Den Tag beginnt man am besten mit einem fantastischen Video. Eines, bei dem einem der Mund offen bleibt, weil es einfach so fantastisch, schön und faszinierend ist. Zum Beispiel das hier, von James Drake:

Phänomenal, oder? Das Video entstand aus 600 Bildern, die von der Raumstation aufgenommen wurden und die Drake zu einem Zeitrafferfilm zusammengesetzt hat. In der Realität würde die ISS nicht so schnell fliegen sondern sich deutlich langsamer bewegen (für eine Umrundung der Erde braucht sie nicht wenige Minuten wie im Video sondern etwa 90 Minuten). Der Flug beginnt im Pazifik und nachdem Nord- und Südamerika überquert worden sind, endet die Reise über der taghell erleuchteten Antarktis. Das, was im Video immer wieder blitzt, sind übrigens keine Fans, die die Raumstation fotografieren sondern Blitze! Gewitter kann man ja nicht nur vom Erdboden aus sehen, sondern auch wenn man drüber fliegt. Der braune Bogen der die Erde umgibt besteht übrigens auch vielen kleinen Teilchen – sogenannten Aerosolen – die in der oberen Atmosphäre schweben. Vom Erdboden aus sieht man nichts davon; sie sind zu klein und der Bereich zu dünn. Aber wenn man vom All aus genau auf die Kante blickt dann ist der Bereich besser zu sehen weil man ja dann mehr von den Aerosolen in Blickrichtung liegen.

Vom All ausgesehen ist die Erde bei Nacht ja immer ein toller Anblick. All die hell erleuchteten Städte bieten ein faszinierendes Bild. Die Menschen allerdings, die in diesen glitzernden Flecken leben, haben es in der Hinsicht nicht so gut. Das, was vom All aus gesehen schön aussieht, verhindert vom Erdboden aus, die Schönheit des Alls zu sehen. Dank der Lichtverschmutzung bleibt leider vielen Menschen der Anblick eines echten Sternenhimmels verborgen; sie sehen nur einen Himmel mit dem einen oder anderen hellen Punkt. Die Welt ist schön und unser Universum auch! Das sollten viel mehr Menschen sehen und vor allem erfahren können!

Kommentare (23)

  1. #1 noch´n Leser
    18. September 2011

    Erster, Erster! 🙂
    Wunderschönes Video!
    Zitat:
    “Die Welt ist schön und unser Universum auch! Das sollten viel mehr Menschen sehen und vor allem erfahren können!”
    Kann man, wenn man bereit ist, mal sein Sofa zu verlassen.
    Die Leute von den Sternwarten erklären gut und sprechen gerne von ihrem Hobby/Beruf.
    Ich selber war schon öfters hier: http://www.sternwarte-melle.de/

  2. #2 WolfgangK
    18. September 2011

    Interessant ist zu sehen, wie ausgedehnt Gewitterfronten sein können, was man ja bei einem Gewitter vor Ort so nie mitbekommt. Das müssen ja mehrer tausend km sein, oder täuscht das?

  3. #3 Theres
    18. September 2011

    Wirklich wunderschön und sind die Städte hell – und gerade am heutigen Tag sehr hilfreich. Perfektes Timing 🙂

  4. #4 cydonia
    18. September 2011

    “I see skies of blue
    and clouds of white.
    The bright blessed day
    the dark sacred night…..

    ….I hear babies cry
    i watch them grow.
    They’ll learn much more
    than I’ll ever know.

    In dem Sinne einen wunderschönen Tag. Geht raus und erschnuppert die Düfte des herannahenden Herbstes. Und danke für die wunderbaren Bilder!

  5. #5 rnlf
    18. September 2011

    Wow! Danke für’s Zeigen. Ich war ja schon begeistert, als ich nach meinem Sommerurlaub Kairo nachts aus 10km Höhe gesehen habe… aber das setzt dem ganzen die Krone auf…

  6. #6 Drumer
    18. September 2011

    Das man den Himmel nicht mehr sehen kann ist bei weitem nicht das größte Problem an der Lichtverschmutzung, aber auf jeden Fall das auffälligste.
    Ich hab mal in Frankreich auf nem Campingplatz, der ziemlich abgeschieden ist in den Himmel geschaut … das ist sowas von kein Vergleich zu dem popeligen Stadthimmel bei Nacht! =(

  7. #7 Jeeves
    18. September 2011

    Sommer 1972, nachts auf ‘ner einsamen Schweizer Alm, auf der Wiese gelegen und nach oben geschaut … Ich – Berliner Stadtmensch – sah da plötzlich viele viele leuchtende Dinge, die ich noch nie zuvor …

  8. #8 Mathias
    18. September 2011

    Die Gewitter sind fantastisch! Klasse Film!

  9. #9 Redfox
    18. September 2011

    Wenn man das Video ein bisschen langsamer laufen lassen würde, wäre dieser Song gut passend:

    Frank Zappa – Planet of My Dreams

  10. #10 Radicchio
    18. September 2011

    dass die städte so hell sind, wahnsinn.

  11. #11 nihil jie
    18. September 2011

    Das sollten viel mehr Menschen sehen und vor allem erfahren können!

    das wäre wirklich schön. Schade nur, dass die Raumfahrt noch nicht so weit ist. Vielleicht wird das eines Tages auch möglich sein wenn die Menschheit auf dem halben Wege oder kurz vor dem Ziel dort hin schlapp macht. Bis dahin gibt es aber solche schönen Filmchen die die Vorstellungskraft ganz gut nähren können… dafür ist das Gehirn wie geschaffen 😉

  12. #12 HaDi
    19. September 2011

    Ein ähnliches Video gibt es aktuell auch von einer fremden Welt – dem Asteroiden Vesta

  13. #13 nihil jie
    19. September 2011

    Korrektur:

    […] Ziel dort hin schlapp nicht macht.

    😉

  14. #14 Polaris
    19. September 2011

    Die Welt ist wunderschön, die Erde, das Universum, die Natur, die Sterne, das Leben…

    …dem Video kann ich davon leider nicht viel abgewinnen ^^

  15. #15 Barton Fink
    19. September 2011

    Was uns herzlich egal ist!

  16. #16 Christian Berger
    19. September 2011

    Was mich etwa überrascht ist dass die Atmosphäre so scharf begrenzt zu sein scheint. Ich hätte mir das irgendwie diffuser vorgestellt.

  17. #17 JerseyRyan
    19. September 2011

    Wunderbar, danke für das Video! Ich wollte schon immer mal wissen, wie das auf der ISS tatsächlich aussieht. Das Video vermittelt da einen ganz guten Eindruck, denke ich. 🙂

    Es muss einfach unglaublich sein, auf der ISS zu arbeiten. Was würde ich für eine Woche Urlaub da oben geben…

  18. #18 NK
    19. September 2011

    Pssst… das am Ende ist nicht die Antarktis, sondern Argentinien. Darum ist da auch so viel nackte Erde und Städte 😉

    Wenn ich es richtig sehe ist die Flugbahn: Sacramento, Phoenix, Mexico-City, (Pazifik), Guayaquil am Nordrand der gleichnamigen Bucht in Ecuador, (Süd-Ost verlaufender Abschnitt der Küste/Anden), Lima rechts der Anden mit Ausläufer ins Landesinnere, Titicaca-See mit La Paz, ein kleiner und ein großer Salzsee im westlichen Bolivien, zuletzt San Salvador de Jujuy und am Horizont Buenos Aires und Montevideo.

    Beeindruckend fand ich bei 0:48 links den Amazonas-Regenwald so dunkel zu sehen. Ich dachte zuerst, das wäre Meer! Ein starker Kontrast zum hell erleuchteten Nord- & Mittelamerika.

  19. #19 NK
    19. September 2011

    @ Christian Berger Ich glaube was du da siehst ist nur die im Artikel erwähnte dünne Partikelschicht.

  20. #20 Christian
    19. September 2011

    florian dir als astronom muß da ja grausen ! so eine lichtverschmutzung. ist euch aufgefallen, dass sich sogar mal das licht der städte an den solarpanelen/oder was das für strukturen an der iss waren gespiegelt hat !!

  21. #21 sil
    20. September 2011

    @NK: Ich habe auch versucht die Bahn nachzuvollziehen. Wie du schreibst, kann man bei 0:55 noch sehr schön den Titikaka See erkennen. Am Ende des Videos kann unmöglich die Antarktis zu sehen sein.

  22. #22 Florian Freistetter
    20. September 2011

    @sil: Naja, die Antarktis ist dort, wo es hell ist und wo man dann nichts mehr sieht. Das man die Antarktis sieht hab ich ja nicht geschrieben.

  23. #23 sil
    22. September 2011

    @FF: Ok, dann habe ich das falsch verstanden… Es hat mich nur etwas verwirrt 😉