Matthew Bailes ist ein Astronom aus Australien und kürzlich haben er und seine Kollegen eine coole Entdeckung gemacht: Sie fanden einen extrasolaren Planeten der einen toten Stern umkreist und aus Diamant besteht. Eine solche Geschichte zieht natürlich die Aufmerksamkeit der Medien nach sich; einen Planet aus Diamant lässt sich niemand entgehen. Bailes hat nun ein wenig über die mediale Anteilnahme nachgedacht und einen lesenswerten Artikel darüber geschrieben der momentan zu Recht in Blogs und den sozialen Medien die Runde macht.

Zu Anfang stellt er klar, dass seine Entdeckung zwar schon ziemlich cool war und auch für die Spezialisten sehr wichtig, im großen und ganzen aber jetzt nicht unbedingt revolutionär:

“Sure, there are probably somewhere between six and a dozen quite important theoretical astrophysicists around the world who would have been thrilled at the news (after all, the diamond planet fills a gap in the binary pulsar family). But in the overall scheme of things, it isn’t that important. And yet the diamond planet has been hugely successful in igniting public curiosity about the universe in which we live.”

Die Medienberichte über den Diamantplaneten waren alle ausschließlich positiv, so wie es bei dieser Art der wissenschaftlichen Berichterstattung meistens der Fall ist. Mit einer Ausnahme, auf die Bailes explizit hin weist: Klimaforschung

“Imagine for a minute that, instead of discovering a diamond planet, we’d made a breakthrough in global temperature projections. Let’s say we studied computer models of the influence of excessive greenhouse gases, verified them through observations, then had them peer-reviewed and published in Science. Instead of sitting back and basking in the glory, I suspect we’d find a lot of commentators, many with no scientific qualifications, pouring scorn on our findings.”

Die Leute würden probieren, die Forscher zu diskreditieren, die Forschung anzweifeln und generell jede Menge Drama, Aufregung und Ärger produzieren. Aber, und das ist ein sehr wichtiger Punkt, die Methode mit der die Ergebnisse gewonnen werden unterscheiden sich in Astronomie und Klimawissenschaft nicht:

“It may come as a big surprise to many, but there is actually no difference between how science works in astronomy and climate change – or any other scientific discipline for that matter. We make observations, run simulations, test and propose hypotheses, and undergo peer review of our findings.”

Natürlich gibt es überall seltsame Leute, die der Wissenschaft allgemein feindlich gegenüber stehen und alles anzweifeln, was sie produziert. Es gibt die Einstein-Leugner, die Leute die Perpetuum Mobiles bauen bzw. die “freie Energie erforschen” wie es ja mittlerweile heißt; es gibt Astrologen, UFO-Gläubige, Wasserbeleber und eine ganze Armee anderer Pseudowissenschaftler und “Alternativforscher”, die mit Begeisterung jedes Ergebnis der echten Wissenschaft kritisieren. Meistens natürlich, ohne dabei Ahnung vom Thema zu haben und so gut wie immer, ohne irgendwelche wissenschaftlich brauchbaren Argumente vorbringen zu können. Deswegen werden diese Leute im Allgemeinen auch zu Recht ignoriert. Mit einer Ausnahme, sagt Bailes:

“But on occasion those from the fringe of the scientific community will push a position that is simply not credible against the weight of evidence.This occurs within any discipline. But it seems it’s only in the field of climate science that such people are given airtime and column inches to espouse their views.”

Es gibt nur eine Wissenschaft und eine wissenschaftliche Methode. Aber wenn es um Klimaforschung geht, dann scheinen auch ansonsten relativ vernünftige Menschen das plötzlich zu vergessen und all die Pseudowissenschaftler die ansonsten ignoriert werden, bekommen unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit. Ergebnisse der Klimaforschung werden generell angezweifelt; es wird ausgeblendet, dass sie auf die gleiche Art und Weise gewonnen wurden wie der Rest der wissenschaftlichen Erkenntnisse und man unterstellt den Klimaforschern irgendwelche zweifelhaften Motive. Man untersucht ihre Vergangenheit und forscht nach, ob sie irgendwann schon irgendwo mal einen Fehler gemacht haben (Wissenschaftler machen alle Fehler, das ist Teil der Methode) und wenn sie fündig werden, wird das triumphal in den Medien präsentiert, selbst wenn die Anschuldigungen sich als völlig fiktiv heraus stellen. Wenn es um Klimaforschung geht, dann tun die Leute plötzlich so, als handle es sich hier nicht mehr um Wissenschaft und ignorieren die Ergebnisse. Das kann nur schiefgehen, sagt Bailes:

“The scientific method is universal. If we selectively ignore it in certain disciplines, we do so at our peril.”

Da hat er völlig Recht! Lest den ganzen Artikel von Bailes, es lohnt sich!

Kommentare (72)

  1. #1 2stein
    14. September 2011

    @florian

    ” Es gibt nur eine Wissenschaft “

    Die Physik ? 🙂

  2. #2 Christian (P-chan)
    14. September 2011

    Klar, wer will schon gerne glauben das die menschheit mit vollgas auf eine katastrophe zurennt. ….ich wünschte ich könnte das auch alles ausblenden, bin aber leider nicht dumm genug dafür. Ändern kann ich es ja sowieso nicht. *vogel-strauß methode anwenden will*

  3. #3 Evil Dude
    14. September 2011

    Das ist doch bestimmt der Heimatplanet der Diamantkinder.
    SIE sind doch unter uns!111elfeins1!!! 😉

    Aber imho unterscheiden sich die Klima”skeptiker” schon recht deutlich von “Esoterikern” und Cranks wie Einstein-Leugner und ähnlichen.
    Esoteriker usw. glauben den Mist wirklich oder sind skrupellos genug, völlig wertlosen Müll denen, die einfältig genug sind, für viel Geld zu verkaufen. “Cranks” glauben nach meiner Einschätzung den Mist, den sie verzapfen auch.
    Klima”skeptiker” hingegen haben imho meist “politisch-wirtschaftliche” Interessen und schalten deshalbe beim Thema Klima das Gehirn aus, lehnen aber Wissenschaft nicht grundsätzlich ab, sondern nur den Teil, von dem sie glauben, er steht mit Klimaforschung im Zusammenhang. Ein schönes Beispiel ist Vince Ebert, er macht sich z. B. recht treffend über Esoterik lustig, äußert aber zum Thema Klima nur Troll-Parolen. Wenn man sich seine Artikel auf der Achse des Blöden anschaut, drängt sich der Eindruck auf, dass er ein “Neo-Liberaler” ist.

  4. #4 Georg Hoffmann
    14. September 2011

    Nu ja, wenn mir natuerlich die Grundaussage mit der einen Wissenschaft gefaellt, ist es doch komplizierter.
    1) Die Leute unterscheiden sehr zwischen einer Entdeckung und der meinetwegen auch finalen Bestaetigung einer Theorie. Eine Entdeckung hat etwas von “ja schau doch hin, da ist es. Du kannst es anfassen, riechen, schmecken etc”, eine wiss Theorie mag in mancher Hinsicht deutlich fundierter, handfester sein als eine solche Entdeckung (die Serie der Annahmen und Messungen bei der Suche nach Diamantplaneten duerfte deutlich laenger und avangardistischer sein als die Grundlagen der Klimaforschung) und doch erscheint eine Theorie wie etwas, was leicht einfach so umgepustet werden koennte.

    2) Alle wissenschaftlichen Ergebnisse, die einen direkten Einfluss auf das Leben haben bzw so gedeutet werden, wird es immer Skepsis haben. Und in der Tat sind ja durchaus einige Masznahmen zum Umweltschutz “wissenschaftlich” begruendet worden, haben sich aber im Nachhinein als für einige profitable Luftnummern herausgestellt. Da sind einige dann schnell dabei, das auf absolut jede Erkenntnis in den Umweltwissenschaften auszudehnen.

  5. #5 Wurgl
    14. September 2011

    Ich finde unter den Klimaskeptikerheinis ja das Argument „In der XYZ-Zeit war auch schon mal die komplette Erde eisfrei“.

    Mag ja stimmen, dass in der XYZ-Zeit das tatsächlich so war.

    Die Standardantwort „Ja, aber damals war auch der Meeresspiegel 100 Meter höher“ führt dann immer zu “lustigen” Diskussionen.

    Nur als Hinweis: Karlsruhe ist 115 Meter über N.N. und Dresden 113…

  6. #6 par
    14. September 2011

    Der genannte Umstand, dass die Klimaforschung derartig unter kritischer Beobachtung steht, vorwiegend durch Leute die wenig bis keine Ahnung, von Klimaforschung oder Wissenschaft im Allgemeinen haben ist meiner Meinung nach keineswegs so überraschend.
    Hierfür gibt es imho verschiedene Gründe:
    Erstmal wird die Klimaforschung bzw. ihre Erkenntnisse zu Klimawandel und deren anthropogen induzierter Klimaveränderung, und vor allem die hieraus folgenden Konsequenzen, in einer sehr breiten Öffentlichkeit diskutiert. Dann bilden diese Erkenntnisse die Grundlage zu durchaus nicht unerheblichen politischen Entscheidungen. Und hier (in der Politik) kommen nunmal verschiedene Interessen und Ansichten (o. Weltanschauungen) ins Spiel die mit eigentlicher Wissenschaft und deren Erkenntnisse nichts zu tun haben. Z.B. die Interessen von Unternehmen, die ihre Gewinne in Gefahr sehen, oder Weltanschauungen (v.a. liberitärer Art) die eben politische Eingriffe (ganz genell) ablehnen. Und eben die Erkenntnisse der Klimaforschung erfordern Eingriffe durch die Politik.
    Und Unternehmen haben Geld und liberitäre Interessensgruppe i. d. R. auch, und diese versuchen nun eben jene Erkenntnisse der Klimaforschung zu diskreditieren um ihnen unangenehme politische Entscheidungen zu verhindern. Dazu werden dann irgendwelche obskuren “Institute” gegründet, die irgendwas publizieren oder an Rufmord grenzende Kampagnen gegen Forscher führen.
    Weshalb auch Journalisten sich hier instrumentalisieren lassen? Wohl deshalb, weil auch Journalisten Weltanschauungen haben und zum anderen Werbekunden brauchen. Und weil sich “irgendwas mit Klima” immer gut für Schlagzeilen eignet. Das alles ist nun nichts neues, jedoch meine ich wahrnehmen zu können, dass die Gruppe der “Klimaskeptiker” immer effektiver und lautstarker wird.

    Und natürlich sind die wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaforschung und der Astronomie letztlich die gleichen. Aber bei der Astronomie und der Entdeckung eines Diamantplaneten geht es ja nicht um Politik. Und deshalb der Unterschiedliche Maßstab…

  7. #7 Physiker
    14. September 2011

    @Georg Hoffmann:

    Die Leute unterscheiden sehr zwischen einer Entdeckung und der meinetwegen auch finalen Bestaetigung einer Theorie. […] und doch erscheint eine Theorie wie etwas, was leicht einfach so umgepustet werden koennte.

    Das ist absolut richtig: die Leute, d.h. die Allgemeinheit macht diese Unterscheidung. Bleibt die Frage ob das aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Ich habe nämlich den Eindruck, dass Entdeckungen viel zu oft unhinterfragt in den Medien für bare Münze gehalten werden, obwohl sich dann in den darauffolgenden Veröffentlichungen herausstellt, dass das, was man vermeintlich anfassen/riechen/schmecken kann, sich bei genauerer Betrachtung doch ganz anders anfühlt/riecht/schmeckt (mal sehen ob nicht auch der Diamantplanet seinen Glanz einbüssen wird…).

  8. #8 nihil jie
    14. September 2011

    für so manchen geldgeilen Kapitalisten muss das ein Horrorszenario sein… ein ganzer Planet aus Diamant und sie kommen an den Stoff nicht dran *gg aber so wie ich diese nimmer satten Kraken kenne, freuen sie sich auch gleichzeitig darüber, dass niemand dran kann 😉

    naja… das war gerade nicht direkt zum Thema, aber es hat mich ziemlich in den Fingerchen gejuckt *breit grins*

  9. #9 Christian 2
    14. September 2011

    Das was die Klimaforschung so problematisch macht sind die Klimafaktoren, die mit hineinspielen. Es können nicht alle Faktoren berücksichtigt werden, was das Klima ziemlich unberechenbar macht. Das die Klimaforschung behauptet gesicherte Erkenntnisse über zukünftige Veränderungen zu haben, steht also auf wackeligen Füßen.
    Jeder weiß, das ein Flügelschlag eines Falters in Asien möglicherweise gutes oder schlechtes Wetter in Deutschland beeinflusst. Ähnlich komplexe Zusammenhänge ergeben sich beim Klima.
    Wer kennt denn die genauen Einflussgrößen? Und wer zieht sie in die Klimabilanzen hinein?
    Das hat nichtmals vordergründig etwas mit Interessenkonflikten zu tun. Es ist offensichtlich, das unser weltweites Klimageschehen unendlich komplex ist. Den Fehler den die Wissenschaftler vielleicht begehen ist, das sie diese Komplexität in der grundlegenden Diskussion auf CO2 beschränken. Für mich persönlich ist das der Witz an der Sache.

    Wissenschaft macht sich lächerlich mit der Aussage, der Klimawandel hänge einzig und allein am CO2. Alternative oder ergänzende Erklärungsmodelle werden abgewunken.
    Für mich ist das keine Wissenschaft, sondern mehr die Meinung eines Interessenverbandes, der mit dem Umweltthema CO2 Geld verdienen möchte. Nein, das Klima lässt sich nicht nur auf CO2 reduzieren. Wenn es so einfach wär, dann verstehe ich nicht, warum die Wetterprognosen zu 50% falsch sind.

    Das Klimaelend CO2 hat durchaus vergleichbare Parallelen zur Astronomie, bei der ja die Stringtheorie die momentan einzig gültige ist. Alternative Ideen werden zwar toleriert, aber gern belächelt. Wobei man die Stringtheorie (besser Stringhypothese) genauso schnell durch den Kakao ziehen könnte (Und gelegentlich auch macht).

    Da ist die CO2- Theorie ja noch besser aufgestellt, da sich zumindest einige Daten mit einer Klimaerwärmung in Verbindung bringen lassen. Doch die Simplifizierung auf den Buhmann CO2 bricht ihr das Genick. Die Stringtheorie ist komplex, und für viele allein deswegen reeller- Die CO2- Theorie unpassenderweise leider nicht.

  10. #10 Georg Hoffmann
    14. September 2011

    @Christian2
    “Ähnlich komplexe Zusammenhänge ergeben sich beim Klima. ”
    Noe. Komplex heisst nicht chaotisch. Und die Statistik eines chaotischen Systems kann durchaus sehr gut beschrieben werden.

    “Den Fehler den die Wissenschaftler vielleicht begehen ist, das sie diese Komplexität in der grundlegenden Diskussion auf CO2 beschränken. ”

    Mal abgesehen davon, dass das die Wissenschaftler ohnehin nicht tun, ist es in der Tat so, dass je laenger man sich die Erdgeschichte anschaut um so dominierender ist das CO2.
    http://www.scienceblogs.de/primaklima/2009/12/der-zweite-tag-hatte-einen.php

    Aber wir wollen hier ja jetzt mal nicht Klimaforschung diskutieren. Die Frage von Florian oben war doch, warum zB Sie (oben waren es die Medien) eine hochkomplexe Analyse die mit einem Diamantenplaneten in einigen Lichtjahren distanz daherkommt als interessante Information schlucken und bei einer ebenso komplexen Analyse in den Klimawissenschaften etwas von Komplexitaet murmeln und was da die Forscher korrupterweise alles falsch machen.
    Meinen Sie wirklich, es liegt daran, dass Sie bei der Exo-Planeten Physik soviel besser bescheid wissen? Oder koennte es nicht doch daran liegen, dass einige politische Konsequenzen, die Sie vermuten, Ihnen nicht gefallen?

  11. #11 pate
    14. September 2011

    Naja, also für mich liegt die ganze Skepsis auch irgendwo darin begründet, dass man wenn man in die nahe Vergangenheit schaut man zwangsläufig das Gefühl haben muss, dass es immer irgendein Horrorszenario gab das von den Medien aufgepumpt wurde und wo allen Panik und Angst eingeredet wurde und das sich am Ende alls doch wild herausstellte.
    Letztes Jahr wars die Schweinegrippe, davor Vogelgrippe, BSE und ganz früher Waldsterben. Irgendwie verständlich das man irgendwann skeptisch wird wenn man von der neuesten Katastrophe liest oder hört. Würde einen ja kaum noch wundern wenn Übermorgen ein seriöser Wissenschaftler stichhaltig beweisen kann, dass das alles doch ganz anders ist und alles nicht so wild wird wie befürchtet…

    ganz abgesehen davon, dass ich finde das vieles was wegen Klimawandel momentan gemacht wird in die völlig falsche Richtung läuft. Es wird immernoch versucht das ganze zu verhindern oder es abzuschwächen, ich finde aber das ganze geld wäre viel besser in eine Art der Vorbereitung investiert. Aufhalten lässt sich die Erwärmung ja eh nichtmehr, warum bereiten wir uns dann nicht endlich mal darauf vor? Aber um das Thema gehts hier ja nicht..

  12. #12 Physiker
    14. September 2011

    Vielleicht liegt das auch einfach nur an dem generellen Bedürfnis Mitreden zu wollen: In der modernen Physik kann kein Laie mehr mitreden, in Chemie sowieso nicht, in den Wirtschaftswissenschaften fehlen die einfachsten Grundbegriffe, etc.
    Was bleibt ist eben nur das Wetter/Klima – da kann und will jeder mitreden.
    Vielleicht sind die Klimawissenschaften (deshalb) auch ein Opfer ihrer erfolgreichen Kommunikation mit der Öffentlichkeit geworden: Wir sind inzwischen so gut informiert, dass jeder mitreden kann/meint mitreden zu können.

  13. #13 Bullet
    14. September 2011

    *cough, cough*

    Jeder weiß, das ein Flügelschlag eines Falters in Asien möglicherweise gutes oder schlechtes Wetter in Deutschland beeinflusst.

    *cough, cough*
    Jeder weiß.

    Zieh dir deine Hose bitte wieder an. Das gehört nicht hierher.

  14. #14 Georg Hoffmann
    14. September 2011

    @pate
    “Letztes Jahr wars die Schweinegrippe, davor Vogelgrippe, BSE und ganz früher Waldsterben. ”

    Der besondere Tick daran ist ja gerade, dass hier Wissenschaft sehr nah am Menschen dran ist. In der Kosmologie war das Universum auch schon mal stabil, jetzt dehnt’s sich aus und keiner sagt: Denen vertraue ich nicht mehr, mal so mal so. Man ackzeptiert den Krabbengang des Fortschritts (mal seitwaerts, mal rückwaerts etc).

    Aber selbst dann ist Ihre Liste “ungerecht”. Nehmen wir mal an Schweinegrippe und Vogelgrippe waeren voellige Fehlbuchungen gewesen, dann wuerde Sie doch nicht den Sinn aller Impfungen und der gesamte Medizin beweifeln?

    Zum Thema Adaptation sind wir einer Meinung.

  15. #15 Physiker
    14. September 2011

    @pate:

    Naja, also für mich liegt die ganze Skepsis auch irgendwo darin begründet, dass man wenn man in die nahe Vergangenheit schaut man zwangsläufig das Gefühl haben muss, dass es immer irgendein Horrorszenario gab das von den Medien aufgepumpt wurde und wo allen Panik und Angst eingeredet wurde und das sich am Ende alls doch wild herausstellte.
    Letztes Jahr wars die Schweinegrippe, davor Vogelgrippe, BSE und ganz früher Waldsterben.

    Wenn das alles doch nicht so wild war, dann sollten Sie konsequenterweise dafür plädieren die Filter/Rauchgasentschwefelungsanlagen/Katalysatoren in Autos wieder zu entfernen, sich dafür einsetzen, dass BSE infiziertes Rindfleisch wieder auf den Markt kommt und weitere Tierseuchen unbeobachtet grasieren können.
    Aus weiteren prognostizierten und “milde” verlaufenen “Horrorszenarien” könnte man dann fordern, dass FCKW in Kühlschränken wieder erlaubt wird, sich EHEC frei entfalten darf, die Aids-Präventionskampagnen eingemottet werden und das Beobachtungsprogramm für Asteroiden die sich auf Kollisionskurs mit der Erde befinden eingestellt wird.
    Seltsamerweise fordert das niemand.
    Obwohl das genau den Nerv der Klimaskeptiker treffen würde: Vorsorge – nein danke.

  16. #16 par
    14. September 2011

    @ Christian 2
    “Wenn es so einfach wär, dann verstehe ich nicht, warum die Wetterprognosen zu 50% falsch sind.”
    Vielleicht weil das Wetter wenig bis nichts mit dem Klima zu tun hat?

    Das Problem zeigt sich hier ja ganz gut. Ausgehend von einer bestimmten poltischen Grundausrichtung konsumiere ich bestimmte Medien und meide andere. Wenn dann halt, rein fikitv, in der “Welt” ein Artikel über den genannten Diamantenplaneten zu lesen ist und direkt nebendrann ein, sagen wir mal kritischer, Artikel über irgendwelche Erkenntnisse in der Klimaforschung lese, dann bin ich eher dazu verleitet der kritischen Einstellung gegenüber der Klimaforschung zu folgen.

  17. #17 par
    14. September 2011

    @Physiker

    Das hat wenig mit “Vorsorge- nein Danke.” zu tun, sondern ganz überwiegend mit “Staat- nein Danke.”

    Und mangelnde Kenntniss hält in der Regel niemanden davon ab irgendwo mitreden zu wollen. Nicht bei Wirtschaftswissenschaften(Euro, Griechenland usw.), Medizin (Homöopathie, Alternativmedizin) und dann halt auch nicht bei Klimaforschung…

  18. #18 stillerleser
    14. September 2011

    Naja, also für mich liegt die ganze Skepsis auch irgendwo darin begründet, dass man wenn man in die nahe Vergangenheit schaut man zwangsläufig das Gefühl haben muss, dass es immer irgendein Horrorszenario gab das von den Medien aufgepumpt wurde und wo allen Panik und Angst eingeredet wurde und das sich am Ende alls doch wild herausstellte.
    Letztes Jahr wars die Schweinegrippe, davor Vogelgrippe, BSE und ganz früher Waldsterben.

    Die Horrorszenarien welche wir dank Gegenmaßnahmen verhindern konnten (Waldsterben,Ozonschicht) wurden von Physiker schon erwähnt. Ich möchte ergänzen dass es sich beim Thema Klimawandel durch CO2 in keinster Weise um ein Modethema handelt. Ich habe schon Mitte der 80er Jahre in Büchern lesen müssen was uns durch den steigenden CO2-Gehalt blühen könnte. Zu der Zeit war in den Massenmedien noch keine Rede davon. Durch die “Mikroeiszeit” von den 70ern bis Mitte der 80er war in Mitteleuropa auch noch nichts davon zu spüren. Die Gletscher in den Bergen beispielsweise gingen zwar allmählich zurück, ab was sich seither dort katastrophales abspielt (vor allem seit 2003) hat sich wohl der ärgste Pessimist nicht träumen lassen (zumindest nicht zu so einem frühen Zeitpunkt).

  19. #19 Physiker
    14. September 2011

    @par:

    Das hat wenig mit “Vorsorge- nein Danke.” zu tun, sondern ganz überwiegend mit “Staat- nein Danke.”

    Der Unterschied bezüglich der Forderungen von Klimaskeptikern und Klimaforschern besteht ja nicht in der Adaption (siehe letzten Kommentar von Georg Hoffmann). Auch wenn uns das die Klimaskeptiker glauben lassen wollen. Nein – der grosse Unterschied besteht darin, dass Klimaskeptiker Vorsorgemassnahmen aus Prinzip ablehnen (unter anderem weil sie, wie von Ihnen genannt, ein Eingreifen des Staates ablehnen). Was ich nun seltsam finde, ist, dass keiner derjenigen die “Staat – nein Danke” proklamieren, die (oben aufgezählten) staatlichen Massnahmen zurücknehmen will, obwohl sie doch Folge zu “milde” ausgefallener “Horrorszenarien” seien.
    Das ist schizophren.

    Und mangelnde Kenntniss hält in der Regel niemanden davon ab irgendwo mitreden zu wollen. Nicht bei Wirtschaftswissenschaften(Euro, Griechenland usw.), Medizin (Homöopathie, Alternativmedizin) und dann halt auch nicht bei Klimaforschung…

    Das habe ich auch nicht behauptet. Übrigens denke ich im Gegenteil, dass man den Klimaskeptikern, Alternativmedizinanhängern, etc. gar nicht den Vorwurf der “mangelhaften Kenntniss” machen darf. Denn meiner Beobachtung nach strotzen diese nur so vor Detailwissen, das mich ehrlich gesagt nicht mal interessiert. Das Problem liegt nicht an zu wenig Wissen, sondern an einer falschen Einordnung/Beurteilung dieser Detailkenntnisse – meistens weil manchen Fachbegriffen gerade in der Medizin, Klimaforschung, etc. eine andere Bedeutung haben als in der Alltagssprache.

  20. #20 pate
    14. September 2011

    @Georg Hoffmann und Physiker:

    ja natürlich, ihr habt ja Recht. Vorsorge ist sicher eine wichtige und gute Sache und man sollte sich darum Gedanken machen wenn man ein zukünftiges Problem erkennt. Aber in der allgemeinen Wahrnehmung kommt es halt wirklich so rüber, als würde die Berichterstattung (und damit auch die Wissenschaft, wohlgemerkt nur in der allgemeinen Wahrnehmung) nur von einem Horrorszenario zum nächsten hecheln, und irgendwann hört man dann nichtsmehr davon oder jemand gibt zerknirscht Entwarnung.
    Ich nehme den Klimawandel durchaus ernst, aber ich kann auch verstehen wenn sich der ein oder andere ein wenig veralbert fühlt wenn er ständig neue Horrorszenarien vorgezeichnet bekommt, die dann irgendwann alle doch nicht so schlimm waren.

    Man weiß einfach nichtmehr was man glauben und wem man vertrauen kann. Man muss immer bei jeder Prognose befürchten, dass doch nur wieder irgendwelche wirtschaftlichen Interessen dahinter stehen. Auch am Klimawandel verdienen sich wieder einige Leute dumm und dusselig. Ich bin hier jobbedingt ziemlich nah an diesem ganzen Photovoltaik-Boom dran. Wenn ich da sehe welche Summen da in die Hand genommen werden, wie viel Arbeit das mit sich bringt bei den Verteilnetzbetreibern und wie wenig das alles am Ende bringt, dann kann ich nurnoch mit dem Kopf schütteln.

  21. #21 Physiker
    14. September 2011

    @pate:

    Aber in der allgemeinen Wahrnehmung kommt es halt wirklich so rüber, als würde die Berichterstattung (und damit auch die Wissenschaft, wohlgemerkt nur in der allgemeinen Wahrnehmung) nur von einem Horrorszenario zum nächsten hecheln, und irgendwann hört man dann nichtsmehr davon oder jemand gibt zerknirscht Entwarnung.

    Ja, das stimmt.
    Wenn wir aber mal über den Tellerrand schauen, dann würden wir erkennen, dass Nachrichten nicht grundsätzlich negativ sein müssen. In Frankreich z.B. wird ca. die Hälfte der Zeit in den 8Uhr Nachrichten über erfreuliches berichtet. Tja, aber die Medien bringen eben genau das, was der Konsument erwartet…

  22. #22 Florian Freistetter
    14. September 2011

    @Christian: “Es können nicht alle Faktoren berücksichtigt werden, was das Klima ziemlich unberechenbar macht.”

    Die Realität hat immer zuviele Faktoren um sie alle zu berücksichtigen. Das gilt fürs Klima so wie für alle anderen Objekte wissenschaftlicher Untersuchung. Das heisst aber nicht, dass Wissenschaft keine vernünftigen Aussagen machen kann.

  23. #23 par
    14. September 2011

    @ Physiker

    Sie habe recht… Eine gewisse kognitive Dissonanz bei den Klimaskeptikern scheint recht naheliegend, oder;)?

    Zu der Verwechslung von Begriffen: Auch hier mögen Sie recht haben. Zu überlegen wäre nur, ob das durch gewisse Kreise gezielt ausgenutzt wird, im Falle der Klimaforschung (aber nicht nur hier…).
    Ich denke auch nicht das entsprechendes Fachwissen Voraussetzung für “mitreden” sein sollte… Wie Sie sagen, es ist ja auch nicht das Problem.
    Zusätzlich zur falschen Einordnung des Detailwissens, fehlt es wahrscheinlich auch an Medienkompetenz.

  24. #24 Christian 2
    14. September 2011

    Ich bin scheinbar der einzigste seit Jahren hier, der überhaupt CO2 als alleiniger Klimakiller anzweifelt. Der geringste Zweifel an dieser These ist ja geradezu verpönt.
    Das ich so argumentiere hat seine Gründe, auf die ich schon oft eingegangen bin.

    Ich laufe nicht irgendwelchen Klimaskeptikern hinterher, wundere mich nur warum immer wieder auf Skeptikern herumgehackt wird (Ehrlichgesagt is es mir völlig schnuppe, was die sagen).

    Zweifel zu haben macht die Sache doch viel spannender. Einfach nur stur einem Credo folgen ist genauso verkehrt, wie es völlig abzulehnen.

    Ich bin der Ansicht, das man sich einfach mal ein Bild der Erde vor der industriellen Revolution machen sollte. Wälder, wohin das Auge blicken konnte.

    Und dann sollte man sie die Welt von heute ansehen. Kahle Flächen, Städte und Landwirtschaft in Extremform, wohin man blicken kann.
    Das sich mit dem Aussehen der Erde auch das Klima radikal wandelt, ist doch ein ganz logischer Schluß, den man ziehen muss.
    Möglicherweise sind wir gerade dabei aus der Erde in Rekordzeit einen Wüstenplaneten zu machen, gerade weil wir unsere natürlichen Klimaregulatoren vernichten bzw. schon zum Großteil vernichtet haben.

    Trifft meine Vermutung zu, so ist es für Gegenmaßnahmen längst zu spät. Außer man würde morgen damit beginnen, sein ganzes Leben (Und das der Wirtschaft) um 180 Grad zu drehen. Was nicht passieren wird.

    Undere Umwelt wird rigoros kaputtgewirtschaftet. Und niemanden stört´s. Ein Glück, das das dicke Ende erst noch aussteht.

  25. #25 Physiker
    14. September 2011

    @Christian 2:

    Ich bin scheinbar der einzigste seit Jahren hier, der überhaupt CO2 als alleiniger Klimakiller anzweifelt.

    Definitiv ja, denn alle anderen zweifeln nicht mehr sondern haben schon längst akzeptiert, dass neben CO2 auch noch Methan, Stickoxyde, Lachgas, FCKW, Ozon, Wasserdampf, veränderte Landnutzung, Aerosole, Russ, Wolken, Kondensstreifen und die Sonne einen Einfluss auf das Klima haben.
    Übrigens würde es mich interessieren, ob der von Ihnen beschriebene Effekt der Versteppung/Desertifikation überhaupt in der Summe einen positiven Beitrag zur Klimaerwärmung macht, oder ob er nicht umgekehrt sogar einen kühlenden Effekt auf das globale Klima hat. Denn eine Waldfläche ist um einiges dunkler als eine Wüste (Albedo-Effekt).

  26. #26 isthmus
    14. September 2011

    Die Klimaforscher teilen das Schicksal von Lehrern und Fußballbundestrainern: Jeder, der schonmal in einer Schule war, weiß über Lernen Bescheid, jeder der schonmal ein Fußballspiel gesehen hat, weiß wie man Weltmeister wird und jeder, der schonmal erlebt hat, dass der Winter kälter ist als der Sommer, kann sich zur Klimaforschung prima äußern.

    Diamatplaneten sind dagegen ein relativ exklusives Arbeitsfeld, weil die meisten ja garkeinen echten Schmuck im Haus haben 🙂

  27. #27 isthmus
    14. September 2011

    Die Klimaforscher teilen das Schicksal von Lehrern und Fußballbundestrainern: Jeder, der schonmal in einer Schule war, weiß darüber Bescheid, wie Lernprozesse funktionieren, jeder der schonmal ein Fußballspiel gesehen hat, weiß wie man Weltmeister wird und jeder, der schonmal erlebt hat, dass der Winter kälter ist als der Sommer, kann sich zur Klimaforschung prima äußern.

    Diamatplaneten sind dagegen ein relativ exklusives Arbeitsfeld, weil die meisten ja garkeinen echten Schmuck im Haus haben 🙂

  28. #28 Roland
    14. September 2011

    @ Christian 2:

    Ich bin der Ansicht, das man sich einfach mal ein Bild der Erde vor der industriellen Revolution machen sollte. Wälder, wohin das Auge blicken konnte.

    Ein verbreiteter Irrglaube. Der Mittelmeerraum wurde lange, lange vor der industriellen Revolution abgeholzt. Und auch in Mitteluropa fanden enorm große Abholzungen vorher statt, um Ackerland zu schaffen. Und riesige Gebiete der Erde waren schon seit der Eiszeit nicht von Wäldern bedeckt.

  29. #29 EisbärIn
    14. September 2011

    Vergleichen kann man ja, so wie man Äpfel mit Birnen vergleichen kann, auch Diamantplaneten mit dem Klimawandel (bzw. die Forschung darüber), man kann aber beim Vergleichen auch ganz schön daneben liegen.
    Ich selbst habe mal vor langer Zeit Physik studiert, bin aber dann nicht als Physiker tätig gewesen. In der damaligen DDR (ich bin Ossi) hat man uns während des Physikstudiums beigebracht, dass wir Forschungsergebnisse immer kritisch hinterfragen sollen. Einige unserer damaligen Dozenten vertraten die Auffassung, dass alles eh nur Modelle sind, die nur Näherungen bieten, und immer durch Messung bestätigt werden müssen. Das war damals natürlich keine offizielle Lehre. Man ging von objektiv erkannten Naturgesetzen aus. Daraus schloss man, dass es objektive Gesetze auch im Bereich des menschlichen Zusammenlebens (in der Gesellschaft) gibt. Diese Gesetze in der Gesellschaft wurden dann von Gesellschaftswissenschaftlern nach streng wissenschaftlichen Methoden (Postulat im obigen Post: „Es gibt nur eine Wissenschaft und eine wissenschaftliche Methode“) erforscht. Die damaligen Gesellschaftswissenschaftler haben ihre Erkenntnisse dann mit einer ähnlichen Entschiedenheit vertreten, wie das heute die Klimawissenschaftler tun (jetzt habe ich auch verglichen 😉 ). Irgendwie muss das auch Wissenschaft gewesen sein, viele von denen waren auch nach der politischen Wende weiter Wissenschaftler, ihre akademischen Titel wurden sowieso anerkannt. Die objektiv erkannten Gesetze der Gesellschaftswissenschaftler bildeten aber offenbar doch keine so gute Grundlage für die Praxis, der Kommunismus sowjetbolschiwistischer Prägung ist, zumindest in Europa, als offizielles Staatsprinzip verschwunden (Gott sei es gedankt!). Vielleicht gibt es tatsächlich so etwas wie objektiv wirkende gesellschaftliche Gesetze, die damalige Gesellschaftswissenschaft war aber weit von einer etwaigen Erkenntnis dieser Gesetze entfernt.
    Ich bin nicht generell wissenschaftskritisch. Ich habe im Gegenteil sehr viel studiert, habe mich später auch noch der Mühe unterzogen, ein weiteres Universitätsstudium mit Diplom abzuschließen, da ich schon der Meinung bin, dass man sich nur durch gründliches Studieren das für qualifizierte Entscheidungen erforderliche Wissen aneignen kann. Trotzdem betrachte ich die Ergebnisse von Wissenschaft auch kritisch. Je komplexer die Sachverhalte sind, umso mehr können auch wissenschaftliche Ergebnisse neben der beobachtbaren Realität liegen. Während meines Berufslebens habe ich sehr oft über komplexe Sachverhalte entscheiden müssen. Manchmal habe ich nach sorgfältiger Abwägung auch anders entschieden, als es von Wissenschaftlern (die zudem manchmal unterschiedliche Meinungen vertreten haben) geraten wurde.
    An der Klimaforschung stört mich persönlich der missionarische Eifer, mit dem hier Ergebnisse propagiert werden. Ich spare es mir hier, öffentlich propagierte Voraussagen aufzulisten, die so doch nicht eingetreten sind. Sicher hat auch die Presse ihren Teil dazu beigetragen, aber Klimaforscher haben sich doch offenbar widerspruchslos zitieren lassen. Solcher missionarischer (ich will nicht sagen ideologischer) Eifer gehört eigentlich nicht zu sachlicher und nüchterner Forschung. Wenn Ergebnisse breitenwirksam propagiert werden, dann sollte das nur geschehen, wenn diese ausreichend verifiziert worden sind. Diese ganze Hype schadet jedenfalls dem Ansehen der Wissenschaft. Hier, lieber Astrodictum Simplex, seid ihr Naturwissenschaftler gefragt. Die Naturwissenschaften haben in der Vergangenheit die Basis für unseren heutigen Wohlstand geschaffen, dafür werden die Wissenschaften hoch geachtet. Durch solchen Käse, wie er in der Klimadiskussion verzapft wird, besteht die Gefahr, dass dieser Vertrauensvorschuss verspielt wird.
    Übrigens, es wird immer bemerkt, dass die Klimakritiker wirtschaftliche Interessen haben, dazu wäre zu bemerken, dass es auch auf der Gegenseite handfeste Wirtschaftsinteressen gibt, der sogenannte Klimaschutz ist inzwischen ja ein Milliardengeschäft.

  30. #30 Folke Kelm
    14. September 2011

    @Christian2
    “Ich bin scheinbar der einzigste seit Jahren hier, der überhaupt CO2 als alleiniger Klimakiller anzweifelt.”
    Du hast hier eine sehr selektive Wahrnehmung. CO2 ist erstens kein Killer, das hat auch nie jemand ernsthaft behauptet, sondern ein momentan sehr wichtiger Faktor im Klimageschehen. Es gibt einen haufen anderer faktoren, und du würdest auch wissen welche, wenn Du nur einmal lesen würdest.

    “wundere mich nur warum immer wieder auf Skeptikern herumgehackt wird ”
    Eben weil die meisten Skeptiker eben gerade das NICHT sind, was sie vorgeben zu sein. Die Skeptiker ziehen alles in Zweifel, was Ihnen nicht in den Kram passt, glauben aber alles völlig unskeptisch, was in ihr weltbild passt, ohne sich die geringste Mühe zu machen, den fakten auf den Grund zu gehen.

    “Zweifel zu haben macht die Sache doch viel spannender.”
    Eben das ist das Problem mit den Medien. Hier geht es um Spannung und Verkaufen, nicht um Fakten. Für die Fakten interessiert sich der normale Leser meistens nicht, sondern nur für die Schlagzeile, die Kontroverse, die Neuigkeit. Der Diamantplanet ist die Neuigkeit, Die Klimaskeptiker die Kontroverse. Leider ist die Nachricht, dass sich das Klima ändert aus der Mode gekommen, genauso wie Waldsterben. Nur dass es nicht mehr in den Medien vorkommt, heisst noch lange nicht dass es vorbei ist. Genau das glaubt aber der unkritische, ach so skeptische Leser, oder dass es eben nie stattgefunden hat.

    “Das sich mit dem Aussehen der Erde auch das Klima radikal wandelt, ist doch ein ganz logischer Schluß, den man ziehen muss.”
    Man muss ihn aber nicht nur ziehen, sondern auch belegen, kannst Du das? Belegbar ist dagegen die Wirkung des Kohlendioxids, die Wirkung anderer Treibhausgase und Aerosole, Die Wirkung der Sonne, und zwar theoretisch UND praktisch durch Messungen.

    “Undere Umwelt wird rigoros kaputtgewirtschaftet. Und niemanden stört´s.”
    Und das aus dem Mund eines so skeptischen Menschen wie Du, ich bin sprachlos. Niemanden störts? Sag mal, wie naiv muss man eigentlich sein? was glaubst Du denn warum fast alle Klimawissenschaftler genau das die ganze Zeit in die Welt hinaus schreiben, dass wir unsere Zivilisationsgrundlage zerstören (nicht die Welt, verwechsel das bitte nicht). Entschuldige bitte meinen Sarkasmus, aber mit diesem Satz aus Deiner Feder zeigst Du, dass Du wirklich nicht sehr weit nachdenkst. und vor allem nicht liest. Es gilt ein kleines Zitat aus einem Film den ich mal gesehen habe, ich glaube “The Monkey King”
    “why don´t i understand all these people?”
    “because you are NOT LISTENING!”
    Der Film ist an sich nichts besonderes, aber dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf.

  31. #31 par
    14. September 2011

    @Roland
    Nicht zu vergessen, dass im Zuge der industriellen Revolution auch nicht mehr Holz wichtigster Energieträger war, sondern Kohle. Und dass im Mittelmeerraum, aber auch in nördlichen Gefilden, Wälder vor allem für den Schiffsbau abgeholzt wurden. Und wurde nicht schon vor der industriellen Revolution nachhaltige Forstwirtschaft betrieben?

    @EisbärIn
    Welche wirtschaftlichen Interessen habe denn Ihrer Meinung nach Klimaforscher? Und warum sollten diese nicht neutral forschen (können)?

  32. #32 Wurgl
    14. September 2011

    Ich kann mich noch gut an diesen Artikel erinnern.

    http://www.spektrum.de/artikel/836337&_z=798888 Kostet halt ein paar Euronen.

  33. #33 Folke Kelm
    14. September 2011

    @eisbärin
    Als Physikerin solltest Du wirklich kritisch sein können. Du hast ein (oder sogar 2) Studiengänge hinter Dir, und das sollte Dich befähigen, hinter dem was von der Presse hinausposaunt wird und von Dir zurecht “käse” genannt wird, die quelle des ganzen zuy suchen, und, im Zweifelsfall, schlicht den artikel aus Nature oder science, oder geophysical research Letters etcetc heuaszusuchen, und wenn immer noch Zweeifel bestehen, dem Autor schlicht eine mail zu schreiben oder mal anzurufen. Ob Du es glaubst oder nicht, so mache ich das, und ich hab noch nie auf Granit gebissen. Wenn du das so tun würdest, würdest du erkennen, dass das, was Du als Käse bezeichnest, nichts ist als ein Zerrbild der pressemeinung, ein Verkaufstrick für Zeitungen.
    Und jetzt sei mal wirklich kritisch und frage dich, was haben denn die Klimawissenschaftler für Belege. Glaubst Du nicht, dass die Wissenschaft dahinter (seit etwa 1860, erster Artikel über anthropogenen Klimawandel 1896!) mittlerweile sehr gut untermauert ist? Wir haben theoretische Berechnungen,, die sich in der Praxis bestätigen. Die Theorie (Sag jetzt bloss nicht “es ist ja nur eine Theorie”) lässt seit langem Prognosen zu, die wir zu unserem Erstaunen immer schneller in der Praxis und in den Messungen sehen. Für einen ernsthaften wissenschaftler, der sich seiner Verantwortung bewusst ist, zeigt sich, dass wir hier ein gigantisches Problem vor uns haben. Was soll denn der Wissenschaftler (entschuldigung, es kann ja auch die wissenschftlerin sein, leider gibts in der Geophysik zu wenige Frauen) damit machen?
    Soll er (oder sie) einfach die ergebnisse in Nature veröffentlichen und dann alles im Elfenbeinturm der universitärten Welt einschliessen? Mir als naturwissenschaftler belibt nur eine wahl, wenn ich so ein Problem sehe, ich muss an die Öffentlichkeit. das potentielle Problem hier ist grösser als Waldsterben oder FCKW, und es sind grösser Finanzielle Interessen im Spiel. Du selber sprichst im scghlussatz von milliardengeschäft im Klimaschutz. Wie unkritisch von Dir. Gucke doch einmal hinter die Kulissen und bewerte, welches geschäft denn grösser ist, das mit öl, Kohle Gas, oder das mit alternativen Energien? Wer hat denn hier mehr zu verlieren?

    Ich sehe nichts lieber als das, das alle Klimawissenschaftler (einschliesslich ich selber, auch wenn ich nur am rande mit Klima zu tun hab) sich irren, und das wir alle unsere Bemühungen nur deshalb machen, um endlich sparsamere Autos, geringeren Stromverbrauch und eine allgemein schönere Natur bekommen (was zum T…. soll da dran denn schlecht sein?).
    Leider zeigen bisher so gut wie alle Arbeiten, die uns zeigen, dass alles doch nicht so schlimm ist, dass sie kritischer Betrachtung eben nicht stand halten, während Prognosen von vor 10, 20 30 oder 40 Jahren, die auf der etablierten Wissenscghaft beruhen, leider in den meisten Fällen viel schneller eingetreten sind, als wir es uns ausgerechnet haben.

    Also, was ist denn jetzt genau der Käse, den die Klimawissenschaftler verzapfen?

  34. #34 Folke Kelm
    14. September 2011

    bitte meine schreibfehler, vor allem die gross- und KLEINschreibung zu entschuldigen…..

  35. #35 Christian 2
    14. September 2011

    CO2 wird von allen als Klimakiller verschrien. Dabei ist CO2 bestenfalls ein Teilaspekt der Klimaerwärmung. Das wird dabei immer vergessen. Und es wird nicht ausreichen, CO2 auf 0% zu reduzieren. Da muss mehr geschehen (Nix passiert).
    Was sind denn die Klimaziele der nächsten Jahre? Der Witz des Jahrhunderts?

    Das was ihr propagiert, wird nicht passieren. Zumindest nicht in dem Maße, in dem vielleicht irgendetwas vermieden werden könnte.
    Finanzielle Interessen regieren die Welt. Und solange das der Fall ist, wird sich nichts ändern. Daher auch mein Satz: Die Umwelt wird kaputtgewirtschaftet, und keinen interessiert´s.

    Klar gibt es Leute, die es interessiert. Deren Bemühungen sind aber oft an finanziellen Interessen gekoppelt, was wiederum dazu führt das sich überhaupt nichts ändert.
    Wozu finden denn Klimagipfel statt? Hat sich das mal jemand gefragt? Kaffeekränzchen können sie auch zu Hause halten, ohne die Umwelt mit der Jetterei von A nach B und wieder zurück zu belasten.
    Das Thema wird doch solange toddiskutiert, bis die Metropolen unserer Welt unter Wasser stehen. Erst wenn eine Katastrophe biblischen Ausmaßes eintritt, wird man handeln. So sieht es doch aus.
    Niemanden juckt es vorher. Die Zeche zahlen ja eh erst nachfolgende Generationen (Ein Glück!).

  36. #36 JPeelen
    14. September 2011

    Die Antworten auf Christian2 und Eisbärin scheinen mir das Problem der Klimawissenschaftler überdeutlich zu zeigen: kein Eingehen auf sachliche Bedenken, sondern: “Wir wissen es besser (und zwar seit 1896!) und damit basta.”

  37. #37 TheBug
    14. September 2011

    @eisbärin: Die ganz sachliche und nüchterne Zusammenfassung aller Erkenntnisse über das Klima ist kurz und knapp: Alle bekannten Daten deuten darauf hin, dass sich ein durch menschliche Aktivitäten erheblich beschleunigter Klimawandel in Richtung Erwärmung abspielt, der negative Folgen für die Weltbevölkerung haben wird.

    Behauptungen die sehr wesentlich vom Sinn dieser Formulierung abweichen sind einfach nicht wissenschaftlich korrekt und haben Ihren Ursprung meist in der Politik, Presse und bei den pawlowschen Umweltschützern (das sind die, die Gutes tun wollen aber so wenig Ahnung haben, dass nur Scheiße dabei raus kommt).

    Da die Seite der “Klimaskeptiker”, von mir auch gerne als “Klimakreationisten” bezeichnet, meistens nicht in der Lage ist sachlich zu diskutieren, was an einem glaubensbasierten Weltbild oder mangelnden naturwissenschaftlichen Kenntnissen liegen mag, sehen sich die Verteidiger der wissenschaftlichen Argumentation oft in eine Ecke gedrängt, in der sie nicht sein wollen und zwar in der absolute Aussagen zu treffen.

    Und zu der Frage was wir tun sollten: Es gibt zwei Alternativen. Nichts tun, oder auf eine klimaneutrale Wirtschaft zusteuern (also CO2, Methan, FCK usw. Emissionen Richtung Null reduzieren). Es gibt also vier möglich Endszenarien.

    Tun wir nichts und die vorhergesagte Klimaentwicklung stimmt doch, dann haben wir doch wohl die A*karte.

    Tun wir nichts und die Vorhersage war falsch, dann verbrauchen wir immer noch Ressourcen die immer knapper und teurer werden.

    Tun wir konsequent was und die Vorhersage war falsch, dann haben wir den schlimmen Zustand, dass wir uns von der Abhängigkeit von endlichen Ressourcen befreit haben und schädliche Emissionen praktisch auf Null reduziert haben.

    Wie schrecklich.

    Insbesondere wenn man sich ansieht wie sich die Rohstoffpreise heute schon nach oben bewegen, kann man doch nur sagen, die Nation, die es als erste schafft eine komplette Kreislaufwirtschaft ohne Verbrauch endlicher Ressourcen aufzubauen hat gewonnen.

    Welches ist nun die offensichtliche Option, die wir wählen sollten?

  38. #38 TheBug
    14. September 2011

    @Christian 2: Verstehe ich Dich richtig, dass man nicht mehr über Klimawandel reden sollte, weil eh nicht genug passiert?

    Wäre es nicht viel besser so viele Leute wie möglich davon zu überzeugen, dass der menschengemachte Klimawandel EIN Umweltproblem ist? Die sinnvollen Gegenmaßnahmen würden auch viele andere Umweltprobleme mit erledigen, nicht alle, aber viele.

    Und mit sinnvoll meine ich nicht solche Verarsche wie E10.

  39. #39 Folke Kelm
    15. September 2011

    @jPeelen
    Nein mein Lieber, wir wissen es nicht besser, sondern wir wissen es, untermauert mit Fakten und Beobachtungen. veröffentlicht und für JEDEN, auch für Dich zugänglich. Du könntest es also auch wissen, genauso wie Christian2 und Eisbärin. Erkläre mir doch mal was bei den genannten posts die SACHLICHEN Bedenken sind.

    @Christian2
    Du wiederholst Dich, also tu ich das auch einmal.
    You are NOT LISTENING!
    Keiner, der etwas von der Materie versteht verschreit CO2 als den einzigen Faktor und Klimakiller. Alle, die etwas von der Materie verstehen, bezeichnen CO2 als den momentan dominierenden faktor im Klimageschehen, und den einzigen, an dem wir wirklich etwas tun können

    Das was wir propagieren wird nicht geschehen? das ist mir auch klar, weil es genug Leute gibt die Milliarden Dollar damit verdienen dass nichts geschieht, und die viele millionen Dollar darin investieren, die Leute für dumm zu verkaufen, unter anderem mit Hilfe der Medien. Aber soll ich dann deswegen den Mund halten?
    Oder ist es meine Schuld als Wissenschaftler, dass wir jeden Tag über 80 millionen Barrel Öl verbrauchen?
    Ist es nicht viel mehr meine Pflicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen dass wir hier ein Problem haben, auch wenn die Öffentlichkeit es vielleicht gar nicht wissen will?
    Ich sehe es als meine Pflicht als Wissenschaftler meine Kenntnisse an die Öffentlichkeit weiterzugeben, den Leuten etwas naturwissenschftliche basis zu vermitteln, damit sie die möglichkeit haben, den Dingen einmal wirklich auf den Grund zu gehen und anfangen, selber nachzuforschen in der Litteratur und das ganze kritisch zu werten.
    Klimaforschern missionarischen Eifer vorzuwerfen, oder zu behaupten, in der klimadiskussion werde pauschal “Käse verzapft” ist nicht kritisch, sondern es ist schlicht voreingenommen und völlig unkritisch. Eisbärin hat recht, wenn sie von Käse spricht, sofern sie sich auf die mediale Berichterstattung beschränkt. Sie pauschalisiert das allerdings und geht der Quelle nicht auf den Grund, und genau das ist die Linie an dem sich kritische und pseudokritische Personen unterscheiden.

  40. #40 Christian 2
    15. September 2011

    Das Dilemma ist, das in den Medien und in der Politik nur CO2 als Umweltproblem diskutiert wird, da du ja selbst der Ansicht bist, das wir nur am CO2 etwas ändern könnten (Was so garnicht stimmt).
    Deutschland ist der Vorreiter. Aber selbst Deutschland ist meilenweit davon entfernt, umweltfreundlich zu sein. Nein, wir sind es noch lange nicht. Mindestens die kommenden 20 Jahre bei den Privatautos, und weitere 20-40 Jahre in der Industrie und der Landwirtschaft.

    Den Käse den ihr verzapft habt ist u.a. das die Politiker jetzt meinen, CO2 wär unsere Rettung. Wenn ihr euch mal vernünftig zum Thema äußern würdet, hättet ihr gleichzeitig die Globalisierung als allgemein treibenden Klimafaktor erkannt und angeprangert.

    Ein Schritt zurück wäre der richtige Weg.
    Weg vom extremen Fleischkonsum und der Zerstörung der Regenwälder, der Überfischung der Meere und beispiellosem Artensterben. Weg von Pestiziden und Düngemitteln zurück zu natürlichem Anbau. Der Verzicht von Rapsöl als Biosprit usw.

    Das sind Maßnahmen, die einfach unter den Tisch gekehrt werden. Warum seht ihr euch nicht in der Verantwortung, unsere gesamte moderne Zivilisation in Frage zu stellen? Dann hätte ich nichts zu kritisieren.

  41. #41 TheBug
    15. September 2011

    @Christian 2: Kannst Du mal eine anderen Platte auflegen? Du laberst immer wieder den gleichen Mist von vorne.

    Deinen Schritt zurück kannst Du gerne selber machen, ich habe keine Ambitionen einfach auf nem Baum zu sitzen. Genau solchem ahnungslosen, rein instinktgetriebenem Ökounsinn haben wir solchen Mist wie E10 zu verdanken.

    Eine moderne technische Zivilisation ohne übermäßige Umweltbelastung ist möglich, aber nur mit Leuten die nicht wieder in der Höhle am Feuer sitzen wollen.

  42. #42 Christian 2
    15. September 2011

    Würde man den Fleischkonsum weltweit auf 1 mal wöchentlich begrenzen, wär uns schon geholfen. Mit einem Schritt zurück meine ich nicht, wieder in einer Höhle zu sitzen. Nur ein wenig mehr Rücksichtnahme wäre doch wohl noch drin.

  43. #43 TheBug
    15. September 2011

    Und Du schreibst davon, dass CO2 eine einseitige Sichtweise wäre…

  44. #44 Physiker
    15. September 2011

    @Christian 2:

    Würde man den Fleischkonsum weltweit auf 1 mal wöchentlich begrenzen […]

    Begrenzungen/Verbote sind grundsätzlich problematisch. Man sollte erst einmal die Milliarden-Subventionen für die Fleischproduktion streichen. Und wenn dann ein ganzes Tiefkühlhänchen immer noch teurer als eine Schachtel Müsli ist (wie pervers ist das denn eigentlich?), dann sollte man mit Steuern eingreifen.

    Aber dieses Beispiel zeigt schön, wie unrealistisch es ist, solche simplen Massnahmen politisch durchzusetzen. Gegen Diamantplaneten muss man hingegen nichts tun…

  45. #45 Tim
    15. September 2011

    Finde eine allgemeine Fleischkonsumgrenze auch problematisch.. aber wenn man sich zum Beispiel mal ansieht, was so ein Burger mit 100g (?) Fleisch bei MCD kostet, ist das schon krass und alles andere als realistisch.

  46. #46 Wurgl
    15. September 2011

    Auf einer Sinnlosligkeitsskala von o = kein Fleisch (und damit wenig Methan) bis 10 = nur Fleisch, Steak pur ohne Salat (und damit viel Methan), wo wäre Soylant Green einzuordnen?

    Und nein, mein Kommentar ist nicht menschenverachtend, er ist viel mehr vorschlagsverachtend. Ein Verbot vom Fleisch ist einfach nicht durchzusetzen.

  47. #47 TheBug
    15. September 2011

    @Wurgl: Dabei sind Verbote bei Politikern und Gutmenschen doch so beliebt, man kann damit den dummen Massen am leichtesten beibringen was gut für sie ist.

  48. #48 Alexander
    15. September 2011

    Irgendwie scheinen aber nicht alle der Meinung von Florian und Prima-Klima-Schorsch zu sein. Giaver begründet seinen Austritt aus der American Physical Society genau damit, dass im Bereich Klimawissenschaft mehr Dogmatismus herrscht als sonst in der Physik

    http://liberalesinstitut.wordpress.com/2011/09/15/nobelpreistrager-giaever-verlasst-american-physical-society-wegen-klimawissenschaftlichem-dogmatismus/

  49. #49 Wurgl
    15. September 2011

    Mein Favorit unter den Verboten ist ja die Glühbirne.

    Ich mag das Quecksilber, ich bin süchtig danach! Man sollte damit täglich die Blümchen gießen.

    Meine kaputten Energiesparlampen werde ich nach Brüssel schicken. Sollen die doch damit machen was sie wollen.

    Es gibt eben sinnvolle Verbote (12 an der Zahl *kicher*) und solche die gut gemeint und sonst nix sind.

  50. #50 TheBug
    15. September 2011

    @Wurgl: Das mit der Glühlampe geht ja fast noch, halt erfolgreiches Lobbying der Lampenhersteller, die noch ihre Werke für Energiesparlampen amortisieren wollten bevor die LEDs den ganzen Laden übernehmen.

    Viel spannender ist, dass sich momentan die ECHA damit befasst Galliumarsenid auf die Liste der SVHC (Substances of Very High Concern) zu setzen, damit wird die Verwendung in der EU sowohl als Rohstoff, als auch als Teil von Produkten eingeschränkt und später verboten. Betrifft ja nur den gesamten Mobilfunk, LEDs und Leistungshalbleiter. Kurz gesagt fallen wir auf den Stand der Elektronik der 1980er zurück.

    Und wem das noch nicht reicht, Österreich hat beantragt, dass Siliziumdioxid auch auf die Liste kommt.

    Da kann ich nur sagen, ein Hurra auf die Bildung frei von Naturwissenschaften. Wozu sollte man denn was verstehen davon? Wenn es sich gefährlich anhört, einfach verbieten. Oder wozu sollte man Zusammenhänge betrachten? Wir behaupten einfach Bio ist gut und dann hauen wir die Landschaft voll mit Monokulturen um Biosprit zu erzeugen. Ach ja, Dünger ist schlecht also weg damit, sind eh zu viele Menschen auf diesem Planeten, dann lassen wir doch mal ein paar Milliarden davon verhungern.

    Das ist der Mist der bei Leuten mit Tunnelblick oder ohne Ahnung raus kommt.

  51. #51 Wurgl
    15. September 2011

    Siliziumdioxidverbot find ich toll!

    Endlich kein Sand mehr in den Schuhen!

  52. #52 Florian Freistetter
    15. September 2011

    @Alexander: “Irgendwie scheinen aber nicht alle der Meinung von Florian und Prima-Klima-Schorsch zu sein. Giaver begründet seinen Austritt aus der American Physical Society”

    Tja, selbst ein Nobelpreis macht einen nicht unbedingt zum Klimaexperten (besonders nicht, wenn man Festkörperphysiker ist)

  53. #53 Physiker
    15. September 2011

    Ich finde es grausam, dass konstruktive Vorschläge immer mit einem Verweis auf die Freiheit zerredet werden*). Dabei wird doch wirklich niemandem der Fleischkonsum verboten, wenn der Preis ein angemessenes Niveau erreicht. Es gibt sehr viele Massnahmen um den Fleischkonsum auf ein gesundes Mass zu reduzieren, ohne gleich ein Verbot auszusprechen. Nur um mal einige zu nennen, die mir spontan einfallen:
    – Subventionen streichen
    – volle Mehrwertsteuer auf Fleisch erheben und reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Gemüse
    – Kennzeichnung (Ampel) für Lebensmittel
    – strengere Richtlinien und Bestimmungen für Nutztierhaltung (indirekte Preiserhöhung)
    – Kantinen dazu verpflichten ein/mehrere vegetarische Mahlzeiten im Speiseplan zu haben, die a) deutlich billiger und b) mindestens genauso gehaltvoll sind wie die Alternativen mit Fleisch
    – die ÖR Fernsehsender dazu verdonnern auch mal ansprechende vegetarische Mahlzeiten in den Kochsendungen zu zeigen
    – Schockierende Dokumentationen auch mal zur Primetime zeigen anstatt auf Arte nach Mitternacht
    – die Krankenkassen in die Pflicht nehmen und Vorsorgeprogramme/Projekte/Werbemassnahmen starten
    – Werbekampagnen von Seiten des Gesundheitsministeriums starten (“Mach’s mit” hat ja auch funktioniert)
    – …
    Aber anstatt sich mit solchen harmlosen Massnahmen auseinanderzusetzen, ist es doch viel bequemer einen Strohmann anzugreifen (“alle anderen wollen alles verbieten”) und eine Schwarz-Weiss-Sicht der Welt zu verteidigen. Denn jeder der Umweltschutzmassnahmen propagiert muss ja zwangsweise ein Feind der Freiheit sein…

    *) Die gleiche Argumentation begegnet einem zum Thema Rauchen und Alkohol und natürlich Umweltschutz im Allgemeinen.

  54. #54 Wurgl
    15. September 2011

    Physiker:

    Weil du so ein Thema nicht angehen kannst ohne mögliche Folgen zu bedenken. Ja, ich habe mich weiter oben mit einem Verbot zu weit aus dem Fenster gelehnt. Was ich eigentlich andeuten wollte ist die Beschaffung von Fleisch auf anderem Wege falls es einmal unbezahlbar werden sollte.

  55. #55 Physiker
    15. September 2011

    @Wurgl:
    Was sind denn die möglichen Folgen von den oben vorgestellten gemässigten Massnahmen, abgesehen davon, dass man gegen die zukünftige Todesursache Nr.1 (Fettleibigkeit) vorgeht, die bereits heute 1 Mill. (zusätzliche) Tote pro Jahr in der EU fordert?

  56. #56 Alexander
    15. September 2011

    Florian schrieb:

    Tja, selbst ein Nobelpreis macht einen nicht unbedingt zum Klimaexperten (besonders nicht, wenn man Festkörperphysiker ist)

    Danke für die Aufklärung. Also zusammengefasst: Sich zustimmend äußern ist immer ok, auch für nichtausgewiesene Klimaexperten, wie den von dir als Kronzeugen genannten Matthew Bailes, bzw. auch für dich (beides Astronomen). Ablehnend und kritisch äußern dürfen sich aber nur Klimaexperten?
    Schimmert da nicht eine gehörige Portion “Doppeldenk” durch? Und ist es nicht genau dieses Messen mit zwei Maßstäben, was zeigt, dass die üblichen wissenschaftlichen Regeln bei Klimafragen gerne mal außer Kraft gesetzt werden?

  57. #57 Florian Freistetter
    15. September 2011

    @Alexander: “lso zusammengefasst: Sich zustimmend äußern ist immer ok, auch für nichtausgewiesene Klimaexperten, wie den von dir als Kronzeugen genannten Matthew Bailes, bzw. auch für dich (beides Astronomen). Ablehnend und kritisch äußern dürfen sich aber nur Klimaexperten? “

    Wenn du das so zusammenfassen willst, ist das deine Sache. Deswegen ist es aber nicht richtig.

    Falls es dir nicht aufgefallen ist: Mein Artikel und der von Bailes beschäftigt sich nicht mit Fragen von Pro/Contra Klimawandel. Sondern damit wie Medien wissenschaftliche Themen behandeln und wie sie der Klimaforschung eine Sonderrolle einräumen. Die ganze bescheuerte “Klimaskeptiker”-Diskussion will und werde ich hier nicht führen. Der Hinweis auf Giaver kam nur deswegen, weil ich klarstellen wollte, dass auch ein Nobelpreisträger nicht automatisch Experte für alles ist.

  58. #58 Alexander
    15. September 2011

    Florian schrieb

    Falls es dir nicht aufgefallen ist: Mein Artikel und der von Bailes beschäftigt sich nicht mit Fragen von Pro/Contra Klimawandel. Sondern damit wie Medien wissenschaftliche Themen behandeln …

    Absolut ist mir das aufgefallen, wobei die Rolle der Medien nur ein Teilaspekt von Bailes Artikel ist. Aber genau deswegen habe ich ja auch auf Giaver hingewiesen, weil er ebenfalls auf diese Meta-Diskussion verweist, und dabei aber wohl zu einem anderen Ergebnis kommt als Bailes (und du).

  59. #59 Physiker
    15. September 2011

    @Wurgl, TheBug:
    Das Quecksilber in den Energiesparlampen ist nur ein Vorwand. Der höhere Stromverbrauch von Glühlampen führt bei unserem bisherigen Kraftwerksmix dazu, dass insgesamt mit Glühlampen weit mehr Quecksilber emittiert wird als mit Energiesparlampen. Wer Angst vor Quecksilber durch zerbrochene Lampen hat, soll sich einfach welche mit Amalgamtechnik kaufen oder lüften.
    Galliumarsenid ist übrigens wirklich krebserregend und nur komplette Idioten schüren bei vereinheitlichten Sicherheitsbestimmungen die Angst davor, in Zukunft auf Technologie komplett zu verzichten. Siliciumdioxid befindet sich ausserdem weder auf der SVHC-Liste noch wurde es als Kandidat vorgeschlagen – und falls Siliciumdioxid in irgendeiner Modifikation (z.B. als Nanopartikel) doch schädlich für die Gesundheit sein sollte, bin ich auf jeden Fall dafür, dass es auf dieser Liste landet.

  60. #60 Alexander
    15. September 2011

    Physiker schrieb

    Wer Angst vor Quecksilber durch zerbrochene Lampen hat, soll sich einfach welche mit Amalgamtechnik kaufen oder lüften.

    Oder er soll Lampen mit Splitterschutz kaufen, oder er soll sich einfach mal fragen, wie oft er in den lezten 10 Jahren eine Glühlampe zerbrochen hat? Na? Ehrlich! Die Zahl dürfte sehr nahe bei Null liegen 😉
    Außer im Kinderzimmer, da besteht wirklich Bruchgefahr (Glühlampen bedeuten allerdings Verbrennungs- und Brandgefahr!), setze ich überall Energiesparlampen ein, und das seit über 10 Jahren und bestem Erfolg. Manche brennen auch schon seit 10 Jahren, man darf halt keine Nonameware bei Aldi, Ikea oder aus dem Baumarkt kaufen.

  61. #61 Wurgl
    15. September 2011

    Nein Alexander!

    Nicht um das Zerbrechen geht es. Zerbrochen ist mir kaum eine Birne, zerplatzt in der Fassung schon eher (Durch Erwärmung hat sich das Gewinde gelockert, irgendwann dann ein kleiner “Lichtbogen” und die Fassung der Glühbirne war durch. Plötzlicher Druckausgleich und *wumms*). Aber um dieses Zerplatzen geht es auch nicht.

    Die Dinger kommen doch einfach auf den Hausmüll. Ja, das ist verboten. Na und? Interessiert so ein Verbot den Otto Normalbürger? Kennt der Otto Normalbürger denn überhaupt das Verbot? Hat Otto Normalbürger überhaupt eine Ahnung dass in diesen Lampen Quecksilber enthalten ist?

    Fährst du wegen einer Lampe extra zum Wertstoffhof? Oder lagerst du diese Lampe irgendwo in deiner Wohnung bis sich andere Dinge für den Wertstoffhof angesammelt haben? Hoffentlich lagerst du die Lampe so, dass diese nicht unbemerkt zerbricht.

    Und das führt dazu, dass auf Deponien (wenn es diese noch gibt) oder in Müllverbrennungsanlagen Quecksilber frei wird. Prost & Mahlzeit.

    Vielleicht ist die Menge gering, vielleicht sogar zu gering um irgendwas auszurichten. Aber sie ist offensichtlich hoch genug um diese Lampen als Sondermüll zu behandeln.

    und @Physiker:
    Siliziumdioxid nennt man auch Quarz und das ist der Hauptbestandteil von Sand. Und auch der Hauptbestandteil von Gestein — mal abgesehen von Kalkgebirgen.

  62. #62 Alexander
    15. September 2011

    Hallo wurgl, selbstverständlich kommen die Dinger bei in den Wertstoffhof. Aber ich muss dir widersprechen: bei der ganzen öffentlich-panischen Quecksilberdiskussion ging es nie um die Entsorgung, sondern immer nur darum “Ohje, da ist giftiges Quecksilber drin, das kommt mir nicht ins Haus”. Nach einem besseren Sammelsystem (obwohl sicher nötig) habe ich kaum mal jemand rufen hören.

  63. #63 TheBug
    15. September 2011

    @Physiker: Bei EU Umweltpolitk betrittst Du ein Terrain mit dem ich beruflich zu tun habe.

    Also erst mal Siliziumdioxid:
    http://echa.europa.eu/chem_data/reg_int_tables/reg_int_en.asp?substance_state=current

    Das ist eine Liste von Stoffen die für die Prüfung zur Aufnahme in die SVHC Liste vorgeschlagen sind.

    Siliziumdioxid in Form von Kristallnadeln kann Silikose auslösen. Das ist aber keine chemische, sondern eine physikalische Eigenschaft und ein Thema für den Arbeitsschutz und nicht für die europäische Chemiebehörde.

    Zu GaAs wird folgende hochwertige Studie herangezogen:
    http://echa.europa.eu/doc/about/organisation/rac/annex1_bdgallium_arsenide_cas1303-00-0.pdf#search=%22gaas%22

    Die Expositionsszenarien sind völlig hanebüchen. Nirgendwo in der Fertigung mit GaAs treten freie Stäube auf. Und im Endprodukt liegt es als massiver Kristall vor. Ein Kontakt mit GaAs ist extrem unwahrscheinlich.

    Und falls Du nicht mit der REACH Richtlinie vertraut bist: Die SVHC Liste ist dazu da Stoffe für ein endgültiges Verbot vorzumerken. Alle Stoffe die da drauf landen unterliegen erhöhten Auflagen an Registrierung und das durch die gesamte Produktkette. Jedes Mobiltelefon würde da durch zu einem besonders zu behandelnden Produkt.

    BTW: Wo kommt Deine Information her das GaAs krebserregend ist? Ich hoffe nicht aus der o.g. Studie, weil die ist ein Paradebeispiel für eine zusammengelogene Studie um etwas zu belegen was vorher vorgegeben wurde.

  64. #64 TheBug
    15. September 2011

    @Alexander: Na dann rufe ich mal. Die gesamte Recyclingkette in Deutschland ist noch immer ziemlich unter aller Sau. Es wird viel zu viel unsachgemäß entsorgt oder als “Gebrauchtgerät” ins Ausland verschifft. Damit muss aufgeräumt werden. Das versaut die Umwelt und verschwendet Energie und Rohstoffe. Unakzeptabel.

  65. #65 EisbärIn
    15. September 2011

    Um hier sachlich weiter diskutieren zu können, sollten wir uns zunächst darauf verständigen, dass es hier offenbar um zwei Bereiche geht: ein Bereich ist die Wissenschaft, der andere Bereich ist das, was ich hier einfach als das Realleben bezeichne.
    Die Wissenschaft hat so etwas wie „formale Methoden“ und Grundsätze entwickelt, mit denen Erkenntnisse gewonnen werden (auch wenn Wissenschaftler jetzt den vereinfachenden Begriff „formale Methoden“ nicht gerne hören werden, ich nenne das hier einfach mal so, ich denke, dass klar ist, was ich meine). So ein elementarer Grundsatz ist, dass Ergebnisse durch Beobachtungen verifiziert werden müssen. Besonders in den Naturwissenschaften ist dieser Grundsatz wichtig, man beschreibt schließlich die existierende, beobachtbare Natur (wir einigen uns hier mal darauf, dass es so etwas „tatsächlich“ gibt), diese ist dann natürlich Maßstab für alle Erkenntnis. Wenn man diesen Grundsatz heranzieht, dann sind die Ergebnisse der Klimaforschung tatsächlich nur Theorie. Wenn man das Klima, im Gegensatz zum Wetter, als langfristiges Ereignis betrachtet (worauf ja sehr viel Wert gelegt wird), dann können diese Theorien auch nur durch langfristige Beobachtungen ausreichend sicher verifiziert werden. Die moderne Klimaforschung (diejenige, die über ausreichend Rechnerkapazität verfügt, um Szenarien modellhaft durchzurechnen) existiert jedenfalls noch nicht lange genug, um Vorhersagen ausreichend verifizieren zu können.
    Als „Beweise“ werden lediglich Indizien und Plausibilitätsbetrachtungen angeführt. Wenn man diese Sachen verfolgt, dann entsteht schon der Eindruck, dass sich die Klimaforschung noch in einem Erkenntnisprozess befindet (was in der Wissenschaft ja nichts Ungewöhnliches ist, das ist im Gegenteil ja eine der Stärken von Wissenschaft, deshalb könnte man das auch ruhig zugeben).
    Da langfristige Beobachtungen noch nicht vorhanden sind, ist die Bewertung der Ergebnisse der Klimaforschung eine Glaubensfrage. Es gibt sicher gute Gründe für den Glauben an die Theorien der Klimaforscher, wenn man exakt bleiben will, dann muss man aber zugeben, dass es den „Beweis“ nicht gibt.

    Um mal ein Beispiel anzuführen, wie die Ergebnisse der Klimaforschung im Realleben ankommen, hier Äußerungen von Herrn Professor Latif: http://www.youtube.com/watch?v=7J98tU9HRJs .
    @Folke Kelm: ich finde das schon grauselig, dass Wissenschaftler sich zu solchen Aussagen hinreißen lassen. Das kann man auch nicht nach dem Motto entschuldigen, was der Mann in seinem Paper darlegt ist furchtbar exakt, was er dem dummen Volk erzählt ist halt irrelevant. Gerade als Wissenschaftler (mit entsprechenden, achtgebietenden akademischen Titeln) sollte man auch bei der öffentlichen Propagierung von Ergebnissen sehr sorgfältig vorgehen, sonst provoziert man geradezu Wissenschaftskritik und Pseudowissenschaften.
    Ich möchte hier übrigens auf einen guten Beitrag zum Thema Klimaforschung hier: http://zettelsraum.blogspot.com/2010/11/zitat-des-tages-das-ausma-des.html
    hinweisen. Im Blog „Zettelsraum“ ist übrigens noch mehr Vernünftiges zum Klimawandel zu finden.
    Unabhängig davon, ob die Klimaforscher recht haben oder nicht, ist es natürlich vernünftig, mit fossilen Brennstoffen möglichst sparsam umzugehen. Über Alternativen sollte aber möglichst sachlich diskutiert werden, die „Klimakeule“ kann man dabei eigentlich stecken lassen. Wenn man sachlich über das Problem diskutiert, dann kommt man natürlich nicht drum herum, auch die Kernenergie emotionslos nach technischen Gesichtspunkten zu bewerten. Nach heutigem Stand ist es jedenfalls nicht möglich, die Energieversorgung über Ökoenergie, ohne massive Einschränkungen unserer Lebensweise, zu gewährleisten. Besonders deutlich wird das am Beispiel der favorisierten Windenergie, selbst wenn man genug Windparks und Leitungen nach Süddeutschland bauen würde, fehlen derzeit nicht zu realisierende Speicherkapazitäten (wie man leicht überschlagen kann).

    Zur Klarstellung: Ich bin nach althergebrachter Geschlechterdefinition studierter Physiker, ich bin davon ausgegangen, dass der Witz mit dem großen Binnen-I hier verstanden wird 😉 .

  66. #66 Wurgl
    15. September 2011

    Trotz entwickelt sich diese Diskussion zu einem Gekeife auf Nebenkriegsschauplätzen. Sollen doch die Rindviecher furzen was der Pansen hergibt, vollkommen egal verglichen mit dem Methan das aus dem Permafrostboden entweicht.

    Und ganz “lustig” wird es erst, wenn das Methanhydrid blubbert. Soviel furzen können die Rindviecher niemals.

    Tatsache ist, dass durch das Verbrennen von fossilen Kohlenstoff (in Form von Kohle, Erdöl oder Erdgas) eine nicht zu vernachlässigende Menge an CO2 in die Atmosphäre geblasen wird und wurde. Ich glaub, diesem Satz kann ein jeder zustimmen.

    Die Geister scheiden sich aber wohl an derjenigen Menge von CO2 die tatsächlich zu einer Erwärmung führt. Ein aktueller Anteil von 390 ppm (Quelle: Wikipedia) erscheint der Masse wohl als zu gering. Das ist eine Zahl die einfach zu klein ist, um sie zu begreifen. Genauso wie sich niemand vorstellen kann, welche Strecke ein Lichtjahr ist, kann sich wohl niemand vorstellen wie wenig oder wie viel diese 390 ppm sind.

    Jetzt kann man z.B. in Bohrkernen von alten Gletschern ganz nett die Gasbläschen untersuchen und wird feststellen, dass gut ein Drittel dieses CO2 aus der Verbrennung dieser fossilen Kohlenstoffvorkommen stammt.

    Wikipedia hat da eine nette Graphik.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Verlauf_Kohlendioxidgehalt.png

    Nun ist die Differenz von 390 ppm zu 260 ppm genauso wenig vorstellbar. Und das ist das Problem. Die Summe aus sauwenig plus noch sauweniger gibt eben nunmal sauwenig. Dass hier mal 30% weniger CO2 in der Atmosphäre war (oder dass nun 50% mehr drinnen sind) ändert nix daran, dass die Menge immer noch sauwenig ist.

  67. #67 TheBug
    16. September 2011

    @Wurgl: Eine gemeinsame Eigenschaft sehr vieler der selbsternannten “Skeptiker” (egal ob Klima, Evolution oder anderes) ist mangelndes Verständnis für Größenordnungen und Verhältnisse.

  68. #68 BreitSide
    16. September 2011

    Meine Güte, Eisbärin, was willst Du eigentlich?

    Du fährst – ganz die gelernte Klimatrollin – die gesamt Hilfsargumentationskette der Trolle auf:
    – Sparen ja, aber nur wegen der begrenzten Ressourcen: Quatsch, nicht die Quellen sind das Problem, sondern die Senken,
    – Kernenergie als die Heilsbringerin: no comment,
    – fehlende Netzpuffer für Regenerative: warum wohl? Frag mal die Energiekonzerne, warum sie das jahr(zehnt)elang boykottiert haben,
    – Ankommen im “Realleben” gegen Wissenschaft? Geht´s noch?
    – “Klimakeule”: allein die Wortwahl ist entlarvend; Du schwingst dann ja wohl eher die Wohlstandskeule,
    – Klimawissenschaft sei “nur Theorie”: Du beweist wieder, dass Du keine Ahnung von Begriffen hast. Die Kugelgestalt der Erde ist auch “nur eine Theorie”.

    Was sollst Du nochmal studiert haben?

  69. #69 TheBug
    16. September 2011

    @EisbärIn: Emotionslose Beurteilung der Kernenergie, Hm
    Vorne wissen wir nicht wo in Zukunft das Uran herkommen soll, in der Mitte sind die Dinger im Betrieb nicht ganz ungefährlich und am Ende bleibt der Müll mit dem wir nicht wissen wo wir ihn lassen sollen.

    Schrott.

    Emotionslos genug?

  70. #70 Wurgl
    16. September 2011

    @BreitSide
    – fehlende Netzpuffer für Regenerative: warum wohl? Frag mal die Energiekonzerne, warum sie das jahr(zehnt)elang boykottiert haben,

    Hast du schon mal ausgerechnet wie groß so ein Pufferspeicher sein muss?

  71. #71 Red Snow
    16. September 2011

    Frage: von all den Aerosolen in der Atmosphäre ist welches das schwerste?

  72. #72 Wurgl
    17. September 2011

    http://de.wikipedia.org/wiki/Aerosol
    Ein Aerosol ist ein Gemisch (Dispersion) aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas.

    Such dir das schwerste Zeugs aus, mahle es ganz fein und dann puste es in die Luft. Uranstaub wäre ein guter Anfang.

    Aber ich denke du wolltest etwas ganz anderes wissen, oder?