Vor 2 Wochen habe ich über einen Artikel in der Online-Ausgabe der Zeitung “Der Standard” berichtet, in dem eine Serie über “Komplementärmedizin” angekündigt wurde. Darin fanden sich die für den Online-Standard leider schon üblichen unkritischen und uninformierten Aussagen über Homöopathie und Co. Zum Beispiel:

“Denn, dass die homöopathische Therapie mehr kann als Placebo, wurde in zahlreichen Arbeiten bewiesen.”

Heute ist nun der erste Artikel der Serie erschienen. Die Journalistin Regina Phillipp beschäftigte sich mit der Osteopathie (diese Lehre gehört zur “Alternativmedizin”, auch wenn sie einen seriös klingenden Namen trägt). Angesichts der vergangenen Berichterstattung im Online-Standard (z.B. hier oder hier habe ich keinen sonderlich seriösen Artikel erwartet. Andererseits versprach man in der Ankündigung aber

“Alle vier Wochen werden wir die Wirkungsweise einzelner Methoden gezielt hinterfragen.”

Hat das geklappt? Nein, der Artikel ist zu einer einzigen Werbeveranstaltung für die Osteopathie verkommen.

Aber was ist Osteopathie eigentlich? Erfunden hat sie 1874 der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still. Er war der Ansicht, dass sich Störungen der inneren Organe auf den Bewegungsapparat und das Fasziennetzwerk auswirken (und umgekehrt).

Krankheiten lassen sich also – seiner Ansicht nach – dadurch heilen, dass man Knochen, Gelenke und Bindegewebe manipuliert.

Aus der Osteopathie haben sich später z.B. die “Cranio-Sacral-Therapie” (da wird am Kopf herumgedrückt) oder die Chiropraktik (hier beschränkt man sich beim herumdrücken auf die Knochen) – die gerade dem Autor Simon Singh große Probleme bereitet – entwickelt.

Dafür, dass irgendeine dieser “Therapien” über den Placebo-Effekt hinaus irgendeine Wirkung zeigt, gibt es bis heute keine vernünftigen wissenschaftlichen Belege.

Aber das hat die Anhänger der Pseudomedizin ja noch nie gestört. Man sollte aber von einer Qualitätszeitung wie dem Standard erwarten, dass diese Tatsache dort zumindest kurz zur Sprache kommt.

Aber Fehlanzeige. Im Artikel wird kein einziges Mal erwähnt, dass die Osteopathie nicht wirklich durch fundierte Belege abgesichert ist.
 

“Da wo die Schulmedizin an ihre Grenzen stößt, fängt für ihn als Osteopathen die Arbeit erst an. (…) Die Verschränkung von Hülle und Inhalt ist es also, die den Osteopathen vornehmlich interessiert. Denn so wie die Brustwirbelsäule gelegentlich Herzbeschwerden macht, kann umgekehrt ein inneres Organ eine Funktionseinschränkung am Bewegungsapparat erzeugen. Der Osteopath beurteilt von außen was sich drinnen im Körper tut und verwendet als diagnostisches Werkzeug dabei nur seine Hände.”

Es wird sogar nochmal extra betont, dass das alles mit “Magie” nichts zu tun hat:

“[Das] Netzwerk aus Bindegewebe zeigt sich für die Verlagerung von Schmerzen, Spannungen oder Funktionsstörungen an andere Körperregionen verantwortlich. Der Osteopath weiß es für sich zu nützen und behandelt nicht selten an einer völlig anderen Stelle, als es die Symptomatik ursprünglich erwarten ließe.”

Klingt doch alles hochseriös und wissenschaftlich. Und selbstverständlich handelt es sich auch hier um “sanfte” Medizin:

“Oft genügen bereits kleine Gelenkseinstellungen um dem Körper zu seinem ursprünglichen Gleichgewicht zu verhelfen. Eine feine, sehr subtile Arbeit, die sich für jede Altersgruppe eignet und selbst Erkrankungen wie die Osteoporose von einer Behandlung nicht ausschließt.Oft genügen bereits kleine Gelenkseinstellungen um dem Körper zu seinem ursprünglichen Gleichgewicht zu verhelfen. Eine feine, sehr subtile Arbeit, die sich für jede Altersgruppe eignet und selbst Erkrankungen wie die Osteoporose von einer Behandlung nicht ausschließt.”

Ist das “kritisch hinterfragen”? Ist das überhaupt noch Journalismus oder schon Werbung? Im Artikel zu Wort kommt, neben der Autor, nur Andreas Kainz, Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Wiener Privatklinik und Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Osteopathie, zu Wort. Es wurde darauf verzichtet, noch andere Meinungen einzuholen…

Dr. Kainz hat diese Bühne dann natürlich auch sehr gut genutzt und nochmal ordentlich für seine Gesellschaft geworben:
 

“Patienten die vom Schulmediziner mit der Diagnose – ‚Damit müssen sie leben’ – kommen, sind mir am liebsten. (…) [Der Osteopath] gibt dem Körper nur die Information, wie er sich selbst wieder gesund machen kann. (…) Ein guter Osteopath respektiert die Größe des Gesamtsystems und sieht sich selbst nur als Mittel zum Zweck.”

Auch wenn ich mir vom Online-Standard keine wirklich kritische Berichterstattung in Sachen Komplementärmedizin mehr erwartet habe – diese nicht markierte Werbung für die Osteopathie hat mich dann doch überrascht. Hier ist ja nicht mal der Ansatz von Recherche erkennbar. Selbst bei Wikipedia bekommt man mehr seriöse Informationen als in diesem Artikel. Gleich der erste Artikel, der bei einer Suche nach “Osteopathy” bei Google Scholar erscheint, trägt den Titel “A Comparison of Osteopathic Spinal Manipulation with Standard Care for Patients with Low Back Pain” und kommt zu dem Schluß: “There was no statistically significant difference between the two groups in any of the primary outcome measures. “
Und wenn man sich bemüht und tatsächlich recherchiert, dann sollte ein Artikel so wie der im Standard eigentlich nicht möglich sein.

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Kommentare (29)

  1. #1 Stefan
    16. Juni 2009

    “Frau Philipp hat ja immerhin einen Doktor-Titel (Ich weiß allerdings nicht, ob sie Ärztin ist) – sie müsste es eigentlich besser wissen.”
    Jetzt bist Du aber naiv. Man kann auch mit Doktortitel total neben der Spur sein. Mein früherer Hausarzt ist ja auch Doktor und ist neben Allgemeinmediziner auch Chiropraktiker. Das hat mich nie gestört, denn damals gab es noch kein Wikipedia und ich wusste daher nicht, was ein Chiropraktiker ist 😉 Abgesehen davon bietet doch jeder Allgemeinmediziner heutzutage noch irgendeinen zusätzlichen Klimbim an. Such doch mal einen niedergelassenen Arzt, der nicht auch Homöopath, Quantenmediziner oder Teilzeitchinese ist. In von Grünen-Wählern dominierten Städten wie Freiburg oder Heidelberg wirst Du da fast nicht fündig.

    Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: Wäre sie kein Doktor, sondern hätte sie Journalismus von der Pike auf gelernt, irgendwo beim Schwarzwälder Boten, dem Südkurier oder der Neckarquelle, dann hätte sie sicherlich ein journalistisch wertvolleres Produkt abgeliefert. Könnte ich mir vorstellen.

  2. #2 S.S.T.
    16. Juni 2009

    Ein Vorwurf der Alterntiv-Behandler ist doch der, dass die EBM den menschlichen Körper als Maschine sieht, aber was da in dem Artikel steht, erinnert mehr an das Feintuning eines Formel 1 Motors.

  3. #3 Florian Freistetter
    16. Juni 2009

    @Stefan: Ja, irgendwie hast du da auch recht. Ich dachte nur, dass jemand mit nem Dr.Titel (egal ob Ärztin oder was anderes) zumindest ein grundlegendes Verständnis von Wissenschaft und wissenschaftlicher Arbeit haben sollte. Klar, leider schützt auch die Promotion nicht vor Dummheit 😉

  4. #4 Adromir
    16. Juni 2009

    @Florian: Diesen Glauben habe ich schon sehr schnell abgelegt. Wissenschaftliches Denken ist, zumindestens in den ersten 4 Semestern Medizin, keine Voraussetzung.

  5. #5 GeMa
    16. Juni 2009

    @Andromir
    Danach auch nicht zwingend. Keine Panik ;-))

  6. #6 Relaxation
    16. Juni 2009

    Ohne mich in die falsche Ecke stellen zu wollen, aber die zitierte Studie erscheint beim Überlesen (nein, ich habe keinen vollen Review durchgeführt) eher nicht als guter Beleg für eine “Unwirksamkeit” der Osteopathie. Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die man auf den ersten Blick bemängeln kann:
    * die Auflistung der Zusatzbehandlungen scheint mir zu entgehen (das wäre wirklich wichtig, es gibt da ein paar schöne Beispiele, wie man sich durch geschickte Begleittherapie Unterschiede auch herbeizaubern oder verbergen kann)
    * das nicht über die ITT ausgewertet wurde, sondern nur über die Gruppe der “Abschließer” ist zumindest ungewöhnlich. Die Anmerkung, wie der mangelnde Einfluß der vorzeitig abbrechenden Probanden belegt wurde, verstehe ich offen gesagt nicht
    * und wenn nur ein gutes Sechstel der Probanden in die Studie kamen, würde ich eine Auflistung der Gründe dafür erwarten. Vielleicht waren Sie nur ehrlich und haben alle Gescreenten aufgelistet, vielleicht aber auch nur gut ausgesucht?

    Solange sich solche Verdachtsmomente aber nicht erhärten, muss man schon feststellen, dass erstmal die Osteopathie hier mit der Standardtherapie und nicht Placebo gleichzog und dabei weniger Medikation eingesetzt wurde.
    Wie gesagt, ich habe die Studie nicht im Detail hinterfragt und werde wegen Zeitmangels auch nicht dazu kommen, wenn aber jemand die Zeit findet…

    P.S.: Uh, ich wollte mir gerade nochmal die Scores ansehen, weil häufig eine viel zu große Differenz als klinisch relevant definiert werden muss und dann natürlich Signifikanz schwer zu erreichen ist, dabei sind mir dann die verlinkten Anmerkungen aufgefallen.
    Auf die sollte man vielleicht noch direkt hinweisen, ich glaube, dass erklärt dann doch vieles.

  7. #7 Florian Freistetter
    16. Juni 2009

    @Relaxation: Ich selbst hab den Artikel auch nicht genau gelesen. Kann gut sein, dass die Studie schlecht war. Aber um das gings mir gar nicht; ich wollte nur demonstrieren, dass man mit minimalem Aufwand schnell Papers u.ä. findet, die zeigen, dass das mit der Osteopathie nicht alles so hundertprozentig belegt ist, wie es im Standard-Artikel rüberkommt. Aber scheinbar hat man sich hier überhaupt nicht bemüht/recherchiert.

  8. #8 Ulrich
    17. Juni 2009

    Ja, sie ist tatsächlich Ärtzin:
    http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20060403_OTS0224&ch=medien

    Unterstützt wird das Redaktionsteam durch Dr. Regina Philipp, die als Allgemeinmedizinerin die ärztliche Leitung innehat.

    Der Satz davor erklärt auch einiges…

    Die redaktionelle Leitung des neuen Gesundheitsmediums liegt bei
    Andrea Niemann, […]. Sie ist Lektorin an der Akademie für
    Traditionelle Chinesische Wissenschaften.

  9. #9 David Marjanović
    17. Juni 2009

    Die redaktionelle Leitung des neuen Gesundheitsmediums liegt bei
    Andrea Niemann, […]. Sie ist Lektorin an der Akademie für
    Traditionelle Chinesische Wissenschaften.

    <headdesk>

    Bleiben dann in Österreich überhaupt noch Qualitätszeitungen über? Hat die Presse vielleicht aufgehört, konservativ daherzuschwafeln?

  10. #10 Adromir
    17. Juni 2009

    @GeMa: Für mich ist es leider zu spät 😉

  11. #11 Ronny
    17. Juni 2009

    Erstmal, jede einseitige Berichterstattung ist suspekt und einer seriösen Zeitschrift unwürdig, aber die leben halt auch von Verkaufszahlen.

    Zum Thema: Prinzipiell könnte man ja sagen, dass diese ganzen ‘massageähnlichen’ Techniken ja auf dem Try and Error Prinzip basieren und somit ja schon durch Zufall oder in einer Art ‘Evolution’ vielleicht zu funktionierenden Behandlungen kommen. Insofern stellen sie für mich noch die harmlose Variante im Vergleich zu z.B: Homöopathie dar, wo sich ja schon die grundlegenden Hypothesen widersprechen. Bei Chiropraktik lehne ich aber immer dankend ab, da ich es nicht will, dass einer mit Kräften an meiner Wirbelsäule herumdrückt die Fingerknochen brechen könnte.

    Was mich nur immer irritiert ist die Tatsache, dass es hier sowohl den Anwender als auch den Patienten vollkommen egal ist WIE und WARUM das irgendwie hilft. Ich nerve meine Ärzte immer mit Fragen über Methoden und Medikamente, aber scheinbar ist es 90% der Menschheit egal wie etwas funktioniert wenns funktioniert.

  12. #12 AlteWeser
    17. Juni 2009

    Der Mann einer Freundin von mir hatte Beschwerden, ich weiss nicht welcher Art. Ein befreundeter Orthopäde hatte etwas am Hals rumgeruckelt. Dabei ist eine Arterie eingerissen, ein Stück Gefäßwand dann nach innen geklappt und das blockierte den Blutfluß: das ergab einen Schlaganfall mit lebenslangen Folgen.

    Wenn der Nutzen vielleicht nicht einwandfrei nachgewiesen ist, ein Risiko existiert.

  13. #13 Peter
    17. Juni 2009

    …wenigstens sind die Kommentare zum Artikel beim “Standard” so eindeutig kritisch, daß es der Rest-Redaktion nicht entgehen dürfte, was da für ein Müll produziert wird.

    Bleibt nur zu hoffen, daß sich dadurch nachhaltig für die übrigen Artikel ein kritischer Journalismuß durchsetzt, sonst liegt das Blatt in der “Trafik” bald neben der “Esotera” und “Natur und heilen”.

    LG, Peter

  14. #14 Albert Wilfert
    17. Juni 2009

    @ AlteWeser

    Das ist das Risiko JEDER Operation. Schiefgehen kann immer etwas und deshalb sollte man vorher alles andere sinnvolle probieren.

  15. #15 AlteWeser
    17. Juni 2009

    @Albert Wilfert
    Zweifelhafter Nutzen erzeugt Risiko einer lebenslangen evtl. schweren Körperbehinderung????
    Da verzichte ich doch auf den Nutzen und spare mir gleichzeitig das Risiko.

  16. #16 Jürgen Schönstein
    17. Juni 2009

    @Florian

    Gleich der erste Artikel, der bei einer Suche nach “Osteopathy” bei Google Scholar erscheint, trägt den Titel “A Comparison of Osteopathic Spinal Manipulation with Standard Care for Patients with Low Back Pain” und kommt zu dem Schluß: “There was no statistically significant difference between the two groups in any of the primary outcome measures. ”
    Und wenn man sich bemüht und tatsächlich recherchiert, dann sollte ein Artikel so wie der im Standard eigentlich nicht möglich sein.

    Sorry, Florian, aber hier muss ich als Journalist der Kollegin trotzdem mal zur Seite springen, denn der zitierte Artikel kommt zum folgenden Fazit:

    The osteopathic-treatment group received less medication and less physical therapy than the standard-care group, and the differences in cost were significant. (…) Given the known and potentially serious adverse effects and costs of nonsteroidal antiinflammatory drug therapy, the achievement of equal outcomes in regard to pain relief, function, and satisfaction, with less use of medication and physical therapy, suggests an important benefit of osteopathic manipulative treatment; this type of treatment deserves careful examination through a formal cost–benefit analysis.

    Das ist, wenn mich meine Englischkenntnisse nicht plötzlich völlig im Stich gelassen haben, eine eindeutig positive Aussage zur Osteopathie (von der ich übrigens ansonsten keine Ahnung habe, weshalb ich den Rest Deines Blogposts auch nicht in irgend einer Form anzweifeln oder kritisieren will).

  17. #17 Florian Freistetter
    17. Juni 2009

    @Jürgen: Naja, “eindeutig” ist das nicht, mMn. Der von mir zitierte Satz aus dem Abstract sagt ja was anderes. Und das weniger Medikamente gebraucht werden, kann durchaus auch auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sein. Um das auszuschließen müsste man ne Art von “Sham-Osteopathie” zur Kontrolle durchführen.

    Nein, so leicht kommt die Frau Dr. Philipp hier nicht davon. Sie muss hier entweder absolut gar nicht recherchiert haben, um so einen unkritischen Artikel verfassen zu können. Oder sie wollte unbedingt diese Osteopathie-Werbung haben. Beides hat nix mit Journalismus zu tun.

  18. #18 emp
    19. Juni 2009

    Noch etwas Blumiges aus dem Standard:
    http://derstandard.at/fs/1242316847925/Der-Wandelmaler?sap=2&_slideNumber=6&_seite=1

    Bildunterschrift bei Bild 6:
    “Die gewünschte Energie verstärke sich, wenn zusätzlich ätherische Öle und Heilwasser aus Pflanzen und Kräutern den Farben beigemischt werden. Wie bereits in mehreren Experimenten belegt werden konnte, ist Wasser der beste Energieleiter.”

    Übrigens: von den österreichischen Zeitungen ist die Wiener Zeitung die erträglichste.

  19. #19 Jürgen Schönstein
    21. Juni 2009

    @Florian
    Doch, der Artikel ist eindeutig. Denn wie Du schon selbst zitiert hast, stellt er gleich eingangs fest:

    “There was no statistically significant difference between the two groups in any of the primary outcome measures. ”

    Und das heißt erst mal (ohne Raum für Interpretationen), dass sowohl die traditionelle Methode als auch die Osteopathie im Ergebnis gleich, also echte Alternativen sind. Anders ist die Aussage “no statistical difference … in any of the primary outcome measures” nicht übersetzbar, sorry! Und gekoppelt mit der weiter oben von mir zitierten Feststellung, dass die Osteopathie “equal outcomes” (= gleiche Resultate) zu signifikant geringeren Kosten und ohne die “potenziell ernsten” (“potentially serious”) Risiken und Nebenwirkungen der Medikamente erzielt, lässt dies an Eindeutigkeit nicht mehr viel zu wünschen übrig.

    Ich will mich hier, wie gesagt, nicht zur Osteopathie selbst äußern, sondern nur darauf hinweisen, dass man nicht immer gleich dem Journalisten Schlampigkeit etc. vorwerfen darf, wenn selbst das “New England Journal of Medicine” (das nach meinem Kenntnisstand ganz weit oben auf der Liste der seriösen, peer-reviewten Fachpublikationen steht) zu ähnlichen Ergebnissen kommt.

  20. #20 Florian Freistetter
    21. Juni 2009

    @Jürgen: Ok, vielleicht war der Artikel im NEJM nicht wirklich das passende Beispiel. Aber du wirst mir doch zustimmen, dass ein Journalist, der über Osteopathie recherchiert hat, nicht so einen Artikel wie im Standard verfassen kann. Die Hinweise auf die mangelnden/umstrittenen Belege dafür sind ja wirklich nicht gerade selten und schwer zu finden.

  21. #21 Jürgen Schönstein
    21. Juni 2009

    @Florian
    Sicher ist der Artikel weit davon entfernt, “kritisch” zu sein. Und ob Osteopathie was taugt, will ich hier – weil ich damit absolut unvertraut bin – wirklich nichts sagen. Aber ich fand es wichtig, davor zu warnen, zu schnell auf Journalisten einzuprügeln (wenn auch nur rhetorisch), weil sie nicht “kritisch” genug sind. Weil macnhmal das “Kritische” zum genauen Gegenteil dessen führt, was wünschenswert wäre. Wss meinst Du, warum inzwischen in nahezu jedem US-Zeitungsartikel zum Thema Evoluton auch ein Evolutionsgegner zu Wort kommen darf? Weil man nicht den Anschein erwecken will, “unkritisch” zu sein. Das ist eine schmale Gratwanderung, ich wei

  22. #22 Jürgen Schönstein
    21. Juni 2009

    @Florian
    Sicher ist der Artikel weit davon entfernt, “kritisch” zu sein. Und ob Osteopathie was taugt, will ich hier – weil ich damit absolut unvertraut bin – wirklich nichts sagen. Aber ich fand es wichtig, davor zu warnen, zu schnell auf Journalisten einzuprügeln (wenn auch nur rhetorisch), weil sie nicht “kritisch” genug sind. Weil macnhmal das “Kritische” zum genauen Gegenteil dessen führt, was wünschenswert wäre. Wss meinst Du, warum inzwischen in nahezu jedem US-Zeitungsartikel zum Thema Evoluton auch ein Evolutionsgegner zu Wort kommen darf? Weil man nicht den Anschein erwecken will, “unkritisch” zu sein. Das ist eine schmale Gratwanderung, ich weiß – aber manchmal ist es schwer, die Balance zu halten, wenn man von allen Seiten angeschossen wird.

    Wie gesagt, das ist kein Statement zur Osteopathie, das muss ich Fachleuten überlassen. Aber der NEJM-Artikel deutet schon an, dass man selbst mit einiger Recherche durchaus zu einer positiven Zeitungsstory kommen könnte.

  23. #23 otto
    30. November 2009

    In den Leserbriefen zum NEJM-Artikel wird eine Studie zum Rückenschmerz beschrieben, der der wahren Erkenntnis näher kommt: Rückenschmerz klingt von alleine meist ab, Ergebnisse von Vergleichen “Schulmedizin”, “Osteopathie” und “Broschüre mit Aufklärungsinformationen und Verhaltenstipps” waren ähnlich.
    Persönliche Erfahrung: Der Zuwendungseffekt ist gut, aber … siehe oben, es geht auch ohne.

  24. #24 Fischereibiologe
    30. März 2010

    Hallo Herr Freistetter,

    falls Sie sich noch immer für Beiträge über die Osteopathie interessieren, sollten Sie sich heute abend mal im NDR “Visite” anschauen. Ich habe heute morgen eine Ankündigung im Radio gehört und auch nicht ein einziges kritisches Wort vernommen. Wenn dies auch in der Fernsehsendung so bleibt, scheinen auch die öffentlich- rechtlichen Sender in D. ihre Probleme mit skeptischer Auseinandersetzung zu diesem Thema zu haben.
    Mir will so etwas nicht in den Kopf. Ich bin ein medizinischer Laie, bin aber schon in der Radiovorschau stutzig geworden als das (mir unbekannte) Konzept der Osteopathie vorgestellt wurde (Verspannung der Organe sorgt für HWS Beschwerden, wie kann z.B. die Leber verspannt sein, da sind doch gar keine Muskeln drin und wie soll sich das auf die Wirbelsäule auswirken?).
    Denkt denn niemand der Journalisten mehr mit, so dass solche Werbesendungen möglich sind? Beim googeln von Osteopathie+Kritik bin ich dann prompt auf diese Seite gestoßen, die ich ja eh schon zu schätzen gelernt habe und konnte mir ein Grinsen und einen Kommentar nicht verkneifen.

    MFG!

  25. #25 ernie souchek
    9. Mai 2010

    Interessant vielleicht zum Selbstverständnis der Osteopathie: seit 2007 gibt es in Österreich (einmalig im deutschsprachigen Raum) ein Master-Studium (Donau-Uni Krems). Ärztlicher Leiter des Lehrgangs: Dr. Andreas Kainz.
    Die Master-Thesen sind auf der Homepage der Wiener Schule für Osteopathie unter “Osteopathic Research Web” abrufbar. Da wird offenbar alles von religiöser Selbstoffenbarung bis schlechtgemachter Schummelstatistik durchgewunken.

  26. #26 Michael Maier
    9. September 2010

    Jene Personen in diesem Forum die keine Ahnung von der Wirkungsweise und den Methoden der OSteopathie haben (allso allen, vorallem aber dem adipösen Harry Potter-Verschnitt der in die Sterne blickt) würde ich mal ganz einfach empfehlen, einen Osteopathen aufzusuchen. Dann würde schnell klar werden dass es sich hier nicht um etwas “dubioses” und “esotherisches” handelt sondern hierin wohl DIE Zukunft der Medizin liegen sollte. Andrew Taylor Still wäre halt auch jetzt noch immer seiner Zeit voraus.
    PS: Vielleicht findet Herr Florian mal einen Funken Erleuchtung beim Blick durchs Fernrohr, ach ja und ein kleiner Tip von mir: mal ne Runde joggen wäre kein Fehler 🙂

  27. #27 Florian Freistetter
    9. September 2010

    @Michael Maier: “adipösen Harry Potter-Verschnitt der in die Sterne blickt”

    Mit Leuten, die meinen “Du bist dick!” wäre in einer Diskussion ein sinnvolles Argument diskutiere ich natürlich besonders gern. Oder eigentlich – nicht. Komm wieder, wenn du echte Argumente hast. Wenn du mich nur ein bisschen beleidigen willst, dann schick mir das doch einfach per Mail, ok? Mit Osteopathie hat das jedenfalls nichts zu tun.

  28. #28 MartinS
    10. September 2010

    @Michael Maier
    Ich erlaube mir, Ihren tiefsinnigen Diskurs zunächst auf Deutsch zu übersetzen, damit er an Verständlichkeit gewinnt. Sie müssen verstehen, dass nicht jeder Leser in der Lage und Willens ist, intellektuelle Grenzen zu überschreiten!

    „Jene Personen in diesem Forum die keine Ahnung von der Wirkungsweise und den Methoden der Osteopathie haben (Also Alle! Vor Allem aber der adipöse Harry Potter-Verschnitt der in die Sterne blickt!), würde ich mal ganz einfach empfehlen, einen Osteopathen aufzusuchen. Dann würde schnell klar werden, dass es sich hier nicht um etwas “dubioses” und “esoterisches” handelt, sondern hierin wohl DIE Zukunft der Medizin liegen sollte. Andrew Taylor Still wäre halt auch jetzt noch immer seiner Zeit voraus.
    PS: Vielleicht findet Herr Florian mal einen Funken Erleuchtung beim Blick durchs Fernrohr. Ach ja, und ein kleiner Tipp von mir: mal ne Runde joggen wäre kein Fehler :-)“

    Ihr geradezu ‚faktenlastiger’ Kommentar bietet dem geneigten Leser wenig Möglichkeiten! Ihre Argumentation ist ausreichend nichtssagend, um als literarische Version von Montezumas Rache gedeutet werden zu können. In dem seltenen Fall, da man mit der Intelligenz einer Stubenfliege gesegnet wurde, sollte man sich auf das Kommentieren von „Big Brother“ oder „DSDS“ beschränken. Sie sollten dies als wohlgemeinten Rat beherzigen! Da Sie sich offensichtlich im Internet verlaufen haben, bin ich gerne bereit Ihnen den Ausgang zu zeigen, damit sie wieder dahin finden, wo sie zuhause sind: „Rechts oben, das rote „X“, das müssen Sie jetzt anklicken – dann ist der Alptraum zu Ende – und für uns auch!

  29. #29 Schroeter
    24. Januar 2011

    Sie haben die Zusammenfassung der von ihnen verlinkten Studie nicht gelesen oder:

    “Given the known and potentially serious adverse effects and costs of nonsteroidal antiinflammatory drug therapy,31,32 the achievement of equal outcomes in regard to pain relief, function, and satisfaction, with less use of medication and physical therapy, suggests an important benefit of osteopathic manipulative treatment; this type of treatment deserves careful examination through a formal cost–benefit analysis.”

    Und das von ihnen gemachte Zitat, ist eher positive zu verstehen. Die Osteophatie zieht mit den klassischen Methoden mit und nicht im vergleich zu Placebo. Mit weniger aufwand von teuren Medikamenten.

    Der Artikel mag gequirlt ***** gewesen sein, aber ihr Link wirft eher auf das es sich lohnen könnte die Osteophaie genau zu beleuchten!?