In den langen Diskussion, die hier in letzter Zeit über Astrologie geführt wurden, kam immer wieder mal der Hinweis, dass man die Astrologie nicht ganz so ernst nehmen soll. Wenn jemand unbedingt daran glauben möchte, dann soll er doch – tut doch niemandem weh.

Abgesehen davon, dass dieses Argument generell unrichtig ist, gibt es nun ein passendes Beispiel, das zeigt, wie der Glaube an Astrologie auch völlig unbeteiligte Menschen schädigen kann: eine österreichische Firma vergibt Jobs nur an Bewerber mit passenden Sternzeichen.

In den Salzburger Nachrichten erschien am Samstag eine Stellenanzeige mit folgendem Text:

“Wir suchen Personen ab 20 Jahren für nebenberufliche Tätigkeit im Verkauf/Management mit folgenden Sternzeichen: Steinbock, Stier, Wassermann, Widder oder Löwe.”

Tja… es lebe die Gegenaufklärung! Dass viele große Firmen sich gerne mal von Astrologen beraten lassen, ist ein offenes Geheimnis. Aber meistens geht man damit nicht so direkt an die Öffentlichkeit, wie in diesem Fall. Das dies nun so zwanglos gemacht wird, zeigt, wie weit sich die Gesellschaft schon von Wissenschaft und Vernunft entfernt hat.

“Wir haben eine Auswertung gemacht und haben uns die besten Mitarbeiter in ganz Österreich angeschaut – und die waren fast immer eines der fünf [Sternzeichen]. Und dann haben wir gesagt: Da bleiben wir bei dem System und holen uns wieder die Besten.”

Das meint die verantwortliche Person der besagten Firma. Ich weiß leider nicht, um wen es sich da genau handelt – ansonsten würde ich gerne mal nachfragen, wie diese “Auswertung” den im Detail aussieht. Es liegt der Verdacht nahe, dass hier jemand wenig Ahnung von Statistik handelt (bzw. generell wenig Ahnung – wie sonst kommt man überhaupt auf die Idee, so eine Auswertung zu machen).

Und anscheinend ist das, was hier gemacht wird, auch noch rechtens. Angela Riegler, eine Expertin der Arbeiterkammer Salzburg meint:

“Wenn ich mich als Unternehmen jetzt an bestimmte Sternzeichen richte und sage: Ich will beispielsweise nur Fische haben, dann ist davon auszugehen, dass innerhalb dieser Gruppe von Menschen, die im Sternzeichen Fische geboren sind, Alte und Junge sind, Frauen und Männer et cetera. Es wäre zwar auch eine Einschränkung, aber keine Diskriminierung.”

Ich bin ja nun kein Experte für Arbeitsrecht – aber wenn ich, obwohl ich genauso gut qualifiziert wäre wie ein Mitbewerber, den Job nur deswegen nicht bekomme, weil ich am falschen Tag geboren bin und das falsche Sternzeichen habe… dann klingt das für mich sehr nach Diskriminierung.

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Praxis auf dem Arbeitsmarkt nicht durchsetzt. Ich kann die Astrologie- und sonstigen Berater schon direkt vor mir sehen, wie sie nun darauf warten, Lehrgänge und Kurse an den Arbeitsämtern durchführen zu können. Und wenn ich mir die österreichische Politik so ansehe, dann ist es nicht völlig unwahrscheinlich, dass sich bald vielleicht sogar hochoffiziell die Arbeitsvermittlung an den Sternzeichen orientiert.

Vielleicht findet sich ja jemand, der von dieser Diskriminierung (ich halte das immer noch eher für eine Diskriminierung als für eine Einschränkung) betroffen ist und die Sache gerichtlich klären lässt. Das wäre auf jeden Fall ein sehr interessanter Prozess.

Nachtrag: Christian hat Näheres über die Hintergründe zu dieser Geschichte herausgefunden:


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Kommentare (79)

  1. #1 Shin
    3. Februar 2009

    In Fällen wie diesem würde ich mich da ganz auf das Gesetz des Marktes verlassen: Wer Stellen anhand solch idiotischer Kriterien vergibt, ist im Wettbewerb mit vernünftigeren Konkurrenten, die auf die Qualifikation statt auf die Sternzeichen der Bewerber achten, auf kurz oder lang klar unterlegen.
    Ich finde allerdings nicht, dass hier unbeteiligte Menschen betroffen werden: Die Firma bietet die Stellen an, und sie selbst kann entscheiden, an wen sie sie warum vergibt. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen, und wer (so wie du und ich) Astrologie für ausgemachten Blödsinn hält, kann immer noch zu Konkurrenz gehen. Ich für meinen Teil würde ohnehin nicht bei einer Firma arbeiten wollen, deren Führungspersonal derartigem Quatsch anhängt – zum einen aus persönlicher Überzeugung heraus, und zum anderen auch deshalb, weil dies einiges über deren Geisteszustand und damit die Zukunftsperspektiven der Firma aussagt.

  2. #2 florian
    3. Februar 2009

    @Shin: Naja, einerseits hast du Recht. Aber auch für Firmen gibts Richtlinien, an die sie sich halten müssen. Wenn sie sagen: “Den nehmen wir nicht, der ist Jude (die ist eine Frau, der ist schwarz, etc)”, dann ist das Diskriminierung und nicht ok. Und auch z.B. Frauen haben wohl wenig Lust, in einem frauenfeindlichen Betrieb zu arbeiten. Trotzdem ist so ein Verhalten nicht zu tolerieren. Und gleiches gilt, wenn eine Firma absurderweise anhand des Geburtsdatums diskriminiert… das ist zumindest meine Meinung; kann sein, dass die rechtliche Lage da wirklich anders aussieht (was ich dann aber auch für falsch halten würde). Und man darf nicht vergessen, dass man es ja meistens gar nicht mitbekommt, wenn man aus astrologischen Gründen einen Job nicht bekommt – nicht alle Firmen legen das so offen, wie hier. Viele machens einfach ohne dem Bewerber zu sagen, dass er astrologisch nicht gepasst hat…

  3. #3 christian
    3. Februar 2009

    In Austria ist ja einiges möglich, was in Deutschland so unvorstellbar ist!
    Eigentlich nur mit dem übermäßigen Genuss von Sachertorte zu erklären!
    Also hier lässt unser Arbeitsrecht ein solche “Auslese” nicht zu!
    Allerdings greift hier nicht das Arbeitsrecht, sondern das Vertragsrecht. Die suchen Bekloppte die freibruflich ihren Mist verhökern! Vielleicht ein Werbegag.
    Überigens gilt: Astrologie ist grundsächlich nicht Justiziabel!

    Bemerkenswert finde ich allerdings die Tatsache, dass gerade eine Branche die bekanntlichermaßen aus dem letzten Loch pfeifft, sowas ausschreibt!
    Da mag es einen kaum verwundern, dass gerade diese Finanzmeschpoke im Moment ein ganzes System an die Wand fährt.

  4. #4 Christian
    3. Februar 2009

    LOL. Das regelt über kurz oder lang die unsichtbare Hand des Marktes 😀 Aus meiner Sicht trotzdem ganz klar eine Diskriminierung. Was sollte denn auch “im falschen Monat geboren” von “im falschen Land geboren” voneinander unterscheiden?

    Also in Deutschland würde das niemand (offen) wagen…

    Österreich, Du hast es schlechter 🙂

  5. #5 Christian
    3. Februar 2009

    Dabei fällt mir noch ein, dass mir bereits mehrfach aus an sich zuverlässigen Quellen berichtet wurde, dass in Deutschland (und in Österreich sicher auch, da sollte man sich vermulich keinen Illusionen hingeben) regelmäßig graphologische Gutachten angefordert werden, wenn es an die Bewerberauswahl geht. Ist mit der Auswahl nach Sternzeichen vielleicht nicht richtig zu vergleichen, aber immerhin…

  6. #6 florian
    3. Februar 2009

    @Christian: Ja, von der Graphologie bei Bewerbungen hab ich auch schon gehört. Meiner Meinung nach kann man das aber durchaus mit Astrologie vergleichen – Graphologie ist genau der selbe Aberglauben und durch nichts belegt wie Astrologie. Wenn man also bei der Bewerbung gebeten wird, was Handschriftliches abzuliefern, sollte man aufpassen…

  7. #7 Nico
    3. Februar 2009

    Auf die “unsichtbare Hand des Marktes” würde man da ja gerne vertrauen, aber die reagiert schon auf den Frauenmangel in Führungspositionen viel zu träge.

  8. #8 Christian
    3. Februar 2009

    @Nico: Da funktioniert das mit der Hand vermutlich deshalb so schlecht, weil die Situation in vielen Unternehmen ähnlich ist. In diesem Fall ist es aber anders, da die Konkurrenten dieser Firma aus dem vollen Personalpool schöpfen können (und werden). Ein Problem kriegen wir erst dann, wenn mehr und mehr Firmen auf Astrologie umsteigen – das kann dann auch die Hand nicht mehr korrigieren 🙂

  9. #9 Schlotti
    3. Februar 2009

    Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist auch ein Blick auf das Ergebnis der Abstimmung, die auf der Website des ORF gemacht wird.
    Immerhin knapp 30% der Leute, die mitgemacht haben, sind folgender Ansicht:
    “Da ist schon was dran – wenn ein gewisser Charakter gefragt ist, ist das Sternzeichen schon wichtig.”
    Diese Abstimmung ist natürlich nicht repräsentativ, zeigt aber doch eine Tendenz, die mich schaudern lässt.

  10. #10 florian
    3. Februar 2009

    @Schlotti: Also in Österreich würde ich eine Zahl an Astrologie-Sympathisanten vermuten, die größer ist als 30% (muss mal schauen, ob ich irgendwo ne echte Statistik finde). Immerhin hatten wir sogar eine Bildungsministerin, die ein Vorwort für ein Astrologie-Buch geschrieben hat…

  11. #11 Andylee
    3. Februar 2009

    Ich bin wassermann, ich will den job (nicht!)!

    achja: bei der Graphologie würd ich durchfallen…. Computerzeitalterbedingt bin ich kaum noch in der lage etwas anderes als meine Unterschrift mit Hilfe eines Tintenschreibgerätes aufzuzeichnen 😉

  12. #12 human being
    3. Februar 2009

    Ich kann mich entsinnen, in einer großen Firma in Frankfurt – kurz bevor sie dem “Handel mit den eigenen Organen” zum Opfer fiel – zum ersten Mal das Wort gehört zu haben: “Naturwissenschaftler ist man nicht, die hält man sich!”

    Insofern wäre es doch nicht verwunderlich, wenn auch bei der Prüfung der Einstellung eines Naturwissenschaftlers, Spezialfall Physiker/Astronom, ein graphologisches oder gar astrologisches Gutachten angefordert werden könnte (das Geburtsdatum wird ja per Bewerbung geliefert)!

    Und wer glaubt, daß psychologisch basierte Tests wesentlich besser oder gar letztlich objektiv sind, glaubt sehr naiv an das Gute im Menschen.
    Etablierte Systeme tendieren dazu, sich selbst zu stabilisieren und nur das zu assimilieren, was ihnen ähnlich ist, selbst wenn sie dabei früher oder später wegen mangelnder Wandlungsfähigkeit an den Rande des Ruins geraten.

    Zitat florina: „Wenn man also bei der Bewerbung gebeten wird, was Handschriftliches abzuliefern, sollte man aufpassen…“
    Warum aufpassen? Die Handschrift ist doch natürlicher Ausdruck Deines Wesens, so äußerst Du Dich halt – jetzt mal ungeachtet der kommunizierten Inhalte – wenn Du dich schriftlich ausdrückst. Bedenken oder gar Befürchtungen hat m.E. doch nur der, der nicht zu seinem Wesen steht!

  13. #13 Florian Freistetter
    3. Februar 2009

    “Warum aufpassen? Die Handschrift ist doch natürlicher Ausdruck Deines Wesens, so äußerst Du Dich halt – jetzt mal ungeachtet der kommunizierten Inhalte – wenn Du dich schriftlich ausdrückst. Bedenken oder gar Befürchtungen hat m.E. doch nur der, der nicht zu seinem Wesen steht!”

    Aber ich hab nun mal eben keine Lust, einen Job nur deswegen nicht zu kriegen, weil irgendein Graphologe meint, meine t-Striche oder o-Kreise oder wasauchimmer würden auf eine schlechte Eignung für den Job hindeuten. Mein Wesen ist wesentlicher komplexer als meine Handschrift und aus ihr auch nicht abzulesen!

    “Und wer glaubt, daß psychologisch basierte Tests wesentlich besser oder gar letztlich objektiv sind, glaubt sehr naiv an das Gute im Menschen.”

    Ist das jetzt ein Argument für die Benutzung eines “Tests” der erwiesenermaßen nicht funktioniert? Psychologie kann man kritisieren – aber sie basiert zumindest auf der Realität.

  14. #14 emp
    3. Februar 2009

    Zur handschriftlichen Bewerbung: als ich mich als Rechtspraktikantin (9monatige Praxis bei Gericht nach dem Studium) bewarb, musste ich einen handschriftlichen Lebenslauf beifügen. War ein lustiger Nachmittag im Studentenheim als ich das Ding schrieb… zumindest für meine Kollegen. 😉

    Ob diese Schriftprobe graphologisch untersucht wird oder nur irgendein historisches Überbleibsel ist, weiß ich allerdings nicht. Den Praxisplatz bekommt man aber auf jeden Fall.

  15. #15 kamenin
    3. Februar 2009

    Solange der Aszendent nicht erfasst wird, ist so eine astrologische Untersuchung doch reine Scharlatanerie.
    😉

  16. #16 Martin
    3. Februar 2009

    Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass jedes nicht für den Job relevante oder gar unsinninge Kriterium eine verbotene Diskriminierung darstellt.

    Es sind nur die in den Gesetzen genannten Diskriminierungen verboten, dh Rasse, Geschlecht, Religion, Weltanschauung und noch ein paar andere, die mir adhoc nicht einfallen.

    Kurz gesagt: Kein privater Arbeitgeber ist verpflichtet, nach objektiven oder sinnvollen Kriterien einzustellen – das bleibt jedem selbst überlassen, nur bei den oben genannten Gebieten muss man aufpassen.
    Ein Chef darf eben auch nur Dicke, Schöne, Nichtraucher oder Leute mit einer Vorliebe für gelbe Pullover einstellen. Oder Leute, die mit dem linken Fuß zuerst das Büro betreten, beim Würfelpoker gut sind oder alle Simpsons-Folgen kennen.

    So ist das nun mal, wenn man auf eigenes Risiko und eigene Rechnung ein Unternehmen leitet. Wenn jemand glaubt, er muss nach Sternzeichen einstellen, dann wird das die Gesellschaft aushalten müssen.

    (dieser Kommentar bezieht sich auf die Situation in Österreich)

  17. #17 Florian Freistetter
    3. Februar 2009

    @Martin: “Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass jedes nicht für den Job relevante oder gar unsinninge Kriterium eine verbotene Diskriminierung darstellt.”

    Ich habe ja auch nur gemeint, das es meiner Auffassung nach genauso diskriminierend ist, anhand seines Geburtsdatums ausgewählt oder abgelehnt zu werden, wie anhand z.B. seiner Hautfarbe. Das das eine auch vom Gesetz als Diskriminierung gilt, das andere aber nicht, ist wieder eine ganz andere Geschichte.

  18. #18 Rouven
    3. Februar 2009

    hi Florian, als Personalleiter, treibt es mir die Tränen in die Augen, dass Mitarbeiter nach astrologischen Kriterien ausgesucht werden sollen. Mein Highlight ist aber Numerologie anhand des Namens (dazu hab ich Anzeigen gesehen). Oder auch sehr nett: Gesichtsphysiognomie, ein ganz peinlicher Trend, nach dem man diagnostische Informationen am Gesicht ablesen kann, bspw. breites Jochenbein = hohe Durchsetzungsfähigkeit.

    Zur Graphologie erscheint übrigens im nächsten Skeptiker ein kritischer Artikel, denn wir ihr vermutet, ist Graphologie zwar in der Schweiz und Frankreich wohl noch vermehrt im Einsatz, aber die Belege für die Validität der Aussagen sind nicht überzeugend und trotz zahlreicher Studien haben sie nur Anekdoten und zufriedene Kunden vorzuweisen. Mehr nicht. Sehr gut dazu übrigens.
    Barry L. Beyerstein, Dale F. Beyerstein (Editor) (1992): The Write Stuff: Evaluations of Graphology-The Study of Handwriting Analysis

  19. #19 Gluecypher
    3. Februar 2009

    Was für eine gequirlte Kacke! Und da wundert man sich, warum die Kids so beschissen im PISA Test abschneiden. Aber ich suche sowieso einen neuen Job, mal sehen, wie meine Bewerbung so abschneidet. Und dann eine Klage wegen Verstoss genen das europäischen Gleichstellungsgesetzes loslassen. Ist zwar assi, aber das kann man nicht durchgehen lassen. Ist ja schon ein Verstoss wegen der Weltanschauung. Ich glaube nicht an Astrologie, deswegen kann man mich ja nicht von der Bewerbung ausschliessen. Nicht, dass ich bei so einem Haufen von Spastifanten arbeiten würde. Muss ich doch gleich mal versuchen. Yippkayjeah Motherfuckers!! Und das hat nichts mit Vertragsfreiheit zu tun. Ich muss ja nur sagen, dass ich nichts mit dem Schrott am Hut habe und schon hab’ ich die Spacker am Arsch! Und das würde mir sogar Spass machen, ich hab’ ja ne Rechtsschutzversicherung…..gnignignignimuhahahahhahaha…………

  20. #20 Schlotti
    3. Februar 2009

    “Wir haben eine Auswertung gemacht und haben uns die besten Mitarbeiter in ganz Österreich angeschaut – und die waren fast immer eines der fünf [Sternzeichen]. Und dann haben wir gesagt: Da bleiben wir bei dem System und holen uns wieder die Besten.”

    Die Firma, die diese Stellenausschreibung gemacht hat, sucht Leute zum Verkauf von Versicherungen und sonstigen Finanzprodukten.
    Ich unterstelle mal, dass Leute eingestellt werden sollen, die nicht nur dem Kriterium, ein bestimmtes Sternzeichen zu haben, genügen, sondern die auch selber an Astrologie glauben.
    Ich möchte bei den speziellen Anforderungen, die bei diesen Vertreterberufen gefragt sind (nämlich den Kunden Bedürfnisse einzureden, die tatsächlich nicht existieren), nicht ausschließen, dass ein gewisser eigener Aberglaube tatsächlich die (vermeintliche) Glaubwürdigkeit und damit den Verkaufserfolg erhöhen kann.
    Insofern mag die Auswertung, die diese Firma gemacht hat, tatsächlich stimmen 😉

  21. #21 Odysseus
    3. Februar 2009

    Was passiert eigentlich, wenn man bei der Bewerbung falsche Angaben macht und bei seinem Geburtsdatum ‘versehentlich’ einen Zahlendreher einbaut? Wenn ich mich als Physiker bewerbe und herauskommt, dass mein Diplom gefälscht ist, rechtfertigt das eine fristlose Kündigung. Aber hier? Das will ich sehen, wie ein Arbeitgeber das vor Gericht rechtfertigen will: “Er hat uns angelogen, er ist gar kein Steinbock, sondern nur Wassermann!!! Heul!”

    Allein die Vorstellung… lol!

  22. #22 Schlotti
    3. Februar 2009

    @Odysseus,
    es mag zwar ein wenig offtopic sein, aber um Deines Seelenfriedens willen: mach sowas bitte nicht!
    Das ist viel zu gefährlich!
    Es ist wohl so, dass Dir vor einem weltlichen Gericht wenig passieren kann, aber spätestens am 21.12.2012 würde Dir die Rechnung präsentiert werden.
    Die Ausserirdischen verstehen keinen Spass!

  23. #23 Ronny
    4. Februar 2009

    Also ich war der festen Meinung, dass mehr als 50% an Astrologie glauben. Meine Hochachtung vor meinen Mitmenschen ist gestigen als ich nur 30% Zustimmung fand.
    Ich find das Ganze auch diskriminierend, selbst wenn die AK das nicht so sieht, aber andererseits wer würde schon eine Prozess anstrengen wenns um eine Keilerfirma geht. Da muss man schon ganz unten sein. Bedenklich finde ich es aber schon.
    Nur frage ich mich: Ist nicht die Geburtsstunde noch viel aussagekräftiger ?

  24. #24 Natalie
    4. Februar 2009

    @emp
    An den handschriftlichen Lebenslauf kann ich mich aus der Zeit meines Rechtspraktikums auch noch gut erinnern.
    Na ja, meinem Werdegang hat es nicht geschadet auch schadet es mir nicht, dass ich nicht unter die erwähnten Sternzeichen falle. Müßte ich mir jetzt mal die Personalakten meiner Mitarbeiterinnen im Hinblick auf deren Sternzeichen anschauen??

  25. #25 adenosine
    4. Februar 2009

    Was für eine Firma soll das denn sein? Vielleicht ist das ja eine aus dem Esoterikbereich und dann ist es nur konsequent. Eine Kirche wird auch nur Gläubige einstellen. Wenn es Bank- oder Vermögensberater sind, kann wird eine Auswahl nach Sternzeichen auch nicht schaden. Wenn sie Lottotypsysteme konstruiert, oder das Wirtschaftswachstum der nächsten Jahre prognostiziert, schaden astrologische Methoden auch nicht.

  26. #26 isnochys
    4. Februar 2009

    das mit den Kommentaren als Feed geht ja immernoch nicht

  27. #27 Florian Freistetter
    4. Februar 2009

    @isnochys: was genau meinst du? Die Funktion “Bei neuen Kommentaren benachrichtigen”? Hmm – hat die jemals funktioniert? 😉 Ich werds mal den Technikern sagen – aber die müssten das eigentlich schon wissen. Ansonsten gibt es hier noch einen Feed, der alle Kommentare bei SB liefert.

  28. #28 isnochys
    4. Februar 2009

    Will ich nur die Kommentare zu deinen Artikeln, so muss ich jedesmal selbst einen Kommentar schreiben.
    Ja, diese Funktion klappt sehr gut.
    Und alle Kommentare bei SB im Abo sind zwar was schönes..doch werde ich dann wohl mit dem Löschen nichtmehr hinterherkommen
    :))

  29. #29 ali
    4. Februar 2009

    Ich weiss, dass für den Zulassungswettbewerb für den diplomatischen Dienst in der Schweiz für alle Bewerber graphologische Gutachten erstellt werden. Ich habe mich schon öfters darüber geärgert. Muss man wohl, bevor man diesen Lebenslauf schreibt, sich eine Hasenpfote umhängen und auf Vollmond warten?

  30. #30 Florian Freistetter
    4. Februar 2009

    @Ali: Tatsächlich?! Als das hätte ich nicht gedacht. Hat da mal wer nach einer Begründung gefragt?

  31. #31 Fischer
    4. Februar 2009

    Die Kommentarbenachrichtigungen funktionieren bei mir leider auch nicht.
    Und tut mir leid, den Scienceblogs-Kommentarfeed werde ich nicht noch mal abonnieren. Eher schneide ich mir mit einem rostigen Löffel die Eier ab.

  32. #32 Christian
    4. Februar 2009

    Die graphologischen Gutachten waren auch mal hier groß in Mode. Das ist vorbei!
    Die Schweizer brauchen halt immer etwas länger, um den Sinn oder Unsinn einer Methode zu verstehen!
    Graphologie ist überigens keine Eso-Geschichte, sondern wurde von Psychologen in dieser Form entwickelt!
    @adenosine
    der ist gut! grins
    C.

  33. #33 Florian Freistetter
    4. Februar 2009

    @Fischer: Ich werd mal anregen, Kommentarfeeds für einzelne Blogs einzurichten… wäre eigentlich ziemlich praktisch.

  34. #34 Marc Scheloske
    4. Februar 2009

    Eher schneide ich mir mit einem rostigen Löffel die Eier ab.

    Soweit wollen wir es ja nicht kommen lassen. 😉

    Zu den Problemen mit den Comments: Funktioniert es gar nicht (=nie) mit der Benachrichtigung oder selten oder….? Werde mich gerne darum kümmern. Kann ja nicht sein, daß so ein Feature nicht richtig funktioniert.

  35. #35 Pianoman
    4. Februar 2009

    ich kann mich erinnern, dass astrologische Entscheidungskriterien im Personalwesen schon einmal Thema in einer Diskussion mit dem Terminator war.

    Der wollte die Tatsache nicht wahrhaben, das dergleichen mindestens moralisch zweifelhaft ist. Tatsächlich ist es aber justitiabel:

    Europäische Menschenrechtskonvention / Artikel 14.

    Verbot der Diskriminierung
    Der Genuß der in der vorliegenden Konvention festgelegten Rechte und Freiheiten muß ohne Unterschied des Geschlechts, der Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauungen, nationaler oder sozialer Herkunft, Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt (!) oder des sonstigen Status gewährleistet werden.

  36. #36 Dr. E. Berndt
    4. Februar 2009

    Bei der Staatsanwaltschaft anzeigen wegen Ungleichbehandlung!

  37. #37 christain
    5. Februar 2009

    also wirkliche Diskriminierung sieht doch wohl anders aus!

    z.B.: hier:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605597,00.html

    C.

  38. #38 GeMa
    5. Februar 2009

    @Christian
    VW ist eh so ein Paralleluniversum. Als Externer erlebt man da noch ganz andere Schoten, einschließlich Handykontrolle (wie am Schultor ;-).

  39. #39 Nico
    5. Februar 2009

    Interessant, sich mal vorzustellen, das würde Porsche so machen 😀

  40. #40 Ronny
    5. Februar 2009

    Handykontrollen gibts öfter. Ist wegen Geheimhaltung usw.

  41. #41 GeMa
    5. Februar 2009

    Hab ich schon mal gehört, Ronny. Für Leute, die generell nur in Entwicklungsbereichen arbeiten und schon entsprechende Geheimhaltungsverpflichtungen eingehen müssen, stellt VW trotzdem die absolute Ausnahme dar mit dem Pförtner, der die Taschen nachschaut 😉 (vor allem, wenn für VW eigene extra hochgerüstete Laps mitgebracht werden müssen, die dann abends wieder mit nach Hause genommen werden) Paralleluniversum.
    Gut, beim Escortservice für den Betriebsrat hatte es wenigstens keine Diskriminierung. gg

  42. #42 Christian
    5. Februar 2009

    Die britische Daily Mail berichtet auch schon über den Fall:

    http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1135643/We-employ-workers-born-specific-star-signs-says-insurance-company.html

    Man erfährt immer noch nicht, um welche Firma es sich handelt (das wäre ja mal interessant gewesen), immerhin bestätigt der Bericht aber, was auch schon in den Kommentaren stand, nämlich dass es sich um einen Finanzdienstleister handelt.

    Wenn die generell so drauf sind, würde das immerhin erklären, warum die Finanzmärkte momentan alle taumeln 🙂 Wobei ich mich immer noch frage, warum die per Stellenanzeige so offen diskriminieren und nicht einfach nur die Bewerber in die engere Auswahl nehmen, die einen bestimmten Geburtsmonat haben. Offenbar war man sich nicht bewußt, dass man sich mit einer derartigen Anzeige der öffentlichen Lächerlichkeit preisgeben könnte…

  43. #43 GeMa
    5. Februar 2009

    Ob das nicht man so ein Tschakka-Verein ist? Finanzdienstleister, nebenberuflich, sales und Management klingt ganz danach. Da ist Auswahl nach dem Sternzeichen nicht die dümmste Idee – nach Kenntnis in Versicherungs-/Finanz-/Überhauptmathe sollte man bei Bekanntenkreisabgrasern eh nicht fragen. Am Ende würden die noch das Provisionsvorschusssystem durchschauen. Gibt nur Ärger in der Kolonne 😉

  44. #44 Florian Freistetter
    5. Februar 2009

    @Christian, GeMa: Das war ja eine Anzeige in den Salzburger Nachrichten vom 31.1.2009. Die müsste eigentlich in Bibliotheken auffindbar sein. In Jena/Heidelberg werd ich da wohl eher Pech haben – aber vielleicht hab ich ja Leser aus Salzburg?

  45. #45 emp
    5. Februar 2009

    Schade…. gestern war dieses Stelleninserat Thema in “Talk of Town” bei Puls 4. Einer der Verantwortlichen dieser Firma war zu Gast, aber ich habe nicht auf den Namen geachtet. Die anderen Diskutanten waren eine Dame von der AK und Gerda Rogers… da hab ich nach kurzer Zeit weiter geschaltet.

    Was ich noch mitbekommen habe: die Suche nach bestimmten Sternzeichen als solche wurde nicht in Frage gestellt. Frau Rogers hat lediglich angemerkt, dass auch der Aszendent und eine Reihe anderer Planeten wichtig seien. Alle gingen offenbar davon aus, dass an Astrologie schon was dran ist und dass die Zuordnung der Eigenschaften vernünftig ist. Ich habe auch nur zustimmende Anrufer gehört. Kein Kommentar dazu.

    Der Firmenvertreter wurde nicht müde zu betonen, dass das Sternzeichen natürlich nicht das einzige Auswahlkriterium sei und hat ständig auf die interne Statistik verwiesen. Hmmm… wenn jetzt also ein Arbeitgeber eine interne Statistik macht und überraschenderweise feststellt, dass fast alle Führungskräfte männlich sind, daraus den Schluss zieht, dass Männer halt besser geeignet sind, und konsequenterweise nur mehr Männer für die offenen Stellen sucht, ist das auch nicht diskriminierend?

  46. #46 Florian Freistetter
    5. Februar 2009

    @emp: Ja, diese “interne Statistik” würde ich wirklich gerne mal zu Gesicht bekommen…

    Ich bin heute auch wieder vom Radio interviewt worden zu diesem Thema (egoFM, oder so hieß der Sender…). Waren aber auch teilweise seltsame Fragen dabei…

  47. #47 GeMa
    5. Februar 2009

    “Frau Rogers hat lediglich angemerkt, dass auch der Aszendent und eine Reihe anderer Planeten wichtig seien.”
    Ach, stimmt ja *patsch* das einem das nicht gleich aufgefallen ist. Hoffentlich passt das Firmenhoroskop auch zum Bewerberaszendenten – sonst wird das alles wieder nix mit 25% Rendite.

  48. #48 Chupacabra
    5. Februar 2009

    @Florian:»Ich werd mal anregen, Kommentarfeeds für einzelne Blogs einzurichten… wäre eigentlich ziemlich praktisch.«

    Technische Frage: Weißt du, ob es einen bestimmten Grund gibt, warum Kommentare nicht hierarchisch angezeigt werden? Es wäre doch ein Vorteil, wenn man sofort sehen würde, wer auf was antwortet.

  49. #49 Chupacabra
    5. Februar 2009

    @Florian: »@Ali: Tatsächlich?! Als das hätte ich nicht gedacht. Hat da mal wer nach einer Begründung gefragt?«

    Ich vermute mal, sie wollten einfach sehen, ob jemand eine schöne Schrift hat. So wie man eben auf gepflegtes Äußeres achtet, wenn man ein Repräsentant ist.

  50. #50 Roland
    5. Februar 2009

    Jobs nach Sternzeichen auszusuchen war in diesem Fall die (Schnaps) Idee eines Herrn Walter Fletschberger, seineszeichens Firmenchef einer Finanzberatungsfirma mit über 200 Mitarbeitern. Siehe http://www.efs-karriere.at

    Ich stelle mir das lustig vor: Hr. Fletschberger berät seine Kunden gemäß Sternzeichen und gibt Tips zu kaufen oder zu verkaufen auf Grund der Mondphase. So eine kompetente Beratung hab ich mir schon immer gewünscht – ich denke ich werde ihm und seiner Firma mein ganzes Geld anvertrauen 😉

  51. #51 Florian Freistetter
    5. Februar 2009

    Jetzt kann man darüber auch bei Bad Astronomy lesen.

  52. #52 human being
    6. Februar 2009

    Zitat: Jetzt kann man darüber auch bei …….. nachlesen.
    Ja, ist das nun ein wichtige zusätzliche Information oder nur “mehr desselben”?
    “So a company in Austria has created an uproar because it tried to hire workers who were born under a specific star sign.”

    Die Magie der Redundanz! Die Erzeugung von “Wirklichkeit” als sprachmagischer Akt über beliebige Wiederholungen des Gleichen im weltweiten Wahnsystem Internet.

    Es wird weder wirklicher noch unwirklicher, und schon garnicht wichtiger, wenn viel darüber berichtet wird und die blogger sich hier die Bälle gegenseitig zuspielen.

    Wer hat denn da ein Interesse, so einen Aufruhr zu erzeugen?
    Diese Firma in Österreich hat das schonmal garnicht. Die hat Stellen angeboten und Kriterien dafür genannt. Das war’s! Alles andere wird hier genauso wie an anderer Stelle im Bildzeitungsjargon und Niveau aufgeblasen.

    Das mich am Anderen Faszinierende ist das, was ich an mir noch nicht entdeckt habe! Mich wundert es wieder und wieder, welch eine offensichtliche Faszination so etwas wie dieser “Unsinn Astrologie” oder gar Menschen, die sich mit so einem “Unsinn” beschäftigen, doch auf die Wissenschaftler ausübt. Die haben allerdings eine gute Begründung: “Weil wir ja definitiv wissen, daß das Unsinn ist, müssen wir das ganz genau beobachten und überwachen und andere Leute weltweit davor warnen! Uns ist fast jedes Mittel dazu recht! lol!

    (Faszination – Etymologie des Wortes: fascinare ist zunächst “bezaubern, verhexen, beschreien” und fascinum der “Zauberstab”: Der Zauberstab diente in der antiken Magie aber besonders der Abwehr von Zauber)

  53. #53 florian
    6. Februar 2009

    @human being: wirds jetzt wieder verschwörerisch? Ich habe deswegen auf Bad Astronomy verlinkt, weil es interessant zu sehen ist, dass sich so eine kleine, lokale Meldung aus Salzburg so schnell über die ganze Welt verbreitet.
    Wenn du da gleich wieder “die Wissenschaftler” auffahren musst, deren Ego es nicht zulässt, dass irgendwo auf der Welt Astronomie existiert, und denen jedes Mittel recht ist, die dummen Massen davor zu warnen, dann zeigt das höchstens, wie den Weltbild aussieht, aber nicht mehr.
    Was ist denn jetzt konkret so schlimm daran, wenn ich mich hier öffentlich wundere, dass eine Firma nur Menschen mit einem bestimmten Geburtsdatum einstellen will, und mich frage, ob das nun Diskriminierung ist oder nicht?

  54. #54 rose
    6. Februar 2009

    @human being:
    Und was ist es, das Sie Ihrerseits an der angeblich monomanischen Faszination der “Wissenschafter” für Pseudowissenschaften und Esoterik fasziniert? Welche von der “scientific community” verkörperten Haltungen/Denkweisen/ Anteile Ihrer Persönlichkeit haben Sie an sich noch nicht bemerkt bzw. integriert?

    Gehen Sie doch bitte einmal in sich und wenden Sie Ihre unentwegt erteilten Psycho-Ratschläge auch auf sich selbst an! (Und kommen Sie mir jetzt nicht mit meiner Narzissmus-Schallplatte – dass ich einen ebensolchen Klescher habe, weiß ich nämlich schon lange. Narzissmus funktioniert aber auch ohne Esoterik – er wird allerdings milder und schwächer, wenn man einmal von dem Wahn ablässt, Mittelpunkt des Universums zu sein…:-)

  55. #55 christian
    6. Februar 2009

    also jetzt aber mal die Kirche im Dorf lassen!
    Bekloppte wird es immer geben, Fakt!

    Und wenn irgendwelche völlig durchgeknallte Finanzdeppen meinen sie müssten sich ihre “Mitarbeiter” (extra mal in Anführungszeichen) nach den Sternen aussuchen, sollen sie doch! Wo ist das Problem?
    Hier handelt es sich sicherlich nicht um eine Firma die das Weltgechehen irgendwie beinflußt, sondern schlichtweg um eine Drückertruppe! Mann oh Mann, haben wir wirklich keine anderen Probleme?
    Wenns genehm ist, sezt ich morgen mal was von C.F. Weizsäcker hier rein!
    C.

  56. #56 florian
    6. Februar 2009

    @christian: “Mann oh Mann, haben wir wirklich keine anderen Probleme?”

    Dieses Argument höre ich oft und verstehe es doch nie. Im Endeffekt würde es implizieren, dass man sich erstmal hinsetzt und sämtliche vorhandenen Probleme ihrer “Wichtigkeit” entsprechend aufreiht und dann von oben an alle der Reihe nach löst. Also zuerst mal Weltfrieden, Armut und Hunger besiegen, und irgendwann, ganz am Ende, kommen dann Leute, die an Astrologie glauben?
    Sorry – aber dieser Ansatz ist bescheuert… Vorsätzliche Dummheit ist nie gut und immer schädlich. Wenn es überhaupt einen Weg gibt, die großen Probleme der Welt zu lösen, dann spielt Bildung dabei sicherlich eine wichtige Rolle. Und genau solche Sachen wie diese Geschichte hier sind es, die dem entgegenstehen. Ich glaube nicht an die Existenz einen großen Masterplans, mit dem sich alle Probleme lösen lassen. Das geht nur Stück für Stück; kleines Problem für kleines Problem….

  57. #57 christian
    7. Februar 2009

    @Florian

    Astrologie ist unwichtig und zwar völlig. Es reicht wenn man auf den Schwachsinn aufmerksam macht. Und damit hat es sich! Reine Zeit- und Energieverschwendung.
    Und wer will, soll glauben was er will. Das ist ein demokratisches Grundrecht! Ich weiß ja nicht wie Eure Verfassung aussieht. Hier in Deutschland ist es eben so! Ob dir das nun passt oder nicht!
    Wichtig wäre es z.B.:, wenn in unseren Schulen und zwar von anfang an, die Zusammenhänge von Wirtschaft ( Wirtschaften – Ökonomie) erklärt würden. Das wäre wichtig. Ich behaupte Überlebenswichtig. Da kann man getrost auf so manch anderen Schwachsinn im Unterrichtsplan verzichten.

    Ich finde es jedenfalls schlimmer wenn bei Lidl die Mitarbeiter per Videokamera bis ins Intimste überwacht werden, als wenn irgendwelche durchgeknallte Drückertruppe ihre “Scheinselbständigen” nach astrologischen Merkmalen aussucht.. Nein, nein, mein Lieber, man kann schon Prioritäten setzen, was wichtig und weniger wichtig ist. In deinen Arbeiten wirst du ja auch so vorgehen?
    C.

  58. #58 florian
    7. Februar 2009

    @christian: Hab ich irgendwo irgendwem verboten, an Astrologie zu glauben?
    Und um dein Beispiel aufzugreifen: natürlich ist es wichtig, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Und was, wenn dann einer der vielen Börsenastrologen ankommt (du wärst überrascht, wie viele Firmen sich astrologisch beraten lassen)? Da nützt dir dann die beste wirtschaftliche Ausbildung nichts, wenn du keine Ahnung hast, wie du Wissenschaft von Esoterik unterscheiden kannst.

    Ich sag ja nicht, dass die “Warnung” vor Astrologie absolute Priorität vor allen anderen Dingen haben soll. Das wäre Unsinn. Aber es IST wichtig, darauf hinzuweisen, wenn sich Lehren, die so sehr der Wissenschaft entgegenstehen wie z.B. die Astrologie, in der Gesellschaft festsetzen. Oder meinst du, es wäre völlig unproblematisch, wenn immer mehr Menschen die Wissenschaft immer stärker ablehnen?

  59. #59 christian
    7. Februar 2009

    @Florian

    also, wie kommst du um alles in der Welt darauf, dass immer mehr Menschen Wissenschaft ablehnen?
    Ich gehe davon aus, das anhand der neuen Medien (Internet) mehr hinterfragt wird. Auch bei den Wissenschaften. Das auch hier wie überall, sich die Streu vom Weizen trennt. Und das ist gut so. Ich darf dich höflichst dran erinnern was alles so über den vermeintlichen (oder tatsächlichen) Klimawandel auch von den Wissenschaftlern in Szene gesetzt wird. Da erhält die Uni Potsdam tatsächlich einen Auftrag der Bundesregierung um die Auswirkungen des CO2 Ausstoßes auf und im Boden zu erforschen. Volumen 1 Milliarde. Frau Merkel = Potsdam = Physik? Ein Schelm der böses dabei denkt! Da frage ich mich als Steuergebeutelter Bürger, ja gehts denn noch? Natürlich muss man so etwas hinterfragen und anprangern dürfen!
    Aber das ist doch keine Kritik an den Wissenschaften insgesamt.
    Na ja, und mit der Astrologie verhält es sich so wie mit den Religionen. Da wo Religionen auf dem Rückzug sind, (hier bei uns in Westeuropa) werden diese Felder durch Pseudoreligionen, wie Esoterik und das andere Zeugs ersetzt. Na und?
    Religion u.a. Zeugs scheint für viele ein inneres Bedürfnis zu sein. Das war seit Beginn der menschlichen Evolution so, und das wird auch immer so sein. Selbst Freigeister und Agnostiker usw. erheben ihr Weltbild doch auch zu einer Ideologie zu einem –Ismus–.
    Mozart läßt in einer Oper, Mohammed, Jesus, Bhudda und Poseidon (f. die Esos) die Köpfe abschlagen. Selbst war er aber Freimaurer und Mitglied einer Loge.
    Menschen bestehen nunmal aus Widersprüchen, was klar mit der Endlichkeit des eigenen Seins in Zusammenhang zu stehen scheint.
    Nein, die Diskussion über Glaube, Aberglaube, Sektierertum ist schon wichtig. Aber eine reine Orientierung an nur Naturwissenschaftlichen Gegebenheiten wird nicht möglich sein. Ist mir auch schnurzpiep egal. Allergisch werde ich nur dann, wenns Fundamentalistisch wird. Und das ist mir dann egal, ob es die Kathl. Kirche, der Bhuddismus, der Islam, das Judentum oder auch die Esoterik ist. Entsprechend reagiere ich dann. Aber nur dann!

    C.

  60. #60 Florian Freistetter
    7. Februar 2009

    @christian: Es ist grad Wocheende; ich hab gute Laune und will mich jetzt nicht rumstreiten. Lass uns einfach festhalten, das wir unterschiedlicher Meinung sind. Du bist der Meinung, es wäre egal, wenn Menschen an abergläubischen Unsinn glauben; ich sehe das anders. Und über irgendwelche Verschwörungstheorien zum Klimawandel will ich jetzt auch nicht wirklich diskutieren…

  61. #61 MSmith
    7. Februar 2009

    @christian: Du schreibst Unsinn! Mozart lässt natürlich nicht in einer Oper die Köpfe von Buddha und Mohammed abschlagen. Das war lediglich in einer Inszenierung von Herrn Neuenfels an der Deutschen Oper Berlin der Fall.

  62. #62 CryoTank
    9. Februar 2009

    Was ist denn schon dran wenn Leute an Übernatürliches, Pseudowissenschaften und Astrologie glauben? Was kann denn schon passieren?

    Nun, WhatsTheHarm.net hat sich genau diesem Thema gewidmet. Hier kann man sich ein Bild davon machen, was für Auswirkungen all dieser “harmlose” Unsinn haben kann und warum man reagieren sollte, sobald das Kind überhaupt zum Brunnen geht. Nicht erst, wenn es schon drinnen liegt.

  63. #63 human being
    11. Februar 2009

    zitat florian: “Oder meinst du, es wäre völlig unproblematisch, wenn immer mehr Menschen die Wissenschaft immer stärker ablehnen?”
    Bzgl. des “Immermehrismus” verweise ich genüßlich auf folgende URL, die sich mit einem der “schlimmsten Mittel sprachlicher Gewaltanwendung” beschäftigt. 🙂 Florian, vielleicht hat das ja doch seine Entsprechung in Deinem Horoskop! (duck und wech!)
    http://www.antimedien.de/immermehrismus-und-abzuwartismus/

    Ich empfehle die Auseinandersetzung mit dem Immermehrismus jedem Wissenschaftler, ganz besonders dann, wenn er etwas schriftlich abfassen will! Etwa bei solchen Gedanken: “Mein Gott, was soll ich nur in meine Einleitung schreiben?”

    @ rose: da ich deutlich über 20 Jahre in F&E im Bereich der medizinischen Diagnostik in verschiedenen Firmen gearbeitet habe, habe ich aus eigener Efahrung schon ein Gefühl dafür bekommen, wie Naturwissenschaft und die “Scientific Community” funktioniert. Auch wie sich nicht wenige der ehrenwerten, aber eitlen mentalen Athleten an den Universitäten von der Industrie einlullen und kaufen lassen. Ist nur allzumenschlich. Kein besonderer Grund, sich darüber aufzuregen!

  64. #64 Florian Freistetter
    12. Februar 2009

    @human being: Netter Link. Hat aber nicht viel mit meinem Satz zu tun, da ich dort das “immer mehr” nicht als Platzhalter für eine mir unbekannte konkrete Zahl verwende. Ich habe nur gefragt, was passiert, wenn “immer mehr” (also mehr Leute als jetzt schon) die Wissenschaft ablehnen.

    “Auch wie sich nicht wenige der ehrenwerten, aber eitlen mentalen Athleten an den Universitäten von der Industrie einlullen und kaufen lassen.”

    Ich möchte auch mal von der Industrie eingelullt werden! Komisch, mich viel nie jemand kaufen, bestechen oder sonstwie korrumpieren. Liegts vielleicht daran, dass ich ein zu eitler Mentalathlet bin?

  65. #65 human being
    14. Februar 2009

    @ florian: Voraussetzung: Du solltest Prof. sein und mußt halt schon was anbieten, was industriell verwertbar ist und/oder Kundengruppen beeindruckt!
    Dafür werden für die ehrenwerten Herren und Damen auch ganze Bücher – z.B. zu einem medizinischen Fachgebiet – produziert, wenn der/die Betreffende bereit bist, ein paar eigene Zeilen und seinen/ihren Namen dafür herzugeben! Don’t worry, be happy!

  66. #66 Florian Freistetter
    14. Februar 2009

    @human being: “Du solltest Prof. sein und mußt halt schon was anbieten, was industriell verwertbar ist und/oder Kundengruppen beeindruckt!”

    Und die, auf die das zutrifft, werden alle von der Industrie bestochen? Sorry, aber das ist mir zu paranoid. Gibts dafür auch konkrete Belege? (Also für diese Allgemeinheit deiner Aussage – dass es schwarze Schafe gibt, glaube ich gern).

  67. #67 Christa Karas
    13. März 2009

    Hurra, soeben wird mir ein neuer Bestseller angekündigt:

    “Gesundheitsfaktor Sternzeichen – Astro-Medizin für den Alltag”
    von Adelinde Rumpler und Dr. Christian Temml

    Zur Präsentation bittet mich der Verlag Carl Ueberreuter am 25. März 2009 um 18 Uhr in den Wappensaal des Alten Rathauses, 1010 Wien, Wipplingerstraße 8, wo unser geschätzter Bundesminister Dr. Johannes Hahn die Laudatio halten wird!

  68. #68 Florian Freistetter
    13. März 2009

    Mich wundert schon lange nichts mehr in Österreich…

    Falls sie dorthin gehen, würde ich mich aber trotzdem über einen Bericht freuen. Ich hätte ja gedacht, nach dem Wechsel von Gehrer (die ja ein Vorowrt zu nem Astrologiebuch schrieb) zu Hahn hätten wir zumindest mal einen Wissenschaftsminister, der weiß das Astrologie keine Wissenschaft ist.

  69. #69 Florian Freistetter
    13. März 2009

    @Christa Karas: Kann ich das irgendwo verifizieren, das Hahn dort sprechen wird? Ich würde ihm gerne ne Mail mit ein paar Fragen schreiben…

  70. #70 Christa Karas
    15. März 2009

    @Florian Freistetter: Habe eine persönliche Einladung des Verlags in die Redaktion bekommen, wo dies auf der Rückseite vermerkt ist. Jetzt ist natürlich nur die Frage: Outen oder nicht outen? Macht man es vorzeitig, kommt er sicher nicht. Kann aber sein, dass er sowieso nicht kommt. Habe aber eine Idee: Werde am Tag der Verastaltung beim Verlag anfragen lassen, ob sein Erscheinen gesichert ist. Und dann schauen, ob es stimmt. Den blog liest er ja sicher nicht…

  71. #71 Dr. E. Berndt
    15. März 2009

    @Christa Karas
    Echt stark, was so alles an “Neuigkeiten” passiert, wenn man für 2 Stunden abwesend ist!!
    Soll man vielleicht eine heimliche Transparentaktion starten.
    Ich stelle mir das super vor.
    Hahn hält Laudatio und gleichzeitig wird blitzartig ein Transparent enthüllt mit einem Superspruch!
    Gesundheit steht in den Sternen, Hahn der Gackermann der Esoterik!

  72. #72 Florian Freistetter
    15. März 2009

    @Christa: Na dann warte ich mit meiner Frage an ihn noch, bis sicher ist, dass er auch wirklich da war.

  73. #73 Christa Karas
    16. März 2009

    @Dr. E. Berndt: Bin eher für ein Transparent “Eso-Minister killt FWF” oder so.

    Denn auch wenn sich der jetzt am kleinen Pröll abputzen kann, so fällt der Fonds – leider, leider – und damit dessen Finanzierung in seinen Verantwortungsbereich. Zwar musste dort immer schon um das Geld für die Förderprojekte gerungen werden und schon A. Schmidt sah sich zu sanften Drohungen gezwungen, doch dass jetzt einmal bis zumindest Juni überhaupt nichts mehr geht, ist der Offenbarungseid schlechthin. Und beweist einmal mehr, was Österreichs Politiker tatsächlich von der Grundlagenforschung halten. Nämlich im Gegensatz zu den hochtönenden Worten genau gar nichts.

    Was aus einer Strickliesl herauskommt, ist bekannt: Man nennt das ein Wollwürstl.
    Wäre ich an Hahns Stelle, hätte ich spätestens vergangene Woche meinen Rücktritt mangels Kompetenz(en) erklärt. Aber solche Tugenden kann man sich ja allenthalben nirgendwo mehr erwarten und am allerwenigsten wohl dort.

  74. #74 Christa Karas
    24. März 2009

    So eine Enttäuschung aber auch!

    Der sehr ehrenwerte Minister kommt doch nicht zur Buchpräsentation, weil er einen wichtigeren Termin hat.

    Bin allerdings froh, nicht meine Zeit vergeuden zu müssen. LG, chk

  75. #75 Carl Kühlke
    Berlin
    10. November 2012

    Man kann nicht an die Astrologie glauben, sie ist und war immer da. Genausowenig kann man an die Farbe Rot oder die Sprache Spanisch glauben…oder an Musik. Man kann es benutzen, sprechen oder hören, all die Dinge gab es schon immer und wer hier das Gegenteil behauptet, hat sich ganz einfach noch nicht mit der Astrologie beschäftigt.
    Vorurteile bis zum Abwinken und einfach zu faul, sich das Thema reinzuziehen. Auch die Sprache Spanisch oder English muss man lernen. Die Astrologische Sprache wurde schon immer gesprochen, seit Menschengedenken ist der Rythmus der Zeit ein höhergestelltes Thema. Der MondTag, der Saturntag, der Sonn’entag, die Uhr, der eigene Geburtstag nach einen vergangenem Jahr, ist Astrologie. SCHON IMMER*
    Hier jetzt zu sagen, das gibt es nicht, das geht nicht, ist ausgsprochen lächerlich und kindisch! EGOMIST!

  76. #76 celsus
    10. November 2012

    Aha, und dass es einen Irrglauben schon immer gibt ist ein Beleg dafür, dass er kein Irrglaube ist?
    Putzig.

  77. #77 Anwalts_Liebling
    10. November 2012

    Man kann nicht an die Astrologie glauben

    Das ist wohl ein wahres Wort! Glauben sowieso nicht, und für Ernst nehmen schon gar nicht. Astrologie ist Dummenfang auf Kinderniveau. Man nehme 15 Lichtpunkte am Himmel – was das ist und wo die in welcher Entfernung usw stehen – wurscht, denke sich dafür ein tolles Wort aus – z.B. der Hundeschwanz des Schosshundes von Kleopatra und schwups kann man die ersten Aussagen machen….

  78. #78 Florian Freistetter
    10. November 2012

    @Carl Kühlke: “Hier jetzt zu sagen, das gibt es nicht, das geht nicht, ist ausgsprochen lächerlich und kindisch! EGOMIST!”

    Klar gibt es Astrologie. Sie ist nur gewaltiger Unsinn: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/01/astrologie-ist-unsinn.php

  79. #79 Günther Vennecke
    27. Februar 2014

    “den Job nur deswegen nicht bekomme, weil ich am falschen Tag geboren bin und das falsche Sternzeichen habe… dann klingt das für mich sehr nach Diskriminierung.”

    Wie wäre es damit, den Arzt zu verklagen, der durch Hinauszögern oder früheres Einleiten der Geburt den Säugling zum “falschen” Zeitpunkt auf die Welt kommen lässt.

    Wäre übrigens interessant heraus zu finden, ob es astrologiegläubige Eltern gibt, die mit entsprechenden Wünschen an die Klinik herantreten, damit ihr Kind zum “richtigen” Zeitpunkt geboren wird. Hätte ja schließlich schicksalhafte Bedeutung.