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Noch läuft alles gut am CERN und am großen Teilchenbeschleuniger LHC (der nicht gefährlich ist!). Nach den technischen Schwierigkeiten am Anfang läuft jetzt alles wieder und die ersten Ergebnisse laufen ein. Aber es gibt wieder Probleme – nicht mit den Maschinen; die sind in Ordnung. Aber die Regierungen der Mitgliedsländer wollen nicht mehr so viel Geld bezahlen und zwingen das CERN zu Einsparungen. Der Budgetentwurf für die Jahre 2011 bis 2015 hat zu großen Diskussionen geführt und nun wird das CERN etwa 135 Millionen Franken (ca. 105 Millionen Euro) weniger zur Verfügung haben. Um keine Experimente absagen zu müssen hat sich CERN-Direktor Rolf-Dieter Heuer dazu entschlossen, 2012 sämtliche Teilchenbeschleuniger ein Jahr lang pausieren zu lassen um so Kosten zu sparen.

Als Grund für die Einsparungen wird die Wirtschaftskrise angegeben. Wirklich? Also die Geschichte, wo die Bänker Milliarden verspekuliert haben und die Regierungen sofort ebenfalls unzählige Milliarden auftreiben konnten, um die Verluste der Banken wieder auszugleichen? Und deswegen bekommt das CERN jetzt weniger Geld? Man muss sich mal die Größenordnungen überlegen. Es geht um 105 Millionen Euro. Verteilt auf 5 Jahre. Verteilt auf 20 Mitgliedsstaaten. Das sind gerade mal 20 Millionen Euro pro Jahr! (und wenn ich das noch einfach durch die Zahl der Mitgliedsländer teile, dann ist es nur noch eine Million Euro pro Jahr und Mitgliedsland; in der Realität sind die Beiträge aber unterschiedlich hoch).

20 Millionen Euro sind im Budget eines Landes nicht wirklich viel. Das ist zum Beispiel das, was der Ex-Chef der Post, Klaus Zumwinkel, als Pension bekommt. Das ist das, was Hamburg an denSelbstanzeigen von Steuerhinterziehern eingenommen hat. Das ist das, was die Parteien an Spendengeldern aus der Wirtschaft bekommen haben. Projekte wie Stuttgart 21 sind 200 Mal teurer. 20 Millionen sind – zumindest aus nationaler Sicht – nicht wirklich viel. Es ist aber enorm viel für eine wissenschaftliche Einrichtung! Mit 20 Millionen lässt sich da einiges an Forschung anstellen.

Aber nun ja leider nicht. Immerhin – es werden keine Experimente gestrichen und keine Leute entlassen. Aber wenn 2012 überhaupt keine Beschleuniger mehr laufen und keine neuen Daten produzieren, dann ist ein harter Schlag für viele Wissenschaftler. Ok, der LHC sollte 2012 sowieso pausieren; wegen geplanten Wartungsarbeiten. Aber am CERN gibts ja nicht nur den LHC, da stehen noch viele andere Beschleuniger und es wird noch jede Menge andere Forschung betrieben. Vor allem kommen dorthin Unmengen an Gastwissenschaftlern aus aller Welt – und die stehen nun dumm da. Die Doktoranden und Diplomanden müssen hoffen, dass in den nächsten beiden Jahren genug Daten anfallen, damit sie ihre Arbeiten beenden können – ansonsten werden sie wohl eine Zwangspause einlegen müssen und ihr Studium erst später beenden können.

Ich versteh ja, dass nicht beliebig viel Geld vorhanden ist und das manchmal einfach gespart werden muss. Aber warum immer bei der Grundlagenforschung? Sind die Politiker wirklich so kurzsichtig und sehen nicht, wie wichtig Grundlagenforschung ist (Auch der ehemalige österreichische Wissenschaftsminister Hahn wollte ja kein Geld mehr für CERN ausgeben)? Oder meinen sie, dass die Bevölkerung Einsparungen bei der Wissenschaft eher akzeptieren weil den meisten Leuten nicht wirklich bewusst ist, was diese Einsparungen für Folgen haben können (siehe dazu den äußerst lesenswerten Artikel bei Gizmodo)? Und vor allem: 20 Millionen! Sowas wird anderswo mal eben locker für unsinnige Vorhaben und Projekte verschwendet – aber einer internationalen Forschungseinrichtung, die damit wirklich was Sinnvolles anfangen könnte: der nimmt man dieses Geld weg?

Manchmal versteh ich Politik nicht wirklich… Aber die ganze Geschichte zeigt wieder mal, wie wichtig die wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit ist. Wissenschaft braucht eine Lobby und Wissenschaft braucht Rückhalt in der Bevölkerung. Aber die hat leider immer weniger Ahnung von Wissenschaft und ob Gelder für die Forschung gekürzt werden oder nicht ist den meisten relativ egal. Dabei ist Grundlagenforschung wirklich wichtig – für jeden! Das zeigt dieses Zitat von Carl Sagan sehr schön (mehr dazu ist im oben verlinkten Gizmodo-Artikel nachzulesen):

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Kommentare (105)

  1. #1 Lichtecho
    8. September 2010

    Soll das ein Witz sein? Die knausern um 105 Millionen Euro? Ich benutze das Wort ja nur ungern, aber so wie Florian das richtig darstellt sind 105 Millionen Euro wirklich nur Peanuts. Norbert Bolz hat schon recht, Politiker leben in einer Parallelgesellschaft.

  2. #2 Christian W
    8. September 2010

    Manchmal versteh ich Politik nicht wirklich…

    Damit bist du gegenüber den meisten Berufspolitikern schonmal im Vorteil, denn die verstehen Forschung und Wissenschaft offenbar nie.

    Die haarsträubende Methode, ganz am Anfang von umfangreichen und langwierigen Prozessen an deren Ende Bruttosozialprodukt herauskommt, Geld einzusparen, beschränkt sich ja nicht nur auf Forschung und Wissenschaft. Dasselbe passiert ja auch bei Schul- und Berufsausildung und eigentlich überall sonst. Geld wird dort abgezogen oder jedenfalls so knapp wie irgend möglich eingesetzt, wo es Nutzen stiftet und sich multipliziert (Lehrmaterialien, Lehrpersonal, etc.) um dann völlig ohne Nutzen und Profit dort eingesetzt zu werden, wo aufgrund der Einsparungen Mangel verwaltet werden müssen (Arbeitsagentur).

    Dieses Handeln entspricht einem Unternehmen, dass an Rohstoffen, Personal und Produktionsanlagen spart, um mehr Geld für Vertragsstrafen und Schadenersatzzahlungen zur Verfügung zu haben, die gezahlt werden müssen weil die hergestellten Produkte minderwertig sind und permanent explodieren.

  3. #3 YeRainbow
    8. September 2010

    Politiker muß man nicht verstehen können.
    ginge es ihnen um Echtes Regieren (im Sinne von Problemlösen im Interesse der Regierten), wäre das vielleicht noch möglich.

    Da es darum aber nicht geht… tja…

  4. #4 MartinS
    8. September 2010

    @Florian
    Was Du da schreibst ist ein typisches Beispiel für die Dummheit der Politiker – offenbar aber eben nicht nur die der deutschen Staatsverwalter. Leider ist Deine restliche Einschätzung ebenso zutreffend.
    Sag mal, oben rechts ist doch das Logo von Focus online als Partner. Welche Möglichkeiten bieten sich denn durch die „Partnerschaft“ mit einem ‚Massenmedium’ einen Artikel zu lancieren, der die Problematik ebenfalls verbreitet? Die Bedeutung von Grundlagenforschung (das Beispiel mit Carl Sagan passt toll) muss einfach häufiger vertreten werden.

  5. #5 klabauter05
    8. September 2010

    Anmerkung:
    Die Finanzierung ist nicht gleichmäßig auf alle 20 beteiligten Länder verteilt.
    Deutschland, Frankreich und Großbritannien finanzieren fast die Hälfte vom Cern-Budget (wobei D mit fast 20%, einem Fünftel der größte Geldgeber ist, das war 2099 etwa 144 Mio. Euro)

    Und ich vermute, dass es gerade die großen Geldgeber waren, die sich momentan für Kürzungen aussprechen.

  6. #6 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @klabauter: “Die Finanzierung ist nicht gleichmäßig auf alle 20 beteiligten Länder verteilt.”

    Ja, das hab ich auch in meinem Artikel geschrieben. Großbrittanien hat sich am stärksten für die Kürzungen ausgesprochen (die kürzen momentan so gut wie alles in der Forschung; da gibts ne Mega-Krise). Deutschland nicht wirklich; überraschenderweise.

  7. #7 rolak
    8. September 2010

    Wenn man bedenkt, daß mit dem Ausschöpfen durchaus vorhandener, jährlich anfallender, jedoch weiterhin hübsch unter den Teppich gekehrter ⇒Pfründe die x größten Finanzierungsaufgaben des Staates D ganz lässig bezahlt werden könnten.. Danach könnte von diesem Lande aus das gesamte CERN-Budget locker aus der Portokasse beglichen werden.

  8. #8 klabauter05
    8. September 2010

    Andererseits kann man natürlich auch folgendes argumentieren:

    Was sind 27 Mio. Euro (das wären 135 Mio Euro auf 5 Jahre verteilt) bei einem Gesamtbudget von 724 Mio Euro?
    Das sind noch nicht einmal 4%.

    Anscheinend arbeitet das CERN am Rande seiner Möglichkeiten

    Ich verstehe natürlich, dass jeder Einschnitt unschön ist und ich mich auch dafür einsetzen würde, die Einsparung möglichst gering zu halten.

    Aber ich kann Großbritannien da auch ein Stück nachvollziehen. GB gibt 5,6% des BIP für Bildung aus und liegt damit über dem OECD-Durchschnitt von 5,5%. Deutschland gibt allerdings nur 4,6% aus. Deutschland tut daher gut daran, solche Ausgaben nicht zu kürzen (Zahlenwerte von Wikipedia bzw. OECD-Wert aus Kopf/Nachrichten) Zumal Deutschland die Bildungsausgaben (dazu zähle ich auch Forschung) in den letzten Jahren (wenn auch nur sachte) gesteigert hat.

  9. #9 TheBug
    8. September 2010

    Um Politik zu verstehen muss man mal in einen Kindergarten gehen und sich einen Streit zwischen den Kindern ansehen, das ist etwa das Niveau was in den Parlamenten herrscht. Da wird nach Parteilinie entschieden und danach welcher Lobbyist die größte Spende abgelegt hat, oder mit der mit dem größten Arbeitsplatzabbau gedroht hat. Einmal eingenommene Positionen werden beibehalten, auch wenn sie jeglicher Logik widersprechen.

    Schön zu sehen an der gerade angeschobenen Laufzeitverlängerung der AKWs. Die Konzerne kriegen die Lizenz zusätzliche ca. 135 Mrd. Euro Gewinn aus ihren alten Anlagen einzufahren, die Entsorgung zahlen wir. Nebenbei wird die EE Branche untergebuttert und wichtige Entwicklungen für die Zukunft verschlampt. Aber Frau Merkel und Herr Westerwelle haben die Beraterposten in einem der Konzerne sicher wenn sie denn bei der nächsten Wahl abserviert werden.

    Die Einsparungen beim CERN lassen sich prima an den dummen Durchschnitt verkaufen: Hat was mit Atom zu tun und das mögt ihr doch nicht.

  10. #10 Slammer
    8. September 2010

    Das Grundübel ist, dass der durchschnittliche Politiker einen Planungshorizont von Wahl zu Wahl hat. Alles, was nicht innerhalb von vier Jahren vorzeigbare Ergebnisse (oder alternativ einen Aufsichtsratsposten, wenn es mit der Wahl doch nicht klappt) bringt, damit man sich im Wahlkampf nach allen Regeln der Kunst selbst beweihräuchern kann, wird als überflüssig angesehen. Politik und vorausschauendes bzw. gar langfristiges Handeln schließen sich aus. Ist tragisch, aber Fakt.

    Alternativ könnte Deutschland natürlich auch einen Eurofighter weniger ordern, die 105 Mio. € für’s CERN allein bezahlen und hätte immer noch knapp 50 Mio. übrig, die man zur Abwechslung mal im Bildungsetat unterbringen könnte…

  11. #11 Gluecypher
    8. September 2010

    One word: Faceplam

    Beispiel aus dem Bericht des Bundesrechunungshofs:

    Die deutschte Rentenversicherung entwickelt derzeit zwei große Programmsysteme parallel – mit der gleichen Zielsetzung. Erst im Jahr 2017 soll ein gemeinsames Programmsystem benutzt werden. Nur: Bis dahin soll die Entwicklung 400 Millionen Euro kosten. Außerdem betreibt die deutsche Rentenversicherung noch immer zu viele Rechenzentren. Mit einer Zusammenlegung könnte man laut Bundesrechnungshof weitere Millionenbeiträge sparen.

    AAAAARRRRRRRRRRRRRRGGGGGGGGGGGGGGGGGGG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Strohdoof ist, glaube ich, das Wort, nach dem ich suche.

  12. #12 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @klabauter: “Anscheinend arbeitet das CERN am Rande seiner Möglichkeiten “

    Das tut so ziemlich jede Forschungseinrichtung…

  13. #13 Guido
    8. September 2010

    Mit 105 Millionen € kann man tausende Obdachlose von der Strasse holen und manchen von Ihnen einen neuen Start ermöglichen.
    Hier wäre das Geld viel besser angelegt als in dem Teilchen-Ringelspiel.

  14. #14 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @Guido: “Mit 105 Millionen € kann man tausende Obdachlose von der Strasse holen und manchen von Ihnen einen neuen Start ermöglichen. Hier wäre das Geld viel besser angelegt als in dem Teilchen-Ringelspiel.”

    Womit wir beim alten “Gebt das Geld nicht für X aus – Y ist viel wichtiger!” wären. Argumente dieser Art sind immer sinnlos. Obwohl man sie ja ständig hört. “In Afrika verhungern die Kinder und ihr schickt ne Raumsonde zum Mars!!”.

    Warum hat man eigentlich nur die Wahl entweder Grundlagenforschung zu betreiben oder Obdachlosen zu helfen? Kann man nicht vielleicht beides machen? Und kommt Geld, dass in Wissenschaft und Bildung investiert wird vielleicht nicht langfristig allen zu gute? Klar, man kann die Obdachlosen von der Strasse holen und das soll man auch tun. Aber solang man die Ursachen nicht eliminiert, weswegen Menschen arm und obdachlos werden, wird sich an der Situation nix ändern. Und das Grundübel sehr, sehr vieler Probleme auf dieser Welt ist eben leider mangelnde Bildung. Darin zu investieren ist also immer gut angelegtes Geld.

  15. #15 Frank Quednau
    8. September 2010

    Weder Obdachlose noch Wissenschaftler haben eine Lobby in Berlin oder Brüssel. Deshalb gibt’s Geld für Energiekonzerne, aber nicht für Obdachlose und Wissenschaftler. So simpel ist’s.

  16. #16 Klaus
    8. September 2010

    Ohne Moos nix los!
    Das ständige gemecker über Politiker geht mir langsam auf den Dödl.
    Hätten die den Banken 2008 nicht mehr als 500 Milliarden in den Arsch gesteckt, wäre jetzt total Feierabend!
    Das ganze System wäre zusammen gebrochen. Wenn schon Beschwerden, dann bitte an der richtigen Stelle!

  17. #17 cydonia
    8. September 2010

    Werter Guido,
    warum gibst Du das Geld, das Du für Urlaub und Restaurantbesuche oder Anderes, das für Dich nicht überlebensnotwendig ist, nicht für die Obdachlosen aus?
    Oder warum investierst Du die Zeit, die Du vorm Rechner oder vorm Fernseher verbringst, nicht in Unterhaltungen mit Obdachlosen? Das hilft denen nämlich wirklich!

  18. #18 Anhaltiner
    8. September 2010

    @TheBug 135Mrd Gewinn macht wieviel Körperschaftssteuer? Bei Gewinnen muss man immer dazusagen Vor-Steuer oder Nach-Steuer.

  19. #19 Guido
    8. September 2010

    Stimmt schon, da hast Du recht. Nur gebe ich sehr wenig Geld für diese Sachen aus,
    aus dem einfachen Grund weil mir Erholung wivhtiger ist. Und die kostet (fast) Nichts. Jedenfalls will ich mit meinem Geld keinen Teilchenbeschleuniger betreiben.
    Auch wenn mir Leute einreden wollen, das sei ungeheuer wichtig und würde viele zukünftige Probleme lösen. Ich glaube einach nicht daran.

  20. #20 adenosine
    8. September 2010

    Solches Sparen macht aber Sinn, denn relevante einflussreiche Leute mit Geld und Posten sind nicht betroffen und machen deshalb keinen Ärger: Die betroffene Gruppe ist klein genug, dass sie für Wahlen irrelevant ist und so besetzt, dass kein Eindruck der Schikanierung von sozial Schwachen entsteht. Die Gruppe macht aber ausreichend Geschrei in den Medien, um der Bevölkerung zu signalisieren, dass die Regierung ernsthaft spart.

  21. #21 Lichtecho
    8. September 2010

    @Guido: Allein das Land Baden-Württemberg überweist jedes Jahr den beiden Kirchen 98 Million Euro aus Steuermitteln (nein, nicht Kirchensteuer). Sollte man das Geld nicht lieber für Obdachlose ausgeben statt Kleriker zu mästen?

    Außerdem, was soll man denn noch alles für die Armen tun? Warum ist ein Mensch in Zeiten von Hartz IV überhaupt obdachlos? Der Staat zahlt doch jetzt schon die Miete. Nein, der Sozialtransfer ist in Deutschland eher über- als unterstrapaziert, was man für den Bereich Forschung und Bildung nicht sagen kann.

  22. #22 Bjoern
    8. September 2010

    @Guido:

    Auch wenn mir Leute einreden wollen, das sei ungeheuer wichtig und würde viele zukünftige Probleme lösen. Ich glaube einach nicht daran.

    Ah ja. Und warum denkst du, du wärest in irgendeiner Weise qualifiziert zu beurteilen, welche künftigen Anwendungen die an Teilchenbeschleunigern gewonnenen Erkenntnisse haben könnten? Ist dir eigentlich nicht klar, dass im Laufe der letzten Jahrhunderte -zig mal Forschung, bei der überhaupt keine sinnvollen Anwendungen auf Anhieb zu erkennen waren, letztlich zu unserer modernen Technik beigetragen hat? (Beispiel: da hat irgendwann mal jemand sich mit zuckenden Froschschenkeln beschäftigt – ist ja sowas von uninteressant, reine Grundlagenforschung, nützt niemand was, nicht wahr…?)

    Und selbst wenn du nicht daran glaubst, dass ein Teilchenbeschleuniger direkt verwertbare Ergebnisse bringen – ist es dir vielleicht schon mal aufgefallen, dass im Zuge der Forschung für den Beschleuniger auch oft nebenbei neue Technologien entstehen? (z. B. Synchrotronstrahlungsquellen, welche extrem wichtig für die Materialerforschung, für die Biowissenschaften usw. sind)

  23. #23 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @Guido: “Auch wenn mir Leute einreden wollen, das sei ungeheuer wichtig und würde viele zukünftige Probleme lösen. Ich glaube einach nicht daran.”

    Tja, da kann ich dir dann auch nicht helfen. Aber du solltest dir mal Gedanken darüber machen, was Grundlagenforschung (und das ist es was am CERN gemacht wird) eigentlich bedeutet. JEDE Technologie, ALLES, was dir in deinem Leben und Alltag so begegnet (ich geh mal nicht davon aus das du als tierfelltragender Einsiedler in ner Höhle lebst) ist ein Produkt wissenschaftlicher Forschung. Und Forschung gibt es nur wenn man auch Grundlagenforschung macht – du kannst ja auch keinen Wolkenkratzer bauen und dabei das Erdgeschoß auslassen. Und es liegt in der Natur der Sache, dass man vorher nicht weiß, ob bzw. was am Ende für Anwendungen rauskommen. Sonst müsste man die Forschung ja nicht mehr machen. (P.S. Du weisst, dass es z.B. ohne CERN kein Internet gäbe?)

  24. #24 klaus
    8. September 2010

    Die Griechen haben 134 Milliarden weitgehend als Bürgschaft bekommen. Die werden demnächst fällig.

    @Lichtecho
    Die größte kulturelle Errungenschaft des 20. Jahrhundert, ist der moderne Sozialstaat.
    (Helmut Schmidt)
    Keiner der sie noch alle auf dem Zaun hat, will doch hier Zustände, wie vor 1945?

  25. #25 Blaubart
    8. September 2010

    Fällt ausser mir noch jemanden die Ironie darin auf, dass ausgerechnet 2012 CERN runter gefahren wird? Ich nehme ab sofort Wetten an wie lange das dauert bis es in einschlägigen Portalen eine echte Welle auslösen wird.

    Sehr, sehr Schade, aber auch keine echte Überraschung. Wie richtig angemerkt für Wissen und Wissenschaft ist eben nur Geld “übrig” nie aber “da”.

  26. #26 Slammer
    8. September 2010

    @Klaus:

    Das ständige gemecker über Politiker geht mir langsam auf den Dödl.
    Hätten die den Banken 2008 nicht mehr als 500 Milliarden in den Arsch gesteckt, wäre jetzt total Feierabend! Das ganze System wäre zusammen gebrochen.

    Die Blase wurde also mit einem Pflaster geflickt und noch weiter aufgepumpt. Fein, hält sicher bis zur nächsten Wahl. Und was passiert, wenn sie das nächste Mal zu platzen droht? Sind’s dann mal schlappe 1.000 Mrd., damit auch ja alles so weitergehen kann wie immer, und um Himmels Willen niemand umdenken oder gar etwas ändern muss? Ich glaube, ich gründe auch ‘ne Bank.

    Wenn schon Beschwerden, dann bitte an der richtigen Stelle!

    Hm… Und wer gibt den Banken und Konzernen dann die gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen vor (oder sollte es zumindest tun)? Wer sträubt sich denn mit Händen und Füßen, auch nur die schlimmsten Auswüchse des Spekulationswahns anzufassen und zu verhindern, dass sich die Spirale immer weiter dreht?

  27. #27 Klaus
    8. September 2010

    @Slammer

    iss doch ganz einfach.
    Wann die Forschung am CERN so wichtig ist, wie wäre es mit einem Beitrag der Industrie? Zu, Beispiel der Energieindustrie. Unter Umständen könnten die langfristig davon profitieren?
    Was du ansprichst ist sicherlich berechtigt. Aber dass ist hier nicht das richtige Blog.
    Wirtschaft und Geldschöpfung ist viel zu kompliziert, um das hier u erörtern.
    Von diesen absolut zu beantwortenden Fragen, hängt unser aller Zukunft ab. Ganz bestimmt!

  28. #28 TheBug
    8. September 2010

    @Guido: Das hat mit GLAUBEN nichts zu tun, sondern mit Wissenschaft. Und jetzt verschwinde sofort aus dem WWW, das ist nämlich ein Nebenprodukt des laut Dir so unnötigen CERN.

    Deinen Computer gibst Du bitte in der nächsten Schule ab, ist ja auch so ein Ding was aus sinnloser Grundlagenforschung entstanden ist, wozu soll man denn an einer Diode rummessen und wozu braucht man so was überhaupt.

    Alle anderen elektrischen und elektronischen Geräte sind bitte je nach Zustand geeignet zu spenden, bzw. sachgerecht zu entsorgen, Strom wird abgestellt.

    Arztbesuche sind streng untersagt, die Medizin schmarotzt ja auch an der Grundlagenforschung (nicht zu knapp auch gerade an der Beschleunigerphysik). Nahrungsmittel sind bitte selber anzubauen.

    Solche Beiträge zeigen mir leider immer wieder wie schlimm die Bildungsmisere wirklich ist…

  29. #29 Tom
    8. September 2010

    “Mit 105 Millionen € kann man tausende Obdachlose von der Strasse holen und manchen von Ihnen einen neuen Start ermöglichen.
    Hier wäre das Geld viel besser angelegt als in dem Teilchen-Ringelspiel.”

    Der Ansatz hört sich sehr sozial an. Wenn man ihn zu Ende Denkt kommt man aber leider nicht weit. Soll man jeder Forschung und Entwicklung einstellen, bis der letzte Mensch auf der Welt nicht mehr arm ist?

    Hätten wir das gemacht, dann wären wir heute noch im Mittelalter.

  30. #30 klabauter05
    8. September 2010

    Naja,
    das Problem ist doch, dass bei zu wenig vorhandener finanzieller Ausstattung möglichst viel finanziert werden soll und muss. Es lassen sich daher nicht alle Probleme sofort befriedigend lösen, leider.

    Gerade da Deutschland nicht wirklich mit natürlich vorkommenden Ressourcen gesegnet ist, die Flächen für Landwirtschaft/Industrie/Erholungsgebiete/etc auch mehr als begrenzt sind muss in Deutschland ein Schwerpunkt auf Bildung/Forschung gelegt werden, und vor allem aber noch deutlicher ausgebaut werden.

    Und das ist do der eigentlich Punkt!

  31. #31 Lichtecho
    8. September 2010

    @Klaus: “Keiner der sie noch alle auf dem Zaun hat, will doch hier Zustände, wie vor 1945?” Das hat auch keiner behauptet, oder?

    Übrigens: Wenn Du Dich mal etwas genauer in die Geschichte des Sozialstaats einliest, wirst Du feststellen, dass viele Erungenschaften gerade von den braunen Herren zwischen 33 und 45 eingeführt wurden. (Auch Natiponalsozialisten sind Sozialisten). Die Nazis haben durchaus verstanden, wie man mit populären Gesetzen die Bevölkerung hinter sich bringt, finaziert durch die Raubzüge in andere Länder und Mord an der Bevölkerung mit der “falschen” Religion. Aber das führt wohl hier zu weit weg vom Thema, daher schreibe ich dazu nichts mehr.

  32. #32 Anhaltiner
    8. September 2010

    @Klaus is doch ganz einfach: Wer hat denn das Fax erfunden und wer hat es vermarktet? Und wer die Mikrochips auf Wafer? Und wie siehts mit dem Patent auf den Fotoelektrischen Effekt aus? Nimm mal ein Tafelwerk, Kapitel Physik oder Chemie, und frag mal wie die Zahlen dahin gekommen sind. Einige Zahlen stammen tatsächlich von Bayer und BASF (aus der Zeit als die Langform von BASF noch zutreffend war) Grundlagenforschung heißt Grund-lagen-forschung weil es eben nicht heute oder morgen in High-End-Geräte wandert sondern die Grundlagen für weitere Forschung liefert. (Das ganze kannst du nur lesen weil ein Typ am CERN mal 20 Seiten zu einem “vage aber interessant”en Thema geschieben hat, da gings irgendwie um das zähmen von Datenbergen)

  33. #33 klaus
    8. September 2010

    @Anhaltiner
    ist schon klar. Das Beispiel mit dem Fax ist gut. In vielen Bereichen pennt unsere Industrie.
    Wenn wirs nicht machen, machens halt andere. Was Forschung und Entwicklung angeht, bin ich wirklich auf China und Indien gespannt.

  34. #35 Guido
    8. September 2010

    @ Tom

    Nein nicht jede. Aber den ganzen Betrieb auf ein viel kleineres Mass zurückfahren.
    Im 19.Jhdt. und bis zum zweiten Weltkrieg wurden auch grosse Entdeckungen gemacht mit viel weniger Aufwand als jetzt.

  35. #36 TheBug
    8. September 2010

    Kleingeistig geht die Welt zu Grunde…

    Falls Du es nicht bemerkt haben solltest, die Komplexität der Forschung ist ein ganz kleines Bisschen gestiegen seit dem 19. Jahrhundert.

    Was macht eigentlich so ein Bildungsferner auf diesem Blog?

  36. #37 Gast
    8. September 2010

    Die soziale Inkompetenz einiger Nerds find ich ja noch oft ganz witzig, wenn es aber mit Arroganz gepaart wird, wird daraus manchmal etwas unausstehliches.

  37. #38 TheBug
    8. September 2010

    Was denn, jetzt anonym?

  38. #39 Bjoern
    8. September 2010

    @Guido:

    Nein nicht jede. Aber den ganzen Betrieb auf ein viel kleineres Mass zurückfahren.

    Und auf Grund welcher Kriterien willst du entscheiden, welche Forschungen weniger/kein Geld mehr bekommen sollen…?

  39. #40 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @Bjoern: “Und auf Grund welcher Kriterien willst du entscheiden, welche Forschungen weniger/kein Geld mehr bekommen sollen…?”

    Na das was den Menschen hilft, wird gefördert! Krebsforschung zum Beispiel! Die Mediziner kriegen das Geld und die unnötige Teilchenphysik lassen wir mal ne Weile bleiben. Und wenn man dann feststellt, dass es ganz praktisch wäre, etwas über Teilchenbeschleuniger zu wissen um Krebs zu heilen, dann… tja – hat man halt Pech gehabt.

  40. #41 Tom
    8. September 2010

    @Guido

    Die momentane Technik ist aber auf einem solch hohen Niveau, dass große Investitionen notwendig sind um neues zu entdecken.

    Mit den günstigen grobmotorischen Werkzeugen von damals kann man zum Beispiel keine neue Technik für Solarmodule erfinden. Da kommt man nicht sehr weit. Wenn man Fortschritt will kostet es was. Man braucht Messinstrumente, Computer…

    Womit ich aber nicht sagen will, dass der Weg zu neuen Entdeckungen heute ineffizienter geworden ist. Wenn ich sehe, welche Dinge hier in der Uni einfach am Computer Simuliert werden, dann werde ich manchmal sprachlos.

    Das Tempo indem neue Dinge entwickelt werden ist auch sehr schnell. Und es werden viele Nützliche Dinge gefunden, z.B. in der Medizin.

    Hätte man im letzten Jahrhundert entschieden dieser unnützen Sache mit den Computern nicht weiter nachzugehen, dann wäre heute ein Telefongespräch in die USA noch unbezahlbar.

  41. #42 Lichtecho
    8. September 2010

    @Guido: “Im 19.Jhdt. und bis zum zweiten Weltkrieg wurden auch grosse Entdeckungen gemacht mit viel weniger Aufwand als jetzt.”

    Damals konnte man auch so eine Anlage wie den LHC gar nicht bauen. Das Problem ist, dass es eben Forschungen gibt, die erst ab einem Mindestaufwand sinnvoll sind. Man kann nicht einen halben Teilchenbeschleuniger bauen und ein bisschen zum Mars fliegen. Entweder man macht es oder man lässt es bleiben.

  42. #43 TheBug
    8. September 2010

    @Tom: Die Forschung ist aufwändiger geworden, nicht notwendigerweise ineffektiver. Es geht ja auch um komplexere Fragestellungen, die einfachen Fragestellungen sind ja weitgehend gelöst, die die nicht gelöst sind, sind offensichtlich komplexer als gedacht 😉

    Die Ergebnisse sind durchaus signifikant. Auch wenn manche Leute die Ergebnisse nur auf der Ebene wahrnehmen, dass im Ballerspiel das Blut viel realistischer spritzt.

  43. #44 Tom
    8. September 2010

    @TheBug
    Danke für den Beitrag, wir beide sind da ganz einer Meinung. Ich glaube du hast da ein “nicht” übersehen.

    Was ich gesagt habe war:
    “Womit ich aber nicht sagen will, dass der Weg zu neuen Entdeckungen heute ineffizienter geworden ist”

  44. #45 TheBug
    8. September 2010

    gnrf.. Das war mal wieder die Sache mit der Lesekompetenz und der Nutzung selbiger…

    😉

  45. #46 Alexander Stirn
    8. September 2010

    Nun ja, das Cern wird im Jahr 2010 gut 1,1 Milliarden Schweizer Franken von seinen Mitgliedsstaaten bekommen (rund 865 Millionen Euro). 20 Millionen Euro weniger sind – Wechselkursschwankungen mal außen vor gelassen – nicht einmal 2,5 Prozent Kürzung pro Jahr. Deswegen allein muss noch kein Beschleuniger stillstehen.
    Das Cern hat vielmehr in den vergangenen Jahren schlecht gewirtschaftet. Es hat, wie auch im verlinkten FAZ-Artikel steht, 500 Millionen Franken Schulden und einen sanierungsbedürftigen Pensionsfonds, der nun erst einmal angepackt werden soll. Dass Länder wie Spanien oder Griechenland beim Cern sparen wollen, ist daher auch ein politisches Signal: “Bringt Euren Laden erst mal auf Vordermann, wir müssen es derzeit schließlich auch tun.”
    (Und das Internet wurde natürlich nicht am Cern erfunden, lediglich das WWW.)

  46. #47 Anhaltiner
    8. September 2010

    @Alexander Die Büchse mit dem Arpanet des US-Militärs wollte ich gar nicht erst aufmachen 😉

  47. #48 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @Alexander: “(Und das Internet wurde natürlich nicht am Cern erfunden, lediglich das WWW.)”

    Weiß ich (das erwähnt natürlich jedesmal jemand, wenn man nicht exakt zwischen Internet/WWW/Arpanet etc trennt). Um das wieder zu vermeiden und die Verwirrung durch die vielen Richtigstellungen und Erläuterungen klein zu halten hab ich diesmal auch extra nur geschrieben dass es das Internet ohne CERN heute so nicht geben würde. Nicht, dass es dort erfunden wurde.

  48. #49 rolak
    8. September 2010

    Na auf Anhaltiners Kommentar gemünzt

    ..kannst du nur lesen weil..

    passte die Erwiderung schon, auch wenn sie inhaltlich unsinnig war, da im ‘lesen’ das www kodiert ist.
    Doch war arpanet nicht “des US-Militärs”: auch wenn (D)ARPA-Projekte aus der Kriegskasse gefördert werden, sind sie dennoch in der Regel zumindest nicht streng geheim, sondern eher vom Staat mitbezahlt und daher public domain (BSD etc) und übrigens typischerweise -Achtung Reizwort- Grundlagenforschung. Jedoch eine Generation zurück (bei SAGE) ging es streng militärisch zu – und die Grundlagen eines Rechnerverbundes, der gegen Ausfall einzelner Knoten immun ist wurden dabei höchst erfolgreich getestet (im übrigen erstaunlich benutzerfreundlich: Lightpen etc; wenn ich mich recht entsinne waren sogar Zigarettenanzünder und Ascher in die Terminals eingebaut :-).

  49. #50 YeRainbow
    8. September 2010

    Hier mal ein Tip für den interessierten, wiewohl unwissensen in Sachen Grundlagenforschung.
    Ich selbst lese es immer mit Vergnügen, und es werden die verschiedensten Bereiche der forschung abgedeckt (allerdings allgemein auf die Max-Planck-Gesellschaft begrenzt, reicht ja auch für n Anfang..)
    und kost auch nischt extra, mußt nur bestellen und lesen…

    http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/multimedial/mpForschung/index.html

  50. #51 YeRainbow
    8. September 2010

    ach, noch was.
    Derzeit ist am Cern eine Dauerausstellung, der microcosm, ziemlich interessant.

    Und eine zweite (weiß nicht, wie lange die noch sein wird), Die Welt der Teilchen.

    Es lohnt sich also, das Cern mal zu besuchen. Wird zwar noch bissl dauern, aber die Anbindung an die Tram ist auch in Arbeit, bis dahin halt Bus nutzen.
    Kleiner tip: bei Bahnfahrt bis zum Bahnhof “Aeroport” fahren, ist näher zum Cern.

  51. #52 Guido
    8. September 2010

    Ich galube dass der Hinweiss auf das WWW und Cern nicht wirklich stichhaltig ist. Das wäre sicher auch ohne Cern passiert mit weit weniger Mitteln. Und ob es wirklich so segensreich ist, ist schon fragwürdig. Jedes Monat einmal kannn man in der Zeitung von Internet-geschädigten Kindern lesen. Und wenn man mit Lehrern spricht, bestätigen die das ziemlich unisono. Die Kinder glauben alles was im Internet steht und schreiben es zum Teil 1:1 für den Unterricht ab. Es ist eher schädlich für die eigenbe selbständige Denkfähigkeit.

  52. #53 TheBug
    8. September 2010

    Du sprichst aus eigener Erfahrung?

    Ich würde ggf. eine Umsiedelung empfehlen, Deutschland mag zwar politisch eine Bananenrepublik sein, aber sonst haben wir es nicht so damit auf den Bäumen zu sitzen und nichts zu tun. Dem Rest der EU geht es da ziemlich ähnlich.

    Um es kurz zu machen: Mir gehen Leute die einfach alles besser könnten, wenn sie denn überhaupt was könnten, und die sowieso das ganze Wissenschafts- und Technikzeugs suspekt finden, was sie nicht davon abhält es zu verwenden, fürchterlich auf den Keks. Verschenk Deinen Computer wenn die Grundlagenforschung dafür eh zu teuer ist und das Ergebnis ohnehin vom Teufel stammt. Und nun ab zur Männergruppe in der Freikirche.

  53. #54 Florian Freistetter
    8. September 2010

    @Guido: “Es ist eher schädlich für die eigenbe selbständige Denkfähigkeit.”

    Und dank des bösen Internets kannst du solch tolle Erkenntnisse nun auch der ganzen Welt mitteilen…

    Du solltest dir wirklich mal Gedanken darüber machen, wie Wissenschaft dein Leben geprägt hat. Komplett nämlich.

  54. #55 Guido
    8. September 2010

    @ Florian Freistetter

    Gut, das sagt aber noch Nichts darüber aus ob das wirklich so günstig ist.
    Ich bin (war) auch von der Kirche geprägt, das hat sich als ziemlich ungünstig erwiesen obwohl ich kein Feind von Religion bin.
    Dort waren es eher die Ausübenden die die Sache in Misskredit brachten.
    Ich bin auch kein Feind der Wissenschaft nur der ihrer Auswüchse. Man sollte schon einmal auf die Janusköpfigkeit der wissenschaftlichen Errungenschaften hinweisen.
    Das Ozonloch geht auf den Gebrauch von Maschinen zurück, die die Wissenschaft mitentwickelte, von der Atombombe gar nicht zu reden.
    Klar verwende ich jeden Tag Dinge, die ohne Wissenschaft nicht denkbar wären, nur glaube ich es ist einfach genug. Die Dinge die das Leben erleichtern sind längst erfunden. Jetzt wäre es an der Zeit einen Strich zu ziehen und zu fragen was war sinnvoll und nützlich und was ist einfach nur schädlich für die Menschen.
    Ich glaube nicht an den immerwährenden Fortschritt, denn wenn es den wirklich gäbe wären wir nach der langen Dauer der Menschheitsgeschichte längst im Paradies. Die Geschichte zeigt uns dass alles was Bestand hatte auch wieder unterging und ich denke dass das auch mit der wissenschaftlichen Welt so sein wird in nicht allzuferner Zukunft. Sie werden das wahrscheinlich aus einer gewissen Betriebsblindheit heraus anders sehen. Klar, wer ist schon mutig genug sein eigenes Tun in Frage zu stellen. Nur lehrt uns die Geschichte, das alles was Bestand hatte auch wieder unterging.
    Wenn wir jetzt behaupten, dass nur die Wissenschaft die Schäden, die durch ihre Erfindungen angerichtet wurden (Ozonloch, Umweltverschmutzung, Artensterben, Schnellebigkeit) wieder beheben könne, machen wir da nicht den Bock zum Gärtner.
    Ich glaube dass eher ein Zurückfahren auf Kerngebiete und ein vorheriges Nachdenken über Sinnhaftigkeit richtig wären. Immerhin müssen wir das ja Alle bezahlen. Aber das würde halt den Job Vieler gefährden, die die Unversitäten produzieren und so redet man da gegen den Wind.

  55. #56 TheBug
    8. September 2010

    Du verwechselst Glauben und Wissenschaft, das sind zwei vollständig unterschiedliche Konzepte.

  56. #57 Thomas J
    8. September 2010

    @Guido

    Ach… stoppen wir die Krebsforschung? Plöde Wissenschaft gell, plöder Fortschritt!

    Echt, überleg mal was du da plapperst.

  57. #58 Guido
    8. September 2010

    @ Thomas J.

    Vielleicht sollte das zu den Sachen gehören, die man nicht stoppt. Das Thema hier ist eigentlich der Teilchenbeschleuniger. Ich weiss schon, der ist natürlich ganz wichtig für die Krebsforschung. Ich glaubs nur nicht.

  58. #59 Guido
    8. September 2010

    @ TheBug

    Bist Du Dir da sicher. Ich denke dass Du für die Krebsforschung bist, weil Du glaubst dass die einmal ein Mittel dagegen finden werden, aber wissen kannst Du das nicht.
    Soviel zu Glauben und Wissen.

  59. #60 Thomas J
    8. September 2010

    @Guido

    Wurde hier nicht schon 1000mal erklärt was Grundlagenforschung ist? Und wer bestimmt, was sinnvoll ist, DU?
    Na toll!

  60. #61 deepsouth
    8. September 2010

    @Guido:
    Wäre die jüngst verkündete Erholung der Ozonschicht auch von alleine passiert?
    Oder vielleicht doch nur mit Hilfe der “auswüchsigen” Wissenschaft?
    Ok, ohne Wissenschaft hätte es nie Kühlschränke gegeben und damit auch kein Ozon-Problem…. mir persönlich ist aber ein Leben MIT Kühlschränken und MIT Wissenschaft lieber, als eines ohne Kühlschränke.
    Hätten wir NACH der Erfindung des Kühlschrankes auf Leute wie Dich gehört, und nicht weiter geforscht, hätten wir jetzt ein massives Problem mit dem nicht mehr vorhandenen Ozon – wir wüßten nicht einmal, warum das Ozon weg ist.
    Na Herzlichen Glückwunsch.
    Für Dich scheint alles, was intensiv gemacht wird, “auswüchsig” zu sein.
    Kirche ja, aber bitte nur ein bißchen.
    Wissenschaft ja, aber bitte nur ein bißchen.
    Geld ausgeben ja, aber bitte nur ein bißchen.
    So eine Art Öko-Patch-Work-World?
    Und hinten raus ein bißchen Paradies? (was ist das eigentlich?)
    Ich kann deiner Meinung nur ablehnend gegenüberstehen und mich über die Erfindung des Kühlschrankes immer noch freuen.
    Wissenschaft und Grundlagenforschung wird uns helfen (und das ist dringend nötig) Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und bereits gemachte Fehler wieder zu beheben.

  61. #62 Anhaltiner
    8. September 2010

    Tja Guido wann glaubst du wann der Fortschritt angefangen hat, so mit Wissenschaft und so… Und wieviele Päpste gehofft haben das der neumodische Spuk nun bald aufhöhrt? Und wann meinst du genau ist die “allzuferner Zukunft” (Angabe in ganzen Jahrhunderten würde mir reichen)

  62. #63 Guido
    8. September 2010

    @ Thomas J

    Nein ich bestimme das nicht, das würde mich überfordern, Dich aber auch.
    Ich meine die einzige Möglichkeit ist es die Mittel für die Wissenschaft zurückzufahren und damit die Diskussion zu beleben was sinnvoll ist und was nicht.
    Ubd es passiert ja auch. Nur sollte es ein demokratischer Prozess sein, wo ausser den sogenannten Fachleuten auch die eingebunden werden, die es bezahlen sollen. Die Zeit wo man an Wissenschaft glaubt wie früher an den heiligen Geist, sollte vorbei sein. Götterdämmerung ist angesagt.

  63. #64 Thomas J
    8. September 2010

    @Guido

    wenn Hinz und Kunz über Sinn in der Forschung entscheiden…. herzlich willkommen in der Schweiz mit gesetzlich annerkannter Globulitherapie… tolle Sache!

    Denken Sie auch mal weiter als nur bis zur Nasenspitze?

  64. #65 deepsouth
    8. September 2010

    @Guido:
    mit anderen Worten:
    Du möchtest mitentscheiden können, wieviel Geld z.B. für den LHC augegeben wird?
    *Schreck* Ich bin strikt dagegen!
    Sonst landen wir tatsächlich noch im “Paradies”

  65. #66 klabauter05
    8. September 2010

    Was sind die Kerngebiete?

    Für uns in Europa, die wir genügend Nahrung haben, Medizin oder doch Friedensforschung?

    Für die Leute in Afrika, denen an Wasser und Nahrung fehlt, landwirtschaftliche Anbaumethoden oder doch Politologie, um Kriege zu verhindern?

    Für die Leute in Singapur Bauwesen/Materialforschung, da sie zu wenig Raum/Platz zum leben haben und möglichst hohe Häuser bauen müssen?

    Für die Leute in Erdbebenregionen keine sicheren Häuser mehr, da auf ein Verständnis für geologische Zusammenhänge verzichtet wurde?

    Und falls dann doch mal die Kohle, das Gas und das Uran ausgeht, was dann?

    Dann leben Menschen irgendwo im Kalten, weil jemand sich nicht die Zeit und das Geld nehmen wollte, um nachzudenken, wie es anders geht und versucht hat ein paar grundlegende Probleme und Schwierigkeiten zu lösen?

    Hat jemand nicht mal vor etwa 100 Jahren gesagt, dass nur ein paar Menschen seine Theorie verstehen würden, aber heute sein Theorie Anwendung findet, um auch Menschen zu helfen, in dem GPS-Geräte verwendet können?

    Wer weiß schon, ob das Verständnis von Materie in 100 Jahren nicht ebenfalls zu hilfreichen Anwendungen führt?

    Und ist es nicht der Mensch an sich das Problem?

    Jetzt hab ich endlich DIE Lösung gefunden:
    Man sollte den Menschen auf wesentliche Kerngebiete reduzieren.
    Ansonsten verursacht der doch nur Probleme!

  66. #67 deepsouth
    8. September 2010

    @Guido (Nachtrag):
    Jetzt ernsthaft… Du möchtest mitentscheiden können.
    Ok. Und alles ausdrücklich auf demokratischer Basis.
    Na dann tu es doch!
    Gelder werden von der Regierung bewilligt, die Regierung wird demokratisch gewählt.
    Geh wählen und wähle die Fraktion, die mit Dir einer Meinung ist.
    Wie? Solch eine Fraktion gibt es nicht?
    Ok. Gründe eine neue Partei und lass Dich wählen und übernimm die Regierungsgewalt und streich dem CERN die Mittel
    DAS ist Demokratie (wenn ich da nix falsch verstanden habe)

  67. #68 Guido
    8. September 2010

    @ deepsouth

    Ich verwende auch einen Kühlschrank und würde mich schwertun, auf ihn zu verzichten. Obwohl das Gemüse daran nicht frisch bleibt, wie man uns weismachen will sondern nur halt länger nicht verdirbt, Was ein Unterschied ist.
    Aber vielleicht ist es ein gutes Beispiel. Eine Erfindung darf erst dann freigegeben werden, wann ihre Unschädlichkeit erwiesen ist. Also nur Kühlschränke die kein Ozonloch ervorrufen. Nicht machbar, weil sonst müsste man sofort nach dem Rauchen auch Autos verbieten. Treibstoff ist hochgiftig. Und wird täglich zu tausenden Tonnen verbrannt und uns in die Lungen geweht. Ich meine dass uns die Wissenschaft in eine Art Sackgasse gebracht hat, aus der man bekanntlich nur durch Umkehr wieder rauskommt. Und nicht dadurch dass man anfängt schneller zu fahren.
    Weil damit ist man nur schneller am Ende der Gasse.

  68. #69 Thomas J
    8. September 2010

    “Obwohl das Gemüse daran nicht frisch bleibt, wie man uns weismachen will sondern nur halt länger nicht verdirbt, Was ein Unterschied ist.”

    WTF? Gemüsebleibtnichtfrischverschwörungstheorie???

  69. #70 Guido
    9. September 2010

    @ Anhaltiner

    Ich werde es nicht erleben und Du auch nicht, aber die Zeichen stehen für mich schon an der Wand. Ein paar Generationen wahrscheinlich.

  70. #71 Guido
    9. September 2010

    @ Thomas J

    Sei doch nicht so dumm Mann, schmeckst Du das nicht?

  71. #72 deepsouth
    9. September 2010

    @Guido:
    Der Ablauf von Forschung u. Wissenschaft ist etwas komplexer als es von dir hier dargestellt wird.
    Als man den Kühlschrank erfand war man noch nicht in der Lage, die Ozonschicht zu untersuchen.
    Hätte man die “Freigabe” des Kühlschrankes um 50 Jhare verschieben sollen? Das kann nicht dein Ernst sein.
    Vielleicht gehen von dem Monitor – vor dem Du sitzt – gefährliche Nebenwirkungen aus, die durch das Higgs-Feld verursacht werden, welches u.a. am CERN erforscht wird.
    Ich rate dir dringenst, den PC auszuschalten und Dich für einige Jahre mit ausreichend Frischgemüse tief einzugraben.

  72. #73 Anhaltiner
    9. September 2010

    @Guido da bin ich ja beruhigt. Dann müssen wir ja doch noch ein par Wissenschaftler- generationen heranziehen, aber dann ist wirklich schluss mit Wissenschaft, naja spätestens wenn wir die Frage kennen die als Antwort 42 hat.

  73. #74 TheBug
    9. September 2010

    Au mann, das unterbietet ja noch den Astrologen von neulich…

    Wenn wir in einer Sackgasse sind, dann in der, dass die Gierigen und die Dummen zu viel Einfluss haben.

  74. #75 Guido
    9. September 2010

    @ deepsouth

    Das genau ist das Problem. Man erfindet was setzt es tausendfach ein. Und dann OhWeh. Das Ding ist gefährlich. Ok auf die Deponie damit. Ein neues Ding muss her.
    Und wieder. Jetzt aber liegt der Fehler anderswo. Also wieder auf den Schrott. Und dieses Spiel kannst Du bis zum Sankt Nimmerleinstag spielen. Und dabei so tun als ob die Welt grenzenlos wäre. In Wirklichkeit hast Du am Schluss eine riesige Mülldeponie daraus gemacht.

  75. #76 Guido
    9. September 2010

    @ The Bug

    Den kenn ich nicht. Aber Du stimmst mir wenigstens teilweise zu, das da nicht gerade die Geistesgrössen das Sagen haben.

  76. #77 Anhaltiner
    9. September 2010

    .. Und wenn die Mülldeponie groß genug ist kommen pöhse Wissenschaftler und klauen sie uns, und nennen das Recycling.

  77. #78 deepsouth
    9. September 2010

    @Guido:
    Also hätten wir spätestens beim Faustkeil aufhören sollen,
    und sollten noch heute auf die Zulassung des Speers warten?
    Klasse Vorstellung.

  78. #79 Guido
    9. September 2010

    @ Anhalter

    Nur, wie recycelt man ein Ozonloch. Was gewinnt man daraus. Einsicht?

  79. #80 Guido
    9. September 2010

    Gute Nacht, herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

  80. #81 michael
    9. September 2010

    @Thomas J
    > wenn Hinz und Kunz über Sinn in der Forschung entscheiden….

    Ja, wenn der gemeine Bürger nach dem Sinn und Nutzen seiner Steuern fragt, dann sagt man einfach: “Klappe Kunz, Schnauze Hinz: ihr seid eh zu blöd über Sinn und Zweck wissenschaflicher Forschung mitzureden. Ohne uns würdet ihr nackt an den Bäumen hängen!”.

  81. #82 TheBug
    9. September 2010

    @Guido: Ja, es sind halt gerade nicht nicht geistig so ganz großen, die erst einem Forschungsinstitut oder -vorhaben ein festes Budget geben und dann präzise Ergebnisse erwarten. Passt das dann nicht ganz genau wird einfach mal das Budget gekürzt.

    Und wie gesagt, ich halte es echt für eine Option für Leute wie Dich sich irgendwo einen Baum zu suchen, vorzugsweise irgendwo wo es warm ist, dann muss man sich nicht mit so viel wissenschaftlich entwickelten Hilfsmitteln umgeben…

  82. #83 deepsouth
    9. September 2010

    @Guido:
    Die Ozonschicht erholt sich langsam.
    Wir haben Einsicht gewonnen und Erfahrung.
    Beides wird in der Zukunft einen positiven Einfluss auf unsere Weiterentwicklung haben.
    Geschafft haben wir das mit Wissenschaft, mit Grundlagenforschung und mit der Ausgabe von finanziellen Mitteln, die dafür benötigt wurden.
    Dir erscheint diese Entwicklung Unbehagen zu bereiten – mich beruhigt diese Entwicklung.
    Mich hat es erschreckt, die Mitteilung zu lesen, daß dem CERN die Mittel gekürzt werden.
    Aber wie von Florian analysiert, handelt es sich ja nicht um drastische Einschneidungen, sondern nur um verkraftbare – die ich persönlich als ein Signal deute: “Halle liebes CERN: Geht sparsamer mit den finanziellen Mittel um!”
    Das CERN muss deshalb seine Tätigkeit nicht einstellen – das ist das positive Fazit.
    Ich prognostiziere, dass in fünf bis zehn Jahren international Einstimmung darüber herrschen wird, daß es ein Fehler war, den CERN “auszubremsen”.
    Zunächst bin ich aber froh, die Phase miterleben zu können, wo dieser “atemberaubende” Beschleuniger seinen Betrieb aufnimmt und NICHT von Leuten wie dir zeitlich unendlich nach hinten verschoben wird.
    Deinen Standpunkt halte ich für überdenkenswert.
    Danke auch für DEINE Aufmerksamkeit,
    Gute Nacht

  83. #84 Dude
    9. September 2010

    Ich muss als Wissenschaftler (Grundlagenforschung!) mal kurz ne Lanze für Guido brechen. Im Gegensatz zu den meisten Wissenschaftlern hier sind seine Kommentare sachlich und nicht zynisch und arrogant.
    Zudem finde ich seine Betrachtungsweise nicht komplett abwegig bzw. ist ein interessanter Denkanstoß, auch für wissenschaftler.

  84. #85 uim
    9. September 2010

    Auch wenn es Sie stört, aber wir haben im Moment ganz andere Probleme als Teilchen wild umherzuschmeißen.

  85. #86 uim
    9. September 2010

    Zitat: “Du solltest dir wirklich mal Gedanken darüber machen, wie Wissenschaft dein Leben geprägt hat. Komplett nämlich.”

    Hören Sie endlich auf diese Wissenschaftspropaganda zu verbreiten. Das ist ja der pure Wahnsinn, welch einseitiges Weltbild Sie haben und vertreten. Unglaublich, aber die Welt ist ein wenig komplexer als es sich ein relativ einfach gestrickter Naturwissenschaftler vorstellen mag. Sie leben ja in einer völligen Parallelwelt. Fast nicht zu glauben. *kopfschüttel*

  86. #87 Dr.Webbaer
    9. September 2010

    Als Grund für die Einsparungen wird die Wirtschaftskrise angegeben. Wirklich? Also die Geschichte, wo die Bänker Milliarden verspekuliert haben und die Regierungen sofort ebenfalls unzählige Milliarden auftreiben konnten, um die Verluste der Banken wieder auszugleichen? Und deswegen bekommt das CERN jetzt weniger Geld?

    Da sollte man eigentlich meinen, dass deswegen erst recht Geld da sein müsste. Die “Geschichte, wo die Bänker Milliarden verspekuliert haben” ist wohl ein wenig einfach dargestellt, man sorgt sich nämlich auch und gerade um das Zukünftige, die “Rettungsschirme” bedrohen nämlich das EURO-System und damit den Finanzhaushalt auch der CERN-Unternehmung.

    CERN findet der Webbaer ansonsten gut, schön grundlägig und so, vielleicht findet man ja mal was Interessantes…

    MFG
    Wb

  87. #88 Thomas J
    9. September 2010

    @Webbaer

    Das CERN als Ganzes hat wohl schon genug gefunden, höhö 🙂

    @uim

    Dann klären Sie uns Wissenschaftsfanatiker doch einmal auf, was denn so komplex ist und welcher Bereich unseres Lebens nicht von Wissenschaft durchdrungen ist?

  88. #89 Bullet
    9. September 2010

    @Guido:

    Eine Erfindung darf erst dann freigegeben werden, wann ihre Unschädlichkeit erwiesen ist.

    Entschuldige, aber das ist witzig.
    Was ist “Unschädlichkeit”?
    – “Eine Bierflasche ist unschädlich”, sagte das Opfer der Kneipenprügelei, das im Krankenhaus wegen lebensgefährlicher Schnittverletzungen behandelt wurde.
    – “Ein Bleistift ist unschädlich”, stotterte die entsetzte Mutter, als der Notarzt jenes Schreibgerät aus dem Rachen ihres Kindes zogen, wo es sich ins Fleisch gebohrt und eine Arterie verletzt hatte, woraufhin das Kind verblutet war.
    – 38.346.755 weitere Beispiele dieser Art.

    Eine Forderung dieser Art ist unhaltbar. Sicherlich läßt sich bisweilen erkennen, daß sich bei der Erfindung mancher Geräte oder Methodiken eine gewisse “nach-mir-die-Sintflut”-Denkweise eingeschlichen haben muß – aber so wie du es formulierst, klingt es nach dem Wunsch eines Kleinkindes nach dem Motto “Mach, daß es gut ist.”
    So funktioniert das nicht.

  89. #90 Bullet
    9. September 2010

    @uim (an Thomas’ Kommentar anschließend):
    Welche Technik und Ergebnisse der Wissenschaft haben nochmal dazu geführt, daß ich deinen Kommentar überhaupt erst lesen konnte?
    Zusätzlich: das Wissen darum, daß die Welt überhaupt einen erfaßbaren Grad an Komplexität hat, ist eine Erkenntnis der modernen Naturwissenschaft. Welche Nichtwissenschaft hast du denn betrieben, um herauszufinden, daß die Welt komplexer ist, als es sich ein “relativ einfach gestrickter Naturwissenschaftler vorstellen mag”?
    Wie komplex ist denn “die Welt”?
    “Relativ einfach” in (Achtung!) Relation wozu?

    Mir scheint, das Leben in einer Parallelwelt (übrigens ein Begriff aus der durchaus nicht unkomplexen Wissenschaft der Quantenphysik, afaik) führt hier jemand anderes.

  90. #91 MartinS
    9. September 2010

    Ich bin doch sehr erschrocken, wie viele Stimmen sich gegen die Forschung erheben. Dabei habe ich den Eindruck, dass es eine allgemeine ‚Wissenschaftsverdrossenheit’ ist, die hier ihren Ausdruck findet. Es wird seitens der Kritiker weder differenziert zwischen Grundlagenforschung und Anwendungsforschung, bzw öffentlichen oder ‚privatwirtschaftlichen’ Mitteln.
    Dass gerade die Grundlagenforschung in die Lage versetzt, Irrtümer bei ‚neuen’ Produkten zu erkennen, oder zu beheben, wird geflissentlich übersehen. Da heißt es dann nur: ‚So ein paar blöde, kleine Teilchen! Kann ich nicht essen, bringt keinem Obdachlosen ein Dach und H-4er können sich dadurch noch weniger leisten!’
    Die damit einhergehende Ignoranz, dass die Geldverschwendung eigentlich an völlig anderer Stelle geschieht, http://www.steuerzahler.de/Die-oeffentliche-Verschwendung/7684c8970i1p534/index.html ist mir vollkommen unverständlich!
    Selbst der ‚ultra-grüne Waldschrat’ nutzt die ‚Segnungen der Zivilisation’ im vollen Umfang, wenn es opportun erscheint – und gleichzeitig verdammt er sie. Selbst das erzieherisch wertvolle Holzspielzeug, oder der handgeklöppelte Baumwoll-Pullover kann er nicht erwerben, ohne dass an etlichen Stellen Grundlagenforschung beteiligt war, die ihm diese Möglichkeiten erst eröffnet hat.
    Es sind doch gerade die wissenschaftlichen Ignoranten ‚an den Schalthebeln der Macht’, die uns in unsere prekäre augenblickliche Lage gebracht haben. Und die jetzt mit dem Finger auf die bösen Wissenschaftler zeigen, die ja mal wieder alles schuld sein sollen.
    Es scheint eine berufsbezogene Eigenschaft der Politiker zu sein, keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen zu wollen. Schuld sind, wenn überhaupt, immer nur die Anderen.
    Es ist nur widerlich! Und es ist ein Ausdruck von deprimierender Ignoranz den ‚Meinungsführern’ ihre Lügengeschichten auch noch zu glauben und zu verbreiten.

  91. #92 konrad
    9. September 2010

    Aus was bestehen die 700 Mio.? Miete für den Beschleiniger? Nein, das sind alles Gehälter von Leuten, die sich einen schönen Lenz machen. Die pausieren einfach? Was machen die dann? Vielleicht sollte man mal untersuchen, wie viele Pornoseitenaufrufe aus dem CERN kommen?

  92. #93 Bullet
    9. September 2010

    Hu-ha. Wie gut, daß Vorurteile seit 30 Mio. Jahren ausgestorben sind.

  93. #94 rolak
    9. September 2010

    Aber nicht doch ausgestorben: In ihren Reservaten (YellowPress & Stammtisch) werden die Überlebenden fleißig und unermüdlich gehegt, Bullet, inklusive der Aufzucht neuen Nachwuchses.

    Und Konrad: Es war schon immer ein erprobtes Mittel zur Wahrheitsfindung, wenn man von sich auf andere schließt.

  94. #95 TheBug
    9. September 2010

    @dude: Aha, sehr wissenschaftlich fundiert war diese Aussage nicht. Oder bezieht sich das “interessanter Denkanstoß” mehr darauf, dass man prinzipiell erst mal nicht ausschließen sollte, ohne dazu hinreichende Daten zu haben?

    @MartinS: Ich denke mal eher, dass diese Stimmen wenig davon verstehen was Grundlagenforschung und Wissenschaft überhaupt sind. Es werden ja wild Wissenschaft, Technik, Produktpolitik, Politik und andere Ingredenzien gemischt bei diesen Aussagen.
    Natürlich sollen sich Wissenschaftler nicht verhalten wie in “Herr Biedermann und die Brandstifter” und ich habe wenig Verständnis für Figuren wie Edward Teller, aber grundsätzlich ist es so, dass ohne Forschung nun mal auch nicht die Erkenntnis vorhanden sein kann, dass bestimmte Sachen halt schlecht, bzw. gefährlich oder tödlich sind.
    Leider gibt es dann Interessengruppen die gerade die tödlichen Erkenntnisse gerne nutzen. Andererseits liefert die Forschung aber auch wieder Mittel um viele dieser Dinge zu kontern, bzw. grundsätzlich die Lebensqualität zu steigern.
    Es steht ja jedem frei das Internet schlecht zu finden, aber dann finde ich es lächerlich genau dieses dazu zu verwenden um diese Meinung kund zu tun. Ganz abgesehen davon, dass ich destruktive Kritik ohnehin zum k***en finde, so was kommt meist von Kleingeistern.

  95. #96 Basilius
    9. September 2010

    Ich finde ebenso wie @Dude auch, daß die Häme und Niedermache bei @Guido fehl am Platze ist. Die sollte man lieber bei so schwachsinnigen Provokations-Kommentaren wie sie von @konrad oder @uim kommen auskippen. Da aber dann bitte gerne in die Vollen. ^_^
    Guidos Ansichten mögen etwas naiv sein aber er hat sich bislang doch sehr anständig und höflich geäußert. Das muß man doch nicht mit Gewalt ändern!? Zumal ich seine Ansichten durchaus verstehen kann (wenn auch absolut nich teilen!). Für einen “interessanten Denkanstoß” wie @Dude es formuliert, halte ich sie inhaltlich betrachtet jedoch nicht. Wenn man sich noch nie ernsthaft mit den angesprochenen Problemen auseinandergesetzt hat, kann man schon zu seinen simplen “Lösungen” tendieren. Gerade deshalb sehe ich hier aber auch die Wissenschaft in der Pflicht die notwendige Öffentlichkeitsarbeit zu machen um den uninformierten Steuerzahlern (und auch gerade den Politikern!) zu erklären wozu das alles gut sein soll. Der Florian trägt hier IMHO sehr viel dazu bei.

  96. #97 Bjoern
    9. September 2010

    @Guido:

    Eine Erfindung darf erst dann freigegeben werden, wann ihre Unschädlichkeit erwiesen ist.

    Die Menschen haben vor mindestens 35 000 Jahren heraus gefunden, wie man Feuer machen kann, und nutzen diese Erfindung seitdem. Wenn man nach deinem Vorschlag vorgegangen wäre, würden wir bis heute noch kein Feuer machen… Denk’ mal darüber nach.

  97. #98 Florian Freistetter
    9. September 2010

    @Guido: “Vielleicht sollte das zu den Sachen gehören, die man nicht stoppt. Das Thema hier ist eigentlich der Teilchenbeschleuniger. Ich weiss schon, der ist natürlich ganz wichtig für die Krebsforschung. Ich glaubs nur nicht.”

    Da ist immer noch das gleiche grundlegende Verständnisproblem. 1) Wir müssen nicht “glauben” das Teilchenbeschleuniger für die Krebsforschung wichtig sind. Das wissen wir! 2) Du (oder sonstwer) kannst nicht im vornhinein entscheiden, was “gestoppt” werden sollte und was nicht. Man weiß nicht, was am Ende rauskommen wird! Das abwegigsten und abstrakteste Forschungsgebiet kann irgendwann Ergebnisse liefern, die den Alltag komplett revolutionieren (z.B. Schwarzkörperstrahlung -> Quantenmechanik). Du kannst nicht vorher beurteilen, was “sinnvolle” Forschung ist und was nicht. (siehe hier: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/05/das-zentrale-lemma-uber-die-anwendung-neuer-technologien.php . Solange du weiter Glauben mit Wissen verwechselst und weiter behauptest, es wäre möglich, “sinnvolle” von “unnötiger” Forschung; “sichere” von “böser” Wissenschaft zu unterscheiden; solange werden wir hier keine vernünftige Diskussion führen können weil uns dann die gemeinsame Basis fehlt.

    @michael: “Ja, wenn der gemeine Bürger nach dem Sinn und Nutzen seiner Steuern fragt, dann sagt man einfach: “Klappe Kunz, Schnauze Hinz: ihr seid eh zu blöd über Sinn und Zweck wissenschaflicher Forschung mitzureden. Ohne uns würdet ihr nackt an den Bäumen hängen!”.”

    Deswegen betone ich ja auch immer, wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit ist…

    @uim: “Auch wenn es Sie stört, aber wir haben im Moment ganz andere Probleme als Teilchen wild umherzuschmeißen. “

    Über die Argumentation der Art “Löst doch erstmal Problem X bevor ihr euch mit sinnlosen Y beschäftigt!” haben wir weiter oben schon diskutiert. Dieses Argument ist aber in der Zwischenzeit nicht wirklich sinnvoller geworden…

    “Hören Sie endlich auf diese Wissenschaftspropaganda zu verbreiten.”

    Das ist keine Propaganda, das ist Realität. Wenn sie nicht zufällig nackt im Wald leben (und da sie einen Computer benutzen ist das wohl nicht der Fall), dann IST jeder Aspekt ihres Lebens nur so, weil es Wissenschaft gibt.

    @konrad: “Aus was bestehen die 700 Mio.? Miete für den Beschleiniger? Nein, das sind alles Gehälter von Leuten, die sich einen schönen Lenz machen. Die pausieren einfach? Was machen die dann?”

    Erstmal sind ein Großteil der Kosten Ausgaben für elektrischen Strom, den die Anlagen brauchen. Und natürlich sitzen die Leute dann nicht einfach ein Jahr rum… Aber ich denke es macht jetzt wenig Sinn, jemanden mit solchen Vorurteilen die Arbeitsweise von Teilchenphysikern zu erklären.

    @MartinS: Das Problem ist, dass sehr viele Leute schlicht und einfach nicht wissen, wie wichtig Wissenschaft für ihr Leben ist. Vor 200 Jahren oder so war das noch anders; da waren die ganzen Dinge, die die Menschen der Wissenschaft verdanken noch ganz neu und die Leute waren sich dessen bewusst und haben sich auch dafür interessiert. Heute sind wir schon so daran gewöhnt, dass wir das gar nicht mehr wahrnehmen und meinen, die Welt wäre ganz ohne Wissenschaft und Forschung so geworden wie sie ist. Also sehen wir nur noch das Negative, die Kosten und können dann locker behaupten, dass Wissenschaft ja eh unnötig ist…

  98. #99 Basilius
    9. September 2010

    @Florian
    Meine vollste Zustimmung zu Deinem Kommentar. So schön klar hätte ich auch gerne formulieren wollen. Ist jetzt aber dank Dir nicht mehr notwendig. Leider sind Dir beim Link auf das “Zentrale Lemma” ein “).” mit ‘rein gerutscht. Das würde ich noch wegschneiden. Sonst geht der Link ins Nirvana.

  99. #100 Gluecypher
    9. September 2010

    @MartinS

    Dazu ein interessanter Ausriss aus dem Eurobarometer der Europäischen Kommission, Generaldirektion Forschung:

    Aus den so miteinander verknüpften Ergebnissen ergibt sich die Feststellung, dass etwas weniger als ein Drittel der Europäer (29,1 %) erklärt, gut über Wissenschaft und Technik informiert zu sein und sich zugleich dafür zu interessieren, während sich andererseits 45,8 % weder informiert noch interessiert fühlen. Ein nicht zu vernachlässigender Teil (14,7 %) stellt schließlich eine Gruppe dar, bei der Informationsbedarf besteht, denn die Befragten erklären sich für „interessiert“, aber „nicht informiert“.

    Autsch! Is’ ja egal, ob sich ein paar Eierköppe Gedanken über den GMR machen, Hauptsache meine neue 1TB-Festplatte kostet bei Media-Markt nur 99 €uronen!

    @Konrad

    Ja klar, und die parasitären Wissenschaftler werden mit dem Rolls-Royce aus ihren Luxusvillen zum Porno-Glotzen in’s CERN chauffiert, nachdem sie zum Frühstück Hummer und Kaviar auf Steurkosten gefressen haben. Und das auch noch mit Ihren sauer erschufteten Steuern. Skandal, das!! Sofort alle entlassen!! Oder noch besser in die Steinbrüche, damit die mal lernen, was richtige Arbeit überhaupt heisst!!
    Lieber noch ein paar Kilometer Autobahn bauen. Von dem Geld, das Schlaaand für das CERN beisteuert, bekommen Sie davon höchstens 50 km, aber einem denkbefreiten Troll wie Ihnen geht das ja am Allerwertesten vorbei.

  100. #101 MartinS
    9. September 2010

    @Florian, TheBug
    Ich habe meine Kommentar noch mal gelesen, und bin mir bewußt, dass wir alle für eine Fortsetzung der Grundlagenforschung sind. Ich wollte nur speziell darauf hinweisen, dass gerade unser Politiker Schuld daran haben, dass der Forschung ein so niedriger Stellenwert eingeräumt wird. Versäumnisse bei der Bildungspolitik, Forschungsförderung etc. Solange solche Ignoranten wie ‘die da Oben’ permanent den falschen Kurs einschlagen, solange werden wir immer weiter ins Hintertreffen kommen. Weltweit gibt es Staaten, die Unsummen in die Forschung investieren (bes. Asien), weil sie ihren Anteil am Weltmarkt erhöhen wollen und wir werden immer rückständiger.
    Dabei sollte jedem klar sein, dass wir in Schland nur Know How exportieren können, weil wir weder die Fläche zum Agrarland oder die Rohstoffe in der Erde haben. Und als Produktionsstandort können wir auch nur im High-Tech Bereich konkurrieren. Wir lassen uns nicht nur die Butter vom Brot nehmen, wir kratzen sie auch noch selber runter!
    Ich hatte ja bereits hier http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/09/kein-geld-am-cern-beschleunigerstopp-im-jahr-2012.php#comment142154 gefragt, ob sich nicht zB der Focus einbinden lässt. Jedes Medium, dass man ‘gewinnen’ kann, ist ein Fortschritt.

  101. #102 Anhaltiner
    9. September 2010

    Naja Deutschland gehts ja scheinbar gar nicht so schlechtgar nicht so schlecht. Das Hauptproblem dürfte immernoch in der Umsetzung von Erkenntnissen in Produkte und neue Märkte sein.

  102. #103 TheBug
    9. September 2010

    @MartinS: Meine Antwort sollte keine Kritik an Deinem Beitrag sein, mehr eine Ergänzung.

    Wir haben in Deutschland viele Kommunikations- und Flexibilitätsprobleme. Der Sinn und Wert der Wissenschaft wird an breite Bevölkerungsschichten nicht hinreichend kommuniziert, was aber zu einem nicht unerheblichen Teil aus einen Problem auf der empfangenden Seite resultiert: Wenn Big Brother und DSDS als Grundnahrung konsumiert wird, ist es halt schwer Quantenphysik zu servieren.

    Flexibilität, damit meine ich sowohl den Zerwaltungswahn in Deutschland (meld ein Gewerbe an und es stehen als erstes diverse Verbände vor der Türe die Zwangsbeiträge kassieren), als auch die Bereitschaft wirklich Neues umzusetzen (wer sind Sie denn? Das haben wir noch nie so gemacht. Das machen wir schon immer so…).

    Deshalb wird vieles, das in Deutschland erfunden wurde, im Ausland umgesetzt.

  103. #104 Enssen
    21. September 2010

    uim: drehen wir doch das Genze mal komplett um:

    nennen SIE jetzt bitte einen Punkt im Menschlichen Leben, der NICHT von Wissenschaft beeinflusst ist.

    Guido: Relativ weit oben haben sie in etwa geschrieben, dass man bei der Krebsforschung maximal an Erfolge glauben kann. Dabei ist gerade die Krebsforschung eine grosse Erfolgsgeschichte,natürlich auch mit Rückschlägen, aber man kann eine Tendenz erkennen gerade auch dank Grundlagenforschung. Nach ihrer Philosophie(korrigieren sie mich wenn nötig) hiesse es, man könne z.B. neue Methoden gegen Krebs nur dann erforschen, wenn man Alles was daraus resultieren könnte schon vorher festgestellt hat. Aber das kann man eben nur durch Forschung. Das ist das Problem.
    Man könnte jetzt zudem auch anmerken, dass es schwer fällt zu sagen, was wichtige Kernforschung wäre. Wer kann es dann entscheiden ? Tut mir leid, wenn das jetzt arrogant klingt, aber die breite Masse(sie haben ja von demokratischen Prozessen gesprochen) ist da tendenziell zu doof und das meine ich nicht einmal abwertend. Ich habe(obwohl ich gerne und recht oft hier lese) kaum eine Ahnung, was am CERN passiert, mein Nachbar weiss wahrscheinlich nicht einmal, dass es existiert. Wie sollen wir denn da urteilen können ? Wie sehr die Intelligenz der Masse scheitert sieht man ja immer wieder(der Mensch ist keine Maschine und tendenziell nun einmal subjektiv, tendenziell egoistisch, handelt meist nach eigenem Interesse. Ein Mensch, der zölibatär lebt wird sich einen Dreck um die AIDS-Forschung kümmern und wenn er dann noch ein guter Demagoge ist…Tja, was dann ? Keine AIDS-Forschung mehr ? Halb Afrika einfach sterben lassen(um es mal zu übertreiben) ?) Und selbst wenn man nur die “Experten” an die Auswahl heranliesse(sie würden sich wohl eh weigern so etwas zu tun. Sieht man ja an Florian, der notfalls eben so einer wäre), würden die sich wahrscheinlich nicht einigen können. Und selbst, wenn man sich dann doch mal festgelegt hätte: Was garantiert uns, dass wir das richtige erforschen und uns nicht in Wirklichkeit mehrere Meilen neben dem Weg zum Ziel befinden ? Fazit: Eine Festlegung auf bestimmte Kernforschungen wäre im Endeffekt IMMER ein Fehler und zwar ein größerer als die Nebeneffekte der nahezu freien Forschung. Ich verstehe ihre Sorge und teile sie in gewissen Punkten, aber ohne Forschung insbesondere Grundlagenforschung ist leider Sense.

    Man stelle sich einmal vor: Eine Gruppe von Wanderern will von Punkt A zu Punkt B, kennt aber den Weg zu B nicht und auch sonst kennt ihn keiner, aber die Anwohner des Punktes A glauben zu wissen, dass ein bestimmter Waldweg zum Ziel führt. Wieso ? Scheint am ehesten in die Richtung zu gehen, wo man B vermutet. Nun folgen Alle zielstrebig diesem Pfad….und stehen vor einer Felswand, viel zu hoch und steil zum erklimmen. Ein anderer Weg, ein schmaler, kaum bekannter, wäre der richtige gewesen. Wie hätte man es ahnen sollen? Er ging zwar auch in den Wald, aber in eine andere Richtung. Nun, er knickte irgendwann ab in die richtige Richtung. Wie hätte man dass von A aus ahnen sollen ? Nun,gar nicht. Hätte man die Gruppe auf die verschiedenen Wege aufgeteilt, dann wäre sicherlich der eine oder Andere am Ziel angekommen und hätte den Anderen Bescheid sagen können(per Rauchzeichen, SMS, Brieftaube, eben wie es genehm ist). Die anderen Wanderer wären vielleicht nicht zu Punkt B gekommen, aber hätten eine schöne Blumenwiese gefunden, ein malerisches Flüsschen, oder gar einen Punkt C gefunden, der ebenfalls einen Besuch wert ist. Gut, der eine oder Andere hätte wohl auch nur wieder eine Felswand gefunden, oder einen eklig stinkenden Sumpf(in dem er mit genug Pech wohl auch noch versunken wäre), aber das ist immer noch besser, als krampfhaft zu versuchen, eine unbezwingbare Felswand zu bezwingen,obwohl es schon dunkel wird und die Wölfe kommen…

  104. #105 Sir LuKan
    18. Oktober 2010

    Wir sprechen hier eben von der Forschung und nicht von einem Ölkonzern oder der Pharmaindustrie… warum sollten die ganz grossen in etwas Investieren, dass später ihren Markt zerstört. Es ist doch alles gut so wie es ist – das Öl fliesst und die Goldtaler sind am rollen…

    Es geht hier ganz einfach darum, dass es Interessen daran gibt diese Forschung nicht so schnell voran zu bringen wie es die Wissenschaftler gerne hätten. Wem bringt das ein Vorteil ist hier die Frage 😉