Keine Angst! Ich habe nicht vor, hier schon wieder eine Astrologie-Diskussion oder gar eine Klimadebatte anzuzetteln. Davon hatten/haben wir ja schon genug. Aber es ist schon auffällig: wenn es um Astrologie oder den Klimwandel geht, dann schießen hier auf Scienceblogs regelmäßig die Kommentarzahlen in die Höhe. Meine beiden Beiträge über Astrologie im letzten Monat hatten zusammen knapp 900 Kommentare und bei den vielen Artikeln über das Klima sind es zusammen wohl noch mehr.

Das liegt natürlich daran, dass beide Themen ziemlich kontrovers sind. Nicht aus wissenschaftlicher Sicht – hier ist die Sachlage klar. Aber sowohl die Esoteriker als auch die “Klimaskeptiker” vertreten ein grundlegend anderes Weltbild und verteidigen dieses auch heftig.

Trotzdem habe ich irgendwie das Gefühl, dass es zwischen den beiden Fällen Unterschiede gibt. Dieser Gedanke kam mir bei der Lektüre einer der letzten Kommentarschlachten zum Klimawandel und seitdem habe ich darüber nachgedacht: sind die Astrologen bzw. “Klimaskeptiker” in ihrer Art zu diskutieren bzw. ihrer Motivation vergleichbar? Oder gibt es doch Unterschiede? Und wie halten es eigentlich die Esoteriker mit dem Klimawandel?

Viele Esoteriker lehnen die Wissenschaft generell ab. Die Wissenschaftsfeindlichkeit ist in der Szene weit verbreitet. Auch bei den “Klimaskeptikern” herrscht Mißtrauen gegenüber der Wissenschaft – aber hier wird eher eine bestimmte Meinung abgelehnt; nicht die Wissenschaft an sich. Es fällt auch auf, dass die “Klimaskeptiker” viel eher mit Wissenschaft argumentieren – allerdings ist ihr Umgang mit wissenschaftlichen Daten und Artikeln eher pseudowissenschaftlich. Die Esoteriker berufen sich in ihren Kommentaren dagegen meist auf eine “Erkenntnis jenseits der Wissenschaft”.

Eigentlich sollte man meinen, dass die Esoteriker ebenfalls Sympathien für die “Klimaskeptiker” hegen – schließlich ist es die “böse Wissenschaft”, die erklärt, dass unser Klima sich ändert und das der Mensch dafür verantwortlich ist. Aber in der Esoterik spielt die “Liebe zur Natur” eine große Rolle. Das spricht eher dafür, dass man sich auch in der Esoterikszene Sorgen um unsere Umwelt macht.

Ich habe mich mal in den einschlägigen Foren umgesehen, wie hier die Meinungen aussehen. Ohne den Anspruch zu erheben, dass es sich bei meiner Recherche um eine vernünftige, repräsentative Studie handelt, habe ich doch einige interessante Sachen gefunden.

Bei astrologie.de scheint sich meine oben aufgestellte Vermutung erstmal zu bestätigen: hier macht man sich Sorgen über unsere Umwelt und die globale Erwärmung. Die Astrologin Christiane Durer verbindet den Klimawandel mit esoterischen Weltuntergangsängsten und Prophezeiungen.

Aber bei Esoterikforum.de wird dagegen schon heftig diskutiert. Hier treffen esoterische Umweltfreunde auf eoterische “Klimaskeptiker”. Auch deren Existenz ist eigentlich nicht verwunderlich – schließlich sind ja Verschwörungstheorien in der Szene häufig anzutreffen. Und die Geschichte von den bösen Politikern, die der Welt aus sinistren Gründen einreden will, dass sich das Klima ändert, passt hier sehr gut ins Weltbild:

“Die Panikmache hat vor Allem ein Ziel – Atomstrom wieder interessanter
zu machen – denn überall auf der Welt wollte man die Atomkraft
zurückdrängen – warum ist klar – nichts ist gefährlicher als Atomstrom
– sauber ist er auch nicht, er erwärmt die Flüsse erheblich und bringt
in weitem Umkreis eines Kraftwerkes( etwa 100 Km) deutlich mehr Krebs
durch die Strahlung.”

Solchen Aussagen wird von der anderen Esoterikerfront heftig widersprochen – und passende Lösungsvorschläge gibt es gleich dazu:

“Aber: Wer jetzt noch seine Augen vor dem Wandel verschließt und
behauptet dies sei alles “normal” ist schlicht und einfach blind und
weltfremd – gerade Menschen mit einer erweiterten Sichtweise des Lebens
sollten ihren Beitrag leisten um Mutter Erde für unsere nachfolgenden
Generationen lebenswert zu erhalten – aus dem kleinsten Samen erwächst
schließlich auch eine Frucht – das heisst konkret : Betet, schickt Reiki,
haltet Heilzeremonien für die Erde ab, engagiert euch in
Umweltbewegungen, recycelt, unterstützt NGO`s, fahrt Fahrrad-wenn
möglich, bringt euren Kindern die Natur nahe.”

Natürlich darf auch die “Unsere Erde (Gaia) lebt und braucht unsere Hilfe”-Fraktion nicht fehlen (hier wird diese Meinung interessanterweise von einem “Klimaskeptiker” vertreten):

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Kommentare (22)

  1. #1 Georg Hoffmann
    24. Februar 2009

    Interessant.
    Aus ja nun durchaus einigen Diskussionen mit den Skeptikern kann ich nur bestaetigen, dass die Parallelen weniger zu Esotherikszene zu suchen sind.
    Sucht man ein gemeinsames Band, so tauschen vor allem Parallelen zur “wissenschaftichen Kritik von Aids, Evolution” etc auf. Einer der prominentesten Klimaskeptiker, der auch wirklich in der Wissenschaft arbeitet, ist Kreationist. Was aber noch laengst keine Statistik macht. Die Denkbewegung ist aber haeufig aehnlich. Irgendein Archaeopterix-Knochen koennte man auch als Panda Knochen sehen, et voila, die ganze Evolutionstheorie bricht ziusammen.
    Die Parallele ist dort deutlich in der Methode, in der Weigerung einer wirklichen Gesamtschau der Belege und eine Kritik gegenueber jedem Mainstream. Aussenseiter per Konstruktion.
    Eine zweite Parallele wird deutlich, wenn man sich die Scene der Klimaskeptiker historisch anschaut. Sie kommen aus der amerikanischen Gruppierung um Frederick Seitz und Fred SInger, die weit entfernt davon sind wissenschaftliche Nobodys zu sein.
    Naomi Oreskes zeigte in mehreren Aufsaetzen wie aus ihrem leidenschaftlichen Antikommunismus ein (teils gut bezahlter) Anti-etatismus, das Ablehnen jeglicher staatlicher Regelungen der Wirtschaft und des Gemeinlebens (Verbrechen ausgenommen) wurde. Das dehnte sich dann auf “Tabak erzeugt kein Krebs”, “Ozon erzeugt kein Loch” etc etc aus.
    Hier ein paar Links von Oreskes, die eine, wie ich finde sehr gute Rednerin ist:

    http://www.youtube.com/watch?v=-br8Yewo9A0
    vom letzteren Teil 1,2,3 und 4

    Grusz

  2. #2 Gluecypher
    24. Februar 2009

    Auweia Florian,
    jetzt kommen gleich Müller, Eddy, lotma und Kreischna Ganter angerannt und müllen diesen Fred voll. Gib’s doch zu, Du willst nur Deinen Google-Rank nach oben treiben 😉
    Oder ist das nur ein Test, um zu sehen, ob die Kaputtniks wirklich von eine Thread, in dem nur “Klima” in der Überschrift steht angezogen werden wie Schmeissfliegen von….

    Anyway, die Walla-Walla-Fraktion wettert ja auch schon heftig gegen CFLs mit genau den selben Argumenten die Gebetsmühlenhaft von allen KLimaskeptikern ‘runtergebetet werden: Licht ist scheisse, dauert zu lange, bis der volle Lichtstrom erreicht wird, wird ja nicht wirklich was gespart, da is’ pöhses, pöhses Kwacksalber d’rin, sogar die Industrie sagt, dass die nicht gut sind nöhljammernörgel……….
    Ich hol’ mir schon mal ‘nen Eimer Popcorn und ‘ne Cola, lehne mich entspannt zurück und harre der Dinge, die bestimmt kommen werden. Das wird besser als Kino 😉

  3. #3 florian
    24. Februar 2009

    @Georg: Danke für die Infos! Die Videos werd ich mir heut Abend gleich mal ansehen.

    @Gluecypher: “Gib’s doch zu, Du willst nur Deinen Google-Rank nach oben treiben ;)”

    Dann hätte ich den Artikel “Astrologie, Sex und Klimawandel” genannt 😉

    “Oder ist das nur ein Test, um zu sehen, ob die Kaputtniks wirklich von eine Thread, in dem nur “Klima” in der Überschrift steht angezogen werden wie Schmeissfliegen von….”

    Hmm – Ich geb zu, dass das zu den Dingen gehört, die ich auch rausfinden wollte 😉

    “Anyway, die Walla-Walla-Fraktion wettert ja auch schon heftig gegen CFLs mit genau den selben Argumenten die Gebetsmühlenhaft von allen KLimaskeptikern ‘runtergebetet werden”

    Echt? Ist mir noch nicht untergekommen. Aber irgendwie meckert ja jeder gegen diese Dinger. Kaum äußert sich die EU zu irgendwas, ist ja gleich jeder dagegen.

  4. #4 Georg Hoffmann
    24. Februar 2009

    “”Astrologie, Sex und Klimawandel””
    Hei, super Idee.

  5. #5 Ronny
    24. Februar 2009

    @Georg
    Naja, zuviel Sex, zuviel Kinder, zuviel CO2.. eindeutig 🙂

    Klimaschutz spaltet die Menschheit generell. Ich glaube nicht dass da die Esoecke eine Ausnahme macht, nur die Antriebe sind verschieden.

    Als Nicht-Eso und (sagen wir mal) Klimapanikskeptiker kann ich nur von meiner Warte aus argumentieren, dass ich beim Klimaschutz einfach sehr viel glauben muss, dass mir die Wissenschaft mitteilt ohne es nachvollziehen zu können. Allein der Gedanke, dass ein Spurengas wie CO2 so starke Wirkungen hat, ist für mich einfach unglaubwürdig und sich näher damit beschäftigen ist schwierig weil es relativ schnell unverständlich wird.

    Schaue ich mir z.B: die spezielle Relativitätstheorie an gibt es Modelle die auch einem Laien anschaulich machen warum sich die Zeit so seltsam verhält (falls man akzeptiert hat, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist). Bei Klimaschutz wirds hart da die Modelle sehr komplex sind. Aber immerhin bin ich soweit, dass ich dem ganzen mittlerweile nuetral offen gegenüberstehe obwohl ich erst eher sehr skeptisch war.

  6. #6 Hannes Bongard
    24. Februar 2009

    Von wem stammt der folgende Satz:

    „Ohne den Anspruch zu erheben, dass es sich bei meiner Recherche um eine vernünftige, repräsentative Studie handelt, habe ich doch einige interessante Sachen gefunden.“

    [ ] Von einem Wissenschaftler
    [ ] Von einem Esoteriker
    [ ] Von Florian Freistetter

    😉

  7. #7 Florian Freistetter
    24. Februar 2009

    @Hannes Bongard: Wie üblich ein kryptischer Kommentar mit Zitat. Es wäre viel einfacher, wenn sie direkt sagen würden, was sie wollen.

    Meinen sie, ich darf nicht auch einfach mal so über etwas schreiben, ohne es gleich “Wissenschaft” zu nennen? Oder war das nur eine sehr subtile Art, mich zu beleidigen?

  8. #8 Georg Hoffmann
    24. Februar 2009

    @Ronnie

    Schaue ich mir z.B: die spezielle Relativitätstheorie an gibt es Modelle die auch einem Laien anschaulich machen warum sich die Zeit so seltsam verhält (falls man akzeptiert hat, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist). Bei Klimaschutz wirds hart da die Modelle sehr komplex sind.

    Ronnie, das haut mich echt um. Dir sind die Implikationen der speziellen Relativitaet, eines Phaenomens, was man im taeglichen Leben ueberhaupt nicht erleben kann, anschaulicher als ein Kilmamodell!
    So oder so, wir Klimaforscher haben ein Kommunikationsproblem. Das steht dann man fest.

  9. #9 isnochys
    24. Februar 2009

    Hier will ich doch weiterhin mitlesen:))

  10. #10 Florian Freistetter
    24. Februar 2009

    @Georg: “Dir sind die Implikationen der speziellen Relativitaet, eines Phaenomens, was man im taeglichen Leben ueberhaupt nicht erleben kann, anschaulicher als ein Kilmamodell!”

    Das verstehe ich aber irgendwie. Um die Grundprinzipien der SRT zu verstehen braucht es eigentlich nur ein bisschen Geometrie (und man muss akzeptieren das c=const). In so einem Klimamodell stecken aber wohl haufenweise komplexere Gleichungen, zu denen ein Laie (bzw. auch ein fachfremder Wissenschaftler) wenig Zugang hat. Da muss man Ahnung von chemischen Prozessen haben; davon wie die Atmosphäre aufgebaut ist; wie sich Gase verhalten, usw… Das hier viele kapitulieren und dann den Klimaforschern nur noch “glauben” können (oder eben nicht) ist nicht verwunderlich.

  11. #11 Tanja
    25. Februar 2009

    Massenpflanzenhaltung

    *japs*

    😀

  12. #12 Georg Hoffmann
    25. Februar 2009

    @Florian
    Wir sprechen von zwei Arten von Anschaulichkeit. Die eine ist die eines Physikers, der sich “objektive” Komplexitaet eines Systems/Problems vorstellt. Mittlerweile fast 100 Jahre alt ist die SR und jetzt schon fast in Fleisch und Blut eingegangen. Klar ist auch, dass die Komplexitaet des Klimasystems riesig ist.
    Ich sprach aber von der Anschaulichkeit fuer meine Tante. Dass Licht eine Geschwindigeit hat, dass diese konstant ist, dass daraus folgt, dass mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten reisende Zwillingsbrueder blablabla, No Way.
    Hingegen, dass es in einer bedeckten Nacht etwas waermer ist (Strahlungseffekt von Wolken) oder das Pflanzen durch Verdampfung kuehlen etc. Das sind “anschauliche” Dinge fuer meine Tante.

  13. #13 Florian Freistetter
    25. Februar 2009

    @Tanja: Ja, “Massenpflanzenhaltung” ist heftig 😉 Was soll man denn dagegen tun? Alle Wälder niederholzen und die Bäume danach wieder schön weit auseinanderpflanzen?

    @Georg: Ok, jetzt versteh ich ein bisschen besser, was du meinst.

  14. #14 Ludmila Carone
    25. Februar 2009

    @Georg, Ronny:
    Der Vorteil der Wissenschaft sich von den Beschränkungen menschlichen Geistes zu lösen, wird bei der Klimaforschung einmal zu einem Nachteil: Man kann es nicht mehr ad hoc erklären.

    Bei der Sache mit dem Spurengas handelt sich hier schlicht um mehrere Trugschlüsse. Der erste: Man versteigt sich auf die Konzentration statt sich mal die Gesamtmenge anzusehen.

    Beispiel: Stickstoff ist auf der Venus auch ein Spurengas, aber wenn man sich mal die Gesamtmenge ansieht und das mit der Erde vergleicht, stellt man auf einmal fest, dass die Venus sogar mehr Stickstoff hat als die Erde. Weil eben auf der Venus sehr viel Atmosphäre vorhanden ist.

    Wenden wir das mal auf CO2 auf der Erde an dann sprechen wir auf einmal von Gigatonnen, die eben einen nicht zu vernachlässigenden Effekt machen.

    Außerdem hatte doch Georg ein schönes Bild, um einen weiteren Trugschluss zu entlarven. Nicht wahr? Es gibt Gifte, die sind so potent, dass bereits winzige Mengen ausreichen um Dich zu töten. Kaliumpermanganat färbt schon in winzigen Konzentrationen das Wasser derart, dass Du es sehen kannst. Es gibt einige Zuckerersatzstoffe, die sind so süß, dass man davon viel weniger braucht als Zucker bei gleicher Süße. Es kommt zunächst mal auf die Wirkung an und dann erst auf die Menge.

    Klima hat halt das Problem, dass es extrem unanschaulich und das gleich aus mehreren Gründen:
    Gas kann man nicht sehen.
    Strahlung kann man nicht sehen.
    Das ganze geht über globale Zeiträume und übersteigt damit unseren Horizont.
    Die Zeiträume sind zu lang und übersteigen unseren menschlichen Horizont.
    Dann enthält Klima sehr viel Statistik und die ist bereits für viele Menschen unanschaulich. Ziegen bzw. Taxiproblem, anyone?
    Dann kommt die Nichtlinearität dazu und Feedbacks und dann gibt es auf einmal das Problem: Kleine Ursache = große Wirkung. (Schall->Lawine)
    Dazu kommt modernste wissenschaftliche Methodik und Mathematik. Die wird aber an der Schulen nicht mehr gelehrt. Auch nicht am Gymnasium. Wer baut schon in der Schule einfache Computermodelle? Manche Menschen misstrauen auch Computern grundsätzlich.

    Für Florian und viele Naturwissenschaftler ist das alles dagegen nichts Neues, aber die meisten Menschen denken: “nichtlinear, analytisch nicht lösbar? Unberechenbar.”

    Aber gerade das letzte ist ein Trugschluss und verkennt, dass das Problem schon lange gelöst und in vielen Fachgebieten damit gearbeitet wird.

    Weil es mathematische Methoden und Computer gibt, das in den Griff zu kriegen und Florian benutzt diese in der Planeten- und Asteroidenforschung. Dieselben Methoden werden vielerorts eingesetzt: Medizin, Ingenieurswissenschaften (Strömungen um Flugzeuge und Autos).

    Und bei der Klimaforschung heißt es dann auf einmal: Ich mag die Methoden nicht.

    Ja, was soll man darauf sagen? Ja, tut mir leid, dass Du noch nie was von Edward Lorenz gehört und nie Computermodelle auf der Basis von numerischen Lösungen über Differentialgleichungen verwendet hast und nicht weißt, dass Du von diesen Methoden in Form von Technik seit Jahrzehnten profitierst?

  15. #15 florian
    25. Februar 2009

    Ich denke Ludmila hat Recht: der große Unterschied zwischen SRT und Klimaforschung ist die Komplexität. Einzelne Komponente (so wie die, die Georg weiter oben angeführt hat), mögen durchaus viel verständlicher sein, als die SRT. Aber das Klima an sich ist so ein komplexes Wechselspiel aus so vielen Faktoren, dass der Durchblick hier wohl für viele sehr schwer ist. Die Grundlagen der SRT könnte ich einem lernwilligen wohl in ein paar Stunden beibringen. Beim Klima ist das eher nicht möglich…

  16. #16 Ronny
    25. Februar 2009

    @florian
    Hinzu kommt noch, dass mir die SRT völlig egal sein kann, wohingegen die Klimaschützer mich dazu drängen mich einzuschränken. Damit dies auch ankommt müssen die Argumente sehr gut und nachvollziehbar sein. Weiters ganz wichtig müssen sie auch so dargelegt werden, dass es jeder versteht.

    @Hoffmann
    Sorry, ich bin vermutlich nicht gerade das was man in diesem Fall den Durchschnittsbürger nennen würde, da ich als Techniker der gerne Physikbücher liest bei der SRT besser informiert bin als beim Klimaschutz wo ich es gerade mal auf 2 Bücher gebracht habe und das Kontra-Buch scheinbar besser ankam. Ich bin sicher in einem 4-Augengespräch hätten sie mich in einer Stunde überzeugt 🙂

    @Ludmilla
    Was solls, die ganze Klimadebatte wirkt auf mich halt (um beim Thema zu bleiben) ein bißchen wie Astrologie. Geheimnisvolle Kräfte die es mir schwer machen dem Ganzen zu folgen, ein paar Eingeweihte die von oben herab die Wahrheit präsentieren gemischt mit ein bißchen Untergangsstimmung und Zukunftsvorhersage … voila.
    Bevor du mir jetzt an die Gurgel gehst 🙂 Wenn man sich mit dem Klima eingehend befasst wird man den Unterschied schnell erkennen. Aber der Normalo hat gar keine Lust sich mit dem Thema zu beschäftigen, schließlich will er ja nichts, sondern ein anderer will von ihm was, nämlich, auf einiges zu verzichten.

  17. #17 Stefan
    25. Februar 2009

    Das Stichwort Spezielle Relativitätstheorie passt ganz wunderbar:

    Hat von Euch noch niemand eine “Diskussion” mit “Einstein-Leugnern” verfolgt oder versucht, dazu vielleicht sogar irgend etwas Konstruktives beizutragen?

    Solche Debatten laufen üblicherweise ab wie die “open klima threads” und sind genauso endlos. Kann sehr unterhaltsam sein. Im usenet unter sci.physics oder im bdw-Forum “Wissenschaft und Erkenntnis” muss man nur bissl im Archiv zurückblättern… Die ersten hartnäckigen “Klimaskeptiker” im bdw-Forum hatten sich vorher größtenteils schon als als “Einstein-Widerleger” profiliert 😉

  18. #18 adenosine
    26. Februar 2009

    Als Gemeinsamkeit sehe ich in erster Linie den Anspruch, dass Bedürfnis der Menschen an Zukunftsprognosen zu stillen und damit sein Einkommen zu bestreiten. Ohne den Prognoseaspekt wäre die Klimaforschung unbedeutend. Aus historischen Gründen ist da immer die Wetterprognose interessant gewesen, wegen der immensen Bedeutung des Wetters für die Ernte und damit die Überlebenschancen. Und bevor ich gar keine Prognose habe, nehme ich schon mal eine unsichere. Die Wetterprognose hat in der heutigen Zeit sicherlich an Bedeutung verloren und liegt im Schatten der Wirtschafts- und Börsenprognosen, wo sich die neue Elite der Gesellschaft, die Finanzgurus, die Mathegenies, Nobelpreisträger und Einkommensmilliardäre tummeln. Haben in jüngster Zeit nur etwas Prognosepech gehabt, die Jungs.

  19. #19 Ludmila Carone
    26. Februar 2009

    @adenosine: Eine Naturwissenschaft bleibt eine Naturwisenschaft und die Prognosen in der Finanzwelt haben nun wirklich gar nichts mit den Prognosen der Klimaforscher zu tun. Und Meterologie hat auch nur bedingt was mit Klima zu tun.

    Insbesondere bewähren sich die Klima-Prognosen immerhin seit den 80er Jahren und dieselben Modelle funktionieren für die Erde und andere Planeten bei durchaus unterschiedlichen Bedingungen. Desweiteren hat der “Mensch von der Straße” nicht nach Klimaprognosen geschrieen, also lassen Sie mal Ihre Verschwörungstheorie stecken.

    Und hören Sie auf hier Dinge schlechtreden zu wollen, indem Sie einfach alles mögliche zusammenmengen und dann behaupten “alles doof”.

    @Florian: Bezüglich des “Wissens” zur speziellen Relativitätstheorie. Ich fürchte in den meisten Fällen handelt es sich eher um Scheinwissen. “Hand hoch” wer SRT wirklich rechnen kann. Denn alles andere “Vorstellung, Geometrie” funktioniert nicht wirklich. Die euklidische Geometrie gilt z.B. nicht mehr in der SRT.

    Und so sieht es letztendlich bei allem aus, in dem man nicht gerade “Experte” ist. Man kann sich einbilden, dass man das zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, aber solange man nicht selber damit oder etwas sehr ähnlichem gearbeitet hat, bleibt das reines Zeitungswissen. Und das hält dann einer Herausforderung auch nicht stand, weil man nicht in der Lage ist zu erkennen, wo der Trugschluss beim Herausforderer liegt.

  20. #20 adenosine
    26. Februar 2009

    @Ludmila: Es geht mir bei dem Vergleich von Astrologie, Chartanalyse und Klimaprognose nicht um der Vergleich der Methodik. Ich bezweifele nicht die Tatsache, dass die Methodik der ersteren Esoterik, die Klimawissenschaft dagegen Wissenschaft ist. Das gemeinsame emotionale Engagement mit dem die Themen bestritten werden beruht aber auf der Faszination die Zukunftsprognosen auf Menschen ausüben, und den Einfluss, den solche Themen deshalb auf die gesellschaftliche Entwicklung haben und die sie deshalb auch so interessant für die Politik machen.

  21. #21 Ludmila Carone
    27. Februar 2009

    @adenosine: Ach sooo. Na ja. Aber irgendwie ist der “Vorwurf”, die Politik würde sich gerne an Prognosen orientieren, etwas seltsam. Wie sollen die Leute denn sonst Politik machen? Wenn nicht unter Berücksichtung von:
    “Wenn A, dann passiert B und vielleicht auch C oder D, je nach Bedingungen.” Sollen die lieber ins Blaue hinein regieren, nach dem Motto: “Alles bleibt wie es ist?”

    Sollen die Politiker die Ergebnisse der Klimaforscher ignorieren? Sollen die Klimaforscher nicht darauf aufmerksam machen, dass sie da ein alarmierendes Ergebnis haben?

    Sorry, aber die Argumentation riecht für mich immer noch nach: “Klimaforschung ist schlecht, weil sie von Politikern verwendet wird.” Und das halte ich für widersinnig.

  22. #22 adenosine
    2. März 2009