In letzter Zeit häufen sich die faszinierenden Bilder aus dem All. Bei Skyweek 2.0 gab es gestern 13 tolle Bilder; und über die coolen Blitze und Perseiden habe ich ja berichtet. “Schön” oder “toll” ist für das, was MODIS (Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer) Instrument auf den NASA-Satelliten Terra und Aqua aufgenommen hat nicht wirklich das richtige Wort. Denn diese Bilder zeigen, wo auf der Erde gerade die Wälder brennen…

So sieht die aktuelle Situation aus:

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Bild Credits:Fire maps created by Jacques Descloitres, MODIS Rapid Response System at NASA/GSFC. Fire detection algorithm developed by Louis Giglio. Fire locations produced by the MODIS Rapid Response System since mid-2001. Fire locations for 2000 and 2001 produced by the MODIS Adaptative Processing System (MODAPS) at NASA/GSFC and collected by the Geography Department of University of Maryland. Background image: Blue Marble created by Reto Stokli.

Jeder rot/gelbe Pixel zeigt einen Ort an, an dem in den letzten 10 Tagen ein Feuer registriert wurde (rot sind Ort mit wenig Feuer; gelb die mit mehr Bränden). Momentan ist in Afrika jede Menge los – und auch in Südamerika und natürlich Russland. Aber wer jetzt erschreckt ist von dieser großen Anzahl an Bränden (oder gar HAARP oder Nibiru oder sonst irgendeinen Unsinn dafür verantwortlich macht), der kann sich ja mal im Archiv umsehen. Genau vor einem Jahr hatten wir diese Situation:

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Also wieder jede Menge Brände in Afrika und Südamerika; weniger in Russland aber dafür mehr in Indonesien und Alaska. Buschfeuer und Waldbrände sind nicht so selten wie man denkt…

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Kommentare (11)

  1. #1 olsch
    14. August 2010

    Irgendwie fehlt hier was:
    “”Schön” oder “toll” ist für das, was MODIS (Moderate-resolution Imaging Spectroradiometer) Instrument auf den NASA-Satelliten Terra und Aqua aufgenommen hat.”
    Da könnte noch ein ” … das falsche Wort” oder so dahinter.

    Ansonsten sehr interessant, wie immer.

  2. #2 MartinS
    14. August 2010

    @Florian
    Schließe mich @olsch an; In dem Satz fehlt was.
    Gibt es eigentlich eine Statistik,bei der man herausfinden kann, ob die Brände ‘gelegt’ wurden (zwecks Rodung, Bauland etc).
    Oder ist das schlicht ‘natürlich’, dass die halbe Erde in Flammen steht?

  3. #3 Anhaltiner
    14. August 2010

    Wald und Buschbrände gabs wohl schon immer, einige Planzen haben sich darauf eingestellt. Wie hoch der menschliche Anteil mittlerweile nun ist weis ich allerdings nicht.

  4. #4 Florian Freistetter
    14. August 2010

    Wikipedia sagt, dass nur 4% der Waldbrände natürliche Ursachen haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Waldbrand#Ursachen

  5. #5 MartinS
    14. August 2010

    @Florian
    Danke für die Antwort – aber ich hätte sie lieber nicht erfahren! Das ist ja mehr als erschreckend! Vom Amazonas-Becken hört man ja immer wieder, aber dass Afrika genauso brennt, war mir neu.

  6. #6 Matthias
    14. August 2010

    Afrika ist sogar wesentlich stärker betroffen. Es ist global sogar die Region, in der die größten Brandflächen auftreten. Im Mittel brennen in Afrika südlich des Äquators 125 Mha pro Jahr, in Afrika nördlich des Äquators sogar 131 Mha, während es in Südamerika “nur” ca. 24 Mha/Jahr und im borealen Asien (Russland) nur ca. 7 Mha sind.

    –> http://www.biogeosciences.net/7/1171/2010/bg-7-1171-2010.html

  7. #7 MartinS
    14. August 2010

    @Matthias
    Ich bin zu faul, mir jetzt die ganzen Karten über die Jahre anzusehen (shame on me!), aber nur der Kartenvergleich, den Florian eingestellt hat, zeigt doch die gleichen Regionen. Ist die Karte nicht detailiert genug, oder warum brennen immer die selben Gegenden?

  8. #8 Matthias
    14. August 2010

    Das sind klimatische und menschliche Gründe. Erstmal muss ja das geeignete Wetter für Brände da sein. Brände entstehen ja in der Regel nur bei großer Trockenheit (trockene Streu und Vegetation, hohe Temperaturen, Wind zur Ausbreitung). Und solche Bedingungen treten z. B. in Afrika immer jährlich zur Trockenzeit auf (in Nordafrika/Sahel im Nordwinter, im südlichen Afrika im Nordsommer, in der mediterranen Zone im Nordsommer). Damit Brände unter solchen Bedingungen dann aber auch entstehen, muss es noch Entzündungen geben. Natürlich ist das v.a. Blitzschlag, selten auch Eelbstentzündung und menschlich sind das Gründe wie Brandrodung oder Unachtsamkeit.
    Ob die Brände dann groß werden, ist auch wieder eher gesellschaftlich gesteuert. In Afrika gibt es kaum Mittel Brände zu bekämpfen, daher erreichen die dort auch Rekordgrößen. Ein anderes Beispiel: aufgrund der klimatischen Lage müsste man in Russland, Kanada und Alaska etwa gleich viel Brände erwarten. Die meisten treten jedoch in Russland und die wenigsten in Kanada auf, was daran liegt, dass die Kandier ein effizientes Feuer-Management haben während in Russland nach dem Zusamenbruch der Sowjetunion für Feuerbekämpfung kaum Geld da ist. Daher nahmen die jährlichen Brandflächen in Russland auch in den letzten 20 Jahren im Vergleich zum Vorzeitraum extrem zu.

  9. #9 MartinS
    15. August 2010

    @Matthias
    Wie verträgt sich Deine Erklärung mit der Zahl die Florian (Wikipedia) gemeldet hat? Nur 4% der Brände sind ‘natürlich’.?

  10. #10 Matthias
    15. August 2010

    Das verträgt sich. Denn auch der Mensch legt in der Regel nur Brände, wenn das entsprechende Wetter dazu da ist. In der Regenzeit wird kaum jemand ein Feuer legen bzw. es entzündet sich dann nicht und kann sich nicht ausbreiten.

  11. #11 Roald
    27. August 2010

    Ich bin etwas verwundert über die Waldbrände in Arabien und in der Sahara. Könnte es sein, dass auch das Abfackeln von Erdgas in manchen Regionen eine Rolle spielt?