Auf unsere Erde regnet es ständig Steine. Das war schon immer so, aber nicht immer wusste man, wo sie her kommen. Es dauerte bis ins 19 Jahrhundert, bevor die Wissenschaftler akzeptierten, dass die Steine, die man immer wieder mal vom Himmel fallen sehen konnten, aus dem Weltall stammten und nicht zum Beispiel aus Vulkanen in die Luft geschleudert wurden (oder direkt in der oberen Atmosphäre entstanden). Heute ist uns allen klar, dass immer wieder große oder kleine Brocken aus dem All mit der Erde zusammenstoßen. Wir wissen, dass solche Kollision Massensterben verursachen können oder aber auch einfach nur schön sein können. Es kommt immer darauf an, was uns trifft und wie groß es ist. Ist es ein ausgewachsener Komet oder Asteroid oder nur ein kleiner Meteoroid? Was auch immer es ist: Wenn es mit der Erde kollidiert, werden wir eine helle Lichterscheinung am Himmel sehen. Die nennt sich “Meteor”. Und – vorausgesetzt es war kein großer Impakt der uns alle ausgelöscht hat – vielleicht bleibt dann nach der Kollision noch ein kleines Bruchstück übrig, dass am Erdboden landet. Das ist ein Meteorit und aus ihnen können wir enorm viel lernen! Dazu muss man sie aber erst finden…

Das Studium der Steine aus dem All ist wichtig, wenn wir verstehen wollen, wie unser Sonnensystem entstanden ist. Denn die interplanetaren Kleinkörper stellen die letzten Überreste der Bausteine dar, aus denen all die Planeten entstanden sind, die heute um die Sonne kreisen. Astronomen und Geologen sind also äußerst interessiert daran, solche Steine zu finden. Das ist aber nicht immer leicht.

Gut, wenn ein richtig großes Objekt auf der Erde einschlägt, dann hat man wenig Probleme (vorausgesetzt man hat sich nicht direkt in der Nähe des Einschlagsortes aufgehalten). Man wird einen großen Krater finden und mitten drin einen großen Meteoriten. Zum Beispiel den Hoba-Meteorit, der vor etwa 80000 Jahren in Namibia eingeschlagen ist:

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Hoba-Meteorit in Namibia (Bild: Mike, CC-BY 2.0)

Solche Trümmer übersieht man selten. Wenn ihr Einschlag nicht allzu lange her ist, dann sind auch noch nicht verwittert oder durch andere Gesteinsschichten überdeckt und ihre Entdeckung ist kein Problem. Glücklicherweise schlagen solche großen Objekte nur selten auf der Erde ein. Die Geologen und Astronomen müssen sich also nach den kleineren Meteoriten umsehen. Die findet man hauptsächlich in menschenleeren Gebieten, in Wüsten beispielsweise. Dort können auf die Erde gefallene Steine aus dem All lange ungestört liegen bleiben, bis sie schließlich von einem glücklichen Astronomen gefunden werden. Oder man fährt in die Antarktis und macht sich am Ende großer Gletscher auf die Suche nach Meteoriten, die Jahrmillionen im Eis eingeschlossen waren und erst jetzt vom fließenden Eis ans Tageslicht transportiert worden sind.

Wenn es euch so geht wie mir, dann wollt ihr auch unbedingt einmal selbst einen echten Meteoriten findet. Wenn es auch aber so geht wie mir, dann habt ihr leider auch kein Geld, um wochenlang auf Expedition durch die öden Gegenden der Erde zu gehen. Aber es gibt trotzdem noch eine Möglichkeit, wie man selbst an extraterrestrisches Material kommen kann. Man muss nur seine Ansprüche etwas zurück schrauben. Neben den ganz großen, den großen und den kleineren Meteoriten gibt es auch die ganz winzigen. Diese Mikrometeoriten sind oft nicht größer als Staubkörner und sie rieseln mehr oder weniger konstant auf die Erde nieder. Insgesamt sind es jeden Tag ein paar Dutzend Tonnen kosmischer Staub, der auf den Boden fällt. Und mit etwas Glück lassen sich ein paar Staubkörner finden.

Dazu braucht man zuerst einen starken Magneten. Gute Neodym-Magnete kriegt man für wenig Geld überall im Internet – man muss aber aufpassen! Die Dinger sind wirklich stark und man kann sich damit wunderbar diverse elektronische Geräte ruinieren (und wenn man die Finger zwischen Magnet und ein anderes Metall bekommt, dann ist das auch nicht wirklich lustig). Den Magnet brauchen wir, weil Meteorite meist deutlich mehr Eisen enthalten als normale, irdische Steine. Wenn man einen magnetischen Stein findet bzw. ein magnetisches Körnchen Staub, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass es sich um ein Objekt aus dem All handelt! Aber natürlich ist nicht alles was magnetisch ist auch gleich ein Meteorit. Wer seine Suche mitten in der Fußgängerzone oder neben der Autobahn startet, der wird vermutlich jede Menge metallisches Zeug finden das nichts mit dem Weltall zu tun hat. Was wir brauchen ist ein abgeschiedener Platz, am besten hoch gelegen und schön flach. Ein Ort, wo wenig Leute hin kommen, wo kein Verkehr herrscht, etc. Dort kann man sich mit seinem Magneten an die Arbeit machen und den Boden absuchen. Am besten ist, man steckt den Magnet dabei in Plastikfolie denn wenn der kleine Staub erstmal am starken Magneten haftet, dann kriegt man ihn so schnell nicht mehr runter. Mit einer Plastikfolie als Trennschicht geht es aber ganz leicht.

Das wars eigentlich schon! Starker Magnet, passender Ort und Plastikfolie – mehr braucht man nicht, um sich selbst auf die Suche zu machen. Ich habe das selbstverständlich ausprobiert. Der Magnet kam aus dem Internet, die Plastikfolie aus dem Supermarkt (ich habe einen Getränkebecher aus Plastik als Hülle benutzt) und als Ort habe ich den Windknollen in Jena gewählt. Der ist zwar nicht wirklich einsam und abgelegen aber ein Naturschutzgebiet. Dort gibt es also keinen Verkehr, es gibt nur ein paar Spaziergänger und die Gegend liegt schön hoch über dem Saaletal. Dort gibt es jede Menge vielversprechende Plätze, so wie diesen hier:

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Also nichts wie los und mit dem Magneten im Becher den Boden abgrasen:

Das ist natürlich mühsam, aber irgendwann ist man mit etwas Glück erfolgreich und es macht klick! Etwas magnetisches haftet am Becher:

Dann freut man sich natürlich erst mal – aber trifft nun auf die letzte Schwierigkeit der Meteoritensuche. Man muss irgendwie herausfinden, ob das Ding echt ist, oder vielleicht doch nur ein normaler Stein oder sonst irgendein metallisches Stück Abfall. Echte Meteorite zu identifizieren ist knifflig und wenn man nicht gerade Geologe ist, wird es schwierig. Besonders wenn die Dinger so klein sind, wie unser Fund. Ich hab das Steinchen mal unter mein Mikroskop gelegt – aber da ich kein Geologe bin, hat mir das auch nicht wirklich weitergeholfen:

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Tja. Ich kann nicht entscheiden, ob es sich hier um einen echten Meteorit handelt oder nicht. Mein Spezialgebiet als Astronom sind zwar die Kollisionen von Himmelskörpern – aber für mich waren die Objekte immer nur Massepunkte in einem Computerprogramm. Um Meteoriten zu identifizieren, muss man wirklich Ahnung von Geologie haben und die habe ich leider nicht. Man könnte vielleicht noch probieren, die Dichte des Steinchens zu bestimmen; bei Meteoriten ist sie meistens höher als normal. Aber für professionelle Untersuchungen wie z.B. die Analyse auf Widmanstätteschen Figuren fehlt mir sowohl das Equipment als auch die Ahnung.

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Erfolg? Auf jeden Fall!

Aber egal! Die Suche selbst hat schon Spaß gemacht und war aufregend. Noch aufregender war es, tatsächlich etwas gefunden zu haben, was ein echter Meteorit sein könnte. Und irgendwann finde ich vielleicht auch nochmal einen Weg, konkret festzustellen, ob es einer ist oder nicht.

Kommentare (41)

  1. #1 Bernd
    18. November 2011

    Erster.
    Und herzlichen Glückwunsch zu einem Stückchen Eisenerz 😀
    Wenn du noch etwas mehr als 9000 findest, kannst du dir ein cooles Schwert schmieden…
    Jetzt muss ich aber mal schnell zu eBay, einen Magneten ersteigern.

  2. #2 Bernd
    18. November 2011

    Erster.
    Und herzlichen Glückwunsch zu einem Stückchen Eisenerz 😀
    Wenn du noch etwas mehr als 9000 findest, kannst du dir ein cooles Schwert schmieden…
    Jetzt muss ich aber mal schnell zu eBay, einen Magneten ersteigern.

  3. #3 ali
    18. November 2011

    Das mit den Magneten erinnerte mich irgendwie an diese Story die vor einer Weile auf Twitter rumgereicht wurde.

  4. #4 Lohengrin
    18. November 2011

    Ich habe am 2006-09-21T17:36 UTC in Norddeutschland einen Meteor gesehen. Leider habe ich es innerhalb der vier Sekunden nicht geschafft, ihn zu fotografieren, obwohl ich immer eine Digitalkamera am Gürtel trage. Schade!

  5. #5 Mathias
    18. November 2011

    Hallo Florian,

    wenn Du Hilfe brauchst wegen der Widmanstätteschen Strukturen benötigst, schreib mir eine Mail, und Du bekommst ne sehr einfache Anleitung 🙂

    Das geht einfacher als gedacht die offenzulegen….

  6. #6 Wolfgang
    18. November 2011

    Hallo Florian,

    ich hätte eine Frage zum Thema Meteoriten:
    Als Laie bin ich bisher davon ausgegangen, daß – wenn ein solcher auf der Erde einschlägt – er durch die Reibungshitze heiß ist. Ist ja auch in diversen Hollywood Filmen so zu sehen 🙂

    In einem Buch habe ich nun gelesen, daß dies ein Irrglaube sei, bzw es sogar Fälle gibt, in denen diese Stücke nach dem Einschlag von einer Eisschicht umgeben sind.

    Kannst Du mir dazu etwas sagen?

    Liebe Grüsse und vielen Dank,
    Wolfgang

  7. #7 Florian Freistetter
    18. November 2011

    @Wolfgang: “Kannst Du mir dazu etwas sagen?”

    Ja. Die Objekte werden durch die Luft stark abgebremst. Das heizt sie auf. Aber das passiert hoch oben (~100 km) und dauert nur kurz. Den Rest der Zeit fallen sie relativ langsam (mit Endgeschwindigkeit http://de.wikipedia.org/wiki/Endgeschwindigkeit) und bewegen sich daher lange (~min) durch die kalte Luft in Richtung Boden. SIe haben genug Zeit um abzukühlen und sind daher eher ziemlich kalt als glühend heiß.

  8. #8 BreitSide
    18. November 2011

    xxx

  9. #9 mitleser
    18. November 2011

    ..ich bin denn mal weg.

  10. #10 Wolfgang
    19. November 2011

    @Florian

    Vielen Dank – da sieht man wieder, daß man nie auslernt. Mir war das wirklich neu. Danke dafür!

    Lg
    Wolfgang

  11. #11 Slammer
    19. November 2011

    Interessante Idee, das – auch wenn man vermutlich viel Glück und Geduld braucht, um einen echten Treffer zu landen. Und die Sache hat Optimierungspotential: Ich habe vor ein paar Jahren mal jemanden getroffen, der mit ‘ner Art Schlepprechen unterwegs war. Er hatte eine nette Sammlung an diversen Magneten mit Heißkleber auf einer etwa 2m langen Dachlatte befestigt, das Ganze dann in ein Plastikrohr gesteckt und zog dieses an zwei Schnüren hinter sich her. Dabei ging es WIMRE zwar um das Sammeln von Erz (vermutlich Raseneisenstein?) für eine Schmiededarbietung auf einem Mittelalter-Markt – aber dem “Magnetbesen” dürfte es ja egal sein, ob das Eisen vom Himmel gefallen ist oder von unten kommt.

    BTW noch ein Sicherheitshinweis: ehemalige Truppenübungsplätze sind zwar idR auch eben, ruhig und menschenleer – aber für diese Art der Suche vermutlich eher suboptimal… 😉

  12. #12 gruftspi
    19. November 2011

    Auf unsere Erde regnet es ständig Steine.
    Gott schmeisst mit Steinen nach mir ? Ich glaub ich werd Atheist !

  13. #13 Justin Theim
    19. November 2011

    >wenn Du Hilfe brauchst wegen der Widmanstätteschen Strukturen benötigst, schreib >mir eine Mail, und Du bekommst ne sehr einfache Anleitung 🙂
    >Das geht einfacher als gedacht die offenzulegen….

    @mathias

    wie denn? Das würde mich ebenfalls interessieren. Ich habe auch so einen Todesmagneten aber bisher noch keinen sinnvollen Verwendungszweck gefunden.

  14. #14 Boron
    19. November 2011

    Das Stück, dass Florian gefunden hat ist sehr wahrscheinlich elementares Eisen bzw. eine stark eisenhaltige Legierung und kein Eisenerz. Fast alle Eisenerze sind nicht magnetisch! Auch Raseneisenstein nicht. Was Florian da gefunden hat, ist entweder ein anthropogenes Artefakt (z.B. part. Pfeilspitze oder Granatsplitter) oder tatsächlich (aber eher unwahrscheinlich) ein kleiner Eisen-Meteorit.

    Zu den Widmanstätt’schen Figuren sagt Wikipedia:

    Als Widmanstätten-Strukturen werden die nur in meteoritischem Material nachweisbaren, charakteristischen Strukturen bezeichnet, die sichtbar werden, wenn Eisenmeteoriten angeschliffen, poliert und mit methanolhaltiger Salpetersäure angeätzt werden.

    Is also kein großes Geheimnis 😉

  15. #15 Justin Theim
    19. November 2011

    Polieren + Ätzen ist kein Geheimnis, klar. Ich dachte da kennt vielleicht jemand eine einfachere Methode.

  16. #16 Boron
    19. November 2011

    Naja, vielleicht kommt Mathias ja noch mit ner bahnbrechend einfachen Methode, die noch keiner kennt 😉

    Übrigens, dass es HNO3 mit Methanol sein muss, wußte ich nicht. Dachte, dass ginge mit jeder stärkeren Säure.

    Und weil’s bei Wikipedia nicht explizit erwähnt wird: es ist sinnvoll, vor dem Polieren das Stück entweder durchzusägen und dann die Schnittfläche weiterzubehandeln oder – was bei dem kleinen Bröckchen vielleicht noch sinnvoller ist – mit groberem Schleifpapier eine größere ebene Fläche zu erzeugen und dann diese weiterzubehandeln. Andernfalls poliert man sich nämlich nen Wolf…

  17. #17 Florian
    19. November 2011

    Diese Widmanstätten-Strukturen – wie groß sind die? im Millimeterbereich? oder braucht man ein mikroskop?

  18. #18 Boron
    19. November 2011

    Sind schon relativ klein, aber man braucht nicht unbedingt ein Vergrößerungsgerät um grob was zu erkennen. Siehe hier.

  19. #19 Justin Theim
    19. November 2011

    Welche Schleifpapier-Körnung braucht es denn, um den Fund vor dem Ätzen zu polieren? Reicht da 2000?

  20. #20 Boron
    19. November 2011

    Also ich hab noch nie nen Meteoriten präpariert, aber ich würde für’s finale Polieren garkein Schleifpapier sondern Schleif- oder Polierpaste und ‘n Stück Filz o.ä. benutzen.

  21. #21 Martin Altmann
    21. November 2011

    Hallo,

    es macht keinen Sinn hierzulande Mikrometeorite sammeln zu wollen.
    Das was man tatsächlich erwischt, besteht fast vollständig aus industriellen Abbrandprodukten und Stäuben und zusätzlich vulkanischen Aschen. Aus diesen Partikeln lassen sich keine Mikrometeorite isolieren.

    Um echte Mikrometeorite zu gewinnen, begibt man sich in entweder in die Stratosphäre oder filtert das Wasser fossiler Grundwasserquellen in der Antarktis oder bedient sich Bohrkernen, die man aus älteren untermeerischen Sedimenten zieht.

  22. #22 Florian Freistetter
    21. November 2011

    @Martin Altmann: “Hallo, es macht keinen Sinn hierzulande Mikrometeorite sammeln zu wollen.”

    Natürlich macht es Sinn, Meteoriten sammeln zu wollen. Es macht nur keinen Sinn, sich allzuviel Erfolg zu erhoffen.

    “Um echte Mikrometeorite zu gewinnen, begibt man sich in entweder in die Stratosphäre oder filtert das Wasser fossiler Grundwasserquellen in der Antarktis oder bedient sich Bohrkernen, die man aus älteren untermeerischen Sedimenten zieht. “

    Was für den Durchschnittsmenschen nicht wirklich praktikabel ist…

  23. #23 Boron
    21. November 2011

    Außerdem gehts hier ja auch eigentlich nicht um das Aufspüren von Mikrometeoriten sondern kleiner (ausreichend ferromagnetischer) Makrometeorite.

  24. #24 Kallewirsch
    21. November 2011

    Es hilft aber auch, wenn man in der Nähe bekannter Einschlagskrater sucht.
    Erst letztens wieder eine Doku gesehen von 2 Meteoritensucher, die im australischen Outback in der geschätzten Einflugschneise bzw. Auswurfschneise eines Kraters gesucht haben. Und was die in ein paar Tagen gefunden haben, war nicht von schlechten Eltern.
    Technik: Mit einem Metallsuchgerät den Boden absuchen. Und wenn das dann anschlägt mit einer kleinen Spitzhacke mit einem Magneten drauf, den Boden dort etwas umgraben.

  25. #25 Martin Altmann
    21. November 2011

    Hallo Florian,

    ja nun bei Makrometeoriten siehts tatsächlich etwas düster aus.
    Haben aus den letzten 1000 Jahren auf dem Gebiet der heutigen BRD nur 40 Meteorite, wovon der größte Teil zudem noch den Leuten mit Gedöns direkt vor die Füße gefallen ist.

    Die realistischsten Chancen in Europa hat man noch, wenn man sich dahin begibt, wo schon einmal ein Meteorit gefunden worden ist, die meisten Meteorite zerreißen während des Atmosphärenfluges, sodaß selten ein Stein allein fällt.
    In Europa am vielversprechendsten ist es noch in Schweden, bei Muonionalusta, einem großen Streufeld eines Eisenmeteoriten, wo die letzten wenigen Jahre etliche Tonnen gefunden wurden, sodann bei Morasko in Polen, dito ein größeres Eisenmeteoritenstreufeld und bei Kosice in der Slowakei, wo letztes Jahr ein Steinmeteoritenfall sich ereignet hat. Ggfs. sind aber Landesgesetzgebungen zu beachten.

    Meteorite sind im übrigen gar nicht so wahnsinnig teuer,
    die allerbilligsten, wenn sie auch reichlich verwittert sind, kosten derzeit noch nicht mehr als Parmesan-Käse, hervorgerrufen durch den Fundboom in der Sahara der letzten 10 Jahre.
    Ein Absurdität, gegenwärtig sind rund 700 t an Meteoriten registriert, was in etwa dem Gewicht aller je geförderten Diamanten in der Qualität, wie sie sich für den Brillantschliff eignen, entspricht.

    Man beachte aber beim Meteoritenkauf einige einfache Grundregeln, insbesondere, wenn man sich im ebay umtut, da dort nicht alles, was als Meteorit angeboten wird, auch ein Meteorit ist.

  26. #26 Boron
    22. November 2011

    @Martin Altmann
    Anmerkung zum Meteoritenpreis:
    Auch wenn die Menge an Meteoriten und Diamanten in etwa gleich groß ist, so ist doch beim Preis zu beachten, dass Meteoriten prinzipiell nicht aus besonders seltenem oder hochwertigem Material bestehen. Daher werden Meteoriten nur zu Sammlerpreisen gehandelt und Diamanten eben nicht.

  27. #27 Bynaus
    24. November 2011

    @Florian: Ich hab den Artikel erst jetzt gelesen. Ich würde vorschlagen, zuerst einmal die Dichte zu bestimmen, das kostet fast keinen Aufwand, und wenn sie höher als 3 g/cm3 ist, ist man zumindest einen Schritt weiter.

    Die Bilder im Mikroskop sind leider nicht so aussagekräftig, weil man fast nichts erkennen kann. Besser wäre es deshalb, man würde den Stein zuerst irgendwo anschleifen, etwa in einer Steinmetzwerkstatt?
    Wenn es ein Meteorit ist, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit (ca. 85%) ein Chondrit, dh, man sollte Chondren (kugelrunde Einschlüsse von bis zu ~3 mm Durchmesser) erkennen können. Ausserdem sollte man im Schliff auch elementares Eisen sehen und vielleicht CAIs (weisse, unregelmässig geformte Einschlüsse), das ganze eingebettet in eine dunklere Matrix. Hast du all das, ist die Chance recht gut, dass du einen Meteoriten in der Hand hast.

  28. #28 Florian Freistetter
    24. November 2011

    @Bynaus: “Wenn es ein Meteorit ist, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit (ca. 85%) ein Chondrit, dh, man sollte Chondren (kugelrunde Einschlüsse von bis zu ~3 mm Durchmesser) erkennen können”

    So groß ist das ganze Teil nicht… 😉

  29. #29 Boron
    24. November 2011

    @Florian:
    Also so, wie das Ding in der Vergrößerung z.T. glänzt und bei der so schön rötlichbraunen Patina, würde ich meinen Allerwertesten darauf verwetten, dass das zum weit überwiegenden Teil aus Eisen besteht. Könntest ja tatsächlich spaßeshalber mal die Dichte bestimmen. Ich wette, die liegt so etwa bei 7g/cm³…

  30. #30 Heilstein Mandy
    5. April 2012

    Danke für den Beitrag. Mittlerweile habe ich mich auch auf die Suche nach verschiedenen Meteoriten gemacht und auch endlich einen gefunden. Wirklich wahr! Ein richtiges Erfolgserlebnis!

  31. #31 Muonionalusta
    21. Mai 2012

    Auch wenn viele sagen in Deutschland gäbe es keine Meteoriten zu entdecken – ich bin anderer Meinung. Ich denke es gibt dutzende die noch im Boden warten. Z.B. wie der 1908 gefundene Eisenmeteorit von Untermässing, bei Bauarbeiten gefunden, in 2m Tiefe…viele sehr alte Meteorite liegen einfach sehr tief.

  32. #32 Holgerus
    Bodensee
    23. Mai 2013

    im Süddeutschen Raum kann man jede Menge extraterrestrisches Material in Form von kleinen etwa 2 – 3 mm großen Kügelchen mit dem Mageten finden. Ich empfehle dazu den Film “Der Chiemgau Komet”. Diese verhalten sich genau so wie im Film und mit einem guten Mikroskop kann man an der inneren Bruchstelle auch die Diamant Kristalle erkennen. Die Echtheit kann man einfach bestimmen, wenn sich die Kügelchen elekrtostatisch abstoßen. Dies konnte ich bis jetzt noch mit keinem anderen irdischen Mineral reproduzieren.

  33. #33 Florian Freistetter
    23. Mai 2013

    @Holgerus: ” Ich empfehle dazu den Film “Der Chiemgau Komet”.”

    Ich nicht. Den Chiemgau-Impakt gab es nämlich nicht.

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/12/13/den-chiemgauimpakt-gab-es-nicht/
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/05/20/offener-brief-zum-chiemgauimpakt/

  34. #34 Holgerus
    Bodensee
    31. Mai 2013

    @Florian Freistetter: Du hast völlig recht, es ist nicht Bewiesen, daß es einen Einschlag eines größeren Stein oder Eisbrocken auf der Erdboden in dieser Zeit gab. Dieser Komet ist warscheinlich in großer Höhe in viele Stücke zerbrochen und größtenteils verglüht. Aber diese Kügelchen wie in dem Film beschrieben und analysiert wurden kann man hier finden und deren Zusammensetzung, da sind sich die Wissenschaftler einig ist nicht irdischem Ursprungs. Die Sache eines Impaktes ist nur eine von mehreren Theorien wobei keine bis jetzt eindeutig Bewiesen werden konnte.

  35. #35 Florian Freistetter
    31. Mai 2013

    @Holgerus: ” Die Sache eines Impaktes ist nur eine von mehreren Theorien wobei keine bis jetzt eindeutig Bewiesen werden konnte.”

    Also die diversen Geschichten des CIRT sind eindeutig widerlegt. Und Mikrometeorite findet man überall auf der Erde – die gibts auch ganz unabhängig von irgendwelchen großen Objekten.

  36. #36 Jan
    Hannover
    24. August 2013

    Hallo,

    Danke für die hilfreiche Anleitung.
    Wo ist den der beste Plantz um das mit dem Magneten zu machen? 😉

  37. #37 Florian Freistetter
    24. August 2013

    @Jan: Wie im Artikel gesagt: Irgendwo, wo es flach ist, Gras wächst und niemand hinkommt. Ein begrüntes Flachdach wäre gut zB.

  38. #38 Marco
    Berlin
    11. Dezember 2013

    Sagt mal kann mir jemand sagen wie tief ein meteorit ungewähr sein müsste und wie groß er wäre bei einem einschlag in märkischem sand? ich glaube ich habe einen krater gefunden und würde gerne wissen wie tief ich buddeln muss um das ding zu finden. Der Krater ist ungefähr 2 Meter im Durchmesser….

  39. #39 Tara
    Italien
    7. Februar 2014

    Hallo,
    nach einem Erdrutsch habe ich einige seltsame Steine gefunden. Einer davon scheint auf die im Netz beschriebenen Mondmeteoriten zu treffen: oberfläche ist schwarz, z.T glöndend, dort, wo die Legierung abgeschlagen ist erscheint es lehmbraun mit unstrukturierter Masse. Welche weiteren Verifizierungen kann ich anstellen, welche Differentialdiagnose könnte es geben? Der Stein ist nicht oder vielleicht ganz schwach magnetisch. Vielen Dank

  40. #40 Florian Freistetter
    7. Februar 2014

    @Tara: “Mondmeteoriten zu treffen: oberfläche ist schwarz, z.T glöndend, dort, wo die Legierung abgeschlagen ist erscheint es lehmbraun mit unstrukturierter Masse. Welche weiteren Verifizierungen kann ich anstellen, welche Differentialdiagnose könnte es geben? Der Stein ist nicht oder vielleicht ganz schwach magnetisch.”

    Am besten du fragst einen Geologen; vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch ein Planetarium oder eine Volkssternwarte. Die wissen Bescheid. Wenn das Teil nicht magnetisch ist, ist es aber unwahrscheinlich, dass es sich um einen Meteoriten handelt.

  41. #41 coooooookkkkkkiiiiiieeeeee
    ohrel
    12. April 2018

    hi