Vor zwei Wochen ist die Raumsonde “Mars Express” ganz nahe am Marsmond Phobos vorbeigeflogen. Nur 67 Kilometer betrug der Abstand. Damals wurden aber keine Bilder gemacht. Man wollte die Gelegenheit nutzem um mit genauen Vermessungen des Gravitationspotentials die innere Struktur des Mondes zu erforschen. Das ist auch gut gelungen – die ersten Daten sind vielversprechend.

Aber Bilder gibt es jetzt trotzdem 😉 Kurz nach dieser nahen Begegnung flog die Sonde nochmal sehr nahe an Phobos vorbei – diesmal waren es 107 Kilometer Abstand. Und diesmal hat man die hochauflösenden Stereokamera HRSC benutzt um Bilder zu machen – die heute veröffentlicht wurden!

Die Auflösung dieser Bilder beträgt 4.4 Meter pro Pixel und sie zeigen die Stelle, an der in ein paar Jahren die russische Sonde Fobos-Grunt landen soll.

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Klickt das Bild an, um die ganz große und coole Version des Bildes zu sehen! Hier ist nochmal die Region hervorgehoben, in der Fobos-Grunt landen wird. Die roten Punkte zeigen die potentiellen Landeplätze.

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Und dann gibt es noch 2 sehr coole Animationen, die zeigen wie der Phobos-Fly-By abgelaufen ist. Nur leider kriegt es die ESA nicht auf die Reihe, Videos zu produzieren, die man anderswo einbetten kann – also klickt auf den Link.

ScienceBlogs-Planetologin Ludmila treibt sich gerade auf der Deutschen Physikertagung in Bonn rum – aber wenn sie wieder zurück ist, wird sie die Bilder sicher nochmal genauer erklären!

Kommentare (15)

  1. #1 nihil jie
    15. März 2010

    faszinierend 😀 ich schaue und schaue mir die fotos an und versuche mir gerade der entfernungen und dem alter den ich da erblicke klar zu werden. wie alt die staubschicht sein muss die ihn bedeckt. ein horror für jede eingefleischte hausfrau und hausmann *gg meine grossmutter würde jetzt sagen.. “ne.. also dort möchte ich nicht wohnen… ist so schmutzig”
    die krater finde ich sehr interessant. da muss ab und mal ordentlich gescheppert haben. manche von denen müssen millionen jahre alt sein… wenn nicht älter. eine ziemlich unwirkliche und fremde welt.
    was mich allerdings interessiert ist diese streifenstruktur die er aufweist… ist das eine optische teuschung oder eine geologische besonderheit ? weiss man schon was darüber ?

  2. #2 Alexander
    15. März 2010

    Habe mir dieselbe Frage gestellt wie nihil. Woher kommen die Streifen? Nach optischer Täuschung oder einem Artefakt der Bildbearbeitung sieht das nicht aus.

  3. #3 Arnd
    15. März 2010

    Ja die Streifen sind schon komisch. Vielleicht ist das ja ein Hinweis auf die Alien-Basis dort :o).

  4. #4 Schmogel
    15. März 2010

    Ausgeklügeltes Straßennetz natürlich.

    Könnten die durch die Rotation um die eigene Achse entstanden sein? Wobei nicht alle parallel sind…

  5. #5 Florian Freistetter
    15. März 2010

    Zu den Rillen: Das sind vermutlich Spuren vom Impakt bei dem der große Stickney-Krater entstanden ist.

  6. #6 ZielWasserVermeider
    15. März 2010

    Vorsicht mit dem 2 Foto(Das mit der Vergrößerung und den beiden Zahlen)….
    Irgendjemand könnte das als Beweis für ausserirdisches Leben auf dem Brocken da oben deuten <:o)..... Gruß Oli

  7. #7 S.S.T.
    15. März 2010

    @ZielWasserVermeider

    Aber klar, die beiden schon lange bekannten Städte namens ‘Eins’ und ‘Zwei’, die allerdings momentan beide tiefrot brennen, weil sie Krieg gegeneinader führen.

  8. #8 Michael Khan
    15. März 2010

    Man vertiefe sich in die schoenen Bilder, auf die von diesem Blog-Post der Planetary Society verlinkt wird. Bei mir bildet sich schon beim Draufschauen die Überzeugung, dass ein ursáchlicher Zusammenhang zwischen der Entstehung von Stickney und den “groves” bestehen muss.

    http://planetary.org/blog/article/00001391/

  9. #9 Michael Khan
    15. März 2010

    Na, sind jetzt nach der Betrachtung der MRO-Bilder, auf die ich in meinem vorherigen Kommentar verwies, alle überzeugt, dass es sich bei den Streifen um ein Relikt des Einschlags handeln muss, der Stickney erzugte?

    Hand hoch, wer meint das?

    Tja Leute, vielleicht habt ihr damit Unrecht. Das offensichtlich scheinende ist nicht unbedingt die richtige Erklärung. Denn wie in dem Artikel von der Planetary Society erklärt, gibt es eine Alternativtheorie, die einer genauen Analyse der Ausrichtung der Rillen entspricht und die davon ausgeht, dass die “grooves” gar nichts mit Stickney zu tu haben, sondern entstanden, als Phobos mit Material kollidierte, das von der Marsoberfläche hochgeschleudert wurde, als dort große Objekte einschlugen.

    Ich muss sagen, die Überlegung hat was!

  10. #10 Florian Freistetter
    15. März 2010

    @Michael Khan: Drum hab ich ja oben auch “vermutlich” geschrieben. Das es auch “Kettenimpakte” gewesen sein könnten bei dem viele kleine Objekte hintereinander eingeschlagen sind hat letztens auch Ludmila irgendwo erwähnt.

  11. #11 Vizioon
    15. März 2010

    Mal wieder eine Vermutung, wäre es möglich, daß vergleichsweise leichte Brocken auf der “weichen” Oberfläche, getrieben durch Gravitation und Geschwindigkeit, einfach rüberrollen?

  12. #12 nihil jie
    15. März 2010

    @Michael Khan

    ahhh jetzt sehe ich es auch… ich kannte den grossen krater nicht 😉

  13. #13 Michael Khan
    15. März 2010

    @viszioon:

    “getrieben durch Gravitation und Geschwindigkeit”?

    Wie hat man sich das denn vorzustellen?

  14. #14 Matthias
    16. März 2010

    Ach bitte! Das sieht doch jedes Kind, was das für Rillen sind! Ein einziger großer Acker!
    Doch wirklich! Vermutlich ist gerade Saatzeit. Ihr werdet schon sehen, in einem halben Jahr wachsen da überall Maiskolben…

    😉

  15. #15 jitpleecheep
    16. März 2010

    @Florian: “Zu den Rillen: Das sind vermutlich Spuren vom Impakt bei dem der große Stickney-Krater entstanden ist.”
    Ist Stickney der unten rechts im Bild? Müssten die dann nicht sternförmig vom Einschlag weglaufen? Ich seh da viele Parallelspuren.
    Ich bin beileibe kein Astronom, also bitte nicht auslachen: Könnten das vielleicht einfach Streifschüsse sein? Mars liegt nahe am Asteroidengürtel, der Mond hat keine Atmospähre, wenig Masse, etc. Wie dick ist die Staubschicht wohl so ungefähr?