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Seit genau 5 Uhr und 9 Minuten ist Frühling! Ja tatsächlich…

Zumindest auf der südlichen Hemisphäre. Als Nordhemisphärler vergisst man deren Existenz ja oft. Es gibt ja tatsächlich viele Leute die meinen, es wäre deswegen im Sommer heißer als im Winter weil die Erde da näher an der Sonne wäre. Das ist natürlich erstmal faktisch Unsinn – den sonnennächsten Punkt erreicht die Erde im Januar. Und wer sowas sagt, der hat sich offensichtlich noch nicht wirklich viel Gedanken über die Existenz der anderen Hemisphäre der Erde gemacht. Denn Jahreszeiten sind ja nichts Globales. Bei uns in Europa beginnt heute der Herbst und bald wird es im Winter richtig kalt. Die Leute in Südamerika hingegen freuen sich über den Frühling und den kommenden Sommer. Wenn wirklich der Abstand zwischen Erde und Sonne für die Jahreszeiten verantwortlich wäre, dann müssten die auch überall gleich sein.

Der wahre Grund für die Existenz der Jahreszeiten ist aber natürlich die Neigung der Erdachse. Die steht nämlich nicht komplett senkrecht auf die Ebene, in der die Erde die Sonne umkreist sondern sie ist ein bisschen geneigt. Und das führt dazu, dass die Sonnenstrahlen auf unterschiedlichen Hemisphären in unterschiedlichen Winkel einfallen (zusätzlich unterscheidet sich auch die Einstrahlungsdauer). Im Winter fallen die Strahlen flach ein; die Energie verteilt sich über einen größeren Bereich. Im Sommer steht die Sonne hoch am Himmel; die Strahlen treffen dichter auf – es wird wärmer (es gibt bei hochstehender Sonne auch weniger Verlust durch Dissipation in der Atmosphäre). Hier ist noch eine schöne Grafik:

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Hier sieht man auch gleich schön, warum es am Äquator immer warm ist – dort steht die Sonne immer hoch am Himmel. Und an den Polen ists immer kalt weil die Strahlen dort immer flach auftreffen – und manchmal überhaupt nicht (so wie im Bild gerade am Nordpol).
Also! Ich wünsche euch allen einen schönen Frühling – oder Herbst (oder Sommer oder Winter) – je nachdem 😉


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Kommentare (18)

  1. #1 Bullet
    23. September 2010

    Da springt mir doch gleich der Herr Höschen und die Wintersonnenwende in den Kopp … soviel zum Thema “astronomische Fakten”.^^

  2. #2 rolak
    23. September 2010

    Beschwerde einer Kollegin nach der Rückkehr aus ihrem Ramadan/Heimat-Urlaub in Marokko: Die Erde ist so klein, wie kann es da dort 40° sein und hier so schlechtes Wetter? (das war noch vor den aktuell so schönen Tagen). Wie zu erwarten kamen wir nach ‘und was ist mit Sahara und Nordpol?’ auch nicht weiter 😉

    btt: Als deutlich erklärungsfreundlicher bei meinen bisherigen Versuchen hat sich der Hinweis auf die im Bild schön zu sehende ‘Ungerechtigkeit’ erwiesen – die Winterhalbkugel ist in einem deutlich kleineren Bereich dauerbeleuchtet als ihr Gegenstück also weniger Energie/Fläche also weniger Heizung. Zusätzlich sind die unterschiedlich langen Tage sofort sichtbar. Erst bei den dauerkalten Polen braucht es einen tieferen Einstieg in Einfallswinkel etc.

  3. #3 binE
    23. September 2010

    Ich geb’s ja zu, die Existenz der Südhalbkugel vergess ich auch gerne. Ich war Anfang Juli auf einem Kongreß in Südamerika. Die Begeisterung darüber fiel schlagartig ab, als mir bewußt wurde, daß dort gerade Winter ist. Da war ich auch nicht die einzige: meine Familie war sehr irritiert, als ich was von dicken Jacken und Mützen erzählte.

    Vor Ort hatte ich dann unerklärliche Schwierigkeiten mit der Orientierung, irgendwie hab ich die Stadtpläne nicht mit meiner Umwelt in Beziehung setzen können. Ich bin prinzipiell in die falsche Richtung gelaufen, obwohl ich mir vorher die Karte nochmal angesehen habe. Naja, die Lösung war dann ganz einfach: die Sonne geht dort zwar immer noch im Osten auf, aber sie läuft über Norden nach Westen. Als das klar war, klappte es plötzlich auch mit der Orientierung.

    Außerdem hing der Mond falschherum am Himmel, aber vielleicht gab es ja nur mal wieder einen lokalen Kataklysmus.*

    Der Kongreß war aber trotzdem toll, trotz Winter. Leider war die Stadt viel zu hell, ich hätte gern das Kreuz des Südens gesehen.

    * das war natürlich ironisch gemeint, bevor jemand lospringt.

  4. #4 Bullet
    23. September 2010

    ie Sonne geht dort zwar immer noch im Osten auf, aber sie läuft über Norden nach Westen.

    Aaaaahhh … verdammte Axt. Das ist ein fieser Stolperstrick.

  5. #5 Joel
    23. September 2010

    Ok, das ist mir seit der 5. Klasse(oder früher) klar…

    Hatte aber in der 13. Klasse Leute, die das selbst mit Globus durch den Raum tragen nicht verstanden haben.

    Bin aber auch durch Verwandtschaft und sonstige Gesellschaften mit da Unten näher verbunden als der Rest, vlt. liegt es daran.

    @binE
    Das hätte ich jetzt auch nicht bedacht, da muss man erstmal drauf kommen :-)

  6. #6 Snofru
    23. September 2010

    Jetzt stellt euch mal vor, ihr seit in Äquatornähe, zwichen den Wendekreisen. Da wechselt die Sonne regelmäßig zwichen Nord und Süd. Wie soll man sich dann zurechtfinden?

  7. #7 bineE
    23. September 2010

    @Bullet, Joel: Danke, daß ich nicht die Einzige bin. Ich kam mir so unfaßbar blöd vor. Aber lustig war es schon. Da lief was auf einer ganz tiefen Ebene verkehrt und erst, als ich bewußt von einem Gebäude Richtung Süden laufen wollte, ist mir aufgefallen, WAS verkehrt ist. Hihi, sag mal noch einer, daß Frauen sich nicht geografisch orientieren…

    @Snofru: Die Frage hab ich mir auch gestellt. Genau wie der Mond, der sollte dann ja auch hin- und herschaukeln. Und die Pfadfinderegel mit dem Moos auf der Nord(?)seite kannste dann auch vergessen…

  8. #8 Stephan Mayer
    23. September 2010

    zum Sonnenlauf gibts auch einen Schattenlauf: ich war in Namibia und wollt eine leere, aber innen nasse Wasserflasche trocknen, weil ich darin schönen roten Wüstensand mit nach Hause nehmen wollte. Also hab ich die Flasche gegen Mittag in die Sonne gestellt, rechts (Blickrichtung Sonne) vom Schatten der Hauswand, so dass die Flasche die nächsten Stunden schön in der Sonne stehen bleiben kann, man hats ja im Gespür, wie so ein Schatten wandert. Eine halbe Stunde später stand die Flasche, innen immer noch nass, im Schatten — au weia, die Sonne geht nicht nur über Norden nach Westen, auch der Schatten bewegt sich anders herum, als gewohnt.

  9. #9 Advocatus Diaboli
    24. September 2010

    Schön, aber das wusste ich schon in der Grundschule…

    Können wir wieder was über Sonnenwinde machen? Oder Exoplaneten? Oder schwarze Löcher???

  10. #10 Florian Freistetter
    24. September 2010

    @Advocatus: “Schön, aber das wusste ich schon in der Grundschule…”

    Freut mich! Anderen gehts aber nicht so.

  11. #11 TL
    24. September 2010

    …wie: SüdhalbKUGEL ? Die Erde ist gar keine Scheibe?

  12. #12 rene92
    24. September 2010

    In deiner Welt kann es auch ruhig die SüdhalbSCHEIBE bleiben!
    Ich wusste aber gar nicht, dass man aus Terry Pratchetts Scheibenwelt heraus auf das Internet der Rundwelt zugreifen kann?!?

  13. #13 rene92
    24. September 2010

    In deiner Welt kann es auch ruhig die SüdhalbSCHEIBE bleiben!
    Ich wusste aber gar nicht, dass man aus Terry Pratchetts Scheibenwelt heraus auf das Internet der Rundwelt zugreifen kann?!?

  14. #14 rolak
    24. September 2010

    Aber rene92, das offenbart gewaltige Wissenslücken: Im weltenübergreifenden Werk ‘Die Gelehrten der Scheibenwelt’ wird ausführlichst die Urform einer Möglichkeit beschrieben. Doch auch ohne dies gehts natürlich durch Nutzung des ⇒B-Raumes.

  15. #15 s3basti8n
    25. September 2010

    leider wissen die krokusse von meinem nachbar nicht das sie sich auf der nordhalbkugel befinden und blühen jetzt trotzdem

  16. #16 gernot
    25. September 2010

    Erinnert mich an das Gespräch zweier Damen, welches ich in einem Wiener Kaffeehaus mithören musste. Die eine erzählte der staunenden anderen, dass in Australien – woher sie wohl kürzlich zurück gekommen war, die Sonne im Westen auf- und im Osten untergeht.

  17. #17 fj
    26. September 2010

    Das Phänomen der „vergessenen Südhalbkugel“ fällt mir dann auch auf, wenn versucht wird, die Astrologie damit zu retten, daß der Geburtstag über das zur Jahreszeit vorherrschende Wetter und Sonnenscheindauer einen prägenden Einfluß auf den Charakter von Kindern haben könnte (sozusagen Winter- vs. Sommer-Kinder).

  18. #18 Howie Munson
    28. September 2010

    @binE&bullet :Das mit dem Sonnenlauf find ich auch tricky, eben weil das selten mit den “Jahreszeitenphänomen” miterwähnt wird…

    @snofu: ist die Sonne zwischen den Wendekreisen nicht sowieso viel zu “hoch” am Himmel um zur Mittagszeit bei der Orientierung zu helfen? mal davon ab das es ja sowieso nur im Dezember/Januar und Juni/Juli ausgeprägt sein dürfte. (wirklcih vorstellen kann ich mir, dass aber grad nicht…)