Jetzt scheint der Sommer ja endlich begonnen zu haben; in den warmen Nächten kann man daher also nun auch mal länger draussen bleiben und wenn es dann dunkel ist vielleicht auch irgendwann mal den Blick zum Himmel richten. In den allermeisten Fällen wird man – dank der Lichtverschmutzung – dort nichts sehen. Ist man aber weitab von Städten und Lichtern, und ist der Himmel klar, dann erwartet einen ein fantastischer Anblick. Zum Beispiel so einer:

i-047dea2f9b43d39839126256708445bf-Alamut-Babak1-thumb-500x500.jpg

Hu! Sowas sieht man selten. Zumindest in Mitteleuropa. Dieses Bild wurde aber im Iran aufgenommen und zeigt den Himmel über der Festung Alamut. Man sieht hier nicht nur jede Menge Sterne sondern auch die Milchstrasse und sogar die dunklen Wolken die das Licht aus dem Zentrum der Galaxie verbergen. Das befindet sich übrigens in diesem Bild rechts unten (und entgegen diverser Behauptungen mancher Esoteriker werden wir 2012 auch nicht in diese “dunklen Spalten” fallen).

Der helle Stern oben in der Bildmitte ist übrigens Vega und was man sonst noch alles auf diesem Bild sehen kann, ist hier nochmal genau erklärt:

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Ein wirklich wunderbarer Anblick. Und kaum zu glauben, dass vor noch nicht allzu langer Zeit so ein Sternenhimmel noch so gut wie überall sichtbar war…


Kommentare (30)

  1. #1 Joel
    25. Juni 2010

    nice!!!

    btw sehr interessante Podcastfolge mit Ihnen bei “Elementarfragen” (Astronomie 1)!!
    Kommt da noch ein zweiter Teil? *hoff*

  2. #2 Florian Freistetter
    25. Juni 2010

    @Joel: Da musst du den Macher von Elementarfragen fragen. Ich selbst hab nix dagegen mich interviewen zu lassen 😉

  3. #3 Snofru
    25. Juni 2010

    Ist das mit bloßem Auge sichtbar? Oder is das Bild aufgearbeitet oder besonders lang belichtet?

    Hier ist übrigens auch noch ein schönes:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:360-degree_Panorama_of_the_Southern_Sky.jpg

  4. #4 danker
    25. Juni 2010

    Lange Belichtung kann es eigentlich nicht sein, da sonst die Sterne Streifen wären. Denke ein sehr sehr Licht empfindlicher Film wurde verwendet oder eine sehr Licht empfindliche (teure) Digicam.

  5. #5 lambda
    25. Juni 2010

    @danker: Naja, nur weil keine Streifen zu sehen sind, heißt das nicht, dass es keine (Langzeit-)Belichtung gab. Es gibt sowas wie eine Nachführung des Teleskops mit einem Motor an der Montierung. Daher sieht man an sich keine Streifen der Sterne, da diese Bewegung “gleich” für alle Sterne ist. Objekte, die dieser Bewegung nicht folgen, erscheinen als Streifen wie in dem Bild in der oberen rechte Bildhälfte. War vielleicht ein Komet oder so.

  6. #6 Christian A.
    25. Juni 2010

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, so einen Sternenhimmel in Echt sehen zu können. Wenn das Bild wirklich wirklich ist, dann bin ich verdammt traurig, dass unsere Zivilisation einen solchen Anblick nicht mehr erlaubt! :’-(

    (Disclaimer: Nicht, dass ich die technische Zivilisation wegwünsche. Im Gegenteil, ohne sie könnte ich wahrscheinlich gar nicht mehr wünschen, und äh … sagen wir mal so: Ich hätte wahrscheinlich auch nicht die Muße, darüber traurig zu sein)

  7. #7 Stefan Taube
    25. Juni 2010

    @danker: “Lange Belichtung kann es eigentlich nicht sein, da sonst die Sterne Streifen wären.”
    Ja, würde man einfach nur lange belichten, würden die Sterne zu Strichspuren verarbeitet. Der Fotograf hat daher sicherlich eine Montierung für die Kamera verwendet, die sich mit der Himmelsdrehung mitbewegt, eine sogenannte Nachführung.

    @Florian: Eigentlich ist der Winter besser zum beobachten finde ich. Es wird früher und vor allem richtig dunkel und der Himmel ist oft klarer. Nur außer Sternfreunden ist natürlich im Winter niemand nachts draußen um das zu genießen 😉

  8. #8 Quh
    25. Juni 2010

    Lichtstarkes Objektiv (F1,4…)
    Iso 800 aufwärts (je besser der Chip, desto rauschärmer auch bei hohen ISO Werten)
    Belichtung maximal 30Sekunden (ab da werden Sterne langsam länglich 😉 )

    Im Sommer könnten wir in Mitteleuropa auch ohne Lichtverschmutzung sowas nicht sehen. Dazu sind wir zu nördlich. Die Astronomische Dämmerung dauert z.Zt. die ganze Nacht.
    In Süddeutschland wäre das schon bedeutend besser 😉

  9. #9 Stefan Taube
    25. Juni 2010

    @Christian A. Ich denke schon, dass das Bild wirklich wirklich ist 😉 Keine Frage, es ist wirklich gradios, aber wenn Du Dich mal auf dieser Seite durch das Archiv klickst http://astronomy.fm/aapod/ siehst Du, was mit Amateurmitteln alles möglich ist. Zu der Zeit, als Edwin Hubble die Galaxienflucht entdeckt hat, hatten Profiastronomen bei weitem nicht die Möglichekiten, wie Amateure heute.

  10. #10 Jürgen Schönstein
    25. Juni 2010

    @Stefan Taube

    Der Fotograf hat daher sicherlich eine Montierung für die Kamera verwendet, die sich mit der Himmelsdrehung mitbewegt, eine sogenannte Nachführung.

    Aber müssten dann nicht die Felsen im Vordergrund verwischt sein? Meine Augen sind zwar auch nicht mehr das, was sie mal waren, aber mir kommt der Vordergrund erstaunlich scharf vor.

  11. #11 danker
    25. Juni 2010

    Jub, bei einer Nachführung würde die Umgebung bzw der Berg im Bild nicht mehr klar sein.
    Eine Nachführung beim ganzen Himmel müsste sich die Kamera auch neben einer linearen Bewegung in sich drehen.

    Denke aber das Bild wurde noch etwas aufgepäppelt, Kontraste und so verstärkt. Den sonst müssten solche Bilder von zB Chile und dem VLT bekannt sein.

  12. #12 derari
    25. Juni 2010

    Passt überhaupt nicht zum Thema, ist aber ein schöner Artikel (finde ich): http://restructure.wordpress.com/2010/06/11/scientists-are-normal-people-children-discover/

  13. #13 Stefan Taube
    25. Juni 2010

    Auch wieder wahr. Dann hat er oder sie es eben gemacht, wie von Quh beschrieben.

  14. #14 derari
    25. Juni 2010

    Ähem. Mein RSS macht seltsame Sachen…
    Ich dachte mir schon das Florian dazu was schreiben würde, aber irgendwie kam der Artikel bei mir nicht an…

  15. #15 martin
    25. Juni 2010

    Das sieht so unwirklich aus – das soll echt sein? Warum ist der Himmel den eigentlich lila? Soll man im Iran den Himmel wirklich mit bloßen Augen so sehen können?

  16. #16 Florian Freistetter
    25. Juni 2010

    @danker: “Den sonst müssten solche Bilder von zB Chile und dem VLT bekannt sein.” Gibts doch: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:360-degree_Panorama_of_the_Southern_Sky.jpg 😉

  17. #17 danker
    25. Juni 2010

    @Florian Freistetter
    Thx! Nettes Bild 🙂 Auf dem sehen die Farben auch viel echter aus.
    In der Beschreibung wurde auch gesagt wie es gemacht wurde:

    The image was made from 37 individual frames with a total exposure time of about 30 minutes, taken in the early morning hours.

    Die 30 min Belichtung ergibt schon eine Verzerrung der Sterne, dann würde ich bei dem Bild hier auf ca. 20min tippen.

  18. #18 Robert
    25. Juni 2010

    In Dresden kann ich z.B. genügend Sterne sehen, die Milchstraße aber nicht. Wenn ich nach Hause fahre (im Erzgebirge nahe der Tschechischen Grenze), kann ich die Milchstraße sehr schön sehen und noch dazu wesentlich mehr Sterne. Eine Freundin von mir, die in Stuttgart wohnt freut sich jedes mal wenn sie wiedermal Heim kommt, dass sie überhaupt ein paar Sterne sieht 😀

  19. #19 Florian
    25. Juni 2010

    @Stefan Taube
    Außerdem gibt es im Winter keine Mücken.

  20. #20 gänseblümle
    26. Juni 2010

    Das Bild ist ja der Kracher 🙂 Sieht aus wie aus einem PC-Spiel.

    Hier mal ein Bild aus einem Game .. find das sieht fast ähnlich aus.

    http://pic.leech.it/pic.php?id=d0f2051cnagrand.jpg

    Finde die Himmel mit den Nordlichtern auch sehr schön..

  21. #21 Maxim
    26. Juni 2010

    Immer wieder faszinierend solche Fotos zu sehen. Es macht mich aber auch immer wieder traurig, dass man hier mitten in Deutschland meistens nur handvoll Sterne am Himmel sieht.

  22. #22 Karl Mistelberger
    26. Juni 2010

    Das Gejammere zeigt nur, dass die Raunzer selten in den Himmel gucken: http://www.herzberger-teleskoptreffen.de/skyguide/grenzgr.php

  23. #23 cubefox
    26. Juni 2010

    Das Bild wurde mit einer verlängerten Belichtungszeit aufgenommen, sonst würde man die Milchstraße nicht so detailliert sehen (das wäre nicht mal in Chile möglich). Das sieht man auch am Felsen, auf dem Farben gut zu erkennen sind: Bei normaler Belichtungszeit wäre das nicht oder kaum der Fall. Der Strich der im Bild zu sehen ist, ist ein Satellit oder ein Flugzeug. Eine “Nachführung” ist bei diesem Bild übrigens nicht notwendig gewesen. Da die Belichtungszeit für so ein Bild (großes Objektiv und empfindlicher Sensor vorausgesetzt) nur einige Minuten dauert, verwandeln sich die Sterne auch nicht in Striche.

    Ähnliche Bilder sind übrigens — trotz Lichtverschmutzung — auch in Europa möglich. Größere Ortschaften dürfen aber nicht in der Nähe sein.

  24. #24 gänseblümle
    27. Juni 2010

    Das Leuchten auf dem Boden dahinter interessiert mich! Was ist das?
    Gut erklärt Cubefox.

  25. #25 Florian Freistetter
    27. Juni 2010

    @gänseblümle: Das werde wohl irgenwelche Häuser o.ä. sein; mit künstlicher Beleuchtung.

  26. #26 gänseblümle
    27. Juni 2010

    Ja dachte ich mir schon, aber wollte es spezifischer, weil cubefox auch meinte, es dürfen keine größeren Ortschaften in der Nähe sein. Aber egal, eigentlich unwichtig.
    Find das Foto echt klasse, fesselt einen extrem. Ich hab das jetzt auf meinem Dt und …ach schöööön !

  27. #27 Florian Freistetter
    27. Juni 2010

    @gänseblümle: Wenn du dir die Gegend bei Google Maps anschaust (und auch die Fotos, die es dort gibt), dann scheint es dort zumindest ein kleines Dorf zu geben: http://maps.google.de/maps?t=h&ie=UTF8&layer=x&g=36.444722,50.586389&sll=36.444722,50.586389&sspn=0.01,0.01&ll=36.444761,50.586548&spn=0.024511,0.031071&z=15

  28. #28 gänseblümle
    27. Juni 2010

    Hey danke 🙂 okay ein kleines Dorf. Mensch, fraglich wie die da leben, sind ja nur Berge drum rum!

  29. #29 cubefox
    30. Juni 2010

    Das gespenstische Leuchten des Dorfes kommt sicher von der erhöhten Belichtungszeit.

  30. #30 Ockham
    4. Juli 2010

    Wunderbares Photo! Wenn ich den Himmel mit bloßen Augen genießen will, dann fahre ich mit dem Boot raus. Kein Licht, kein Lärm (je nach Wellengang) nur Wasser und Himmel! Kann ich nur empfehlen.