Auch wenn QS Virginis b wieder kein “echter” Planet mit P-Typ-Orbit ist – ein Planet der einen katklysmischen Doppelstern umkreist ist auch keine schlechte Entdeckung! Es ist interessant, dass es in so einem System überhaupt einen Planet gibt!  Die weiteren Beobachtungen diesesn Systems und die Untersuchungen über die Auswirkungen der Novae auf den Planeten dürften äußerst interessant sein.

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Kommentare (10)

  1. #1 schlappohr
    29. Dezember 2009

    Ist wieder nur so ein Gedankengang: Setzt die “Neuzündung” des weißen Zwerges nur einmal ein oder immer wieder? Im zweiten Fall würde das Gesamtsystem durch die ständigen Novae ja schrittweise Masse verlieren, und durch die abnehmende Gravitation müsste sich der Planet ja im Laufe der Zeit spiralförmig entfernen. Wenn der Rote Zwerg irgendwann “verbraucht” ist, stabilisiert sich dann die Umlaufbahn des Planeten? Vermutlich ist alles wieder viel komplizierter 🙂

  2. #2 Florian Freistetter
    29. Dezember 2009

    @schlappohr: “Setzt die “Neuzündung” des weißen Zwerges nur einmal ein oder immer wieder?”

    Also solange Material fliesst, zündet der weiße Zwerg immer wieder. Die Frage ist dann, was stärker ist – die abnehmende Gravitation? Oder wird der Planet bei der nächsten Nova vielleicht doch gleich ins Nirvana gepustet? Über diese Prozesse weiß ich leider zu wenig um da ein verläßliches Urteil abgeben zu können. Aber wenn ich was rausfinde, sag ich natürlich Bescheid!;)

  3. #3 Gondlir
    29. Dezember 2009

    “Der Bereich dazwischen ist tendetiell chaotisch; dort können sich keine Planeten aufhalten.”
    Korrekter wäre: Planeten können sich zwar in jenem Bereich aufhalten, bewegen sich dort aber nicht auf stabilen Bahnen wie die Planeten in unserem Sonnensystem. Und dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sie den Bereich früher oder später verlassen werden.

  4. #4 Florian Freistetter
    29. Dezember 2009

    @Gondlir: Naja – die Chance, dass man genau so einen instabilen Planeten beobachtet während er noch da ist, ist verschwindend gering. Insofern ist “können sich keine Planten aufhalten” schon nicht wirklich falsch.

    Wer ganz genau über die Dynamik von Exoplaneten Bescheid wissen will, kann meine kleine Serie dazu lesen. Hier ist der letzte Teil: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/05/ordnung-und-chaos-in-extrasolaren-planetensystemen-teil-4-die-dynamik-des-tres2-systems.php

  5. #5 richard
    30. Dezember 2009

    Hallo Florian, der Vollständigkeit halber: möglich ist auch noch die L-Typ Konstellation; da sitzt der Planet dann im L4 oder L5 – salopp ausgedrückt;

    und- by the way: danke für die vielen interessanten Beiträge

    LG aus Wien

  6. #6 Florian Freistetter
    30. Dezember 2009

    @richard: Über die hab ich eh auch schonmal nen eigenen Artikel geschrieben: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/12/seltsame-welten-trojanerplaneten.php

    Oder meinst du, dass der Planet in den Lagrangepunkten des Doppelsternsystems sitzt? Da muss aber die Masse passen. I.A. sind die ja vergleichbar schwer – da sind L4/L5 dann ja instabil.

  7. #7 richard
    30. Dezember 2009

    @florian: ich meinte, dass sich der Planet in einem der Lagrangepunkte eines der beiden Doppelsterne befinden kann – allerdings nur bei einem entsprechenden Massenverhältnis der beiden binaries (m2/(m1+m2) kleiner 1/20 oder 1/25 – das weiss ich jetzt nicht so genau) – und danke für den Link;

  8. #8 Ludmila
    30. Dezember 2009

    Oh cool. Man wieder ein Planet vom Typ “huch, wer hat das denn bestellt”?

  9. #9 richard
    30. Dezember 2009

    @Ludmila: also gefunden hat man einen solchen – meines Wissens – noch nicht, aber immerhin ist so eine Konstellation denkbar….

  10. #10 Stefan
    30. Dezember 2009

    Interessantes Planetensystem! Welche Kriterien entscheiden eigentlich, ob das Abfliessen von Materie zu dem Weissen Zwerg zu einer Nova führt oder zu einer Typ Ia Supernova?