Ein toter Vogelschwarm der am Neujahrstag in Arkansas in den USA gefunden wurde hat in der Folge einen gewaltigen Medienhype erzeugt. In den Tagen danach machte jedes tote Tier das irgendwo auf der Welt gefunden wurde Schlagzeilen und viele Menschen waren besorgt ob dieser mysteriösen Häufung tierischer Todesfälle. Ich habe damals schon erklärt, dass daran nichts mysteriös ist und das die toten Vögel auch kein Vorbote des Weltuntergangs sind.

Mittlerweile ist ein bisschen Zeit vergangen, die Medien haben andere Themen gefunden über die sie schreiben und es ist vielleicht angebracht mal nachzusehen, was sich bei der Untersuchung der Todesfälle ergeben hat und was es zu solchen Massensterben noch an interessanten Informationen finden lässt.

Wer an toten Tieren interessiert ist, der sollte am besten zum National Wildlife Health Center (NWHC) des U.S. Geological Survey. Wenn irgendwo in Amerika Wildtiere sterben, dann werden die Informationen dort gesammelt und analysiert. Zu den toten Vögeln die Anfang des Jahres gefunden wurden gibt es dort eine eigene Sonderseite mit vielen interessanten Links.

Und gleich auf der ersten Seite dort erfährt man das, was die Medien anscheinend nie geschafft haben zu recherchieren. Tierische Massensterben gibt es immer wieder; sie sind nichts Außergewöhnliches:

“While large-scale bird die-offs are always a concern, they are not that unusual. Over the past 10 years there have been over 175 wild bird mortality events reported to the NWHC exceeding 1,000 birds. Infectious disease, weather, poisoning, trauma, starvation are just some of the causes for these large scale mortality events.”

Also übersetzt:

“Während große Massensterben bei Vögeln immer besorgniserregend sind, sind sie nicht unüblich. In den letzten 10 Jahren gab es über 175 Ereignisse bei denen mehr als 1000 Vögeln gestorben sind und die dem NWHC gemeldet wurden. Infektionskrankheiten, Wetter, Vergiftungen, Trauma oder Hunger sind nur einige der Gründe für diese Massensterben.”

8 dieser Ereignisse haben übrigens 2010 stattgefunden – damals anscheinend kein Grund für hysterische Medienberichte.

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Im USGS National Wildlife Health Center werden Vögel untersucht (Bild: Allison Klein, U.S. Geological Survey)

Man kann sich das ganze auch im Detail ansehen. Hier sind alle aktuellen Tiersterben in den USA aufgelistet; komplett mit jeweiliger Ursache. Und wer nicht glauben will, dass die Ereignisse dieses Jahres nichts Außergewöhnliches sind, kann sich auch die Berichte vergangener Jahre ansehen; sie reichen bis 1995 zurück. Im März 1996starben beispielsweise 7000 Enten an durch einen Sturm ausgelösten Traumata. Im August 1999 gab es tausende tote Krähen durch einen Virus und im Januar 2010 sind über tausend Pelikane verhungert. Beispiele gibt es noch zuhauf – Tiere sind eben Lebewese und Lebewesen sterben. Und gerade bei Vögel die sich in Schwärmen aufhalten, stirbt dann eben nicht nur ein Vogel sondern gleich ein ganzer Haufen.

Das gilt besonders für Zugvögel. Die Arbeit “Weather-related mass-mortality events in migrants” von Ian Newton hat da viele interessante Details. Für Zugvögel ist nicht nur das Wetter ein Problem sondern auch große Gebäude, Strommasten oder ähnliches. Normalerweise fliegen sie da zwar weit drüber – aber wenn das Wetter schlecht ist, müssen sie tiefer fliegen und dann wirds problematisch:

“Even greater losses have been associated with the tall masts used for radio, television and mobile phone transmission, especially in North America. Along with tall buildings and ceilometers (light beams for measuring cloud height which attract birds which then collide with nearby buildings), these towers kill many migrant birds (mainly by collision), especially those flying at night (e.g. Tordoff & Mengel 1956, Brewer & Ellis 1958, Taylor & Anderson 1973, Weir 1976, Avery et al. 1977, 1978, Lid 1977, Crawford
1978, 1981, Kemper 1996, Kerlinger 2000). In North America in the 1970s, an estimated 1.3 million migrants were killed in this way each year (Banks 1979). By the year 2000, tower numbers had increased roughly four-fold, as had the associated death toll, reaching an estimated 4-5 million birds per year,”

Jedes Jahr sterben also allein in Nordamerika Millionen Vögel durch Kollisionen mit solchen Objekten!

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Im USGS National Wildlife Health Center werden Vögel untersucht (Bild: Allison Klein, U.S. Geological Survey)

Tiere sterben. Immer wieder und oft auch in großen Mengen. Das ist vielleicht manchmal tragisch – aber die Welt ist eben nicht immer nett zu denen, die auf ihr Leben. An den Vorfällen, die Anfang des Jahres stattgefunden haben ist nichts, was die ausführliche und hysterische Behandlung in den Medien rechtfertigen würde. Und an diesen Vorfällen war auch nichts “mysteriös”, wie oft immer wieder behauptet wird. Die Todesfälle in Arkansas die die ganze Geschichte ausgelöst haben, sind untersucht worden:

“The State concluded that such trauma was probably a result of the birds being startled by loud noises on the night of Dec. 31, arousing them and causing them to fly into objects such as houses or trees. Scientists at the USGS NWHC performed necropsies–the animal version of an autopsy–on the birds and found internal hemorrhaging, while the pesticide tests they conducted were negative.”

Der Vogelschwarm ist also durch laute Geräusche aufgeschreckt worden und die verwirrten Vögel sind dann gegen Häuser, Bäume, etc geflogen. Das wird auch durch die medizinischen Untersuchungen bestätigt die innere Verletzungen zeigen. Auch für die diversen anderen Fälle die durch die Medien gegangen sind, gibt es Erklärungen. In Rumänien starben die Vögel an einer Vergiftung. Auch die Vögel in Lousiana wiesen innere Verletzungen auf die auf ein Trauma zurückzuführen sind. Wie gesagt: tote Vögel sind – leider – nichts unübliches. Fazit: Es gibt kein “mysteriöses Vogelsterben”. Es gibt jede Menge Ereignisse die nichts mit einandern zu tun haben und die auch nicht außergewöhnlich sind. An der ganzen Geschichte ist nichts dran, dass “aufgeklärt” werden muss.

Das ändert natürlich nichts daran, dass diverse Spinner sich irre Theorien ausdenken. Die amerikanische “Prophetin” Cindy Jacobs weiß, dass die Schwulen für das Tiersterben verantwortlich sind. Sorcha Faal (wer das auch sein mag) meint, dass giftige Wolken aus dem Weltraum die Tiere umgebracht haben. Und – als Niederösterreicher freut mich das besonders! – sogar St. Pölten hat eine eigene Verschwörungstheorie entwickelt: überall auf den Strassen findet man geheimnisvolle weiße Flecken! Ok, das sind nur die üblichen Kaugummis – aber in der allgemeinen Hysterie haben die St. Pöltner das gleich mit den toten Vögeln in Verbindung gebracht. Dem Drang der Menschen, überall Geheimnis, Verschwörung und Mysterium zu sehen kann man wohl nichts entgegen setzen…


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Kommentare (65)

  1. #1 Eddy
    20. Januar 2011

    Die Leute des Wildlife Health Center denken also nicht, dass die Vögel sich beim Herunterfallen alle Knochen gebrochen haben, wie Floh 2.0 in einem Anfall von Genie anmerkte.

    Zur obigen Erklärung darf man aber nicht vergessen, dass weltweit Abertausende solcher Feuerwerke stattfinden ohne dass Vögel vom Himmel fallen.

    Man darf auch keineswegs Jürgen Banscherovs “Kaugummiverschwörung” ausser Acht lassen. 😉 http://www.lesequiz.ch/ZKL/351/351.htm

  2. #2 Florian Freistetter
    20. Januar 2011

    @Eddy; “Zur obigen Erklärung darf man aber nicht vergessen, dass weltweit Abertausende solcher Feuerwerke stattfinden ohne dass Vögel vom Himmel fallen.”

    Ja und? Nicht bei jedem Feuerwerk sind Vogelschwärme anwesend. Nicht jedesmal, wenn Vögel aufgeschreckt werden fliegen sie auch wo dagegen.

    Es sterben auch nicht bei jedem Autounfall Menschen. Was aber nicht heisst, dass Menschen dabei nicht sterben können.

  3. #3 Mithos
    20. Januar 2011

    Die haben wirklich die eingetretenen Kaugummis für gefährlich gehalten?

    Ach du heiliges Spaghettimonster, Batman! *kicher*

  4. #4 Dorn
    20. Januar 2011

    In Niederösterreich sind geheimnissvolle weisse Flecken ?.? Gibts die nur in St.Pölten, weil bei uns seh ich jetzt nix mysteriöses. Gut ich könnt denen sehr viele geheimnissvolle Flecken zeigen, von denen ich allerdings ned wirklich wissen will was das für Dreck ist. (Ich würd aber mal die Hundebesitzer fragen und Silvester liegt auch nicht al zu lang zurück)

  5. #5 Kuchlbacher Rudolf
    20. Januar 2011

    Dem Drang der Menschen, überall Geheimnis, Verschwörung und Mysterium zu sehen kann man wohl nichts entgegen setzen…

    Doch – nämlich genau so etwas wie deine Arbeit hier!!

  6. #6 Florian
    20. Januar 2011

    Also in Deutschland würde man “weiße Flecken auf der Straße” wohl Trennstreifen oder auch “Fahrstreifenbegrenzung” nennen 😉

  7. #7 Tom
    20. Januar 2011

    Oder Taubenkot! 😀

  8. #8 Lichtecho
    20. Januar 2011

    Das Thema massenhafter Vogeltot wird auch in dem Buch “Das Ende der Nacht” http://www.science-shop.de/artikel/1009466 ausführlich beschrieben. Vögel verhalten sich nämlich ähnlich wie Insekten: Wenn sie nachts ziehen und es kommt schlechtes Wetter auf oder der Gegenwind zwingt sie zur Landung, dann neigen sie dazu Lichtquellen anzufliegen. Historisch sehr gut untersucht ist das für den Leuchtturm auf Helgoland, wo bei schlechten Wetter die Zugvögel dutzendweise gegen den Turm knallen. Neuere Untersuchungen liegen für Offshore-Windanlagen und den perverse Lichtkünstlertraum Post-Tower in Bonn vor. Letzterer tötet in einer Zugsaison locker so viele Vögel wie der Vorfall an Silvester in den USA – völlig unbemerkt von den Hypemedium Spiegel Online. Das Qualitätsmedium Deutschlandradio hingegen bietet hier einen interessanten Beitrag über die Forschungen zum Vogelschlag am Post Tower: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/962254/

  9. #9 isa
    20. Januar 2011

    @lichtecho

    Historisch sehr gut untersucht ist das für den Leuchtturm auf Helgoland, wo bei schlechten Wetter die Zugvögel dutzendweise gegen den Turm knallen.

    daran ist doch sicher HAARP schuld, oder?? ;-)))

  10. #10 Hier sprrricht Doktor Müller
    20. Januar 2011

    Danke Florian für Deine ganzen Artikel-

    Ich glaub leider nicht, das diese wissenschaftlichen Fakten die Panikmacher und deren Anhänger irgendwie zum Nachdenken anregen wird.Die einen verdienen Geld mit der Angst die anderen brauchen eben diese Untergangsszenarien um irgendwie die Leere in ihrem eigenen Leben zu kompensieren.

    Ich seh schon wie Herr Broers eifrig an einem neuen Vortrag bastelt um zu belegen,dass sein Sonnensynchronisationsstrahl bewiesen ist und jetzt die ersten Vögel vom Himmel fegt ;o)

  11. #11 Lichtecho
    20. Januar 2011

    @isa: Mit “historisch” meinte ich die vor HAARP-Ära 😉

  12. #12 isa
    20. Januar 2011

    @lichtecho:
    ok 😀

  13. #13 Enssen
    20. Januar 2011

    @Florian:
    Danke für die Aufklärung

    @Noch’n Flo: In letzter Zeit fällt die Häufung “böser” Kommentare auf. Warum ? Interessante Frage. Erfinden wir doch schöne Verschwörungstheorien zur Begründung ! xD
    Nunja, wahrscheinlich hat einfach Bernd eine neue Seite entdeckt oder ein Paar “kreative” Esos denken, sie könnten damit dem Ruf der Seite schädigen. In beiden Fällen: Tja, Ätsch! Klappt net

  14. #14 Mela
    21. Januar 2011

    Es ist ja irgendwie nichts Neues, dass alles ängstigt was überraschend auftritt und viele betrifft. Hart gesagt, bewegt die Menschen ein Erdbeben bei dem Zehntausende sterben mehr, als ein Erdbeben bei denen es nur fünf Unglückliche erwischt.

    Davon abgesehen.. massenhaft vergiftete Vögel würden mich schon beunruhigen.

  15. #15 Muddi & theBlowfish
    21. Januar 2011

    @Mela:
    Ssssssswaaar aber ein schöhööner Tod (von den vergifteten Vögeln in Rumänien)
    di sinn anner Allohooolvergiftung gestorben, weil sie Trester, also Abfälle, die bei der Weinherstellung anfallen, gefressen haben.

  16. #16 sundance
    21. Januar 2011

    Jawohl. Das hab ich mir ja schon gedacht, das die liebe Wissenschaft für das unerklärliche Tieresterben eine vernünftige Erklärung finden wird. Und noch dazu so eine einfache. Ja sicher. 😉 Dümmer gehts ja nicht mehr.

  17. #17 Bullet
    21. Januar 2011

    für welches “unerklärliche” Vogelsterben?
    Wie kannst du glauben, sowas müsse “unerklärlich” sein?
    Weil du es dir so wünschst?
    Dümmer gehts ja nicht mehr.

  18. #18 Marco
    21. Januar 2011

    Kein schlechter Artikel, ohne Frage. Konnte man allerdings in nicht allzu unterschiedlicher Form bereits vor Tagen z.B. auf der “Wissen” Seite der SZ nachlesen. Auch im Internet unter http://www.sueddeutsche.de/wissen/raetselhaftes-vogelsterben-vom-himmel-gefallen-1.1047651

  19. #19 agt
    21. Januar 2011

    Die Antworten auf der Suche nach der Erklärung für ein unerklärliches Mysterium lieferten Religionen. Das scheint der leichtere Weg zu sein. Die Menschen wollen (es) entweder glauben oder töten – leider auch heute noch.

  20. #20 S.S.T.
    21. Januar 2011

    @Marco

    Vogelsterben sind nun mal nichts Ungewöhnliches. Punkt. Entsprechende Links dazu fanden sich ja schon in Florians erstem Artikel bzw. den Kommentaren dazu.

    Hier nochmal der wichtige Link dazu aus dem obigen Artikel, falls ihn jemand überlesen hat:
    http://www.nwhc.usgs.gov/mortality_events/ongoing.jsp
    Dort wird alles so gut wie möglich erklärt, vor allem sieht man dort genau, dass solche Ereignisse quasi an der Tagesordnung sind. (Nicht für legasthenische, sonnentanzende VT’ler geeignet.)

  21. #21 zottel
    21. Januar 2011

    Ah! Danke für die Aufklärung. Also doch kein außergewöhnliches Ereignis.
    Die Erklärung, die Vögel seien „wahrscheinlich“ vom Feuerwerk aufgeschreckt worden, ist zwar nicht besonders befriedigend, aber mit hundertprozentiger Sicherheit wird die Ursache wohl nicht festzustellen sein.

  22. #22 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @zottel: “Die Erklärung, die Vögel seien „wahrscheinlich“ vom Feuerwerk aufgeschreckt worden, ist zwar nicht besonders befriedigend, “

    Naja – die Realität ist halt wie sie ist, egal ob wir sie nun spannend oder befriedigend finden…

    Und wenn dort in der besagten Nacht Leuten große Knallerei gehört haben und dann am nächsten Tag lauter tote Vögel mit Trauma und inneren Verletzungen rumliegen, dann ist das natürlich kein absoluter Beweis. Aber den gibts in der Wissenschaft sowieso nicht. Und es ist wesentlich vernünftiger Ockhams Razor zu verwenden und von der einfachsten Ursache auszugehen (von der man außerdem weiß dass sie eine häufige Todesursache für Vögel ist) anstatt sich irgendeinen mysteriösen Verschwörungskram auszudenken… 😉

  23. #23 Claus
    21. Januar 2011

    Sorry, aber der die Überschrift des Artikels ist grob irreführend

    Aufgeklärt wird hier gar nichts. Ich glaube auch nicht an Erich von Däniken und Maya-Weltuntergangstheorien. Aber einfach nur zu schreiben es könnte eine ganz einfache Erklärung geben – und dann mal einfach munter scheinbare Erklärungen durcheinander zu mixen: z.b. die Gesamtzahl von Vögel, die in einem Jahr an Viren verenden oder Krankheiten verendet sind in Bezug zu setzen zu einem Schwarm, der gleichzeitig an einer Stelle einfach vom Himmel fiel – sorry, aber
    das ist ja wohl auch das gegenteil einer schlüssigen Argumentationskette. Das ist krude

  24. #24 S.S.T.
    21. Januar 2011

    @Claus

    Was ist hier
    http://www.nwhc.usgs.gov/mortality_events/ongoing.jsp
    krude? (“krude” hat übrigens gute Chancen zum Unwort des Jahres 2011 zu werden.)

    Dummerweise sind einfache Erklärungen im Regelfall die richtigen. Aber Du hast sicherlich bessere parat. Lass ‘uns’ doch einfach mal davon hören! ‘Wir’ sind mehr als nur gespannt auf Deine Thesen!

  25. #25 Bullet
    21. Januar 2011

    Taschentücher: bereit.
    Glasrein: bereit.

  26. #26 Mell
    21. Januar 2011

    Es gibt auch noch eine ganz andere Erklärung:
    http://twitter.com/bedheadblonde/status/23028148606074880#
    So long, and thanks for the birds!

  27. #27 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @Claus: “Sorry, aber der die Überschrift des Artikels ist grob irreführend Aufgeklärt wird hier gar nichts”

    Warum? Es geht um die Aufklärung des “mysteriösen Vogelsterbens”. Und ich kläre das insofern als dass ich zeige, dass es ein “mysteriöses Vogelsterben” nicht gibt weil an der Sache nichts mysteriös ist.

    “z.b. die Gesamtzahl von Vögel, die in einem Jahr an Viren verenden oder Krankheiten verendet sind in Bezug zu setzen zu einem Schwarm, der gleichzeitig an einer Stelle einfach vom Himmel fiel – sorry, aber das ist ja wohl auch das gegenteil einer schlüssigen Argumentationskette. Das ist krude “

    Es ist kein Schwarm “einfach vom Himmel gefallen”. Es gibt Gründe. Und Zweck dieses Artikels war es zu zeigen, dass Vögel eben auf viele Arten und Weisen zu Tode kommen können und das sowas ständig passiert. Mal durch Krankheiten, mal durchs Wetter oder eben wie Neujahr mal durch Traumata. Wo ist denn nun das Problem?

  28. #28 Thilo
    21. Januar 2011

    Es geht um die Aufklärung des “mysteriösen Vogelsterbens”.

    Hmm, es wird doch aber tatsächlich nicht das Vogelsterben aufgeklärt, sondern es werden nur die Leser darüber aufgeklärt, daß solche Voglesterben häufiger vorkommen und daß es dafür alle möglichen Gründe geben kann.

    Wenn die Polizei sagt, sie hätte einen Mord aufgeklärt, erwartet man ja eigentlich auch ein besser mehr als die Mitteilung, daß Verbrechen nichts mysteriöses sind :-)

  29. #29 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @Thilo: “Hmm, es wird doch aber tatsächlich nicht das Vogelsterben aufgeklärt,”

    Es wird vor allem einmal erklärt das es “DAS Vogelsterben” nicht gibt. Sondern das immer wieder Vögel auf verschiedenste Arten und Weisen sterben die nichts miteinander zu tun haben. Ich habe erklärt, was der Grund für ein paar dieser Ereignisse war – aber ich kann ja kaum ALLE Ereignisse erklären. Das würde 1) keinen Sinn machen weils hier um was ganz anders geht und 2) gibts dafür ja die Links.

    Dein Polizeivergleich hinkt; wenn dann vielleicht so: überall auf der Welt sterben immer wieder Menschen. Die Medien schreiben von “Mysteriösen Mordfällen”. Und die Polizei klärt sie auf indem sie zeigt, dass die Menschen einfach alle an Altersschwäche, Krankheiten und Unfällen gestorben sind und es keine “mysteriösen Mordfälle” gibt.

  30. #30 Thilo
    21. Januar 2011

    Die Medien schreiben von “Mysteriösen Mordfällen”. Und die Polizei klärt sie auf indem sie zeigt, dass die Menschen einfach alle an Altersschwäche, Krankheiten und Unfällen gestorben sind und es keine “mysteriösen Mordfälle” gibt.

    “alle”? Ab und zu gibt es schon wirkliche Mordfälle. Und die Zahl an Mordfällen, die nicht also solche erkannt werden, weil der Arzt sich beim Ausstellen des Totenscheins nicht viel Mühe gab, soll gar nicht so niedrig sein, seriöse Quellen spekulieren von 50% der Tötungsdelikte, wenn keine äußeren Verletzungen erkennbar sind. (Womit ich natürlich nicht unterstellen will, daß auch die Vögel in Louisiana einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sind. In der Hinsicht ist das Ergebnis der Nekropsie ja wohl eindeutig.)

  31. #31 Thilo
    21. Januar 2011

    PS: Zumindest in South Dakota handelt es sich offenbar doch um ein Tötungsdelikt: http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2011/01/weitere-ursachen-fur-das-vogelsterben.php

  32. #32 Bullet
    21. Januar 2011

    Huha. Das ist das erste Mal, daß ich hier lese, das Töten von Tieren wäre ein Delikt. Aber diese – im Übrigen in meiner Auffassung völlig korrekte – Bezeichnung ist wahrscheinlich ein bedauerlicher Einzelfall.

  33. #33 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @Thilo: Ich glaube nicht, dass Polizei/Mord-Analogien hier viel bringen..

    Das um das es geht war einfach nur, dass es kein “mysteriöses Vogelsterben” gibt weil die toten Vögel weder ein besonderes Ereignis sind, noch ein mysteriöses Ereignis. Es gibt also nichts, das einer Aufklärung bedarf und insofern ist das “mysteriöse Vogelsterben” aufgeklärt.

  34. #34 Thilo
    21. Januar 2011

    Es gibt also nichts, das einer Aufklärung bedarf und insofern ist das “mysteriöse Vogelsterben” aufgeklärt.

    Huh, das nennt man Dialektik :-)

  35. #35 maldummfragt
    21. Januar 2011

    Mich würde gerade das Vogelsterben durch ein Trauma interssieren. Ein Trauma ist doch aufgrund eines Schrecks oder wie auch immer ausgelöst erstmal eine Art Fehlschaltung im Kopf? Ein Tauma ist doch wie ein vorübergehender Zustand? Kann ein Trauma sofort zum Tod führen und das gleichzeitig bei allen? Ein Schreck kann bei herzschwachen Menschen z.B. im schlimmsten Fall zum Tode führen, aber nur sehr selten. Aber ein Trauma ist ein Prozess. Oder weiß ich das falsch oder nicht vollständig?

  36. #36 Thilo
    21. Januar 2011

    Gemeint ist wohl, daß die Vögel so erschreckt wurden, daß sie gegen ein Hindernis geflogen sind.

  37. #37 Eddy
    21. Januar 2011

    @Florian

    Du schreibst:

    Ja und? Nicht bei jedem Feuerwerk sind Vogelschwärme anwesend. Nicht jedesmal, wenn Vögel aufgeschreckt werden fliegen sie auch wo dagegen.
    Es sterben auch nicht bei jedem Autounfall Menschen. Was aber nicht heisst, dass Menschen dabei nicht sterben können.

    Ich habe selbst erlebt, dass Vögel bei den ersten Knallern eines Feuerwerks scharenweise aufgeschreckt worden sind. Das passiert aber dauernd. Man müsste also eine deutliche Häufung von solchen Ereignissen zu Sylvester finden. Die meisten Vögel scheinen sich in der “Dunkelheit” einer Stadt aber sehr gut zurecht zu finden. Ein Feuerwerk allein kann m.E. kaum als Erklärung dienen.

    Was wäre wenn ein Feuerwerkskörper innerhalb eines Vogelschwarms explodiert?

    Ich finde die offizielle Erklärung unbefriedigend. Wogegen sind die Vögel denn geflogen?

    Ein Teil der Vögel die man kürzlich fand wurden offenbar vergiftet:

    http://www.huffingtonpost.com/2011/01/20/hundreds-of-dead-birds-in_n_811709.html

  38. #38 michael
    21. Januar 2011

    The State concluded that such trauma was probably a result of the birds being startled by loud noises on the night of Dec. 31, …

    “War möglicherweise das Ergebnis …” also reine Spekulation und sonst gar nichts.

  39. #39 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @Eddy: “Ich finde die offizielle Erklärung unbefriedigend”

    Tja, Erklärungen sind aber nicht dazu da um dich zu befriedigen. Nur weils dir nicht spannend genug ist, muss es noch lang nicht falsch sein.

    “Ein Teil der Vögel die man kürzlich fand wurden offenbar vergiftet”

    Ja, wurden sie. Kann man auch bei SB nachlesen. http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2011/01/weitere-ursachen-fur-das-vogelsterben.php Aber genau um das gehts ja: diese ganzen Ereignisse haben nichts miteinander zu tun und es gibt immer verschiedene Ursachen. EInmal sind Vögel wo gegen geflogen. Ein andern Mal waren sie krank. Und einmal wurden sie halt gezielt vergiftet damit sie nem Bauern nicht das Feld zukacken. Sowas passiert ständig und es gibt keinen Grund, daraus irgendeine Verschwörungstheorie oder ein Mysterium zu basteln.

  40. #40 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @michael: “also reine Spekulation und sonst gar nichts. “

    Tja, da niemand zugesehen hat, was passiert ist, kann mans halt nicht exakt sagen. Das ist aber weit entfernt von “reine Spekulation”. Es ist ja nicht das erste Mal, das Vögel auf diese Art und Weise ums Leben kommen. Und sämtliche Belege sprechen dafür, dass genau das (in diesem speziellen Fall) wieder passiert ist.

  41. #41 S.S.T.
    21. Januar 2011

    @Eddy

    Aus Deinem Link:

    According to The AP, mass animal deaths are not a rare occurrence.

    Aus anderen Links, s.o.: Die Gründe können nun mal sehr unterschiedlich sein, eine einheitliche Ursache gibt es eben nicht.

    Universelle Gründe gibt es nur bei VT’lern (HAARP, Polsprung etc.), Kreisler (Gehn wir Taubenvergiften im Park) oder in der Presse (Blau eingefärbte Getreidekörner im Magen einer toten Taube = Blausäurevergiftung (kein Witz!)).

  42. #42 Thilo
    21. Januar 2011

    Also, “sämtliche Belege” ist jetzt aber sehr übertrieben und das behauptet die oben zitierte Quelle ja auch gar nicht. Sicher belegt ist lediglich, daß die Vögel in Arkansas an inneren Blutungen gestorben sind – höchstwahrscheinlich also irgendwogegen geflogen. Daß dies durch das Silvesterfeuerwerk ausgelöst wurde, ist bestenfalls eine plausible Spekulation.
    BTW: habe ich die Quelle für das Arkansas-Zitat (“The state concluded …”) übersehen oder wo stammt die her?

  43. #43 Florian Freistetter
    21. Januar 2011

    @Thilo: “Also, “sämtliche Belege” ist jetzt aber sehr übertrieben “

    Dann ersetze “Belege” durch “Indizien”. Wenn man Hufgeklapper hört, dann sollte man zuerst an Pferde denken und nicht an Zebras. Wenn man tote Vögel mit Traumatas findet und das in der Silvesternacht UND wenn man weiß, dass regelmäßig Vögel durch solche Traumatas sterbern weil sie im Schlaf aufgeschreckt werden und dann verwirrt wo gegen fliegen UND wenn Leute in der besagten Gegend und der besagten Nacht Böller gehört haben… dann darf man ruhig auch mal von der plausibelsten Ursache ausgehen anstatt Verschwörungen zu konstruieren. Das man das Ereignis nicht mit 100%iger Sicherheit aufklären kann ist eine triviale Feststellung. Absolute Sicherheit gibts nirgends. Mathematik mal ausgenommen.

    Ist es echt so enorm schwer zu verstehen, worum es mir in dem Artikel geht??

  44. #44 Thilo
    21. Januar 2011

    Ich hab übrigens inzwischen die Quelle für das Zitat gefunden: http://www.usgs.gov/newsroom/article.asp?ID=2677 (ist ja nicht so schwer mit Google).
    Der vollständige Absatz:

    Preliminary findings from the USGS National Wildlife Health Center’s Arkansas bird analyses suggest that the birds died from impact trauma, and these findings are consistent with the Arkansas Game and Fish Commission’s statement. The State concluded that such trauma was probably a result of the birds being startled by loud noises on the night of Dec. 31, arousing them and causing them to fly into objects such as houses or trees. Scientists at the USGS NWHC performed necropsies—the animal version of an autopsy—on the birds and found internal hemorrhaging, while the pesticide tests they conducted were negative. Results from further laboratory tests are expected to be completed in 2-3 weeks.

    (Der letzte Satz fehlt oben im Zitat.)
    Also: das Vogelsterben wird (hoffentlich) in 2-3 Wochen aufgeklärt werden.

  45. #45 S.S.T.
    21. Januar 2011

    @Thilo

    Solche Todesermittlungssachen sind nun mal höchst aufwändig und kostenintensiv. Für ein völlig normales Ereignis wirft Niemand gerne ein paar 1.000 € aus dem Fenster. Die Priorität liegt ferner ganz, ganz weit hinten. Nun ja, vielleicht nicht ganz, denn außer Vögeln haben solche Institute sowieso nichts zu tun.

  46. #46 Thilo
    21. Januar 2011

    Nana, keine Zweideutigkeiten bitte.

  47. #47 noch'n Flo
    21. Januar 2011

    @ maldummfragt:

    “Trauma” ist in der Medizin ein sehr weiter Begriff. Er kann ein mentales oder psychisches Trauma genauso beschreiben, wie ein körperliches – also eine oder mehrere Verletzungen (bei letzterem spricht der Mediziner dann vom “Polytrauma”).

  48. #48 noch'n Flo
    21. Januar 2011

    @ FF:

    Wenn man Hufgeklapper hört, dann sollte man zuerst an Pferde denken und nicht an Zebras.

    Das Grundprinzip in der Medizin: immer erst einmal an das Naheliegenste denken. Wenn man dieses dann irgendwann einmal sicher ausschliessen kann, darf man gerne auch an all die exotischen Krankheiten denken, die man noch so aus dem Studium kennt.

    Aber eben erst, wenn das Hochwahrscheinliche sicher ausgeschlossen wurde.

  49. #49 Thilo
    21. Januar 2011

    @ noch’n Flo:
    Das erklärt dann wohl auch die geschätzt 50% falsch ausgestellten Totenscheine :-)

  50. #50 noch'n Flo
    21. Januar 2011

    @ Thilo:

    Das erklärt dann wohl auch die geschätzt 50% falsch ausgestellten Totenscheine

    Nö, die sind durch falsch verstandene Pietät gegenüber den trauernden Angehörigen bedingt…

  51. #52 Claus
    22. Januar 2011

    @S.S.T.

    Ich habe keine Erklärung. Aber anders als die Überschrift das suggeriert, habe ich das nie behauptet.
    Und als krude habe ich die vielfältigen Ursachen von Vogelsterben genannte, sondern einen Zusammenhang zwischen unterschiedlichsten Ursachen zu ziehen – beispielsweise zwischen Virenerkrankungen und plötlichem Vom-Himmel-Fallen.
    Ich könnte auch den Rest des ersten Postings nochmal wiederholen und erklären.
    Aber vermutlich liest Du denn ebenfalls nicht.

    @Florian Freistetter,
    Der Kommentar von Thilo sagt genau noch einmal, was ich bereits vorher schrieb. Zu sagen, welche Erklärung es nicht ist, ist selbst noch keine Aufklärung.
    (Und nochmal: Ich glaube auch, dass es biologisch erklärbare Ursachen gibt, aber ich kenne sie nicht und darum kann ich auch nichts aufklären – ebensowenig wieder jeder andere, der nur weiß, was es nicht sein könnte)

    Und: Der Schwarm ist vom Himmel gefallen. Fakt. Punkt. Nicht diskutierbar.
    Diskutierbar sind nur die Gründe.

  52. #53 Florian Freistetter
    22. Januar 2011

    @Claus: “Zu sagen, welche Erklärung es nicht ist, ist selbst noch keine Aufklärung”

    Aber festzustellen, dass es nichts gibt, dass einer Aufklärung bedarf.

    “Der Schwarm ist vom Himmel gefallen. Fakt. Punkt. Nicht diskutierbar”

    Ach so? Du weisst also absolut sicher, hunderprozentig, faktig-punktig, dass da ein Schwarm geflogen und dann “vom Himmel gefallen” ist? Das die Vögel alle am Boden rumgesessen sind, aufgescheucht wurden und dann wo dagegen geprallt sind ist also absolut ausgeschlossen? Wenn ja, mit welcher Begründung? Oder fällt das für dich unter “Schwarm vom Himmel gefallen”?

    “Und als krude habe ich die vielfältigen Ursachen von Vogelsterben genannte, sondern einen Zusammenhang zwischen unterschiedlichsten Ursachen zu ziehen”

    Es gibt keinen Zusammenhang!! Ist mein Artikel so kompliziert und unverständlich formuliert? Ich habe NIRGENDWO behauptet, dass, Vögel wegen Virenerkrankungen vom Himmel fallen. Ich habe allerdings aufgezeigt, dass es VIELE VERSCHIEDENE Arten gibt, auf die Vogelschwärme zu Tode kommen können. Und dass all diese Arten immer wieder realisiert werden. Und das es daher nichts bringt, all die einzelnen Ereignisse in einen Zusammenhang zu setzen wie das die Medien getan haben. Das es also kein “mysteriöses Vogelsterben” gibt, dass aufgeklärt werden muss.

  53. #54 Alex
    22. Januar 2011

    Das um das es geht war einfach nur, dass es kein “mysteriöses Vogelsterben” gibt weil die toten Vögel weder ein besonderes Ereignis sind, noch ein mysteriöses Ereignis.

    Und wer entscheidet, was ein besonderes Ereignis ist? Du? Ich würde sagen, die Menschen vor Ort in Arkansas dürften das etwas anders sehen – auch wenn vergleichbare Dinge im Jahr zuvor sagenhafte achtmal in einem knapp zehn Millionen Quadratkilometer großen Land passiert sind.

    “Mysteriös” bedeutet laut Duden übrigens zunächst einmal “seltsam und unerklärlich”. Und genau das war das Vogelsterben am Anfang für die meisten Menschen auch (bzw. es ist noch immer nicht endgültig geklärt).

  54. #55 BreitSide
    22. Januar 2011

    Alex:

    wenn vergleichbare Dinge im Jahr zuvor sagenhafte achtmal in einem knapp zehn Millionen Quadratkilometer großen Land passiert sind.

    Falsch.

    Nicht “passiert”, auch nicht “bemerkt”, sondern “publiziert”. Das ist ein riesiger Unterschied.

  55. #56 Rainer Massmann
    22. Januar 2011

    @Florian:
    Auch wenn ich etwas spät dran zu sein scheine, hätte ich doch noch ein paar Anmerkungen:

    Gibt es eigentlich zwischen

    @Claus: “Zu sagen, welche Erklärung es nicht ist, ist selbst noch keine Aufklärung”
    Aber festzustellen, dass es nichts gibt, dass einer Aufklärung bedarf.

    und den auflaufenden Verschwörungstheorien auch noch Grautöne, wie ich sie von kritischen Rationalisten eigentlich erwarte?

    Ich finde sehr wohl, dass es etwas gibt, das einer Aufklärung bedarf. Selbstverständlich haben die vielen Ereignisse sterbender Tiere rund um den Globus nichts, rein gar nichts miteinander zu tun. Viele lassen sich einfach erklären bzw. wurden mittlerweile aufgeklärt, und die Gründe können äusserst vielfältig sein. Für Verschwörungstheorien ist daher definitiv kein Platz (muss man das eigentlich in diesem Blog extra betonen?), da gehe ich völlig d’accord mit Dir. Aber zu behaupten, dass auch die einzelnen Massensterben deshalb keiner Aufklärung bedürfen, ist riesiger Quatsch. Warum wohl sonst sammelt das USGS solche Vorfälle? Um der Ursache jedes einzelnen solchen Massensterbens, besonders aber derer, wo viele Tiere in kurzer Zeit auf kleiner Fläche zu Tode kommen, auf den Grund gehen zu können und befriedigende Erklärungen zu finden, würde ich mal vermuten.

    Nehmen wir mal das grösste Ereignis der letzten Wochen aus dem 5000-Einwohner-Städtchen Beebe, Arkansas, das den ganzen Hype ausgelöst hat. Rund 3000 (oder 5000, je nach Quelle) Vögel sind in einer einzigen Nacht auf einer Fläche von 1-2 km Durchmesser gestorben. Auf den Aufnahmen von dort sieht man keine Hochhäuser o.ä., gegen die die Vögel geflogen sein könnten. Manche lagen tot auf den Dächern der niedrigen ortstypischen Holzhäuser, andere anscheinend weit ab von den Gebäuden, mitten auf der Strasse. In der Nacht, als es geschah, gab es keinen Hagel (wohl aber davor und danach). Diese besonderen Umstände scheinen mir allerdings sehr ungewöhnlich zu sein – und genau deshalb hat genau dieses Ereignis soviel mediale Aufmerksamkeit erzielt, im Gegensatz zu Dutzenden anderer Massensterben der letzten Jahre, die aber sicher in den meisten Fällen nicht so merkwürdig waren. Die Auflistung der USGS liefert bei weitem zu wenig Details, um diesen Fall dort im Vergleich zu anderen Fällen einzuordnen. Nun gar zu behaupten, dieser Vorfall sei nicht erklärungsbedürftig, weil es immer wieder zu Massensterben durch Krankheiten oder Vergiftungen kommt, oder weil mancherorts Vögel gegen Hochhäuser fliegen, oder, noch besser, weil “Lebewesen sterben” – das fände ich allerdings auch krude (oder welches Wort auch immer in 2011 noch unbelastet ist)!

    Keine Veschwörungstheorien – da sind wir uns doch absolut einig. Vielleicht muss man von einer sehr seltsamen Verkettung unglücklicher Umstände bei dem Vorfall in Beebe ausgehen. Vielleicht wurden wirklich, wie Eddy oben bereits vorschlug, Silvesterraketen in einen aufgescheuchten, im Dunklen über den Ort hinfliegenden Schwarm direkt hineingeschossen. Sehr unwahrscheinlich, kaum zu beweisen, würde aber zu den besonderen Umständen dieses einen Vogelsterbens passen.

    In jedem Fall finde ich zumindest das Ereignis in Beebe sehr merkwürdig, und es weckt meine “wissenschaftliche” Neugier. Wenn Du gewissermassen behauptest, dazu gäbe es keinen Grund, dann schiesst Du erheblich übers Ziel hinaus.

    Rainer

  56. #57 Florian Freistetter
    22. Januar 2011

    @Alex: “Und wer entscheidet, was ein besonderes Ereignis ist? Du? Ich würde sagen, die Menschen vor Ort in Arkansas dürften das etwas anders sehen – auch wenn vergleichbare Dinge im Jahr zuvor sagenhafte achtmal in einem knapp zehn Millionen Quadratkilometer großen Land passiert sind. “

    Für die Familie eines Unfallopfers ist ein Autounfall definitiv auch ein “besonderes Ereignis”. Was aber nichts daran ändert das Autounfälle – leider – ständig passieren und quasi “normal” sind. Genauso finden es sicher auch die Leute besonders, die so einen toten Vogelschwarm finden. Was aber nichts daran, dass Vögel ständig sterben und das “normal” ist. Wo ist das Problem?

    “Aber zu behaupten, dass auch die einzelnen Massensterben deshalb keiner Aufklärung bedürfen, ist riesiger Quatsch. Warum wohl sonst sammelt das USGS solche Vorfälle?”

    Das hab ich ja auch nirgends geschrieben. Natürlich sollen sich die Behörden mit solchen Vorfällen beschäftigen und herausfinden, was da abgelaufen ist! Ich habe nur – und ich wiederhole es gerne zum umpfzigsten Mal – festgestellt, dass es keine Verbindungen zwischen den Fällen gibt und dass es deswegen keinen Grund gibt irgendeine globale Ursache wie Chemtrails, Polsprünge, Apokalypse o.ä. zu suchen. Die Medien haben einen glauben gemacht, es gäbe da plötzlich seit Jahresanfang ein mysteriöses globales Tiersterben. Das ist falsch. Mehr will mein Artikel nicht sagen.

  57. #58 Hier sprrricht Doktor Müller
    23. Januar 2011

    Also das Vogelsterben in South Dakota ist jetzt ja wohl komplett aufgeklärt Die Vögel sind vergiftet worden .Thilo postete ja schon weiter oben entsprechenden link.
    Paar Sekunden googeln hilft ansonsten auch.

    Jetzt wird es bald wieder eng für Bild-Zeitung uind anderer Apokalyptiker

  58. #59 S.S.T.
    23. Januar 2011

    Nochmals, solche toxikologischen Untersuchungen können sehr aufwändig und teuer sein und die Ressourcen sind eben nicht unbegrenzt. Wenn Tiere in der Nachbarschaft, egal ob Hunde, Katzen oder Vögel z.B. mit Fraßgiften vergiftet werden, dient die genaue Identifizierung des Wirkstoffs in erster Linie der Neugier eines Ermittlers und ggf. der der Medien. Aufgrund dieser Identifizierung wird sich selten oder nie ein ‘Täter’ ermitteln lassen.

    Man kann derartige Untersuchungen bis zu einem gewissen Punkt als Fingerübung sehen, ab diesem Punkt wird es allerdings auch sehr schnell zu einer Geldverbrennung. Woran die Untersuchungs-Institute ganz gewiss nicht leiden, dann ist das ein Mangel an Aufträgen.

    Zu den “50% falschen Todesursachen” zwei wesentliche Gründe:

    – Die Todesursache wird regelmäßig vom Hausarzt bzw. vom behandelnden Arzt festgestellt und nicht von einem ausgebildeten Leichenbeschauer, der zumindest die gröbsten Klöpse mit links feststellen würde. Herzstillstand ist übrigens eine sehr ‘beliebte’ Todes’ursache’…

    – Die Anzahl der Obduktionen wurde von ‘Oben her’ in den letzten Jahrenden weiter und immer weiter aus Kostengrüden (soweit zum Thema Ressourcen) zurückgefahren. Also selbst wenn der Hausarzt Zweifel an der Todesursache zum Ausdruck bringt, erfolgt noch lange keine Obduktion.

    Vor Jahrzehnten wurde schon gesagt: Wenn auf jedem Grab eines Ermordeten ein Licht leuchten würde, wären die Friedhöfe nachts taghell erleuchtet. Die Zeiten, in denen man tatsächlich auf Friedhöfen um Mitternacht ohne weiteres die Zeitung lesen könnte, rücken immer näher. Aber der Tod von irgendwelchen Vögeln genießt ja soooo eine Priorität.

    @Claus

    Natürlich habe ich Deine Beiträge gelesen. Die Antwort auf Deinen letzten hat Dir bereits @FF gegeben, da brauch ich nichts zu wiederholen.

    Anmerkung: Schriftlich formuliert kommt manches gelegentlich etwas schräg ‘rüber. Sofern Du etwas anderes ausdrücken wolltest, formulier es einfach neu, dann kann man unbelastet über das Neue diskutieren.

  59. #60 Eddy
    25. Januar 2011

    @SST und Florian

    Ich bin mit euch einverstanden, dass Vogelsterben weltweit dauernd vorkommt und meist natürlichen Ursprungs ist.

    Was mich stört, ist dass man dieses Vogelsterben mit dem Feuerwerk in Verbindung bringt ohne jeglichen Beweis dafür, dass das schon irgendwann einmal so ähnlich passiert ist. Sobald man mir die Statistik dazu präsentiert glaube ich es.

    Walsterben korreliert weltweit mit Militärmanövern auf dem Wasser. Und trotzdem gibt es sehr viele skeptische Wissenschaftler zu dem Thema. Und hier sollte einfach so eine simple weltweit einmalige Korrelation als wissenschaftlicher Beweis gelten? Ts ts ….

    Zumindest an Sylvester müsste dieses Phänomen ja leicht weltweit zu beobachten sein …

    Ich habe etwas ähnliches persönlich erst ein einziges Mal erlebt und zwar nach einem Orkan.

    Ich lese jetzt gerade dass historische Wetteraufzeichnungen von einem sehr kalten Winter berichten während dem es so kalt war, dass sogar die Vögel vom Himmel fielen. Diese Berichterstattung wird in dem Buch “Klimageschichte Mitteleuropas …” als Übertreibung deklariert.

    So ist halt Wissenschaft! 😉

  60. #61 Dirk
    27. Januar 2011

    Ja ich denke das man Vogelsterben und andere tierische Todesarten gut erklären kann :-)
    Aber wäre es nicht schön wenn noch etwas unheimliches dran wäre. Das Leben ist doch immer so erklärbar und ich finde die Presse da echt kreativ. Immer wieder versuchen Sie ein wenig Aufregung in unser Leben zu bringen. Ist doch schön oder?
    Danke an die Presse der weiten Welt

  61. #62 the cloked
    30. Januar 2011

    @ Florian Freistetter

    Du schreibst – …”an diesen Vorfällen war auch nichts “mysteriös”, wie oft immer wieder behauptet wird. Die Todesfälle in Arkansas die die ganze Geschichte ausgelöst haben, sind untersucht worden:”

    um dann zu zitieren

    “The State concluded that such trauma was probably a result of the birds being startled by loud noises on the night of Dec. 31, arousing them and causing them to fly into objects such as houses or trees. Scientists at the USGS NWHC performed necropsies–the animal version of an autopsy–on the birds and found internal hemorrhaging, while the pesticide tests they conducted were negative.”

    und dies dann folgendermaßen zu übersetzen

    “…Der Vogelschwarm ist also durch laute Geräusche aufgeschreckt worden und die verwirrten Vögel sind dann gegen Häuser, Bäume, etc geflogen. Das wird auch durch die medizinischen Untersuchungen bestätigt die innere Verletzungen zeigen.”

    Dabei ist Dir ein grober Fehler unterlaufen. Der Vogelschwarm – ist – nicht durch laute Geräusche aufgeschreckt worden, sondern es wird – vermutet – (probably), daß dies der Fall sein könnte. Ferner steht im Orginal, daß innere Verletzungen, oder physisches Trauma wie es auch heißt, vorgefunden wurden. Von – bestätigt – ist dort nicht die Rede.

  62. #63 Schnee von Gestern
    6. September 2011

    Vom Massen-Vogelsterben als sich wiederholende Ereignisse auf Vorboten des natürlichen Weltuntergangs zu schliessen ist Blödsinn. Zu sagen, dass es, weil nicht unüblich, auch nicht ungewöhnlich sei und desshalb nicht besorgnis erregend genauso – Blödsinn!

    Das es viele Ursachen geben kann hingegen ist Fakt. Dass viele dieser Ursachen vom Menschen hervor gerufen haben ebenso – Fakt!

    Wie lange wollen wir noch zuschauen, dass für den wirtschaftlichen und militärischen Profit, wobei das eine dem andern die Waagschale hält, der Lebensraum der Pflanzen und Tiere zu Grunde gerichtet wird? Denn es ist auch unser aller Lebensraum, einen einzigen, denn wir haben nur einen Planet, der sich für uns und andere lebendige Körper als Lebensgrundlage eignet!

    Einen Artikel zu schreiben um das Verschwörungsgeschwurbel zu stoppen mag ja ehren haft sein, mag …
    Doch die Einstellung, man solle sich durch nichts aus dem jetzigen Konzept von Leben und Realität bringen lassen, und schön brav weiter sheepen ohne sich zu fragen warum solches Massensterben immer häufiger an immer mehr Orten beobachtet wird ist eine Affenschande und Gefahr für die Menschheit und für das Leben auf diesem Planeten.
    Wenn ringsherum die Bestände und Vielfalt der Arten weiterhin in diesem Tempo die Koffer packen und verschwinden, Vögel, Fische, und Insekten vor allem, ist das eindeutig nicht mehr normal und mit sicherheit nicht gut! Und dass Massensterben nicht unüblich ist, kann schon gar nicht gut sein und wir sollten uns langsam fragen, was genau die Ursachen sind und warum???!

  63. #64 mark rytter
    6. August 2012

    Kollisionen?! Klar! Ufos sind Wetterballons und Chemtrails Verschwörungsblabla von 9/11 Skeptikern. Und wie würdet ihr es nennen, wenn ich hier und jetzt behauptete: 29 schlecht ausgebildete Kameltreiber aus den Hinterhöfen der Welt tun sich zusammen, um die Milliarden-Sicherheitstechnologie der größten und manipulativsten Weltmacht auszutricksen und fliegen mit Hitech-Maschinen und 800 km/h dermaßen geschickt zwischen Stahlträger eines Gebäudes, was ausgebildete Piloten mit Tausenden Flugstunden nach eigenem Bekunden nicht schaffen. Dann widersteht dieses Flugzeug auch noch aller Physik, wird von den Stahlträgern nicht zermalmt, sondern kommt als sichtbare Flugzeugnase auf der anderen Seite des Gebäudes erkennbar strukturiert hervor, um erst dann zu explodieren. Wie nennt ihr Wissenden das. Ich Esoterik-Unfug-Verschwörungsgläubiger, ich würde das und nur das “die wahre Verschwörungstheorie” nennen.

  64. #65 Bullet
    6. August 2012

    Dann widersteht dieses Flugzeug auch noch aller Physik, wird von den Stahlträgern nicht zermalmt, sondern kommt als sichtbare Flugzeugnase auf der anderen Seite des Gebäudes erkennbar strukturiert hervor, um erst dann zu explodieren.

    Kannst du das belegen? Ich meine, “widersteht aller Physik” und “macht Sachen, die ich nicht für möglich halte” sind doch zwei sehr verschiedene Schuhläden.