Ein Asteroid wird morgen Nacht an der Erde vorbei fliegen. Das ist an sich nicht wirklich außergewöhnlich. Es gibt da draußen jede Menge Asteroiden und sie kommen der Erde immer wieder nahe. Je kleiner ein Asteroid ist, desto mehr gibt es davon und daher sind die meisten Besucher der Erde auch nicht sonderlich groß. Staubkorngroße “Asteroiden” begegnen uns täglich, es gibt davon so viele, dass die Erde ständig mit ihnen kollidiert und wir schöne Sternschnuppen am Himmel sehen können. Auch größere Brocken kommen immer wieder mal in der Nähe der Erde vorbei, wobei “Nähe” hier ein irreführender Begriff ist. Bei astronomischen Maßstäben betrachtet mag ein Vorbeiflug innerhalb der Mondbahn vielleicht “nah” sein. Was menschliche Maßstäbe angeht, sind das aber immer noch zehntausende bis hunderttausende Kilometer und das ist alles andere als “nah”. Trotzdem ist es ein besonderes Ereignis, wenn ein relativ großer Asteroid wie 2005 YU55 sich der Erde nähert. Das kommt nicht so oft vor und bietet der Wissenschaft großartige Möglichkeiten für die Forschung.

Der Asteroid 2005 YU55 hat einen Durchmesser von etwa 400 Metern und wird die Erde morgen Nacht, am 9. November um 00:28 MEZ in einem Abstand von etwa 325000 Kilometern passieren. Damit ist er uns kurzfristig näher als der Mond, der knapp 400000 Kilometer von der Erde entfernt ist (und an dem 2005 YU55 übrigens ein paar Stunden nach der Begegnung mit der Erde in einer Entfernung von 240000 km vorbei fliegen wird). Für die Erde besteht dabei absolut keine Gefahr; der Asteroid kreuzt die Erdbahn nicht einmal sondern bewegt sich über ihr hinweg.

Die Weltuntergangspropheten mögen also vielleicht enttäuscht sein, die Wissenschaftler allerdings sind begeistert. Denn so ein großer Asteroid kam der Erde schon lange nicht mehr so nahe. Einen ähnlichen Vorbeiflug gab es das letzte Mal 1976, als der etwa 200 Meter große Asteroid 2010 XC15 sich der Erde bis auf 300000 Kilometer näherte. Das hat aber damals niemand bemerkt weil XC15 erst im Dezember 2010 entdeckt wurde. Wir müssen auch einige Zeit warten, bis wir wieder Besuch von einem großen Asteroiden bekommen. Am 26. Juni 2028 wird sich der 700 bis 1500 Meter große Asteroid 2001 WN5 uns bis auf 250000 Kilometer nähern. 2005 YU55 selbst wird erst 2041 wieder vergleichbar nahe kommen. Große Asteroiden kommen uns also selten nahe und wenn es passiert, dann muss man die Gelegenheit nutzen!

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Die 70-Meter-Radarantenne des Goldstone-Observatoriums (Bild: NASA/JPL)

Das machen die Astronomen natürlich und haben sich gut auf den Besuch von YU55 vorbereitet. Das Deep Space Network der NASA, mit dem normalerweise der Funkverkehr zwischen Raumsonden und Bodenstationen auf der Erde abgewickelt wird, hat den Asteroiden schon seit 4. November im Visier. Mit der großen Radaranlage des Goldstone Deep Space Communications Complex werden Signale zu YU55 geschickt. Nicht weil man glaubt, dass dort Aliens wohnen denen man etwas erzählen will 😉 Sondern weil die Signale vom Asteroiden reflektiert und wieder am Goldstone Observatorium empfangen werden. Aus der Laufzeit der Signale kann man dann ganz exakt die Position von YU55 bestimmen und so seine Bahn immer besser und besser berechnen. Die ist aber schon ziemlich gut bekannt, denn man hat schon letztes Jahr eine nahe Begegung von YU55 mit der Erde (bei der der Asteroid sich allerdings nur auf 2 Millionen Kilometer näherte) genutzt, um seine Bahn mit Radarsignalen genau zu vermessen – seitdem wissen wir auch, dass keine Gefahr besteht, dass YU55 mit der Erde zusammenstößt. Man kann auf diese Art und Weise aber nicht nur die Bahn bestimmen. Auch die Form des Asteroiden lässt sich so “beobachten”. Denn je nachdem wie die Oberfläche dort aussieht werden manche Bereich des Asteroiden der Erde ein wenig näher sein als andere und die Signal von dort auch ein wenig früher zurück kommen. So kann man ein Bild des Asteroiden bekommen (hier gibt es eine genaue Erklärung der Technik).

Im April 2010 war es das Radioteleskop in Arecibo, das YU55 beobachtet hat. Seitdem weiß man, dass der Asteroid einigermaßen rund ist, knapp 400 Meter durchmisst und 18 Stunden braucht, um sich einmal um seine Achse zu drehen. Und so sieht er aus:

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Radarbild von 2005 YU55 (Bild: NASA/Cornell/Arecibo)

Sieht vielleicht nicht sehr beeindruckend aus, aber wenn man bedenkt, dass wir nur von ganz wenigen Asteroiden echte Bilder haben, ist es ganz in Ordnung. Und nicht vergessen: Damals war YU55 2 Millionen Kilometer entfernt. Jetzt kommt er uns auf 325000 Kilometer nahe! Für die Wissenschaftler ist das in etwa so, als hätte man eine Raumsonde zum Asteroiden geschickt um ihn zu untersuchen – nur das wir hier keine teuren Satelliten und Raketen bauen müssen sondern das Ding ganz freiwillig zu uns kommt und sich komfortabel von der Erde aus beobachten lässt. Am Goldstone Observatorium bereitet man sich als vor und wird demnächst hochauflösende Bilder von YU55 präsentieren können. Man rechnet damit, auf der Oberfläche des Asteroiden Details bis zu einer Größe von 3,75 Metern erkennen zu können!

Etwas schwerer werden es die Beobachter ohne große Radioantennen haben. Auch wenn YU55 der Erde nahe kommt, ist er immer noch weit weg und immer noch vergleichsweise klein. Ohne Teleskop hat man keine Chance, ihn zu sehen, der Asteroid erreicht nur eine Helligkeit von 11 oder 12 Magnituden. Wer ein kleines Teleskop (mit einer Öffnung von mindestens 15 Zentimetern) hat, kann aber einen Versuch wagen.

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Bahn von 2005 YU55 am Himmel (Bild: CC0 1.0)

Aber selbst dann wird man vermutlich nicht viel sehen. Der Asteroid ist vergleichsweise schnell unterwegs und auch im Teleskop nur als Lichtpunkt zu erkennen. Auch wenn es sich hier um eine “nahe” Begegnung handelt: Er ist einfach zu weit entfernt und zu klein. Also definitiv keine Gefahr für die Erde, aber eine tolle Chance für die Wissenschaft!


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Kommentare (120)

  1. #1 ulf_der_freak
    7. November 2011

    “Näher als der Mond” brachte mich gerade auf den Gedanken, was gewchehen würde, wenn der Mond weggehauen würde. Eine Flutwelle wegen plötzlich wegfallender Tide könnte ich mir vorstellen. Was säße da sonst noch drin? Und warum kommen die Weltuntergansfritzen nicht auf solche Ideen?

  2. #2 Florian Freistetter
    7. November 2011

    @ulf: “”Näher als der Mond” brachte mich gerade auf den Gedanken, was gewchehen würde, wenn der Mond weggehauen würde. Eine Flutwelle wegen plötzlich wegfallender Tide könnte ich mir vorstellen. Was säße da sonst noch drin”

    Naja, um den Mond wegzuhauen, brauchts ein Objekt, das in etwa so groß ist wieder Mond. So eins ist nicht in Aussicht, also wird das nicht passieren. Ansonsten wäre es relativ ungemütlich ohne Mond, auch langfristig (http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/05/kein-leben-ohne-mond.php)

    “Und warum kommen die Weltuntergansfritzen nicht auf solche Ideen?”

    Keine Ahnung – schlecht recherchierende Kinderbuchautoren allerdings schon: http://www.leser-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2278:die-welt-wie-wir-sie-kannten-susan-beth-pfeffer&catid=77:ab-14-jahre&Itemid=55

  3. #3 Bullet
    7. November 2011

    Was könnte denn den Mond weghauen? Der Brocken müßte ziemlich Schmackes haben UND so groß sein wie er selbst.

  4. #4 ulf_der_freak
    7. November 2011

    Ah, danke.
    Ich fand die Idee einfach interessant, weil immer alles direkt auf die Erde treffen soll.

    Der Artikel betrifft ja vor allem die Entstehung höheren Lebens- wäre der Wegfall des Mondes zwangsläufig dessen Untergang? Das mittlerweile vorhandene Leben ist doch einigermaßen anpassungsfähig, wenn man von den Spinnern absieht.

  5. #5 Olaf
    7. November 2011

    Wie hieß doch gleich der Autor der eine schöne Geschichte schrieb aus dem Fakt das sich der Mond entfernt weil die Erde langsamer rotiert (wg. Reibung durch Gezeiten, Drehimpulserhaltung).
    Hach .. wenn ich den Titel doch noch kennen würde … geht um den Tag als der Mond “zu weit weg” ist und die Menschen entweder auf der Erde bleiben oder auf dem Mond verweilen müssen weil dann alle Leitern auf der Erde zu kurz wären :).

  6. #6 kumi
    7. November 2011

    @ Florian:

    abgesehen vom wissenschaftlichen Anspruch (hast natürlich recht, von diesem Recherche-Standpunkt aus gesehen ist das Eingangsszenario natürlich Quark) ist »Die Welt, wie wir sie kannten« eines der besten Jugendbücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es geht ja mehr um die Familie, die Mutter und den Überlebenskampf, der sehr eindringlich und gut geschrieben ist. Selbst meine Frau (Kinder- und Jugendbuchhändlerin), die sonst für solche Themen nicht zu begeistern ist, hat es in den höchsten Tönen gelobt.

    Passt natürlich in den Weltuntergangswahn, der auch schon länger das Jugendbuch erreicht hat, das stimmt wohl, aber da ist das Buch noch eines von den besseren. Ist halt wie Emmerich: bisken Weltuntergang geht nicht und muss ja verkauft werden. 🙂

  7. #7 Florian Freistetter
    7. November 2011

    @kumi: “abgesehen vom wissenschaftlichen Anspruch (hast natürlich recht, von diesem Recherche-Standpunkt aus gesehen ist das Eingangsszenario natürlich Quark) ist »Die Welt, wie wir sie kannten« eines der besten Jugendbücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. “

    Naja, ich weiß nicht. Wenn sich eine Autorin schon so wenig Mühe gibt, die Grundthese, auf der das Buch beruht, zu recherchieren, dann erwarte ich mir vom Rest auch nicht viel (Das mit dem Mond ist in etwa so absurd, als würde die Autorin ein Buch über das Leben in Berlin schreiben und darauf beharren, dass es eine Stadt in Australien ist).

  8. #8 kumi
    7. November 2011

    Als Nicht-Astronom konnte ich das Buch natürlich ohne großes Hinterfragen verschlingen (von wegen austauschbare Katastrophe und das Überleben danach, die Grundthese war mir erstmal wurscht).

    Aber kann ich schon sehr gut nachvollziehen, dass sich dir die Fußnägel hochrollen und du es dann lieber sein lässt. 🙂

  9. #9 Josh
    7. November 2011

    Wird die Bahn des Asteroiden durch den relativ nahen Vorbeiflug an der schweren Erde eigentlich nicht beeinflusst?

    Zu erwarten wäre doch eine Ablenkung in Richtung Erdmittelpunkt mit möglicherweise grundlegender Bahnänderung, oder?

  10. #10 Boron
    7. November 2011

    @ulf
    Wenn man mal die Anfälligkeit von komplexen Ökosystemen auf verhältnismäßig geringfügige Einflüsse betrachtet, kann man sich ausmalen, was passiert, wenn sich plötzlich Jahreszeiten und mit ihnen Klimazonen permanent und bis hin zu relativ extremen Konstellationen verschieben (so in zeitlichen Maßstäben von Jahrzehnten bis wenigen Jahrmillionen). Das erste was wohl passieren würde, wäre der Zusammenbruch solch komplexer Ökosysteme wie der tropischen Korallenriffe und des tropische Regenwalds. Nach einiger Zeit würden wahrscheinlich nur noch generalistische Arten überleben können. Die Menschheit könnte möglicherweise sogar noch ein paar Jahrtausende weiter existieren – allerdings würde die Zivilisation umwälzende Veränderungen einhergehend mit einem starken Bevölkerungsrückgang erleben.

  11. #11 Florian Freistetter
    7. November 2011

    @Josh: “Wird die Bahn des Asteroiden durch den relativ nahen Vorbeiflug an der schweren Erde eigentlich nicht beeinflusst?”

    Klar ändert ein naher Vorbeiflug die Bahn. Aber auch das kann man berechnen und man weiß, dass auch die neue Bahn nicht zu einer Kollision führen wird.

  12. #12 ulf_der_freak
    7. November 2011

    @Boron: Wobei alle Zivilisationen irgendwann mal untergegangen sind. Warum sollte es die derzeitige nicht auch tun?

    Und wenn alle sterben würden, das wäre auch nicht schlimm. Tote nerven nicht.

  13. #13 Boron
    7. November 2011

    @ulf
    Wobei der Unterschied wäre, dass es diesmal die gesamte Menschheit träfe und nicht nur lokale Populationen…

    Darüberhinaus ist das Szenario mit dem plötzlich fehlenden Mond wohl eines der unwahrscheinlichsten, wenn es darum geht, wie denn die Erdgeschichts-Episode “Homo sapiens” einmal enden wird.

  14. #14 Tatjana
    7. November 2011

    @ Florian

    Hoffe du postest hier ein Foto des Asteroiden, bin echt gespannt wie dieser aussieht. Auf dem Bild, dass ja immerhin 2 Millionen Kilometer weg ist, schaut er recht gut aus aber morgen Nacht sieht das ganze ja noch besser aus :)) Bin auch auf neue Details gespannt, die der Asteroid preisgeben wird, hach, so macht Wissen Spaß 🙂

  15. #15 Boron
    7. November 2011

    Vielleicht noch als Ergänzung zum Asteroid-kollidiert-mit-Mond-sodass-Mond-aus-Erdorbit-fliegt-Szenario: Sollte wirklich solch ein Ereignis einmal stattfinden, wäre vorerst der Verlust des Mondes das geringste Problem der Erdenbewohner, denn durch die notwendigerweise enorme Größe des Impaktors entstehen bei einer solchen Kollision Trümmer. die ein kataklysmisches Bombardement der Erde zur Folge haben dürften. Überlebenschancen für höhere Lebewesen: minimal.
    Hoffe, damit sind die Gruselbedürfnisse der Blogleser ausreichend befriedigt 🙂

  16. #16 ulf_der_freak
    8. November 2011

    @Boron: Wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich eine Idee ist hat die Menschen doch noch nie gekümmert.

  17. #17 Martin
    8. November 2011

    Bei Radar kenne ich mich aus, aber das mit den Aliens habe ich nicht verstanden.

  18. #18 Troodon
    8. November 2011

    Hallo,

    alle sagen immer “wenn er vorbeifliegt”. Was muss aber geschehen, einen Asteroieden einzufangen (auf “natürlicher” Weise, ohne technische Hilfsmittel)? Das hat doch mit Abstand und Geschwindigkeit zu tun, aber bei welcher?

  19. #19 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @TRodoon: “Was muss aber geschehen, einen Asteroieden einzufangen (auf “natürlicher” Weise, ohne technische Hilfsmittel)”

    Siehe hier: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/09/wie-fangt-man-einen-asteroid-und-sollen-wir-das-uberhaupt-versuchen.php

  20. #20 Alderamin
    8. November 2011

    @Troodon

    Auf natürliche Weise kann ein Asteroid nur eingefangen werden, wenn ein dritter Körper mitspielt. Du hast vielleicht schon einmal davon gehört, dass man Raumsonden beschleunigen (oder auch verlangsamen) kann, indem man sie nahe an einem Planeten vorbeifliegen lässt (Gravity Assist). Dabei ändert sich zwar nicht der Geschwindigkeitsbetrag relativ zu dem Planeten, aber relativ zur Sonne. Das ist ungefähr so, als ob man einen Ball frontal gegen ein entgegenkommendes Auto tritt (möglichst nur am eigenen Auto ausprobieren 😉 ). Aus Sicht des Autos kommt der Ball mit einer Relativgeschwindigkeit v an und wird mit -v reflektiert. Aus Sicht eines ruhenden Beobachters, aus welcher das Auto sich mit Geschwindigkeit u bewegt, fliegt der Ball mit u-v gegen das Auto und mit u+v wieder von ihm weg, d.h. er ist um 2v schneller geworden. Entsprechend kann der Ball langsamer werden, wenn man ihn von hinten gegen das Auto tritt.

    Ein Asteroid, der sich aus großer Entfernung der Erde nähert, wird von der Erdanziehung erfasst und während der Annäherung relativ zu ihr beschleunigt, so dass er nach dem Vorbeiflug auf jeden Fall wieder aus dem Schwerefeld entweicht (wenn er nicht zufällig mit ihr kollidiert), er hat am Ende die gleiche betragsmäßige Relativgeschwindigkeit zur Erde, so klappt der Einfang nicht. Wenn er jedoch durch einen engen Vorbeiflug am Mond (z.B., wenn der Mond ihm gerade entgegenkäme) genau so verlangsamt würde, dass er weniger als die Fluchtgeschwindigkeit der Erde in der jeweiligen Entfernung zur Erde erhielte, dann würde er der Erde nicht mehr entkommen können und würde sie danach umkreisen.

    Ich hoffe, ich habe das korrekt dargestellt, die Physiker hier mögen mir ansonsten widersprechen.

  21. #21 Alderamin
    8. November 2011

    @Florian

    Stimmt, es geht auch ohne Mond, es ist ja noch die Sonne als dritter Körper da. Hätte ich wissen sollen. Ist allerdings auch ein weitaus komplexerer Vorgang.

  22. #22 Astro_Robert
    8. November 2011

    Hallo!

    Danke für die tolle Schilderung der vor uns liegenden Ereignisse!
    Es ist für mich schon sehr interessant, diesen Vorbeiflug mit meinem eigenen Equipment beobachten zu können (so in der alpinen Waschküche auch das Wetter mitspielt!).

    Was mich aber ein wenig stutzig macht ist das Radarbild von 2005 YU55.
    Wenn das eine Aufnahme von Arecibo sein soll, verstehe ich nicht, warum der Asteroid einen Schatten hat?
    Steht in dem Artikel nicht, dass er von den Radioteleskopen angestrahlt und das Echo gemessen wird?
    Dann müsste man ja eigentlich einen “Vollasteroiden” sehen können, ohne Terminator!

    Oder handelt es sich um eine passive Aufnahme und die Radioquelle ist in dem Fall unser Zentralgestirn?

    LG, Robert

  23. #23 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @Astro_Robert: Man darf das nicht mit einem “echten” Bild verwechseln. Lies dir mal diesen Artikel durch: http://www.planetary.org/blog/article/00002462/ , da wird die Technik sehr viel detaillierter erklärt als ich das hier gemacht habe. Und in den Kommentaren zu diesem Artikel wird genau deine Frage diskutiert und erklärt. Emily Lakdawala (die Autorin dieses Blogs) sagt:

    I don’t know if this will help, but I’ll try. One thing I didn’t go into in my explanation is the fact that while the rotation of the asteroid allows the radio detector to separate out signals coming in from different longitudes due to their different Doppler shift, there’s no way to separate out signals from different latitudes. We’re not seeing a “crescent,” we’re seeing a view that looks like it’s half phase even though, as you correctly point out, the radio dish “sees” a full disk. That half phase view consists of the southern and northern hemispheres overlaid on each other, because the radio detector can’t tell the difference between signals that are delayed because they’re at a higher southern latitude (and consequently farther from the dish) and signals that are delayed because they’re at a higher northern latitude. So what looks like the “limb” in the radio view is actually the body’s equator. What looks like the “terminator” is actually both the southern and northern limbs overlaid on top of each other.

  24. #24 Kallewirsch
    8. November 2011

    Schau mal hier

    http://www.planetary.org/blog/article/00002463/

    Da schreibt die Erstellerin des Bildes.
    In einem Link des Artikels
    http://www.planetary.org/blog/article/00002462/

    beschreibt sie auch, wie das Bild entstanden ist. Auch die Kommentare lesen, da wird genau auf diese Frage eingegangen. Kurz gesagt: Das Objekt hat nur deshalb diese “Halbbeleuchtung” weil man in den Radiosignalen nicht zwischen “Nordhälfte” und “Südhälfte” unterscheiden kann.

    (Und ich bin mir jetzt noch gar nicht mal so sicher, ob das ganze überhaupt eine ‘Optische Ansicht’ des Objektes ist. Aus der Beschreibung heraus liest sich das eher so, wie ein 2D-Diagramm der Dopplerverteilung des Radarsignals)

  25. #25 Boron
    8. November 2011

    Hab ich auch so verstanden: Bereiche entlang von Meridianen können aufgrund der Rotation des Asteroiden anhand der unterschiedlich starken Doppler-Verschiebungen des Radar-Signals unterschieden werden. Für Bereiche entlang der Breitengrade funktioniert das nicht (weil der Asteroid nur um eine Achse rotiert) und deshalb sind Nord- und Südhalbkugel in dieser Abbildung “überlagert” dargestellt. Macht nach dieser Aussage auch Sinn, das eher als eine Art Diagramm zu betrachten.

  26. #26 Boron
    8. November 2011

    Aber müsste es dann nicht heißen: “What looks like the “terminator” actually the body’s equator.” ?

  27. #27 klaudia
    8. November 2011

    Hallo, ich habe mit interesse alle Artikel über diesen Asteroiden gelesen und obwohl mir alles plausibel erscheint, habe ich Angst, das dieser doch die Erde treffen wird. Kann die NASA sich verrechnet haben oder uns nicht die Wahrheit sagen und wäre es überhaupt möglich so etwas zu vertuschen?
    Mein Verstand sagt nein, weil ich denke das genug Hoppyastronomen gibt, die so eine Vertuschung aufdecken würden, aber mein Gefühl zweifelt und ich habe Angst und werde immer panischer! Was soll ich tun?

  28. #28 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @klaudia: “Mein Verstand sagt nein, weil ich denke das genug Hoppyastronomen gibt, die so eine Vertuschung aufdecken würden, aber mein Gefühl zweifelt und ich habe Angst und werde immer panischer! Was soll ich tun? “

    Es ist auf keinen Fall möglich, so etwas zu vertuschen. Jeder der ein Teleskop besitzt (und damit ist kein großes gemeint sondern eines, das man für wenig Geld überall im Laden kaufen kann), kann überprüfen, ob YU55 genau dort ist, wo die NASA sagt, dass er ist. Das tun sehr viele Hobbyastronomen.,,

    Und es gibt nicht nur die NASA (Ich muss da jetzt echt bald mal nen Artikel drüber schreiben denke ich)! Die NASA ist die amerikanische Raumfahrtagentur. Astronomen arbeiten überall auf der Welt, in allen Ländern und an allen Unis. Man kann den Himmel nicht vertuschen!

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/07/der-himmel-lasst-sich-nicht-vertuschen.php
    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/04/zustandigkeiten-wer-macht-was-wenn-der-asteroid-kommt.php

  29. #29 Kallewirsch
    8. November 2011

    Leg deine Panik ab. Es gibt keinen Grund dafür.

    Kann die NASA sich verrechnet haben

    Nein. Der Grund dafür ist ganz einfach. Aus den Beobachtungen wird eine Bahn gerechnet. Diese Bahn wiederrum ist Grundlage für die Vorhersage, wo sich der Brocken befinden wird. Diese Vorausberechnung machen aber auch alle diejenigen, die an Beobachtungen interessiert sind. Stimmt die Bahn nicht, dann zeigt sich das Pünktchen in den Teleskopen der Hobbyastronomen nicht an der vorausberechneten Stelle und sie schreien “Feuer” bzw. sie schreien natürlich nicht Feuer sondern übermitteln ihre Beobachtungsdaten an die Sammelstelle, die sie dann in die Berechnung der Bahn integriert. Auf die Art wird die Bahn immer genauer bestimmt, bis Beobachtung und Vorausberechnung übereinstimmen. Irgendwann ist dann ein Punkt erreicht, an dem wir bis auf ein paar Meter genau sagen können, wie weit die Bahn an der Erde vorbeiführt.

    oder uns nicht die Wahrheit sagen

    warum sollte sie das tun? Denn …

    und wäre es überhaupt möglich so etwas zu vertuschen?

    … prinzipiell kann jeder sich ein Teleskop zulegen, die entsprechenden Beobachtungen machen und für sich selber die Bahn aus seinen eigenen Beobachtungen berechnen. Die Leute, die noch mit Spass nächtelang den Himmel beobachten (sprich: die Hobbyastronomen) tun das auch. Und zwar durchaus mit Teleskopen, die keinen Vergleich mit Profiinstrumenten zu scheuen brauchen. D.h. es würde keinen Sinn machen, da irgendetwas vertuschen zu wollen, wenn gleichzeitig geschätzte 200000 Amateurastronomen einem auf die Finger schauen und ihre eigenen Beobachtungen machen. Das wäre so wie der Versuch der österreichischen Bundesregierung, die Alpen verstecken zu wollen. Jeder kann rausgehen und sich die Alpen selber ansehen.

  30. #30 名前無し
    8. November 2011

    hmm.. ich glaub fürs erste bin ich beruhigt, danke! ^^

    aber..

    wenn leztes jahr der asteroid soooo weit weg war
    und dieses jahr sehr viel näher kommt (^-^;
    dann bedeutet das aber nich
    das er nächstes jahr noch näher kommt,
    richtig?? (>_<

  31. #31 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @名前無し: “dann bedeutet das aber nich das er nächstes jahr noch näher kommt, richtig??”

    Ne, der kommt der Erde erst 2041 wieder vergleichbar nahe. Aber selbst dann ist er noch ein Stückchen weiter weg als jetzt.

  32. #32 Boron
    8. November 2011

    @klaudia (?aka @名前無し):
    Beschränkt sich deine Angst ausschließlich auf diesen Asteroiden oder fürchtest du dich generell davor, dass irgendwas schlimmes passiert – möglicherweise so sehr, dass es deine Lebensqualität beeinträchtigt?

    Falls letzteres der Fall sein sollte, handelt es sich bei dir möglicheweise um eine pathologsiche Angst. In diesem Fall wäre es nicht unangebracht, mal eine psychologische Beratung in Betracht zu ziehen.

  33. #33 Alderamin
    8. November 2011

    Hmm, leider steht der Asteroid schon so tief am Westhimmel, dass er hinter einer Wolkenbank am Horizont verdeckt war. Laut Daniel Fischer gibt’s morgen noch eine zweite Chance. Allerdings für mich erst ca. um 22:00 Uhr, wenn er richtig hoch steht, und auch schon nicht so hell ist. Vielleicht kann ich noch fotografieren, zu sehen wird er im 5-Zoll-Teleskop wohl nicht sein.

  34. #34 Mausi
    8. November 2011

    Welche Folgen hätte es für die Erde und für uns, wenn er doch kollidieren würde?
    Das AUS für den Großteil der Erde / der Menscheit? Oder eher geringer?
    Ich meine, 400m Durchmesser sind ja nicht ganz ohne…..

  35. #35 lawina
    8. November 2011

    Hallo, ich habe eine Frage, ist der Asteroid schon vobei geflogen?. ich habe nämlich gelesen, das er heute Mittag, über deutschland, schon vorbei gezogen ist?

  36. #36 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @Mausi: Die Folgen eines Einschlags (der NICHT stattfinden wird!) habe ich hier beschrieben: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/ein-grosser-asteroid-fliegt-an-der-erde-vorbei.php

  37. #37 Kallewirsch
    8. November 2011

    Das AUS für den Großteil der Erde / der Menscheit?

    Das vollständige aus wohl nicht, aber immer noch ungemütlich genug, dass die Überlebenden nicht zu beneiden sind.

    Aber: Er trifft uns ja nicht.

  38. #38 Kallewirsch
    8. November 2011

    Hallo, ich habe eine Frage, ist der Asteroid schon vobei geflogen?.

    Nein

    ich habe nämlich gelesen, das er heute Mittag, über deutschland, schon vorbei gezogen ist?

    Deutschland ist völlig uninteressant. Der Asteroid passiert die Erde. Die Erde als Ganzes ist interessant.

  39. #39 Florian Freistetter
    8. November 2011

    @lawina: “Hallo, ich habe eine Frage, ist der Asteroid schon vobei geflogen?. ich habe nämlich gelesen, das er heute Mittag, über deutschland, schon vorbei gezogen ist? “

    Am nächsten kommt der Asteroid der Erde heute Nacht, um 00:28

  40. #40 Tatjana
    8. November 2011

    Ich glaube Klaudia geht es genauso wie mir ABER ich kann ihr einfach nur die hiflreichen, schnellen und vorallem beruhigenden Antworten von Florian, Kallewirsch und Alderamin ans Herz legen. Jungs, jetzt außer Florian, seit ihr Hobbyastronomen? Wegen dem ganzen Wissen oder habt ihr euch, was ich auch machen müsste, durch etliche Wissensbücher gelesen??

    LG

  41. #41 Alderamin
    8. November 2011

    @Mausi

    Ich hab’ mal den Asteroid Impact Caluclator gefüttert mit 400 m Größe, bestehend aus porösem Gestein, Einschlag mit 17 km/s im 45-Grad-Winkel auf Gesteinsboden. Das ganze aus 100 km Entfernung beobachtet.

    Es gibt einen Krater von ca 5 km Durchmesser und 470m Tiefe (das Nördlinger Ries ist mit 22×24 km deutlich größer). Es gibt einen Feuerball von knapp 3 km Durchmesser, der 4,5-mal so hell wie die Sonne ist und eine Dreiviertel Minute leuchtet. Das wäre ziemlich heiß auf der Haut, man würde sich wegdrehen und Schatten suchen. In 100 km Entfernung gibt es ein Erdbeben der Stärke 6,7, also ein starkes Beben, aber viel weniger als das in Japan im Frühjahr oder der Türkei neulich. Gut gebaute Häuser überstehen so was.

    Nach 2 1/2 Minuten regnet es Steine vom Himmel, die 3 cm groß sind, aber nicht sehr viele, im Mittel nur 2 mm, das würde jedes Dach aushalten. Nach 5 Minuten kommt die Druckwelle als Wind von 85 km/h an, das ist Sturmstärke, aber kein Orkan. Der Lärm wäre ungefähr so laut wie starker Straßenverkehr.

    100 km ist verhältnismäßig dicht dran, aber weit genug, um von Menschen weitgehend unverletzt überstanden zu werden. Also wäre das keinesfalls das Ende der Menschheit. Viel näher will man aber nicht dran sein, bei 60 km gibt’s Verbrennungen und Wind in Hurrikanstärke, und es regnet apfelsinengroße Steine.

    Selbst wenn sicher wäre, dass der Asteroid einschlagen würde, wäre die Chance, dass er näher als 100 km vom Ort eines bestimmten Beobachters einschlägt, nur 0,006%, 1:16000, d.h. von 16000 solchen Einschlägen wäre im Mittel nur einer näher als 100 km; davor braucht man keine Angst zu haben. Wahrscheinlich würde er jedoch ins Meer stürzen, viel weiter als 100 km von der Küste entfernt. Bei 1000 km zur nächsten Küste gäbe das dort einen Tsunami von knapp 3m Höhe und ansonsten wenig Effekt.

  42. #42 Alderamin
    8. November 2011

    Tatjana·
    08.11.11 · 21:22 Uhr

    Jungs, jetzt außer Florian, seit ihr Hobbyastronomen? Wegen dem ganzen Wissen oder habt ihr euch, was ich auch machen müsste, durch etliche Wissensbücher gelesen??

    Was mich betrifft, ja, in Hobby-Sterngucker und das schon seit 35 Jahren, da liest man so einiges. Wenn ich Dir jetzt Bücher empfehlen würde, dann gibt’s die, mit denen ich begonnen habe, schon lange nicht mehr. Aber nebenan wurden ja gerade ein paar Empfehlungen gegeben. Dazu gibt’s im Internet tolle Quellen, sei es Wikipedia, dieser Blog hier, oder Skyweek 2.0. So bleibt man auf dem laufenden.

  43. #43 Kallewirsch
    8. November 2011

    @Tatjana
    Hobby, seit ich 12 war (ist schon > 30 Jahre her)

    @Alderamin
    Das ist ja ein tolles Teil. Was es nicht alles gibt.
    Bei einem 400m Brocken hätt ich mir das jetzt schlimmer vorgestellt, das ist ja alles noch überschaubar.

  44. #44 Florian Freistetter
    8. November 2011

    Hier kann man übrigens Live-Teleskopbilder vom Vorbeiflug sehen: http://events.slooh.com/ (aber erwartet euch nicht zu viel. Das Ding ist ein Punkt!)

  45. #45 Alderamin
    8. November 2011

    @Florian

    Ein Punkt…ja, fragt sich nur welcher…

  46. #46 Tatjana
    8. November 2011

    @ Alderamin und Kallewirsch

    Na hallo, dieses Alter hätte ich euch aber nicht zugetraut. Ich kann ja jetzt nur nach dem Schreiben eurer Kommentare urteilen und hätte euch auf jeden Fall so in meiner Altersklasse geschätzt :), soll aber nix negatives sein 😉

    @ Florian

    Super, vielen Dank, da schau ich jetzt mal gleich nach. Bis 0.30 Uhr bin ich auf jeden Fall noch wach, mal sehen ob es schon Neuigkeiten gibt 🙂

  47. #47 Tatjana
    8. November 2011

    Hm, jetzt sehe ich hier grade etwas von 4 Stunden, damit ist doch dann der Asteroid gemeint oder? Und wo wird er denn in 4 Stunden sein, weil dort Next Event steht und ich dachte das sich der Asteroid um 0.28 Uhr der Erde am meisten nähert oder ich steh grad auf nem Schlauch :/

  48. #48 Kallewirsch
    8. November 2011

    Ja das ist mir auch nicht ganz klar, was die 4 Stunden sein sollen. Ev. die Zeit, bis er ausser Reichweite ist?

    Über dem (runden) Bild sind 2 Pfeile zum weiterschalten (in Form von Dreicken). Auf einer der WEiterschaltung ist der Asteroid in eine Simulation zu sehen, wo er sich gerade befindet.

    Oh, guckk mal. Auf der Wide-Field Ansicht. Na wenn das mal nicht Jupiter ist!

  49. #49 Kallewirsch
    8. November 2011

    Oh, guckk mal. Auf der Wide-Field Ansicht. Na wenn das mal nicht Jupiter ist!

    gemeint ist natürlich die “Canary 2 Wide Field”.
    Und erst die “High Mag”. Wunderbar der GRF

    ….
    Hey, wo ist das Bild hin! Da scheint momentan einiges drunter und drüber zu gehen. Was interessiert mich die Mondfinsternis heute

  50. #50 Wurgl
    8. November 2011

    Idee: Die 4 Stunden ist der Fly-By am Mond.

  51. #51 Alderamin
    8. November 2011

    Könnte sein, dass der Asteroid jetzt auf den Kanaren zu tief steht, hier ist er ja schon lange weg. Deswegen zeigen sie jetzt Mondfinsternis und Venus-Transit. In 4h übernimmt dann vermutlich eine andere Kamera in den Staaten.

  52. #52 Tatjana
    8. November 2011

    Öhm, und was erkenne ich hier unter Lcross????

  53. #53 Kallewirsch
    8. November 2011

    @Tatjana
    Das sind alles alte Videos

    Lunar Eclipse: Die Mondfinsternis vom Mai/Juni?
    Venus Transit: Der war 2004
    LCROSS: Das war der Einschlag einer Sonde am Mond, von der man sich in die Höhe geschleudertes Material erhofft hat, um von der Erde aus Wasser am Mond nachzuweisen.

  54. #54 Alderamin
    8. November 2011

    @Tatjana

    LCROSS war eine Sonde, die man im Oktober 2009 in einen Mondkrater am Südpol des Mondes hat stürzen lassen, um zu prüfen, ob sich dort im ewigen Schatten Wassereis befindet. Man hat den Krater von der Erde aus beobachtet, ob man eine Einschlagwolke aufsteigen sieht. Hat man aber nicht. Man hat aber trotzdem etwas Eis und allerlei anderes Zeugs nachweisen können. Im Video sieht man wohl ein Fernrohrbild des Kraters von der Erde aus aufgenommen, wie man am Luftflimmern des Bildes sehen kann.

  55. #55 Theres
    8. November 2011

    Also Jupiter war fantastisch … aber diesen düsteren Kometen sah ich wirklich nicht. Egal, die Interviews waren gut, fand ich. Sah einer von euch was?
    Lcross ist Lunar Crater – nachsehen – ,Lunar Crater Observation and Sensing Satellite, also Bilder vom Mond und zwar geniale …

  56. #56 Tatjana
    8. November 2011

    Sieht für mich wie ein Asteroid aus, aber ich bin kein Experte/in 🙂

  57. #57 Tatjana
    8. November 2011

    Ups, na da lag ich ja wohl total daneben *rotwerd* 🙂

  58. #58 Kallewirsch
    8. November 2011

    Sieht für mich wie ein Asteroid aus

    🙂
    Das Ding ist viel zu klein. Ausser einem Lichtpunkt, der sich bei nächster Annäherung eventuell zu einem kleinen Scheibchen entwickel, welches durch das Sterngewimmel flitzt, wird man sowieso nichts sehen.

    Das ist schon der Mond, was du da siehst.

  59. #59 Kallewirsch
    8. November 2011

    In 4h übernimmt dann vermutlich eine andere Kamera in den Staaten.

    Klingt plausibel. Dann kriegt auch diese Überschrift über der Countdown Uhr einen Sinn:
    Zitat:
    Asteroid Close Fly-By #2

    (Ich hab leider nicht darauf geachtet, ob da vor 20 Minuten noch #1 dort stand)

  60. #60 Tatjana
    8. November 2011

    @ Kallewirsch:

    Bin aber auch die ganze Zeit wie wild am schauen ob ich nicht irgend etwas asteroitenähnliches finde 🙂 Aber das Video mit dem Mond, auch schön mal diesen von dieser Seite zu betrachten 🙂

  61. #61 Theres
    8. November 2011

    Macht nichts, Tatjana, ging mir nur wenig anders, denn dass das schon so lange her ist, hatte ich komplett vergessen.

  62. #62 Alderamin
    8. November 2011

    @Theres

    Hast Du mit dem Fernrohr nach Jupiter geschaut? Der große rote Fleck war mittig zu sehen, und im Nordäquatorialen Gürtel gab es zwei auffällige Knoten.

    Den Asteroiden habe ich nicht gesehen. Kam von der Arbeit, viel Stau gehabt, dann Abendessen, dann Teleskop aufgestellt und an 3 Sternen ausgerichtet. Bis dahin war’s schon dreiviertel 9 und der Asteroid stand schon zu tief. Aber morgen wird er um 22:45 hoch am Himmel stehen. Nur: der Himmel ist “dank” des Mondes verdammt hell, das wird sehr schwierig werden, das Pünktchen von 12.5ter Größe zu sehen. Ich würde mal sagen, daran werde ich scheitern.

  63. #63 Tatjana
    8. November 2011

    Grade läuft auf nem russischen Sender Nachrichten, auch unser Asteroid ist ein Thema, ich lass mal von meinem Mann übersetzten 🙂

  64. #64 Tatjana
    8. November 2011

    @ All

    Ab wann wird denn der Asteroid denn “endlich” wieder weit weg von der Erde sein, oder besser gesagt entfernter, weil Theres schreibt das er morgen um 22.45 Uhr hoch am Himmel stehen wird.

  65. #65 Theres
    8. November 2011

    @Alderamin
    Nein, nicht in Berlin … da sieht man so gut wie nie etwas. Aber eine der Kameras vom slooh zeigte ihn richtig schön. Dir viel Glück mit dem Asteroiden, der echt düster ist.

  66. #66 Kallewirsch
    8. November 2011

    Ist trotzdem schade.
    Vorhin hatten sie noch Jupiter drauf. Einmal mit den gallileischen Monden und einmal als Portrait. Man sah wunderbar den großen roten Fleck und die Bänder. Das ging so schnell, dass ich nicht rausfand ob das live war oder nicht. Aber da Jupiter ja momentan einen Logenplatz hat, könnte das live gewesen sein.
    Auf jeden Fall viel interessanter als die Finsternis!

  67. #67 Theres
    8. November 2011

    Jupiter war, meine ich verstanden zu haben live – damit man mal was sieht, wenn man möchte, meinte der Sprecher 🙂

  68. #68 Alderamin
    8. November 2011

    @Tatjana

    Ich war das. Die größte Annäherung wird um 0:28h sein, danach entfernt er sich schon wieder. Aber man kann ihm morgen noch hinterherschauen, dann steht er der Sonne fast gegenüber, und sie scheint voll auf ihn drauf, wie bei Vollmond, deswegen wird er tritz größerer Entfernung noch verhältnismäßig hell sein. Im Moment wir er von der Seite nur zur Hälfte beleuchtet, wie bei Halbmond.

  69. #69 Theres
    8. November 2011

    @Tatjana
    Der ist nicht gefährlich, ehrlich nicht, sonst würde man ihn doch auch viel deutlicher sehen können. Er ist dunkel und kommt aus der falschen Richtung zum Beobachten … und entfernt sich bereits wieder, wenn ich mich nicht irre.
    Es war auch Alderamin, der das schrieb und der gucken möchte …

  70. #70 Kallewirsch
    8. November 2011

    Theres:
    Ah, ich hab den Sound abgedreht.

    Alderamin
    Hast du heute Jupiter geschaut?
    Alle 4 Monde sichtbar. 1 Links, 3 rechts – wobei 2 dicht beeinander standen.

    (Könnte jetzt natürlich im Himmelsjahr nachschauen, aber wenn du heute am Rohr warst, gehst schneller wenn du das bestätigen kannst)

  71. #71 Tatjana
    8. November 2011

    Achsoooo, tschuldigung an beide :)) Aber ich denk mir mal, dass ihr wie auch ich bis 0.30 Uhr wartet um zu sehen, wo er sich befindet. Denn falls ich auf der Internetseite nix sehen kann dann warte ich mal eure Kommis ab, ihr wisst da bestimmt mehr 😀

  72. #72 chrissy
    8. November 2011

    Also iwie hab ich ja doch etwas bammel *schäm*

    Neben dem mond dee helle punkt ist das immer noch jupiter?

    Lg

  73. #73 chrissy
    8. November 2011

    Also iwie hab ich ja doch etwas bammel *schäm*

    Neben dem mond dee helle punkt ist das immer noch jupiter?

    Lg

  74. #74 Alderamin
    8. November 2011

    @Kallewirsch

    Ja, habe von 22:30-23:00 Uhr Jupiter geschaut. Drei Monde waren westlich, zwei davon dicht übereinander, und einer östlich. Im seitenrichtigen Fernrohr also drei links, einer rechts. Der große rote Fleck war ziemlich genau in der Mitte der Planetenscheibe, natürlich im südlichen Band. Ziemlich blaß, eher hautfarben als rot.

  75. #75 Kallewirsch
    8. November 2011

    Neben dem mond dee helle punkt ist das immer noch jupiter?

    Du meinst mit freiem Auge?
    Ja, das ist Jupiter. Unverkennbar in seiner ganzen (hellen) Pracht.

  76. #76 Alderamin
    8. November 2011

    chrissy·
    08.11.11 · 23:46 Uhr

    Neben dem mond der helle punkt ist das immer noch jupiter?

    JAAH. Den Asteroiden kannst Du nicht mit bloßem Auge sehen. Nimm’ Dir mal ein Fernglas und schau’ Dir Jupiters Monde an.

    Und morgen ist der Mond weiter nach links gewandert und steht links von Jupiter. So ist alles da oben in Bewegung.

  77. #77 chrissy
    8. November 2011

    Ja mit freien Auge…. Ist sehr sehr schön anzusehen.. wie lange wird er da noch beim mond sein….. ?

  78. #78 Alderamin
    8. November 2011

    Tatjana·
    08.11.11 · 23:46 Uhr

    Aber ich denk mir mal, dass ihr wie auch ich bis 0.30 Uhr wartet um zu sehen, wo er sich befindet.

    Sorry, aber ich geh’ jetzt in’s Bett, muss morgen um 6:15h raus. Der Asteroid wird da sein, wo er sein soll. Anders geht’s nicht. Außerdem geht die Live-Übertragung erst um 3:00h in der Frühe weiter, da lohnt es sich nicht, drauf zu warten.

    Gute Nacht allerseits…

  79. #79 Kallewirsch
    8. November 2011

    @Alderamin
    Deckt sich genau mit dem Bild auf SLOOH. War also wirklich live.

    Laut Himmelsjahr müsste das gewesen sein

    G KE J I

    (G Ganymed, K Kallisto, E Europa, I Io und natürlich der Boss Jupiter)

  80. #80 Theres
    8. November 2011

    Grummel .. mein Fernglas ist irgendwo zugebaut … und ich muss Regale aufbauen … *schimpf* earthsky.org hat nette Bilder.

  81. #81 chrissy
    8. November 2011

    Oh danke wusste nicht das man die monde mit dem fehrnglas sehen kann… Das wird immer interessanter alles 🙂 ….

    Das man ihn so nicht sehen kann weiß ich danke….

  82. #82 Kallewirsch
    9. November 2011

    wie lange wird er da noch beim mond sein….. ?

    Falsche Frage. Richtige Frage: Wie lange wird der Mond noch bei Jupiter sein?

    Kommt drauf an, was du unter ‘bei’ verstehst.
    Der Mond dreht sich in 28 Tagen einmal um die Erde, wandert also einmal komplett durch das Himmelsgewölbe durch. In 14 Tagen ist er also genau um 180° versetzt zu heute. In 1 Woche hat er also gegenüber der heutigen Position rund 90° ‘Wegstrecke’ zurückgelegt.

  83. #83 Kallewirsch
    9. November 2011

    @Chrissy + @Tatjana

    Macht euch keine Sorgen.
    Alderamin, Theres und ich, wir sind völlig ruhig (nicht aufgeregt). Die Jungs von der Bahnberechnung haben das alles im Griff. Wenn die sagen das geht vorbei, dann geht das auch vorbei.
    Die Nasa schafft es, eine Sonde von hier auf der Erde so abzufeuern, dass sie nach 6 Jahren freien Falls durch das Sonnensystem beim Jupiter in einem paar 100 Meter breiten Korridor rauskommen (und das ist echt schwierig), da werden sie ja wohl die Bahn von so einem popeligen Gesteinsbrocken noch sauber rechnen können, zumal man ja das Rechenergebnis unmittelbar ein paar Tage später am Teleskop verifizieren kann.

  84. #84 Kallewirsch
    9. November 2011

    danke wusste nicht das man die monde mit dem fehrnglas sehen kann…

    Oh ja. Theoretisch könnte man sie sogar mit freiem Auge sehen, wenn nur Jupiter selber nicht so hell wäre. Der überstrahlt die schwachen Pünktchen.

  85. #85 Theres
    9. November 2011

    Na, dann kann ich es ja mal versuchen 😉

  86. #86 Kallewirsch
    9. November 2011

    Kleiner Tip:

    * Das Fernrohr irgendwo aufstützen. Ideal wäre so ein Photo-Einbein-Stativ. Mit der freien Hand ist es sehr schwer, die genaue Richtung ohne ständiges Wackeln zu halten.

    * Warte nach ein wenig, bis der Mond weg ist. Sonst versaut dir dessen Streulicht vieles. Der Hintergrund in deinem Feldstecher ist dann nicht pechschwarz sondern so eine matschige dunkelgraue Sosse.

  87. #87 Tatjana
    9. November 2011

    Soooo, bin dann wohl die letzte noch nicht schlafende Person 🙂 Keine neuen Info vom Asteroiden, naja, ich schau in ein paar Stunden mal wieder rein, nachdem auch ich ein bissel Schlaf bekommen hab 🙂

    Gute Nacht @ alle

  88. #88 Boron
    9. November 2011

    Hier gibts mitlerweile eine neue (7.11.11) und etwas weniger grobpixelige Radaraufnahme von YU55.
    Schade, hab die Livebilder auf SLOOH leider nicht gesehen. Auch wenn vom Asteroiden nicht viel zu sehen gewesen wäre, die Jupiteraufnahmen hätten mich durchaus auch interessiert.
    Aber 3.00 Uhr werd ich nicht mehr wach sein…

  89. #89 Christian
    9. November 2011

    dann ist ja der alderamin kein “jungs” mehr sondern schon der forums grand seigneur ;-).

    sagt ja auch schon sein nickname alder amin *g*

  90. #90 Sissy
    9. November 2011

    @ Tatjana, Klaudia und all die anderen “Mädels” 😉

    nicht nur ein Teil der “Jungs” hier sind begeisterte Hobbyastronomen. Ich guck auch regelmäßig mit meinem Teleskop in den Nachthimmel. Und dank Internet und e-mail kenn ich auch sehr viele andere Amateurastronomen (Hobbysterngucker) weltweit.

    Die Bahnberechnungen zu den vielen “Steinerhaufen” (Asteroiden) da oben sind korrekt. Ich hab ne sehr empfindliche Kamera an meinem Teleskop dran und wenn ich ein Objekt nach seinen Himmelskoordinaten anfahr und belichte, dann ist es genau da, wo es sein soll und ich kann ein Foto davon machen.

    Das ist sowas von toll, da kann keine noch so gemeine Regierung oder Behörde was vertuschen. Der Himmel kann nicht “zensiert” werden.

    Also geht beruhigt schlafen, Euch fällt nix auf n Kopf. Das Leben hier ist kein Comic ala Asterix und Obelix, Real Live ist noch viel spannender, als alles, was sich ein Comicschreiberling einfallen läßt.

    Nachdem Du jetzt aber herausgefunden hast, daß es interessant ist, klicker doch mal auf diese Adresse.

    http://www.astronomie.de/gad/

    Da findest ganz viele Adressen von Sternwarten. Da kann man vorbeigehen und selber mal durch ein Teleskop gucken. Das lohnt sich!

    Ich versprech Dir, was man mit eigenen Augen sieht, macht einem hinterher keine Angst mehr.

  91. #91 Interskeptor
    9. November 2011

    …Herrlich, heute morgen fm4-Nachrichten auf deutsch, 7.30 Uhr.
    “Der Asteroid passierte die Erde im Abstand von 325000 km, das ist WENIGER ALS DER ABSTAND ERDE-SONNE und gilt in kosmischen Maßstäben als Streifschuss.”

    Niedlich. 🙂

  92. #92 Tatjana
    9. November 2011

    Hab auch grad gelesen: Asteroid hat Erde KNAPP verfehlt und das er UNGEWÄHNLICH nah an der Erde vorbeigeflogen ist, und Streifschuss. Stimmt das denn alles?

  93. #93 Florian Freistetter
    9. November 2011

    @Tatjana!! Der Asteroid ist exakt so an der Erde vorbei geflogen, wie man es vorhergesagt hat. Wie “Knapp” und wie “Ungewöhnlich” das alles war, habe ich im Artikel ja beschrieben.

  94. #94 Tatjana
    9. November 2011

    Dann war das wie immer unsinn, Mensch, dass die einfach nie damit aufhören…. Gibt es denn schon bessere Bilder vom Asteroiden, die man sich anschauen kann?

  95. #95 Alderamin
    9. November 2011

    @Tatjana

    In dem anderen Thread hatte ich Dir geschrieben, wie knapp das war. Verkleinert auf 1:100 wäre das ungefähr so, als ob ein Auto an Dir vorbeigefahren wäre. Und zwar Du in Deutschland und das Auto in Kairo.

    Das würde ich nicht gerade als Streifschuss bezeichnen, aber für einen Asteroiden ist das schon ungewöhnliche nahe, weil seit 1976 kein vergleichbar großes Objekt uns so nahe gekommen ist. Die sind halt überlicherweise hunderte Male weiter entfernt, da oben ist enorm viel Platz. Ist eben alles relativ.

    Aktuelle Bilder und Videos sind verlinkt bei Daniel Fischers Skyweek 2.0, der wird sicher noch weiteres nachliefern. Das neueste steht immer zu oberst, man liest sozusagen rückwärts durch die Zeit nach unten.

  96. #96 Christian
    9. November 2011

    eine nette aufnahme von einem observatorium. man sieht wie schnell das teil ist.
    leider weiß ich nicht wie sehr das gesamte “beschleunigt” ist.

    http://www.youtube.com/watch?v=ge936iuF4mg

  97. #97 Lohengrin
    9. November 2011

    Ich habe vor mehreren Monaten mal in irgend einer Nachrichtensendung gehört, dass ein Asteroid mit 80000 Kilometer pro Sekunde, blablabla. Dass die mal wieder Kilometer mit Meter verwechselt haben ist klar. Daraus ergab sich aber eine Diskussion mit einem Freund.
    Was würde eigentlich passieren, wenn ein Objekt, lass 10kg wiegen, mit viertel Lichtgeschwindigkeit mit der Erde kollidiert? Würde das überhaupt auffallen? Elektronen und chemische Bindung sind dann wohl egal. Kann es sein, dass so ein Ding einfach durchschlägt, und hier und da mal einen Atomkern der Erde mitreißt? Der Durchschuss würde danach wohl zu fallen, und das wars.

  98. #98 Christian
    9. November 2011

    ad alderarmin !
    skyweek2.0 kannte ich noch nicht, da ist ein optisches bild vom asteroiden vom keck obs., das ist ja der wahnsinn !! (zumindest für interessierte laien, vielleicht stellen sich da jetzt manche noch mehr darunter vor).
    hmm daumen mal pi vergleich, vielleicht halb so schlecht aufgelöst wie das bloße auge den mond auflösen kann. denn viel mehr als marestrukturen erkennt man nicht.
    da wird aber nicht der mond beobachtet, sondern ein teil mit der seitenlänge des pentagons.

    die radarbilder sind ja auch nicht schlecht !

    hat wer eine ahnung bis zu welcher entfernung diese praktikabel ist. dann vom auflösungsgesichtspunkt ist die ja unschlagbar.

  99. #99 Alderamin
    10. November 2011

    Hab ihn!

    27 Einzelaufnahmen zu je 15s + 4 Darks bei 1600 ISO, zwischen 22:26 und 22:44h am 09.11.2011 mit Pentax K-x Spiegelreflex im direkten Fokus des Teleskops aufgenommen. Brennweite: 900 mm, 120 mm Öffnung, Skywatcher ED 120 Refraktor, Motornachführung, ohne Guiding. Ca. 30s liegen jeweils zwischen den Einzelaufnahmen, das ergibt die Perlenkette, weil der Asteroid sich zwischen den Bildern weiterbewegt hat. Ganz schön flott, der kleine!

    Mit bloßem Auge waren nur zwei Sterne im Blickfeld zu sehen, der Asteroid selbst nicht. Und der Himmel war blau, weil der Mond so nahe stand. Also, wie vorausgesagt, fotografieren geht, sehen nicht (jedenfalls nicht mit meinem kleinen Teleskop bei Vollmond).

  100. #100 Theres
    10. November 2011

    Gratulation, toll! Ist ja richtig gut zu erkennen und ich sehe ihn auch. ( Solche Aufnahmen kenne ich, bei anderen Bildern im Netz erkannte ich einfach gar nichts).

  101. #101 Christian
    10. November 2011

    @ lohengrin
    naja die impaktenergie wäre mal nicht so klein. 6 megatonnen tntäguivalent.

    es gibt tatsächlich ähnliche überlegungen ;-).
    nämlich dass kleine schwarze löcher durch sterne “fliegen”. dieses ereignis so die überlegung müsste dann irgendwie “beobachtbar” sein.
    so könnten dann diese kleinen schwarzen löcher (primordial black holes) nachweisbar sein. (in wiki steht auch noch dass die doch gar nicht mal so leicht wären 10^11 bis10^23 kg)

    jedoch glaube ich nicht dass die mit so großer geschwindigkeit unterwegs sind.

  102. #102 Lohengrin
    10. November 2011

    Wenn die kinetische Energie übertragen wird, dann kracht es. Die Frage ist, ob so etwas einfach durch geht.
    Ich habe gerade mal nachgerechnet, dass die Neutronen, die beim Kernzerfall frei werden, auch schon 0.1 bis 0.2 fache Lichtgeschwindigkeit haben, und die werden innerhalb von Metern gestoppt. Das Geschoss wird wohl doch absorbiert.
    Dass die Geschwindigkeit von 1/4 Lichtgeschwindigkeit völlig utopisch ist, ist klar.

  103. #103 Lohengrin
    10. November 2011

    @alderamin
    Auch von mir: Gratulation!

  104. #104 Bullet
    10. November 2011

    @Alderamin: schön gemacht. Da muß ich dann wohl nochmal nachlegen mit meinen Jupiterfotos. 🙂

  105. #105 Alderamin
    10. November 2011

    @Bullet

    Ich hab auch noch schnell ein paar Jupiteraufnahmen gemacht, aber auch nur mit 900 mm Brennweite und Spiegelreflex, da ist der Planet natürlich viel zu klein, so was macht man besser mit der Webcam und Okularprojektion. Das Seeing war auch nicht so berühmt, zumal unser Schornstein gleich nebenan war. Aber die Monde standen recht witzig gestern, alle vier auf der gleichen Seite (was selten ist) und zwar in engen Zweierpaaren. Sah fast aus wie Epsilon Lyrae (na ja, gerade so dicht standen sie nicht, aber es erinnerte mich daran). War mir gestern zu spät, die Bilder noch zu bearbeiten.

    @Tatjana & Co: Ich habe den Asteroiden, wie gesagt, nicht mit eigenen Augen durch’s Fernrohr sehen können. Ich habe mich blind auf einen Online-Rechner des JPL (ein Institut der NASA) verlassen, dort eine Vorhersage der Position für meinen Beobachtungsstandort, alle 10 Minuten, generieren lassen (auf dem Smartphone!) und dann das Teleskop mit der Kamera einfach auf den für die Uhrzeit vorhergesagten Ort gerichtet (Computer in der Fernrohmontierung macht’s möglich). Das Objekt war auf dem ersten Foto genau mittig (das ins Web gestellte ist ein Ausschnitt aus dem insgesamt größeren Blickfeld). Der Asteroid hat sich in der Viertelstunde vielleicht um den Durchmesser des Vollmonds fortbewegt, man musste also genau zur richtigen Zeit auf die richtige Stelle gucken. Die berechnete Position stimmte exakt. Auf die Jungs ist eben Verlass.

  106. #106 StefanW
    10. November 2011

    Mal eine Frage !

    Wurde der Komet durch die Schwerkraft der Erde in seiner Bahn gestört, oder war er dazu noch zu weit weg ?

  107. #107 Boron
    10. November 2011

    Antwort:

    Zitat Florian:

    @Josh: “Wird die Bahn des Asteroiden durch den relativ nahen Vorbeiflug an der schweren Erde eigentlich nicht beeinflusst?”

    Klar ändert ein naher Vorbeiflug die Bahn. Aber auch das kann man berechnen und man weiß, dass auch die neue Bahn nicht zu einer Kollision führen wird.

  108. #108 Richelieu
    10. November 2011

    @Alderamin

    Bravo! Schöne Aufnahme. Hatte meinen 10″ schon vorbereitet aber hier zieht mir der Nebel fast jeden Abend einen Strich durch die Rechnung… 🙁

    …so was macht man besser mit der Webcam und Okularprojektion…

    Will ja nicht einen OT Thread über Planeten Astrophotographie öffnen, aber ich würde eine 5x Barlow (ideal die Powermate 5X von TeleVue, aber gute 5x aus China reichen auch) einer Okularprojektion bevorzugen und damit kommst Du schon auf 4500mm Brennweite, und einen knappen 100px grossen Jupiter auf einem typischen Webcam Sensor (1/4″). Habe das Längere Zeit mit meiner Equinox 120 gemacht, die optisch deiner an die 100% gleich sein sollte…

  109. #109 Alderamin
    10. November 2011

    @Richelieu

    Ich hatte Glück mit dem Nebel, als ich den Post oben gestern abend geschrieben hatte, war es bei uns auch neblig. Aber vorher war die Luft ziemlich klar. Nur waren ein paar der Fotos ein wenig aufgehellt, weil Dampf vom Schornstein durch Blickfeld gezogen ist (die Aufnahmen wurden vom Balkon aus gemacht). Man sieht das daran, dass der entsprechende Asteroidenpunkt etwas schwächer erscheint, als die anderen.

    5x Barlow: könnte ich mir mal zulegen, bisher waren meine Webcam-Ergebnisse noch nicht so umwerfend. Habe die Projektion mit 10mm Ortho und 17mm Erfle gemacht, ca. 20 cm Projektionsabstand. Ich denke aber auch, dass die Umgebung zu Hause mit den Dächern sehr die Luftruhe stört, richtig tolles Seeing habe ich nur, wenn ich aus der Stadt rausfahre. Da mache ich dann normalerweise Deepsky, keine Planeten.

    Der (oder die?) Equinox ist aber doch ein wenig teuerer, bist Du sicher, dass der die gleiche Optik einsetzt?

    Hier noch ein paar Aufnahmen, die ich mit dem Chinesen-Refraktor und der Pentax aus der Eifel gemacht habe.

  110. #110 Kallewirsch
    10. November 2011

    @Alderamin

    Respekt. Tolle Aufnahmen. Die Supernova in M51, ist die von heuer?

  111. #111 Kallewirsch
    10. November 2011

    Zieh die Frage zurück. Hab jetzt erst die Dateinamen gesehen. Trotzdem frisst mich der Neid.

  112. #112 Alderamin
    10. November 2011

    @Kallewirsch

    Ja, die Supernova war die vom Mai. Der Witz ist, dass die Aufnahme einen Tag vor der Veröffentlichung der Entdeckung entstand. Ich war nur nicht auf die Idee gekommen, nach Supernovae zu suchen, das war halt einfach mal meine erste Aufnahme von M51 unter dunklem Himmel. Ich hatte mir drei Tage Zeit gelassen mit dem Stacking, und dann bei Skyweek über die Supernova gelesen…

  113. #113 Richelieu
    10. November 2011

    @Alderamin:

    Ich hoffe Florian ist mir nicht böse wenn ich kurz den OT weiter führe.
    Zum Seeing, gerade als Stadtbewohner, der ich zum Glück nicht bin, ist ja gerade Planeten Photographie interessant so als schnell Shooting für zwischendurch, hast Du eine “normale” Webcam oder eine Planeten Kamera wie zB eine DMK, iNova usw.? Mit einer DMK21 zB. hast du eine Framerate von 60 Bilder/s gegen 5 bis 20 B/s für eine gewöhnliche Webcam bei schwachen Lichtverhältnisse, das friert ganz schön das Seeing ein, noch besser (aber hier konnte ich noch keine pers. testen) die Basler Kameras mit 100 B/s sollte man bei fast jedem Seeing Bilder machen können. Leider sind diese kleinen wunder recht teuer aber vielleicht ziehen andere Hersteller mit dieser Framerate nach und der Preis sinckt.

    Kurz noch zu den Equinox, es sind die gleichen Optiken (100 und 120, nicht aber der 80) der Preis Unterschied kommt von einem besserem Finish: einziehbare Taukappe, besserer OAZ, besserer Tubus, bessere Rohrschellen usw…

  114. #114 Alderamin
    10. November 2011

    Richelieu·
    10.11.11 · 22:47 Uhr

    Zum Seeing, gerade als Stadtbewohner, der ich zum Glück nicht bin, ist ja gerade Planeten Photographie interessant so als schnell Shooting für zwischendurch, hast Du eine “normale” Webcam oder eine Planeten Kamera wie zB eine DMK, iNova usw.?

    Ich hab’ die hier mit IR-Sperrfilter un 1,25″-Halter. Das Plastikgewinde ist Mist, das Gehäuse löst sich hinten schon ab und nicht alle Astroprogramme erkennen die Kamera.

    Diese ist eingeplant als Autoguider und Planetenkamera.

  115. #115 Richelieu
    10. November 2011

    …Ja, die Supernova war die vom Mai. Der Witz ist, dass die Aufnahme einen Tag vor der Veröffentlichung der Entdeckung entstand…

    Jetzt kenne ich einen 2. der sich in den A. beisst nicht nachgeschaut zu haben 😉 mein Geschäftspartner hatte sie auch ein paar Tage vor der offizielle Entdeckung (genau weiss ich nicht mehr) aufgenommen aber da er einen Autoguiding Problem nachging hat er Sie nicht gesehen…

    Zu den Photos da ich vor kurzem einen fiesen Datenverlust einstecken musste (natürlich nichts gesichert) hat nur dieses der neueren überlebt.

  116. #116 Alderamin
    11. November 2011

    @Richelieu

    Sehr schöner Hantelnebel mit einer Färbung, wie man sie üblicherweise kennt. Bei mir kam beim Strecken des Histogramms dieses Türkis raus, fand ich poppig und hab’s so gelassen. Dein Bild ist auch nicht so krümelig wie meine Bilder. Welche Kamera und Belichtungszeit verwendest Du? Ich verwende die Pentax K-x. Wegen der im B-Modus nicht abschaltbaren Darkframe-Erzeugung, welche die Belichtungszeit verdoppelt, mache ich 100-200 Aufnahmen zu 30s. Besser wären längere Belichtungszeiten.

  117. #117 Bullet
    11. November 2011

    Oja, die Darkframe-Pause. Bist du sicher, daß man die nicht abschalten kann? Meine Nikon sagt dazu “Long exposure noise reduction”. Auf “Off” jesetzt, und der Abend ist halb so kalt. 🙂
    btw:

    (Computer in der Fernrohmontierung macht’s möglich)

    Welche Montierung?

  118. #118 Richelieu
    11. November 2011

    @Alderamin:
    Meine Kamera ist ein QHY6 von den ersten Modellen, ich glaube sie wurde in D unter dem Namen ALccd 6 vertrieben (das alte Modell mit Farbchip), mittlerweile bin ich auf eine Atik383 monochrom umgestiegen.
    Belichtungszeit war 26 x 5min
    Die Kühlung, auch wenn nicht reguliert, bringt schon einiges aber wegen deinen kurzen Belichtungszeiten holst Du dir auch ganz schön viel Rauschen rein.

    Weiss jetzt nicht ob die Montierungsfrage an mich oder Alderamin gerichtet war, das M27 Bild wurde auf einer “alten” EQ6 GOTO (ohne Kugellager) aufgenommen, diese habe ich jetzt gegen ein NEQ-6 GOTO Getauscht (mit Kugellager).

  119. #119 Alderamin
    11. November 2011

    @Bullet

    Die Darkframe-Subtraktion kann man schon abschalten, nur schaltet die Pentax sie im Bulb-Modus trotzdem an. Beim Nachfolger K-r wurde das per Software-Update gefixt. Auf den entsprechenden Update der K-x warte ich noch.

    Meine Montierung ist eine HEQ-5 mit Syncscan Goto. Für den Laien halt mit Computer.

    @Richelieu
    Aha, also eine echte Astro-CCD, da kann meine Spiegelreflex natürlich nicht mihalten. Ich plane, mir eine gebrauchte Atik 314 zuzulegen, schwanke aber noch zwischen Schwarzweiß oder Farbe. Wohl eher S/W, dann kann ich mit Schmalbandfiltern arbeiten. Dann spielt die Lichtverschmutzung zu Hause nicht mehr so eine große Rolle.

  120. #120 Boron
    18. November 2011

    @myself

    Aber müsste es dann nicht heißen: “What looks like the “terminator” actually the body’s equator.” ?

    Ah, ja. In der Animation in diesem Beitrag sieht man, dass der obere Rand der “Sichel” tatsächlich dem Äquator entspricht und der “Terminator” über die Pole der überlagert dargestellten Hemisphären verläuft. Ist also alles eine Frage der “Projektion” der Daten.