Beim “Astronomy Picture of the Day” findet man eigentlich immer ein faszinierendes Bild aus dem Universum. Das Bild von heute ist fast schon zu schön (oder kitschig?) um echt zu sein:

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Bild (Anklicken zum Vergrößern): Babak
Tafreshi

(TWAN)

Ich find den Himalaya ja wirklich toll. Ich würde zwar nie auf die absurde Idee kommen, dort auf Berge zu steigen (wer in 8000 Meter Höhe rumklettert, ist verrückt!) – aber die einschlägigen Bergsteigerbücher von Reinhold Messner, Hans Kammerlander, Jon Krakauer, usw habe ich mit Begeisterung gelesen (besonders spannend ist “The Climb” von Anatoli Boukreev).

Aber mal abgesehen von den Leuten, die dort rumklettern: die Gegend dort ist einfach wahnsinnig schön und dieses Bild zeigt das nochmal recht deutlich. Wer wissen will, was das alles für Objekte am Himmel sind, der kann das hier sehen:

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Kommentare (13)

  1. #1 ali
    5. Dezember 2009

    ch würde zwar nie auf die absurde Idee kommen, dort auf Berge zu steigen (wer in 8000 Meter Höhe rumklettert, ist verrückt!)

    Du musst auch nicht auf 8000 m hoch wenn du im Himalaya rumkletterst. Du kannst auch weniger hoch auf mehr oder weniger normalen ‘Wanderwegen’ (de facto nur zu Fuss begehbare Verkehrswege). Ich kann dir das wärmstens empfehlen (etwas vom besten was ich in meinem Leben gemacht habe). Ein gigantisches Gefühl so abgeschieden zu sein und dazu kommt ein kaum zu überbietendes Naturspektakel.

    Den beeeindruckendsten Sternenhimmel (wenn du das suchst) habe ich aber in Namibia gesehen, nicht im Himalaya.

  2. #2 schlappohr
    5. Dezember 2009

    Also mich würde interessieren, wie Tafreshi dieses Bild gemacht hat. Bei *dem* Sternenhimmel braucht man eine ziemlich lange Belichtungszeit und damit eine Nachführung der Kamera, und dann müssten die Berge eigentlich “verwischt” sein. Ich halte es auch für ziemlich schwierig, bei einer verwischten Horizontlinie die Berge, die man getrennt fotografiert hat, anschließend hineinzupasten. Oder sind die Lichtverhältnisse im Himalaya *so* optimal, dass man das mit einem kurz belichteten Singleshot ohne Nachführung hinkriegt? Leider findet man auf Tafreshi’s Website keinen Hinweis auf die Aufnahmetechnik.
    Falls ich unrecht habe, würde mich mal die Kamera interessieren, mit der das Bild gemacht wurde – die müsste ich dann nämlich sofort haben… blöderweise fehlt mir wahrscheinlich das Geld dafür…:-( Mit meiner alten 6MPix DSLR geht das jedenfalls nicht.
    Trotz allem… ein tolles Bild, wie auch immer es gemacht wurde. Mein Kompliment an den Fotografen.

  3. #3 schlappohr
    5. Dezember 2009

    Mal noch ‘ne andere Frage… (@Florian: Falls dieses Posting absolut nicht hierhin passt, bitte einfach löschen, das ist ok).
    Ich hab mir als Teenie bei einem bekannten deutschen Versandhaus (R.i.P.) ein Spiegelteleskop bestellt, aber das ist mittlerweile ziemlich am Ende. Ich würde mir gerne ein neues kaufen, das finanziell in den Rahmen eines Teilzeit-Hobbyastronomen passt. Kann da jemand eine Empfehlung geben? Bei meinen Recherchen hatte ich leider etwas den Eindruck, dass die Leute immer etwas … sagen wir … markenverbunden sind.

  4. #4 Markus
    5. Dezember 2009

    @schlappohr: Ich kann dir zwar keine konkrete Empfehlung abgeben, aber ich würde mich mal im Online-Shop vom Teleskop-Service umschauen: http://www.teleskop-express.de/shop/

    Super Auswahl und super Service/Beratung, ich habe mein Dobson vor ca. 2 Jahren dort gekauft und war sehr zufrieden.

  5. #5 AndreasB
    5. Dezember 2009

    @schlappohr: Selber habe ich keine Erfahrung damit, aber es gibt doch die Möglichkeit mehrere Bilder zu einem wie eine Langzeitbelichtung zusammenzufassen ohne Nachführung. Da könnte man vorher aus den Einzelbildern die Berge schwärzen und hätte so keine verwischten Horizont im Bild.

    Oder man verschiebt die nachgeführte Belichtung so nach unten, dass der verwischte Horizont nicht über den Horizont der Belichtung der Landschaft herausragt. Fällt ja nicht auf.

    Oder man kauft sich sowas wie eine Nikon D3s, die geht bis ISO 102400. Falls sich das Bild einfach mit einer hohen Empfindlichkeit überhaupt realisieren ließe… Ich vermute, so hell wie die Sterne erscheinen würden die Berge im Mondlicht bei der selben Belichtung überstrahlen.

  6. #6 schlappohr
    5. Dezember 2009

    @AndreasB:
    “Da könnte man vorher aus den Einzelbildern die Berge schwärzen…”

    Der Sternenhintergrund verschiebt sich aber doch im Laufe der Zeit gegen die Horizontlinie. Man würde dann mehrere Horizonte erhalten, pro Aufnahme einen. Dagegen spricht auch, dass die sehr hellen Sterne großflächig überstrahlt sind, das wäre bei exakt übereinandergelegten Mehrfachaufnahmen nicht der Fall.

    “Oder man verschiebt die nachgeführte Belichtung so nach unten,…”

    Hm… das verstehe ich nicht… was meinst Du mit nach unten verschieben?

    Mit einem riesigen (verstärkungsbasierten) ISO-Wert geht das sicher, aber dann fängt man sich eine Menge Rauschen ein (auch Nikon kocht nur mit Wasser :-)) Bei der lupenreinen Bildqualität bezweifle ich das. Diese großen ISO-Werte sind dazu gedacht, noch die letzten Informationen aus der Szene herauszuholen, wenn es auf die Bildqualität nicht mehr ankommt.

    Ich vermute eher, dass er eine spezielle Kamera mit riesigen Pixeln verwendet hat. Man beachte das seltsame Bildformat und die relativ geringe Auflösung.

    Aber wie gesagt… alles nur Spekulation. Vielleicht hast Du recht.

  7. #7 AndreasB
    5. Dezember 2009

    Der Sternenhintergrund verschiebt sich aber doch im Laufe der Zeit gegen die Horizontlinie. Man würde dann mehrere Horizonte erhalten, pro Aufnahme einen.

    Deshalb meinte ich, man könnte die Berge vor dem Zusammensetzen schwärzen, dann wäre halt dunkel anstatt störend hell. Dann sollte der Sternenhimmel allerdings auch nahe dem Horizont dunkler sein, also ist es das wohl doch nicht.

    Hm… das verstehe ich nicht… was meinst Du mit nach unten verschieben?

    Nimm zwei Belichtungen, eine nachgeführte für den Sternenhimmel und eine stationäre für die Berge. Montiere dann den Sternenhimmel anstelle des Himmels der Bergaufnahme, aber so tief, dass der verwischte Horizont nicht mehr sichtbar ist. Das impliziert natürlich, dass die Aufnahme viel höher als das endgültige Bild ist um so weit verschieben zu können. Vielleicht ist das Bild deshalb so lang gestreckt, mehr ist vom Himmel nicht da.

    Ich vermute eher, dass er eine spezielle Kamera mit riesigen Pixeln verwendet hat. Man beachte das seltsame Bildformat und die relativ geringe Auflösung.

    Verhältnismäßig große Pixel bekommt man auf entsprechen großen Mittelformat-Sensoren. Diese Kameras lassen sich aber auch nicht gerade auf hohe Empfindlichkeiten einstellen, so weit ich weiß.

  8. #8 schlappohr
    5. Dezember 2009

    “Nimm zwei Belichtungen,…”

    Ok, das ist ne coole Idee… da bin ich nicht drauf gekommen. Hört sich plausibel an. Dann muss der Horizont natürlich konvex sein… z.B. mit Bäumen im Bild würde das nicht mehr so leicht funktionieren.

    Die Pixel der Mittelformatsensoren sind sehr großflächig und damit automatisch sehr empfindlich, weil sie eine Menge Photonen einsammeln und nicht nachträglich verstärkt werden müssen. Um auf die gängigen ISO-Formate zu kommen, wird hier die Empfindlichkeit sogar künstlich reduziert (elektronische oder optische Filter), soweit ich weiß. Vielleicht hat er sowas benutzt.

    Oder einfach eine analoge Kamera mit einem richtig guten Film und einem Objektiv in der Preisklasse eines Kleinwagens… so Leute soll’s ja geben 🙂

  9. #9 delsa
    6. Dezember 2009

    er fotografiert nachts wohl immer mit canon EOS 20D und 28 mm Objektiv. bei einem anderen foto stand etwas von 30 sek belichtungszeit. Es lässt sich also offensichtlich ohne großartige nachbearbeitung mit amateurausrüstung machen.
    mehr schöne bilder gibts z. B. hier:
    http://www.skyandtelescope.com/community/gallery/search?page=1&c=y&keywords=Tafreshi%20&archive=true

  10. #10 A.Lerder
    6. Dezember 2009

    Und warum ist das Bild jetzt nicht echt? Klärst Du das noch oder war’s das schon?

  11. #11 Ponder
    7. Dezember 2009

    @Lerder

    Und warum ist das Bild jetzt nicht echt?

    Grund zur dieser Frage ist dass man bei Astrophotographie mit meist recht langen Belichtungszeiten arbeitet (von mehreren Minuten bis mehreren Stunden) und man da natürlich die Kamera äquatorial nach fühen muss sonst erhält man solche Bilder.
    Wenn man aber nach führt dann verwischen unweigerlich die fixen Punkte wie die Berge.
    Man kann solch ein Problem lösen indem man erst die Sterne belichtet und dann die Berge und danach beide Bilder im Bildverarbeitungsprogramm addiert.
    Dir Frage ist eben ob man genug Licht sammelt um dieses Bild zu bekommen bevor die Erdbewegung sich bemerkbar macht, dies hängt vorwiegend von der Kamera und der Optik die für diese Aufnahme verwendet wurde ab.

    Aber in beiden Fällen wäre das Bild nicht unecht, in der Astrophotographie greift man oft aus technischen Gründen zur ähnlichen Techniken, zB. ich will den Mond mit den umliegenden Sternen und einem Planeten ablichten. Da werde ich 3 Bilder machen müssen, denn auf dem ersten Bild muss ich die Kamera so einstellen dass ich den Mond richtig belichte, auf diesem Bild wird der Planet nur bedingt sichtbar sein und die Sterne kaum bis gar nicht. Auf dem zweitem Bild wird der Planet Belichtet, dieses zeigt dann einen überbelichteten Mond, die Sterne sind da schon sichtbar aber nur die hellsten, auf dem 3. wird dann noch länger belichtet, auch schwache Sterne sind sichtbar aber Planet und Mond sind total überbelichtet.
    Dann füge ich alle Bilder zusammen und erhalte das gesamt Bild. Es besteht zwar aus einer Addition von Bildern aber ist trotzdem echt da ich das Endbild lediglich so bearbeitet habe um alle Objekte sichtbar zu machen.

  12. #12 klauszwingenberger
    7. Dezember 2009

    Alles nicht so kompliziert.
    Schon in der Zeit der chemisch-analogen Fotografie mit stehender Kamera, also ohne Nachführung, war es möglich große Sternenfelder so ähnlich abzubilden. Erleichtert wird das, wenn man wie hier eine Weitwinkel-Optik verwendet, die längere Zeiten ohne Erzeugung von Strichspuren erlaubt.

    Ein anderer Trick, allerdings sehr zeitaufwendig, könnte ein Komposit sein, das an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen von derselben Kameraposition aus aufgenommen wurde – wobei die Aufnahmezeit um jeweils genau 3 Minuten, 56 Sekunden verschoben wird. Man erhält dann bei der Aufaddition ein Gebirge an Ort und Stelle, und die Sternenpositionen sind auch dieselben wie am Vortag. Wenn man das weitwinklig ausnutzt, kann man sogar mehrmals 10 bis 20 Sekunden laufen lassen.

  13. #13 A.Lerder
    8. Dezember 2009

    Ah so, verstanden. Danke für die Erklärung.