich nicht auch zuhören würde 😉

  28. #28 RainbowNet-Blog
    28. Oktober 2008

    @Ludmila:
    Nein man soll sich nicht auf mich verlassen, man soll sich aber auch nicht auf Reagenzgläser verlassen, die Welt ist mehr als das, was wir nachweisen können. Ich für meinen Teil halte mich vorallem an meine persönlichen Erfahrungen und diese sind alleine für mich gültig, da schreibe ich niemandem etwas vor.

    Zur Persönlichkeit, verzeih, aber ich kann mich nicht ausschliessen, meine Erfahrungen sind Teiler meiner Selbst, wie soll ich das ignorieren?

    Es tut mir im übrigen leid, dass Du Dich beleidigt fühlst, das war keinesfalls meine Absicht, ich hatte bei Deiner Schreibe dasselbe Gefühl, vielleicht haben wir einfach aneinander vorbei geredet. Die Art wie Du geschrieben hast, hat auf mich gewirkt als würdest Du sagen, dass Leute die so denken wie ich Deppen sind. Deshalb antwortete ich etwas schnippisch, das war aber nicht beleidigend gemeint, sorry.

  29. #29 emp
    28. Oktober 2008

    Rainbow, deine Annahme ist falsch, hier diskutieren nicht nur Wissenschaftler. Ich bin keine, und ich will auch gar nicht in die Forschung.

    Eine neue Therapie interessiert mich dann wenn sie wirkt (und dann ist es mir wurscht, ob alle bisherigen Erkenntnisse damit auf den Kopf gestellt werden). Das tut Homöopathie schlicht und einfach nicht, und daher ist es müßig, sich mit den Begründungen zu beschäftigen. Mein Prüfungsschema schaut so aus:
    1.) Wirkt es?
    2.) Warum wirkt es?
    Steige ich bei Frage 1 aus, brauche ich mich um Frage 2 nicht mehr zu kümmern.

    Dieses Prüfungsschema ist kinderleicht. Emily Rosa hat es bei Therapeutic Touch erfolgreich angewendet. Warum Erwachsene wenn es um ihre Glaubenssysteme wie Homöopathie geht, nicht schaffen, kapier ich nicht. “Wer heilt hat Recht”? Dann möchte ich bitte den Beweis der Heilung sehen – fernab jeglicher Beweisregeln oder Wissenschaft, als schlichte Geste der Höflichkeit.

    Und hier der Link zu mehr Emily-Rosa-Info:
    http://www.science-at-home.de/news/kurios/kurios_det_20030504141242.php

  30. #30 florian
    28. Oktober 2008

    @Rainbow: Das mit den persönlichen Erfahrungen ist ja genau das Problem. Den die können uns leider täuschen. Um daher verläßlich Erkenntnisse zu gewinnen, braucht es eine objektive Methode. Und das ist die Wissenschaft.

    Zu deinem Link: Das Wort, dass hier relevant ist, ist “randomisierte Doppelblindstudie”. Alles andere “Blindstudie”, “Studie”, “wissenschaftliche Untersuchung” etc ist nur bedingt zuverlässig.

  31. #31 Joerg
    28. Oktober 2008

    Ich hatte gesagt, gute, unabhängige Studien. Sachen die in der der Schweizerische Zeitschrift für GanzheitsMedizin erscheinen, zählen da wohl eher nicht zu…das ist dann genau wie alle chniesischen Studien zu TCM (Traditional Chinese Medicine), die seltsamerweise auch tolle Ergebnisse zeigen…
    (Dabei wollte ich mich doch vom China-Bashing fernhalten…)

  32. #32 Ludmila
    28. Oktober 2008

    @RainbowNet-Blog: Och ist doch kein Problem. So schnell bin ich nicht beleidigt. 😉

    Aber Rainbow, wenn ich darf, konfrontiere ich Dich mal mit den allerersten beiden Sätzen, mit denen Du hier eingestiegen bist:
    Kann mir mal jemand erklären, warum Ihr so phobisch-hysterisch auf Homöopathie reagiert? Ist das eine Art unbewusste Konkurenz-Verhinderungs-Projektion?

    War vielleicht nicht ganz so glücklich, oder? Du weißt schon “Der Ton macht die Musik und der erste Eindruck prägt”

    Du willst also, dass ich die Studien mal prüfe? Ok, werde ich tun, alleine schon, um mein didaktisches Denken zu schulen. Das wird allerdings dauern.

    man soll sich aber auch nicht auf Reagenzgläser verlassen, die Welt ist mehr als das, was wir nachweisen können
    Hmm, ich verlasse mich auf meine Vernunft und mein wissenschaftliches Training. Übrigens Wissenschaftlerblog hier. Und jetzt überleg mal, was ein Wissenschaftler von so Sätzen oben hält.

    Wenn das nun mit eigenen Erfahrungen sowohl bei mir, meiner Familie und im Bekanntenkreis übereinstimmt, fühle ich mich irgendwie verarscht, wenn hier so rumlesen
    Was habe ich weiter oben über die Persönlichkeit gesagt? Es mag Dir nicht gefallen, das verstehe ich schon, aber Deine persönliche Erfahrung, noch die persönliche Erfahrung Deine Familie und Bekannten sind höchstens Anfangsindizien. Es gibt gute Gründe, warum man an die Wissenschaft eben möglichst ohne Persönlichkeit herangeht.

    Google einfach mal “Versuchsleitereffekt”. Du wirst staunen, dass bereits Erwartungen Reaktionen beim Gegenüber auslösen können. Ohne dass man sich dessen bewusst sind. Wir sind soziale Wesen und wir sind fehlbare Wesen. Das muss man sich immer vor Augen halten. Und mal ehrlich, “die Mehrheit hat immer Recht!” Wirklich immer? Dann frag doch bitte die Mehrheit, wenn Dein Auto kaputt geht, was daran kaputt ist.

  33. #33 Markus Termin
    28. Oktober 2008

    Homöpathie wirkt sehr gut. Sie ist vielfältig, auch double-blind nachgewiesen. Man muß nur bestimmte Bedingungen einhalten. Z.B. neutralisiert eine einfache Tasse Kaffee die Wirkung. Dies wird und wurde bei allen “kritischen” Prüfungen leider mißachtet. Homöopathie ist nun mal keine mechanistische, ausschließlich symptomorientierte Medizin, sondern eine ursachenorientierte, deren Wirkung man gar nicht nachprüfen kann, wenn man schon die Ursachen selbst nicht kennt. Nachprüfen und beweisen mag recht sein, doch dann muß man zunächst mal das Sytem verstehen (das ist wie in der Astrologie :-); wenn ich wissen will, ob jemand mit verbundenen Augen mit einem Eibenbogen in Schwarze des Ziels treffen kann, werde ich auch nicht darauf bestehen, dass er dabei eine kugelsichere Weste trägt. Nach der homöopathischen Lehre gibt es drei bis vier Grundkrankheiten, auf die alle anderen zurückzuführen sind. Homöpathie wirkt außerdem auf den feinstofflichen Körper. Wenn man noch nicht einmal ahnt, dass es sowas gibt (obwohl er sich fotografieren läßt), dann kann man auch nichts widerlegen. Objektiv sind homöopathische Mittel auch anhand der veränderten Struktur von Wassermollekülen nachweisbar. In einer Welt, in der massenweise Antibiotika Resistenzen züchten, und bei uns in Krankenhäusern letztes Jahr deswegen 800 000 zusätzliche und viel zu häufig sogar letale Infektionen wegen solcher Resistenzen beobachtet werden, wäre es eigentlich “schulmedizinisch” angebracht, eine neue Bescheidenheit einzuproben und alle Mittel ernstzunehmen, die andere Möglichkeiten bieten. Nichts anderes tun offene Praktiker auch zu Recht. Dass Chinesicher Beifuß (alleopathisch) Maliaria bekämpfen kann, wenn frühzeitig genommen, hat (nach 40 Jahren Ignoranz) inzwischen auch die WHO verstanden. Warum sind in Deutschland soviel Sturköpfe unterwegs?

  34. #34 Joerg
    28. Oktober 2008

    @Markus Termin: Ich hatte sehr gehofft, dass Sie wenigstens Manns genug sind zu ihrem Wort zu stehen und hier nicht mehr zu kommentieren. Das wäre allen eine große Freude gewesen.

  35. #35 florian
    28. Oktober 2008

    @Markus: Läuft das wieder auf “Homöopathie kann man nur nachweise, wenn man daran glaubt. Wenn man Homöopathie kritisiert ist prinzipiell unmöglich, dass sie funktioniert” hinaus? Das ist in etwa so wie die Wünschelrutengeher, die dann plötzlich nichts mehr finden, wenn sie kontrolliert werden. Dann sind natürlich die “schlechten Schwingungen” schuld.

    Ich würde übrigens gern mal ein Foto des feinstofflichen Körpers sehen. Das würde mich echt interessieren (ich nehme an, es sind keine Koronaentladungen gemeint, oder 😉 )

    Und Quellen zur angeblich “veränderten Struktur der Wassermoleküle” fände ich auch sehr interessant. Behaupten kann ja jeder irgendwas – interessant wirds erst mit Quellenangabe.

  36. #36 Klaus
    28. Oktober 2008

    Na, wenn schon eine “einfache Tasse Kaffee” die Wirkung aufheben kann, was bewirken denn dann erst alle übrigen ubiquitären Umwelteinflüsse, seien sie natürlicher oder zivilisatorischer Art? Soll ich ernstlich die Wirksamkeit eines Präparats unter hochkeimfreien Laborbedingungen überprüfen, oder kann ich nicht vielmehr erwarten, dass ein Präparat seinen Taug unter Alltagsbedingungen unter Beweis stellt? Das mit den unwillkommenen Nebeneinflüssen sieht doch sehr nach fauler Ausrede aus – an irgendwas kann es immer gelegen haben! Außerdem: kein Wässerchen der Erde kann so rein sein, dass es nur und gerade der verdünnte Wirkstoff ist, der ihm, feinstofflich hin, feinstofflich her, die entscheidende Prägung verpasst haben kann, und nicht etwa irgend eine zufällige Verunreinigung.

    Und noch eins: Homöopatie entspricht in der Art zu denken auffällig der Art Medizin, die betrieben wurde, als die Menschen eine durchschnittliche Lebenserwartung um die 40 Jahre hatten. Glaubt jemand ernsthaft, mit dem Simile-Prinzip könne man irgend eine kausale Therapie begründen?

  37. #37 Markus Termin
    28. Oktober 2008

    http://www.masaru-emoto.net/ mal hier gucken, Florian. Von wegen “Manns genug”: bist ja nicht “Alle”. Versuche: Eure Lichtgeschwindigkeit ist auch nur im Hochvakuum konstant, vielleicht.

  38. #38 florian
    28. Oktober 2008

    @Markus: Wie? Versteh dich nicht? “Manns genug”? was meinst du denn damit.

    Ok – Masaru Emoto. Ja, hätte ich mir eigentlich denken können, dass du den für nen kompetenten Wissenschaftler hälst 😉 Also studiert hat er schon – fachlich wäre er aber eher ein Kollegen von Ali – mit Physik hat er nicht viel zu tun. Er macht halt einen Haufen Experimente die sich alle nicht reproduzieren lassen und stellt die gleichen seltsamen “Theorien” auf wie Grander & Co. Mit “Quellen” meine ich normalerweise veröffentlichte, peer-reviewte Artikel. Alles andere lässt sich nicht sinnvoll objektiv bewerten. Du kannst natürlich Emoto gerne glauben. Aber mit Fakten hat das nicht viel zu tun.

    Und die Sache mit der Lichtgeschwindigkeit lässt dir keine Ruhe, oder? Übrigens “gehört” die Lichtgeschwindigkeit uns allen 😉 Was irritiert dich denn so sehr an der Lichtgeschwindigkeit. Ich komm langsam nicht mehr umhin, dich in der Hinsicht “ignorant” zu nennen – weißt du eigentlich wie gut die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit experimentell und theoretisch belegt ist? (Und die Tatsache dass sich Licht in verschiedenen Medien verschieden schnell ausbreitet ist absolut nichts ungewöhnliches und nichts, was irgendwelchen Theorien widerspricht).

  39. #39 Joerg
    28. Oktober 2008

    Ich war das mit “Allen” und “Manns genug”. Wenn schon, dann den richtigen anpöbeln.
    Tja, ist tragisch mit der Lichtgeschwindigkeit, aber leider gehört die nicht nur “uns” sondern wir haben sie lediglich beobachtet und schlüssig in für alle Menschen nachprüfbare Theorien gegossen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Eso-Fans Probleme bereitet, zumal das ihre eigene Existenzberechtigung annulliert.

  40. #40 Andreas
    28. Oktober 2008

    Kann man die Liebe beweisen, oder ist sie nur etwas subjektives, das keiner Doppelblindstudie standhält und damit nicht existent ist?????

    Andreas

  41. #41 Joerg
    28. Oktober 2008

    “Kann man die Liebe beweisen, oder ist sie nur etwas subjektives, das keiner Doppelblindstudie standhält und damit nicht existent ist?????”

    Und was soll uns das jetzt mitteilen?

  42. #42 florian
    28. Oktober 2008

    Ich fordere eine Studie “Liebe vs. Homöopathie – was heilt besser?” 😉

  43. #43 Simmi
    29. Oktober 2008

    Ständig müssen Homöopathiker und andere Esoterikale jeden absoluten Wahrheitsanspruch in Frage stellen aber auch nur dann wenn es um das Wiederlegen der eigenen obskuren Ideen geht. Und Ja, es gibt keine absoluten Wahrheiten. Der Mensch ist da auch einfach eine zu große Unsicherheitsquelle: falsche Erinnerungen besitzen, optischen Täuschungen verfallen, vergessen, Gehörtes und Gelesenes fehinterpretieren, halluzinieren usw. das kann er gut. Und trotzdem geh ich davon aus, dass morgen die Sonne wieder aufgeht und mein Laptop auf dem ich gerade schreibe auch dann noch dasteht wenn ich mich umdrehe. Es ist eben einfacher zu sagen etwas stimmt, als andauernd zu sagen es ist zu 99,99987schlagmichtot % Wahrscheinlich, dass es so ist.

    Und in diesem Sinne ist Homöopathie schlicht falsch. End of Story.

  44. #44 Tim
    29. Oktober 2008

    Homöopathie aus der Apotheke ist doch kein Problem. Die Globuli dürgen nur nicht neben Computer oder Handy lagern und mit dem Kassenscanner erfasst werden

    aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=514855&pid=520911

  45. #45 RainbowNet-Blog
    29. Oktober 2008

    @Florian: Natürlich können persönliche Eindrücke täuschen, aber wenn beispielsweise ein Pilz verschwindet nach der Einnahme von Homöopathika, dann ist das zwar kein Beweis, aber es ist zumindest erfreulich. Ich hatte mehrere solche positiven Ergebnisse, wozu brauche ich da noch Beweise?

    @Joerg: Da machst Du es Dir zu einfach, es spielt keine Rolle in welchem Magazin das steht, interessant müssten die dort zitierten Studien sein. Das Magazin selbst hat ja keine Studien gemacht, es beruft sich einzig auf Studien von Universitäten oder Wissenschaftlern.

    @Ludmila: Mein Tonfall war in der Tat überspitzt, aber nach dem Lesen Eurer bisherigen Kommentare, in denen man sich lieber über das Thema lustig macht als ernsthaft darüber diskutiert, haben mich ziemlich knurrig gemacht – sorry.
    Es würde mich tatsächlich freuen, wenn Du diese Studien kommentieren könntest. Falls Du Zeit dazu findest, danke.

  46. #46 Micha
    29. Oktober 2008

    @Homöopathiefans
    Bisher hat noch kein Homöopathiebefürworter gewagt folgenden, ziemlich einfachen Test durchzuführen:
    1. Schicke mir 5 Gläser Globuli deiner Wahl (also solche deren Wirkung du kennst, und deren Wirkung du gut unterscheiden kannst)
    2. Du bekommst von mir immer dann, wenn du dich bereit für einen Test fühlst eine Portion (Anzahl der Globuli können wir gerne festlegen) eines der von dir gewählten Homöopathika (deren Wirkung du ja kennst) zugeschickt. Natürlich wird das, was zugesendet wird zufällig (durch Losen) herausgesucht und – selbstverständlich – werden die Globuli genau so behandelt, wie von dir gewünscht.
    3. Du protokollierst (auf Basis der von dir gefühlten Wirkung) welche Globuli du eingenommen zu haben glaubst
    4. Nach 10 Runden vergleichen wir die Ergebnisse: Ich sage dir, was ich dir geschickt habe und du sagst mir, was du bekommen zu haben glaubst.

    Ich wäre sehr gespannt, welche Trefferquote erreicht werden würde …

    Im Gegensatz dazu trauen sich Homöopathiekritiker in aller Öffentlichkeit ganze Gläser voller – nach Meinung der Homöopathen – hochwirksamer Globuli herunterzuschlucken … … ohne dass sie irgendeine Wirkung spüren, geschweige denn dass eine körperliche Veränderung messbar wäre.
    Ich selbst habe auch schon mal eine homöopathische Ärztin schockiert, indem ich vor ihren Augen 2 Esslöffel eines ihrer Meinung nach hochwirksamen und deshalb sehr niedrig (höchstens 3 Globuli am Tag) zu dosierenden Homöopathikums verzehrt habe. Auf eine Erklärung, warum mir diese “Überdosis” so gar nichts ausmachte, warte ich übrigens immer noch!

    Micha

  47. #47 Gluecypher
    29. Oktober 2008

    “Dass Chinesicher Beifuß (alleopathisch) Maliaria bekämpfen kann, wenn frühzeitig genommen, hat (nach 40 Jahren Ignoranz) inzwischen auch die WHO verstanden. Warum sind in Deutschland soviel Sturköpfe unterwegs?”

    Dass pflanzliche Heilmittel in nicht-homöopathischer Dosierung wirksam sind hat sich allgemein herumgesprochen. Immerhin sind die wirksamsten Arzneimittel gegen z.B. Herzinsuffizienz (Digitalisglycoside) oder Gicht (Colchizin) pflanzlich. Allerdings werden die wirksman Dosen hier in mg/kg Körpergewicht angegeben und nicht in D73 oder sonstigem Unfug. Und mit vier sog. “Grunderkrankungen” alle möglichen Systemischen Erkrankungen erklären zu wollen erinnert mich fatal an die Sache mit den 4 Körpersäften aus dem Mittelalter. Ich warte bis heute auf den Durchbruch in der Behandlung von so unschönen Dingen wie amyotropische Lateralsklerose, Multipler Sklerose, Parkinson oder Alzheimer.

    Und die Sache mit dem Wassergedächtnis…..wie lange wollen uns die Homöopathen damit noch langweilen?? Die durchschnittliche zeitliche Stabilität einer Wasserstoffbrückenbindung zwischen einzelnen Wassermolekülen liegt nach aktuellen Messungen mit zeitlich hochauflösender Laserspektroskopie bei rund 50 Femtosekunden. Ziemlich kurze Haltbarkeit von Arzneimtteln, die auf solche Wirkmechanismen bauen.
    Und jetzt kommt bestimmt der Erklärungsversuch mit der geheimnisvollen “schwachen Quantenverschränkung” oder? Leider spuckt Ihnen da der Herr DeBroglie mächtig in die Suppe. Aber das muss man als wahrer Gläubiger nicht wissen, der feinstoffliche Geist wird’s schon richten.
    Und dass man ausgelacht wird, Herr Termin, heisst nicht automatisch, dass man Recht hat. Es stimmt zwar, dass viele neue und richtige Idee (vor allem in der Physik) anfangs belächelt wurden, aber nachdem diese durch Experimente überprüft wurden, hat sich das sehr schnell geändert. Plank und Einstein wurden nach wenigen Jahren allgemein anerkannt. Bei Herrn Hahnemann warten wir da seit über 200 Jahren darauf, oder?

    Und ich möchte MEINE Lichtgeschwindigkeit für mich behalten, das ist nichts für Homöopathen. 😛
    Und es gibt ja auch wirklich Elementarteilchen, die sich schneller als das Licht bewegen. Bitte die exakte Formulierung beachten, ich bin kein Tachyon-Spinner. 😉

  48. #48 Joerg
    29. Oktober 2008

    Echt das Journal ist irrelevant? Cool, dann ist ja der Kilmawandel widerlegt wenn Esso/BP/Shell/whatever das in ihrem Propagandaheftchen so sagen?! Ach besser, machen wir doch unser eigenes Journal und schreiben was wir wollen, das wird schon stimmen.
    Ehrlich: in welchem Journal das erscheint ist so ziemlich das wichtigste überhaupt. Veröffentlichungen die a) nicht ordentlich peer reviewed sind und vor allem b) in einem Heftchen mit tendenziösem Titel erscheinen sind a priori unseriös bis zur sofortigen kompletten Irrelevanz.

  49. #49 Arno
    29. Oktober 2008

    @Rainbow
    Es ist durchau glaubwürdig, dass ein Pilz nach der Einnahme von Homöopathika verschwindet. Man kann daraus allerdings noch nicht schliessen, dass der Pilz _wegen_ der Einnahme von Homöopathika verschwunden ist.
    Der erste Schritt, um herauszufinden ob ein kausaler Zusammenhang bestehen könnte, ist zu untersuchen, ob es eine Korrelation gibt, d.h. ob bei vielen Fällen oft genug der Pilz nach der Einnahme des Homöopathikum verschwunden ist. Dazu führt man eine randomisierte Doppelblindstudie durch. Das bedeutet, dass eine Reihe von Leuten mit dem Pilz entweder mit dem Homöopathikum oder mit Zuckerkügelchen behandelt wird, wobei zufällig ausgewählt wird, wer was bekommt, und keiner der direkt beteiligten es weiß. Jetzt vergleicht man die Heilungsraten, und betrachtet, ob es statistisch signifikant ist. Heraus kommt i.d.R., dass das Homöopathikum nicht besser hilft als das Zuckerkügelchen (da die beiden ja auch physikalisch identisch sind, ist es nicht überrachend).
    Kompliziert wird das Ganze jetzt dadurch, dass die Leute, die zur Anamnese mit dem Homöopathen gehen, und danach ein Zuckerkügelchen schlucken durchaus bei einigen Krankheiten Vorteile gegenüber Leuten haben, mit denen man nichts macht. Dies ist eben der Placeboeffekt.

    Das Tolle ist nun aber, dass man für eine randomisierte Doppelblindstudie kein Modell haben muss, wie es funktioniert. Wenn es einen relevanten Effekt gibt, kommt dieser bei einer korrekt durchgeführten Untersuchung zu Tage.

  50. #50 Rincewind
    29. Oktober 2008

    @Rainbownet:

    Sie schreiben:
    “@Florian: Natürlich können persönliche Eindrücke täuschen, aber wenn beispielsweise ein Pilz verschwindet nach der Einnahme von Homöopathika, dann ist das zwar kein Beweis, aber es ist zumindest erfreulich. Ich hatte mehrere solche positiven Ergebnisse, wozu brauche ich da noch Beweise?”

    Nein, Sie brauchen keine Beweise. Genauso wenig wie ich welche brauche, dass meine Regentänze funktionieren. Heute hat es z.B. den ganzen Tag geregnet, weil ich letztes Wochenende einen Regentanz getrommelt habe.

    Es gibt überhaupt keinen Zwang für Sie, das neuronal/psychologische Muster hinter dem Verhalten von Menschen überhaupt auch nur als etwas Diskutierbares in der Deutung der Realität wahrzunehmen.

    Sie brauchen auch keine Historie, den harten Kampf, wie wir ev. bei nur ganz bestimmten Dingen aus der persönlichen Subjektivität Allgemeinaussagen ableiten könnten. Dazu zwingt sie nun wirklich niemand.

    Problematisch wird es heute nur, wenn Sie mit dieser Haltung Allgemeinaussagen wissenschaftlicher Art über die Realität treffen wollen. Dann müssen Sie von der Annahme ausgehen, dass das, was Ihnen richtig und gut erscheint, auch für alle anderen zutrifft. Übernehmen Sie dafür die Verantwortung?

    Ne. Natürlich nicht. Muss ja jeder selber wissen, ob E=mc² so stimmt. Das Problem dabei ist nur, dass wir einen in der Realität funktionierenden Konsens brauchen. Also z.B. Feuerwehrleute, die mit Wasser oder Schaum versuchen zu löschen, und nicht welche, die das mit Obstbrand oder Kerosin probieren. Mit beidem kann man übrigens problemlos die Flamme von einer Kerze löschen.

    Denken Sie, was Sie wollen, aber meinen Sie bitte nicht, das hätte was mit Wissenschaft zu tun.

    Der Zauber unserer europäischen Welt besteht ja momentan darin, dass die Wissenschaft sie so weit gebracht hat, dass man alles glauben darf – weil es in der Realität nicht mehr wirklich relevant ist und keine Konsequenzen hat, was man darüber denkt. Der Airbag geht trotzdem auf.

    Fast kein Mensch kann z.B. einen Computer wirklich verstehen in seiner “Ganzheit”. Damit werden Spekulationen frei, so frei, dass man auch Bildschirme mit homöopathischen Mitteln putzen kann, so frei, dass man glaubt, es ginge einem dann besser. Eine unglaubliche Freiheit des “Geistes”, jeden Schrott zu denken, weil es egal, aber angenehm ist.

    Wenn es aber richtig weh tut, sind Homöopathen die ersten, die beim Zahnarzt sitzen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass der olle Hahnemann euch Anhänger mit dem heutigen Wissen einfach nur auslachen würde. Ihr Dürft gerne glauben, was ihr wollt, aber wenn ihr das als “wissenschaftlich” bezeichnet, dann geht das Schmarotzertum einen Schritt zu weit.

    Rincewind

  51. #51 Rincewind
    29. Oktober 2008

    @ Arno:
    Zit:
    “Das Tolle ist nun aber, dass man für eine randomisierte Doppelblindstudie kein Modell haben muss, wie es funktioniert. Wenn es einen relevanten Effekt gibt, kommt dieser bei einer korrekt durchgeführten Untersuchung zu Tage.”

    Sie sind Idealist bez. Homöopathen, Arno. Sie glauben an eine Welt, die in der Realität verbindlich ist. Also z.B. dass die Amis wie die Russen ihre Raketen nach gleichen Berechnungen ins All schießen.

    Sowas tangiert Homöopathen nicht. Das sind alles Texanische Scharfschützen. Die suchen nur nach Dingen, die in ihre einzige wahre Vorstellung der Welt passt. Wen die Welt (Realität) widerspricht, ist die Welt (Realität) zu dumm und wird wegradiert.

    Das richtig Ärgerliche ist, das die sowas “wissenschaftlich” nennen wollen und die Medien darauf einsteigen.

    Muss man locker sehen. Selbstreflektion und Bewusstsein ist nicht unbedingt eine Ausprägung, die in der Evolutionstheorie unabdingbar für den Menschen wäre – es könnte sogar ein ziemlich störendes Neben-/Sekundärprodukt sein.

    Ev. ist ja eine immer gesünder älter werdende Gesellschaft aus egoistisch genetischer Sicht kontraproduktiv, und es entwickeln sich wieder vermehrt Quacksalber, die das einzelne Leben verkürzen.

  52. #52 Rose
    29. Oktober 2008

    @rincewind:
    Danke, nach Lektüre Ihres Kommentars konnte ich hörbar durchatmen.
    Mir geht nämlich genau dieser “Relativismus der Verwöhnten” schon ganz schön auf den Wecker – Sie haben die Ursachen dafür wunderbar auf den Punkt gebracht. Anything goes, weil eh nix auf dem Spiel steht.
    Wenn ohnehin alle Welterklärungssysteme “parallele Gültigkeit” haben, dann könnte man doch diese öden, dogmatischen Naturgesetze auch bei der Konstruktion von Flugzeugen ignorieren – die feinstofflichen Ebenen werden schon dafür sorgen, dass das Ding nicht auf den Boden kracht, sonst ist ja angeblich auch immer Verlass darauf…
    (Das geht jetzt übrigens nicht an die Adresse von Rainbownet, sondern summiert meine Diskussionserfahrungen mit Wissenschaftsverächtern in meinem Bekanntenkreis.)

  53. #53 Rincewind
    30. Oktober 2008

    @rose: Danke! Freue mich, dass es eine/r verstanden hat, und damit auch andere.

  54. #54 RainbowNet-Blog
    30. Oktober 2008

    @Joerg: Wenn Studien gemacht werden und diese in einem “Eso-Magazin” abgedruckt werden, werden dadurch nicht die Studien selbst falsch, oder? Der von mir gebotene listet eine grosse Zahl von Studien auf, um diese geht es und nicht darum, in welchem Magazin diese Auflistung steht. Wenn die dort aufgelisteten Studien falsch sind, lasse ich mich gerne belehren. Aber Du machst es Dir m.E. zu einfach, wenn Du das Ganze ablehnst, nur weil diese Studien in einem Eso-Magazin auftauchen.

    Wie dem auch sei, in Anbetracht der “rationalen Argumente” wie Regentänzer, texanische Scharfschützen und Schmarotzertum ist mir die Lust an einer Diskussion vergangen.

  55. #55 Markus Termin
    30. Oktober 2008

    Gluecypher@ “Und es gibt ja auch wirklich Elementarteilchen, die sich schneller als das Licht bewegen.”

    Das kann ja gar nicht sein, Florian hat doch gesagt, nichts könne sich schneller bewegen, als Licht.

    “Ich warte bis heute auf den Durchbruch in der Behandlung von so unschönen Dingen wie amyotropische Lateralsklerose, Multipler Sklerose, Parkinson oder Alzheimer.”

    Warte ich auch drauf, ist aber bislang, trotz unglaublicher Budgets, sehr viel Zeit und vielen vielen Forschern, auch von schulmedizinischer Seite her kein Durchbruch gelungen. Ein Vorschlag: mal den chemischen Müll aus den Grundgewässern herausfiltern, der bei der Produktion und dem Verbrauch von pharmazeutischen Medikamenten anfällt? Der könnte nämlich diese Krankheiten verursachen. Sogar in homöopathischen Dosen. Ein älterer Mensch geht heutzutage mit gut und gern 30 verschiedenen Pharmazeutika – die sich zum Teil gegenseitig neutralisieren oder potenzieren – aus seiner Hausarztpraxis und – unappetitliches Thema – die sterblichen Überreste sind wegen der angesammelten Giftstoffe kaum einfach mehr zu begraben. All dies wird zustande gebracht unter einem “Verbrauch” von Versuchstieren, der in die Millionen geht, allein in Deutschland, per anum. Manche dieser Versuche gelten als gelungen, wenn man die Zeit erfasst, in der 50% aller Versuchstiere – gelinde gesagt – verstorben sind. Für die Homöopathie muß kein Versuchstier sterben.

    Zu Ihrer moralischen Bildung empfehle ich von Hans Wollschläger: “Tiere sehen Dich an”.

    “Und dass man ausgelacht wird, Herr Termin, heisst nicht automatisch, dass man Recht hat.”

    All dies ist nicht zum Lachen, sondern grausam. Ich halte es nicht für ein Zeichen von Kompetenz, irgendjemanden auszulachen.

  56. #56 Joerg
    30. Oktober 2008

    “Wie dem auch sei, in Anbetracht der “rationalen Argumente” wie Regentänzer, texanische Scharfschützen und Schmarotzertum ist mir die Lust an einer Diskussion vergangen.”

    Prima, one down, one to go.

    @Markus Termin:

    Homöpathie ist Wasser. Nichts anderes. Deswegen stirbt tatsächlich kein versuchstier. Deswegen stirbt allerdings auch kein Mensch weniger. Haben sie wirklich gerade behauptet, dass eine Sache funktioniert, weil eine andere nicht perfekt ist? Das ist ja grausam…

  57. #57 emp
    30. Oktober 2008

    Herr Termin, für diesen Satz verlange ich aber dringend Belege:
    “Ein älterer Mensch geht heutzutage mit gut und gern 30 verschiedenen Pharmazeutika – die sich zum Teil gegenseitig neutralisieren oder potenzieren – aus seiner Hausarztpraxis”

    30??? Wissen Sie eigentlich, was Sie da daherreden und als Regelfall hinstellen? Die Empfehlungen lauten maximal 3 – 5 Medikamente. Dass sich Ärzte nicht immer daran halten, ist zwar bekannt und durch Studien belegt, aber auf 30 ist meines Wissens noch keiner gekommen:

    “Es ist aber keine Seltenheit, dass der alte multimorbide Patient zehn bis 15 verschiedene Medikamente verschrieben bekommt (Routledge et al. 2004). “

  58. #58 Gluecypher
    30. Oktober 2008

    @ Markus Termin
    “Warte ich auch drauf, ist aber bislang, trotz unglaublicher Budgets, sehr viel Zeit und vielen vielen Forschern, auch von schulmedizinischer Seite her kein Durchbruch gelungen.”

    Wie denn, die Glaubuli können das nicht?? Wieso nicht, Menschen mit solchen Krankheiten sind doch die Idealen Opf….ähhhh….Patienten für Homöopathie, oder nicht? Denen kann mit der evidenbasierten Medizin nicht geholfen werden, die Krankheiten sind chronisch und wenn das alles auf läppische “drei bis vier Grundkrankheiten” zurückzuführen ist, dann sollte es doch ein Klacks sein, die zu behandeln und schwuppps, kein Zittern mehr durch Parkinson, kein Verlust über die motorischen Fähigkeiten bei ALS, keine Demenz mehr bei Alzheimer. Nobelpreisgarantie!
    Aber ganz besonders gefällt mir ja das Bit mit: “..auch von schulmedizinischer Seite her ” Wieviele Homöopatische Forschungsvorhaben gibt es denn zu Alzheimer, Parkinson, Diabetes oder MS?

    “Ein Vorschlag: mal den chemischen Müll aus den Grundgewässern herausfiltern, der bei der Produktion und dem Verbrauch von pharmazeutischen Medikamenten anfällt?
    Der könnte nämlich diese Krankheiten verursachen. Sogar in homöopathischen Dosen. ” Wieso denn jetzt auf einmal “Sogar”? Sollte nicht eigentlich nach der reinen homöopathischen Leere die Kontamination nicht schädlicher sein, wenn die Konzentration sinkt?? So geht doch das Spiel: höhere Verdünnung – höhere Wirksamkeit. Oder ist das jetzt doch gar nicht so?

    @rose
    “Mir geht nämlich genau dieser “Relativismus der Verwöhnten” schon ganz schön auf den Wecker – Sie haben die Ursachen dafür wunderbar auf den Punkt gebracht. Anything goes, weil eh nix auf dem Spiel steht.”

    Jenau! Und wenn dann doch die tolle Therapie nicht anschlägt, dann hat man immer noch die Schulmediziner, die werden’s dann schon richten. Ansonsten gilt: Ich mach mir die Welt, Widdewiddewie sie mir gefällt. (Nix gegen Pippi, sie war die erste Frau, die ich Strapsen gesehen habe 😉

    “Ich halte es nicht für ein Zeichen von Kompetenz, irgendjemanden auszulachen.”
    Doch, denn ich muss nicht jeden Spinner, der irgendwelche ollen kamellen zum 473zigsten mal neu Aufwärmt, verständnisvoll lauschen. Sollten Sie Beweise (keine Anektoden sondern Handfeste Beweise) haben, können wir gerne wieder miteinander Reden.

    Und was die 800.000 Toten durch Infektionen mit MRSA angeht (weiter oben von Ihnen als Beweis für wasauchimmer angeführt) angeht, so muss ich sagen, das ist auch in meinen UAgen eine Sauerei. Denn davon liessen sich ca. 500.000 vermeiden, wenn in Krankenhäusern die richtigen (und seit langer Zeit auch nachgewiesenenermassen wirksamen) Hygienemassnahmen eingeführt würden.

  59. #59 Hannes
    30. Oktober 2008

    ekelhaft

  60. #60 Ronny
    31. Oktober 2008

    Ich möchte mal ein paar Fragen in die Diskussion einwerfen:

    Thema starke Verdünnung => hohe Wirkung:
    1) Warum ist es NUR bei Homöopathie andersrum, sonst ergibt eine höhere Dosis immer einen stärkeren Effekt ? Manchmal kehrt sich die Wirkung um (bei Vitaminen z.b.) aber eine Überdosis globuli führt höchstens zu einem Zuckerschock.
    2) Gibt es einen erklärbaren Grund warum eine so geringe Dosis (inklusive der Wassergedächtnistheorie) einen höheren Effekt hat ?
    3) Warum sterbe ich bei Nichteinnahme nicht an einer Überdosis ?
    4) Jedes Glas Wasser kommt an vielen Substanzen vorbei bzw. beinhaltet diese, warum ist dieses Glas nicht eine hochwirksame Arznei ? Wäre billiger.
    5) Beispiel Belladonna: Einige Tollkischen fallen sicher in einen Bach, d.h. Wasser aus z.b. dem Bodensee müsste doch ein hochwirksames Homöopathikum sein ? Die Verdünnung ist doch so als ob ich einen Tropfen der Wirksubstanz in die Quelle des Inn tropfe und dann einen Schluck Bodenseewasser nehme.

    Thema Tests:
    1) Warum zeigen selbst positive Tests nie eine sehr hohe Auswirkung, sondern nur eine marginale Abweichung ins positive
    2) Warum müssen homöopatische Substanzen keine Freigabe als Arzneimittel bekommen ? Ich würde mir zumindest den Hinweis: Achtung, nicht durch klinische Tests bewiesen’ wünschen.
    3) Wieso liegt die Beweislast bei den Skeptikern ? Es müssten doch Homöopathen beweisen, dass die Therapie funktioniert.

    Thema Anwendung:
    1) Selbst wenn Homöopathie als Placebo wirken sollte (woran ja kaum ein Zweifel besteht) müsste dies auf der Packung stehen: Achtung, enthält keine Wirksubstanz.
    2) Bei einer Bekannten funktionierts, bei mir nicht. Es liegt also nahe, dass es auf die Person ankommt, ergo folgere ich => Placeboeffekt.
    3) Ist es gut in Kinder bei jeder Kleinigkeit Pillchen einzuwerfen ? Erzieht man sie da nicht zu Pillenjunkies ?
    4) Ist es nicht unmoralisch ein eher wenig bis gar nicht funktionierendes Medikament sehr teuer zu verkaufen ? Ein Extrakt aus einer einzigen Gänseleber kann Millionen Euro an Gewinn erreichen. Da verblassen Anklagen an die ‘gewinnorientierte Pharmaindustrie’ doch ein bißchen :)
    5) Wo bleiben die wirklich interessanten Anwendungen: Verdünnter Alkohol oder Cannabis (mal schlecht drauf, D30Cannabis und du bist 10 Tage am Trip). Oder etwas zur Schwangerschaftsverhütung oder Heilung eines kaputten Zahns usw.

    Fazit für mich: Selbst wenn Homöopathie Vorteile im Heilprozess bringt, sind doch alle Nachteile schwerwiegender (teuer, wenig wirksam, Erziehung zu Abhängigkeit, Abneigung gegen erfolgreiche Medikamente usw.). Viel Bewegung und richtige Ernährung sind da IMO viel effektiver.

  61. #61 florian
    31. Oktober 2008

    @Ronny: Gute Fragen! Ich bin schon gespannt, ob vernünftige Antworten kommen. Ich war mal so frei und habe deine Fragen in einen eigenen Beitrag gestellt. Dann wird die Diskussion übersichtlicher.

  62. #62 Fantabauch
    5. November 2008

    Ich frag mich warum man nicht einfach eine Studie, einen Test macht mit Menschen die eine schwere Krankheit haben..ihnen davor stundenlang einbläut, dass homöopathie überhaupt nicht wirkt und dann je 1/3 der leute über nen langen zeitraum “richtige ” medizin,Placebo und den anderen homöopathische mittel gibt.
    Oder mit Leuten die überhaupt nicht an dessen Wirkung glauben, dann könnte nen placebo effekt doch garnicht auftreten oder wirkt sowas unterbewusst ?
    bzw wenn die ergebnisse der homöopathie dann schlechter ausfallen als sonst hiesse das doch dass die wirkung auf nem placebo effekt beruht.
    Oder man könnte Versuche mit Tieren machen , die glauben soweit ich weiss nicht an Homöpathie =)

  63. #63 florian
    5. November 2008

    @Fantabauch: Ich bin kein Arzt – aber ich glaube da gibt es ethische Gründe, die dagegen sprechen, schwer kranke Menschen mit Placebos zu behandeln. Der Placeboeffekt wirkt übrigens auch bei Tieren (und Babys). Die meisten Homöopathen leugnen das zwar – was aber nichts an den Tatsachen ändert.

  64. #64 Fantabauch
    5. November 2008

    Schwere Kranheit ist jetzt blöd ausgedrückt wohl eher eine die länger andauert ..die aber durch ” nichtbehandlunG” jetzt nicht verschlimmert wird..aber ich frag mich wie nen placebo bei nem Hund wirken soll dem man etwas unter Essen mischt 😉

  65. #65 florian
    5. November 2008

    @Fantabauch: Wer beurteilt, ob es einem Tier besser geht oder nicht? Meistens, der, der auch die Medikamente verabreicht. Und da wird dem Placeboeffekt schon mal die Tür geöffnet: Wenn ich erwarte, dass ein Medikament wirkt, dann werde ich diese Effekte vielleicht auch sehen – egal ob sie vorhanden sind oder nicht. Außerdem kommt noch der Effekt der Zuwendung dazu: Wenn ich mich – ganz unabhängig von irgendwelchen Placebos oder Medikamenten – um ein krankes Tier einfach kümmere wird sich das allein schon positiv auswirken.
    Wenn mein kleiner Sohn sich irgendwo das Knie anstösst, dann reicht es auch meistens, wenn ich ein bisschen draufpuste und sofort gehts ihm besser 😉 Da mein Atem aber wohl keine heilenden Kräfte hat, muss der “Behandlungserfolg” hier wohl an was anderem liegen 😉

  66. #66 Petr Svoboda
    4. Mai 2010

    Guten Tag,
    ich habe eine Bitten an Ihnen,ich suche den Apotheke Kerosin(Petroleum),bei uns in der CZ Republik gibt es nicht,ob bei Euch die Moeglichkeit waere es zu kaufen?
    Es handelt sich um die Menge von 0,25 Liter , und was kostet das ?
    Bitte schicken Sie mir die Antwort.Mit viellen Dank und herzlichen Gruessen
    Petr Svoboda aus Hradec Králové (Koenigraetz)

  67. #67 Harald-René Flasch
    Wiener Neustadt
    10. April 2013

    Seit einiger Zeit höre ich öfters eine Werbung im Radio der Apotheken die ernsthaft Homöopathie bewerben. Das kann es doch im 21. Jahrhundert doch nicht wirklich sein, dass nun sogar Apotheken für so’n Schwachsinn wie Homöopathie Werbung machen (dürfen)!?

  68. #68 Kallewirsch
    10. April 2013

    @Harald

    Du bist Österreicher?
    Ja, diese Werbung ist mir auch schon unangenehm aufgefallen. Allerdings bewirbt da ein Hersteller sein Produkt. Und da gibt es nun mal kein Gesetz, welches ihm das verbieten würde. Ist leider so.
    Dafür waren gestern die Science Busters im ORF unterwegs und die haben die Homöopathie sehr schön auseinander genommen. Ändern wirds allerdings nicht sehr viel. Denn diejenigen, die auf HP schwören, sind nicht so sehr die Zuseher unter den Science Bustern. Allerdings war ein Blick ins Publikum während der Sendung sehr erhellend. Auf vielen Gesichtern kommt man richtiggehend ablesen, wie sie sich fragten: Was soll das? Ich dachte immer HP wäre was mit Kräutersäftchen. Als dann auch der letzte begriffen hatte, dass HP ganz anders ‘funktioniert’ als er das bisher gedacht hatte, konnte man richtig sehen, wie es klick machte.

  69. #69 Basilius
    11. April 2013

    @Kallewirsch
    Genau diese Beobachtung kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Von den gefühlt unglaublich vielen Homöopathiebefürwortern WISSEN tatsächlich geschätzte 80% überhaupt gar nicht, was Homöopathie wirklich ist und wie sie angeblich funktionieren soll. Für die meisten Menschen reicht es anscheinend völlig aus ein extrem oblerflächliches Halb- bis Nicht-Wissen darüber zu haben um zufrieden zu sein. Die meisten verwechseln Homöopathie mit:
    “Irgendso eine Art von Natur- und Pflanzenheilkunde ganz ohne böse Chemie und gaaaanz sanft”
    Das klingt so angenehm, daß man schon gar nicht mehr darüber wissen will. Aber tatsächlich konnte ich schon öfters sehr verwunderte Gesichter sehen nachdem wir die Hintergründe geklärt hatten. Tatsächlich sind sich geschätzt die Hälfte dann auf einmal gar nicht mehr so sicher in ihrer Akzeptanz.

  70. #70 Harald-René Flasch
    12. April 2013

    @Kallewirsch: Ja, komme aus Österreich. Hast, recht, es ist die “Dr. Peithner KG ” die diese Werbung im Radio schaltet.

    (Wollte gerade einen längeren Kommentar abgeben, aber der kommt nicht, auch keine Fehlermeldung. Womöglich sind keine URLs erlaubt?)

  71. #71 Florian Freistetter
    12. April 2013

    @Harald-Rene Flasch: “Womöglich sind keine URLs erlaubt?”

    Doch, eigentlich schon. Bei zuvielen URLS landet der Kommentar aber oft im Spam-Ordner. Da kann ich aber nichts finden…

  72. #72 Harald-René Flasch
    12. April 2013

    Habe es gerade eben noch mal versucht, aber gleiches Ergebnis. Womöglich ist das Ergebnis zu lang, daher nun etwas kürzer:

    Danke für den ORF/SB-Hinweis, werde ich gleich laden!

    Leschs Kosmos: Die Heilkraft des PET:
    https://www.youtube.com/watch?v=aOxn9PsEtW0

    … auch nicht schlecht 😉 Vielleicht kann man den Lesch bzw. ZDF mal dazu bringen, eine Sendung über Homöopathie zu machen :)

  73. #73 Michael F.
    12. April 2013

    @Rainbow:
    “Vielleicht lassen sich eines Tages in homopathischen Mitteln Energien messen, die heute noch nicht erkannt werden. ”

    Natürlich!! Man kann nie wissen! Ungeahnte Energien harren ihrer Entdeckung!

    Deshalb würde ich an Deiner Stelle sofort alle Möglichkeiten nutzen: Briefe ans Unsiversum schreiben, Engelsgebete verfassen (am besten vor den Mahlzeiten), überhaupt sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt, um die kosmischen Energien des Universums zu aktivieren!

  74. #74 Michael F.
    12. April 2013

    Ich bin überhaupt überzeugt davon, daß Wasser ein Gedächtnis hat und Energien überträgt..

    Das bestätigen meine eigenen Erfahrungen. Seit ich täglich mindestens 2,5 Liter mit Hopfen und Malz angereichertes Wasser trinke, durchschaue ich alle Zusammenhänge viel klarer.
    Z.B. das alles um uns herum nur aus Wellen besteht. Sonst würde ich ja auf dem Nachhauseweg nicht immer so schwanken.

  75. #75 Nordlicht_70
    12. April 2013

    @Michael F. #74
    Sehr hübsch. Ich verweise aber darauf, dass das nur funzt, wenn Hopfen und Malz nicht nur in homöopathischer Dosis vorhanden ist. :-)

    @Kallewirsch
    Genau diesen Aha-Effekt hat mein Vater auch gehabt. Er hatte auch immer an “sanft” und “natürlich”, irgendwas mit planzlich usw. bei der Homöopathie gedacht. Ich habe ihm zu Weihnachten das Buch “Die Homöopathielüge” geschenkt. Inzwischen denkt er auch recht kritisch über das Thema.

  76. #76 noch'n Flo
    Schoggiland
    12. April 2013

    @ Michael #73:

    Ich hoffe, Dir ist klar, dass der Kommentar, auf den Du geantwortet hast, über 4 Jahre alt ist.

  77. #77 Michael F.
    12. April 2013

    @noch’n Flo: Ach du Sch…, jetzt seh ich’s erst!

    Das muß an den Potenzen liegen! Das werde ich bei meinem Energetiseur umgehend monieren!

  78. #78 Sascha Müller
    Saarbrücken
    19. Mai 2013

    Moin Florian,

    müssen Apotheken in Deutschland eigentlich homöopathische Mittel vorrätig haben bzw. in dieser Hinsicht beraten oder geschieht das alles freiwillig?

    Danke!

  79. #79 Florian Freistetter
    19. Mai 2013

    @Sascha: Soweit ich weiß, müssen Apotheken dir das Zeug verkaufen, wenn du es haben willst. Sie müssen es nicht bewerben, so wie es meistens tun und sie müssen es nicht empfehlen. Aber sie müssen es verkaufen.