Bei manchen Geschichten dauert es ein wenig, bis sie es in mein Blog schaffen… Die Nachricht, um die es hier geht, wurde schon am 14. April veröffentlicht. Ich hab es damals aber irgendwie nicht geschafft, was darüber zu schreiben und es irgendwann auch vergessen. Aber netterweise gibt es ja jede Menge Leserinnen und Leser, die mich auf solche interessante Geschichten hinweisen. Nachdem ich also nun schon seit Wochen immer wieder Mal Emails mit Fragen zu dieser Entdeckung bekomme (besonders, seit auch Dieter Broers in seinem Blog darüber schreibt) muss ich nun also doch noch was dazu schreiben.

Um was geht es? Um eine Beobachtung, die der britische Radioastronom Tom Muxlow vom Jodrell Bank Centre for Astrophysics gemeinsam mit seinen Kollegen gemacht hat. Sie haben die Galaxie M82 untersucht und dabei eine äußerst interessante Radioquelle gefunden. Glaubt man manchen etwas hysterischen Medienberichten, dann bewegt sie sich schneller als das Licht und die Wissenschaftler haben nicht die geringste Ahnung, um was es sich handeln könnte.


Yahoo-News schreibt beispielsweise:

“Die Astrophysiker sind noch immer verblüfft. Zu einer herkömmlichen Supernova will das Phänomen nicht so Recht passen. Denn während die Emission aus M82 seit einem Jahr konstant ist, werden bisher beobachtete Supernova-Wellen über die Zeit immer schwächer. Auch die Ausbreitungsgeschwindigkeit, die das Vierfache der Lichtgeschwindigkeit beträgt, macht die Wissenschaftler stutzig. “

Hu – ja! Wenn Astronomen tatsächlich etwas beobachten würden, dass sich viermal schneller als das Licht bewegt, dann wären sie wohl mehr als nur “verblüfft”. Das würde sie nicht nur “stutzig machen” – das würde eine veritable Revolution auslösen! Immerhin wäre damit eine zentrale Grundlage der modernen Physik (die spezielle Relativitätstheorie) widerlegt worden. Aber man muss sich ja glücklicherweise nicht auf die Medien im Internet verlassen sondern kann einfach mal direkt in die Publikation von Muxlow et al. schauen. Die findet sich in den “Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” – oder frei verfügbar arXiv Preprint-Server. Sie trägt den Titel “Discovery of an unusual new radio source in the star-forming galaxy M82: Faint supernova, supermassive blackhole, or an extra-galactic microquasar?” und enthält alles, was man wissen muss.

i-9ce624e8def29968184490d4e256541d-Lovell_Telescope_1-thumb-500x666.jpg
Das Lovell-Teleskop; Teil des MERLIN-Netzwerks (Bild: Mike Peel (www.mikepeel.net), CC-BY-SA 2.5)

Muxlow und seine Kollegen haben mit MERLIN beobachtet. Das steht für Multi-Element Radio Linked Interferometer Network und ist ein Netzwerk aus großen Radioteleskopen, die über ganz England verteilt sind. Ziel ihrer Beobachtungen war die Spiralgalaxie M82, etwa 12 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Diese Galaxie ist bekannt für ihre hohe Sternentstehungsrate. Aber dort, wo viele Sterne entstehen, sterben auch viele. Das tun sie oft durch Supernova-Explosionen und wenn die bei diesen Explosionen ins All geschleuderten Teilchen sich mit hohen Geschwindigkeiten durchs galaktische Magnetfeld bewegen, entsteht Radio-Strahlung. Auf diese Art hat man in M82 in den letzten Jahrzehnten schon Dutzende Supernovae bzw. Supernovae-Überreste entdeckt.

Beobachtungen, die Muxlow und sein Team zwischen 1. und 5. Mai 2009 gemacht haben, haben eine neue Quelle dieser Art entdeckt. Als man das letzte Mal am 25. April 2009 hingesehen hatte, war noch keine Strahlung zu messen – am 3. Mai war da allerdings plötzlich eine neue Quelle (bei einer Position von 09 Stunden 55 Minuten 52.5083 Sekunden Rektaszenzsion und 69 Grad 40 Bogenminuten 45.410 Bogensekunden falls es wer genau wissn will). Es schien also alles auf eine neu entdeckte Supernova hinzudeuten. Aber dann hat man weiter beobachtet: zwischen April 2009 und Januar 2010 hat man jede Menge Beobachtungen bei Radiofrequenzen von 4994 MHz, 6668.4MHz und 1658MHz gemacht.

i-6f523d965b61c70721d94d966975a566-M82-MERLINVLA-thumb-500x349.png
Das Bild zeigt die Entdeckung der Radioquelle. Im April war noch nichts zu sehen – im Mai schon! Die Auflösung des großen Bildes beträgt 100 Millibogensekunden pro Pixel; bei den kleinen Bildern sind es 40 Millibogensekunden (Bild: T.W.B. Muxlow, University of Manchester)

In den ersten 50 Tagen (in denen das Objekt nicht nur mit MERLIN sonder auch dem VLA-Netzwerk beobachtet wurde) zeigte sich, dass sich die Radioquelle mit 0.2 Millibogensekunden pro Tag am Himmel entlang bewegte. Das mag nach wenig klingen: ein Grad ist der 360te Teil eines Kreises; eine Bogenminute der 60te Teil eines Grades; eine Bogensekunde der 60te Teil einer Bogenminute und eine Millibogensekunde ist noch tausendmal kleiner. Aber bezogen auf die gewaltige Entfernung von M82 entspricht das einer Bewegung mit 4.2facher Lichtgeschwindigkeit!

1 / 2 / 3 / Auf einer Seite lesen

Kommentare (46)

  1. #1 cydonia
    9. Juni 2010

    Sehr aufschlussreich und es bleiben vorläufig kaum Fragen offen.Dafür vielen Dank!
    Das wird bestimmte Leute natürlich nicht daran hindern, jetzt die wildesten Spekulationen vom Stapel zu lassen.
    Deswegen gleich mal ein Schuss ins Blaue vorweg: Es ist Gott! Jawoll! Endlich offenbart er sich in Form eines Mikroqusars. Wer hätte das gedacht?

  2. #2 XyloCephalus
    9. Juni 2010

    Na, da hat wohl jemand “apparent” mit “offenbar, offensichtlich, offenkundig” übersetzt. Es ist schon erstaunlich, das Google Translation “apparent observation” übersetzt mit “scheinbare Beobachtung”, aber dagegen “apparently observed” mit “offenbar beobachtet”.

    Wenn schon, dann möge doch die verantwortliche Journalie dict.leo.org oder Ähnliches verwenden und sich alle Übersetzungsmöglichkeiten anschauen, und ja: ein wenig Gefühl für’s Fach und seine Sprachgewohnheiten darf dann auch gerne dabei sein.

  3. #3 XyloCephalus
    9. Juni 2010

    …und überhaupt: der Artikel IST interessant und das Phänomen der Überlichtgeschwindigkeit erstaunlich. Und sicherlich ein gefundenes Fressen für alle –theriker und –donianer. Wir haben es doch schon immer gewusst: “Der Weltraum – unendliche Weiten. … Abenteuer … um fremde Welten zuentdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. … dabei in Galaxien …, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.” (Zitat “Enterprise”). Quasi göttliche Schöpfungen.

    @Cydonia: Nein, wirklich? Warum denn so weit weg von uns, und in Gestalt eines endlichen und brutalen Mikroquasars? Ich dachte immer, ein Gott würde sich in Gestalt der unendlich weisen Naturgesetze manifestieren… (und außerdem: Gott offenbart sich nur geweihten katholischen Priestern, und dann nur, wenn er/sie lieb ist 😉 , nie davon gehört?)

  4. #4 Hella Schier
    10. Juni 2010

    Sicher wird immer gleich viel herumphantasiert, aber man sollte das nicht so verurteilen. Das andere Extrem sind nämlich die bornierten auf eine bestimmte Sicht der Dinge festgefahrenen “seriösen” Wissenschaftler, die, nicht zuletzt aus Angst ihren Ruf zu verlieren und von Menschen wie Ihnen ausgelacht zu werden, keine gewagtere oder revolutionäre neue Theorie oder Entdeckung mehr zu äußern wagen. Diese, bzw. ihre Entsprechung in früheren Jahren hätten/haben einen Galiläi als Spinner und Ketzer gebrandmarkt. Und klingen die Erkenntnisse der Relativitätstheorie und gar der Quantenphysik für unser gewohntes rationales Denken und unsere Vorstellungskraft nicht auch ziemlich verrückt?! Und wer weiß zu welcher Weltsicht sie letzten Endes noch führen werden?
    Man muss offen bleiben und darf das Denken nicht zu starr werden lassen, sonst verlernt man zu sehen. Dabei helfen die “Spinner” ein bisschen. Die Wisssenschaft braucht sie soz. als Gegenpol. Man sollte nicht vergessen, dass die Art wie man hinsieht, was man zu sehen erwartet, das beeinfusst, das man sieht. (Vielleicht, nach Heisenberg, sogar das Ding selbst)Das gilt auch für die Wissenschaftler, auch sie sind zumeist fixiert auf ihre Sicht der Welt. Daher sind die “Spinner” als Gegenpol nötig.

  5. #5 perk
    10. Juni 2010

    Gott offenbart sich nur geweihten katholischen Priestern, und dann nur, wenn er/sie lieb ist <-- oder bei gutem sex 😉

  6. #6 Stefan Hambach
    10. Juni 2010

    Also toll finde ich es ja, dass Florian sich die Arbeit macht und das ganze in Deutsch erklärt. Denn meine Englischkenntnisse sind nicht wirklich berauschend!

    Schade ist, dass in den heutigen Medien eher die Pseudowissenschaftler und Weltuntergansspinner zu Wort kommen, statt der Leute, die wirklich mal Ahnung von der Materie haben! Mittlerweile springen ja selbst die öffentlich-rechtlichen Sender auf das “Wissenschaftsnievau” von Gallieo oder Welt der Wunder auf!

    Und hier mal der Link zu der Yahoo-Nachricht, damit auch niemand behaupten kann, dass diese Meldung gar nicht existiert! 😉
    http://de.news.yahoo.com/34/20100415/tsc-mysterioese-radiowellen-aus-dem-kosm-98fda55.html

  7. #7 Florian Freistetter
    10. Juni 2010

    @Hella Schier: “festgefahrenen “seriösen” Wissenschaftler, die, nicht zuletzt aus Angst ihren Ruf zu verlieren und von Menschen wie Ihnen ausgelacht zu werden, keine gewagtere oder revolutionäre neue Theorie oder Entdeckung mehr zu äußern wagen. “

    Ach? Die gibts? Jeder Wissenschaftler würde sich wahnsinnig freuen, könnte er eine “revolutionäre neue Theorie” veröffentlichen. Genau deswegen wird man Wissenschaftler! Natürlich nur, wenn es vernünftige Belege dafür gibt. Sich einfach irgendwas ausdenken, was irgendwie cool klingt und das dann gleich veröffentlich… das würde tatsächlich kein Wissenschaftler machen. Aber ernsthaft: die immer wieder aufgestellte Behauptung, die Wissenschaftler wären so um ihren “Ruf” besorgt; sie wären so dogmatisch, dass sie nichts neues akzeptieren., usw – das kann nur jemand sagen, der keine Ahnung hat, wie es wirklich in der Wissenschaft abläuft… Das sind alles nur immer wieder wiederholte Vorurteile.

    “Diese, bzw. ihre Entsprechung in früheren Jahren hätten/haben einen Galiläi als Spinner und Ketzer gebrandmarkt.”

    Das war die Kirche. Die Wissenschaftler fanden Galileo immer gut -auch damals.

    “Und klingen die Erkenntnisse der Relativitätstheorie und gar der Quantenphysik für unser gewohntes rationales Denken und unsere Vorstellungskraft nicht auch ziemlich verrückt?! “

    Das tun sie – und seltsamerweise wurden sie von den ach so dogmatischen Wissenschaftler damals trotzdem weitesgehend sofort akzeptiert…

    “Man muss offen bleiben und darf das Denken nicht zu starr werden lassen, sonst verlernt man zu sehen. Dabei helfen die “Spinner” ein bisschen. Die Wisssenschaft braucht sie soz. als Gegenpol.”

    Es braucht in der Wissenschaft immer Leute, die konservativ sind und es braucht Leute, die abenteuerlustig sind. Was die Wissenschaft definitiv nicht braucht, sind Typen, die sich so tun als wären sie Wissenschaftler; sich einfach irgendwas ausdenken was erwiesenermaßen falsch ist und nichts mit der Realität zu tun hat; dann aber steif und fest behaupten, es wäre richtig…

  8. #8 Ronny
    10. Juni 2010

    @Hella
    Es ist aber ein großer Unterschied ob man versucht neue Wege zu beschreiten oder ob man beginnt sich was aus den Findern zu saugen.

    Oder wie Florian immer schreibt: Bahnbrechende Behauptungen brauchen auch bahnbrechende Erklärungen.

  9. #9 JensM
    10. Juni 2010

    Danke für den Artikel.

    Florian: Das tun sie – und seltsamerweise wurden sie von den ach so dogmatischen Wissenschaftler damals trotzdem weitesgehend sofort akzeptiert…

    “Sofort” wurde garnichts akzeptiert und das ist auch nicht Sinn der Wissenschaft. Es wird hinterfragt, gezweifelt (oder verzweifelt) und versucht das Gegenteil zu beweisen. Zum Beispiel war Einstein bis zu seinem Lebensende ein überzeugter Gegner der Plattentektonik.

  10. #10 lambda
    10. Juni 2010

    “Es kann sein, dass es ein zweites großes Schwarzes Loch im Zentrum von M82 gibt. Aber auch das ist eher unwahrscheinlich.”

    Man hat sogar noch ein Schwarzes Loch in der Nähe des Zentrums gefunden.

    http://www.astronews.com/news/artikel/2010/04/1004-039.shtml

    Keine Ahnung, inwiefern jetzt das so obigen passt.

  11. #12 MartinB
    10. Juni 2010

    @cydonia
    Es ist nicht Gott. Es ist offensichtlich Seth-Apophis:
    http://www.pr-materiequelle.de/begriffe/hefte/zyklen/zyklus17.htm

  12. #13 MartinB
    10. Juni 2010

    @JensM
    “Zum Beispiel war Einstein bis zu seinem Lebensende ein überzeugter Gegner der Plattentektonik.”
    Ist ja auch kein Wunder. Bis Ende der 50er war die Plattentektonik nicht gerade Mainstream, weil es nämlich nach damaligem Wissensstand keinen Mechanismus gab, der die Platten bewegen konnte. Wegener hat Zentrifugalkräfte verantwortlich gemacht, die sind aber um Größenordnungen zu klein.

  13. #14 cydonia
    10. Juni 2010

    Oh Mann, Martin, und es gibt wirklich Menschen, die sowas lesen können?
    Aber davon mal abgesehen, sei doch nicht so “intollerant”: Wenn jemand seinen Gott Seth-Apophis nennen will, dann ist das doch kein Problem.

  14. #15 JensM
    10. Juni 2010

    @MartinB
    Danke für den Zusatz. Damit wollte ich ja verdeutlichen, dass in der Wissenschaft nicht “sofort” akzeptiert wird. Im Gegenteil brauchen manche Erkenntnisse sogar sehr lange um akzeptiert zu werden. Und das ist auch gut so, sonst könnten wir gleich Globuli, Räucherstäbchen und Horroskope zur absolut gültigen Wahrheit erheben. 😉

  15. #16 JensM
    10. Juni 2010

    @MartinB
    Meinst du jetzt eigentlich den Frostrubin bzw. das rotierende Nichts?
    http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Seth-Apophis#Der_Frostrubin_.2F_Das_Rotierende_Nichts

    @cydonia
    Es gibt sogar sehr viele Menschen die das in sehr vielen unterschiedlichen Sprachen seit sehr vielen Jahren lesen. Es ist nunmal Science-FICTION und hat garnicht den Anspruch irgendwie wirklich realistisch zu sein.

  16. #17 MartinB
    10. Juni 2010

    @cydonia
    PR ist einfach nett – stilistisch gerade in älteren Zyklen eher grauenvoll, aber die verwendete Pseudotechnik, die Gigantomanie und Komplexität sind einfach irgendwie kultig. Man kann ja nicht immer Jane Austen lesen…

    @JensM
    Wenn ich es richtig erinnere, war doch M82 die Hauptgalaxis von seth-Apophis’ Reich – was genau darin jetzt für die Radioquelle veranwortlich ist, weiß ich nicht…

  17. #18 Frank Wappler
    10. Juni 2010

    Florian Freistetter schrieb (im Artikel):

    Es handelt sich also um eine “scheinbare Überlichtgeschwindigkeit” […] Wikipedia rechnet es vor

    Richtig, es handelt sich keineswegs um einen “Geschwindigkeitsbetrag” (mit Messwert größer als “4 c”),
    sondern um eine vollkommen anders definierte und (mehr oder weniger deutlich) anders benannte Messgröße (mit diesem Messwert).

    Und richtig: der Wikipedia-Artikel weist auf die Verschiedenheit dieser beiden Messgrößen sowie auf die (mehr oder weniger bekannten) Zusammenhänge zwischen entsprechenden Messwerten (sofern vorhanden) hin.

    Weil das Wort apparent so wichtig zur Unterscheidung (verschiedener Messgrößen) ist, muss man es auch einsetzen, wo es gebraucht wird. Die Formulierung: …

    Das[s] die unbekannte Quelle sich also mit einer scheinbaren Geschwindigkeit bewegt, die der 4fachen Lichtgeschwindigkeit entspricht, […]

    … ist nämlich schon fragwürdig, weil darin verwischt wird, dass der Begriff des “Bewegens” ansonsten insbesondere mit der Messgröße “Geschwindigkeit” verbunden ist.
    (Sonst käme wohl z.B. ein Autoreifen auf die Idee, dass sich die Straße “bewegte”.)

    Richtig unterschieden wäre es allenfalls zu sagen, dass “die unbekannte Quelle sich mit einem bestimmten Wert scheinbaren Geschwindigkeit scheinbar bewegt “,
    oder besser gleich, dass “für die unbekannte Quelle (deren Bewegung noch genauer festzustellen wäre) ein Wert ihrer scheinbaren Geschwindigkeit von etwa 4 c ermittelt wurde”.

    Im folgenden ist überhaupt nicht mehr zu erkennen, ob und welche definierten Messgrößen (bzw. deren festgestellter Werte) gemeint sind:

    […] können Beobachtungs- bzw. Projektionseffekte dafür sorgen, dass es von uns aus gesehen so aussieht, als würde sich das Material schneller als das Licht bewegen, obwohl das in Wahrheit nicht der Fall ist

    Es trifft lediglich zu, dass “es von uns aus gesehen so aussieht”, also aus den uns gegebenen Beobachtungsdaten zu ermitteln war, dass “an apparent proper motion of ~0.2mas/day” vorlag,

    dass man diesen Wert der “Veränderungsrate der Beobachtungsrichtung” ggf. mit einem bestimmten Distanzwert multiplizieren mag,

    und dass, wie in Wikipedia skizziert, ggf. bestimmte Zusammenhänge zu Messwerten der Geschwindigkeit des genannten “Materials” (und uns, gegenüber einander) bestehen. (Solche Zusammenhänge mag man wohl als “Beobachtungs- bzw. Projektionseffekte” bezeichnen.)

  18. #19 Florian Freistetter
    10. Juni 2010

    @Wappler: Man muss die Dinge nicht komplizierter machen als sie sind…

  19. #20 Frank Wappler
    11. Juni 2010

    @ Freistetter: Mach die Dinge in einem blog so einfach wie in einem paper,
    dann macht sich die review dieser Dinge in einem paper so einfach wie in einem blog.

  20. #21 Florian Freistetter
    11. Juni 2010

    @Wappler: Mein Blog ist aber nunmal keine Fachzeitschrift.

    Und jeder hier hat verstanden, wie das mit der apparent velocity gemeint war. Ich hätte natürlich auch noch ne mehrseitige Abhandlung über Geometrie, Sprache und Physik einschieben können um die Leute so richtig zu verwirren…

  21. #22 Frank Wappler
    11. Juni 2010

    Florian Freistetter schrieb (11.06.10 · 09:32 Uhr):

    > Mein Blog ist aber nunmal keine Fachzeitschrift.

    Um so notwendiger scheint es, die eventuellen begrifflichen Grundlagen der Worte zu beleuchten, die Dein Blog einsetzt.
    (Und bei der Gelegenheit desgleichen natürlich auch für entsprechende Fachpublikationen, deren Wort- und Bilderwahl der Deinen mehr oder weniger auffallend ähnelt.)

    > Und jeder hier hat verstanden, wie das mit der apparent velocity gemeint war.

    Es ist zu bezweifeln, dass jeder hier verstanden hat, was mit der Messgröße “scheinbare Geschwindigkeit” (insbesondere in Unterscheidung und Vergleich zu “Geschwindigkeit“) gemeint ist,
    solange der Artikel Phrasen wie “sich mit … bewegen” oder “dass es von uns aus gesehen so aussieht, als …” unterschiedslos auf Mess- oder Erwartungswerte dieser beiden angeblich verschiedenen Messgrößen anwendet.

    (Aber jedenfalls schönen Dank für die Links …)

    > Ich hätte natürlich auch noch ne mehrseitige Abhandlung über Geometrie, Sprache und Physik einschieben können um die Leute so richtig zu verwirren…

    Es reichte ja schon weit, einfach so zu schreiben, als hätte man mal Abhandlungen über Geometrie, Sprache und Physik zur Kenntnis genommen oder wäre in der Lage, solche zu verfassen …

  22. #23 Bullet
    11. Juni 2010

    also ich hab “apparent velocity” auch so und ohne Belehrung verstanden. Ich hab jetzt in letzter Zeit gerade diesen Blog einigen Leuten empfohlen, gerade WEIL hier eine Menge Krümelkackerei hinten runterfällt, die meine Adressaten nur verwirren würde. Ich fänds schade, wenn die Leute wieder abspringen, weil plötzlich der Stil zu dem eines Fachmagazins schwenkt.

    *my 5 c*

  23. #24 Astrotux
    11. Juni 2010

    Also ich verstehe Florian sehr gut und weis auch als nicht-Fachmann (kein Studium nur ein Amateur) sehr gut was gemeint ist. Dagegen das was Herr Wappler von sich gibt wie

    solange der Artikel Phrasen wie “sich mit … bewegen” oder “dass es von uns aus gesehen so aussieht, als …” unterschiedslos auf Mess- oder Erwartungswerte dieser beiden angeblich verschiedenen Messgrößen anwendet.

    ..ähh, wie bitte? Ich muss dreimal lesen, damit ich einmal weis was gemeint ist. Aber ich bin ja auch nur ein dummer Amateur.
    @Florian: Bitte weiter so, auf so hochgestochenes Geschwafel kann ich gerne verzichten.

  24. #25 JensM
    11. Juni 2010

    Ich kann mich der Meinung meiner Vorkommentoren auch nur anschließen. Ich bin ebenfalls nur ein Laie, aber dennoch sehr interessiert an der Materie. Florians Schreibstil verstehe selbst ich (meistens) und was ich nicht verstehe kann ich noch recherchieren.

    Bei den Kommentaren vom Herrn Wappler verstehe ich erst mal so gut wie garnichts. Um dafür zu recherchieren müsste ich wohl einen vollen Tag einplanen.

    Ich denke der Titel des blogs Astrodicticum SIMPLEX soll grade verdeutlichen, dass hier Wissenschaft nicht hochkompliziert erklärt wird. Wer ist eigentlich die Zielgruppe? Langjährige und verdiente Wissenschaftler oder unbedarfte aber interessierte Laien wie ich? 🙂

  25. #26 Bullet
    11. Juni 2010

    *hüstel*
    Das mit dem Astrodicticum hat Florian mal erklärt.
    *Dein Einsatz, Herr F. – der Link bitte*

    Das Gerät hieß so.

  26. #27 gänseblümle
    11. Juni 2010

    Dazu fällt mir nur das ein!

    Bei der intendierten Realisierung der linguistischen Simplifizierung des regionalen Idioms resultiert die Evidenz der Opportunität extrem apparent, den elaborierten und quantitativ opulenten Usus nicht assimilierter Xenologien konsequent zu eliminieren!

    Und ja, dies entstammt nicht aus meinem eignen Hirn. Was wöllt ich hier, wenn ich ohnehin schon alles weiß, uuups? Ist ihn langweilig Herr Wappler?

  27. #28 Frank Wappler
    11. Juni 2010

    Astrotux schrieb (11.06.10 · 12:04 Uhr):

    > was Herr Wappler von sich gibt […] Ich muss dreimal lesen, damit ich einmal weis was gemeint ist.

    O.k.

    Und das, was ich schon oben aus dem Artikel zitiert habe …

    […] können Beobachtungs- bzw. Projektionseffekte dafür sorgen, dass es von uns aus gesehen so aussieht, als würde sich das Material schneller als das Licht bewegen, obwohl das in Wahrheit nicht der Fall ist

    … Wie oft hast Du lesen müssen (natürlich im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Artikeltext, und meinentwegen auch unter Kenntnisnahme des danachfolgenden Links) bis Du gemeint hast zu wissen, was das meint?

    Und wohl noch interessanter:
    weißt Du nun, was das meinen soll (falls überhaupt etwas Bestimmtes) ??

    Einige Testfragen (zur Selbstkontrolle):

    Geht es um Material (bzw. im restlichen Artikeltext auch “Objekt” oder “Quelle” genannt), das sich (uns gegenüber) langsamer als Licht bewegt?

    Sieht dieses Material von uns gesehen so aus, wie Material aussehen würde, das sich (uns gegenüber) langsamer als Licht bewegt?

    Lässt sich die Richtung zumindest abschätzen (gegenüber unserer Beobachtungsrichtung auf dieses Material) in der sich dieses Material uns gegenüber bewegt?

    Und bei besonderem Interesse:
    Wie wäre (zumindest im Prinzip) vorzugehen, um festzustellen, welche Bewegung dieses Materials gegenüber uns in Wahrheit der Fall war?

  28. #29 HO
    11. Juni 2010

    Es reichte ja schon weit, einfach so zu schreiben, als hätte man mal Abhandlungen über Geometrie, Sprache und Physik zur Kenntnis genommen oder wäre in der Lage, solche zu verfassen …

    Sie haben das Problem erkannt. Herr Freistetter ist einfach nur zu stupiden Pauschalisierungen zu gebrauchen. Das ist ja auch DAS Problem in diesem Blog.
    – Gott gibt’s nicht
    – Alternative Medizin ist per se falsch, hilft nicht und ist Abzocke
    – Esoteriker sind allesamt Verbrecher
    – etc. pp

    Korreliert eig. das Weltbild mit der eigenen Intelligenz? Ich denke schon.

    H.O

  29. #30 Florian Freistetter
    11. Juni 2010

    @HO: Hab ich sie jetzt eigentlich schon gesperrt? Sie sind Ogmann, oder? Und ich würde sie bitte, offtopic-Diskussion zu unterlassen. Hier gehts um Radioastronomie der M82-Galaxie. Haben sie was dazu zu sagen oder wollen sie nur stänkern?

  30. #31 HO
    11. Juni 2010

    Sie können mich ja wieder aus zweifelhaften Gründen sperren. Ich kritisiere und beleidige nicht! Maximal in dem Maß, das hier in ihren Reihen als normal gilt um Andersdenkende verbal anzugehen. Also seien SIE nicht dünnhäutig.

    Und nein, zu diesem Thema hier habe ich nichts Weiteres zu sagen.

  31. #32 S.S.T.
    11. Juni 2010

    @H.Oger
    Außer Pauschalisierungen und Beleidungen war in der Tat bisher von Ihnen nichts zu lesen. Inhaltlich eben ein glatte Nullnummer.

    Zu Ihrem Beitrag HO· 11.06.10 · 18:37 Uhr:
    Dass Eso-Esel “allesamt” Verbrecher sind, halte ich für ein wenig übertrieben, ansonsten volle Zustimmung zu Ihren Punkten, insbesondere zu “-etc.pp”.

  32. #33 Jesus
    11. Juni 2010

    Dafür gibt es nur eine Erklärung:
    CHUCK NORRIS!

  33. #34 Qualtum
    16. Juni 2010

    @ H.O.

    Das Herr Freistetter das so sieht ist nicht das Problem,es ist sogar gut die Dinge
    immer von mehreren Seiten zu beleuchten, aber diese ganzen
    dumpfbackigen Nachbabbler hier im Forum (offentsichtlich vollig erfahrungs und ahnungslos)
    machen mir wesentlich mehr Angst, denn das ist die Masse.

  34. #35 Bullet
    16. Juni 2010

    Ah ja. Im Gegensatz zu dir, der Weisheit mit Löffeln frißt und mir demzufolge erklären kann, was der Synchronisationsstrahl ist, auf welchem physikalischen Mechanismus Homöopathie beruht und wie du Nachbabbler von Leuten unterscheidest, die alle “2+2=4 im Rahmen der Schularithmetik” sagen. Was korrekt ist, ist auch dann noch korrekt, wenn es viele sagen.

  35. #36 Qualtum
    16. Juni 2010

    @ Bullet
    Da fühlt sich aber einer angesprochen was?
    Seht Ihr, genau das meine ich.
    Auf welcher meiner FACHLICHEN Aussagen beruht denn sonst diese Aggressivität?

    ( vielleicht nochmal lesen)

  36. #37 cydonia
    16. Juni 2010

    Es fühlt sich überhaupt niemand angesprochen, aber leider hast Du ja nun mal beschlossen, Deinen Blödsinn hier zu posten, und dann ist er eben da.
    Und wenn man den Schrott nochmal liest, ist er nicht mal mehr zum Lachen.
    Aber immerhin hast Du zur internen Statistik beigetragen:
    Prozentsatz der poster, die Homöopathie gut finden, und wirklich gar keine Ahnung haben:
    100
    Wir warten immer noch auf Leute, die den Schrott glauben, obwohl sie ihr Hirn nutzen können.

  37. #38 Bjoern
    16. Juni 2010

    @Qualtum:

    …aber diese ganzen
    dumpfbackigen Nachbabbler hier im Forum (offentsichtlich vollig erfahrungs und ahnungslos) …

    Wie wär’s statt allgemeinen Beschuldigungen und Beleidigungen mit konkreten Beispielen? Wer hat wo was “dumpfbackig nachgebabbelt”, wer hat wo und wie gezeigt dass er “offentsichtlich [sic] vollig [sic] erfahrungs [sic] und ahnunglos” ist?

  38. #39 Ronny
    16. Juni 2010

    Hm, also, erst als ich das Hirn eingeschaltet habe und Homöopathie von verschiedenen Seiten beleuchtet habe wurde mir klar: Bullshit.

    Vorher hätte ich mir dieses Urteil nicht erlaubt, denn die Möglichkeiten die sich hier bieten würden wären sehr gut. Nur leider: geht nicht.

    Nachplappern ? Zu gerne würde ich Florian bei einem Fehler erwischen, aber leider ist es schwer seine Analysen zu widerlegen. Bei ihren oben angeführten Punkten ist dies einfach.

  39. #40 Florian Freistetter
    16. Juni 2010

    @Alle: Homöopathie ist nebenan – hier gehts um Radioastronomie.

  40. #41 cydonia
    16. Juni 2010

    Oooch, ich wollte doch sehen, ob ers selber merkt…

  41. #42 Bullet
    16. Juni 2010

    @Qualtum:

    Auf welcher meiner FACHLICHEN Aussagen beruht denn sonst diese Aggressivität?

    Wo hast du eine “fachliche Aussage” getätigt? ansonsten: siehe Bjoern.

  42. #43 Florian Freistetter
    16. Juni 2010

    Dieter Broers hat jetzt übrigens den angekündigten Beitrag über M82 (nicht) geschrieben. Darin sagt er interessante Sachen:

    “Während ich an dem Beitrag über die “Mysterious Radio Waves” aus unserer Nachbargalaxis M82 schrieb, hatte ich das Gefühl, dass diese Aktion relativ nutzlos sein würde.
    (…)
    Legt bitte immer öfter den Denker in Euch einmal zur Seite…Genau dieses habe ich soeben getan.”

    Erstaunliche Erkenntnisse 😉 (Ich vermute mal, Broers hat zu dem Thema in der Zwischenzeit doch sowas ähnliches wie ne Primärquelle in die Hand bekommen und gecheckt, dass es sich nicht wirklich für seine Eso-Theorien eignet…)

  43. #44 Bullet
    16. Juni 2010

    *Kicher* … das is ja mal ‘n toller Artikel. Was kommt raus, wenn man es aufs Wesentliche verkürzt?

  44. #45 H.M.Voynich
    16. Juni 2010

    @Bullet:
    “Wie ihr bemerken könnt, sind wir hierdurch auch nicht schlauer als zuvor.”

  45. #46 cydonia
    16. Juni 2010

    Broers heideggert ja ganz gewaltig, aber das hat selbst Heidegger nicht verdient.
    “Legt bitte immer öfter den Denker in euch einmal zur Seite”
    Damit wir so enden wie Broers höchstpersönlich, als hirnerweichender Zombie? Ok, er wünscht sich mehr Käufer für seine Bücher, und da sind denkende Menschen ihm natürlich ein Dorn im Auge: an denen verdient er nämlich nichts.
    Aber Broers, die Anfangserkenntnis der Nutzlosigkeit Deines Tuns ist schon ganz gut und lässt uns hoffen.