Es ist Sonntag Vormittag und erster Advent; die ARD zeigt gerade den evangelischen Gottesdienst und das ZDF den katholischen. Alles ganz normal – und wenn irgendwo auf der Strasse ein Plakat einer Kirche hängen würde, das die Menschen auffordert ein besinnliches Weihnachten zu feiern, dann wäre das vermutlich nicht weiter erwähnenswert. Plakatieren aber Atheisten den Spruch “This Season Celebrate Reason!”, dann gibts Aufregung und Berichte in den Nachrichten. Zumindest in den USA…

Ja echt jetzt, die blöden Atheisten schon wieder! Gehen die da einfach an die Öffentlichkeit anstatt ihren Atheismus heimlich still und leise zuhause auszuleben wo sich kein ehrbarer Christ damit auseinandersetzen muss…

Ok – ich vermute mal, dass so ein Plakat hier in Deutschland nicht ganz so Aufregung auslösen würde. Die Christmas Controversy ist ja hierzulande eher unbekannt. Andererseits: sieht man sich an, was ein paar Plakate auf Autobussen für eine Aufregung und einen Widerstand auslösen konnten, dann bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob eine “atheistische Weihnachtsbotschaft” nicht vielleicht doch für Ärger sorgen würde. Die “Man darf Religion nicht kritisieren”-Einstellung ist auch hierzulande weit verbreitet und es wird sich sicher bald auch hier im Blog ein Kommentator oder eine Kommentatorin finden und mir erklären, warum es gemein und unhöflich und zu unterlassen ist, einen Slogan wie “You know it’s a myth – this season celebrate reason” zu plakatieren…

Naja – ich persönlich hab mit Weihnachten nicht wirklich ein Problem; kann aber die Motive der American Atheists (das Plakat dient übrigens nicht dazu, Christen zu “missionieren”) nachvollziehen. Aber solange öffentlicher Atheismus immer noch so eine enorme Aufregung auslösen kann, gibt es in Sachen Toleranz und Aufklärung noch einiges zu tun…

Wie auch immer: ich mach jetzt ne Runde über den Jenaer Weihnachtsmarkt. Und wie auch immer ihr euren Advent verbringt: viel Spaß dabei!

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Kommentare (73)

  1. #1 Tom
    28. November 2010

    “You know it’s a MYTH”

    Ich ich finde es gut, das jeder in unserem Land, auch in den USA, seine Meinung in solch einer Weisse verbreiten kann. Es gibt ja auch einen guten Grund alles Weihnachtliche als Myth zu beschreiben. DU DARFST DAS! Genauso dürfen dir andere Widersprechen. Ich zum Beispiel. Nicht aus inhaltlichen Gründen. Wenn zu Weihnachten jemand durch die Straßen läuft und schreit, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, dann ist das für mich ein Spielverderber.

    Ich verbinde Weihnachten zum großen Teil mit schönen Kindheitserinnerungen. Diese schöne Zeit von damals will ich nicht vergessen und will sie auch keinem nehmen.

    Es ist hier keine Regierung, die dir deine Meinung verbietet. Es sind einfach Menschen denen nicht gefällt was du das machst. Die dürfen ihre Meinung genauso Kundgeben wie du. Solange sie sich mit ihrem Glauben nicht in Schulen und Universitäten breit machen. Solange sie deine Lebensweise nicht einschränken ist das doch kein Problem.

    Viele Menschen wollen Weihnachten feiern. Die Meisten die es tun, glauben auch nicht direkt an daran, dass die Dinge die in der Bibel stehen so stattgefunden haben. Trotzdem ist es nervig, wenn da jemand daherkommt, der einem alles kaputt redet.

    Wenn du zu einem Adoptivkind gehst und du dieses ständig korrigierst wenn es seinen “Vater” einen Vater nennt, dann ist es einfach unfreundlich.

    Ich finde es gut, dass du dich immer für den Wissenschaft einsetzt und religiöse Spinner anprangerst, die versuchen ihre Lebensweise auf andere per Gesetz zu übertragen. Manchmal muss man harmlosen Menschen doch einfach ihren Spass lassen, oder?

  2. #2 Florian Freistetter
    28. November 2010

    @Tom: “Ich verbinde Weihnachten zum großen Teil mit schönen Kindheitserinnerungen. Diese schöne Zeit von damals will ich nicht vergessen und will sie auch keinem nehmen”

    Aber jemand der sagt, dass er nicht an die christliche Story von Weihnachten glaubt “nimmt” dir doch nicht deine Kindheitserinnerungen? Das ist doch Unsinn…

    “Die Meisten die es tun, glauben auch nicht direkt an daran, dass die Dinge die in der Bibel stehen so stattgefunden haben. Trotzdem ist es nervig, wenn da jemand daherkommt, der einem alles kaputt redet.”

    Ich verstehs immer noch nicht, sorry. Was heisst “kaputt reden”? Es sagt ja niemand: Weihnachten ist böse, schlimm und schlecht und ihr dürft das nicht feiern. Es kommt auch niemand zu dir nach Hause und klaut dir deinen Weihnachtsbaum. Alles was die Leute hier tun ist zu sagen das die christliche Weihnachtsgeschichte ein Mythos ist – so wie die ganzen anderen Mythen die existieren. Ist sowas wirklich so unaushaltbar?

  3. #3 cydonia
    28. November 2010

    Tom, den Weihnachtsmann gibt es natürlich, und da widerspricht auch kein Atheist!
    Es geht um den Widerspruch gegen eine Ideologie, die zumindest bei manchen Menschen eine Art Hirnfäule zu verursachen scheint. Das ist für mich ein himmelweiter Unterschied!
    Und selbstverständlich bezieht sich die Kritik nicht auf Weihnachtsbäume, Plätzchen und Geschenke. Es geht darum, dass ich und viele andere nicht einsehen, warum man diese schönen,ruhigen Tage ideologisch aufladen sollte.
    Würde man erzählen, dass man unbedingt an den Weihnachtsmann glauben muss, um selig zu werden, dann würde ich auch widersprechen. Der Weihnachtsmann erfüllt aber auch, und dessen sind sich viele nicht bewusst, eine wichtige Aufgabe, was die Infragestellung von Glaubenswahrheiten anbelangt.
    Irgendwann begreift man, dass es ihn nicht gibt, was aber die schöne Zeit, die man mit ihm hatte, nicht entwertet. Würde der selbe Weg in Punkto Jesus und Gott beschritten, wären wir schon wesentlich weiter.

  4. #4 TheBug
    28. November 2010

    Also bei mir wird Weihnachten gefeiert, den alten germanischen Baum zur Sonnenwende haben wir natürlich, Weihnachtslieder werden so weit es geht vermieden, für Dinge wie Marzipan und Lebkuchen finden sich hier einige Interessenten (ein paar davon haben vier Beine, da muss man aufpassen nichts offen rumstehen zu lassen), ob wir das Konzept mit dem Weihnachtsmann noch mal erfolgreich vermitteln können ist angesichts von mittlerweile 10 Jahren beim Junior mehr als fraglich, aber mit christlichem Glauben hat das hier nichts zu tun, der hat vor der Türe zu bleiben (besser noch weiter weg, sonst klingelt der noch und will uns den Wachturm andrehen oder über ein langweiliges Märchenbuch reden).

  5. #5 Christian
    28. November 2010

    Jede Person glaubt an das, an was sie glaubt und das ist dann die Wahrheit. Für den Einen hat es stattgefunden, für den anderen nicht. Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Es ist ganz einfach.

  6. #6 Tom
    28. November 2010

    Ich habe ja geschrieben, dass ich es gut finde, dass er seine Meinung in solch einer Weise kundgeben kann. Das sollte jeder können. Ich finde es auch gut so. Genauso muss er aber auch akzeptieren, dass andere ihn kritisieren. Es ist ja keine staatliche institution, die ihm hier den Mund verbieten will. Es sind Menschen, darunter viele Spinner, die eine Meinung haben und diese Kundtun.

    Mir geht es da nicht darum die biblische Weihnachtsgeschichte als Tatsache darzustellen. Ob und wie viel wahres an dieser Geschichte ist, möchte ich hier ja nicht diskutieren. Nehmen wir an es ist ein Mythos. Ist es sinnvoll, ständig darauf hinzuweisen? Darüber kann man diskutieren.

    Natürlich gibt es immer Spinner und verrückte. Das ist sie gibt ist aber nicht die Schuld von Religion. Under dem Kommunismus und Nationalsozialismus stand die Religion nicht im Mittelpunkt. Menschen können also Spinnern auf den Leim gehen. Ob diese religiös sind oder nicht. Das der Ursprung der “bösen” jetzt in der Religion liegt denke ich nicht.

    Ich kann auch nichts schlechtes an Weihnachten erkennen. Es gibt natürlich immer Spinner, die das Fest für ihre Zwecke ausnutzen. Das ist bei Sport (Fussball) aber auch so. In den Meisten Familien ist Weihnachten ein Fest zur Besinnung in dem sich Familien treffen und in denen man den Kindern Märchen vom Weihnachtsmann erzählt.

    Aber jemand der sagt, dass er nicht an die christliche Story von Weihnachten glaubt “nimmt” dir doch nicht deine Kindheitserinnerungen? Das ist doch Unsinn…

    Natürlich nicht. Aber viele wollen das Gefühl an die nachfolgende Generationen weitergeben.

    Alles was die Leute hier tun ist zu sagen das die christliche Weihnachtsgeschichte ein Mythos ist – so wie die ganzen anderen Mythen die existieren.

    Glaubst du wirklich die Menschen wissen das nicht? Die Leute die du hier ansprichst sind kleine Kinder und religiöse Fanatiker. Für den Rest ist das überflüssig. Es hat etwas von einem Spielverderber. Im Kino schreist du ja auch nicht mitten im Film, dass man gar nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit fliegen kann und alles unlogisch ist. Beamen geht auch nicht. Die meisten Filme sind voller Logikfehler. Sowas macht man nicht. Selbst wenn einem der Film nicht gefällt. Wieso man das nicht macht kann will ich hier nicht erklären.

    “Es geht darum, dass ich und viele andere nicht einsehen, warum man diese schönen,ruhigen Tage ideologisch aufladen sollte.”

    Genauso sehe ich es ja auch. Wieso sollte man die Weihnachtszeit ideologisch aufladen? Wieso müssen Atheisten versuchen andere zu überzeugen? Dazu hat man doch das ganze Jahr. Als nächstes kommen die religiösen Spinner, und hängen Gegenplakate auf. Das sieht man ja schon oben in dem Video.

    Was ist der Sinn von solch einem Plakat. Mann will provozieren. Dann darf man sich aber auch nicht beschweren, dass die Leute sich provoziert fühlen zurück keifen. Damit muss man rechnen.

  7. #7 Kaiton
    28. November 2010

    Nichts für ungut, aber der nahme “christian” ist fast schon programm 😉

    Es gibt glauben, und es gibt nunmal fakten.
    Und wenn man an etwas glaubt, was faktisch falsch ist, ob man es nun beweisen kann, oder nicht, dann ist das in meinen augen etwas verwerfliches.

    Ich bin kein christ, und kein anhänger theistischer religionen, die einen oder mehrere götter brauchen.
    Ich stamme aus einer anderen region mit einer völlig anderen kultur, habe keine weinachts-erinnerungen aus kindertagen, und bin der meinung dass man jeden tag besinnt zu erleben hat, um glücklich zu sei und gesund zu bleiben, weil es nicht reicht einmal im jahr sich von schönen geschichten inspirieren zu lassen und seinen platz im universum zu überdenken.

  8. #8 cydonia
    28. November 2010

    Tom, wahrscheinlich liest du hier nicht regelmäßig mit, deswegen möchte ich dann doch noch einiges anmerken.
    Atheismus ist keine Ideologie, sondern der Versuch anderen Menschen klarzumachen, dass man keine der Gottesideologien für überzeugend hält.
    Wer immer noch glaubt, Nationalsozialismus und Kommunismus hätten nichts mit Religion, oder Religion nichts mit Ideologie zu tun, sollte sich nochmal etwas gründlicher informieren.
    Und auch an Christian gerichtet: Die Aussage “Jeder soll doch glauben, was er will!” ist bestenfalls naiv. Was ist denn mit den überzeugten Rassisten, oder Menschen, die ihren Kindern, die sich nicht wehren können, eine religiöse Ideologie eintrichtern, die ihnen das Leben nicht gerade einfach macht. Für mich und andere ist das eben kein Kavaliersdelikt, und nicht wünschenswert.

  9. #9 christian
    28. November 2010

    @kaiton: Du hast ein Vorurteil gegen mich aufgrund meines Namens, den ich mir nicht selbst ausgesucht habe. Dabei habe ich meinen Standpunkt zur Weihnachtsgeschichte gar nicht erläutert.Genau das sind die Diskussionsgrundlagen die der Menschheit noch nie weitergeholfen haben. Nennst Du das Besinnung?

    @cydonia: Atheismus ist sehr wohl eine Ideologie und Bedarf keiner Kommunikation um sich auszudrücken. Der Atheist kann auch in der Einsamkeit Atheist sein.

  10. #10 cydonia
    28. November 2010

    Issjagut Christian, aber wenn du glaubst, dass Atheismus eine Ideologie ist, weißt du eben nicht viel über Atheismus, und hast auch die Diskussionen zu dem Thema entweder nicht verfolgt oder aber nicht verstanden.
    Dann wäre es auch gut, wenn du deine Position begründen würdest, denn: “Halts Maul wenn du anderer Meinung bist als die Gläubigen!” ist als Argument für mich nicht akzeptabel.

  11. #11 Muriel
    28. November 2010

    @christian: Wie jetzt? Wenn cydonia glaubt, dass Atheismus keine Ideologie ist, ist das dann etwa nicht die Wahrheit?

  12. #12 Christian
    28. November 2010

    @muriel: doch
    @cydonia: ?. ich wünsche Dir alles Gute.

  13. #13 bundesrainer
    28. November 2010

    Ja echt jetzt, die blöden Atheisten schon wieder! Gehen die da einfach an die Öffentlichkeit anstatt ihren Atheismus heimlich still und leise zuhause auszuleben wo sich kein ehrbarer Christ damit auseinandersetzen muss…

    Das ähnelt doch stark den fundamentalen Haltungen Schwulen gegenüber. Atheisten sind in den USA ja ebenso in der Minderheit und müssen Represalien rechnen, wenn sie ihre Überzeugung öffentlich kundtun.

    In Deutschland hingegen, halte ich eine derartige Empörung aber weniger wahrscheinlich. Atheisten sind hierzulande zwar nicht sonderlich repräsentiert, dafür findet aber auch keine extreme öffentliche Ausgrenzung statt (mal abgesehen von Kirchenoberhäuptern wie Kardinal Lehmann, die im regelmäßigen Duktus vor Atheisten warnen). Wir haben uns ja mittlerweile auf den pösen Islam eingeschossen. Bin mal gespannt, welch “christliche Nächstenliebe” der im Advent abbekommt.

  14. #14 Florian Freistetter
    28. November 2010

    @Tom: “Es hat etwas von einem Spielverderber. Im Kino schreist du ja auch nicht mitten im Film, dass man gar nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit fliegen kann und alles unlogisch ist. Beamen geht auch nicht. Die meisten Filme sind voller Logikfehler. Sowas macht man nicht. Selbst wenn einem der Film nicht gefällt. Wieso man das nicht macht kann will ich hier nicht erklären. “

    Naja – der Vergleich mit dem Kino hinkt. Da schreit man generell nicht rum; egal was. Aber mich stört nur diese Sonderstellung Religion. Nimm Sport: Kein Fußballfan erwartet vom Rest der Welt, dass jeder seinen Verein toll findet. Wenn jemand sagen würde: “Ich finde Bayern München toll. Ich erinnere mich auch gerne an meine Kindheit als ich immer dort bei den Spielen war. Und jetzt kommt da auf einmal einer, der meint München ist bescheuert und der HSV ist viel besser! So ein unhöflicher Spielverderber! Der macht mir alles kaputt! Sowas macht man nicht!” – dann fänden wir das zu recht etwas absurd. Aber bei der Religion darf dann auf einmal niemand was sagen…

    “Was ist der Sinn von solch einem Plakat. Mann will provozieren. “

    Ach, niemand will provozieren. Das Problem ist, dass sich sehr viele Leute sofort provoziert fühlen, wenn jemand öffentlich Atheist ist. Das empfinden die dann – so wie du – also unhöflich; “das macht man nicht”. Das ist das Problem… Zur Motivation des Plakats gibts ja im Artikel auch nen Link.

  15. #15 bundesrainer
    28. November 2010

    Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, was sich (vorgeblich) religiöse Menschen so alles in den Atheismus reindenken. Als ob das eine konspirative Bewegung mit ausgefeiltem Regelwerk sei, die die Vorherrschaft auf diesem Planeten übernehmen will.

    Dabei ist der Atheismus doch eigentlich ein Einzeiler:

    Atheismus bezeichnet im engeren Sinne die weltanschauliche Grundauffassung, dass es keinen Gott gibt[..]. (Wikipedia)

    Für eine “Ideologie” also recht erbärmlich. 🙂
    Zum Vergleich:

    Als Religion bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. (Wikipedia)

  16. #16 cydonia
    28. November 2010

    Ganz kurze Replik auf muriel und Christian:
    Nur weil ihr etwas glaubt, heißt das eben nicht, dass es auch so ist.
    Und auch mal das eine oder andere Argument zu bringen schadet nicht.

  17. #17 cydonia
    28. November 2010

    Entschuldige muriel, zu schnell gelesen, die Replik war also nur für Christian.

  18. #18 Hermann
    28. November 2010

    @Florian,

    Jetzt muß ich doch einmal nachfragen.

    Du schreibst: “Naja – ich persönlich hab mit Weihnachten nicht wirklich ein Problem”

    Nicht wirklich? Aber als Fake vielleicht schon? Oder wie darf ich das verstehen?

    Dieses “Nicht wirklich” irritiert mich schon seit Jahren. Bist Du so nett und erklärst einmal, ob Du “Wirklich” etwas mit diesem “nicht wirklich” ausdrücken möchtest, oder ob es einfach so mit reingerutscht ist, weil es sich so irre cool anhört.

    Grüßle, Herman the German

  19. #19 Florian Freistetter
    28. November 2010

    @Hermann: “Bist Du so nett und erklärst einmal, ob Du “Wirklich” etwas mit diesem “nicht wirklich” ausdrücken möchtest, oder ob es einfach so mit reingerutscht ist, weil es sich so irre cool anhört”

    Lass mich raten – du bist auch einer von denen die sofort korrigierend ankommen wenn jemand “Das macht Sinn” schreibt…

  20. #20 KommentarAbo
    28. November 2010

  21. #21 Florian Freistetter
    28. November 2010

    @Hermann: Hu – ich glaubs ja nicht. “nicht wirklich” steht bei den komischen Sprachschützern tatsächlich auf der Liste der bösen Phrasen: http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2007/12/05/nicht-wirklich/

  22. #22 Hermann
    28. November 2010

    @Florian,

    tendenziell hast Du Recht, da ich das in Gedanken oder einfach nur über ein genervtes Gefühl tatsächlich tue.

    Andererseits weiß ich, dass Besserwisser und Nörgler zu den peinlichsten Zeitgenossen gehören. Insofern nehme ich mich diesbezüglich extrem zurück.

    Offen gesagt: Die Redensart “nicht wirklich” ist mir extrem zuwider. Stell Dir vor, letztens fragte ich im ALDI einen jungen Typen ob er eine bestimmte Sorte Frischkäse auf seiner Palette habe, welche im Regal leider nicht mehr vorrätig war. Der Typ füllte also die Regale auf -got it? – Also, ich frag nach diesem Frischkäse und ob er damit dienen kann. Du errätst die Antwort sicher:

    “Nicht wirklich” meinte er. – Ich brach still zusammen und wurde vom Personal aufgekehrt und entsorgt.

    Grüßle, herman the german

  23. #23 noch'n Flo
    28. November 2010

    Zum Thema “Gibt es den Weihnachtsmann” hier ein Link (eigentlich ein Klassiker, aber vielleicht kennt den Text noch nicht jeder von Euch – ich hab mich vor 10 Jahren, als ich ihn zum 1.Mal gelesen habe, schlapp gelacht):

    http://www.familie-ahlers.de/witze/weihnachtsmann.html

    Und in genau diesem Sinne werde ich meine Kinder an Weihnachten heranführen: Weihnachtsmann ja (bis zu einem gewissen Alter, dann werde ich sie mit dem verlinkten Text bekannt machen), Christkind auch ja, aber im Sinne einer Märchenerzählung. Ob die ganze Weihnachtsgeschichte denn nun stimmt, oder nicht, können sie dann gerne irgendwann einmal mit ihren Freunden diskutieren.

    Ist aber noch etwas hin – mein Sohn wird am 7.12. erst einmal ein Jahr alt; die restlichen Kinder (so irgendwo zwischen einem und 4 (meine Frau sagt gerade: “Eines noch! Darüber wird nicht diskutiert!”)) sind bislang noch nicht mehr als ein Gedankenspiel…

  24. #24 Florian Freistetter
    28. November 2010

    @Hermann: “Offen gesagt: Die Redensart “nicht wirklich” ist mir extrem zuwider”

    Meinetwegen. Mir ist in dieser Welt auch vieles zuwider. Aber damit muss man klar kommen.

    “Also, ich frag nach diesem Frischkäse und ob er damit dienen kann. Du errätst die Antwort sicher: “Nicht wirklich” meinte er. – Ich brach still zusammen”

    Ach Gott ja – immer dieser Pöbel der nicht richtig Deutsch spricht! Die Welt ist schon manchmal schrecklich…

  25. #25 Lichtecho
    28. November 2010

    Also mir scheint diese Diskussion doch eher typisch amerikanisch zu sein. Weihnachten ist doch bei uns nicht sonderlich religös aufgeladen, oder? Jeder feiert doch Weihnachten auf seine Art. Es ist ein Familienfest, ein Kinderfest, ein Lichterfest als Kontrapunkt zur schmuddeligsten und dunkelsten Jahreszeit. Weihnachtsmärkte sind ein guter Grund selbst bei Sauwetter an die frische Luft zu gehen. Und ja, für manche ist es die Geburt von Jesus, der für manche Gottes Sohn, ein Prophet, ein sympathischer, etwas schrulliger Wanderphilosoph oder völlig uninteressant ist. Ich finde hier in D machen wir das mit Weihnachten schon richtig. Fernsehen sollte man sowieso nicht gucken. Das ist ein schwachsinniges Medium, nicht nur in der Adventszeit.

  26. #26 Dirk
    28. November 2010

    Die Christen schreien doch immer so sehr danach, dass man tolerant sein soll, und so. Und wenn dann tatsächlich mal jemand mit einer anderen Meinung kommt, ist ganz schnell wieder ende mit der Toleranz.

    Typisch.

  27. #27 Hermann
    28. November 2010

    @Florian

    Du schreibst:

    “Ach Gott ja – immer dieser Pöbel der nicht richtig Deutsch spricht! Die Welt ist schon manchmal schrecklich…”

    Danke Meister, dass Sie mir von meinem hohen Ross herunter halfen.

    Ich vergess es leider immer wieder – “Bescheinheit (Demut) ist eine Zier.”

    und schlittere in den Nachsatz “doch manchmal geht’s auch ohne ihr.”

    und was Weihnachten angeht – eigentlich eher ein fake, oder?

    und dieser fake nervt halt besonders, weil er sich so extrem von seiner

    ursprünglichen Bedeutung entfernt hat. – Aus diesem Grunde kam ich überhaupt

    dazu, mal nachzufragen, ob Du mit Weihnachten als fake vielleicht schon ein Problem hast, aber ansonsten eben nicht wirklich!

  28. #28 LeBon
    28. November 2010

    Diese Kampagne will das Weihnachtsfest doch gar nicht nutzen, um den Leuten die schöne Feiertagslaune zu verderben. Das Hauptziel ist doch vielmehr, den Menschen die atheistische Weltanschauung näher zu bringen. Und das gelingt mit diesem schicken Billboard vielleicht ganz gut.
    Hier ist noch eine aktuelle Kampagne aus Wisconsin, die ganz nett gemacht ist:
    http://ffrf.org/get-involved/bus-billboard-campaign/out-of-the-closet-campaign/

  29. #29 LeBon
    28. November 2010

    Heute nacht übrigens ab 23:55 Uhr im ZDF:

    Universum ohne Gott?
    Provozierende Thesen von Stephen Hawking

    http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,1021352_idDispatch:10130691,00.html

  30. #30 Alex
    28. November 2010

    Wenn in den USA ein christliche Gruppierung ein vergleichbares Werbeplakat anbringen würde (und zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte als einzige Wahrheit anpreisen), würde es angesichts der dortigen Stimmung ebenfalls Diskussionen geben.

    Davon abgesehen kann ich im oben verlinkten TV-Beitrag beim besten Willen keine “Aufregung” erkennen. Im Gegenteil, der Beitrag ist sogar noch zusätzliche kostenlose PR für die Atheisten.

  31. #31 Bjoern
    28. November 2010

    Passend zum Thema: hier
    http://blog.dianahsieh.com/2008/11/different-kind-of-christmas-card.shtml
    gibt’s eine “Weihnachts”karte, die für Atheisten sicher gut geeignet ist… 😉

  32. #32 S.S.T.
    28. November 2010

    @Alex

    Wenn in den USA ein christliche Gruppierung ein vergleichbares Werbeplakat anbringen würde (und zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte als einzige Wahrheit anpreisen), würde es angesichts der dortigen Stimmung ebenfalls Diskussionen geben.

    Nö, denn das ist Gang und Gäbe. Essiggüsse gegen das Pi, Pa, Po von Weihnachten, das löst Reaktionen aus. Es gibt hier Radiosender, die ab dem 1. Adv. nur noch Weihnachtslieder spielen. Also höre ich einen meiner Lieblingssender (öffentlich finanz.) einen Monat nicht mehr. Bei der gesamten Auswahl komme ich insgesamt damit klar. Aber wer versucht hier wem seine Meinung aufzudrücken? Würde z.B. die ARD in dem Monat vor Weihnachten ausschließlich atheistisch geprägte Filme ausstrahlen, was wäre dann los?

  33. #33 Nexus
    28. November 2010

    @ Lichtecho
    das sehe ich ganz genau so, soll doch jeder Weinachten so feiern wie er es möchte.

    @ Alle anderen
    Wir zu hause versuchen den relegiösen Teil von Weinachten so weit es geht auszugrenzen, schon unserer Kinder zu Liebe. Ich selbst bin Atheist, akzeptiere aber daß es Menschen gibt die das nicht sind. Entweder bin ich zu aufgeklärt und erkenne Relegion als sterbendes, für mich nutzloses Relikt einer vergangenen Zeit oder ich bin zu blind um die Wahrheit zu sehen. Beides ist jedoch meine eigene Angelegenheit.

    Gegen den Glauben habe ich “nicht wirklich” etwas, nur eben gegen Menschen die anderen Menschen immer einreden wollen woran sie glauben müssen und was sie auf keinen Fall glauben dürfen. Und genau da sehe ich auch immer wieder das größte Problem mit vielen (nicht allen) Gläubigen. Hinzu kommt daß viele Gläubige nur deshalb gläubig sind weil es ihnen als Kind von ihren Eltern so eingetrichtert wurde, weil es ihnen als normal verkauft wurde überhaupt relegiös zu sein. Meine Kinder können glauben oder nicht, auch an was oder wen sie wollen, hauptsache sie glauben dran weil sie es glauben wollen und nicht weil ihnen als Kind von mir oder als Erwachsener von der Gesellschaft eingeredet wird an was sie glauben sollen. Sie sollen freie Menschen werden, eben auch geistig und dazu gehört meiner Meinung nach ein freier Geist ohne Fesseln, damit sie eine wirkliche Wahl haben. Dann haben auch Fanatiker keine Chance mehr. Lasst endlich unsere Kinder in Ruhe und maßt euch nicht ständig an zu wissen was euer Gott will und was nicht! – In diesem Sinne, Frohes Fest euch Menschen.

  34. #34 Hannes
    28. November 2010

    Ich bin auch der Meinung, dass das eher ne Sache für “übern Teich” ist. Da gibts auf beiden Seiten nur Fundamentalisten und kaum eine gemäßigte Mitte.
    Wenn da ein Atheist nachts halb drei in den Garten eines Christen pinkelt, holt der Christ sein leuchtendes Kreuz raus, um diesen gottlosen Faschisten zu bekehren. In der anderen Hand hält er seine Flinte aus Armyzeiten drüben in Korea, falls sich dieser Heide nicht so leicht überreden lässt. Keine Minute später steht ein FOX Reporter live am Tatort und fragt Amerika, ob das nicht alles Schuld des Moslem Barack Hussein Obama ist, der die Schaira in Gottes gelobtem Land verbreiten will. Glenn Beck läuft durch die Nachbarschaft und verkündet froh, dass dieser Atheist schuld am Untergang des amerikanischen Traumes ist.

    Hierzulande ist Weihnachten eher wenig religiös geprägt. Wenn ich an Weihnachten denke (und ich bin gläubig), dann zuerst an das beisammensein der Familie und die ganze Zeremonie mit Geschenken, Essen, Weihnachtsmann für die kleinen Cousinen und Cousins. Ich steh auf den ganzen Kitsch:)

    @Florian
    Du hattest doch mal einen kurzen Beitrag über einen Trailer zu diesem unsäglichen amerikanischen Film geschrieben, wo der atheistische Bürgermeister Weihnachten abschaffen will. That’s America. Hier würde der Film nur müdes Lächeln hervorrufen.

  35. #35 Ax
    29. November 2010

    Schade, Du kommst mir immer mehr so vor wie jemand der einem “Religiösen” erklären will, dass nicht alle Tiere der Welt in Noahs kleinen Holzkasten gepasst hätten. Fallen Dir da die mitleidigen Blicke nicht auf?
    Typisch für die “Brights” ist: “Alles Idioten ausser ich.” Die Leute sollen vor sich selbst geschützt werden weil die armen selbst zu dumm sind zu verstehen. Diese Arroganz ist der Grund warum ich, als Atheist, in meinem persönlichen Umfeld solche Leute meide. Als Informations- und Wissensquelle ok, aber ansonsten habe ich lieber was mit Menschen zu tun.

  36. #36 Florian Freistetter
    29. November 2010

    @Ax: “Typisch für die “Brights” ist: “Alles Idioten ausser ich.” Die Leute sollen vor sich selbst geschützt werden weil die armen selbst zu dumm sind zu verstehen. Diese Arroganz ist der Grund warum ich, als Atheist, in meinem persönlichen Umfeld solche Leute meide. “

    Ok, erzähl mir doch mal bitte genau, was an meinem Artikel hier “arrogant” ist? Die Frage ist ernst gemeint. Ich hab nur geschrieben, dass mich die Sonderstellung der Religion stört; dass ich es bescheuert finde, dass sie komplett von Kritik ausgenommen ist und das es etwas seltsam ist, dass viele Menschen allein schon von der Tatsache angepisst sind, dass es Atheisten gibt die das auch öffentlich sagen – das ist es ja auch, was dich anscheinend stört…

    “Als Informations- und Wissensquelle ok, aber ansonsten habe ich lieber was mit Menschen zu tun. “

    Ach ja, und Leute wie ich sind also keine Menschen? Da bleib ich doch lieber bei den arroganten Brights anstatt mich mit sowas wie dir rumzuärgern…

  37. #37 Bullet
    29. November 2010

    Die “Man darf Religion nicht kritisieren”-Einstellung ist auch hierzulande weit verbreitet und es wird sich sicher bald auch hier im Blog ein Kommentator oder eine Kommentatorin finden und mir erklären, warum es gemein und unhöflich und zu unterlassen ist, einen Slogan wie “You know it’s a myth – this season celebrate reason” zu plakatieren…

    Wir sind nah dran. Die “Die Atheisten sind arrogant”-Stufe ist schon erreicht. Ich warte jetzt einfach noch den Vormittag ab – vielleicht kommt ja die Keule noch, und dann darf ich dich einen Propheten nennen. 🙂

  38. #38 Ute
    29. November 2010
  39. #39 cydonia
    29. November 2010

    @Ute
    Ja, nette Geschichte, geht auch umgekehrt:
    Ich habe als Kind einer Spielkameradin vom Osterhasen erzählt, und als sie mir sagte, sie hätte von ihm noch nie was gekriegt, haben wir überlegt, woran das liegen könnte.
    Als ich erfuhr, dass sie noch nie ein Nest für ihn gebaut hatte, gingen wir auf Nummer sicher und pflasterten den frisch eingesäten Garten mit Nestern so richtig zu.
    Ihr Vater war nicht sehr erfreut als er abends nach hause kam, hat mich dann aber nett zur Rede gestellt, und konnte sich nach der Erklärung ein breites Grinsen nicht verkneifen.
    Man könnte jetzt aufgrund meines Erlebnisses darauf schließen, dass säkulare Menschen etwas humorvoller sind als Gläubige. Aber Anekdoten sind ja keine Daten.
    Zudem bekam das Mädchen anschließend zu Ostern zum ersten Mal bunte Eier vom Osterhasen und hat sich tierisch gefreut.
    Das Spielverderberargument greift nicht, denke ich, weil ich nun wirklich viele Ungläubige kenne, die ihren Kindern den Weihnachtsmann nicht vorenthalten wollen, und die die spätere Entzauberung des ehemals Geglaubten als sinnvolle Übung ansehen.

  40. #40 Grüse
    29. November 2010

    Die Berichterstattung von Fox finde ich schon perfide, da wird so getan, als würde man total unvoreingenommen und objektiv berichten, dann wird aber ganz subtil impliziert, dass man das Geld ja auch für etwas Sinnvolles einsetzen könnte, so wie die Kirchen das tun.

    Und: Die “pro”-Stimme unter den interviewten Autofahrern ist ein Ausländer mit deutlichem Akzent. Go figure.

    @Florian: Ich lese Dein Blog sehr gerne, aber ich kann auch verstehen, dass Du teilweise Arroganz vorgeworfen bekommst: Es ist nicht so sehr der Ton der Artikel, sondern vielmehr der der Kommentare. Als Beispiel würde ich Hermann nehmen, der sich m.M. nach durchaus berechtigterweise fragt, was es genau bedeutet, wenn Du schreibst, dass Du “nicht wirklich” ein Problem mit Weihnachten hast. Heißt das, dass Du eigentlich ein Problem hast, aber eigentlich auch nicht, oder dass Du einfach kein Problem damit hast?

    Es geht aber eigentlich nicht um diese konkrete Sache, Du sollst die Nuancen der Sprache ja für Dich nutzen (und machst das auch super wie ich finde), aber dann gehst Du als Antwort den Fragesteller direkt persönlich an nach dem Motto “Du bist so einer, der …”. Im nächsten Kommentar dann die Geschichte mit “Immer dieser Pöbel, …”, das finde ich einfach nur polemisch.

    Hier im Blog tummeln sich ja wirklich viele Trolle, da kann ich Deine Gereiztheit auch nachvollziehen, aber in diesem Fall fand ich den Ton Deiner Antwort schon aggressiv und etwas unangebracht und kann den Vorwurf der Arroganz daher verstehen. Warum nicht einfach nett sein und erklären was Du meinst?

    Um jetzt den Beiträgen a la “Musst es ja nicht lesen, wenn es dir nicht gefällt” vorzubeugen, würde ich Dich bitten, das als konstruktive Kritik an Deinem grundsätzlich fantastischen Blog aufzufassen.

  41. #41 Schlardie
    29. November 2010
  42. #42 Robert
    29. November 2010

    Hi Leute,

    Mal ein kleiner Witz am Rande. Sorry für das Feuer, dass ich reingieße, Tom ^^:

    Zu seiner Überraschung findet er sich nach seinem Tod vor dem Höllentor wieder. Naja, denkt er sich, “gibt’s das also doch” und betritt mit böser Vorahnung die Hölle. Was ihn erwartet ist jedoch ein sonnenbeschienene Meeresbucht, weisser Sandstrand, ein sanfter Wind weht, leise Musik klingt im Hintergrund. Der Teufel liegt im Schatten unter Palmen und trinkt Cocktails: “Kommt her zu uns, nimm dir einen Drink und schau dich um”. Eine schöne Frau reicht ihm einen Drink, er kann es noch gar nicht fassen und macht erst mal einen kleinen Spaziergang. Am Ende der Bucht öffnet sich vor ihm plötzlich ein großes Loch, Rauch quillt hervor, Flammen züngeln heraus und man hört Jammern und Wehklagen. Leicht überrascht kehrt er zum Teufel zurück: “Es gefällt mir sehr gut hier, aber am Ende der Bucht, da gibt es so ein dunkles, raucherfülltes Loch aus dem Jammern und Wehklagen zu hören ist, was ist das denn?” Darauf der Teufel: “Ja weisst du, das ist für die Christen – die wollen das so!”

  43. #43 Florian Freistetter
    29. November 2010

    @Grüse: “das finde ich einfach nur polemisch.”

    In dem Fall war es durchaus auch so beabsichtigt…

    “Warum nicht einfach nett sein und erklären was Du meinst? “

    Weil ich mir ziemlich sicher war, was der Fragesteller beabsichtigte (was er ja dann auch bestätigt hat) – und ich für diesen ganzen Sprachschützerkram nicht viel übrig habe.

    Aber danke für deine Kritik! In dem Fall hätte mich zwar eher interessiert was an meinem Text über Religion arrogant gewesen sein soll – aber dein Kommentar war auch interessant.

  44. #44 Grüse
    29. November 2010

    @Florian: Was an Deinem Text arrogant sein soll, wüsste ich jetzt auch nicht. Es ist aber schon so, dass man religiöse Menschen offensichtlich sehr verletzen kann, wenn man ihren Glauben kritisiert. Da geht es ja auch um existenzielle Fragen, sozusagen das Fundament einer Person, das keiner bei sich selbst gerne in Frage gestellt sieht.

    Dass bei so etwas starke (und irrationale) psychologische Reaktionen entstehen, ist in diesem Video wunderbar erklärt:

  45. #45 Ute
    29. November 2010

    @cydonia: Der Punkt ist ja beim Osterhasen/Christkind/Weihnachtsmann wie auch bei der Religion allgemein, wie man mit der Entzauberung umgeht. Ob man es eben als etwas Unumgängliches und Akzeptables betrachtet, das eben beim Kontakt mit dem Umfeld irgendwann passieren wird. Oder ob man dem Umfeld quasi die Pflicht auferlegt, die Desinformation gegen die eigene Überzeugung gefälligst zu unterstützen und mitzutragen und die eigene Überzeugung zugunsten der anderen zu unterdrücken.

    Klasse Anekdote übrigens, ich mußte sehr grinsen! 🙂

  46. #46 EEBO
    30. November 2010

    Die Anekdote gefiel mir auch gut, obwohl ich sie eigentlich böse finden sollte:
    Ja ich bekenne mich dazu, dass der Glaube bei mir eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig stellt sich mir der Widerspruch zwischen Religion und Naturwissenschaften nicht – sie passen wunderbar zueinander, jedenfalls in meinem Hirn. Schließlich ist der Glaube an Gott vielleicht überflüssig, aber sicher nicht falsifizierbar. Somit sitze ich fröhlich zwischen den zwei Stühlen der fundi-evangelikal-wiedergeborenen Kurzzeitkreationisten und den überheblichen Was-haben-denn-religöse-Menschen-für-einen-Gehirnschaden-Atheisten. Allerdings bin ich auch ein begeisterter Fan von Life of Brian und insofern sicher nicht repräsentativ…

    Zum Thema: Ich finde die Atheistenkampagne nervend, schließlich ist es ja nicht so, daß (zumindest in Deutschland) die Volkskirchen plötzlich Plakate aufstellen, in denen vor der Hölle gewarnt wird, wenn am Heiligabend die Gottesdienste nicht besucht werden, und sich säkulare Menschen dagegen wehren müssten. Aber, hier halte ich es mit dem ollen Voltaire: Ich würde immer das Recht der Atheisten verteidigen, solche Plakate aufzuhängen, und ich würde jeden charismatischen Fundi zur Rede stellen, der Nichtchristen oder Nichtmoslems usw. beschimpft.

    PS: Ich würde auch nicht meinen, daß der Atheismus eine Ideologie ist, aber fast jeder Mensch ist auf der Suche nach Sinn, womöglich auch nach einer passenden Weltanschauung, und hier gibt es einige, die zumindest auf dem Atheismus aufbauen können.

    Schließen will ich mit einem Zitat:
    “Was heißt, “einen Gott haben”, oder was ist Gott? Antwort: ein Gott heißt das, von dem man alles Gute erwarten und bei dem man Zuflucht in allen Nöten haben soll… Woran Du nun (sage ich) Dein Herz hängst und Dich darauf verläßt, das ist eigentlich Dein Gott. … Es ist mancher, der meint, er habe Gott und alles genug, wenn er Geld und Gut hat… Ebenso auch: wer darauf traut und trotzt, daß er große Gelehrsamkeit, Klugheit, Gewalt, Gunst, Verwandschaft und Ehre hat, der hat auch einen Gott…”
    Provokant, oder? Man mag von diesen Worten halten, was man will, ihnen widersprechen oder sie widerlegen, zum Nachdenken regen sie allemal an.

  47. #47 Thomas J
    30. November 2010

    @EEBO


    Ich finde die Atheistenkampagne nervend, schließlich ist es ja nicht so, daß (zumindest in Deutschland) die Volkskirchen plötzlich Plakate aufstellen, in denen vor der Hölle gewarnt wird, wenn am Heiligabend die Gottesdienste nicht besucht werden, und sich säkulare Menschen dagegen wehren müssten. ”

    schaumal, was in der Schweiz so überall gelesen werden muss: http://www.agentur-c.ch/de/

    Insofern find ich die Kampagne nicht nervend, sondern sehr wünschenswert, auch wenn ich nicht viel von aktiver Atheismusverbreitung halte.

  48. #48 Sarah
    30. November 2010

    Ich möchte noch etwas zum Thema “Entzauberung” sagen.

    Sicher, brutale “Entzauberung” wäre im Prinzip ein Argument gegen solche Plakate, wer will schon Kindern Weihnachten verderben. Aber de facto passiert das ja nicht. Jeder von uns hat als Kind, auch länger, und tut es vermutlich auch jetzt noch, an allerhand Dinge geglaubt. Seien es Feen, Gott, der Weihnachtsmann, die Homöopathie, der Osterhase, die Verschwörung der Freimaurer, die Tatsache, dass das plötzlich verschwundene kleine Haustier jetzt auf einem Bauernhof wohnt oder Gespenster gewesen.. vieles davon haben wir abgelegt. Jeder von uns hat sich schon “entzaubern” lassen.

    Aber bei allen Leuten, mit denen ich gesprochen habe und auch bei mir ist das nicht plötzlich geschehen.. Ich bin nicht von einer Sekunde auf die andere draufgekommen, dass das Christkind nicht existiert. Das war in jedem einzelnen Glaubenspunkt, den ich abgelegt hab, auch beim Glauben an Gott, ein mehr oder weniger langer Prozess.

    So ein Plakat entzaubert niemanden, der nicht so und so entzaubert werden will, der nicht eh schon innerlich seit einiger Zeit dazu bereit ist und eigentlich längst entzaubert ist. Es macht allerhöchstens Mut, das auch auszusprechen. Und das ist gut so.

  49. #49 viu
    3. Dezember 2010

    Ganz einfache Kiste:

    laut wikipedia gibt es SO viele Gläubige auf der Welt:
    Christentum (2,1 Milliarden)
    Islam (1,3 Milliarden)
    Atheismus, Nichtreligiöse (1,1 Milliarden)
    Hinduismus (900 Millionen)
    Traditionelle Chinesische Religionen (394 Millionen)
    Buddhismus (376 Millionen)
    Nichtafrikanische Indigene Religionen (300 Millionen)
    Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
    Sikhismus (23 Millionen)
    Spiritismus (15 Millionen)
    Judentum (14 Millionen)
    Baha’i (7 Millionen)
    Jainismus (4,2 Millionen)

    Wenn man die ganzen Zahlen addiert, kommen ca 6,63 Milliarden bei raus. Also fast die Bevölkerungsdichte,die wir momentan haben (laut wiki momentan 6,9 Milliarden). Von den 6,63 Milliarden sind 1,1 Milliarden Atheisten oder ”Nichtreligiöse” was auch Agnostiker miteinbezieht. So, und wenn dann zur Weihnachtszeit jemand mit dem Spruch ”you know it’s a myth….” kommt, liegt es wohl auf der Hand, dass viele sich angegriffen fühlen und es unhöflich finden, ich auch.

    Wenn wir Christen Weihnachten feiern, dann nerven mich die Muslimen auch nicht mit irgendwelchen Sprüchen! Warum müssen es dann die Atheisten tun? Was wollen die sich denn beweisen? Hinzu kommt, dass solche Sprüche lächerlich sind – denn mir von irgendeinem Menschen sagen zu lassen, dass alles Mythen sind, und es Gott nicht gibt, kommt nicht in Frage.Ohne Religion würden viele Menschen keine Werte oder Moral haben und ohne Religion würde die Welt garantiert auch nicht besser sein.

    Ein Tipp: Geh mal auf den Weihnachtsmarkt mit irgendeiner Atheistengruppe und stellt mal nen Stand auf. Kommt bestimmt super an.
    Spätestens wenn du mal todkrank bist oder irgendein anderer Mensch, der nicht an Gott glaubt, ja spätestens dann wirst du zu Gott beten und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es alle Menschen taten, die ihr ganzes Leben gottlos waren und dann sterbenskrank wurden.

  50. #50 Muriel
    3. Dezember 2010

    @viu: Das mag auf dich jetzt kindisch und polemisch wirken, aber wenn du versuchst, mal mit ein bisschen Distanz und kühlem Kopf drüber nachzudenken, erkennst du sicher, was ich damit sagen will:
    “Wenn wir Atheisten nicht Weihnachten feiern, dann nerven uns die Muslime auch nicht mit irgendwelchen Sprüchen! Warum müssen es dann die Christen tun? Was wollen die sich denn beweisen? Mir von irgendeinem Menschen sagen zu lassen, dass wir die Geburt Jesu Christi feiern, kommt nicht infrage.”
    Und dass Menschen ohne Religion keine Moral hätten, ist eine spannende Behauptung, die man immer mal wieder hört, die aber erstens stets ohne Belege daherkommt und zweitens, wenn man kurz überlegt, auch evident Unsinn ist.
    Deine Liste mit den Zahlen fand ich übrigens sehr amüsant (insbesondere den gelungenen Gag, dass dabei fast die gesamte Erdbevölkerung rauskommt), aber was du damit sagen willst, ist mir nicht ganz klar geworden.

  51. #51 klauszwingenberger
    3. Dezember 2010

    @ viu:

    Nun sei mal nicht so zimperlich! Ich muss mir von fünfeinhalb Milliarden Gläubigen auch ständig die ewige Verdammnis androhen lassen, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

  52. #52 Florian Freistetter
    3. Dezember 2010

    @viu: “Geh mal auf den Weihnachtsmarkt mit irgendeiner Atheistengruppe und stellt mal nen Stand auf. Kommt bestimmt super an.”

    Und du meinst also, man dürfe nur das machen, was niemanden stört, oder wie? Die Rechte von Minderheiten kann man getrost ignorieren; die sind ja nicht wichtig genug…

    “. Spätestens wenn du mal todkrank bist oder irgendein anderer Mensch, der nicht an Gott glaubt, ja spätestens dann wirst du zu Gott beten und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es alle Menschen taten, die ihr ganzes Leben gottlos waren und dann sterbenskrank wurden. “

    Es wird dich überraschen, aber: machen Menschen brauchen tatsächlich und wahrhaftig keinen Gott. Ist echt so. Nichtmal dann, wenn sie sterbenskrank sind (hier ist nur ein Beispiel von vielen)

  53. #53 Basilius
    3. Dezember 2010

    @viu

    Spätestens wenn du mal todkrank bist oder irgendein anderer Mensch, der nicht an Gott glaubt, ja spätestens dann wirst du zu Gott beten und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es alle Menschen taten, die ihr ganzes Leben gottlos waren und dann sterbenskrank wurden.

    Tja, und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, daß es nicht alle tun. Auch wenn Du es in einigen Fällen so erlebt haben magst, gilt der Spruch eben nicht für alle, auch wenn Du das gerne so hättest.

  54. #54 Bullet
    3. Dezember 2010

    Wenn wir Christen Weihnachten feiern, dann nerven mich die Muslimen auch nicht mit irgendwelchen Sprüchen!

    Richtig. Die Astrologen nerven ja auch nicht, wenn die Wasserbeleber oder Feinstoffler ihren Müll in die Welt pusten. Nu rate mal, woran das liegt.

  55. #55 Muriel
    3. Dezember 2010

    @klauszwingenberger: Fairerweise muss man anmerken, dass dir nur rund 3,4 Milliarden Gläubige die ewige Verdammnis androhen.
    Die anderen Religionen haben das Konzept meines Wissens nicht.

  56. #56 klauszwingenberger
    3. Dezember 2010

    @ Muriel:

    Eine Wiedergeburt als Gewürm ist auch keine Perspektive…

  57. #57 S.S.T.
    3. Dezember 2010

    @viu

    Spätestens wenn du mal todkrank bist oder irgendein anderer Mensch, der nicht an Gott glaubt, ja spätestens dann wirst du zu Gott beten und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es alle Menschen taten, die ihr ganzes Leben gottlos waren und dann sterbenskrank wurden.

    Ja klar, manche fliegen dann auch zu den Wunderheilern auf den Philippinen oder beten Hamer u. Co. an. Wenn einem der Arm auf Grundeis geht, machen viele Menschen viele wunderliche Dinge.

    Und das wäre dann ein Beweis für genau wofür?

    Nö, es ist sicherlich nicht besonders schön die Armbacken zusammen zu kneifen. Deswegen sind ja auch die diversen Immunisierungsstrategien dazu entworfen worden, von denen Du ja min. 13 in Deiner Rel.Liste aufgeführt hast. Wohlgemerkt, 13 verschiedene und von den zahllosen Untergruppen mal ganz abgesehen.

    Welchen Gott sollte ich eigentlich Deiner Meinung nach anrufen, wenn ich kurz vor dem Abnippeln bin? Und wie erkläre ich diesem, dass ich zwar im Sinne eines anderen Gottes ein gottgefälliges Leben geführt habe, jedoch nicht in SEINEM Sinn?

  58. #58 viu
    4. Dezember 2010

    Jetzt können noch viele Sprüche drücken, na mal schauen ob es in der Praxis dann auch so sein wird!

    Klar, kannst du oder wer auch immer weiterhin kundtun, wie doof Religion ist und wie toll du es findest, dass es für dich keinen Gott gibt, aber wen interessierts??? _Was willst du damit erreichen?_ Klar machen, wie cool Atheismus ist, andere bekehren, zeigen dass du Recht hast,weil du denkst,dass es so ist?

  59. #59 viu
    4. Dezember 2010

    Von s.s.t.:
    ”Ja klar, manche fliegen dann auch zu den Wunderheilern auf den Philippinen oder beten Hamer u. Co. an. Wenn einem der Arm auf Grundeis geht, machen viele Menschen viele wunderliche Dinge.

    Und das wäre dann ein Beweis für genau wofür?”
    ____________________________________________________

    Das ist kein Beweis! Warum das Menschen machen? Sie machen diese wunderlichen Dinge, weil der Glaube Berge versetzt. Positives Denken hilft auch bei Krankheiten, aber das weißt du ja. Und wenn man positiv zum Tod eingestellt ist, hilft der Glaube, wenn man auf dem Weg zu ihm ist, der Glaube kann auch Hoffnung schöpfen.

    Aber was schreib ich da, hier sind ja genug Leute, die ohne Respekt und leichtsinnig über das Thema reden. Es ist lächerlich.

  60. #60 Florian Freistetter
    4. Dezember 2010

    @viu: “Klar machen, wie cool Atheismus ist, andere bekehren, zeigen dass du Recht hast,weil du denkst,dass es so ist? “

    Also eigentlich strebe ich ja die Weltherrschaft der Atheisten an weil die alleine wissen was gut für den Rest der Menschheit ist. Die dummen Gläubigen müssen zu ihrem eigenen Besten gezwungen werden, ihrem Gott abzuschwören und in einer idealen Welt wären Feste wie Weihnachten und Ostern bei Strafe verboten!!

    Entspricht das in etwa dem Atheistenklischee dem du anhängst?

    Was ich wirklich will: Das Religion Privatsache wird. Das der Staat sich aus der Religion raushält und keine bestimmten Glaubensrichtungen sponsert so wie jetzt. Das keine künstlichen religiösen Tabus zu Regeln für die Allgemeinheit erhoben werden. Das Religion so wie jede andere Ideologie und Überzeugung auch öffentlich kritisiert werden darf ohne das gleich haufenweise Leute ankommen und “Aber man muss doch Respekt haben!” plärren…

    “Klar, kannst du oder wer auch immer weiterhin kundtun, wie doof Religion ist und wie toll du es findest, dass es für dich keinen Gott gibt, aber wen interessierts???”

    Dich anscheinend sonst würdest du nicht so lange hier mitdiskutieren sondern mich blöden Atheisten einfach ignorieren…

  61. #61 Gluecypher
    4. Dezember 2010

    @viu

    Genau, die gottverdammten Atheisten haben sich gefälligst still in die Ecke zu setzen und Dich nicht zu nerven. Heisser Tip: schon mal was von “Meinungsfreiheit” gehört? Ich weiss, ich weiss, brandneues Konzept, das hat sich noch nicht zu Euch rumgesprochen, aber im Zwischennetz kann man ganz viel dazu finden.

    Fehlt eigentlich nur noch die Märtyrer-Nummer. Wie schlimm es doch den Christen hierzulande geht, und dass man gaaaanz dolle verfolgt wird undsoweiterundsofort. Ich mach’ Dir ‘nen Vorschlag: die Christen hören auf, mich mit irgendwelchen Plakaten für Bibel-TV oder sonstige religiösen Veranstaltungen in den Bussen der BVG zu nerven, ich Atheist halte mich dann auch mit solchen Posts zurück. Deal?

  62. #62 viu
    5. Dezember 2010

    merkt ihr denn nicht, wie schnell ihr gereizt seid, nach meiner meinungsfreiheit? deinen heißen tipp kenne ich schon, gluecypher, und den nutze ich auch, ich sage meine meinung, und ihr eure. dass religion privatsache wird, ist utopisch, aber man darf ja träumen. wie ich schon geschrieben habe, von über 6 milliarden menschen sind nur eine milliarde atheisten/agnostiker, ihr lebt in einem christlichen land, tja, wird wohl nicht gelingen mit der privatsache, schade aber auch, oder fühlt ihr euch so schlecht, wenn die christen und andere ihre meinung so offen kundtun und ihr einfach nichts dagegen machen könnt was hilft.

    also warum religion deiner meinung nach privatsache werden soll, florian, verstehe ich nicht, fühlt ihr euch so bedrängt von christentum usw? kommt schon, im alltag begegnen euch höchstens paar kirchen oder kreuze, tut ja keinen weh, oder etwa doch? und natürlich weiß ich, dass ihr atheisten die weltherrschaft erreichen wollt, ihr blöse pläne schmiedet und so, was denn sonst?

    ach und gluecypher: ich denke, dass die meisten leute, die an bibel-plakaten vorbei gehen, diese nervig finden, ich auch! oder wo noch früher frauen mit hunderten mini-bibeln in die schulen gegangen sind, um den schülern diese zu schenken inklusive einer broschüre ihrer kirche, keine ahnung mehr, welche das war, aber alle landeten nachher im mülleimer. und ja, die zeugen jehovas nerven auch am wochenende morgens um 8 uhr. das finden nicht nur atheisten doof, sondern auch ganz normale menschen, die nicht finden, dass religion privatsache wird. hey, über solche plakate, bibeln, prospekte, kann man doch nur lachen, einen intelligenten menschen, mit eigenem willen stört das nicht. religion muss schließlich nicht heißen,dass man vor jeder jesus statue das vater unser betet oder gar zum fanatisten seiner religion wird.

  63. #63 Florian Freistetter
    6. Dezember 2010

    @viu: “dass religion privatsache wird, ist utopisch, aber man darf ja träumen. wie ich schon geschrieben habe, von über 6 milliarden menschen sind nur eine milliarde atheisten/agnostiker, ihr lebt in einem christlichen land, tja, wird wohl nicht gelingen mit der privatsache,”

    D.h. also deiner Meinung nach darf die Mehrheit ihre Ideologie immer der Minderheit aufzwingen? Mag ja sein, dass sich mancher Vertreter der organisierten Religion sich sowas in seinen feuchten Träumen wünscht. Die Realität sieht aber dann doch glücklicherweise anders aus…

    “der fühlt ihr euch so schlecht, wenn die christen und andere ihre meinung so offen kundtun und ihr einfach nichts dagegen machen könnt was hilft.

    Es ist mir völlig schnurz was Christen, Moslems, etc so alles von sich geben. Das können sie ja ruhig machen. Sie müssen es sich nur gefallen lassen, auch kritisiert zu werden.

    “kommt schon, im alltag begegnen euch höchstens paar kirchen oder kreuze, tut ja keinen weh, oder etwa doch? “

    Naja – von meinen Steuergeldern werden beispielsweise die Gehälter von Bischöfen bezahlt. Oder Religionspropaganda für Kinder. Beispiele gibt es haufenweise…

  64. #64 viu
    6. Dezember 2010

    ”D.h. also deiner Meinung nach darf die Mehrheit ihre Ideologie immer der Minderheit aufzwingen..”

    Wer zwingt dir denn etwas auf, sowas dämliches habe ich ja noch nie gehört. Du kannst doch für dich entscheiden,was du willst oder nicht, keiner zwingt einen etwas zu tun!

    ”Es ist mir völlig schnurz was Christen, Moslems, etc so alles von sich geben.”

    Ähm… Widerspruch? In deinem ersten Satz steht aber was ganz anderes, nämlich dass es dir NICHT egal ist, sondern deiner Meinung nach diese Religionen dir was aufzwingen. Wenns dir Schnurz wäre, dann würdest du nicht meinen, dass Religion _Privatsache_ werden sollte.

    ”Das können sie ja ruhig machen. Sie müssen es sich nur gefallen lassen, auch kritisiert zu werden. ”

    Atheisten kritisieren Gläubige-Gläubige kritisieren Atheisten, auf ne Aktion folgt ne Reaktion, so siehts wohl aus. Und nun? Gegensätze halt. Damit gabs immer Probleme.

    ”Naja – von meinen Steuergeldern werden beispielsweise die Gehälter von Bischöfen bezahlt. Oder Religionspropaganda für Kinder. Beispiele gibt es haufenweise…”

    Schlimm. Wie schlimm. Von unseren Steuergeldern wird auch HARTZ4 bezahlt, was meiner Meinung nach viel schlimmer ist. Ehrlich gesagt,will ich garnicht wissen, was noch mit dem ganzen Geld bezahlt wird. Im Grunde kann man nunmal nichts dagegen tun. Man kann aus der Kirche austreten,wenn man z.B. keine Kirchensteuer zahlen will o.Ä. Religionspropaganda? Hört sich ja übel an. Weiß ja nicht,wie das in Österreich ist, hier in Deutschland hatte ich in meiner Kindheit wenig mit Religion am Hut, klar, man ist in die Kirche gegangen mit der Schule, aber geschadet hat es nicht. Es gab nunmal keine Kinder in meiner Klasse damals, die voll auf Religion abgefahren sind und sich an irgendwelche Gebote gehalten haben. Kinder interessieren sich nicht wirklich für sowas.

    Das ist die Sache der Eltern, diese müssen sich um die Glaubens oder nicht- Glaubensfrage in der Erziehung kümmern!

    Religion ist ein Teil unserer Geschichte, diese darf nicht einfach so verschwinden oder gar privat werden.

  65. #65 Thomas J
    6. Dezember 2010

    “Religion ist ein Teil unserer Geschichte, diese darf nicht einfach so verschwinden oder gar privat werden.”

    Die Begründung dafür war nochmal was genau?

  66. #66 cydonia
    6. Dezember 2010

    Nur zum letzten Satz erstmal ne Frage:
    Wieso darf denn die Religion nicht einfach verschwinden oder gar privat werden?
    Das hätte ich doch gerne begründet!

  67. #67 cydonia
    6. Dezember 2010

    Und die nächste Frage: Wenn Kinder sich nicht wirklich für sowas interessieren, wieso sollte man ihnen denn dann damit auf die Nerven gehen?
    Wir könnten jetzt so weitermachen, und jeden deiner Widersprüche aufzeigen und deine eigenartigen Behauptungen eine nach der anderen zerlegen.
    Hätte das einen Sinn, respektive bist du bereit und fähig, über deine Position nachzudenken, oder ist sowieso klar, was richtig und was falsch ist? In dem Falle solltest du dich in deinem Interesse verabschieden.

  68. #68 Basilius
    6. Dezember 2010

    Werter viu, das ist natürlich schon ein nicht ganz anständiger Vergleich, Hartz und den Zehnten auf eine Stufe zu stellen. Eines aufrichtigen Gläubigen ist solcherlei Verhalten eigentlich eher nicht würdig, aber dazu wollen Sie ja anscheinend auch gar nicht gehören. Oder irre ich mich hier?

    Im Grunde kann man nunmal nichts dagegen tun. Man kann aus der Kirche austreten,wenn man z.B. keine Kirchensteuer zahlen will o.Ä.

    Das klingt ja sehr fatalistisch. Ich glaube, daß Herr Freistetter hier gerade versucht Sie lügen zu strafen, denn er versucht wenigstens etwas dagegen zu tun. Ich glaube auch, daß er schon sehr viel zufriedener wäre, wenn man in Deutschland nicht automatisch ohne gefragt zu werden Kirchensteuer bezahlen muss. Das wäre anders herum schon irgendwie eher dran an einer realen Säkularität. Aber da hätten Sie wahrscheinlich wieder irgendetwas dagegen, oder?

  69. #69 perk
    6. Dezember 2010

    nein viu, jeder der nach 2006 geringfügig beschäftigt war (ich war es zb..) finanziert kirchen da im pauschalsteuersatz ein kirchensteueranteil enthalten ist egal ob man aus der kirche ausgetreten ist oder niemals drin war:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geringfügige_Beschäftigung#Ab_1._Juli_2006

  70. #70 Florian Freistetter
    7. Dezember 2010

    @viu: “Wer zwingt dir denn etwas auf, sowas dämliches habe ich ja noch nie gehört. Du kannst doch für dich entscheiden,was du willst oder nicht, keiner zwingt einen etwas zu tun!”

    Wie ich schon sagte – ich werde z.B. gezwungen die Gehälter von Bischöfen mitzufinanzieren. Kinder in vielen – öffentlichen – Schulen werden gezwungen, Schulgebete zu sprechen. Usw.

    “Widerspruch? In deinem ersten Satz steht aber was ganz anderes, nämlich dass es dir NICHT egal ist, sondern deiner Meinung nach diese Religionen dir was aufzwingen.”

    Mir ist es egal, solange sie eben nicht andere Menschen damit belästigen. Religion sollte Privatsache sein.

    “Man kann aus der Kirche austreten,wenn man z.B. keine Kirchensteuer zahlen will “

    Was aber nichts daran ändert, dass Kirchen massiv von den Steuergeldern aller finanziert werden.

    “Religion ist ein Teil unserer Geschichte, diese darf nicht einfach so verschwinden oder gar privat werden.”

    Und warum nicht? Warum muss Religion – deiner Meinung nach – allen aufgezwungen werden?

  71. #71 Bullet
    7. Dezember 2010

    Außerdem ist auch die Pest ein Teil unserer Geschichte.
    Die Argumentation, daß etwas nicht verschwinden darf, weil es Teil unserer Geschichte ist, ist damit hinfällig.

  72. #72 Muriel
    7. Dezember 2010

    Wisst ihr, was mich an Diskussionen mit Gläubigen immer fürchterlich irritiert?
    Permanent ist da diese nagende Unsicherheit im Hinterkopf: Verschaukelt der mich? Oder meint der das wirklich ernst?
    Und es gibt kein vernünftiges System, um zwischen den beiden Möglichkeiten zu unterscheiden. Religiöse Argumente sind nicht parodierbar.

  73. #73 Basilius
    Haganai
    7. Juli 2013

    Rein optisch betrachtet ist mein letzter Kommentar ja noch gar nicht so lange her. Aber nachdem die Diskussion vor zweieinhalb Jahren mangels dagebliebener Gegenseite jäh endete, kann man ja was aktuelles wieder einwerfen:
    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/bochum/Verbot-durch-Bezirksregierung-Initiative-moechte-Leben-des-Brian-am-Karfreitag-zeigen;art932,1946373

    Ich fühle mich durch solcherlei Sachen tatsächlich unterdrückt. Soll ich jetzt zum Shintō konvertieren?
    Ich wüsste da nämlich ein paar lustige Feste, welche hierzulande bei konsequent umgesetzter Feierung schon für (mindestens) etwas Verwunderung sorgen könnten. Aber die müsste ich ja dann auch gnadenlos und öffentlich durchziehen dürfen, oder?
    ^_^