Gerade erst habe ich über die Suche nach den “Erdzwillingen” berichtet und über eine Vorhersage nach der wir spätestens im Mai 2011 einen Planeten finden, der so groß wie die Erde ist und in der habitablen Zone um seinen Stern liegt; auf dem also theoretisch Leben existieren könnte. Und nun ist es anscheinend schon jetzt soweit. Gestern wurde die Entdeckung eines solchen erdähnlichen, eventuell habitablen Planeten verkündet.

Ok – hier sind erstmal die Fakten:

  • Der Planet um den es geht heisst Gliese 581 g. Um den Stern Gliese 581 hat man vorher schon vier andere Planeten entdeckt. Gliese 581 e war letztes Jahr der Rekordhalter in Sachen kleinster Exoplanet.
  • Gliese 581 g hat eine Masse, die drei bis viermal so groß ist wie die der Erde und er befindet sich 0.14 astronomische Einheiten von seinem Stern entfernt – damit ist er ihm etwa dreimal näher als der Merkur unserer Sonne.
  • Das macht aber nichts, da Gliese 581 kein Stern ist wie die Sonne sondern ein roter Zwerg, der nur ein Drittel der Größe der Sonne hat und auch sehr kühl ist (etwa 2000 Grad kühler als die Sonne).
  • Trotz der Nähe ist es auf Gliese 581 g also nicht so enorm heiß wie bei uns auf Merkur sondern der Planet liegt genau richtig, dass auf seiner Oberfläche moderate Temperaturen herrschen könnten. Temperaturen, bei denen Wasser in flüssiger Form vorliegen könnte.
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Das Bild zeigt einen Vergleich zwischen dem Gliese 581-System und unserem Sonnensystem. Der äußerste Planet, Gliese 518 f ist nur wenig weiter von seinem Stern entfernt als die Venus von unserer Sonne (Bild: National Science Foundation/Zina Deretsky)

Ist das nun also endlich die lang gesuchte “zweite Erde”? Naja… ich bin skeptisch. Die Entdeckung an sich ist natürlich großartig! Und man sieht, dass es jetzt so langsam richtig losgeht und wir immer mehr kleine Planeten entdecken. Aber ich glaube es ist noch zu früh die Entdeckung der ersten wirklichen “zweiten Erde” zu verkünden. Denn Gliese 581 g liegt zwar in der habitablen Zone um seinen Stern – ob er aber auch wirklich klein genug ist um erdähnlich zu sein ist eine andere Frage. Der Planet wurde mit der Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Das bedeutet, man hat von der Erde aus gemessen, wie der Stern ein klein wenig hin und her gewackelt ist weil der Planet der ihn umkreist gravitativ ein wenig an ihm zieht. Diese Methode ist äußerst erfolgreich und hat bis jetzt die meisten Exoplaneten gefunden. Man kann mit ihr aber die Masse der Planeten nicht genau bestimmen. Alles was man erhält sind Minimummassen. Das bedeutet, Gliese 581 g ist mindestens 3 bis 4 Mal so schwer wie Erde – er kann aber auch viel schwerer sein! Wie groß seine Masse genau ist, wird man erst durch weitere Beobachtungen herausfinden müssen.

Und – wie schon gesagt – der Planet ist recht nahe an seinem Stern. So nahe, dass zwischen beiden starke Gezeitenkräfte wirken, so wie zwischen Erde und Mond. Und so wie die Gezeitenkräfte bei uns die Rotation des Mondes beeinflusst haben so das er uns immer die selbe Seite zeigt, zeigt auch Gliese 581 g seinem Stern immer die gleiche Seite. Man nennt diesen Zustand “tidally locked” und ob sich so ein Zustand, in dem eine Hälfte des Planeten ständig dem Licht und der Wärme des Sterns ausgesetzt ist während auf der anderen ewige Nacht herrscht positiv auf die Entstehung von Leben auswirkt, ist zweifelhaft.

Die Entdeckung von Gliese 581 g ist eine tolle Sache und ein großer Schritt vorwärts bei der Suche nach einem habitablen Planeten. Und vielleicht ist dort wirklich Leben möglich. Aber ich glaube, dass das Ziel noch nicht erreicht ist. Ich warte weiter gespannt auf den Mai 2011. Aber es stimmt optimistisch, was Steven Vogt von der Uni in Santa Cruz gesagt hat:

“Unsere Ergebnisse deuten stark auf einen potentiell lebensfreundlichen Planeten hin. Und die Tatsache, dass wir ihn so schnell und in nach astronomischen Maßstäben so geringer Entfernung zu uns entdeckt haben, lässt vermuten, dass Planeten dieser Art keine Seltenheit in unserer Milchstraße sind.”


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Kommentare (108)

  1. #1 Lichtecho
    30. September 2010

    Hm, warum sollte eine gebundene Rotation nachteilig für die Entstehung des lebens sein? Gerade am Terminator in Äquatornähe dürften doch die Bedingungen sehr stabil sein. Ein lebenlang Sonnenauf- oder Untergang je nach Temperament!

    Jedenfalls käme ich auf einen Planeten mit drei bis vier Erdmassen morgens nicht mehr aus dem Bett!

  2. #2 knorke
    30. September 2010

    Beim Gliese sind die Astronomen aber auch grade richtig heiß, dass dort schon wieder etwas gefunden wurde.

    Hatte man eigentlich vermutet, dass dort noch ein Planet existieren muss? Du hast doch mal so schön gezeigt, wie Astronomen dazu Berechnungen anstellen, inwiefern stabile Bahnen in einem System existieren können?

    Tydally locked klingt nicht grade nach einem Paradies für Leben. Müsste das nicht (Atmosphäre vorausgesetzt) auch fürchterliche Stürme erzeugen? Mal ganz abgesehen von den Temperaturen…

  3. #3 Florian Freistetter
    30. September 2010

    @Lichtecho: “Hm, warum sollte eine gebundene Rotation nachteilig für die Entstehung des lebens sein?”

    Naja – nicht zwingend. Aber die Temperaturunterschiede sind ja dann sicher doch beträchtlich. Und wer weiß, wie sich das dann auf Wetter und Klima auswirkt…

  4. #4 Tom
    30. September 2010

    Wie kommt man dort hin?

    Also ich bin ja kein Experte. Ich habe aber trotzdem mal versuch auszurechnen wie lange man braucht um dort mal vorbei zu schauen.

    – Der Planet ist 40 Lichtjahre entfernt, richtig?
    – Licht hat eine Geschwindigkeit von 299 792 458 km die Stunde.
    – Das schnellste Objekt, welches der Mensch in den Weltraum geschossen hat ist ca 80 000 km/st schnell. Das sind 0.026685 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. ( 80000*100/299792458 = 0.026685)

    40/0.00026685 = ca. 149896 Jahre

    Das der Mensch nicht mit Lichtgeschwindigkeit reisen kann ist klar. Selbst wenn wir den schnellsten Satelliten um das 100 Fache beschleunigen könnten, eine Zahle die ich jetzt einfach mal aus der Luft gegriffen habe. Dann würde es immer noch 1500 Jahre dauern.

    Ist die Rechnung richtig?

    Ihr Astronomen rollt jetzt wahrscheinlich mit den Augen. Für mich als Leie sagen die Lichtjahre aber wenig, und ich möchte erstmal wissen: “Wie lange dauert es denn bis man da ist?”

  5. #5 Florian Freistetter
    30. September 2010

    @Tom: Hmm – 20 Lichtjahre ist Gliese entfernt. Und Ideen für interstellare Raumfahrt gäbe es schon. Ist aber noch alles Utopie – die Menschen werden für sowas kein Geld ausgeben wollen. Interstellare Raumsonden werden wir daher so schnell nicht erleben. Wir können froh sein, wenn die interplanetare Raumfahrt weiterläuft…

  6. #6 frank
    30. September 2010

    Frage zum Stichwort “tidally locked”: Wie stellt man denn die Eigenrotationsgeschwindigkeit eines Exoplaneten fest?

  7. #7 maxo
    30. September 2010

    zum thema planetenrotation hat lesch grad nen neuen beitrag:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1138104/Was-waere-wenn-…-#/beitrag/video/1138104/Was-waere-wenn-…-

  8. #8 Alexander
    30. September 2010

    Hallo Tom,
    zum Augenrollen ist das nicht, das ist natürlich eine interessante Frage. Aber deine Rechnung hat leider schon drei Fehler. 1: Die Entfernung soll ca. 20,4 Lichtjahre sein nicht 40. 2: Die Lichtgeschwindigkeit ist 299 792 458 METER / Sekunde, das ganze mal 3,6 gibt Kilometer / Stunde, also ca. 1,08 * 10 EXP 9 kmh.
    3: Die Zeit für den Flug richtet sich weniger nach der Maximalgeschwindigkeit, sondern nach der Größe und der Dauer der Beschleunigung (das bestimmt natürlich dann auch Vmax). Und nicht vergessen, abbremsen muss man auch wieder.

  9. #9 Florian Freistetter
    30. September 2010

    @frank: “Wie stellt man denn die Eigenrotationsgeschwindigkeit eines Exoplaneten fest? “

    Vorerst gar nicht. Aber man kann berechnen, wie nahe ein Planet einem Stern kommen kann bevor die Gezeitenkräfte groß genug werden um die Rotation so stark zu bremsen dass ein Tag gleich einem Jahr ist. Und Gliese 581 g liegt innerhalb dieses “tidally-lock-radius”.

  10. #10 Alexander
    30. September 2010

    Der englische Artikel zu Projekt Dädalus gibt noch etwas mehr her: Fusionstriebwerke mit Vmax von 12 % der Lichtgeschwindigkeit, Reisezeit zum 5,9 Lichtjahre entfernten Ziel Barnards Pfeilstern ca. 50 Jahre, kein Abbremsen dafür Absetzen von Autonomen Sonden am Ziel.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Project_Daedalus
    Hm, ich werds nicht mehr erleben.

  11. #11 Tom
    30. September 2010

    Uff, da lag ich mit meiner Rechnung ja ziemlich daneben.

    Mit deiner Korrektur eine richtige Berechnung zu erstellen fange ich besser gar nicht erst an 🙂

    Jedenfalls dauert es länger als ich es ausgerechnet habe.

  12. #12 dude
    30. September 2010

    Schicken wir jetzt ne Goldene Schallplatte dahin?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record

  13. #13 Bullet
    30. September 2010

    @Lichtecho:

    Tydally locked klingt nicht grade nach einem Paradies für Leben. Müsste das nicht (Atmosphäre vorausgesetzt) auch fürchterliche Stürme erzeugen? Mal ganz abgesehen von den Temperaturen…

    Seh ich genauso.

  14. #14 adenosine
    30. September 2010

    Unser Mond liegt doch auch in der habitablen Zone. Aber wohnen möchte ich da auch nicht.

  15. #15 Ludmila
    30. September 2010

    @Florian &frank:

    Wie stellt man denn die Eigenrotationsgeschwindigkeit eines Exoplaneten fest? ”
    Vorerst gar nicht.

    Ähm, Florian, das ist nicht ganz richtig. Manchmal geht es doch. http://www.nasa.gov/vision/universe/starsgalaxies/spitzer-20061012.html

    Bei Upsilon Andromedae konnte man’s nachweisen, dass er wirklich in gebundener Rotation ist. Der Stern ist etwa 13.5 parsec weg. Aber da musste man schon mit Spitzer drauf schau’n.

    Dieser eine Fall ist natürlich die große Ausnahme, aber er zeigt, dass wir mit unseren Berechnungen nicht sooo weit weg liegen 😉

  16. #16 Lichtecho
    30. September 2010

    @adenosine: Unser Mond ist zu klein, um eine Atmosphäre zu halten, daher gibt es auch kein flüssiges Wasser. Habitable Zone allein reicht halt nicht.

    Hier ist man sich aber sehr sicher, was die Aliens auf Gliese 581g anbelangt:

    “Alien life certain to exist on Earth-like planet, scientists say
    The chances of alien life existing on a newly-discovered Earth-like planet are 100 per cent, an astronomer has claimed.”
    http://www.telegraph.co.uk/science/space/8033930/Alien-life-certain-to-exist-on-Earth-like-planet-scientists-say.html
    Naja, die Engländer glauben ja auch Fußball spielen zu können 😉
    Wie würden wir denn die Aliens nennen? Glieseaner klingt komisch. Gliesonier oder vernietlichend Gliesys? Oder eher nach dem Sternbild Libraner?

  17. #17 Alexander
    30. September 2010

    Unser Mond liegt doch auch in der habitablen Zone. Aber wohnen möchte ich da auch nicht.

    Aber er ist auch zu klein um eine Atmosphäre zu haben. Daher sind ja die Angaben von Masse und Größe auch so interessant, weil passende Werte die Voraussetzung sind, dass Atmosphäre da ist.

  18. #18 Gluecypher
    30. September 2010

    Ugh…ich kann mir schon wieder die dusseligen Berichte in den üblichen Medien vorstellen: “Ausserirdische nur 20 Lichtjahre entfernt!” oder so’n Quark.

    Aber trotzdem spannend, wenn man bedenkt, dass es demnächst eine einigermassen zuverlässige Schätzung für N aus der Drake-Gleichung gibt. 3 down, 4 to go. Und als ich Abi gemacht habe, kannte man noch nicht mal R* genau.

  19. #19 Stefan
    30. September 2010

    Ich find es enfach nur spannend wie viele Planeten seit Anfang der 90er entdeckt wurden. Jetzt, wo wir so ganz allmählich über eine Generation von Teleskopen verfügen, die in der Lage sind auch kleine Gesteinsplaneten zu entdecken (und die Entwicklung geht ja weiter) wird es m.E. nicht mehr allzu lange dauern, bis wir weitere finden, die zumindest die Voraussetzungen für Leben so wir es kennen bieten. Ich glaube, dass ich das noch erleben werde. D.h.natürlich nicht, dass es da auch wirklich Leben gibt. Aber die Wahrscheinlichkeit da für, dass Leben auch in unserer Galaxis existiert, sogar in der der ungefähr gleichen Ära, wird wohl wesentlich größer. Insbesondere, weil wir bisher ja nur sehr beschränkt schon unsere eigenen Galaxis durchmustern können – was mag es in unserer galaktischen Heimat nicht noch alles geben? Ein Großteil der anderen Seite der Galaxis können wir ja noch nicht mal beobachten weil der Kernbereich ihn verdeckt

  20. #20 frantischek
    30. September 2010

    Gibts eigentlich von-bis Schätzungen wieviele Erdähnliche Planeten sich in, sagen wir, 50Lj. umkreis befinden könnten?
    Wieviele Sterne gibts eigentlich in der Gegend?
    Und kann man auch schon Aussagen darüber machen wieviele (%) der Sterne in der Milchstraße ein Planetensystem haben sollten?

    Fragen über Fragen.

    Zur gebundenen Rotation, da hab ich einmal in einer Doku (glaub BBC) was dazu gesehen. Wenn die Erde an die Sonne gebunden wäre würden um die Terminatorlinie (schlagt mich nicht wenn das nicht so heißt) Windgeschwindikeiten von mehreren hundert km/h auftreten.

  21. #21 frantischek
    30. September 2010

    Noch was:
    Sollten um rote Zwergsterne die Wahrscheinlichkeit vielleicht sogar intelligentes Leben zu finden nicht um einiges höher sein als bei anderen Sternen, aufgrund der hohen Lebensdauer derselben?

  22. #22 klauszwingenberger
    30. September 2010

    was mag es in unserer galaktischen Heimat nicht noch alles geben? Ein Großteil der anderen Seite der Galaxis können wir ja noch nicht mal beobachten weil der Kernbereich ihn verdeckt

    Stimmt, es war auch gar nicht einfach, herauszufinden, welchem Galaxientyp die Milchstraße überhaupt angehört. Aber nochmal zur habitablen Zone: das alleine macht’s nicht, der Stern hat da noch eine Menge mitzureden. Gerade rote Zwerge wie Gliese 581 haben häufig enorme Corona- und Chromosphärenaktivitäten, die viel höhere harte Strahlungsflüsse bewirken, als das bei der Sonne der Fall ist. Wenn ein Planet dann noch so einem Flarestern immer dieselbe Seite zudreht, wird der da permanent im Röntgenlicht geröstet. Es gibt lebensfreundlichere Bedingungen!

  23. #23 Lichtecho
    30. September 2010

    Also wenn die Atmosphäre dick genug ist, dann sind bodennah auch bei einer gebundenen Rotation nicht unbedingt Stürme zu erwarten, vermute ich mal. Bei der Venus mit ihrer langsamen Rotation aber dicken Atmosphäre spielt sich der Temperaturausgleich durch heftige planetenweite Winde in den oberen Atmosphärenschichten ab. Am Boden selbst ist die Sonne wegen der dicken Wolkendecke gar nicht zu sehen und entsprechend gering ist die direkte Einstrahlung.

    Wie dem auch sei, unsere Ururenkel müssen halt hinfliegen und nachschauen – und dann können sie sich über unsere Unwissenheit lustig machen.

  24. #24 rod
    30. September 2010

    Eine Zivilisation wie auf der Erde, oder noch weiter fortgeschritten, dürfte sich im näheren Umkreis von einigen hundert Lichtjahren kaum finden lassen, denn SETI hätte dies dann schon identifiziert – außer eine Zivilisation kommuniziert nicht über Radiowellen, was nicht ausgeschlossen werden kann.

    Rote Zwergsterne Lebensdauer
    ich denke da gibt es keinen großen Unterschied zu einem Hauptreihenstern von der Wahrscheinlichkeit. Beide leuchten lange genug.

  25. #25 Monod
    30. September 2010

    Ein Planet mit mindestens 3facher Erdmasse ist – wenn es sich um einen Gesteinsplaneten handelt – eher der Venus vergleichbar als der Erde. Warum? Mehr Masse = mehr Radionuklide = mehr vulkanische Aktivität = mehr Ausgasungen = mehr Wasserdampf und CO2 = ausufernder Treibhauseffekt. Wasserdampf könnte aufgrund der länger anhaltenden Aufschmelzphase der Planetenkruste nicht auskondensieren und sich nicht auf der Oberfläche sammeln, also verbleibt er in der Atmosphäre und wirkt als Treibhausgas. CO2 könnte sich nicht in Wasser lösen und als Karbonat ausgefällt werden, so dass der temperaturregulierende Karbonat-Silikat-Zyklus nicht in Gang kommt. Die Folge ist, dass sich sehr schnell Verhältnisse wie auf der Venus einstellen, wobei die Atmosphäre noch dichter sein dürfte, da aus dem Planeteninneren aufgrund der mehrfach größeren Masse noch mehr Atmosphärengas entweicht als es auf der Venus jemals möglich gewesen war. Die einseitige Aufheizung aufgrund der gebundenen Rotation beschleunigt den Runaway-Effekt noch. Die Kältefalle auf der Nachtseite bewirkt eine beschleunigte Durchmischung der Atmosphäre und zieht einen Temperaturausgleich nach sich, der aufgrund der ständigen Energiezufuhr seitens des Sterns auch auf der Nachtseite zur Überhitzung führt – ganz analog zur Venus – so dass sich die Oberflächentemperaturen auf beiden Hemisphären allenfalls um wenige Kelvin unterscheiden. Es dürfte sich bei Gliese 581 g daher mit großer Sicherheit nicht um einen habitablen Planeten handeln – wenn man habitabel dahingehend eingrenzt, dass flüssiges Wasser auf der Oberfläche vorhanden sein kann – eher schon um eine Supervenus.

  26. #26 Florian Freistetter
    30. September 2010

    @Monod: “. Es dürfte sich bei Gliese 581 g daher mit großer Sicherheit nicht um einen habitablen Planeten handeln – wenn man habitabel dahingehend eingrenzt, dass flüssiges Wasser auf der Oberfläche vorhanden sein kann – eher schon um eine Supervenus.”

    Sag doch dann bitte auch den Leuten Bescheid, die Gliese 581 g entdeckt haben. Die scheinen das nicht zu wissen.

    “Personally, given the ubiquity and propensity of life to flourish wherever it can, I would say, my own personal feeling is that the chances of life on this planet are 100 percent,” he [Vogt] said during a press briefing. “I have almost no doubt about it.”

  27. #27 Monod
    30. September 2010

    @ Florian:

    “I would say, my own personal feeling is …”

    Wie mache ich das, ohne Herrn Vogts Gefühle zu verletzen? 😉

  28. #28 upjohn
    30. September 2010

    Kinder, werdet mal wieder vernünftig. Da haben wir jetzt einen Gliese 581g mit dreifacher Erdmasse und 1,2-1,4fachen Durchmesser, der eine Umlaufzeit von 36 Tagen haben soll und um einen roten Zwerg kreist. Da will jemand hinfliegen? Selbst wenn wir’s könnten (hier haben wohl zuviele Avatar oder Enterprise geguckt), dauert das Jahrhunderte und egal, wer wen wielange an Bord einfriert …. die Knochen der Leute möchte ich beim Auftauen nicht sehen wollen. Von einem 1-G-Planeten jahrzehntelang mit Knochenschwund eingefroren im Weltraum landet der Astronaut auf einem 3-G-Planeten …. und bricht aufgrund seiner morschen Knochen sofort zusammen. Kann bitte jemand mal darüber nachdenken, wie hoch weit weg Gliese 581g vom Hauptstern liegt und welche Solarwinde die Magnetosphäre und Atmosphäre abhalten müsste, damit überhaupt auf Gliese 581g jemals auch nur eine Mikrobe eine Chance hat, auf der Oberfläche so lange zu überleben, um uns mit einer Fahne zu winken?
    Ich würde erst mal vorschlagen, dass die (IMHO reichlich durchgeknallten) Seti-Freaks ihre Schüssel in Richtung Gliese ausrichten und nach dem bösen ET lauschen, der uns bestimmt nach Ablaufen des Maja-Kalenders hier in Grund und Boden stampfen wird…. ähem.
    Naja, bestimmt gibt’s dank der diversen Privatraketenprojekte bald das erste interstellara Joint-Venture zum Verschießen eines Mini-Spähers mit Ionenantrieb nach Gliese. Dann können wir alle endlich Captain Kirk spielen. Wer wird aber derjenige namenlose Sicherheits-Trooper sein, der beim Bodentrupp immer als erster vom bösen Ungeheuer gefressen wird? Ich will nicht sein….

  29. #29 Lichtecho
    30. September 2010

    @upjohn: Du bist ein Spielverderber 😉

  30. #30 Grundumsatz
    30. September 2010

    Endlich dreibrüstige Alienfrauen. Ich freu mich!

  31. #31 Bört
    30. September 2010

    Dass die gebundene Rotation nichts Gutes für die Entstehung von Leben bedeutet, hat Harald Lesch gut in einer Sendung erklärt:

    http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-lebenszone-2003-ID1208268896562.xml

  32. #32 Engywuck
    30. September 2010

    das kann unmöglich ein habitabler Planet sein. Wir haben doch neulich gelernt, dass der erst nächsten Mai gefunden wird….

  33. #33 Anhaltiner
    30. September 2010

    Na bis wir technisch in der Lage sind soweit zu fliegen, gibt es genug Robonauten und Roboter die die Menschen im Zoo füttern. Namal sehn vielleicht kann die Festschrift zu “100 Jahre Astrodicticum Simplex” schon mehr verraten, wir werden sehen… (wenn wir die Gasrechnug der Hölle dann noch bezahlen können *grins)

  34. #34 Anhaltiner
    30. September 2010

    @upjohn wenn man erstmal richtig eingefroren ist dürfte der Knochenschwund gestoppt sein. 3g sind für Kampfpiloten mit entsprechender g-Hose auch kein Problem. (vielleicht noch ein Stütz-gerät oder Gewichtheber-Beine)

  35. #35 darwin upheaval
    30. September 2010

    Hi,

    nach allem, was ich hier lese, bin ich ebenfalls sehr skeptisch, dass Gliese 581 g tatsächlich ein Kandidat für die Entstehung von Leben sein könnte. Insbesondere, da der Planet seinem Zentralgestirn immer dieselbe Seite zeigt. Aufgrund der großen Temperaturunterschiede zwischen der dem Zentralgestirn zugewandten und der dem Stern abgewandten Seite, müssen extreme atmosphärische Bedingungen herrschen.

    Skeptisch stimmt mich auch, dass das Zentralgestirn ein roter Zwerg ist. Das Strahlungsmaximum liegt demnach im Infraroten und nicht etwa im Bereich sichtbaren Lichts. Das muss nicht grundsätzlich ein Problem für die Entstehung von Leben sein, aber eine ganze Reihe chemischer Reaktionen, die sich auf der Urerde abgespielt haben, kommen dadurch nicht zustande. Die Möglichkeit, Energie aus einer Photosynthese zu schöpfen, ist wohl auch nicht gegeben, und die Strahlungsintensität ist ebenfalls sehr niedrig.

    Kurios erscheint mir auch, dass der Planet seine Sonne mit einer geradezu affenartigen Geschwindigkeit umkreist. Das muss ebenfalls kein grundsätzliches Problem sein, aber ich weiß nicht, welche ungünstigen Effekte noch daran gekoppelt sind.

    Insgesamt kennt man derzeit etwa 20 notwendige Bedingungen für die Entstehung von Leben. Einige davon lauten:

    * Das Zentralgestirn muss ungefähr die Masse der Sonne haben
    * Das Zentralgestirn muss einen hinreichend starken Sonnenwind erzeugen
    * Der Planet muss ungefähr die Masse der Erde aufweisen
    * Der Planet muss in einem geeigneten Abstand das Zentralgestirn umkreisen
    * Der Planet muss ein hinreichend starkes Magnetfeld haben
    * Es muss in größerer Entfernung einen Gasriesen geben, der Asteroiden “abfängt”
    * Der Planet muss einen Mond haben, der seine Umlaufbahn stabilisiert
    * Die Umlaufbahn darf nicht zu elliptisch sein
    * Es bedarf einer Plattentektonik und Konvektionsströme
    * Die Atmosphäre darf nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig CO2 enthalten

    […]

    Lange Rede kurzer Sinn: Es gibt sicher zahlreiche bewohnte Planeten im Universum, aber mit Sicherheit nicht in nächster Nähe, möglicherweise sogar nicht ein zweites Mal in unserer Milchstraße. Daher wage ich sehr zu bezweifeln, dass wir (in absehbarer Zeit) einen Planeten finden werden, der alle notwendigen Bedingungen für die Entstehung von Leben erfüllt.

    Damit nicht nur irgendeine Lebensform, sondern *intelligentes* Leben entstehen kann, bedarf es noch einer Reihe weiterer Bedingungen und zahlreicher glücklicher Zufälle. Z.B. müssen nicht nur die Ozeane bewohnbar sein, sondern auch die Festländer, es müssen sich Lebensformen mit Gehirnen und mit funktionalen Extremitäten (“Greifhänden”) entwickeln, etc. etc. Alles in allem wage ich die Prognose, dass es zumindest in unserer Galaxis keine zweite Lebensform mit einer so hoch entwickelten Kultur wie der unseren gibt.

    D.U.

  36. #36 TheBug
    30. September 2010

    @ upjohn: Ganz einfach, entweder zur Brückencrew gehören, oder keine rote Uniform tragen und die Klappe halten wenn es auf den Planeten geht. So einfach ist Überleben auf der Enterprise 🙂

  37. #37 Doctor Who
    1. Oktober 2010

    Gliese 581 g, also ?!. Naja ob “Gebundene Rotation”, oder nicht. Ein Ort für einen schönen Urlaub könnte er werden, oder ?!”

  38. #38 Nerdstorm
    1. Oktober 2010

    @darwin

    Die Bedingungen die aufzählst machen durchaus Sinn, wenn man nach einer “humanoiden” Form von inteligentem Leben sucht. Aber vielleicht hat die mögliche Lebensform auf Gliese G diesen Zustand schon lange Zeit hinter sich gelassen und schwirrt nur noch in Form von “intelligenten Photonengruppierungen” durch die Galaxie. Gliese 581 ist ja um einige Jährchen älter als unsere Sonne und mögliche Lebensformen hätten sich schon X-mal selbstvernichten können bis wir überhaupt erst in der Planung waren. Somit wäre ein Besuch von Ihnen bei uns durchaus denkbar, die Macher der Kornkreise wären endlich entdeckt, und wir könnten schlussendlich damit beginnen unseren (den menschlichen) unterentwickelten egozentrischen Geist auf eine höhere Bewusstseinsebene zu hiefen.

    Aber bis wir soweit sind die stoffliche Existenz ebenfalls aufzugeben um uns interstellaren Aufgaben anzunehmen, erfreue ich mich an den neusten wissenschaftlichen Entdeckungen des 21. Jahrhunderts zum Thema Exoplaneten, und lasse mir für die letzten verbleiben Momente von kulinarischen Leckerbissen die Lebensfreude als kleines Molekül im Raum nicht nehmen.

    Denn ob ein einzelnes Elektron eines Plastik-Atömchen meiner Maus weiß das sie Teil meines Wohnzimmers in einem Mehrfamilienhaus mit noch mehr Wohnzimmern ist, die sich wiederrum in einer ganzen Stadt mit noch mehr Mäusen, Häusern und Wohnzimmern befinden um schlussendlich eine Gesamtbevölkerung von Computermäusen abzugeben die sich aneinandergereit mehrmals um unseren Planeten wickeln ließen, wage ich zu bezweifeln…

  39. #39 Kuchlbacher Rudolf
    1. Oktober 2010

    @Gluecypher

    Lang hats nicht gedauert :
    http://www.heute.at/news/welt/Forscher-entdeckt-2-Erde;art414,424812

    Dabei haben sie es nicht mal geschafft den Namen richtig zu schreiben….

  40. #40 MartinB
    1. Oktober 2010

    In einer Fernsehdoku (hieß “Extraterrestrials”) gab es mal eine spekulative Welt (Aurelia) mit “locked rotation” – dort wurde behauptet, man hätte für diese Doku das Klima auf so einer Welt berechnet und festgestellt, dass im Terminator-Bereich Leben möglich sei. Da wohnten knuffige außerirdische, die ein bisschen wie Strauße aussahen und sich vor den Flares hinter irgendwelchen Pflanzen versteckten.

    Wie wissenschaftlich die Berechnungen waren, weiß ich nicht – auf der Biomechanik-Seite hatten sie immerhin McNeill Alexander an Bord, wenn ich mich recht entsinne, das ist der absolute Biomechanik-Papst.
    Hier die Wiki-Seite dazu
    http://en.wikipedia.org/wiki/Aurelia_and_Blue_Moon

  41. #41 Bynaus
    1. Oktober 2010

    3.1 Erdmassen ist zwar eine Minimalmasse. Aber damit das System nicht destabilisiert wird (und unter der Annahme, dass die Planeten alle etwa in der gleichen Ebene um ihren Stern kreisen, und annähernd kreisförmige Orbits mit e<0.2 haben), können die Massen der Planeten im System nicht mehr als 1.4 Mal die Minimalmasse sein [1]. Damit kommt man auf eine Maximalmasse von 4.3 Erdmassen. 3.1 bis 4.3 Erdmassen ist also der Bereich der wahren Masse.

    [1] http://arxiv.org/abs/1009.5733

  42. #42 Bynaus
    1. Oktober 2010

    Irgendwie wurde mein Kommentar abgeschnitten…

    Hier der Rest: …kleiner 0.2), darf die wahre Masse nicht mehr als 1.4 Mal die Minimalmasse betragen (siehe [1]). Damit kommt man auf eine Maximalmasse von 4.3 Erdmassen. 3.1 bis 4.3 Erdmassen ist also nicht der Fehlerbereich der Minimalmasse, sondern der tatsächlich Bereich möglicher Massen für Gliese 581 g.

  43. #43 Florian Freistetter
    1. Oktober 2010

    @Bynaus: Das Paper muss ich mir nochmal in Ruhe anschauen. Die Dynamik hängt auch stark davon ab, wie genau die Massen und vor allem Exzentrizitäten der anderen Planeten bekannt sind. Und die Masse des Sterns. Da gibts ja schon noch einige Unsicherheiten. Man müsste das ganze Mal detailliert und für den ganzen Parameterraum durchsimulieren. Hmm – wenn ich doch nur ein dutzend schneller Computer hätte (und der Tag noch ein paar Stunden mehr)…

  44. #44 Mahalo
    1. Oktober 2010

    Klar gibts dort Leben. Die ALiens haben doch schon Hallo gesagt. Wir haben nicht geantwortet und jetzt sind se sauer und machen uns 2012 den garaus. LOL.
    http://www.bild.de/BILD/news/2010/10/01/zweite-erde/kamen-von-dort-schon-signale.html

  45. #45 Ronny
    1. Oktober 2010

    @darwin
    Notwendige Bedingungen ? Ich würds eher als ‘förderliche’ Bedingungen definieren.

    Wozu zum Beispiel ein Magnetfeld ‘notwendig’ ist ? Ok es schützt uns vor hochenergetischen Teilchen, aber womöglich gibts Lebensformen die sich sogar davon ernähren.

    Ich stimme zu, Menschen zu finden wird hart, aber nur Hardcore Kreationisten sehen uns immer noch als ein Art Ergebnis. Da ist viel Spielraum. Die ganze faszinierende Vielfalt auf Erden basiert auf DNA Molekülen. Vielleicht gibts noch andere Möglichkeiten, andere Strukturen. Man braucht ‘nur’ ein Molekül welches stabil ist, sich aber kopieren kann.

  46. #46 Bynaus
    1. Oktober 2010

    @Florian: Im Paper steht auch, dass Udry et al. eine ähnliche Simulation gemacht hätten und auf eine Maximalmasse von 1.6 mal die Minimalmasse gekommen seien – allerdings noch ohne den erst jetzt bekannten Planeten “g”. Ich habe aber auch schon gesehen (hier [1], am Ende des Artikels), dass Udry vor vorschnellen Schlüssen bezüglich der Realität dieses Planeten warnt. Mitte Oktober sollten wir mehr wissen.

    @Maholo: Oh my… Immer wenn man glaubt, die Medien hätten das Maximum an möglicher Dummheit bereits erreicht, kommt jemand und sprengt es in neue Höhen…

    [1] http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/astronomie_exoplanet_zweite_erde_1.7758297.html

  47. #47 Wolfgang
    1. Oktober 2010

    @Florian Freistetter:

    Hmm – wenn ich doch nur ein dutzend schneller Computer hätte (und der Tag noch ein paar Stunden mehr)…

    Also meinen Rechner kannst haben, ob der jetzt für LHC@Home, Einstein@Home oder Freistetter@Home rechnet ist für mich einerlei 🙂

    Grüße,
    Wolfgang

  48. #48 Florian Freistetter
    1. Oktober 2010

    @Wolfgang: Danke für das Angebot! Aber meine Software ist bei weitem nicht so ausgereift wie das ganze @home-Zeugs. Da muss man selbst sehr viel steuern und eingreifen – das geht aus der Ferne schwer.

  49. #49 Franz_F
    1. Oktober 2010

    Also ich würde meine Rechner auch sofort auf Freistetter@Home umdirigieren, und ich schätze 100e andere auch.
    Vieleicht lässt sich ein einfacherer Teil der Datenreduktion damit erschlagen.
    sowas sollte man sicher ins Auge fassen.
    Besonders wenn man es hinbekommt, dass das Zeugs auf der GPU läuft, da ergeben sich den Performencegewinne von 1000% und mehr!

    lg (aus Wien)

    franz

  50. #50 Florian Freistetter
    1. Oktober 2010

    @Franz_F: Naja – das eigentlich Problem ist die Berechnung der Planetenbahnen. Das mach ich mit dieser Software: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/04/mercury-ein-professionelles-programm-zur-simulation-der-planetenbewegung.php Die läuft eigentlich überall, wo man Fortran kompilieren kann. Aber die Programme, die dieses Programm steuern, die einzelnen Simulationen organisieren und die Daten dann auswerten, sind alle 100% Handarbeit und müssen quasi für jedes Projekt neu geschrieben werden (und dann meist noch laufend angepasst werden). Bei mir sind das diverse Perl-Skripte die unter Linux laufen. Ist schwer, dass so zu machen, dass es anderswo ohne großen Aufwand läuft…

  51. #51 Franz_F
    1. Oktober 2010

    Habitabel, lebesfreundlich hin oder her. Was mir am bemerkenswertesten an dem System erscheint, ist die Klasse des Sterns und dazu noch die geringe Metalizität (-0.3).
    und trotzdem tummeln sich da gleioch 6 Planeten, wenn auch kleine. (Also keine Gasriesen).
    Wenn das jetzt nicht gerade ein Ausnahmesystem ist, dann sagt uns das, dass Planten in “erdähnlicher” Grösse in Einzelsternsystem eher dei Regel als die Ausnahme sind.

  52. #52 rod
    1. Oktober 2010

    Florian – oder an den der es weiß

    wie schauts denn in nächster Nähe aus? 20 LJ sind nicht weit, astronomisch, aber wie verhält es sich bei Sternen wie z.B. Sirius, Rigel, die ja wirklich “gleich um die Ecke sind”. Gibt es hier keine Planeten? warum nicht? “sieht” man sie nicht, weil z.B. Sirius so eine starke Leuchtkraft hat? Man müsste sie aber trotzdem wahrnehmen können durch die Radialgeschwindigkeitsmethode. Oder nicht?

  53. #53 rod
    1. Oktober 2010

    Sorry, nicht Rigel, sondern Rigil, Alpha Centauri A

  54. #54 Florian Freistetter
    1. Oktober 2010

    @rod: Gute Frage. Gesucht hat man sicher schon. Wenn man nichts gefunden hat, dann war da wohl nix. Sirius ist z.B. aber noch extrem jung – erst 300 Millionen Jahre alt. Planeten sucht man lieber bei leuchtschwachen, älteren Sternen. Und Rigel ist nicht wirklich um die Ecke; der ist 770 Lichtjahre weit weg…;)

  55. #55 Christian 2
    2. Oktober 2010

    Nehmen wir an, die Glieseianer wären wirklich hier. Auf diesem Planeten ist es laut Wissenschaftlern am wahrscheinlichsten, im Zwielicht zu überleben. Da Gliese 561 eine Funzel ist, ist er sehr lichtschwach und es ist dort ziemlich düster.

    Wie würden denn nun intelligente Außerirdische aussehen und sich verhalten, die von so einem Planeten kommen?

    Schaut man sich die gängigen Ufo- Beobachtungen an, so kommen diese ja meistens nachts vorbei. Sie landen im Garten, schlachten Rinder usw.
    Macht das Sinn, wenn die Kerle zu Hause im Dunkeln leben? Irgendwie schon.

    Wie könnte ein intelligenter Außerirdischer aussehen, der auf Gliese lebt?
    Abgesehen von der höheren Schwerkraft die nicht passt (Dann müssten die Kerle stabiler gebaut sein) wohl genau so, wie wir uns die Greys so vorstellen.
    Große Augen, da es ja kaum Licht gibt. Große Pupillen würden auch im Zwielicht noch eine ausreichende Sicht ermöglichen.
    Helle Haut. Sowas kennen wir von höhlenlebenden Tieren, die im Dunkeln hausen.

    Ich finde die Parallelen durchaus interessant. 95% aller Sterne sind solche Funzeln, womit die Wahrscheinlichkeit für eventuell vorhandenes Leben um Zwergsterne derer um sonnenähnliche Sterne deutlich überträfe.
    Wenn es wirklich Leben um solche Funzeln gibt und die Typen hier zum Besuch vorbeikommen, so ist ihr Verhalten doch sehr ihrem Heimatplaneten entsprechend merkwürdig aber logisch.

    Auch leben Zwergsterne mal locker 100 Milliarden Jahre, und wären so für Intelligenzen sogar bessere wenn auch lebensfeindlichere Kandidaten (Extreme Sonnenflares, extremere Wetterbedingungen in bestimmten Gebieten des Planeten) als die Erde. Die hätten also viel mehr Zeit Technologien zu entwickeln, die unsere Raumfahrt schnell im Regen stehen ließe.

    Selbst die ach so moderne Stringtheorie stellt ja bereits Überlegungen wie die eines theoretisch funktionierenden Warpantriebs an.
    Existieren solche Hochtechnologien vielleicht doch, und besuchen diese Kerle deswegen pausenlos im Dunkeln die Erde?
    Oder ist das doch alles Quatsch? Man weiß es nicht.

    Darum sind die auch in Roswell abgestürzt. Sie haben den Sonnenfilter ihres Raumschiffs beim Flug über die Erde falsch kalibriert, wurden geblendet und schwupps- Crash! 😉

  56. #56 rod
    2. Oktober 2010

    Christian. Das Universum ist ca. 13,7 Milliarden Jahren alt. Die Erde 4,x
    also schon recht alt, da ist es doch egal wie lange ein roter Zwerg eine Lebenserwartung hat, er hat auch nicht von 13,7 Mrd Jahren begonnen.

    Jedenfalls hat die Lebensdauer eines Sterns, meiner bescheidenen Ansicht nach, nur bedingt etwas mit der Möglichkeit der Entwicklung intelligenten Lebens zu tun.
    Auf der Erde hat es 4,6 Milliarden Jahre gedauert bis es uns Menschen gibt.
    Aber der Mensch hat sich innerhalb weniger hundertausend Jahre entwickelt und vor allem stiegt die Entwicklung in den letzten paar hundert Jahren proportional an.

    Die Entwicklung des Menschen ging somit sehr schnell, es sind auch anderswo solche Entwicklungen oder sogar noch viel schnellere denkbar, sowie auch gegenteilig.
    Alles ist möglich, weils es soviele Möglichkeiten gibt.

    Unser Sonnensystem hatte bisher das “Glück” von größerem Unglücken verschont zu sein, vielleicht weil wir in einem der Außenspiralarme unsere Heimat haben. Je mehr Nachbarn es gibt, desto mehr Gefahren und Einflüsse und vielleicht entwickelt sich in den dichteren Gebieten unserer Galaxis kaum Leben.

    Wenn die “greys” hier rumspazieren, hätten sie vermutlich auch die Technologie von Raumanzügen und müssten nicht nur nachts kommen um von der grausamen Sonne verschont zu bleiebn… 😉

    Persönlich denke ich, dass es in unserer Milchstraße wenn überhaupt nur eine handvoll Zivilisationen gibt die über unsere oder über einen höheren Technikstand verfügen. Und wir werden niemals mit Ihnen Bekanntschaft machen.
    (ist vielleicht besser so…wenn die sehen würden was wir mit unserer einmaliger Oase im Weltraum so alles veranstalten wären div. ScFi Szenarien gar nicht so abwegig…)

  57. #57 Christian 2
    2. Oktober 2010

    Ich sag ja nicht, das ich an den Besuch glaube. Ich bin immer sehr skeptisch wenn es um übersinnliche Phänomene geht, da das meiste erwiesenermaßen Blödsinn ist.

    Die Parallelen im Verhalten sind nur unübersehbar. Das solche ET´s lieber im Dunkeln als in der Sonne rumspatzieren wenn sie von einer solchen Welt kommen, ist offensichtlich.

    Das sie eher kontaktscheu sind und ganz andere Interessen als einen direkten Kontakt verfolgen, ist auch garnicht so abwägig.
    Kommunizieren könnte man wohl nur über Mathematik. Gleichzeitig wären sie uns so fremd wie andere Tiere auch. Und deren Verhalten ist ebenfalls nicht immer für uns nachvollziehbar. Sie könnten für sie logische Ziele verfolgen die für uns so fremdartig und wirr erscheinen wie der Planet, von dem sie stammen.

    Ich denke auch das man gar keine genauen Aussagen darüber treffen kann, wie lange eine Zivilisation braucht um sich zu entwickeln. Der Mensch ist zu einem recht späten Zeitpunkt erschienen. Das hätte aber auch schon vor 300 Mio. Jahren der Fall sein können.
    Allerdings hat das Leben ansich zumindest auf der Erde lange gebraucht, um sich erstmal zu etablieren. Komplexes Leben betrat die Bühne spät. Das wird woanders wohl ganz ähnlich sein, da sich die Rahmenbedingungen erstmal einpendeln müssen.
    Alleine das dauerte auf der Erde ca. 4 Milliarden Jahre, bis überhaupt mal Leben entstand.

    Ein stabiles Ökosystem ist auf Planeten wie Gliese 581g denkbar möglich. Falls wir dieses in ein paar Jahren sogar nachweisen können, wäre das eine Sensation.

    Du gehst davon aus, das es keine Technologien gibt die der unsrigen haushoch überlegen sind.
    Möglicherweise gibt es aber physikalische Schlupflöcher (Zumindest theoretisch gibt es welche) die es ermöglichen, ähnlich wie in Star Trek zu reisen. Das ist heute noch pure Scifi. Was nicht bedeutet, das es nicht möglich ist.
    Und falls es möglich ist so kommt ET uns wohl auch besuchen, bzw. am Ufophänomen wäre wirklich was wahres dran.
    Zumal deren winzige Raumschiffe mit bekannten Technologien niemals Lichtjahre überbrücken könnten. Es sei denn sie verfügten über eine Art von Warpantrieb.

  58. #58 Franz_F
    3. Oktober 2010

    @Rod
    Man muss mit den zeitlichen Entwicklungen etwas vorsichtig sein insbesondere beim Leben.
    Es hat ja wiriklich 4,6 Mrd. Jahre gedauert, bis jetzt.
    Man muss aber bedenken, dass es das erste Leben schon vor weiss njetzt nicht genau aber 3,5 Mrd JAhren gegeben hat. bis vor gut 0,8 Mrd. Jahren hat sich aber nicht wirklcih viel getan. Dann kam diese kambrische Explosion, wo die Artenvielfalt plötzlich explodierte. Es hat da dann einfach gepasst. (Temperatur, Druck, etc.)

    Im Prinzip hätte das auch schon viel früher passieren können, wenn die Erde eine paar 1000 Kilometer engere Umlaufbahn hätte oder wenn ein anderer Parameter auch nur leicht anders wäre.

    Im Prinzip könnten so bei uns auch schon mehrere Zyklen abgelaufen sein.
    Und in einem System, dass sich 50 Mrd Jahre entwickeln kann, und so dicht mit Planeten besetzt ist, da kann die habitable Zone vlt. sogar von Planet zu Planet wandern.

  59. #59 Christian 2
    3. Oktober 2010

    @ Franz F.: Wenn es früher passiert wäre, wären wir heute nicht hier. Diese Konstellation ist bereits in 500 Mio. Jahren wieder vorbei. Das bedeutet das dann die Sonne schon so leuchtstark wird, das menschliches Leben in der jetzigen Form nicht mehr möglich ist. Das Leben hat, nehmen wir das um einen G- Stern wie die Sonne also einen doch recht engen Spielraum.
    Planeten um F- Sterne sollten somit nur noch primitives Leben beherbergen, gehen wir bei der Erde von einer durschnittlichen Lebensentwicklung bei den gegebenen Umweltfaktoren aus.

    Was bedeutet das nun für Leben in unserer Galaxie?
    Das es kaum Zweiterden mit komplexem Leben geben kann. Denn so optimal für Leben sind G- Sterne wohl doch nicht geeignet. Zudem sind die seltener, und die meisten Planeten wovon auszugehen ist auch ohne großen Mond.
    Es existiert ein überschaubarer Zeitraum von cirka 1 Milliarde Jahren, in denen höherentwickeltes Leben auf der Erde existieren kann. Das ist doch recht kurz.

    K- Sterne sind häufiger anzutreffen und ihre Lebensspanne ist länger, was vor allem auch auf die M- Sterne zutrifft. Komplexes Leben wird sich also vor allem dort finden lassen, wo es noch vorhanden ist.

  60. #60 Bullet
    3. Oktober 2010

    @Christian 2: ich widerspreche.

  61. #61 Bullet
    3. Oktober 2010

    Na toll … DER Kommentar kam durch.
    Moment bitte, ich führe gleich nochmal aus.

  62. #62 Bullet
    3. Oktober 2010

    So jetzt:

    Da Gliese 561 eine Funzel ist, ist er sehr lichtschwach und es ist dort ziemlich düster.

    Nö. Kleine Überlegung am Rande:
    Die Sonne hat hier eine scheinbare Helligkeit von -26,75. Gliese 581 hat nur ein Fünfhundertstel der Leuchtkraft unserer Sonne (und damit schon eine ziemlich fahle Funzel). Also wäre auf einem Planeten in der Entfernung von 150 Mio. km die scheinbare Helligkeit dieses Sternchens immer noch -20. Was immer noch ein ziemlicher Schuh ist. Warst du Zeuge der Sonnenfinsternis 1999? Wie hell wars denn da kurz vor der Totalität, als die Sonnenoberfläche zu 99% abgedeckt war? Genau – nur wenig Unterschied zu sehen. Außerdem wäre der hypothetische Planet um Gl 581 mit 150 Mio. km weit außerhalb der habitablen Zone. 581g jedoch ist, wie Florians Artikel zu entnehmen ist, nur 0,14 AE vom Stern entfernt, d.h. etwa nur 1/7 der Entfernung der Erde von Sol – was wiederum bedeutet, er bekommt knapp 50 mal soviel Licht ab wie ein Planet, der in der Entfernung der Erde den Stern umkreisen würde. Also wäre die scheinbare Helligkeit von Gl 581 auf einem Planeten in 0,14 AE Entfernung etwa 4,5 mag heller als sie wäre, wenn man Gliese 581 an die Stelle unsere Sonne setzte und wir auf der Erde damit klarkommen müßten.
    -20 – 4,5 sind aber etwa -24,5, was etwa einem Zehntel der Helligkeit unserer Sonne auf der Erde entspricht. Und das ist alles andere als eine Funzel. “Düster” isses demzufolge auf 581g auch nicht.

    Mag einer nachrechnen?

  63. #63 Christian 2
    3. Oktober 2010

    Oha. Interessante Berechnung. So hell wie hier ist es da trotzdem nicht. Das gefährliche an roten Zwergen sind zur Zeit ja noch die Sonnenflares. Interessant wäre es auch zu erfahren, ob sich Lebewesen vor diesen Flareausbrüchen schützen können.

  64. #64 rod
    3. Oktober 2010

    Christian, Leben ist aber anpassungsfähig, das ist einer der wichtigen Faktoren.
    So wie sich der Planet verändert, so verändert sich das Leben auf dem Planet. Es entstehen neue Arten, neue Varietäten. Da sich im Regelfall etwas langsam ändert, hat das Leben genügend Zeit sich anzupassen, einige Arten sterben natürlich auch aus. Es gibt Leben auf den unmöglichsten Plätzen dieser Erde, wie in der Tiefsee, organisches Leben, wo selbst unsere Technik durch den Druck der Tiefe zerstört wird.

    Es ist denkbar, dass auf anderen Planeten oder Monden Lebewesen unter einer Eisoberfläche existieren, vielleicht auch Lebewesen für die Methan etwas ist wie für uns Wasser. Vielleicht gibts auch Leben im Weltall das sich von Licht oder Strahlung “ernährt”. Das Leben entwickelt sich nach dem was ein Planet bietet. Die Physik schränkt hier sicherlich schon manches ein, aber wie gesagt wir dürfen nicht nur aus menschlicher Sicht denken.

    Sonst bin ich der Meinung, selbst wenn wir Menschen nur noch ein paar Millionen Jahre auf unserem Planeten hätten, müsste die Zeit ausreichend sein um das All kolonisieren zu können. Wir kennen die Physik erst seit wenigen hundert Jahren, bis auf das was die Griechen schon entdeckt haben, innerhalb von wenigen hundert Jahren haben wir dieses Sonnensystem vermutlich schon besetzt oder hinter uns gelassen. Selbst wenn die Erde dann irgendwann nicht mehr ist, gibt es Ersatz.

    Andere Zivilisationen im All würden vielleicht gleiches tun, Lebensraum erweitern, forschen. Nur eines wundert mich bisher, dass Seti noch nichts gehört hat. Entweder ist Seti ein falscher Versuch, oder wir sind weitgehend alleine in der Milchstraße, zumindest in Bezug auf höher entwickelte Zivilisationen.

  65. #65 frantischek
    3. Oktober 2010

    Prof. Harald Lesch: “Der Ausserirdische ist auch nur ein Mensch!”
    Und wenn er das nicht ist ist er für uns auch nicht interessant.

    Wen interessieren in Wirklichkeit irgendwelche Licht essenden (hihihi, den Straubinger) Aliens oder Lebensformen die in Plasma leben? Mit denen kann man nicht kommunizieren, nix tauschen, nix nützliches von ihnen lernen.

    Wenn man nach Ausserirdischen sucht sollte man mMn (und tut man ja auch, SETI und so) nach menschenähnlichen suchen. Nur die werden eine für uns interessante Geschichte, Technik usw. haben.

    Und wenn ich die Meldungen der letzten Jahre und Monate bzgl. Entdeckung neuer Planeten richtig deute wird es nicht mehr lange dauern bis wir uns zumindest Statistisch relativ sicher sein können das wir nicht allein sind.

  66. #66 deepsouth
    3. Oktober 2010

    Nach unserer Vorstellung von kohlenstoff-basierendem Leben auf Exoplaneten sollte es auf Gliese 581g durchaus möglich, ja sogar wahrscheinlich sein. Auf Grund der gebundenen Rotation sollten alle nur möglichen lebensfreundlichen Klimazonen vorhanden sein, von sehr kalt bis sehr warm und in den Übergangsregionen gemäßigt – was der rotierenden Erde gegenüber sogar noch vorteilig sein sollte.
    Die höhere Gravitation sollte für eher flache Kreaturen mit kräftigen Gliedmaßen sorgen und die Schwankungen der Strahlungsintensität des Muttersterns vielleicht für Schutzpanzer, in dem sich das empfindliche Leben zurückziehen könnte.
    Wie wäre es mit Lebensformen ähnlich der von irrdischen Schildkröten…?? 😉

    Noch spannender finde ich allerdings die Frage (die ich hiermit offiziell an Florian und anderen Experten stelle):
    Ist die habitable Zone von Gliese 581 mit seinen drei Palneten nun “voll” oder könnte es theoretisch noch einen weiteren, vielleicht noch erdähnlicheren Planeten in dieser Zone geben, der auf seine Entdeckung wartet?

  67. #67 Christian 2
    3. Oktober 2010

    @ rod: Ich habe kürzlich gelesen das man bislang nur ein Millionstel der möglichen Frequenzen untersucht hat, auf denen ET senden könnte. Das wir nach nur 50 Jahren Suche noch nichts wirklich konkretes haben, wundert also nicht.
    Was mich eher wundert, das sie scheinbar nicht hier sind. Also entweder sind die alle für unser Verständnis so schräg drauf, das sie nur hier aus Langeweile rumfliegen und keinen Kontakt wünschen- Oder sie sind nicht hier.

    Das würde aber bedeuten das wir vielleicht eine der ersten, wenn nicht die erste technische Zivilisation in unserer Galaxie sind. Ich denke es ist recht wahrscheinlich davon auszugehen das die das All in irgendeiner Form erkunden und bereisen werden, sofern sie Technologie entwickeln.

    Wir können nur mutmaßen, welches die wahren Gründe sind. Man kann ja ausrechnen wie lange es dauern würde, die Galaxie als menschliche Spezies zu kolonialisieren. Das sind wenige Millionen Jahre.
    Somit müssten die eigentlich schon längst hier gewesen sein.

    Ich halte ja sonst von Däniken nichts. Aber wenn man jetzt zu optimistisch an die Sache herangeht, wird man womöglich enttäuscht werden.

    Wenn wir die ersten sind so haben wir eben das Glück gepachtet, und können als Nomadenspezies andere Planeten ausbeuten. Wenn Hawking mit seiner These Recht hat sind wir womöglich genau die, vor denen er uns warnt.

  68. #68 Christian 2
    3. Oktober 2010

    Man kann natürlich berechnen, ab wann solche Planeten stabil sind. Die Lebenszone um Gliese ist sehr eng bemessen, wobei sich hier ansonsten ähnlich wie in unserem System 3 Planeten (Einer wohl fast mittig, die anderen an den Rändern) tummeln.

    Die Lebenszone um G- Sterne ist aber nichtsdestotrotz viel breiter. Bei uns könnten vermutlich noch 2 weitere Planeten zwischen Venus/ Erde und Erde/Mars Platz finden, ohne das es zu Bahninstabilitäten kommt.

    Ich kann mir kaum vorstellen das bei Gliese, welches im Grunde unserem System in kleinerem Maßstab ähnelt ein weiterer zwischenpassen würde.

    Höchstwahrscheinlich wären die inneren Planetenbahnen dann instabil.
    Es ist wirklich ein glücklicher Zufall, das sich um Gliese ein Planet mitten in dieser extrem schmalen Zone befindet. Was ebenso für die beiden Nachbarn gilt.

  69. #69 Martin
    3. Oktober 2010

    Ich kann die Euphorie mancher hier leider nicht teilen, was intelligentes Leben in der Milchstraße, bzw. der Nähe angeht.
    Man muss sich doch nur mal die Erde ansehen. Leben gibt es hier seit gut 3,5 Milliarden Jahren.
    Uns Menschen als Zivilisation gerade mal ein paar tausend Jahre und Signale ins Weltall senden tun wir erdgeschichtlich gesehen erst seit einem Augenblick.
    Wenn man sich dann noch anschaut, wieviele menschliche Zivilisationen in unserer kurzen geschichtlich überlieferten Zeit auf- und untergegangen sind sieht das alles mehr als ernüchternd aus.
    Ich persönlich schließe daraus, dass es einfach viel zu viel Zeit gibt, um sich zu verpassen. Dass es irgendwo anderes intelligentes Leben wenigstens gab ist überaus wahrscheinlich, aber der Großteil dürfte wohl schon ausgestorben sein, so wie 99% aller Arten, die je auf der Erde lebten, ausgestorben sind.

    Die Reise zu Gliese stelle Ich mir für verhältnismäßig wenig problematisch vor – das komplizierte wird dann erst die Rückreise 😀
    Will man da in der Lebenszeit eines Menschen (auf dem Schiff) hin und wieder zurück, vergehen durch relativistische Effekte (Zeitdilatation) auf der Erde mal eben einige tausend bis millionen Jahre. Wenn dann noch wer da ist, um die Rückkehrer zu begrüßen, wird sie zumindest keiner mehr kennen.

    Auf Gliese wäre es mir außerdem wohl zu windig.

  70. #70 deepsouth
    3. Oktober 2010

    Das Leben ist erfinderisch und sollte gegen Unannehmlichkeiten wie starken Wind eine Gegenstrategie entwickeln können.
    Andere Kreaturen im All, die (angenommen) die Erde beobachten und hier Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h vorausberechnen, und selbst nur Winde von max. etwa 50 km/h kennen – müssten ja auch zu dem Trugschluss kommen, daß es auf der Erde zu windig für Leben wäre.
    Wenn auf Gliese 581g kosmische Katastrophen in den letzten paar hundert Millionen Jahren ähnlich selten wie auf der Erde waren – dann muß man dem Optimismus der Wissenschaftler zustimmen, daß die Wahrscheinlichkeit von Leben dort auf einen Wert nahe 100 Prozent einzuschätzen ist.
    Was auf der Erde passiert ist, sollte auch überall woanders möglich sein – jedenfalls dann, wenn wir uns nicht als Ausnahmeerscheinung des Universums betrachten, sondern als Normalfall.
    Und weil die Temperaturbedingungen auf Gliese 581g sogar einen größeren Bereich anbieten, als es hier die irrdischen Bedingungen tun – WAS spricht dann noch wirklich gegen Leben auf 581b?

  71. #71 rod
    3. Oktober 2010

    Ich denke, dass “sie” noch nie hier waren. Von dem ganzen Esoterik und Verschwörungskram halte ich nichts, ich lese es mir aber trotzdem ganz gerne durch, sonst kann man sich ja schlecht ein Urteil bilden.
    Wenn Sie hier auf der Erde wären, wüssten wir es, sowas kann keine Regierung geheimhalten – oder nur unter den allergünstigsten Bedingungen, aber selbst dann gibt es immer genügend Zeugen und heute wo jeder im Handy ne Camera hat…
    In unserem Sonnensystem sieht der Nachweis schwieriger aus.
    Eine Sache hierzu die mich mal stutzig gemacht hat war die Story von dem US Astronaut (oder wars ein Kosmonaut?), kann die Story jetzt nicht direkt wiedergeben und habe keine Lust in Wikiblöd zu blättern. Jedenfalls behauptet der, dass über ein Tag lang ein Ufo an seiner Raumkapsel herumschwirrte und er sogar den Kopf von dem Alien sah. Wurde wohl auch an die Erde gefunkt, also nicht nachträglich hinzugedichtet. Allerdings gibts soviele Stories, das ist eine der besten. Noch fehlen Beweise fehlen die wissenschaftlich anerkannt sind.

    Gründe warum sie noch nicht in Kontakt mit uns getreten haben gibts unzählige.
    Einer der wichtigsten dürfte aber auch das pysikalische Hindernis sein. Raum und Zeit sind auch für andere Zivilisationen gleich und ich fürchte hier wird es kaum eine Möglichkeit geben das auszutricksen, das wäre jedenfalls ganz ferne Zukunft.

    Ich sehe das ganz ähnlich wie Martin. Die Entwicklung birgt soviele Risiken. Wir hatten hier bisher einfach ganz enormes Glück. Dieses “Glück” können sicherlich auch andere haben und wie geschrieben wurde kanns vielleicht auf manchen Planeten oder Monden noch günstigere Umstände geben, aber es ist sehr selten. Dann alleine schon die Tatsache, dass wir Menschen auf unserem Planeten die einzige intelligente Lebensform sind unter Millionen anderer Arten. (intelligent sind zwar auch manche andere, aber ich denke ist klar was ich meine)

    Seti: klar gibts viele Frequenzen, aber auf den wichtigsten (nach unserem menschlichen Wissenstand) wird gehört. Die Seti Idee halte ich noch für die bis heute beste Möglichkeit jemand da draußen zu finden bzw. zu hören. Aber enormes Verbesserungspotenzial gibts sicherlich.

    Schade das Seti so ne schlechte Öffentlichkeitsarbeit macht. Sollen doch mal nach Gliese lauschen 🙂

  72. #72 rod
    3. Oktober 2010

    Hierzu möchte ich noch was verlinken, vom Prof. Walter, das passt ganz gut rein zur Diskussion. Auch die anderen Beiträge in der Rubrik “gibt es Außerirdische” sind sehr lesenswert.

    http://www.lrt.mw.tum.de/de/interessierte/fs_ausserirdische_da_draussen_ist_keiner.phtml

  73. #73 Arthur
    3. Oktober 2010

    @ Martin:

    Naja so würde ich es nicht sagen… Du hast zwar recht, dass es eine viel zu große Zeitspanne ist, wenn man bedenkt wieviele Arten in so, relativ kurzer Zeit, untergegangen sind. Jedoch stirbt eine komplexe und intillegente Art, wie wir Menschen es sind nicht einfach so aus.

    Von Gliese erhoffe ich mir leider auch nicht viel, jedoch lässt es mich hoffen, dass es in unserer Galaxie, villeicht auch in näherer Umgebung ein Planet existiert, der sowohl eine lebensfreundliche Umgebung als auch intilligentes Leben aufweist.
    Wenn einmal bewiesen ist, dass in näherer Umgebung solche Planeten wie wir sie kennen existieren, so wird man auch viele Investoren finden können.

    Wäre es theoretisch möglich solche Planeten auch noch näher zu finden. Villeicht so um die 5 Lichtjahre könnte ich mir schon vorstellen. Das wären mit viel Geld und Aufwand auch aus unserer Sichtweise “locker” zu schaffen.

  74. #74 Malte
    3. Oktober 2010

    Aber die Sache ist doch eigentlich die, dass wir auch nur begrenzte Möglichkeiten der Forschung haben. Wir können auch nur das nutzen, was die Erde uns zur Verfügung gibt. Wir werden also nicht in geraumer Zukunft Dinge bauen können, die an die andere Seite des Sonnensystems fliegen und dort Aufzeichnungen machen. Wir können zwar forschen, allerdings können wir nur begrenzt Forschen, nämlich mit den Dingen, die wir bereits besitzen.
    Wir haben zum Beispiel kein Material, was soeinen Flug über so viele Jahre standhält. Selbst mit der besten Forschung, können wir dieses Material nicht soweit besser machen, dass es soetwas nur annähernd standhalten könnte.
    Also meiner Meinung kann man auch in Zukunft nur Vermutungen aufstellen. Alles was wir machen können, ist, von der Erde beobachten. Wenn es ums handeln geht, sind unsere gegebenen Materialien nicht kompatibel genug, um den Belastungen gerecht zu werden. Also nützt es eigentlich nicht zu spekulieren, ob dieser Planet so sein könnte, wie die Erde. Klar wäre es sehr interessant und eine große Entdeckung, aber wir haben einfach nicht die Möglichkeiten, mehr zu Erfahren, als wir von hier aus “berechnen” können.
    Wenn ihr anderer Meinung seid, sagt es bitte =) … Lasse mich gerne eines besseren belehren. Bin nämlich kein Wissenschaftler oder sonstiges, sondern ein Schüler der 11. Klasse 😉

  75. #75 Martin
    4. Oktober 2010

    Arthur, dem muss Ich leider, zumindest teilweise, heftigst widersprechen.
    Gerade eine so komplexe und auch intelligente Art wie wir, ist quasi prädestiniert dazu, das Zeitliche zu segnen. Wäre Intelligenz ein Erfolgsrezept der Evolution, gäbe es wohl weitaus mehr intelligente Arten und ausgestorbene Hominidenarten gibt es nun wirklich auch mehr als genug.
    Der Homo Sapiens stand sogar schon ein Mal kurz vor dem Aussterben. Das ist der Grund dafür, dass zwei beliebige Menschen sich genetisch viel ähnlicher sind, als zwei Schimpansen der selben Sippe. Wir haben mal einen ziemlichen Flaschenhals passiert, bei dem es nur noch ein paar tausend Menschen gab.

    Die anspruchlosen und möglichst einfachen Arten sind es, die lange durchhalten werden. Bakterien, Einzeller oder unter den Mehrzellern insbesondere Bärtierchen oder Kakerlaken.

  76. #76 deepsouth
    4. Oktober 2010

    @Martin:
    Wenn der nächste 20 km-Asteroid kommt und durch Ablenkung haarscharf an der Erde vorbeigelenkt wird, kommt hoffentlich ein Dankesschreiben von den anspruchslosen Insekten, Bakterien und Einzeller an die vom Aussterben bedrohten Menschen, die das Unheil abgewehrt haben! 😉
    Das Flaschenhalsargument finde ich gut, die Schlussfolgerung eher schlecht.
    Ebend WEIL wir den Hals passiert haben, stehen uns nahezu alle Möglichkeiten offen.
    Sie zu nutzen – sollte unser Anliegen sein.

  77. #77 Franz_F
    4. Oktober 2010

    @Florian

    Ich werde mir das Fortran zeugs nächste Woche bei mir installieren. Bemerkenswert, dass es diese alten mächtigen Fortran Bibliotheken immer noch gibt ich kenn die noch von meinen Studium her, und das ist jetzt doch schon einige Zeit her..

  78. #78 Molly_Grue
    4. Oktober 2010

    Ich habe mal eine Frage zum Thema “Alter eines Sterns”. Ich hab hier jetzt mehrmals den Gedanken gelesen, dass die Wahrscheinlichkeit Leben auf einem Planeten zu finden mit dem Alter des Sternes, den er umkreist, steigt. Aber ist das nicht Schwachsinn? Oder zumindest nur zum Teil zutreffend? Mit dem Alter verändert sich doch auch die Strahlungsintensität, wodurch sich die habitable Zone verschiebt. Das heisst, ein Planet der einen jungen Stern in der habitablen Zone umkreist, hat im Endeffekt auch nur ein gewisses Zeitfenster, bis sich die habitable Zone so weit verschoben hat, dass er sich nicht mehr darin befindet, ebenso wie ein Planet, der einen alten Stern in dessen habitabler Zone umkreist. Oder hab ich da jetzt einen Denkfehler?

  79. #79 Rah
    4. Oktober 2010

    Hiho!
    Ich lese hier schon seit ner ganzen Weile mit!
    Bin schonmal gespannt ob da tatsächlich was existiert ausser Steine.
    Intelligentes Leben gibt es wohl vielleicht da draussen, alles eine Frage der Zeit, obwohl hier fällt mir das Fermi-Paradoxon ein: http://de.wikipedia.org/wiki/Fermi-Paradoxon
    Wo aber auch hier relativ viele Variablen nicht passen dürften!

    Das dumme ist nur, ist es tatsächlich ein “lebensfreundlicher” Planet (Wasser, Temperatur, etc…), sollange die keine Nachrichten senden oder empfangen werden wir wohl nie wissen was bzw. ob dort überhaut was lebendes Existiert…

  80. #80 Christian 2
    4. Oktober 2010

    @Molly_Grue: Bei unserer Erde ist es so, das sie in den kommenden 500 Mio. Jahren eher wieder aus der Lebenszone herausrutscht.
    Bei Planeten wie Gliese 581g nicht, da rote Zwerge sehr viel länger auf gleichbleibendem Niveau Wärme spenden können als unsere Sonne.

    Hier sind die ersten 5-6 Millliarden Jahre die Sonnenflares besonders stark. Nach dieser Phase kommen die roten Zwerge aber zur Ruhe und spenden dutzende Milliarden Jahre ein gleichbleibendes, für Leben vorteilhaftes Licht ohne Sonnenflares.

    Dann gibt es trotzdem andere Probleme, da nach dieser Zeit Planeten mit Erdmasse bereits in den Randzonen ausgekühlt sind und über keinerlei Plattentektonik mehr verfügen. Inwiefern das von Nachteil für vorhandenes Leben sein kann und ob es auch ohne gut funktioniert ist noch weitgehend unklar.

    Zumindest für Landlebewesen wäre dies langfristig ein Todesurteil, da Berge immer flacher würden und die Ozeane irgendwann wieder den gesamten Planeten überfluten. Bei Gliese 581g ist dieses aber nicht so schnell der Fall, da er mehr Masse als die Erde hat. Sofern er überhaupt über Plattentektonik verfügt.

    Sehr wahrscheinlich gibt es dann auch noch andere Probleme z.B. mit der atmosphärischen Zusammensetzung für Lebensformen.
    Die Plattentektonik gehört mit zu den vielen Grundvoraussetzungen für komplexes Leben auf der Erde.

  81. #81 Harleaquin
    12. Oktober 2010

    Was mir den “Glauben” an Außerirdische Besucher bei uns so ziemlich ausgetrieben hat, war folgende Überlegung.
    Damit die Wahrscheinlichkeit für Besucher groß ist, muß es in unserer Galaxie von Leben nur so wimmeln. Ok soweit noch kein Problem, kann sein. Desweiteren muß die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Intelligentem Leben hoch sein.
    Wenn dem so wäre, muß man sich fragen, warum wir Menschlein, die ersten Vernunftbegabten auf der Erde sind. Dann sollten sich eigentlich in der Erdvergangenheit intelligente Dinosaurier entwickelt haben.
    => Wenn man an Außerirdische Besucher glauben will, ist es viel wahrscheinlicher, daß in den netten Ufos, die unre Kühe schlachten intelligente Dinosaurier von unserer Erde stecken und keine Aliens von Gliese. ;o)

  82. #82 Armin
    14. Oktober 2010

    Hallo Florian,
    toller Blog erstmal!
    Warum wird die Entstehung von Leben unbedingt an die Goldilock-Zone gekoppelt? Es wirkt wie eine wissenschaftliche Verkrampfung, dass sich die Astronomen nur auf erdähnliche Planeten versteifen. Warum wird nicht anderen galaktischen Verhältnissen auch das Potential des Lebens zugestanden?

  83. #83 Bullet
    14. Oktober 2010

    weil wir da nicht einmal im Ansatz eine Ahnung haben, wie man Spuren oder indirekte Indizien sammeln könnte. Das ist wie in der Kommunikation: wenn du den Code nicht kennst, kannst du zwischen Rauschen und Signal nicht unterscheiden.

  84. #84 Basilius
    14. Oktober 2010

    @Armin
    So wie Bullet sehe ich das auch. Die Idee, auch an anderen Stellen als den uns vertrauten, zu suchen hat schon was. Aber das wird sich schwierig gestalten, weil wir hier einfach zuwenig über möglicherweise denkbare Lebensformen, welche auf gänzlich andere Weise funktionieren und aufgebaut sind, wissen. Klar, es gibt schon so Gedankenspielereien über Lebensformen, welche statt auf Kohlenstoff auf Silizium aufgebaut sein könnten. Ist ja auch irgendwie durchaus naheliegend, wenn man sich das Periodensystem der Elemente anschaut. Letztlich wird hier der “Legobaukasten” beschrieben, aus dem materielles Leben aufgebaut sein muss. Mehr Bausteinchen haben wir nicht zur Verfügung. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es aber beim Aufbau einer organischen Chemie mit Silizium als Basis ein paar nicht zu verachtende Probleme, weil’s eben doch nicht ganz dasselbe ist wie mit Kohlenstoff. Aber ich denke da kann Bullet mehr dazu sagen. Chemie ist nicht so ganz mein Fachgebiet. Bliebe noch die coole Idee, von Wesen aus Energie. Sozusagen reiner “Geist”. Aber da haben wir dasselbe Problem noch schlimmer: Wie sollen wir die erkennen, selbst wenn sie uns vor der Kamera “zuwinken” würden? Das führt dann zu der Frage, was denn Leben überhaupt ist? Wie definieren wir “Leben”. Wir können derzeit nur von der uns bekannten Form ausgehen und danach suchen. Aber wenn Du hier Ideen hast, dann lass’ hören.

  85. #85 Bullet
    14. Oktober 2010

    @Basilius -> Bernd:
    Silizium hat wie Kohlenstoff die Möglichkeit, vier Bindungen auszubilden. Das macht es erstmal möglich, eine so überwältigende Vielfalt von Stoffen und Stoffklassen aufzubauen, wie wir sie vom Kohlenstoff her kennen. Auch unbegrenzt-periodische Verkettungen werden damit denkbar. (Und die Silane sind ja die analogen Gegenstücke zu den Alkanen. Da geht schon was.) Aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Beispielsweise ist die EN von Silizium mit 1,74 deutlich geringer als die von Kohlenstoff mit 2,5. Der ΔEN zu Wasserstoff ist also im Gegensatz zu einer C-H-Bindung, wo ΔEN nur 0,3 ist, schon bei 0,46 – und außerdem in die andere Richtung. Das bedeutet zum Beispiel für eine Methylierung eine böse Hürde. Auch H+-Transporte funktionieren da nicht, weil eben – wenn überhaupt – dann H–Ionen entstünden.
    Da war ja noch was: höhere EN-Differenzen machen eine Bindung instabiler (ab ΔEN ≈ 1,5 liegt eine Ionenbindung vor wie in Salzen – die Ionen kleben da nur noch wegen der elektrischen Ladungen aneinander), daher wäre eine Silanchemie nur unter viel tieferen Temperaturen vor dem ständigen Auseinanderfliegen geschützt. Und dann hast du wieder das Problem, daß die Reaktionsgeschwindigkeiten derart in den Keller gehen, daß man gar nicht mehr daran glauben mag, daß eine solche Umgebung Leben hervorbringt, bevor die Sonne dieses siliziumlebensmöglichen Planeten verlöscht.

  86. #86 Bullet
    14. Oktober 2010

    Oh, Entschuldigung.

    EN = Elektronegativität

  87. #87 Bullet
    14. Oktober 2010

    Entschuldigung Nr. 2: Armin, nicht Bernd.

  88. #88 Basilius
    14. Oktober 2010

    Danke Bullet.
    Jetzt weiß ich es auch wieder. Man bräuchte viel tiefere Temperaturen für Silizium-Lebewesen. Da wäre ja ein Jupiter- oder Saturn Mond schon charmant. Aber bei den Reaktionsgeschwindigkeiten langt es wohl nicht mal für Schnecken. Schade eigentlich. Wenn man mal so in einer Internet-Suchmaschine der Wahl nach weiteren Informationen sucht, so findet man leider tonnenweise Artikel, welche nur SiFi-Geschichten erzählen. Was aber auch schon wieder als Hinweis genutzt werden kann. Wenn an der Idee irgendwas Vielversprechendes dran wäre, dann müsste man doch mehr dazu finden als die üblichen DDs (=Däniken-Dokus).

  89. #89 Armin
    16. Oktober 2010

    @Bullet @ Basilius
    Ja mit den Antworten kann ich leben. Es ist natürlich reine Spekulation an andere Lebensformen zu “glauben”, solange wir keine andere Form des Lebens kennen oder wissen wonach wir suchen müssen.
    Wenn es aber keinen systematischen Weg zur Entdeckung von andersartigem Leben gibt, müssen wir also auf den wissenschaftlichen Zufall hoffen, wie beim Popcorn und den Mikrowellen? 🙂

  90. #90 Monod
    17. Oktober 2010

    Einige Anmerkungen von mir zu alternativen Lebensformen:

    Über das zu den chemischen Eigenschaften von Silicium Gesagte hinaus ist zu bedenken, dass eine Silanchemie unter Voraussetzungen abläuft, die auf Planetenoberflächen wohl nirgends gegeben sind. Silicium verbindet sich bevorzugt mit Sauerstoff und bildet Silikate, die chemisch sehr stabil sind. Im Unterschied dazu sind die Oxide des Kohlenstoffs gasförmig, so dass sie als Stoffwechselprodukt problemlos abgegeben werden können bzw. als Ausgangsstoff für neue Stoffwechselprodukte erneut zur Verfügung stehen. Ein siliciumbasiertes Leben würde buchstäblich “versanden”.

    Eine allgemeine Eigenschaft des irdischen Lebens ist die Fähigkeit, den Zustand niedriger Entropie in einer Umgebung höherer Entropie selbsttätig aufrecht zu erhalten. Dies gelingt über eine Vielfalt von Stoffwechselprozessen, wobei externe Energiequellen erschlossen werden (Sonnenenergie via Photosynthese, chemische Energie via Chemosynthese bzw. heterotrophe Ernährung). Dieses sich selbst wechselseitig stabilisierende chemische Fließgleichgewicht bewirkt in der Summe das lebende System als Organismus. Die Fähigkeit zur Entropietrennung müssen wir auch bei außerirdischen Lebewesen annehmen. Die Frage ist nun, auf welcher materiellen Basis sich diese vollziehen kann.

    Entropietrennung setzt voraus, dass sich das lebende System von seiner Umgebung abgrenzt, dass also eine wie auch immer beschaffene Art von Membranhülle vorhanden ist, durch die Entropie an die Umgebung abgegeben werden kann. Andererseits muss Energie aufgenommen werden können, um sie innerhalb der Hülle zur Entropietrennung zu verwerten. Die Entropietrennung selbst bedarf ebenfalls materieller Komponenten, die den Energiefluss im Innern des Systems kanalisieren. Sämtliche materiellen Komponenten müssen bei Bedarf bereitgestellt werden. Auch dazu sind materielle Komponenten nötig. Kurz: Es bedarf eines genetischen Apparats, der den Haushalt des Systems reguliert. Außerirdische Lebewesen dürften sich in ihren grundsätzlichen Strukturen daher nicht wesentlich von irdischen Zellen unterscheiden: Membranhülle, Stoffwechsel, Erbanlagen wird es anderswo ebenfalls geben.

    Die nötigen Stoffwechselprozesse setzen wiederum eine hinreichend komplexe Chemie voraus, die ihrerseits eine ebenso hinreichend komplexe Vielfalt an beteiligten Molekülen benötigt. Aus rein chemischer Sicht ist Kohlenstoff das einzige Element im Periodensystem, das geeignet ist, die Basis für eine sich spontan entfaltende komplexe Chemie zu bilden. Untermauert wird dies u.a. durch Beobachtungen von interstellaren Molekülwolken, die als komplexeste Moleküle stets Kohlenstoffverbindungen beherbergen. Darüber hinaus hat sich die Analyse der Titanatmosphäre als sehr aufschlussreich erwiesen – die dort darin befindlichen Tholin-Partikel, die den Dunst bilden, reagieren in Wasser u.a. zu – Aminosäuren! Zu erwarten ist also, dass auf anderen Planeten ebenfalls eine auf Kohlenstoff basierende Chemie das Ausgangsmaterial für eine chemische Evolution liefert. Da es zudem recht einfach zu sein scheint, dass sich Aminosäuren bilden und diese als Polypeptidketten zu vielfältigen katalytischen Aktivitäten geeignet sind (Kanalisierung des Energieflusses zur Entropietrennung!), würde ich sogar so weit gehen, zu sagen, dass auch anderswo Aminosäuren das Mittel der Wahl sind, um das Stoffwechselgeschehen koordiniert ablaufen zu lassen. Allerdings können das dort andere Aminosäuren sein als hier und es müssen nicht 20 an der Zahl sein.

    Auf welchen organischen Stoffklassen die Membranen und der genetische Apparat beruhen, lässt sich nicht so genau eingrenzen, dennoch – Analysen des Murchison-Meteoriten haben gezeigt, dass sie Lipide (Fettsäure-Abkömmlinge) enthalten, die sich in Wasser spontan zu kleinen Bläschen (Vesikeln) organisieren, so dass auch hier zu vermuten ist, dass außerirdische Zellen Lipidmembranen bilden. Allerdings bestehen die Membranen von Archaeen aus Isopren-Abkömmlingen, so dass hier eine größere Auswahl an geeigneten Stoffklassen zur Verfügung steht – entscheidend sind wasseranziehende (hydrophile) und wasserabstoßende (hydrophobe) Enden der Membranmoleküle, so dass ein Stofftransport durch die Membran möglich wird.

    Damit ist zugleich etwas über das nötige Biosolvens gesagt: Es gibt keine sinnvolle Alternative zu Wasser. Methanseen wie auf Titan machen sich als Analogie zu irdischen Gewässern ganz hübsch, aber im Unterschied zu Wasser sind Alkane unpolar und damit als Lösungsmittel für Biomoleküle ungeeignet – abgesehen davon sind sie zu kalt und drücken damit die Reaktionsrate in den Keller – schlecht für eine effiziente Entropietrennung. Immer wieder wird Ammoniak als Alternative zu Wasser ins Spiel gebracht – allerdings gibt es nirgendwo flüssiges Ammoniak als Oberflächengewässer. Wenn nicht in den Atmosphären von Gasriesen, kommt es stets zusammen mit Wasser in Lösung vor. Und wenn Wasser da ist, ist es dem Ammoniak als Lösungsmittel überlegen, zumal in organisch-chemischen Reaktionen Wasser meist als Zwischen- oder Endprodukt auftritt. Reines Ammoniak kann sich auch aus dem Grund nicht von Wasser absondern, da es mit diesem ein eutektisches Gemisch bildet, dessen Gefrierpunkt tiefer als die Gefriertemperatur von reinem Ammoniak liegt. Da Wasser zudem als Planetenbaumaterial weitaus reichhaltiger zur Verfügung steht als Ammoniak, wird sich eine Kohlenstoffchemie stets in Wasser entfalten.

    Die Suche nach außerirdischem Leben bezieht sich nicht aus einer anthropozentrischen oder geozentrischen Beschränktheit heraus auf das irdische Muster, sondern im Gegenteil: Das kopernikanische Prinzip, nach dem wir nichts Besonderes im Weltall sind, wird auf eventuell vorhandene außerirdische Lebensformen angewandt. Die damit verbundenen Überlegungen, die die Astrobiologen antreiben, gehen von der Annahme aus, dass die Naturgesetze universell gültig sind – und damit auch die chemischen Voraussetzungen für eine biologische Evolution. Wir suchen also nicht einfach nur etwas, was wir kennen, sondern wir gehen davon aus, dass das, was wir eventuell finden werden, sich nicht fundamental von dem unterscheiden wird, was wir bereits kennen.

  91. #91 Armin
    18. Oktober 2010

    Danke für die ausführliche Argumentation. Klingt alles wirklich überzeugend.
    Dein Kernpunkt besteht darin anzunehmen, dass der jetzige Stand der Chemie objektiv anwendbar ist. Quasi ohne subjektive menschliche Unschärfe. Jetzt kenn ich mich in der Chemie überhaupt nicht aus, aber in der Physik wird angenommen, dass noch ein paar physikalische Gesetze hinzukommen könnten. Gilt das für die Chemie nicht mehr?

  92. #92 Cybersven
    20. Oktober 2010

    @all

    Ich hab mal ne ganz doofe Frage, da ich weder Quantenphysiker noch Astronom oder ähnliches bin.

    Wenn ich mein Raumschiff jetzt auf direktem Wege zu Gliese schicke und beschleunige wie der Teufel, woher weiss ich dann, dass ich auf dem Weg dorthin nicht in einen anderen Planten oder Meteoritenschwarm crashe?

    Ich bin zwar kurz davor ein Triebwerk zu haben das mir den nötigen Schub bringt, aber die Bremsen lassen echt zu wünschen übrig. Und das Ausweichen bei multipler Lichtgeschwindig kann man bei den exorbitanten Fliehkräften echt knicken.

  93. #93 Bjoern
    20. Oktober 2010

    @Cybersven:

    Wenn ich mein Raumschiff jetzt auf direktem Wege zu Gliese schicke und beschleunige wie der Teufel, woher weiss ich dann, dass ich auf dem Weg dorthin nicht in einen anderen Planten oder Meteoritenschwarm crashe?

    100% sicher kannst du da zwar nicht sein – aber in Anbetracht der Tatsache, wie leer das All im Schnitt ist, kann man die Wahrscheinlichkeit für so einen Crash wohl getrost vernachlässigen… da ist es weit wahrscheinlicher, dass ein Flugzeug von einem Meteoriten getroffen wird und dadurch abstürzt! (grob geschätzt)

  94. #94 Chris
    31. Januar 2011

    naja selbst wenn auf Gliese 581 g leben möglich wäre, würde mich der planet eigentlich mehr interessieren da auf dem planeten die hälfte dauerhaft nacht ist müsste die seite doch eigentlich von eis bedeckt sein oder nicht?

  95. #95 Micha72
    4. Februar 2011

    Hallo Florian!

    Wußtest Du auch schon das der Planet Gliese 581g schon im Star Wars Universum beschrieben wird? Dort heißt er Ryloth und ist die Heimatwelt der Twileks.

    Zitat:

    “Das gebirgige Ryloth dreht sich so langsam, dass seine Rotation mit der Länge seiner Umlaufbahn um die Sonne übereinstimmt. Eine Seite des Planeten liegt immer auf der Sonnenseite, und die einzigen bewohnbaren Gebiete befinden sich auf dem Dämmerungsstreifen, der die beiden Seiten voneinander trennt. Die bis zu 300 Grad heißen und 500 Kilometer schnellen Hitzestürme in Ryloths dünner Atmosphäre versorgen die Dämmerungszone mit Wärme. Obgleich die Atmosphäre von Besuchern oft als dünn bezeichnet wird, ist sie einwandfrei atembar. In der Zone der Corellianischen Schnellstraße hat Ryloth den Ruf, noch weiter entfernt vom Geschehen der Galaxis zu sein als Tatooine, doch handelt es sich um ein begehrtes Handelszentrum aufgrund begehrter Waren wie Ryll und Sklaven.”

    Quelle: http://www.jedipedia.de/wiki/index.php/Ryloth

    Und hier leben die: http://www.jedipedia.de/wiki/index.php/Twi%27lek

    Kann das ein Zufall sein? Gibt esdie Twileks vielleicht wirklich? Keine Ahnung! Aber vielleicht war der, der sich den Planeten “ausgedacht” hat besonders sensibel fürs Hellsehen, oder er hat einen Tipp bekommen von geheimen Wissensträgern.
    Wie wir alle wissen wurden ja in den USA einige UFOs abgeschossen und sind abgestürzt. Vielleicht hat man ja Bord eine Planetendatenbank gefunden und irgend jemand hat dann die Information über Gliese 581 g bzw. Ryloth und das Volk der Twilieks weiter gegeben so das in das Star Wars Universum übertragen wurde.

  96. #96 Florian Freistetter
    4. Februar 2011

    @Micha: “Wie wir alle wissen wurden ja in den USA einige UFOs abgeschossen und sind abgestürzt. Vielleicht hat man ja Bord eine Planetendatenbank gefunden und irgend jemand hat dann die Information über Gliese 581 g bzw. Ryloth und das Volk der Twilieks weiter gegeben so das in das Star Wars Universum übertragen wurde.”

    Ok, das ist jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint, oder?

  97. #97 Micha72
    4. Februar 2011

    Sicher ist das ernst gemeint…muss ja nicht stimmen aber es ist doch eine Möglichkeit! Warum ähneln sich Ryloth und Gliese 581 g sonst so? Muss ja irgendeinen Grund haben.

  98. #98 olsch
    4. Februar 2011

    @Micha72
    Hast du auch eine Quelle dafür, dass in den USA Ufos abgeschossen wurden? Ich wusste das bisher noch nicht.

  99. #99 Bartscher
    3. März 2011

    Hey!
    Bin zufällig durch etwas rumstöbern hier gelandet und mich interessiert das Thema auch. Mich würde die Quelle auch interssieren. Wobei die Ami’s das nie zugeben würden. Ist doch klar!
    Wie sieht es den jetzt aktuell aus mit der Suche nach einem habitablen Planeten?
    Ich fände das klasse wenn man einen finden würde.
    Bin auch in einer Englisch sprachigen Community angemeldet für Galaxien.
    Kann den Link gern noch nachrreichen wenn Bedarf besteht.

  100. #100 Andreas Marrach
    8. Oktober 2011

    Hallo Leute!

    Sehr gern möchte ich mich dieser Diskussion über Gliese anschließen. Das Thema interessiert mich auch sehr.

    Ich habe allerdings in letzter Zeit ganz andere Zahlen vernommen in puncto Entfernung und wie lange man da hin bräuchte: also die Entfernung lt. einer Wissenschaftssendung auf dem Kanal NATIONAL GEOGRAPHIC HD ist Gliese 581 ca. 4 Lichtjahre entfernt von der Erde entfernt. Gilt somit als der Erdnächste Stern momentan. Die derzeitige Höchstgeschwindigkeit, welche der Mensch jemals geflogen ist, liegt bei 40000 km/h (Mondflug). Eine Reise zu Gliese 581 würde ungefähr 350000 Jahre m.o. genannter Reisegeschwindigkeit dauern.

    Also das ganze ist einfach illusorisch, da in den nächsten Jahrhunderten hinzukommen. Ausserdem weiss niemand wer oder was uns dort erwartet.

    Ich will ja niemanden die Hoffnungen nehmen, aber ich glaube wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, jemals von der Erde weiter als vielleicht bis zum Mars wegzukommen. Und nur schon das ist momentan garnicht zu realisieren oder zu bezahlen.

    Wie müßte eigentlich ein Raumschiff gebaut sein, um diese uns für unvorstellbare Entfernung zu bewältigen. Und wer würde sich freiwillig dazu überreden lassen, in so ein Ding einzusteigen. Wenn da einer einsteigt, ist der für immer weg und würde auch keinesfalls erleben, wie es auf Gliese 581 g aussieht, wie wahrscheinlich hunderttausende Generationen danach auch nicht!!!!

    Ich finde wir sollten uns darauf besinnen, diesen unseren eigenen Planeten ERDE sauber zu halten.

    Gruß
    von mir

    Berlin 8.10.2011

  101. #101 Florian Freistetter
    8. Oktober 2011

    @Andreas Marrach: “lt. einer Wissenschaftssendung auf dem Kanal NATIONAL GEOGRAPHIC HD ist Gliese 581 ca. 4 Lichtjahre entfernt von der Erde entfernt.”

    Dann wäre er uns näher als alle anderen Sterne und das hätten wir vermutlich gemerkt. Gliese 581 ist 20 Lichtjahre entfernt. Kann es sein, dass du das mit Alpha Centauri verwechselst? Das IST der nächste der Nachbar der Sonne und der ist tatsächlich ca. 4 Lichtjahre entfernt.

  102. #102 harleaquin
    8. Oktober 2011

    Als technisch unmöglich, würde ich eine Reise zu unseren Nachbarsonnen noch nicht abtun. Wir bauen einfach einen richtig dicken solarbetriebenen Laser auf der Merkur Umlaufbahn. lassen den immer schön richtung Glise feuern. Dann brauchts nur noch ein Raumshiff mit großen solarsegeln um in “vertretbarer” zeit ein paar lichtjahre weit zu kommen.
    Klar, bis wir so ein megaprojekt mal eben so aus dem ärmel schütteln können, müssen noch einige Probleme auf unserem Planeten hier gelöst werden. Aber ganz aufgeben, sollte man das Träumen auch noch nicht.

  103. #103 stillerleser
    8. Oktober 2011

    Ich will ja niemanden die Hoffnungen nehmen, aber ich glaube wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, jemals von der Erde weiter als vielleicht bis zum Mars wegzukommen. Und nur schon das ist momentan garnicht zu realisieren oder zu bezahlen.

    Naja, von momentan nicht zu realisieren kann keine Rede sein. Wenn es nur von der Technik abhängen würde könnten wir schon seit 20-30 Jahren auf dem Mars sein. Es ist ein rein finanzielles Problem.

    Wie müßte eigentlich ein Raumschiff gebaut sein, um diese uns für unvorstellbare Entfernung zu bewältigen. Und wer würde sich freiwillig dazu überreden lassen, in so ein Ding einzusteigen. Wenn da einer einsteigt, ist der für immer weg und würde auch keinesfalls erleben, wie es auf Gliese 581 g aussieht, wie wahrscheinlich hunderttausende Generationen danach auch nicht!!!!

    Abgesehen von der Art des Raumschiffes (da gibt es natürlich bisher nur theoretische Studien) bin ich überzeugt dass man Tausende von Freiwilligen für solche Flüge finden würde, auch wenn sie wüssten dass sie niemals zurückkehren würden. Für viele Menschen wäre das das Abenteuer und die Herausforderung ihres Lebens. Wenn man mit 1% der Lichtgeschwindigkeit reist (allgemein wird geschätzt dass man 1-10%c mit sehr fortschrittlichen Antrieben erreichen könnte) würde man 4 LJ in 400 Jahren zurücklegen. Das wären 13 Generationen. Aber bis jetzt hat man bei Alpha Centauri leider noch keine Planeten finden können.

    Ich finde wir sollten uns darauf besinnen, diesen unseren eigenen Planeten ERDE sauber zu halten.

    Ja, ich denke das ist eine extrem wichtige Aufgabe. Aber das sollte uns doch nicht davon abhalten Grenzen zu erweitern, neue Möglichkeiten zu suchen, Unbekanntes zu erforschen und damit letztlich unseren Geist zu erweitern.

  104. #104 Andreas Marrach
    12. Oktober 2011

    Hallo Leute!

    Zunächst vielen Dank für Eure teilweise echt super Statements. Das ist alles auch selbstverständlich richtig was Ihr schreibt. Ich werde das auf jeden Fall mit in meine “Sichtweise” aufnehmen.

    Irgendjemand von Euch hatte recht: ich hatte das verwechselt mit dem Stern Alpha Centauri. Er ist vier Lichtjahre von der Erde entfernt, und Gliese 581 ist ca. 20 LJ entfernt.

    Aber beim Rest, was ich vor einigen Tagen geschrieben hatte, bleibe ich: es ist einfach Unsinn, darüber nachzudenken, wie wir hier weg kommen, wenn wir diesen Planeten zu Grunde gerichtet haben. Wir kommen hier nicht weg auf absehbare Zeit!!! Und deswegen haben wir eigentlich garkeine Zeit mehr über sowas nachzudenken, weil die Zeit drängt. Und sooo lange können wir ja garnicht mehr warten, bis das mal realisiert werden kann, da hin zu fliegen.

    Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch auch auf dem anderen Planeten genauso weitermachen würde wie hier. Natürlich unter anderen Voraussetzungen. So etwas nennt man “Heuschrecken-Prinzip”. Allgemein gängige Praxis auf der ganzen Welt.
    Firmen die kurz vor dem Aus stehen, werden aufgekauft, ausgepresst und dann fallen gelassen. Und die Schicksale die dahinter stecken, interessieren keinen Menschen.

    Ganz genauso würden wir das wieder machen.

    Trotzdem sollten wir, auch da habt Ihr Recht, dass Träumen nicht vergessen, ganz klar.

    Ich freue mich jetzt schon wieder auf Eure Antworten!

    Gruß
    von mir

    Berlin, den 12.10.2011

  105. #105 Bullet
    13. Oktober 2011

    Ich bin ein wenig verwundert über diesen Satz:

    es ist einfach Unsinn, darüber nachzudenken, wie wir hier weg kommen, wenn wir diesen Planeten zu Grunde gerichtet haben.

    Wie zum Geier kann man einen Planeten zu Grunde richten? Dafür braucht man schon einen Todesstern. Oder zumindest eine ziemlich dicke Flotte corellianischer Schlachtschiffe der … ööööh … “Exekutor“-Klasse.
    Oder etwa nich?

  106. #106 noch'n Flo
    13. Oktober 2011

    @ Bullet:

    ‘Ne vogonische Bauflotte tut’s zur Not auch. Aber nur, wenn Du alle Anträge rechtzeitig eingereicht hast.

  107. #107 Wilhelm Leonhard Schuster
    13. Oktober 2011

    noch´n Flo Das läuft dann so ab:Der Kerrle der die Mittel für sein Gravi Problem von mir abgelehnt bekam , hat den Nobelpreis bekommen, ich den “Dummenpreis” und Jederman kann sich den Planeten aus gebührender Entfernung betrachten um nach Beendigung der Wuselei auf Erden zu dieser zurück zu kehren!
    Hoffentlich schafft der Kerrle den Nobelpreis auch ohne meine Mittel möglichst schnell.
    Ich bin dann gerne der DUMME!

  108. #108 Neue Horizonte
    1. Juni 2012

    Natürlich sollte es unser aller Bestreben sein unseren Heimatplaneten nicht zu Grunde zu richten sondern in die Zukunft gerichtet auf lange Zeit zu erhalten. Trotzdem sollte man sich mit der Thematik der Erkundung und Kolonisierung vorerst erdnaher Planeten im Sonnensystem + unserem Mond (da kommt eigentlich nur der Mars in Frage) auseinandersetzen. Technisch ist es bereits heute ohnen weiteres möglich bemannte Flüge zum Mars zu starten allerdings steht paradoxerweise eine Systematik im Weg die sich die Menschheit selbst auferlegt hat: Das liebe Geld. Solange es aus rein finanziellen Gründen nicht möglich ist solche Vorhaben in die Tat umzusetzen ist alles weitere von vornherein zum scheitern verurteilt. In den Sechzigern hat der kalte Krieg ohne Rücksicht auf die Finanzen dazu geführt dass wir auf dem Mond landen konnten. Solange nicht die Raumfahrt innerhalb des Sonnensystems und interstellar als höherwertiges Gut irgendwie von der Finanzmarktpolitik abgekoppelt werden kann sehe ich leider schlechte Chancen.

    Was meint Ihr dazu?