Astronomie wird ein Pflichtfach in der Schule. Leider nur an den Thüringer Gymnasium. Astronomieunterricht gibt es – wenn auch nicht immer verpflichtend – auch noch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die östlichen Bundesländer haben eine lange Tradition, was Astronomie in der Schule angeht. Zu DDR-Zeiten war Astronomie seit 1959 ein Pflichtfach, dass ab in der 10. Schulstufe unterrichtet wurde.

Nach der Wiedervereinigung wurde dieser Unterricht leider nicht für alle Bundesländer übernommen – im Westen gibt es heute immer noch keinen eigenständigen Astronomieunterricht sondern nur (bzw. immerhin) entsprechende Arbeitsgruppen oder Wahlpflichtfächer. Aber auch in Sachsen wurde 2007 der verpflichtende Astronomieunterricht abgeschafft.

Umso erfreulicher, dass nun in Thüringer wieder alle Gymnasiasten Astronomieunterricht bekommen. Die Beschäftigung mit Sternen, Planeten und dem Universum ist viel zu interessant, als das sie nur nebenbei im Physik- oder Geografieunterricht abgehandelt werden sollte. Und für die Schüler ist der Astronomieunterricht sicherlich nützlich.

Über die “Nützlichkeit der Astronomie” hat übrigens erst kürzlich der Astronom John Hearnshaw bei Cosmic Diary einen schönen Beitrag geschrieben. Darin zitiert er den französischen Astronomen Camille Flammarion, der 1880 in seinem Buch Astronomie Populaire folgendes schrieb: 

“Ja, wirklich: Wenn die Menschheit – vom einfachen Bauern auf den Feldern und dem schuftenden Arbeiter in den Städten, über Lehrer, Menschen mit Vermögen und Menschen, die den Gipfel des Ruhms und Erfolgs erreicht haben, bis hin zu den leichtfertigsten Gesellschaftsdamen – wüsste, was für tiefgründige Freuden diejenigen erwartet, die den Himmel beobachten, dann wäre Frankreich, nein, das gesamte Europa, mit Teleskopen überzogen und nicht mit Bajonetten, und es würde allgemeines Glück und Frieden begünstigt.”

Etwas weniger poetisch aber nicht weniger richtig kommentiert Prof. Karl-Heinz Lotze vom Institut für Didaktik der Physik und Astronomie an der Universität Jena, den Astronomieunterricht in Thüringen:

“Wichtig für die Schüler ist zudem die Beschäftigung mit
weltanschaulichen Fragen, die schon immer Teil der Astronomie sind. Die Jugendlichen müssen eine Vorstellung davon
bekommen, welche Position die Erde im Weltraum hat. Dadurch lernen sie,
wie verletzlich unser Planet ist und hoffentlich einen
verantwortungsvollen Umgang mit ihm.”

Ich kann Flammarion und Lotze hier nur zustimmen: vom Astronomieunterricht können die Schüler nur profitieren. 

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Die Schulsternwarte des Geschwister-Scholl Gymnasiums in Löbau bekommt eine neue Kuppel (Bildquelle)

Kommentare (26)

  1. #1 Thilo
    12. Januar 2009

    Der Vollständigkeit halber: Astronomie wurde seinerzeit in der 10. Klasse unterrichtet, nicht ab der 10. Klasse.
    Es gab übrigens (gleich in der zweiten Woche) sogar eine Schulstunde zur Astrologie (dagegen natürlich).

  2. #2 Florian Freistetter
    12. Januar 2009

    @Thilo: Ja, das habe ich eigentlich auch gemeint – Ich habs dann nur nicht hingeschrieben 😉

    Und Astrologie gehört auch unbedingt in den Schulunterricht! Genauso wie Homöopathie, Kartenlegen, Pendeln und der ganze Rest der Esoterik! Am besten gleich ein Fach “Esoterik”. Wenn man den Kindern schon in der Schule beibringt, was es mit diesem Zeug auf sich hat, dann fallen sie später vielleicht auch nicht so leicht auf die Eso-Abzocker rein. In meinen Vorlesungen auf der Uni hab ich immer auch über Astrologie, Mondkalender u.ä. gesprochen.

    Aber mal schauen – jetzt wo Astronomie ein Pflichtfach ist, kommen die Astrologen vielleicht auch an, und wollen Astrologie ernsthaft an den Schulen unterrichtet sehen. “Teach the controversy” und so 😉 Aber vermutlich ist es hier bei uns noch nicht ganz so schlimm…

  3. #3 Thilo
    12. Januar 2009

    Am besten gleich ein Fach “Esoterik”.

    Na, ich weiß nicht. Mal abgesehen davon, daß mir das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht klar ist. Und Kinder finden ja meist alles toll, was die Erwachsenen ganz schlimm finden. Und wenn womöglich der Lehrer dann auch noch unsympathisch ist oder so, dann werden die Schüler durch solche Fächer doch gerade erst motiviert, sich mit Esoterik zu beschäftigen.

  4. #4 Florian Freistetter
    12. Januar 2009

    Naja – das mit dem Fach “Esoterik” war auch nicht 100%ig ernst gemeint. Aber die Lehrer sollten sich ruhig trauen, mal das eine oder andere Thema aus den Pseudowissenschaften zu erklären. Das passt ja fast in alle Fächer rein. Solche Themen eignen sich auch gut, um damit die Prinzipien der wissenschaftlichen Methodik zu erklären. Und das mit den unsympathischen Lehrern bzw. der falschen Motivation beschränkt sich ja nicht nur auf Esoterik. Das gleiche Problem hat man, wenn man mit den Kindern z.B. über Drogen oder Verhütung sprechen will…

  5. #5 Chrischdl
    12. Januar 2009

    @Florian: Schön, dass es Schulen gibt, die hier eine Vorreiterrolle übernehmen 🙂
    Ich fände es ebenfalls sehr gut, wenn an den Schulen die Aufklärung zu pseudowissenschaftlichen Themenbereichen verbindlich im Lehrplan verankert würde. Gerade bei der Homöopathie stelle ich immer wieder fest, dass diese mittlerweile völlig kritiklos als gleichberechtigt im Medikamentenkosmos angesehen wird. Kaum eine Apothekenzeitschrift, die nicht irgendeinen Artikel (wohlgemerkt immer wohlmeinend!) zur Homöopathie enthält, von diversen Frauenzeitschriften ganz zu schweigen. Und ganz ehrlich, bevor ich mich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt habe, habe ich das auch so wahrgenommen, war zwar nie Homöopathieverfechterin, hatte aber aufgrund der öffentlichen Darstellung auch keine dezidiert negative Meinung dazu.

    In sehr vielen Foren im Internet stellt man außerdem fest, dass das Wissen über Homöopathie auch und gerade bei vielen Befürwortern gleich null ist – da ist von “pflanzlichen” Mitteln und “Naturheilkunde” die Rede, “sanft” sowieso… und natürlich kann niemand ernsthaft bestreiten, dass nicht jedes Wehwehchen gleich mit Antibiotika bekämpft werden muss und das Hausmittel durchaus ihre Berechtigung haben (Wadenwickel, Fencheltee, Wärmflasche…). Dass Homöopathie damit aber auch gar nichts zu tun hat, ist vielen ihrer Anwender schlicht nicht klar (und das liegt unter anderem an den Werbekampagnen, die genau da zu finden sind, wo sie nichts zu suchen haben – in den Schaufenstern und Publikationen der Apotheken zum Beispiel).

    @Thilo: Die Schüler sollen sich ja damit befassen, damit sie merken, was für ein hanebüchenes Zeug da vertrieben wird. Ich mochte meine erste Physiklehrerin auch nicht besonders, dennoch konnte sie mir glaubhaft die Grundlagen der Naturgesetze vermitteln, die ich dann nur aufgrund einer persönlichen Antipathie doch nicht ablehnen wollte 😉

    Ich befürchte allerdings, dass die zerfaserte Schullandschaft in Deutschland, wo jedes Bundesland die Spielregeln selber festlegen kann, eine einheitliche Einführung solch einer Aufklärung kaum ermöglicht.

    P.S. So gern ich würde, ich kürze Homöopathie nicht mit HP, dazu habe ich Harry Potter zu gerne gelesen ,-)

  6. #6 Stefan
    12. Januar 2009

    Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbeliebt mache: Ich finde es gar nicht gut, wenn Astronomie Schulfach wird und zwar einfach aus dem Grund, dass wir schon viel zu viele Fächer haben. Daher halte ich den Ruf nach Astronomie als Schulfach für zu simpel. Entscheidend ist doch eher, wieviel Astronomie eine Schule bietet und ob es interessierte, motivierte Lehrer gibt. Ich halte es für sehr schlecht, dass die Naturwissenschaft schon in der Schule in Fächer zergliedert wird. Diese Abgrenzung setzt sich dann im Studium fort, Biologie- und Physikstudenten finden keinen gemeinsamen Nenner und sehen sich nicht als Teil ein und derselben Sache, rümpfen die Nase. Wenn es nach mir geht sollte es in der Schule nur ein einziges Fach “Naturwissenschaft und Technik” geben, das mit sagen wir mal zehn Schulstunden pro Woche von der ersten bis zur letzten Klasse unterrichtet wird. Das fände ich viel besser als diesen unseligen Fächerquatsch aus Physik, Chemie, Biologie, Geowissenschaften, Technik und jetzt auch wieder Astronomie. Es gibt nur eine Natur, warum müssen wir die universitäre Zergliederung in die Schulen tragen? Es gibt ja auch nur einen Deutschunterricht und nicht Theaterkunde, Rhetorik, Grammatik, Literatur, etc. als einzelne Schulfächer.

  7. #7 Thomas
    12. Januar 2009

    “Die Jugendlichen müssen eine Vorstellung davon bekommen, welche Position die Erde im Weltraum hat.”

    Das klingt ein bisschen wie Erziehung durch Minderwertigkeitsgefühle — oder wo wurde Zaphod Beeblebrox zur Strafe hineingesteckt? Hat mich schmunzeln lassen.

  8. #8 Hans-Jürgen Lutz
    12. Januar 2009

    Im ersten Moment mag sich manch Leser verwundert die Augen reiben, wenn von einem zusätzlichen Unterrichtsfach die Rede ist – in Zeit von unseligem G8-Schmalspurabitur und weiterem chaotischen und unverantwortlichen Herumdoktern an unserem Schulsystem. Doch näher besehen, handelt es sich hier um einen hocheffizienten pädagogischen Schachzug. Gerade die in unserem Bildungssystem stiefmütterlich behandelte Astronomie bietet methodische und didaktische Möglichkeiten wie kaum ein anderes Unterrichtsfach. Und dies nicht nur bezüglich der Mathematik (z.B. sphärische Trigonometrie, die bislang bis zum Abitur nicht einmal erwähnt wird) und naheliegenderweise auch der Geografie. Nein, der Lehrer kann auch die Chemie (z.B. Exochemie und der Versuch von Miller im Schullabor), Physik (z.B. Keplersche Gesetze), Biologie (Exobiologie) und u.v.a. gar die Musik („Die Planeten“ von Gustav Holst, die überirdischen Sinfonien Gustav Mahlers) mit einbeziehen. So gesehen, sollte die Astronomie Lehrfach an sämtlichen allgemeinbildenden Schulen werden, zumal auch psychologische Probleme wie beispielsweise Aggressionen, Frustrationen und Depressionen bei Schülern (und sogar Erwachsenen) gemildert werden können (Stichworte: Astropsychologie, Astropsychotherapie – beide haben übrigens nichts mit Esoterik zu tun).

    Hans-Jürgen Lutz, Kelkheim

  9. #9 suscaloogle
    13. Januar 2009

    @Hans-Jürgen: Google gibt zu Astropsychologie leider nichts her, das frei von Esoterik aussieht, hättest Du da bitte ein paar aufklärende Links?

  10. #10 GeMa
    13. Januar 2009

    Das ist mal eine erfreuliche Nachricht 🙂
    Obwohl Kepler (als auch Galilei) in aller epischen Tiefe vorher schon Gegenstand des Physikunterrichts waren, mochte ich Astronomie als zusätzliches Schulfach. Einzelne Unterrichtseinheiten gab es im Planetarium. Wer da nicht ins Schwärmen kam, war selber schuld (oder eingeschlafen ;-).

  11. #11 Jörg W.
    13. Januar 2009

    @Hans-Jürgen Lutz @Stefan

    stiefmütterlich behandelte Astronomie bietet methodische und didaktische Möglichkeiten wie kaum ein anderes Unterrichtsfach

    Astronomie mag diese Möglichkeiten bieten, aber jedes andere naturwissenschaftliche FAch tut das auch und da bin ich damit ganz nah bei Stefan. Was Sie anhand der Astronomie aufzählen, lässt sich genausogut mit den anderen Naturwissenschaften machen. Bsp: Biologie: Physik (Reizweiterleitung, Hebel) Chemie (so ziemlich alles ;-)), Exobiologie (nona), Musik (Neurobiologie + die gesamte Kognitionswissenschaft.)
    Es gibt einfach keine Königsdisziplin – und wir brauchen auch keine. Wir brauchen gute Unterrichtsstrategien und gute Lehrer.

  12. #12 isnochys
    13. Januar 2009

    Wieso als Pflichtfach?
    Was ist der Unterschied, bzw. der Mehrwert zur Physik?
    Wie wäre es denn Schach als Pflichtfach einzuführen.
    Das würde Mathe, Sport, Informatik, etc. ergänzen.
    Ich glaube, damit könnte man nur noch mehr abschrecken.
    Sind die Fächer nicht schon voll genug?
    Werden also Stunden von Physik genommen?

  13. #13 Focx
    13. Januar 2009

    @Hans-Jürgen: Wie suscaloogle hätte ich auch gerne ein paar Links, esoterische psychologische Astrologie scheint nahe 100% an Webseiten zu “Astropyschologie” auszumachen.

  14. #14 Ludmila
    13. Januar 2009

    Ich bin ja selbst eigentlich Physiker und erst später in der Astrophysik gelandet. Und ich hab Erfahrung in PR sowohl in der Physik als auch in der Astronomie.

    Das wichtigste in der Vermittlung von Wissenschaft ist es, den Funken zu entzünden. Das Glitzern in den Augen, die Faszination, den Hunger nach mehr. Es darf erst gar nicht passieren, dass Wissenschaft als langweilig oder zu schwer eingeordnet wird und Astronomie hat meines Erachtens das größte Potenzial dieses Glitzern hervorzurufen.

    Selbst mit geringem Einsatz kriegt man schon ein sehr gutes Ergebnis: Um z.B. den Venustransit zu beobachten, brauchst Du nicht viel mehr als einen Pappkarton und eine kleine Linse. Dennoch haben die Leute fasziniert auf diesen dunklen Punkt gestarrt.

    Ein Kaufhausteleskop, ein wenig Geduld und schon steht einem das Universum offen.

    In der Physik hantiert man mit so komplexen und oft auch unanschaulichen Zusammenhängen, da ist es ungleich schwieriger und auch konstenintensiver eine pädagogisch adäquate Veranschaulichung hinzukriegen. Dazu kommt, dass viele Mädchen von vornherein Berührungsängste vor Technik haben. Das hat man bei Astronomie nicht so.

    Was nützt einem die wunderbarste Aufbereitung des Unterrichts, wenn von vornherein kein Interesse aufgebracht oder innerlich gemauert wird und sich die Schüler einreden: Zu schwer. Kann ich nicht. Mag ich nicht. Wenn der Funke erst einmal entzündet wurde, dann profitieren auch die anderen Fächer davon.

  15. #15 florian
    13. Januar 2009

    @Ludmila: Absolut richtig! Auch wenn der Rest der Naturwissenschaft mindestens ebenso spannend ist, wie die Astronomie lässt sich doch hier vermutlich der Funke, der die Freude an der Wissenschaft entfacht, am leichtesten entzünden. Wer schonmal an nem Tag der offenen Tür o.ä. mit einem Teleskop in der Öffentlichkeit stand, wird das bestätigen. Wenn nicht, dann einfach mal ausprobiern: Teleskop nehmen, in der Fußgängerzone aufstellen (Sonnenfilter nicht vergessen; nachts ist da ja weniger los) – und man wird sich vor Interessenten, die auch mal durchsehen wollen, nicht mehr retten können 😉

  16. #16 Chrischdl
    13. Januar 2009

    @florian: Was mich noch interessiert, weißt Du, wer den Astronomieunterricht unterrichtet? Sind das Physiklehrer mit Schwerpunkt Astronomie oder wie funktioniert das? Ich nehme an, dass eine Lehrbefähigung vorliegen muss, und ein Lehramtstudium Astronomie wird es ja wohl eher nicht geben 😉

  17. #17 Florian Freistetter
    13. Januar 2009

    @Chrischdl: Also im Detail kann ich es dir nicht sagen. Aber an der Uni Jena (und ich nehm an, auch anderswo) kann man jedenfalls Lehramt Astronomie studieren (Ich hatte einige Studenten, die das machen). Als Physiklehrer braucht man auch auf jeden Fall entsprechende Zusatzqualifikationen. Ich hatte da auch schon ein paar Lehrer in meinen Vorlesungen, die genau deswegen da waren…

  18. #18 Andylee
    13. Januar 2009

    Hallo!
    Ich finde Astronomie als Pflichtfach an Schulen ganz gut, ein Wahlfach (opt in) wäre meiner Meinung nach aber besser. Als richtiges Pflichtfach wäre Esoterik eher geeignet (man könnte es ja Argumentationsunterricht nennen, weil man darin lernt, unlogische, also nicht argumentierbare Dinge zu erkennen und argumentativ zu widerlegen).
    Ein Pflichtfach Astronomie ist denke ich wieder ein beinahe reines Schulfach zur Wissens-Vermittlung. Schulen sollen aber nciht nur Wissen, sondern vor allem Fähigkeiten (wie eben argumentieren, zitieren, referieren, präsentieren oder lernen) vermitteln.

    Dennoch ein Fortschritt für das viel zu wenig beachtete Spezialgebiet unseres Blogschreibers 🙂

  19. #19 Hans-Jürgen Lutz
    9. Juni 2009

    Astropsychologie und Astropsychotherapie – Wissenschaftszweige sind von Hans-Jürgen Lutz kreiert!

    Und dies ist auch der Grund, warum darüber im Internet zur Zeit nichts Brauchbares zu finden ist. Hier sei allerdings verraten, daß ich die Entdeckung machte, wenn man beispielsweise in Streßsituationen (o.ä.) Fotos von Galaxien ansieht, die Probleme plötzlich ziemlich klein erscheinen und man viel gelassener mit Problemen umgeht. Mich würde es nicht wundern, daß beispielsweise auch der Blutdruck beim bloßen ruhigen Betrachten von Sternen sinkt und somit auch gesundheitsfördernd ist.

    Ein wohl gänzlich neues Forschungsfeld, welches uns bestimmt noch viele wertvolle Erkenntnisse liefern wird.

  20. #20 Christian Weihs
    9. Juni 2009

    Also für mich tuts schon ein klitzekleiner Gamma Ray Burst, und ich komme mir schon immens klein vor 😉
    Wär ja schön, wenn man durch die lichtverschmutzten städtischen Nachthimmel mal zur Abwechslung Sterne sehen könnte. Hab die Milchstraße z.B. bisher nur ein paar mal mit eigenen Augen gesehen. Zum Blutdruck kann ich aber jetzt nix sagen, ich war von dem Eindruck jedes mal völlig weggeblasen.
    Aber jetzt bitte nicht extra neue Therapiemethoden erfinden 😉

  21. #21 Lutz Clausnitzer
    11. Juli 2009

    Astronomie ist längst Bestandteil einer modernen Allgemeinbildung. Die Frage, ob sie dem Schüler als ein Teilgebiet der Physik oder als ein eigenständiges Fach begegnen sollte, ist von Wissenschaftlern und Lehrern in Gutachten, Studien, Briefen und Veröffentlichungen eingehend untersucht und in http://www.ProAstro-Sachsen.de zusammengetragen worden. Ignoriert dort zunächst die vielen Links. Lest erst den Text und die mit „Neu“ gekennzeichneten Dateien: Wem der “Offene Brief an Bund und Länder” zusagt, kann ihn mit unterzeichnen. Der Absendtermin steht noch nicht fest.

  22. #22 Hans-Jürgen Lutz
    9. November 2009

    In einer aktuellen Ausgabe der “Frankfurter Rundschau” wird das Thema wieder aufgegriffen: “Erloschener Stern” (Astronomie als Schulfach ist gemeint).
    Hier ist der entsprechende Link:

    < http://fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?em_cnt=2060373&>

  23. #24 Peter Feudenberger
    16. April 2010

    Jahr der Astronomie 2009 in Deutschland – auch Beweihräucherung und unerträgliche Verkennung dessen, was dringend notwendig ist: Existenzbedingungen schulischer astronomischer Bildung und universitärer Astronomielehrerausbildung zu verbessern.

    Die ab Januar 2009 erscheinende Dokumentation „Astronomie-Report“, die übrigens an den Grundwerte-Report angelehnt ist, deckt hoheitliche Einschränkungen und Verletzungen grundrechtlich verbürgter Verfassungsrechte sowie Verfassungsbrüche auf. Eine freie Gesellschaft braucht den Protest und die Tolerierung Andersdenkender.
    Zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Schule, Medien und Politik kritisierten in den letzten Jahren eine Gesellschaftspolitik, die bewährte Formen zur Erteilung eigenständigen Astronomieunterrichts negiert und immer weiter verschleppt. Dies widerspricht dem Gebot des Grundgesetzes auf Chancengleichheit und fördert gewollt oder ungewollt das Absterben des eigenständigen Astronomieunterrichts selbst in ostdeutschen Bundesländern. Weitere Informationen findet man unter:
    http://www.proastro-brandenburg.de/grund.html http://www.proastro-berlin.de http://www.proastro-sachsen.de
    http://www.schulfach-astronomie.de/astronomie.html
    http://www.dgsa-astro.de/content,dokumente,10012.html

    Wie fällt die Abschluss-Bilanz zum Jahr der Astronomie 2009 im April 2010 aus?
    „Mehr als 2 Millionen Besucher und 40 000 Veranstaltungen – Deutschland feierten das Internationale Jahr der Astronomie 2009″ titelte die Pressemitteilung „Jahr der Astronomie 2009 – Bilanz und Ausblick” vom 09.12.2009. Astronomie-Report 01/2010 analysiert vorab nachfolgend eine Mischung von Begeisterung für Astronomie, auch wenn die Einbindung der Astronomie in den Schulunterricht gewissermaßen als „Einstiegsdroge für naturwissenschaftliche Fächer“ deplatziert erscheint. Für ähnliche schriftliche Äußerungen zu Drogen im schulischen Bereich ist vor knapp einem Jahrzehnt vom Staatssekretär eines ostdeutschen Bildungsministeriums ein hochgeschätzter Mitarbeiter disziplinarisch zur Verantwortung gezogen worden!
    Spiel und Spaß, „Astronomie mit Theater, Musik und bildender Kunst unterstrichen den interdisziplinären Aspekt der Astronomie“. Sie verdeckten mitunter eine Beweihräucherung und Verwaltung des Mangels an existenziell wichtigen Dingen zum Astronomieunterricht! Wenn nicht ein paar engagierte Leute (in einigen Fällen Sachverständige zur astronomischen Schulbildung und zur Bildungspolitik) wenigstens noch einige Veranstaltungen mit einer gewissen Brisanz zum IYA 2009 initiiert und durchgeführt hätten, wäre es noch wesentlich einseitiger und an den Existenzbedingungen für erfolgreichen eigenständigen Astronomieunterricht im Schulfach Astronomie und an der unverzichtbaren unversitären Astronomielehrerausbildung vorbei gegangen. Dabei hätte gerade das Internationale Jahr der Astronomie Akzente setzen können, den desolaten Zustand des Astronomieunterrichts in Deutschland – besonders in den alten Bundesländern – zu beseitigen. Gelang es dem Herausgeber von Astronomie-Report noch den Koordinator der deutschen IYA-Aktivitäten aus NRW für die ursprünglich geplante Ost-West-Konferenz zum Astronomieunterricht in Erfurt zu gewinnen, mussten wir feststellen, dass außer ihm kein weiterer Teilnehmer aus den alten Bundesländern zu registrieren war. Dagegen war eine Gruppe von Fachkonferenzmitgliedern aus dem Land Thüringen mit ihrem Fachkonferenzleiter und weitere engagierte ProAstro-Mitglieder aus Sachsen und Brandenburg, die bereits als Sachverständige betreffs Astronomieunterricht im Sächsischen Landtag 2006 angehört wurden, am 1. Mai 2009 zum Erfurter Astronomie-Treffen angereist. Experten aus Bildungspolitik und Schulpraxis berieten von 11.00 – 17.00 Uhr in der Universität Erfurt folgende Fragen unter Nutzung von Experten-Vorträgen und eigenen Vorschlägen:
    • Wie kann die teilweise unzureichende Sachkompetenz betreffs Astronomieunterricht bei einigen Ent-scheidungsträgern bzw. deren zuständigen Mitarbeitern, auf ein höheres Niveau angehoben werden?
    • Wie soll eine „Verwaltung des Mangels“ betreffs eigenständigen Schulfachs Astronomie und universitärer Lehrerausbildung mit Fach Astronomie beseitigt werden?

    Der Herausgeber ist auch der Initiator und Veranstalter der Astronomie-Demonstration vom 16.09.2009 am Pariser Platz 1 am Brandenburger Tor in Berlin, die ebenso wie das Erfurter Astronomie-Treffen vom 01.05.2009 seltene Beiträge dieser Art zum IYA 2009 waren. Diese Demonstration fand zum Beispiel das Interesse von Bundestagsabgeordneten und Landtagen, TV-Sendern und anderen Medien sowie von an-wesenden Jugend- und Studentengruppen und eines Filmteams aus Rheinland-Pfalz. Professionell angefertigte Demo-Schilder und die Losungen unterstützten die Argumentationen.

    • Entscheidungsträger brauchen exzellente Argumente und schlüssige Vorschläge für Reduzierung, Ab-schaffung und Einführung von Schulfächern! Die Frage nach entbehrlichen oder zu kürzenden Fächern sollte dem folgendem Prinzip folgen: Fächerkanon bedeutet die Verbindlichkeit des Wichtigen, nicht die Herrschaft des Gestrigen (in Anlehnung an Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse zur Bedeutung des Fächerkanons, der wir uns widmen müssen). Begründete Vorschläge dazu findet man im „Astronomie-Report 5_Freudenberger“
    • Beratung von Entscheidungsträgern durch sachkompetente, theorie- und praxiserfahrene Personen und Institutionen soll krassen Fehlentscheidungen in der astronomischen Bildung vorbeugen.
    • Man vergleiche insbesondere die bildungspolitischen Schreiben der ProAstro-Landesverbände Brandenburg und Sachsen, die sich mit der Gemeinsamen Erklärung des Rats Deutscher Sternwarten (RDS) und der Astronomischen Gesellschaft (AG) vom 20.01.2009 auseinander setzten. In diesen Empfehlungen zum Astronomieunterricht in Deutschland wimmelt es nur so von Widersprüchen, Irrtümern und fehlenden Erfahrungen an eigenständigem Astronomieunterricht sowie insbesondere an einem Pflichtfach Astronomie (in der Sekundarstufe I). Astronomie-Report 02/2009 ging darauf bereits am 22.02.2009 ein. Heribert Heller, stellv. Leiter der Sternwarte Sohland und Vorsitzender des Landesverbandes ProAstro-Sachsen, wandte sich mit einem kritischen Brief an Herrn Dr. Gerhard Sauer, Amt für Lehrerbildung Gießen, zu dessen Beitrag „Ausreichende Vielfalt“ im Physik Journal 8 (2009) Nr. 8/9, S.3. Das alles spielt sich ab unter Beachtung des traurigen Zustandes des deutschen Bildungswesens, wie es in OECD, Bildung auf einen Blick, September 2009. Jahnke –
    http://www.jjahnke.net dargestellt ist.

    Schulpolitisches Engagement des Herausgebers und Sachverständigen aus dem Land Brandenburg wurden durch verschiedene Institutionen/Personen behindert! Beispiele dazu wurden im Vortrag am 27.01.2010 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin im Berlin-Brandenburgischen Forum vor einer sachkompetenten Reihe vorrangig von Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen und der Schulpraxis erläutert. Diese Bereiche waren: Bildungsphilosophie, Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften, Berufsastronomie, Bildungshistorik, Psychologie, Schulleitung, Physikmethodik und Astronomiefachberatung.
    • Da die Bundesregierung fast alle bildungspolitischen Kompetenzen und Einflussmöglichkeiten an die Länder abgegeben hat (Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 5 – Drucksache 16/10279, Berlin, den 17. September 2008) ist es zu einer unverantwortlichen Chancenungerechtigkeit im deutschen Bildungswesen (insbesondere im Astronomieunterricht) gekommen.
    • Angesichts der wesentlichen Argumente von naturwissenschaftlichen Institutionen ist bei aller Anerkennung von Meinungsfreiheit abzuwägen, ob ein solch föderales Bildungswesen in Deutschland es weiter zulassen soll bzw. darf, dass bei einer derartigen Vielzahl vorhandener ernst zu nehmender Argumente für 2 Stunden Astronomie bundesweit als Pflichtfach in Sek. I weiterhin eine „Verwaltung des Mangels“ an eigenständigem Astronomieunterricht in weiten Teilen Deutschlands geduldet wird. Immer-hinsoll darauf hingewiesen werden, dass im Land Brandenburg Astronomie als Wahlgrundkurs angeboten werden kann, wenn es in der Jahrgangstufe 10 im Schuljahr 2009/10 im Gymnasium zweistündig unterrichtet wird. Um das Einbringen von Kursen zu ermöglichen, muss Astronomie in der Qualifikationsphase dreistündig unterrichtet werden.
    • Wahlpflichtunterricht kürzen zugunsten Pflichtunterrichts Astronomie! und unverhälnismäßige Wochenstundenzahl-Unterschiede in den Jst 7-10 zwischen Physik (însgesamt 6-8) und Astronomiepflichtunter-richt (insgesamt 0!-2) abbauen!
    • Aktivitäten nutzen, um die breite Öffentlichkeit über die desolate Situation des Astronomieunterrichts und Wege zum Schulfach Astronomie zu informieren
    • Es sind in den letzten 10 Jahren ausreichend exzellente Argumente von Sachverständigen für Schulastronomie entwickelt worden, die auch höchsten Stellen unseres Staates zugeleitet wurden. Hilfe und Unterstützung durch und für hochrangige Entscheidungsträger in den wesentlichen aufgezeigten Inhalten sind dringend notwendig!
    • Wenn aber viele Vertreter von Spaß- und Show-Veranstaltungen sich damit beweihräuchern, die betreffs Schulastronomie und insbesondere hinsichtlich Bildungspolitik kaum ausreichend sachverständig sind, ist folgendes zu fragen: Wie lange sollen sich denn noch erfahrene Mitstreiter für bildungspolitische und für schulastronomische Brennpunkte über Jahre nach erprobten Erfahrungen engagieren, wenn eine gewisse Unlust und Unkenntnis betreffs Bildungspolitik bei vielen Astronomiebegeisterten ganz deutlich sichtbar sind?
    • Mit Spiel, Spaß und „Sternguckerei“ und noch so interessanten Fortbildungen, Projekten und Tagungen kommen wir allein nicht weiter. Es steht zu befürchten, dass wohl die ersten Astronauten/Kosmonauten bereits den Mars betreten und noch immer in den gleichen Bundesländern Astronomische Inhalte ausschließlich in anderen Schulfächern vermittelt und angeeignet werden. Das allein sind schon Konzepte aus dem 19. Jahrhundert!

    Der Herausgeber von „Astronomie-Report“ hat von „SPIEGEL“ die Genehmigung für Bildungszwecke erhalten, Aussagen von Schülern (vorrangig der Oberstufe) zu bestehenden und weiteren vorgeschlagenen Schulfächern im Kolloquiumsvortrag vom 27.01.2010 zu nutzen. Hier einige Schüleraussagen, die sich auf Artikel und Forum des folgenden Links beziehen: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,668285,00.html
     Als Ex-DDR-Schüler kann ich nur sagen: Her mit der Astronomie. Das war eines der spannendsten und bewusstseinerweiterndsten Fächer überhaupt. Schade, dass der Autor seinen Hass auf das Fach auf so billige Weise niederschreiben muss, indem er es mit Volksmusikkunde ver-gleicht. Das ist erbärmlich.
     Astronomie ist dringend notwendig um elementare Zusammenhänge unserer Welt zu verstehen.
     Bis es zu dieser Art der verpflichtenden All-Gemeinbildung kommt, könnten noch Lichtjahre vergehen. Ergibt dieser Satz nun absichtlich keinen Sinn, oder hätte der Autor im Astronomie-Unterricht lieber ein bisschen besser aufgepasst? Wir werden es wohl nie erfahren (oder doch – in ein paar Lichtjahren vielleicht?)
     Astronomie ist eines der Fächer, welches in der Schule nicht fehlen darf. Es erweitert den Horizont und die Wissbegierigkeit, denn der Schönheit des Sternenhimmels kann sich niemand entziehen.
     Ich habe in Baden-Württemberg Abitur gemacht und da durfte man zahlreiche Zusatzfächer belegen, darunter Astronomie… Nichts davon ist unnütz oder überflüssig. Das einzige überflüssige Fach ist der konfessionelle Religionsunterricht. Der hat in der Schule nichts verloren, sondern gehört in das Umfeld des jeweiligen Gotteshauses.
    Der Link http://www.dgsa-astro.de/file_server/file/Astronomie%20in%20zwei%20Welten.pdf
    gestattet es, den Vortrag auf der Konferenz Himmel@All in Wien am 19. Juni 2009 anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie von Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, eines „Urgesteins“ astronomischer und wissenschaftshistorischer Beiträge, zu nutzen. Das Thema des Vortrages lautete: ASTRONOMIE IN ZWEI WELTEN
    Himmelskunde in der Schule – Erfahrungen vor und nach der Wende in Deutschland

    Kontakt:
    Sperberhorst 25
    14478 Potsdam
    Tel. 0331/623086
    Fax: 0331/2372668
    peter.freudenberger@t-online.de

    1. http://www.lvbproastro.de/sternw/daten/bedveras.pdf (Kurzform)
    2. http://www.schulfach-astronomie.de/uploads/media/Infos_ueber_Peter_Freudenberger_September_2009.pdf
    3. http://www.jjahnke.net/bildung-p.html

  24. #25 Peter Freudenberger
    Potsdam
    17. August 2013

    Am 6.9.2013 findet in Berlin eine Astronomie-Demonstration
    statt. Es geht dort um die “Mutter und das Zugpferd der Naturwissenschaften”. Die Versammlung wird mit ca. 100 Demonstranten im Namen des Polizeipräsidenten Berlins vollzogen. Der Vorgang der Anmeldung ist ordnungsgemäß
    im Polizeipräsidium Berlin eingegangen. Initiator, Anmelder und Leiter ist Peter Freudenberger.

  25. #26 Alioth
    8. September 2015

    @Ludmila
    Das Glitzern in den Augeb ist bei mir defnitiv schon erweckt(ich bin achte Klasse).Liebend gern würde ich beruflich etwas mit Astronimie machen, nur leider bietet unsere Schule keinen Astribimueubterrivht an, da es eine privatsvhule ist. Was jetzt?