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Seit 50 Tagen ist das Audimax, der größte Hörsaal der Universität Wien, von Studenten besetzt. Die Übernahme des Audimax war gleichzeitig der Startschuß für eine Protestwelle an der Universitäten in ganz Österreich und Deutschland teilnahmen.

Mittlerweile scheint es aber ruhig zu werden im Audimax. Steht der Protest vor dem Ende?

Michael Kremmel und Marijana Miljkovic haben im heutigen Online-Standard einen eher pessimistischen Bericht aus dem Audimax veröffentlicht.

Viel ist hier vormittags nicht los – das Audimax ist noch dunkel, vereinzelt schlafen Menschen auf den Bänken. Studenten sieht man kaum. Es sind überwiegend Obdachlose, die den Hörsaal besetzt halten. Sechs Wochen sind ins Land gezogen. Das Audimax ist noch immer besetzt. Doch wie lange noch?

Den aktuellen Studentenprotesten scheint ein ähnliches Ende zu drohen wie den Protesten davor (das Audimax wurde auch schon 1985, 1996 und 2001 besetzt): irgendwann wird der Hörsaal geräumt und dann geht alles weiter wie bisher.

Wenn die Proteste nun tatsächlich langsam einschlafen, dann besteht die Gefahr, dass all das, wofür die Studenten zu recht kämpfen, ebenso vergessen wird. Die kommenden Weihnachtsferien werden die Zahl der Besetzer wohl noch weiter dezimieren und irgendwann im Januar wird es dann wohl vorbei sein mit “Uni brennt!”.

Besser wäre es wohl, wenn man die Besetzung koordiniert zu Ende bringt. Der Blogger Niko Alm sieht das ebenfalls so und macht einen – meiner Meinung nach – sehr guten Vorschlag:

Liebe Studierende,

– macht eine große Abschlussparty im Audimax und
– hinterlasst einen Forderungskatalog.
– Wenn in 6 Monaten davon nichts erfüllt worden ist, kommt ihr zurück und besetzt wieder.
– Und dieses Spiel, spielt ihr ab jetzt jedes Jahr.

Genau! Jetzt vor Weihnachten sollten die Besetzer noch einmal alles mobilisieren. Noch einmal mit einer großen Aktion Studenten und Medien ansprechen und die berechtigten Forderungen kommunizieren. Noch einmal zeigen, dass man es ernst meint. Aber nicht alles einfach einschlafen lassen…

Aber so wie es aussieht, könnte genau das geschehen. Der Standard schreibt:

Jakob will von der Räumung des Audimax nichts wissen, genauso wenig wie der Student, der sich in der Zwischenzeit zu den Obdachlosen in den großen Hörsaal gesellt hat, eine Zeitschrift liest und die ältere Frau, die auf der Bühne Lyrik vorträgt, kaum beachtet. “Es verläuft sich irgendwie. Doch ich weiß leider auch nicht, wie man das ändern könnte. Die Anliegen sind noch immer wichtig”, sagt er.

Es wäre wirklich schade, wenn das ganze Potential, dass in dieser Besetzung steckt, einfach so verpufft. Aber vielleicht können sich die Besetzer noch einmal aufraffen und die Proteste vernünftig beenden.

P.S: Ich will ja nicht sagen:Ich habs ja gesagt. Aber – ich habs ja gesagt 😉

Kommentare (2)

  1. #1 Saidiph
    14. Dezember 2009

    Ein vollkommen sinnvoller Vorschlag.

    A) kommen mehr Studenten zu ner Protestfeier
    B) füllt man mit der Drohung, wieder zu besetzten, die Zeit dazwischen effektiv ebenfalls mit Druck
    C) ist besetzen auch für Studenten anstrengend

  2. #2 Florian Freistetter
    21. Dezember 2009

    Tja – jetzt ist das Audimax geräumt worden und erreicht hat man nichts… http://derstandard.at/1259282351699/Uni-Proteste-Tag-61-Wiener-Audimax-wurde-geraeumt