Kürzlich gab es – auf Anregung einer Journalistin hin – bei WeiterGen eine Diskussion über die prekären Arbeistverhältnisse der Wissenschaftler. Mich hat besagte Journalistin ebenfalls interviewt (ich vermute mal es war die gleiche) aber anscheinend wurde aus dem Fernsehbeitrag zu diesem Thema dann doch nichts. Dabei bleibt das Thema natürlich weiterhin aktuell. Eine Studie vom Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung der Joanneum Research in Wien zeigt nun wieder einmal, vor welchen Problemen Nachwuchsforscher stehen.

Dort wurde unter anderem untersucht (die komplette Studie gibts hier als pdf-Datei), wie das Verhältniss von beschäftigten Personen zu den tatsächlich offiziell vorhandenen Stellen aussah. Betrachtete man nur die Professorinnen und Professoren an den österreichischen Unis, dann war das nahezu eins – das bedeutet auf jeder Stelle sitzt tatsächlich genau ein Professor. Bei allen anderen (Dozenten, Assistenten, Leute die durch Drittmittel finanziert werden,…) beträgt dieses Verhältnis allerdings schon 1,7 und betrachtet man nur den nicht habilitierten Mittelbau (also nur die Assistenten), dann liegt das Verhältnis bei 2,2. Jede vorhandene Stelle wird dort also von (mindestens) zwei Personen ausgefüllt.

Jetzt ist der Trend zur Teilzeitarbeit ja leider nichts neues. Aber bei wissenschaftlichen Stellen ist das nochmal besonders kritisch – denn dort läuft das oft darauf hinaus, dass die Wissenschaftler trotzdem Vollzeit arbeiten. Es muss ja weiter geforscht werden; man muss Ergebnisse bekommen und die Ergebnisse publizieren. Wer nicht publiziert ist wissenschaftlich tot: publish or perish! Und wenn man zulange auf einer Halbzeitstelle sitzt und dann tatsächlich auch nur Halbzeit arbeiten würde – dann ist man schnell weg vom Fenster. Denn es ist ja immer noch so, dass die Publikationen mehr oder weniger das einzige Kriterium sind, das zur Beurteilung des wissenschaftlichen Erfolgs herangezogen wird. Ich habe das schon oft kritisiert – aber ändern wird sich das wohl so schnell nicht. Und daher bleibt vielen Wissenschaftlern auf Halbtagsstellen nichts anderes übrig, als Vollzeit zu arbeiten (oder noch mehr) um weiter mit im Spiel und im Rennen um eine der wenigen Professorenposten zu bleiben.

Als Wissenschaftler – besonders wenn man noch jung ist – stört einen diese Art der Selbstausbeutung meistens wenig. Man macht die Wissenschaft ja nicht, weil man muss, sondern weil man fasziniert davon ist. Und was macht es da schon, wenn man Abende und Wochenenden an der Universität verbringt und von 60 oder 70 Stunden Arbeit in der Woche vielleicht 20 bezahlt bekommt. Es ist Wissenschaft, es ist cool und genau das was man machen will! Wer interessiert sich da für Überstunden und Geld? So gings mir früher und so werden das heute auch noch viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen. Aber irgendwann stellt man doch fest dass man auch noch gerne ein Privatleben hätte und kommt vielleicht sogar noch auf die dumme Idee sich eine Familie zuzulegen – und dann wirds unangenehm. Dann merkt man erst so richtig, wie deprimierende di ewigen befristeten Verträge, die vielen erzwungenen Ortswechsel oder eben die immer stärker verbreiteten Teilzeitstellen sind. Aber ohne grundlegende Änderung am kompletten System der Stellenbesetzung und der Vergabe von Forschungsgeldern wird sich hier wohl so schnell leider nichts ändern…

Übrigens: ein Forschungsprojekt an der Uni Leipzig ist interessiert an den finanziellen Problemen von Sozial- und Geisteswissenschaftlern die sich über Lehraufträge, Honorar- und/oder Werkverträge finanzieren. Wer Interesse hat ein Gespräch von etwa ein bis zwei Stunden zu führen (wird natürlich später alles anonymisiert) und dafür 10 Euro zu bekommen, der kann sich bei Franz Erhard (franz.erhard@gmail.com) oder Daniel Bergelt (0341 9735659) melden.


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Kommentare (55)

  1. #1 Marc
    23. Februar 2011

    Ich bin Doktorand und habe einen Arbeitsvertrag mit 19,5 Wochenstunden, der mir in etwa 1080,-Euro netto monatlich einbringt. De facto arbeite ich so ca. 60-70 Stunden die Woche. Das ist als Doktorand völlig normal, leider. Manche meiner Mitstreiter arbeiten noch mehr. Es ist absolut nichts ungewöhnliches, dass man mitten in der Nacht oder am Wochenende spät abends noch andere Doktoranden im Labor antrifft.

  2. #2 Thomas J
    23. Februar 2011

    @Marc

    hm.. würd mich Wunder nehmen, wie das bei den Geistewissenschaftler ist. Kenne da nur einen, der hat auch 50% Anstellung. Kann aber die meiste Zeit einfach für seine Diss arbeiten.

  3. #3 Florian Freistetter
    23. Februar 2011

    @Marc: “Ich bin Doktorand und habe einen Arbeitsvertrag mit 19,5 Wochenstunden, der mir in etwa 1080,-Euro netto monatlich einbringt. “

    Und zumindest meiner Erfahrung nach bist du da noch relativ gut dran… Auf jeden Fall finanziell – ne halbe Diss-Stelle war in Wien damals viel weniger Wert. Aber immerhin hast du eine – ich z.B. hatte nur während der letzten 4 Semester meines Dr. Studiums eine halbe Stelle und sehr viele meiner Freunde hatten gar keine. Die haben dann halt von Arbeitslosengeld bzw. Sozialhilfe gelebt und ihre Diss geschrieben. War absolut üblich…

  4. #4 ein anderer Marc
    23. Februar 2011

    @ThomasJ: bei den geisteswissenschaftlern sieht das ganze leider nicht anders aus. ich habe genug kollegen, die ebenfalls auf teilzeitstellen sitzen und entsprechend viel arbeiten. den luxus einer 50% stelle, die man dann auch noch für die dissertation nutzen kann, hat kaum einer der kollegen.

    das sah mal anders aus. es gab in den “alten” verträgen die tätigkeitsverteilung von 40% lehre (was dann 4sws entsprach), 40% forschung (die dann meist für die diss verwendet wurden) und 20% sonstige tätigkeiten (hochschulselbstverwaltung). aktuell sitzt ein großteil meiner kollegen auf stellen die 100% lehre vorsehen. und dann wird hin und wieder von hochschullehrern geäußert, dass die qualifikation privatsache sei.

    zugleich sind die arbeitsverträge allerdings mit “qualifikation” als befristungsgrund befristet (z.t. auf 3 oder 6 monate).

    @florian: diese kollegen kenne ich auch. es ist leider in der wissenschaft oftmals einfach schwierig einen fuß in die tür zu bekommen. es sollte aber nicht üblich sein, zumindest nicht, wenn man dann in die wissenschaft möchte und dort eine stelle anstrebt.

    man muss aber auch aufpassen, wie man mit bestimmten zahlen umgeht, was arbeitsbelastungen angeht. wir haben eben in einer sitzung noch über unterschiedliche fach- und damit verbundene lehrkulturen gesprochen. es gab dort den hinweis, dass es einfach fächer gibt, die viele studierende zulassen, damit die zahlen stimmen und dann “das problem von der mathematik lösen lassen”…..dies ist bei uns allerdings anders. wir versuchen studierende möglichst individuell zu unterstützen und möglichst viele studienanfänger zu einem abschluss zu bringen.

    auch sind eben bestimmte lehrveranstaltungsformate in einigen fachkulturen eben unüblich. wir erbringen den hauptteil der veranstaltungen in seminarform, wobei wir auch nicht dasselbe seminar immer wieder anbieten sondern “zwangspausen” machen und sehr häufig immer wieder neu konzeptionieren…nunja, was ich sagen wollte ist eigentlich nur, dass man nicht unterschiedliche fächer gegeneinander ausspielen sollte.

    insgesamt ist die situation sehr schwierig, in allen bereichen. vor allem, wenn dann stellen in stipendien umgewidmet werden (fehlende beiträge und ansprüche in der sozialversicherung).

    zu empfehlen ist dazu das aktuelle templiner manifest der gew mit den dazugehörigen infoveranstaltungen und studien.

    http://www.gew.de/Templiner_Manifest.html

  5. #5 Gunnar
    23. Februar 2011

    Eine halbe Stelle, das hätte ich auch gerne gehabt. Bei uns hatten nur wenige das Glück, eine Stelle zu haben. Dann musste man halt nebenbei jobben. Das kostet dann auch zeit, die bei der Diss wieder fehlt. Das ist einer der Gründe, warum mich unser Selbstverteidigungsminister zur Zeit ziemlich ankotzt. Als wenn wir unsere Promotionen im Gegensatz zu ihm geschenkt bekommen haben.

  6. #6 noch'n Flo
    23. Februar 2011

    Es ist doch echt traurig, wie angehende Forscher allgemein ausgebeutet werden. Letztlich profitieren so enorm viele Menschen von den Ergebnissen dieser Forschung – und auch von dem, was die Doktoranden später so alles in ihrem Leben leisten werden – da sollte doch eigentlich auch ein wenig mehr finanzielle Wertschätzung drin sein.

    Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel die gleichaltrigen Herrschaften in der freien Wirtschaft (und damit meine ich jetzt nicht die Naturwissenschaftler, sondern die Kaufleute, BWLer und so) – die nicht selten am meisten von der Forschungsarbeit profitiert – so im Schnitt verdienen.

    Tja, am Ende gehört auch heutzutage immer noch eine gehörige Portion Idealismus dazu, wenn man die Welt ein wenig besser machen bzw. ihre Geheimnisse ergründen will.

  7. #7 DerLustigeRobot
    23. Februar 2011

    Berichten kann ich da von meiner Sicht auf andere, auf Kollegen und Ex-Kollegen. Ein Geisteswissenschaftler in einem technikorientierten(!) Wirtschaftsunternehmen “durfte” seine Diss komplett in Freizeit ausarbeiten, und wurde erst mit über 40 fertig (Ziel der Firmenleitung war angeblich, ihn in Leitungsfunktion weiter anzustellen und ihn mit seinem Dr. unterschreiben zu lassen). Ein anderer Kollege im Technikbereich hatte den Vorteil der Festanstellung, durfte bis zu 20% seiner Zeit für die Diss aufwenden, was aber praktisch aufgrund Auftragsdrucks nicht machbar war; außerdem hat er Familie, und war letztlich dann auch erst mit über 40 fertig.

    Bekannte im Biotechnologiebereich und in halbstaatlichem Unternehmen waren allesamt halbtags angestellt und mussen in dieser Zeit fürs Institut und die Aufträge arbeiten, den anderen halben “freien” Tag dann im Labor an ihrer Diss an zusätzlichen und unabhängigen Projekten. Übernahmeaussichten bestanden für die wenigsten, sie hatten aber den Vorteil potentiell mit um die 30 fertig zu sein.

  8. #8 Florian Freistetter
    23. Februar 2011

    @anderer Marc: “nunja, was ich sagen wollte ist eigentlich nur, dass man nicht unterschiedliche fächer gegeneinander ausspielen sollte.”

    Hmm – das macht ja hier auch niemand, denke ich.

    “zu empfehlen ist dazu das aktuelle templiner manifest der gew mit den dazugehörigen infoveranstaltungen und studien. http://www.gew.de/Templiner_Manifest.html

    Das hatte ich hier schonmal: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/09/das-templiner-manifest-an-den-unis-muss-sich-was-andern.php

  9. #9 Stephan Beyer
    23. Februar 2011

    Im Prinzip ist es ja verständlich: Angenommen ich habe 40 bezahlte Arbeitsstunden zu vergeben. Wenn ich zwei Personen kriege, denen ich zwei 20-Stunden-Wochen geben kann, habe ich im Schnitt mehr Ergebnisse davon, als gebe ich es einer Person mit einer 40-Stunden-Woche. Denn letztendlich arbeitet ein Teilzeitmitarbeiter genauso viel wie der eine Vollzeitmitarbeiter, vor allem wenn diese beiden Teilzeitmitarbeiter in ihrer Freizeit an ihrer Dissertation arbeiten.

    Als eine mögliche Lösung werbe ich immer für das wirtschafts- und sozialpolitische Mittel des Bedingungslosen Grundeinkommens und auch hier kam mir das wieder sofort in den Sinn. (Forscher und Kulturschaffende sind auch ziemlich gute Beispiele für die Kraft der intrinsischen Motivation.) Hiermit können Forschende unabhängig von der Beschäftigungslage und der (staatlichen und wirtschaftlichen) Forschungskultur des Landes gut leben. Und wenn man keine Existenzangst hat und sich jedes halbe Jahr oder alle 2 Jahre von Projektförderung zu Projektförderung oder auch Anstellung kämpfen muss, bleibt mehr Zeit für die eigentliche Forschung.
    Hoffe es ist mir gelungen, auch in diesen Kreisen ein paar Leuten die Idee des Grundeinkommens näherzubringen. 🙂

    Stephan

  10. #10 F.J.
    23. Februar 2011

    Ich kenn mich mit der Materie nicht aus, aber mal naiv gefragt: Warum wird dann nicht gestreikt, wenn die Bedingungen so hart sind? Ich mein, jede Berufssparte streikt gelegentlich, wenn mit den Arbeitsbedingungen was nicht ok ist – jetzt mal wieder die Eisenbahner.

    Vom finanziellen Aspekt her, find ich das derb. Hier bekommen Callcenter-Agents auch um die 1000 Euro netto. Dafür zwar auch offiziell in Vollzeit. Nur in dem Job ist man binnen einer Woche eingearbeitet und hat unter´m Strich dann wesentlich weniger Stunden zu reissen. Eine tolle Perspektive ist das nun auch nicht. Nur wenn Akademiker schon auf dem gleichen Level hängen… gruselig…

    Da kriegt ja der alte Sparwitz eine neue Wendung…

    Was sagt ein arbeitsloser Psychologe zu einem berufstätigen Psychologen?
    “Einmal Pommes mit Mayo bitte.”

  11. #11 Thomas J
    23. Februar 2011

    @FJ

    keine Lobby?
    Und wenn alle Doktoranden und Assistenten mal ne Woche streiken… interessierts wen? Ist halt nicht die Bahn, oder Piloten oder was weiss ich.

  12. #12 noch'n Flo
    23. Februar 2011

    @ Stephan Beyer:

    Und Du hast wirklich kein Problem damit, dass Du mit einer derartigen Vorgehensweise die derzeitigen Zustände nur noch weiter zementierst? Sorry, aber jeder in einem solchen System auch nur einigermassen Verantwortliche hat eine Chance, die Dinge zu ändern. Gehört allerdings auch eine Menge Mut und vor allem Rückgrat dazu.

  13. #13 Florian Freistetter
    23. Februar 2011

    @FJ: “ber mal naiv gefragt: Warum wird dann nicht gestreikt, wenn die Bedingungen so hart sind?”

    Im Gegensatz zu z.B. Eisenbahnern interessierts erstmal keine Sau, wenn Wissenschaftler streiken – es fehlt also der Druck den man ausüben kann. Dann stehen vor allem junge Wissenschaftler oft in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zum Vorgesetzten und müssen von ihm/ihr später z.B. noch in Gutachten oder Prüfungen beurteilt werden. Sowas wollen sich viele nicht durch “aufmucken” verkomplizieren. Und dann sind viele der jungen Wissenschaftler auch aus dem Ausland und haben generell keine Ahnung von den politischen Gegebenheiten und Möglichkeiten und oft auch keinen Bock sich während der ein, zwei Jahre die sie in Deutschland sind, sich mit der Obrigkeit anzulegen. Gewerkschaften haben bei den Wissenschaftlern leider einen schlechten Stand…

  14. #14 Florian Freistetter
    24. Februar 2011

    Hier (http://blog.devicerandom.org/2011/02/18/getting-a-life/) hat einer gerade der Wissenschaft den Rücken gekehrt. Interessanter Artikel!

  15. #15 973
    24. Februar 2011

    Die Situation ist natuerlich kein Zufall; die Forscher beschaeftigen sich aus eigenem Interesse bereitwillig mit irgendwas, und dem Staat ist auch bekannt daß das so ist.

    Die gerechteste Loesung ist die konsequenteste. Fuer geringe Bezahlung soll man sich nur strikt mit solcher Forschung beschaeftigen, die einen selbst interessiert. Dabei kann man auch seine Ergebnisse ruhig publizieren – vorzugsweise im eigenen Namen, nicht in dem irgendeiner Einrichtung. Wenn man dann dafuer keine oder sogar noch eine geringe Verguetung erhaelt, oder Geraete und/oder Computer vom Staat fuer seine eigene Forschung benutzen kann, ist’s gut. Aber mit Fragen oder Projekten die im Interesse des Staates sind, soll man sich nur beschaeftigen, wenn sie ordentlich bezahlt werden. Sollte man fuer seine eigene Forschung keine gute Anstellung bekommen, ist es besser, eine andere berufliche Taetigkeit auszuueben, und seine Forschung als Hobby zu betreiben.

    Ich selbst, habe mich lange vor und waehrend dem Studium mit bestimmten Gebieten der Astronomie hobbymaessig beschaeftigt. Dazu konnte ich Computer und Teleskope der Unis nutzen. Ich bekam Bafoeg. Meine Diplomarbeit habe ich zu einem (mich wenig interessierenden) anderem Thema geschrieben. Zufaellig lag meine eigene Arbeit im Interessengebiet eines externen Institutes, dessen Projektleiter mir deshalb vorgeschlagen hat zu diesem Thema zu promovieren, und ein Stipendium gewaehrte. Waehrend dieser Zeit habe ich u.a. das Teleskop der Uni benutzt. Auch hat alle noetige Betreuung der Professor der Uni gut gemacht. Spaeter hat es sich ergeben, daß ich bei der Uni den externen “Betreuer” abgelehnt und Beiordnung eines anderen erbeten hatte. Aus Wut hat er dafuer gesorgt, das mich sein Institut rauswurf und mein Stipendium kappte. Allerdings hatte er keinen Erfolg, bei der Uni geltend zu machen, daß mit seiner Ablehnung auch meine Dissertation enden wuerde — das Thema war ja meins (koennte ich notfalls sogar zuhause weitermachen und dann vorlegen), und der Doktorand soll ja wissenschaftliches Arbeiten lernen bzw belegen, wozu auch die effiziente Fuehrung seines Projektes und das ggf. Ablehnen dazu nutzloser Mitarbeiter gehoert. Bis zum Abschluss bekam ich dann Arbeitslosengeld. Insofern war es OK daß ich Forschung meines Interesses finanziert bekam und Einrichtungen nutzen konnte. Fuer danach hatte ich diverse Angebote, aber alle nur befristet oder beschraenkt und mich nicht sehr interessierend, sodaß ich andere Arbeit vorzug und mich interessierende astronomische Projekte ggf. weiter als Hobby betreibe. Ergebnisse veroeffentlicht habe ich manchmal im eigenen Namen, manchmal auch in dem der Uni. Ich glaube, das ist der korrekte Umgang mit dem Problem geringer Bezahlung fuer Forschung.

  16. #16 973
    24. Februar 2011

    Uebrigens noch, das Meiste was mir hinterher angeboten wurde, hatte mich nur in meiner schon immer vhd. Auffassung bestaerkt, Forschung am besten als Hobby zu betreiben. Eine Weltraumfahrt-Einrichtung die meine Ergebnisse beobachtete, bot mir spontan ‘Forschungsstipendien’ an. Ein Institut im Ausland ebenso, schrieb mir dann noch 5 Jahre lang Briefe, wie ich das nur ablehnen konnte, das haette bisher noch nie jemand gemacht (das hat mir gut die Ausnutzungs-Mentalitaet gezeigt die die haben). Aehnlich auch andere Angebote. Nur die erste Uni bei der ich studiert hatte und wo auch einen Lehrauftrag hatte, hat mir eine feste Berufung angeboten, und dann da ich nicht wollte auch so jemand anders fest angestellt; fairerweise muß ich sagen daß dieses Angebot gut war, wenn ich in derForschung bleiben wollte.

    Ich moechte auch noch sagen, daß man viel besser, in Ruhe, und sachlich qualifizierter, forschen kann, wenn man die Forschung hobbymaessig betreibt, und keinen Zwang mit Veroeffentlichung usw hat. Bei manchen Projekten habe ich mir sehr lange Zeit gelassen, um sie sehr sorgfältig durchzufuehren.

  17. #17 Ole Sumfleth
    24. Februar 2011

    Das Problem ist bei den Geos nicht anders.

    Das Durchschnittsgehalt für Geowissenschaftler in der Erdölindustrie in Amerika (habe leider nur die amerikanischen Zahlen) betrug letztes Jahr $147.000 – wie gesagt, der DURCHSCHNITT, und das ohne Benefits. ZWÖLFTAUSEND IM MONAT! Wer etwas pfiffiger ist, einen Doktor vorweisen kann und 15 Jahre Erfahrung hat, sammelt bisweilen eine Drittelmillion im Jahr ein.

    Die Doktoranden in Deutschland gurken bei den üblichen €18.000 brutto herum, TV-ÖD-13, soweit ich weiß, praktisch alles halbe Stellen, 2-3 Jahre befristet.

    Naja, die Welt ist ungerecht.

  18. #18 Marc
    24. Februar 2011

    @florian: ich wollte das niemandem unterstellen, hatte nur die befürchtung, dass der kommentar von thomasj so verstanden werden könnte. vielleicht habe ich ihn aber auch nur übervorsichtig gelesen.

    @StephanBeyer: ein bedingungsloses grundeinkommen macht sicher einiges einfacher und ich mag das modell. allerdings sollte man sich vor augen halten, dass man dennoch angestellte wissenschaftler braucht. ohne diese laufen ja die institutionen der wissenschaft nicht und ohne die institutionen wird das ganze u.u. auch sehr “esoterisch”. zumindest wäre das meine befürchtung.

    @973: dummerweise ist dann wissenschaft nicht mehr der beruf, sondern ein hobby. ich habe aber noch andere hobbys als wissenschaft. ich möchte wissenschaft als berug betreiben, nicht als hobby.

    @florian: warum haben denn die gewerkschaften eigentlich einen schlechten stand? und wie könnte man das eventuell verändern?

    übrigens gab es am dienstag warnstreiks. zumindest in nrw. aber während der vorlesungsfreien zeit fällt das einfach auch nicht auf.

  19. #19 rita.k
    24. Februar 2011

    Ganz genau deswegen bin ich nicht an der Uni und in der Wissenschaft geblieben! Zu dem Problem des mangelnden Geldes und der Vollzeitarbeit trotz Teilzeitvertrag kommt ja – wie Florian auch schon geschrieben hat – auch noch die Hangelei von Befristung zu Befristung dazu. Wobei man ja schon von Glück reden kann, wenn man im gleichen Job immer wieder verlängert wird und nicht ständig durch die Weltgeschichte ziehen muss.

    Ich hatte Glück und habe Dank meiner Hartnäckigkeit jetzt einen Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Bundesbehörde wo die Arbeitsbedingungen um einiges besser sind. Trotzdem bin ich auch nur befristet und das allein ist belastend genug, wenn man nicht weiß, ob man im nächsten Jahr auch noch den gleichen Job machen darf oder ob man seine Familie mit Arbeitslosengeld ernähren muss.

    Das kommt davon, wenn Leute solche Dinge regeln die von der Arbeit an sich keine Ahnung haben und alles nur vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachten. Es muss überall nur gespart werden und die Zahlen müssen stimmen: Profitmaximierung sogar in Bereichen, wo es gar keinen Sinn ergibt, Profit zu erzielen. Das ist einfach nur Menschenverachtend. Und wenn ich dann noch höre oder lese, dass die Akademiker doch bitte zeitiger und mehr Kinder bekommen sollen, da kommt mir nicht nur das Frühstück wieder hoch!

  20. #20 Constantin
    24. Februar 2011

    @Florian:

    deswegen vielen Dank, fuer die viele Zeit die du in den Blog steckst! Ich wuerde gerne deinem Blog regelmaessiger folgen, aber neben Studium und Masterarbeit finde ich leider wenig Zeit…

  21. #21 Stephan Beyer
    24. Februar 2011

    @noch’n Flo: Ich gebe dir recht. Jeder nur einigermaßen Verantwortliche zementiert solche Zustände. Aber das ist wie in der Wirtschaft: dein direkter Konkurrent zahlt niedrigeren Lohn, liefert aber gleiche Qualität, dann musst du irgendwann auch mit dem Lohn runter. (Wenn du es tust, zementierst du es, und wenn du es nicht tust und dann weg vom Fenster bist, bleiben nur die zementierenden übrig.)
    Also wenn einige Lehrstühle und Projektförderer nur noch sagen: “Wir nehmen nur noch Teilzeitmitarbeiter.”, dann müssen es sehr sicher irgendwann auch die anderen tun. Bereitwillige, “sich ausbeuten lassende” Kräfte sind ja genug da und liefern aus Eigeninteressen (Promotion bspw.) trotzdem gute Qualität. Und das ist auch der Punkt: auch die, die sich ausbeuten lassen, sind dafür (einigermaßen) verantwortlich. Das klingt zynisch, da man ja keine andere Wahl zu haben scheint. Aber genau deswegen plädiere ich auch für ein BGE, denn es lässt dir die Wahl.

    @973: Das muss sehr lange her sein. Heute würdest du kein Arbeitslosengeld kriegen. Wenn du als Promotionsstudent immatrikuliert bist, kriegst du keins. Und wenn du nicht immatrikuliert bist, dann nur wenn du dich auch jede Woche irgendwo bewirbst und deinen Willen eine “richtige” (Lohn-)Arbeit zu finden darlegst.
    Generell ist hobbymäßige Forschung ein sehr guter Ansatz (und hat tatsächlich auch die von dir genannten Vorteile; vor allem Unabhängigkeit), aber eben NUR wenn man es sich auch finanzieren kann. Das ist aber derzeit schwer, wenn man entweder keine Arbeit und keine nahen reichen Verwandten hat oder wenn die andere Arbeit einen schon so mitnimmt, dass man kaum noch zur “hobbymäßigen Forschung” kommt.

    @Marc: Ich stimme dir vollkommen zu, dass man angestellte Wissenschaftler braucht, aber die gibt es auch mit BGE aus zwei Gründen: einerseits brauchen Wissenschaftler vieler Bereiche technische und teure Technik bzw. Material zur Verfügung und von daher sinkt der Anreiz nicht sich in eine “Institution” einzufügen. Andererseits brauchen auch die Institutionen Leute und müssen damit um diese werben und auch gut bezahlen (vor allem, wenn das Angebot an Kräften durch ein BGE sinkt). Also daran würde sich meiner Ansicht nach nicht viel ändern, aber die prekären Hangel-Situationen von wissenschaftlich Arbeitenden hören auf und damit ist viel gewonnen (und das kommt auch wieder der Forschung zugute).

    Noch etwas wegen den Streiks, um Florians These zu untermauern: Würde es euch interessieren (oder anders: würdet ihr es merken), wenn auf einmal Künstler streiken würden? Die haben nämlich in großen Teilen ganz ähnliche Probleme und da niemand auf Forscher und Künstler direkt *angewiesen* ist, gibt es auch keine Druckmittel.

    Stephan

  22. #22 PB
    24. Februar 2011

    im Grunde überall das Gleiche:
    Da wo Leute aus tiefster Überzeugung arbeiten,
    aus Ideologie, Erfüllung, aus Berufung, aus “Liebe” zu Ihrem Beruf werden diese ausgebeutet.

    Das ist bei den Wissenschaftlern nicht anders als bei jungen Ärzten im Praktikum, Grafikern, Architekten frisch vom Studium.
    Die “Generation Praktikum” hat uns gelehrt, Arbeit um seiner selbst willen zu betreiben.
    Streik ist kein probates Mittel, sich aber gemeinsam zu organisieren um “Lobbyarbeit” in eigener Sache zu machen schon!

    LG, PB

  23. #23 noch'n Flo
    24. Februar 2011

    @ rita k.:

    Das kommt davon, wenn Leute solche Dinge regeln die von der Arbeit an sich keine Ahnung haben und alles nur vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachten.

    Kenn ich aus deutschen Krankenhäusern ähnlich. Das schlimme ist ja, dass wenn die Klinik mal schlecht läuft, immer mehr Manager eingestellt werden. Und man muss kein Wirtschafts-Experte sein, um zu erkennen, dass jeder zusätzliche Kaufmann in einem Unternehmen als allererstes mal sein eigenes Gehalt einsparen muss, bevor er sich überhaupt für die Firma rentiert. Wo geht das am besten? Richtig, indem man an anderer Stelle Fachkräfte entlässt.

    Es muss überall nur gespart werden und die Zahlen müssen stimmen: Profitmaximierung sogar in Bereichen, wo es gar keinen Sinn ergibt, Profit zu erzielen.

    Das ist eben das grosse Problem mit der radikalen Privatisierung des Gesundheitssystems. Der niedergelassene Arzt sollte schon Profit machen dürfen, aber warum muss es ein Krankenhaus?
    Auch in öffentlicher Trägerschaft hätte man diese durchaus profitabler laufen lassen können, aber nein: der Verkauf an private Investoren war ja so viel attraktiver.

    Komisch nur, dass mittlerweile die ersten Kommunen versuchen, ihre Krankenhäuser zurückzukaufen – woran das wohl liegen mag?!?

    Das ist einfach nur Menschenverachtend.

    Yep! Aber beileibe nicht neu – früher nannte man so etwas Leibeigenschaft.

    Und wenn ich dann noch höre oder lese, dass die Akademiker doch bitte zeitiger und mehr Kinder bekommen sollen, da kommt mir nicht nur das Frühstück wieder hoch!

    Meine Frau war 31, als unser Sohn geboren wurde, ich selbst 37. Während oder direkt nach unserem Medizinstudium war da absolut kein Spielraum (und das BaFöG wollte man ja auch möglichst bald zurückzahlen; allein schon wegen der Reduktion der Restschuld bei zügiger Tilgung) – abgesehen davon, musste man ja auch erst einmal ein wenig mit der Facharztausbildung vorankommen.

  24. #24 IO
    24. Februar 2011

    (kann man eigentlich Benachrichtigungen für ein interessierendes Thema nur aktivieren, indem man irgendeinen Kommentar abläßt?)

  25. #25 Marc
    24. Februar 2011

    @PB: warum ist streik denn eigentlich kein probates mittel? abgesehen davon, dass dieser die organisation erst einmal voraussetzt. und im arbeitskampf ist m.e. nichts gegen streit einzuwenden

    @Stephan Beyer: das ist wie in der wirtschaft….das ist ein unschönes argument. denn leider setzt du nur auf einen “freien” markt, der dann das ganze regelt. dies ist nicht der fall. man wirtschaft einfach auch anders betreiben. dafür genügt jedoch ein BGE nicht. dafür ist vor allem ein umdenken erforderlich.

    und m.e. ist der ausgebeutete nicht mitschuldig. ein sklave ist schuld, weil er sich versklaven lässt? das greift nicht. grundsätzlich müssen dabei umstände und die aktuelle situation mit in den blick genommen werden. die von dir hier schon unterstellte freiheit ist ohne ein BGE nicht denkbar.

    leider löst das BGE nicht alle probleme, aber ich denke es wäre ein erster schritt zum umdenken.

    angestellte wissenschaftler hat man sicher auch mit BGE, keine frage. aber warum sollten sie ohne anstellung wissenschaft betreiben. ich persönlich bin ein freund des BGE und unterstütze diese forderung. aber leider wird es (vor allem, wenn die höhe nicht stimmt) nicht alle probleme lösen. so wird es leider manchmal verkauft. was vielen argumenten für ein BGE zugrunde liegt, erfordert aber ein umdenken und einen neuen entwurf von leben, arbeit und ökonomie. und dort ist es leider schwierig bestehende muster aufzubrechen und sich auch argumentativ aus ihnen zu lösen.

    Noch etwas wegen den Streiks, um Florians These zu untermauern: Würde es euch interessieren (oder anders: würdet ihr es merken), wenn auf einmal Künstler streiken würden? Die haben nämlich in großen Teilen ganz ähnliche Probleme und da niemand auf Forscher und Künstler direkt *angewiesen* ist, gibt es auch keine Druckmittel.

    Stephan

  26. #26 Marc
    24. Februar 2011

    uuupps…da sind mir doch die reinkopierten zitate im kommentar geblieben…sieht seltsam aus…also ab “Noch etwas” bis “Stephan” ist es ein Zitat….wollte kein plagiat abliefern an der stelle, war ein handwerklicher fehler 😉

  27. #27 marco
    24. Februar 2011

    @Noch nen Flo: Das Problem der sich selbst aufblähenden Verwaltung besteht an den Hochschulen genauso. Klar – niemand sägt den Ast ab auf dem er/sie sitzt.
    Wir müssen von eingeworbenen Drittmitteln für Personal 60 Prozent (in Worten SECHZIG) als Pauschale an die Verwaltung abgeben – die diese Mittel dann darauf verwendet uns am arbeiten zu hindern. Ich kann noch nichteinmal über 5€ unseres Budget verfügen. Alles muss immer erst über die Verwaltung beantragt werden und die haben darüber das letzte Wort. Auch wenn dort niemand abschätzen kann ob das jetzt dem Bedarf entspricht oder sinnvoll ist. Ich könnte auf die Anträge auch Fluxkompensator draufschreiben…

  28. #28 Stephan Beyer
    24. Februar 2011

    @Marc: Entschuldige, ich habe meine Position anscheinend nicht ganz rüberbringen können. Ganz richtig (zu 95%) ist nämlich deine Erkenntnis: Die von mir unterstellte Freiheit ist ohne ein BGE nicht denkbar. Das wollte ich auch so sagen.

    Warum ich 5% damit nicht übereinstimme, ist der Grund, dass sie schon denkbar wäre, wenn sich die Menschen nicht als Sklave von Staat und Wirtschaft sehen würden, sondern mit Selbstbewusstsein und dem Bewusstsein von Gleichberechtigung. Das erfordert allerdings ein Umdenken bei *allen* Menschen gleichzeitig, da es sonst nicht klappt. Ohne ein BGE sehe ich dieses Umdenken nicht realisiert; ganz im Gegenteil: Der derzeitige Zeitgeist, dank ALG-II und Co vorangetrieben, verschärft das aktuelle Sklavendenken sogar noch.

    Ein BGE löst freilich nicht alle Probleme (und, ja, es verschärft gar Probleme, wenn es zu niedrig ausfällt). Da die Befürworter oft sehr leidenschaftlich (und leider auch manchmal etwas esoterisch) daherkommen, klingt es oft wie eine eierlegende Wollmilchsau (was es nicht ist). Fakt ist aber, dass viele gesellschaftliche Probleme auch wirtschaftlichen bzw. finanziellen Ursprungs sind bzw. diese Komponenten eine große Rolle spielen. Von daher ist eben auch Optimismus da, dass das BGE die Grundlage dazu ist, auch viele andere Probleme lösen zu können.

    Wo ich dir nicht zustimmen kann, ist, dass ein BGE ein Umdenken in der Ökonomie erfordert. Stattdessen schafft das BGE dieses Umdenken, da die Menschen selbst ihre Prioritäten wählen können. Und es sorgt auch nicht für eine grundlegend andere Wirtschaft, stattdessen forciert es sogar freie Märkte (allerdings mit Freiheit ohne Armut), da Eigeninitiative geweckt wird (die bspw. mit zentralistischer Planwirtschaft nicht vereinbar ist).

    Gruß,
    Stephan

  29. #29 noch'n Flo
    24. Februar 2011

    @ IO:

    Also viele geben einfach nur “…” oder “x” als Kommentar ein, um die Benachrichtigung zu aktivieren.

  30. #30 PB
    24. Februar 2011

    @Mark zu Streik
    Es stört/merkt eben niemanden so direkt, wie wenn Piloten oder Zugführer streiken.
    Dadurch bleibt Streik eben eher “symbolisch”.
    Natürlich kann man streiken, bzw. etwas medienwirksam inszinieren.
    Wichtiger wär sich im Hintergrund zu organisieren um das so nicht mehr akzeptieren zu müssen.
    Bin kein Wissenschaftler, aber Architekten haben ganz ähnliche Probleme – wir stellen uns oft mindestens genauso ungeschickt an, wenn´s um das eigenen Arbeitsbedingungen geht…
    LG, PB

  31. #31 Florian Freistetter
    24. Februar 2011

    @PB: Wie Studenten und Wissenschaftler sinnvoll demonstrieren können habe ich hier schon mal überlegt: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/11/studenten-hort-auf-zu-demonstrieren.php

  32. #32 IO
    24. Februar 2011

    (Danke @ noch’n Flo)

    Auf academics.de war übrigens – recht passend zum hiesigen Fragenkomplex – ein Bericht “Veritabler Spießrutenlauf” in dem einige interessante kleine Details auftreten, wie das Grundeinkommen für Wissenschaftler.

    Eines der großen Probleme des neoliberalisierten Wissenschaftsbetriebs ist, dass mit den kurzfristigen Projektfinanzierungen die für alle Wissenschaften höchst notwendige Kontinuität gefährdet oder gar verlassen wird.

    Das ist ebenso der Wissenschaft abträglich wie, wie das, womit ein Soziologe namens Hartmut Rosa dort zitiert wird:
    “Fast die gesamte libidinöse Energie des Wissenschaftlers fließt heute in die Antragstellung, für durchdachte Publikationen ist da kaum noch Zeit!”

  33. #33 CCS
    24. Februar 2011

    Jetzt mal Tacheles:

    Ich bin auch immer mehr der Meinung, dass es eine Doktorandenlobby geben müsste, vielleicht analog zu den Fachschaften.

    Wie könnte man das anstellen? Erst an einer Universität anfangen oder gleich deutschlandweit? Was würde man tun, wenn man genug Leute zusammenkriegt? In vielen Uni-Kommissionen sitzen Doktoranden, da ist also einiges an Einflussnahme möglich. Aber reicht das? Muss man gleich auf Bundesebene ansetzen? Wie könnte man Veranstaltungen finanzieren? Helfen da evtl. die ASten weiter? Muss man da eher bei Bundestagsabgeordneten Klinken putzen? 😉
    Ich habe Fachschaftserfahrung und bin noch Masterstudent, aber bald betrifft mich das wahrscheinlich auch, da wäre es mal gut zu wissen, was man theoretisch machen könnte. Und dass man klein anfangen müsste und es wohl viel Arbeit wäre, ist mir schon klar.
    Meinungen? Anregungen? Hier geht es mir erstmal nur um Ideen.

  34. #34 Marc
    24. Februar 2011

    @Stephan Beyer: wir sind uns wohl relativ einig, abgesehen von thema ökonomie. aber das sollte man eventuell an anderer stelle diskutieren.

    @CCS: ich denke, da gibt es bereits viele ideen. im normalfall sollte es innerhalb einer fakultät einen akademischen mittelbau geben, der sich als statusgruppe auch austauscht und organisiert. dann gibt es darüber hinaus auch meist universitätsweite treffen. allerdings ist beides (je nach themenlage) nicht so besonders besucht. und diejenigen, die dort aktiv sind, machen dies ehrenamtlich.

    daneben gibts z.b. noch die gew.

  35. #35 DerLustigeRobot
    24. Februar 2011

    @CSS, Marc: In der Helmholtz-Gemeinschaft gibt es die Helmholtz-Juniors. Ob die so sehr viel bewirken können, ist schwer zu sagen; zumindest ich höre nicht besonders viel über sie von entspr. interessierten Leuten.

  36. #36 Frank D
    24. Februar 2011

    Eine Freundin von mir ist Ägyptologin, Dr., die eine eigene Grabung in Ägypten hat (flächenmäßig die z.Zt. größte deutsche Grabung). Sie und ihre Stellvertreterinnen leben hier von Hartz 4, die Grabung wird mit keinem Cent von Deutschland finanziert, wegen politischer Querelen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch ausländische Sponsoren, wie die EEF-Stiftung in England. Denn die sagen, das sei zur Zeit eine der wichtigsten Grabungen in Ägypten. Hat sich hier bei der DFG (die die Anträge zum dritten mal abgeschmettert hat) wohl noch nicht rumgesprochen.

  37. #37 973
    24. Februar 2011

    @Marc: Naja wenn du bzw man Wissenschaft exakt so machen willst wie du dir vorstellst, dann kannst du nicht erwarten bzw. froh sein, wenn dir der Staat was dafuer bezahlt. Ich lege keinen Wert darauf, dass meine Forschung den Staat interessiert, sie kann als hobby genausogut sein. Dann forscht man nicht nur wie man will, die Arbeit ist auch ‘gemeinnuetzig’ und nicht nur zugunsten irgendeines Projektes was dann nur bestimmten Anwendungen (oder wie heute bei der Drittmittel-Finanzierung / Sponsorierung: bestimmten Firmen als Geldgebern, die dann deine Ergebnisse auch schnell monopolisieren) zugute kommt.

    @S.Beyer: Das war damals, zumindest dort, sogar das normale Schema. Denn die Finanzierung war immer k¨urzer als die Dauer der Arbeit. Das ArbAmt hat deswegen auch nie Schwierigkeiten gemacht. Statt dem Staat, haben so eben die Arbeitenden ueber ihre Beitraege die Promotionen finanziert …

  38. #38 Johnny
    24. Februar 2011

    Eine Frage: Was sind die Gründe, doppelt oder dreimal so viel zu arbeiten (40-60 h) anstatt “nur” die 20 h, für die man auch bezahlt wird? In den Erfahrungsberichten der Kommentare wird dies ja als selbstverständlich hingenommen, sinng. weil jeder Doktorand das so macht. Aber man kann doch nicht einfach vom Prof gefeuert werden wie in ner Firma, wenn man zu wenig arbeitet, oder hat das mal jemand erlebt?
    Florian hat oben schon einen Grund gennant, zugespitzt: publish or perish, sonst
    “ist man schnell weg vom Fenster”. Aber ist nicht eine Doktorandenstelle auf z.B. 3 Jahre befristet? Oder wir schon nach 1 Semester abgerechnet und geschaut, wo sind die Ergebnisse?

    Ich meine, warum steigt man in dieses sich immer schneller drehende Hamsterrad?
    Das hat doch schon Züge vom kapitalistischen Arbeitsmarkt, inkl. Burnout-Syndrom
    schon bei Studenten. Es ist wie eine Spirale, ich befürchte wenn man nix unternimmt
    werden wir in 10 Jahren über Vierteltagsjobs mit 80h Wochen reden…

  39. #39 CCS
    25. Februar 2011

    Es gibt Hausanstellungen, da wird dann alle halbe Jahr verlängert, oder auch nicht. Bei einem war dann nach zwei Jahren einfach Schluss, die Ergebnisse waren wohl nicht zahlreich genug…
    Ansonsten scheint das aber auch eine Gruppendynamik zu sein. Ich hörte von einigen Arbeitskreisen, da wird man komisch angeguckt, wenn man Freitags vor 18 Uhr aus dem Institut geht.

  40. #40 Marc
    25. Februar 2011

    @973: vielleicht liegt hier ein missverständnis vor. der punkt ist ja, dass ich zwar wissenschaft auch ernsthaft als hobby betreiben kann, aber für alles viel, viel länger brauche. es geht dabei nicht darum, dass die ergebnisse den staat interessieren. aber es ist ohne mittel einfach schwer wissenschaft zu machen.

    und forschung muss keineswegs immer anwendungsorientiert sein, auch wenn derzeit der trend in der finanzierung dahin zu gehen scheint. aber das ist ein anderes problem.

    @johnny: ich glaube, dass du da ziemlich richtig liegst. und so gerne man wissenschaft macht, ist es eben doch die frage, ob sie das leben ist oder der beruf. und meines erachtens ist das leben mehr. 😉

  41. #41 müsam
    25. Februar 2011

    ich frag mich echt warums keine lobby gibt. auch die facebook gruppe “Für bessere Arbeitsbedingungen u Perspektiven in der akademischen Forschung” hat nur ein paar wenige Mitglieder.

  42. #42 Constantin
    25. Februar 2011

    @ Johnny

    Ich glaube Florian hat das oben schon sehr gut geschrieben:

    Als Wissenschaftler – besonders wenn man noch jung ist – stört einen diese Art der Selbstausbeutung meistens wenig. Man macht die Wissenschaft ja nicht, weil man muss, sondern weil man fasziniert davon ist. Und was macht es da schon, wenn man Abende und Wochenenden an der Universität verbringt und von 60 oder 70 Stunden Arbeit in der Woche vielleicht 20 bezahlt bekommt. Es ist Wissenschaft, es ist cool und genau das was man machen will!

    Ich schreibe zur Zeit meine Masterarbeit und freue mich darauf spaeter ein Doktorat zu machen. Als Masterstudent wird man nicht bezahlt, arbeitet aber ganztags am Institut. Will man in der Wissenschaft bleiben und schreibt eine Doktorarbeit, erscheint es einem wahrscheinlich erstmal grossartig, fuer das was man bisher rein aus Eigeninteresse gemacht hat, ploetzlich auch Geld zu verdienen. Wenn ich an meine Zukunft denke, faellt mir das jedenfalls als erstes ein, dass ich Geld verdienen werde, mit dem was mir Spass macht und was mich interessiert. Dass es weniger ist, als ausserhalb der Uni und dass ich mehr arbeiten werde, stoert mich zur Zeit nicht. Wahrscheinlich kommt in vielen Jahren eine Ernuechterung.

    Um nach dem Doktorat in der Wissenschaft zu bleiben, muss man waehrend des Doktorats viel erreicht haben. Wuerde man nur halbtags arbeiten, waere es wahrscheinlich nicht moeglich, innerhalb von 3 Jahren das Doktorat abzuschliessen. Aber fuer jede PostDoc Stelle bewerben sich so viele Leute, dass man kaum eine Chance hat, wenn man nicht wie alle anderen mehr gibt. Und das ist ein internationales Problem, weil sich fuer eine Stelle Leute aus moeglichen Laendern bewerben.

  43. #43 Biologe
    25. Februar 2011

    @Johnny,
    es ist tatsächlich so dass man das 1. Jahr nicht überdauern würde, wenn man tatsächlich “nur” die bezahlten 20h die Woche arbeitet. Ganz konkrete Beispiele, du machst eine Kinetik mit Zellen die du irgendwie hehandelt hast alá 0.5h 2h 4h 8h 12h 16 24h. Inclusive Vorbereitung und Nachbereitung des Versuches hättest du deine Wochenarbeitszeit schon runter ohne nur einmal auf das Ergebnis geschaut zu haben.
    Doktoranden MÜSSEN ranklotzen um in den drei jahren genügend Ergenisse zu produzieren um promoviert werden zu können, frei eWochenenden adé. In all den Jahren in denen ich schon in der Biologie arbeite hat sich die Fausregel bewahrheitet –> pro jahr hast du 4 Wochen in denen die Experimente klappen wie du willst und du hast brauchbare Ergenisse, der Rest ist Fehlersuche/Verbesserung/Wiederholung.
    Das ist mit 20h reiner Arbeitszeit einfach nicht möglich. Das wissen die Laborleiter natürlich und freuen sich dass sie eine Vollzeitkraft haben die sie nur Halbtags bezahlen müssen.

  44. #44 Stephan Beyer
    25. Februar 2011

    @IO: Also das Grundeinkommen für Wissenschaftler halte ich für sehr fragwürdig (obwohl Hartmut Rosa den richtigen Grundgedanken hat, aber er blickt nicht über seinen Tellerrand hinaus). Erstens lässt es die großen Bevölkerungsgruppen aus, die genau das gleiche oder ähnliche Probleme haben. Zweitens schafft es unter Umständen monetäre Anreize, Wissenschaftler zu werden, obwohl das wirkliche Interesse daran eher gering ist (und das führt eher zum “Durchmogeln” und Betrügereien als zu wirklich wissenschaftlichen Erkenntnisse – ohne jetzt alle über einen Kamm scheren zu wollen).

    Ebenso halte ich den in dem Artikel angesprochenen Weg für falsch, eine Finanzierung an wirklich erbrachte “wissenschaftliche Leistung” zu koppeln, bzw. an eine Unterscheidung zwischen “nur Publizieren” und “was wirklich Neues sagen”. Die Probleme liegen auf der Hand: Wie soll das gemessen werden? Wer entscheidet, was “wirklich neu” oder was “wichtig” ist? Ist das nicht sogar völlig subjektiv?
    Letztendlich führt auch das zu noch mehr “nach unten treten” und Missgunst und auch das fördert die Wissenschaft nicht.

    Die Wissenschaft fördert, wenn man als Wissenschaftler keine Existenzangst haben muss und den Kopf frei für die Wissenschaft hat, die Zeit dazu hat, und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen forschen kann.

  45. #45 973
    26. Februar 2011

    @Marc: Gerade die Astronomie ist (zum Glück) ein Gebiet, auf dem aus Hobby relativ viel möglich ist. Die hauptsächlichen ‘Geräte’ – Computer und Teleskop – sind heute (inkl. Techniken wie CCD) billig von nahezu jedermann erwerbbar, und innerhalb der Astronomie gibt es genug Branchen, indem man jedenfalls einem selbst interessierende Forschung machen kann, die auch noch relevant ist. — Momentan habe ich selbst als hobby wenig Zeit dazu, aber sobald ich Rentner bin, beschäftige ich mich vstl. vieder hobbymäßig mehr damit. Jedermann muss halt wissen, was man mit seiner Beschäftigung mit der Forschung will, persönlich, und bzgl der Ergebnisse. Die braucht bei einem hinreichendem eigenen Teleskop und/oder Computer nicht weniger interessant zu sein als bei Benutzung von Geräten der Uni oder in La Silla, was ich selbst schon genügend durchlaufen habe und kaum missen werde.

  46. #46 Bruno
    27. Februar 2011

    Zum Hobbymäßig forschen, wie stehen denn überhaupt die Chancen ein Paper publiziert zu bekommen, wenn keine Uni, kein bekannter Name auf dem Gebiet oder keine Forschungsförderung dahintersteht? Hat man da trotzdem eine Chance im Review-Prozess oder sagen die Journals/Reviewer dann von vornherein, das kann ja nix taugen?

  47. #47 Florian Freistetter
    27. Februar 2011

    @Bruno: Es kann sein, dass die Reviewer in so einem Fall genauer hinschauen. Aber prinzipiell zählt die Wissenschaft; nicht der Name. Mein erstes Paper hab ich alleine veröffentlicht und mein Name war da natürlich noch völlig unbekannt. Es gibt auch genug papers von Amateurastronomen. Das gehts schon. Wer wissenschaftlich arbeitet, der kann auch wissenschaftlich veröffentlichen.

  48. #48 Stephan Beyer
    27. Februar 2011

    @Bruno und @Florian: Öhm, vielleicht bin ich jetzt naiv, aber: Finden die Reviews nicht doppelt anonym statt (sog. “Doppeltblindgutachten” bzw. “double-blind(ed) (peer) review”)? Also, dass einerseits der Submitter den Namen des Reviewers nicht kennt (→ beugt z.B. Bestechlichkeit vor), sondern auch umgekehrt, dass von einer Redaktion (oder vom Autor selbst) Namen und Institutionen und Hinweise darauf geschwärzt oder entfernt werden, bevor ein Reviewer das Paper erhält (→ beugt z.B. “voreilendem Ruf” vor).

  49. #49 Florian Freistetter
    27. Februar 2011

    @Stephan Beyer: Also ich weiß zwar das oft gefordert wird, auch die Autoren zu anonymisieren – macht ja auch Sinn. Ich selbst habe aber noch nicht erlebt, dass irgendeine Zeitschrift das gemacht hätte…

  50. #50 973
    27. Februar 2011

    M.E. gibt es keine Probleme mit privaten Veröffentlichungen, wenn nur der Inhalt normal ist. Auch nicht mit dem zitiert werden, inkl in den IAU Highlights / Transactions / Reports wo nur Relevantes enthalten ist.

  51. #51 MartinB
    27. Februar 2011

    @Stephan
    Autoren verblinden dürfte in vielen Gebieten schlecht funktionieren – in meinem Fachgebiet, wo ich reviews schreibe, kenne ich ziemlich viele der Spieleraus ihren früheren Arbeiten, da dürfte es nicht so schwer sein, zu raten, wer ein paper geschrieben hat.

  52. #52 Bruno
    27. Februar 2011

    Wie läuft das denn mit dem Reviewprozess, gibt es überhaupt genug Reviewer, damit diese alles genau anschauen können? Oder sitzen da schon welche bei einem Journal, die eine Vorauswahl treffen, bevor das wirklich begutachtet wird?

    Bin selbst nur Student, aber mir ist in meinem Fach (Informatik) bisher kein Paper aufgefallen, das nicht von einer Uni oder einem großen Unternehmen gewesen wäre.

  53. #53 Florian Freistetter
    27. Februar 2011

    @Bruno: Es gibt keine hauptberuflichen Reviewer. Die Herausgeber einer Zeitschrift schauen sich die Artikel an; schmeissen offensichtlichen Unsinn weg und schicken den Rest an Wissenschaftler die sich im betreffenden Fachgebiet auskennen. Die reviewen das dann.

  54. #54 chemiker
    28. Februar 2011

    Eine kurze Frage: Warum gibt es noch keinen offenen Brief der Doktoranden/wiss. Mitarbeiter an die Regierung wie den kürzlichen aber mit anderem Inhalt?

  55. #55 biowiss
    1. Mai 2011

    Hallo,
    es wäre wirklich an der Zeit, dass sich gerade die Doktoranden und Post-Docs organisieren unmöglich ist es sicher nicht. Hobbyforschung ist leider nicht so einfach in gewissen Fachbereichen.

    Allerdings muss ich auch klar sagen, dass ich wenig Mitleid mit Wissenschaftlern habe, die bei einem 20h-Vertrag 60 Stunden und mehr die Woche arbeiten und dann rumjammern. In den meisten Fällen zwingt sie niemand dazu. Meistens ist es nur der eigene Ehrgeiz, die Angst, nicht in 3 Jahren fertig zu werden, manchmal Leidenschaft (die jammern dann aber wenigstens nicht), oder die Angst, auf den Prof. nur ja nicht fauler zu wirken als die Kollegen. “Zwang” ist aber etwas anderes, und seien wir ehrlich: In vielen Fällen wird der Vertrag auch problemlos für ein viertes oder fünftes Jahr verlängert, oder könnte sich der Doktorand in dieser Zeit auch durch Nebenjobs über Wasser halten.
    Wer also das Gefühl hat, zuviel zu arbeiten, der sollte sich mal ernsthaft fragen, wieviel davon in Wirklichkeit Konkurrenzangst und eigene Eitelkeit ist und ob einem die unbestimmte Hoffnung auf eine Super-Publikation im Lebenslauf oder die Bestnote bei der Blitz-Promotion wirklich mehr wert ist als die eigene Lebenszufriedenheit. Und warum man eigentlich diesen Beruf gewählt hat???

    (Allerdings können tatsächlich die wenigsten nach 20h heimgehen und wer weiterkommen will, begreift schnell, dass Wissenschaft wenig mit Idealismus, aber viel mit Geldnot, Publikationsdruck und Konkurrenz zu tun hat. Mir persönlich hat das die Freude daran verleidet und zur Einsicht verholfen, dass ich mit der gleichen Motivation einen stinknormalen Wirtschaftsjob ausüben könnte. Nach der Promotion werde ich mir definitiv eine Stelle außerhalb suchen.)