Der nahe Vorbeiflug des Asteroiden 2005 YU55 war zwar für die Wissenschaft ein sehr spektakuläres Ereignis, ansonsten aber völlig ungefährlich. Trotzdem gab es im Zuge der Ereignisse immer wieder die Frage, was man denn machen würde, wenn einmal tatsächlich ein Asteroid auf Kollisionskurs entdeckt werden sollte. Dieses Thema habe ich in einer fünfteiligen Serie hier im Blog detailliert abgehandelt (Asteroidenabwehr: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5). Ich dachte mir, dass es aber nicht schaden kann, noch einmal eine Kurzversion der Artikel zu verfassen. Und wenn es aber jemanden gibt, der Dinge wirklich gut erklären kann, dann ist das Neil DeGrasse Tyson (der hier im Blog ja immer wieder auftaucht – er ist einfach genial!) – deswegen möchte ich euch zuerst dieses kurze Video von ihm zeigen:

Ja, entgegen dem was man aus Hollywoodfilmen so lernt, macht es nicht wirklich viel Sinn, einen gefährlichen Asteroiden zerstören zu wollen. Es ist egal, ob man ihn aus der Ferne mit Atomraketen beschießt oder Bruce Willis hin schickt, damit er die Dinger dort verbuddelt. Am Ende hat man anstatt eines großen Asteroiden mehrere Bruchstücke, die immer noch auf Kollisionskurs mit der Erde sind. Wenn man sich nicht wirklich sicher ist, dass man das ganze Ding in winzige Bruchstücke zerlegen kann, dann sollte man so etwas lieber bleiben lassen.

Viel praktischer ist es, einfach dafür zu sorgen, dass die Kollision gar nicht erst stattfindet. Einen Zusammenstoß gibt es, wenn sich Erde und Asteroid beide zur gleichen Zeit am gleichen Ort befinden. Wenn man den Asteroid ein wenig bremsen oder beschleunigen könnte, dann würde er zu früh oder zu spät kommen und es gäbe keine Kollision. Die Erde bewegt sich mit knapp 30 Kilometern pro Sekunden durch das All. Sie hat einen Durchmesser von 12735 Kilometer. Nach 7 Minuten und 4 Sekunden hat die Erde genau 12735 Kilometer zurückgelegt, sich also um eine Strecke von ihrem usprünglichen Ort entfernt, der genau ihrem Durchmesser entspricht. Wenn man den Asteroid so beschleunigen bzw. bremsen kann, dass er 7 Minuten zu früh oder zu spät kommt, dann findet die Kollision nicht statt (gut, wahrscheinlich ist es besser, ein Sicherheitspolster einzuplanen und den Abstand zwischen Erde und Asteroid etwas zu vergrößern). Um die Geschwindigkeit eines kleinen Himmelskörpers entsprechend zu ändern, gibt es viele Möglichkeiten. Man kann einfach irgendwas auf ihn drauf schmeißen. Wissenschaftlich korrekt nennt sich das “kinetischer Impakt”. Solange es schön schwer ist, reicht es vielleicht aus, um die Bahn stark genug zu ändern. Man könnte einfach ein Raketentriebwerk auf dem Asteroid montieren. Dann muss man aber auch Treibstoff dorthin transportieren und das ist aufwendig und teuer. Besser, man benutzt Sonnenenergie oder gleich den Strahlungsdruck und Sonnensegel. Oder man nutzt die asymmetrische Wärmeabstrahlung (der Jarkowski-Effekt) um eine kleine Kraft zu erzeugen. Hier können die Fans der Atomrakete dann auch wieder mitmachen. Man könnte zum Beispiel eine Atombombe in der Nähe des Asteroiden explodieren lassen. Durch die Strahlung und Energie die frei wird, heizt sich eine Seite stark auf und man bekommt eine entsprechende Kraft durch den wirkenden Strahlungsdruck bzw. den Jarkowski-Effekt.

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Die Don Quijote Mission der ESA will das Konzept des kinetischen Impakts testen. Eine kleine Sonde wird mit einem Asteroiden zusammenstoßen während eine zweite den Asteroiden umkreist und misst, wie stark sich seine Bahn dadurch ändert. Noch ist aber nicht endgültig entschieden, ob die Mission tatsächlich durchgeführt wird (Bild: ESA)

Am elegantesten ist aber sicher die Methode, die auch Tyson vorstellt. Man fliegt zum Asteroiden und tut nichts. Aber die Gravitationskraft die zwischen Raumschiff und Asteroid wirkt, reicht aus, um ihn ein klein wenig zu beschleunigen bzw. zu bremsen. Gut, dass lässt sich schlecht als Hollywood-Actionfilm umsetzen (obwohl sich daraus sicher ein schöner, absurder Independent-Film machen lassen würde), hat aber den Vorteil das es tatsächlich funktionieren würde. Man muss nur früh genug damit anfangen, dann reicht auch eine kleine Änderung der Bahn. Das wichtigste bei der Asteroidenabwehr ist es also, die Asteroiden möglichst früh zu entdecken. Wenn wir Angst vor Asteroideneinschlägen haben und uns bestmöglich darauf vorbereiten wollen, dann sollten wir nicht in Atombomben investieren sondern in Teleskope und Astronomen!

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Kommentare (73)

  1. #1 MartinB
    19. November 2011

    @Florian
    Du hast die einfachste Technik vergessen: Ändern Sie einfach die Gravitationskonstante des Universums:
    http://en.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9j%C3%A0_Q

  2. #2 Paul S
    19. November 2011

    Interessanter Artikel; das Thema bietet ja sowieso viel Gelegenheit für Science-Fiction-Fantasien! Aber eine Frage am Rand habe ich dennoch, bezogen auf die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde durch das All bewegt: Worauf bezieht sich solch eine Geschwindigkeitsangabe? Auf die Sonne? Auf das Zentrum der Milchstraße? Denn, das habe ich mich schon sehr häufig gefragt, bezogen auf viele andere Objekte bewegen wir uns doch sicher sehr schnell, evtl sogar mit beinahe relativistischer Geschwindigkeit? Was ist der “Ruhepol” in unserem All?
    Ist vlt eine eher allgemeine Frage, aber ich hoffe das wird mit verziehen 😉

  3. #3 Jürgen Schönstein
    19. November 2011

    Ja, Neil Tyson ist vermutlich einer der besten Vermittler von Wissenschaft, die wir haben. Ich erinnere mich daran, wie er bei der Vorstellung der Planetariumsshow Cosmic Collisions im März 2006, in der das Apophis- Problem neben anderen auch angeschnitten wurde, einen seiner Kollegen zu einem spontanen Walzer aufforderte, um den Ablenkungseffekt des Asteroiden durch ein Raumschiff zu demonstrieren – unvergesslich!

  4. #4 Markus Breuer
    19. November 2011

    Interessante Sekundärliteratur zu diesem Thema ist übrigens auch Arthur C. Clarke’s Spätwerk The Hammer of God :)

    http://www.amazon.de/The-Hammer-of-God-ebook/dp/B005LB9HQG/ref=sr_1_11?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1321716182&sr=1-11

  5. #5 Wurgl
    19. November 2011

    @Paul S

    Der Abstand der Erde von der Sonne ist 1 Astronomische Einheit oder 149,6 Mio. Kilometer.

    Wenn man jetzt die Länger der Bahn vereinfacht als Kreis annimmt, dann ist der Kreisumfang 149,6 * Pi * 2 = 939,9 Mio km.

    Ein Jahr hat 365,24¹ * 24 * 60 * 60 = 31 556 736 Sekunden.

    ¹) Wegen Schaltjahren die krumme Zahl.

    Und jetzt einfach dividieren, und du kommst auf ca. 29,8 km/sec.

    Klar dreht sich die Sonne (und mit ihr die Erde) noch um das Zentrum der Milchstraße, aber das ist für diese Betrachtung egal denn der Asteroid bewegt sich ja auch mit der Sonne.

  6. #6 Christian
    19. November 2011

    was für eine schweinerei (gibt dann viele klein “apophi”) entsteht, wenn man apophis mit einer 10MT bombe zu leibe rückt (im zentrum detonieren lässt), zeigt diese simulation

  7. #7 Florian Freistetter
    19. November 2011

    @Markus Breuer: “Interessante Sekundärliteratur zu diesem Thema ist übrigens auch Arthur C. Clarke’s Spätwerk The Hammer of God :)”

    Und auf jeden Fall auch noch “Lucifers Hammer” von Niven und Pournelle. Die beste Darstellung des Themas in der SciFi-Literatur die ich kenne. Von Entdeckung bis zum Impakt, den Folgen und der Zeit danach. Wirklich hervorragend!

  8. #8 Lohengrin
    19. November 2011

    @Paul S

    Deine Frage ist der Grund für eine Revolution in der Naturwissenschaft, die vor hundert Jahren stattgefunden hat. Und die Antwort ist genial.

    Du kannst jedes Ding zum Ruhepol erklären. Der Rest (Gravitation und Fliehkraft) wird dann durch Raumkrümmung erklärt. Das ist, über den Daumen gepeilt, die allgemeine Relativitätstheorie. Dehalb auch der Spruch “Alles ist relativ”.
    Der absolute Raum ist ein Konstrukt, dessen Existenz weder beweisbar noch widerlegbar ist. Darüber hat der Physiker zu schweigen. Das ist Philosophie.

  9. #9 Lohengrin
    19. November 2011

    @FF
    Wie genau wurde die Flugbahn des 2005 YU55 vorausgesagt? Ich will nur ein Beispiel für die Größenordnung wissen.
    ZB: Einen Monat vorher wusste man, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 99%, der kleinste Abstand zur Erde in einem Bereich der Breite X liegt, und dass es in einer Zeitpanne von Y geschieht.
    Wie groß waren diese X und Y? Waren das 10 Kilometer oder 10 Megameter, bzw eine Sekunde oder eine Stunde?

  10. #10 Florian Freistetter
    19. November 2011

    @Lohengrin: “Wie groß waren diese X und Y? Waren das 10 Kilometer oder 10 Megameter, bzw eine Sekunde oder eine Stunde? “

    Kann ich dir leider momentan nicht sagen, weil mir die Zeit fehlt, die entsprechenden Datenbanken und Publikationen (z.B. beim Minor Planet Center) zu durchsuchen. Vielleicht findest du ja dort was. Wenn ich mal Zeit habe, kann ich nachschauen. Aber Radar-Ranging ist eine SEHR genau Angelegenheit (Den Abstand zum Mond bestimmt man damit auf ein paar Millimeter genau..)

  11. #11 Suzanne
    19. November 2011

    ICH FRAGE MICH NUR; OB DIE KINDER MIT DER TECHNIK AUCH UMGEHEN KOENNEN; WIR BRAUCHEN DANN ALLE MITTEL FUER INVESTITIONEN IN IHRE AUSBILDUNG; UNSERE GENERATION HAT JA NICHTMAL GESCHAFFT DIE ATOMLOBBY RECHTZEITIG IN IHRE SCHRANKEN ZU WEISEN:APOPHIS BAHN ABZULENKEN IST IM JAHRE 2036 aktuell, auch ein knapper vorbeiflug ist zuviel des guten-fuer unsere erde.

  12. #12 nuir
    19. November 2011

    eine Anmerkung fuer alle Atombomberfans:
    In den allermeisten Faellen wird das zu wenig oder gar nichts bewirken.

    Die mechanische Zerstoerung einer Nuklearwaffe (auf der Erde) beruht darauf, dass lokal eine sehr grosse Menge Energie freigesetzt wird. Diese dehnt dann die Gase der Atmosphaere aus, was die Druckwelle und die mechanische Zerstoerung verursacht (parallel zur Hitzewelle). Dazu muessen Gase aber erstmal da sein – und ein Asteroid hat bekanntlich keine Atmosphaere.

    Der weitaus groesste Teil der Asteroiden besteht aus Silikaten und/oder Metallen. Mittel- bis hochvolatile Substanzen (=d.h. leicht verdampfend) sind hier nur untergeordnet bis gar nicht vorhanden.

    Zuendet man eine/mehrere solcher Waffen in unmittelbarer Naehe des Bolliden, passiert Folgendes:
    i) die bei der Explosion freigesetzte Strahlung (inkl der Waerme/Hitze) uebertraegt direkt einen Impuls auf den Koeper
    ii) die Hitze verursacht ferner ein Schmelzen und Verdampfen von Material auf der Oberflaeche. Auch das bewirkt einen Impuls auf den Koerper.

    die Faelle i + ii koennen tatsaechlich eine Veraenderung der Flugbahn bewirken, was aber natuerlich von vielen Faktoren abhaengt (insbesondere Masse des Asteroiden, etc.)
    ABER insbesondere grosse Asteroiden werden dadurch eben nicht zerstoert. Eine mechanische Zerstoerung findet so nicht statt.

    Das bedeutet, dass Kernwaffen zur Asteroidenabwehr nur eingesetzt werden koennen, wenn die Gefahr schon lange bekannt ist und man die Zeit hat, sehr viele einzelne Raketen dem Bolliden entgegen zu schicken, um mit vielen einzelnen Impulsuebertragungen dessen Bahn nach und nach zu aendern.

    Ein kurzfristiger Einsatz, um das Ding mal eben mit einer oder vielen Raketen “vom Himmel zu pusten”, wird nicht funktionieren.

    Der Vollstaendigkeit halber sei erwaehnt, dass dies bei Kometen allerdings sehr wohl funktionieren koennte, da diese erhebliche Anteile von Wasser(-eis) und festem CO2 enthalten. Kometen stellen jedoch statistisch und im Vergleich zu Asteroiden nur eine untergeordnete Gefahr dar.
    Also, ganz so einfach isses halt doch net.

  13. #13 BreitSide
    19. November 2011

    @Lohengrin: wenn ich jetzt relativistisch sage, dass ich mit höherer Geschwindigkeit weniger altere, und ich mich von einer Person nahelichtschnell entferne (und wieder nähere), wer sagt mir denn, dass nicht die Person sich von mir nahelichtschnell entfernt?

    “Der Bahnhof Köln hat gerade den Zug verlassen”…

  14. #14 BreitSide
    19. November 2011

    Naja, wenn der Asteroid wirklich so gesprengt wird wie auf dem Video und weit genug weg von der Erde ist, trifft von dem entstehenden Schwarm ja nur ein ganz kleiner Teil die Erde, der Rest wird rechts und links vorbeisegeln. Oder?

    Und wenn es so ausgeht wie in dem Video, sind die Restbröckchen sehr klein mit großer Wahrscheinlichkeit, in der Atmosfäre zu verglühen.

    Aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist es eben nicht so wahrscheinlich, dass es wirklich lauter feine kleine Bröckchen werden, sondern ein paar größere Brocken entstehen, die dann recht schwer zu lokalisieren sein werden, da sie ja doch heftig beschleunigt wurden.

  15. #15 Florian Freistetter
    19. November 2011

    @Suzanne: “auch ein knapper vorbeiflug ist zuviel des guten-fuer unsere erde. “

    Warum das denn? Knappe Vorbeiflüge gibt es ständig… Was soll das der Erde tun.

  16. #16 nuir
    19. November 2011

    @BreitSide

    sieh mal hier, wieviele Jahre (hier auf der Erde) gebraucht wurde, um einige 1000 Meter tief zu bohren:

    https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Kontinentales_Tiefbohrprojekt

    Und jetzt stell Dir diese Ausfuehrung mal auf einem Asteroiden vor.
    Natuerlich hast Du Recht, dass die Gefahr durch die Truemmer gering(er) ist, wenn man das weit genug von de Erde entfernt durchzieht. Aber dann muss man erstmal dahinkommen (Zeit). Ich weiss nicht, ob 20-30 Jahre ausreichen, um das zu planen und durchzuziehen (inklusive Flug- und Bohrzeit), selbst, wenn alle Nationen der Erde hier mal zusammenarbeiten sollten

  17. #17 Florian Freistetter
    19. November 2011

    @nuir: “Also, ganz so einfach isses halt doch net. “

    Äh ja. Das Atombomben zur Asteroidenabwehr nicht so toll geeignet sind, hab ich ja auch im Artikel erklärt…

  18. #18 BreitSide
    19. November 2011

    @nuir: ja, tatsächlich, Tiefbohrungen bei Minigravitation sind äußerst schwierig.

    Was, wenn die Bombe (nein, ich bin kein Bombenfan, will nur die Ausschlussgründe verstehen) wenige m unter der Uberfläche gezündet wird, vielleicht mit etwas Flüssigkeit zum Expandieren, die dann “eine Menge” Meteoritenmaterial nach “draußen” beschleunigt; natürlich in die richtige Richtung…

    Bleibt die Frage, ob mit einer Bombe so viel Energie freigesetzt werden kann wir mit einem Ionen- oder sonstigen Triebwerk.

    Die Sonnensegelvariante hat natürlich den Charme, dass die Energie praktisch unbegrenzit ist (natürlich nicht, da die Zeit begrenzt ist).

  19. #19 Suzanne
    19. November 2011

    @florian

    ja, aber nicht zu unseren lebzeiten.welche warn das denn ?

  20. #20 Florian Freistetter
    19. November 2011

    @Suzanne: “ja, aber nicht zu unseren lebzeiten.welche warn das denn ?”

    Vor 2 Wochen zum Beispiel: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/der-vorbeiflug-des-asteroiden-2005-yu55-aus-wissenschaftlicher-sicht.php

  21. #21 Suzanne
    19. November 2011

    @florian den asteroiden 2005 der am 9. vorbeiflog, meine ich nicht, weil der war nicht knapp,aber apohis kann knapp werden.

  22. #22 Christian
    19. November 2011

    @breitside. ich glaube die wollen nur ein bissal mit dem computer spielen ;-).
    1) wie schon einige erwähnten wird ja die bombe im zentrum von apophis gezündet. vielleicht in 100 bis 150 meter tiefe
    2) selbst eine 10 MT (von der es übrigens gar keine mehr gibt, zumindest haben die amis so starke teile nicht mehr), kann ihn nicht in kleinste einzelteile zerteilen wie du sehen kannst. die teile gehen in die dutzende meter region. andererseits sieht man auch dass die so stark beschleunigt werden 10 bis 500 m/s, dass sie fürs erste sicher die erde verpassen.
    3) sagen wir du zündest die bombe 1 km entfernt, dann erreicht immer noch ca. 1/20 der strahlungsenergie den ast., dass sind bei einer 10 MT bombe 1*10^15J. Da muss ein Ionenantrieb (a la Deep Space 1) ein paar 100 mio jahre laufen ;-). Wenn ich keine RF gemacht hab.
    4) aber ziel der sim war glaube ich eh eher zu zeigen, dass nukes nicht so toll sind für diesen zweck. weiters ist dieses institute jahr sehr mit den militärs verbunden, man hat sicher hilfreiche infos für das simulieren von nukeexplosionen gewonnen. da man ja nicht mehr testen darf.

    mir gefallen auch die eleganten ablenkvarianten besser.

  23. #23 Christian
    19. November 2011

    @suzanne
    apophis so erinnere ich ist von der größe und entfernung beim vorbeiflug 2029, ein jahrtausendereignis, wir ein mordstheater werden, und dann ist sicher schlechtes wetter in unseren breiten ;-).
    und trefferwahrscheinlichkeit liegt im bereich von alle jahrzehntausenden einmal

  24. #24 Suzanne
    20. November 2011

    @christian soll ich di mal einen breitengrad sagen wo das nicht zutrifft?

  25. #25 Lohengrin
    20. November 2011

    @BreitSide

    wenn ich jetzt relativistisch sage, dass ich mit höherer Geschwindigkeit weniger altere, und ich mich von einer Person nahelichtschnell entferne (und wieder nähere), wer sagt mir denn, dass nicht die Person sich von mir nahelichtschnell entfernt?

    Das wird jetzt völlig offtopic, daher nur ganz kurz: Du beschleunigst, der andere nicht.

  26. #26 Lohengrin
    20. November 2011

    Atombombe ist nicht gut. Aber Atomkraft klingt gut. Dann hat man genug Energie, um Material vom Asteroiden nach und nach langsam vom Asteroiden weg zu werfen. Je langsamer desto besser: Viel Impuls, wenig Energie.

  27. #27 Suzanne
    20. November 2011

    @an alle nachteuöen: am besten du schreibst dich bei der Pierre& Marie Curie Universite in Paris erstmal ein….

  28. #28 Wurgl
    20. November 2011

    @Suzanne:

    ist/war das ein ausreichender Fastzusammenprall?
    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/06/asteroid-kommt-der-erde-naher-als-satelliten.php

    Oder ist er dir einfach zu klein :-)

  29. #29 Florian Freistetter
    20. November 2011

    @Suzanne: “den asteroiden 2005 der am 9. vorbeiflog, meine ich nicht, weil der war nicht knapp,aber apohis kann knapp werden. “

    Auch Vorbeiflüge mit der Distanz von Apophis gab und gibt es immer wieder. Ich versteh nur nicht, warum ein Vorbeiflug der ja per Definition ungefährlich ist, deiner Meinung nach für die Erde gefährlich sein soll.

  30. #30 Latita
    20. November 2011

    Das Thema Asteroid und Erde wurde u.a. im Buch “Mondsplitter” von Jack McDevitt behandelt. Kennst du das?

    Und es zeigte, dass man auch in der Fernen Zukunft das geld lieber für andere Zwecke ausgab, als für eine Einrichtung zur Abwehr von solchem Himmelskörpern. 😡

    Es wär schön, wenn das allgemeine Interesse mehr auf der Forschung ruhen würde, als auf Vernichtung und Verteidigung. Dass wir uns alle ausrotten können wissen wir doch längst, warum also nicht spannenderen Dingen widmen?

  31. #31 Florian Freistetter
    20. November 2011

    @Latita: “Das Thema Asteroid und Erde wurde u.a. im Buch “Mondsplitter” von Jack McDevitt behandelt. Kennst du das?”

    Ne, noch nicht! Aber ich habs gleich mal auf meine Amazon-Liste gesetzt 😉 Klingt spannend, das werd ich demnächst auf jeden Fall mal lesen müssen.

  32. #32 Alderamin
    20. November 2011

    @Florian

    Man könnte einfach ein Raketentriebwerk auf dem Asteroid montieren. Dann muss man aber auch Treibstoff dorthin transportieren und das ist aufwendig und teuer.

    Am elegantesten ist aber sicher die Methode, die auch Tyson vorstellt. Man fliegt zum Asteroiden und tut nichts. Aber die Gravitationskraft die zwischen Raumschiff und Asteroid wirkt, reicht aus, um ihn ein klein wenig zu beschleunigen bzw. zu bremsen.

    Wobei man im zweiten Fall ja auch den entsprechenden Treibstoff mitnehmen muss, das spart nicht wirklich etwas gegenüber der ersten Methode.

    Beim Kinetic Impact kann man den mitgenommenen Treibstoff schon beim Anflug in Impuls umsetzen und dann buchstäblich “auf einen Schlag” übertragen. Dann verbraucht man auch keinen Treibstoff für irgendwelche Bremsmanöver, die die Rakete auf den gleichen Orbit wie den Asteroiden bringen. Der wesentliche Nachteil ist, man muss mittig treffen, damit der Asteroid nicht stattdessen in Drehung gebracht wird, statt angeschoben.

  33. #33 Uwe
    20. November 2011

    Angenommen, man würde einen großen Asteroiden so spät entdecken, daß Methoden, die seine Bahn so stark verändern, daß er die Erde verfehlte, nicht mehr greifen würden. Ich bin mir dann nicht sicher, ob die Bruce-Willis-Methode nicht trotzdem die beste wäre.

    Hätte man viele Bruchstücke statt einem, dann würden diese zwar über eine größere Fläche verteilt niedergehen, was Schwierigkeiten bei der Evakuierung bereitete. Auf der anderen Seite hätten die Bruchstücke aber auch eine viel größere Gesamtoberfläche als ein einzelner Asteroid, womit ein wesentlich größerer Massenanteil schon in der Atmosphäre verglühen würde und die einzelnen Bruchstücke auch wesentlich stärker abgebremst würden als eine kompakte Gesteinsmasse. Um einen Vergleich zu ziehen: Lieber würde ich von 7 Gramm Schrot mit 500 m/s Geschwindigkeit getroffen werden als von einem einzelnen Projektil mit 10 Gramm Masse und 900 m/s.

  34. #34 BreitSide
    20. November 2011

    @christian: danke, ich dachte mir schon, dass die Simulation ihre Tücken hat. Wenn ich im Bergbau sprengen will, muss ich das Gestein auch vorher genau untersuchen. Außerdem haben wir ja jahrzehnte-/hundertelange Erfahrungen damit. Mit den Meteos so gut wie keine.

    Abgesehen davon, “gefallen” würde mir so eine Bombe höxtens aus dem kindlichen “boaaa-” Effekt heraus. Aber bei einem solchen Problem muss ich meine Abneigung gegen Atomkraft halt etwas zügeln.

  35. #35 BreitSide
    20. November 2011

    @Lohengrin: Beschleunigung ist auch relativ. Was ist mit dem vorbeirasenden Meteor, den ich “abbremse”, bis er still neben mir liegt? Wird der jetzt schneller alt oder langsamer? War der vorher schnell und ich ruhte oder er ruhte und ich war schnell?

    Gibt es dann also doch einen Zustand im Universum, der absolutes “Ruhen” bedeutet?

  36. #36 BreitSide
    20. November 2011

    @Uwe: das hatte ich auch immer so gedacht (und denke es eigentlich immer noch), aber da scheint ein Haken drin zu sein.

    Einmal wohl, dass, wenn größere Teile der Erde von vielen kleinen Brocken getroffen werden, sich viel größere Flächen entzünden (Gefahr eines “Feuersturms”, nicht genug Bekämpfungskräfte).

    Dann wohl auch ein wenig Statistik: Da, wo ein Teil auftrifft, sind eh alle hinüber. Und toter als tot kann ich nicht sein. Und ein doppelt so schweres Teil wird nicht doppelt so viel Tote und Zerstörung bewirken.

    Entscheidend ist wohl, ob und wie weit die Erde im Streukreis der Trümmer liegt. Wenn 90 % vorbeifliegen, ist es wohl günstiger, wenn nur 50 %, ist es wohl ungünstiger.

    FF hat ja schon eine Serie darüber geschrieben. Bin ich aber grad zu faul zum Nachschauen…

  37. #37 Alderamin
    20. November 2011

    Uwe·
    20.11.11 · 12:10 Uhr

    Hätte man viele Bruchstücke statt einem, dann würden diese zwar über eine größere Fläche verteilt niedergehen, was Schwierigkeiten bei der Evakuierung bereitete. Auf der anderen Seite hätten die Bruchstücke aber auch eine viel größere Gesamtoberfläche als ein einzelner Asteroid, womit ein wesentlich größerer Massenanteil schon in der Atmosphäre verglühen würde und die einzelnen Bruchstücke auch wesentlich stärker abgebremst würden als eine kompakte Gesteinsmasse.

    Wenn die Bruchstücke wesentlich größer als 10 m sind, dann schlagen sie auch ein. Und ein 200- oder 400-m-Asteroid ergäbe sicherlich eine Menge Bruchstücke, die mindestens so groß sind. Außerdem wüsste man dann erst kurz vorher, wo diese alle einschlagen und könnte die Gegenden wohlmöglich nicht mehr evakuieren.

    Es wäre besser, einen einzelnen Asteroiden einschlagen zu lassen und die Gegend vorher zu räumen. Den Einschlagsort könnte man ziemlich gut vorhersagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bewohntes Gebiet getroffen würden, läge ohnehin nur bei ein paar Prozent, und bei 2005 YU55 habe ich neulich mit dem Asteroid Impact Calculator ausgerechnet, dass 100 km Abstand zum Einschlagsort schon genug Schutz geboten hätten, wenn man nicht gerade im Freien herumgelaufen wäre. Wenn dennoch im schlimmsten Fall genau ein dicht besiedeltes Gebiet im Visier des Asteroiden läge, sagen wir mal eine Großstadt, könnte man allenfalls versuchen, den Einschlag dort zu verhindern, und ihn ein Stück entfernt einschlagen lassen. Das wäre einfacher zu erreichen, als dass er die ganze Erde verfehlt.

  38. #38 Wurgl
    20. November 2011

    Alderamin

    Denk auch an Tsunamis. Wenn so ein großer Brocken im Ozean aufschlägt, dann verdrängt der eine Menge Wasser und das will wohin.

  39. #39 Alderamin
    20. November 2011

    @Wurgl

    Mit dem Impact Calculator kann man auch die Höhe des erwarteten Tsunamis berechnen. Ich hatte 1000 km Entfernung zur Küste angenommen, und dann kam ein Tsunami von 4 m heraus, wenn ich mich recht entsinne.

    Natürlich kann ein Asteroid auch näher bei einer Küste einschlagen, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist viel kleiner als für einen Einschlag im offenen Ozean. Alleine der Pazifik nimmt ja beinahe eine halbe Weltkugel an Fläche ein.

    Vor einem Tsunami mit Vorwarnung, wie bei einem Asteroideneinschlag, kann man sich außerdem sehr gut schützen.

    Offenbar beschäftigen sich derzeit auch andere gerade mit dem Thema. Witzig, es bedarf immer eines konkreten akutellen Falls (in diesem Fall der nahe Vorbeiflug von 2005 YU55, oder der Tsunami in Thailand bzgl. eines Warnsystems im indischen Ozean) bevor sich jemand aufraffen kann, Gegenmaßnahmen zu planen. Aus der Vergangenheit lernen (Tunguska) scheint irgendwie uncool zu sein.

  40. #40 Wurgl
    20. November 2011

    Ja, schon. Nur wenn viele kleinere Objekte eintauchen, dann verringert sich der Tsunami-Effekt. Es wäre verflixt unwahrscheinlich, dass die einschlagenden Objekte genau so eine Rythmus haben, dass sich die Wellen verstärken. Und genau diese Abschwächung ist das Gegenstück zu dem Feuersturm der durch so eine Einschlagsserie an Land verursacht werden könnte. Gut, dass die Luft selbst erhitzt wird macht wenig Unterschied.

    Und ja, natürlich wird erst über den Kauf einer neuen Wasserpumpe nachgedacht wenn es brennt. Beide verstauben gleich gut und das ist die Haupttätigkeit so einer Pumpe bei den Feuerwehren.

  41. #41 Basilius
    20. November 2011

    @Florian Freistetter·
    @Markus Breuer

    Und auf jeden Fall auch noch “Lucifers Hammer” von Niven und Pournelle.

    Ja, Niven fand ich auch immer sehr mitreissend.
    Zu dem Thema gibt es auch noch ein eher unbekannteres Buch eines wohl eher unbekannteren Authors, der Niven (außer an Output) aber gar nicht mal so nachsteht:
    Thunderstrike von Michael McCollum. Versucht die ganze Einschlags-Katastrophen-Geschichte sehr realistisch anzugehen und extrapoliert unsere aktuell mögliche Technologie nur etwas in die Zukunft. Ist irre spannend und hat am Schluß eine wirklich überraschende und kreative Lösung für das Verhinerungsproblem.

  42. #42 Uwe
    20. November 2011

    @Alderamin
    Wenn die Bruchstücke wesentlich größer als 10 m sind, dann schlagen sie auch ein. Und ein 200- oder 400-m-Asteroid ergäbe sicherlich eine Menge Bruchstücke, die mindestens so groß sind. Außerdem wüsste man dann erst kurz vorher, wo diese alle einschlagen und könnte die Gegenden wohlmöglich nicht mehr evakuieren.

    Das ist richtig, nur ist der Radius (und damit die potentiell betroffene Erdoberfläche), in dem man sich möglichst nicht mehr aufhalten sollte, bei einem 300m-Koffer um ein Vielfaches größer als bei mehreren Bruchstücken von 50m Durchmesser. Soll heißen, wenn du nicht ausgerechnet genau an der Stelle stehst, an der ein Bruchstück herunterkommt, wird dir vermutlich nichts passieren. Beim Asteroiden “am Stück” hast du einen Radius von mehreren Kilometern rund um die Einschlagstelle, innerhalb dem es den Anwesenden ans Leder geht.

    Wahrscheinlich hängt die Entscheidung davon ab, wo der Asteroid niedergehen wird. Zielt er auf eine Großstadt (sofern man das überhaupt so genau berechnen kann), ist eine Sprengung sicherlich eine Option. Zielt er aufs offene Meer, sollte man ihn ganz lassen und gibt eine Warnung aus, daß das Bauen von Sandburgen am Strand in der nächsten Zeit nicht ganz so opportun sein könnte. 😉

  43. #43 Suzanne
    20. November 2011

    @aquamarin: duspinnstwohl, 4meter wellen sind der normalpegel, und surfen kannst du noch bei 20……das kann ja wohl nicht sein.

  44. #44 Suzanne
    20. November 2011

    @wurgl
    ausreichend war der evtl fuer so einige vulkane, wieder aus dem schlummer zu erwachen.und der sommer ist um die zeit komplett ins wasser gefallen.

  45. #45 Wurgl
    20. November 2011

    @Suzanne

    Was hast du für krude Vorstellungen von Physik? Die Kräfte die von so einem Steinchen im All auf die Erde ausgeübt werden sind minimal, sind vernachlässigbar. Der Mond walkt die Erde jeden Tag stärker durch.

    Und den Unterschied zwischen einer Welle eines Tsunamis zu den normalen Wellen hast du auch nicht so richtig verstanden, oder? Was am *offenen* Meer 4 Meter ist, das kann am Ufer ganz andere Höhen erreichen. Die Wellen vom Dezember 2004 wurden auf offener See von Booten gar nicht so richtig bemerkt.

  46. #46 Alderamin
    20. November 2011

    @Suzanne

    Danke für den lieben Kommentar 😉

    Ein Tsunami von 4 m ist allerdings was anderes als eine normale Welle def gleichen Höhe. Tsunamis haben Wellenlängen von vielen zehn Kilometern und bewegen viel mehr Wasser, wie man in Thailand sehen konnte, wo das Meer sich zuerst hunderte Meter zurückzog, bevor der Tsunami hereinbrach. Außerdem bewegen sich die Tsunamis mit der Geschwindigkeit eines Verkehrsflugzeugs über den Ozean. Eine solche Welle spritzt also nicht nur ein bisschen das Ufer nass, sondern lässt den Meeresspiegel für ein paar Minuten um mehrere Meter steigen.

    Du kannst die Tsunami-Höhe für einen Einschlag in x km Entfernung auch selbst errechnen lassen. Den Link zum Impact Calculator hatte ich ja schon gepostet.

  47. #47 Alderamin
    20. November 2011

    @Wurgl

    Der Tsunami von Thailand war 10 m hoch, aber auf dem offenen Meer nur einen halben Meter. Wenn der Impact Calculator einen Tsunami von 4 m berechnet, dann ist das sicherlich die Höhe an der Küste. Ich war von 1000 km Entfernung zur Küste ausgegangen, was auch weiter von der Küste entfernt wäre als das Epizentrum des Seebebens damals. Bei geringerer Entfernung wäre der Tsunami natürlich höher.

    Das ganze für ein Objekt wie 2005 YU55.

  48. #48 Suzanne
    20. November 2011

    @wurgl wuerg ist mir schon klar das entschaerft die sache ja ungemein.ein teil von 20m
    in diesem enormen abstand, aber in der naehe meines astrasatelliten hat der unfug angerichtet!

  49. #49 Wurgl
    20. November 2011

    @aldemarin
    http://www.purdue.edu/impactearth/Content/pdf/Documentation.pdf

    In der Doku steht, dass sie Tsunamis nicht berechnen. Sie machen das nicht, weil sie die Tiefe des Ozeans nicht kennen und die Küstenlinie nicht kennen und und.

    Die Höhe der Wellen am Punkt des Einschlags müsste aber dem Volumen eines zylindrischen “Loches” im Meer vom Durchmesser des Impaktkörpers und einer netten Tiefe abhängen. Mit “nett” kann durchaus bis zum Meeresgrund gemeint sein, ein kleineres Teil wird eventuell vorher abgebremst und verdrängt dann nicht mehr so spektakulär das Wasser. Jedenfalls würden mich 4 Meter deutlich vor der Küste (und weit weg vom Einschlagsort) bei einem 400Meter-Teil keineswegs verwundern. Der schlägt wohl durch und haut noch einen Krater in den Ozeanboden.

  50. #50 Christian
    20. November 2011

    @uwe hab mich gerade ein bissal herum gespielt
    also ein eisenasteriod mit 400 meter verwüstet ungefähr, 25000km². Verwüstung wurde von mir definiert mit einer bestimmten stärke der druckwelle.
    also ein 50 meter teil, zerstört 615 km² (mit ähnlicher wirkung).
    Das Problem, aus einem 400 meter asteroiden bekommst du schon 512 50m brocken raus.
    Also schön verteilt, wäre dass 315000 km² verwüstet.
    Außerdem habe ich jetzt die hitzeeinwirkung unterschlagen, die ist beim großen auch nicht ohne ist.
    Jedenfalls lässt sich nicht so einfach sagen, die paar kleinen machen weniger aus, eher das gegenteil.

  51. #51 Suzanne
    21. November 2011

    @aldemarin Hastdu da nicht ne null vergessen?

  52. #52 Suzanne
    21. November 2011

    @aldemarin: hastdu da nicht ne null vergessen? oder2?

  53. #53 Lohengrin
    21. November 2011

    @BreitSide

    Beschleunigung ist auch relativ.

    Wenn du bei deinem Flug an einer Wand deines Raumschiff hängst, oder wenn etwas Schweres an dir vorbei fliegt, verändert sich nicht nur die Geschwindigkeit des anderen, sondern auch die Uhr des anderen läuft dabei schneller. Wenn du ihn wieder triffst, bist du der Jüngere. Dass (aus deiner Sicht) der andere zwischendurch mal jünger war als du, liegt an der Relativität von Gleichzeitigkeit. Du vergleichst deine und seine Uhr zu einem gemeinsamen Zeitpunkt. Und diese beiden Ereignisse (das Ablesen deiner Uhr und das Ablesen seiner Uhr) sind für den anderen nicht gleichzeitig.

  54. #54 Kevin (12 Jahre alt)
    21. November 2011

    @Lohengrin:

    Wenn du bei deinem Flug an einer Wand deines Raumschiff hängst, oder wenn etwas Schweres an dir vorbei fliegt, verändert sich nicht nur die Geschwindigkeit des anderen, sondern auch die Uhr des anderen läuft dabei schneller. Wenn du ihn wieder triffst, bist du der Jüngere. Dass (aus deiner Sicht) der andere zwischendurch mal jünger war als du, liegt an der Relativität von Gleichzeitigkeit. Du vergleichst deine und seine Uhr zu einem gemeinsamen Zeitpunkt. Und diese beiden Ereignisse (das Ablesen deiner Uhr und das Ablesen seiner Uhr) sind für den anderen nicht gleichzeitig.

    Meine dumme Mami behauptet immer, dass die SRT falsch sein müsse. Weil ja wohl kein Mensch diesen Quatsch verstehen können könnte.

    Deshalb hier ein ganz großes Danke Schön!

    Endlich kann ich meiner Mami die SRT richtig erklären!!!

    Ganz viele Bussis!!!

    LG,
    Kevin (aka Schlotti)

  55. #55 BreitSide
    21. November 2011

    @Lohengrin: schön, aber wer sagt, dass der an mir vorbeifliegt und nicht ich an ihm? Ok, ein Uhrenvergleich beim aneinander Vorbeirasen ist ja mit Signalübertragung verbunden. Obwohl ich denke, dass die Lichtgeschwindigkeit für beide gleich ist und auch zwischen beiden, könnte da wohl der Haken sein.

    Oja, ich kann langsam nicht mehr klar denken. Eher relativ(!) langsam…

    Gute Nacht

  56. #56 BreitSide
    21. November 2011

    @Kevin: da bist Du mir jetzt voraus…;-)

  57. #57 suzanne
    21. November 2011

    darkside of the moon, klar ist er uns allen voraus, weil die uhren ticken ja nicht gleichzeitig. bei uns ist z.b. casablanca-time.

  58. #58 Alderamin
    21. November 2011

    @Suzanne

    Hastdu da nicht ne null vergessen?

    Sieh’ selbst. Sind sogar nur 2,8 m. Aber Wellenamplitude, also wie Wurgl schrieb ist das nicht die Höhe des Tsunamis an der Küste. Der von Thailand war einen halben Meter hoch auf dem offenen Meer und 10 m an der Küste. 6mal so hoch auf dem offenen Meer ist schon enorm. Gilt natürlich nur in 1000 km Entfernung.

  59. #59 S. K. Paden
    21. November 2011

    Freu! Wie angenehm zu wissen, dass es grundsätzlich möglich ist, einen Asteroiden von der Erde abzulenken. Jetzt lese ich auch noch „Asteroidenabwehr 1-5“ um noch mehr Details zu kapieren.
    Und, liebster Florian, ich frag jetzt auch gar nicht, ob man das nicht auch mit Niburu und Planet X oder so Dingern machen kann (griemelgrins).
    Dein Blog ist einfach nur richtig gut! Ich lerne, und vor allem, ich kann weitergeben, dass Wissen und Forschen dazu gut ist, dass Menschen sich nicht mehr der Gnade der Blitze schleudernden Götter oder dem Geschwurbel irgendwelcher neuzeitlicher Horrorszenariumspropheten ausliefern müssen, um die Welt zu retten.

  60. #60 S. K. Paden
    21. November 2011

    Freu! Wie angenehm zu wissen, dass es grundsätzlich möglich ist, einen Asteroiden von der Erde abzulenken. Jetzt lese ich auch noch „Asteroidenabwehr 1-5“ um noch mehr Details zu kapieren.
    Und, liebster Florian, ich frag jetzt auch gar nicht, ob man das nicht auch mit Niburu und Planet X oder so Dingern machen kann (griemelgrins).
    Dein Blog ist einfach nur richtig gut! Ich lerne, und vor allem, ich kann weitergeben, dass Wissen und Forschen dazu gut ist, dass Menschen sich nicht mehr der Gnade der Blitze schleudernden Götter oder dem Geschwurbel irgendwelcher neuzeitlicher Horrorszenariumspropheten ausliefern müssen, um die Welt zu retten.

  61. #61 Lohengrin
    22. November 2011

    @Kevin
    Zeichne bei deiner Erklärung ein Minkowski-Diagramm. Daran kann man leicht sehen, wie für BreitSide die Uhr des anderen läuft.
    @BreitSide
    Du musst doppelte Buchführung machen und das eisern durchhalten.

    Oja, ich kann langsam nicht mehr klar denken. Eher relativ(!) langsam…

    Das ist normal. Deshalb gilt das Ganze ja auch als eine Disziplin für völlig Durchgeknallte.
    Ich will nicht Florians Beitrag hijacken. Vllt schreibt er ja mal wieder etwas über Relativitätstheorie. Dann können wir uns darüber weiter unterhalten.

  62. #62 Lohengrin
    22. November 2011

    @Kevin (12 Jahre alt)
    Zeichne bei der Erklärung ein Minkowski-Diagramm. Darin kann man sehr schön ablesen, was wann für BreitSide auf der Uhr des anderen steht.
    @BreitSide
    Du musst doppelte Buchführung machen und das eisern durchhalten.

    Oja, ich kann langsam nicht mehr klar denken. Eher relativ(!) langsam…

    Das ist normal. Deshalb gilt das Ganze ja auch als Disziplin für Durchgeknallte. Mein Physiklehrer im Gymnasium riet uns damals, davor Schnaps zu trinken.
    @Florian
    Bitte entschuldige, dass ich hier deinen Beitrag hijacke. Aber, falls Kevin (12 Jahre alt) wirklich 12 Jahre alt ist, und nachts um eins websurft oder in China wohnt, hat es sich doch gelohnt.

  63. #63 Florian Freistetter
    22. November 2011

    Veröffentlicht Ja, mir ist aufgefallen, dass hier alles etwas schief läuft und es Fehlermeldungen gibt. Nein, ich kann dagegen nichts tun. Ich blogge hier nur und habe auf die Technik ABSOLUT KEINEN Einfluss. Die zuständigen Techniker sind in den USA und liegen im Bett. Wenn ihr Kommentare schreibt, dann kommen die zwar durch, es erscheint aber eine Fehlermeldung. Wenn ihr dann auf “Nochmal Laden” klickt, dann erscheint der Kommentar doppelt, und es kommt wieder eine Fehlermeldung. Usw. Also einfach die Fehlermeldung ignorieren. Ich kann leider nichts dagegen machen.

  64. #64 True
    22. November 2011
  65. #65 BreitSide
    22. November 2011

    @Lohengrin: danke soweit.

    Man hatte ja schon Atomuhren in Düsenjets um die Welt geschickt, und die waren wirklich langsamer gegangen. Das leuchtet mir noch ein.

    Deine Bemerkung “Er wird beschleunigt, Du nicht” hat auch was. Er bemerkt ja eine Kraft, ich nicht. Damit könnte man es auseinander halten. Was ist aber dann auf einer Umlaufbahn? Die Erde “merkt” ja nix von der Zentripetalbeschleunigung.

    Und dann müsste die Zeit auf der Sonne auch langsamer vergehen als auf den Planeten, so schnell, wie die um sie herum düsen.

    Fragen über Fragen, Du hast wohl Recht, sie sind in einem eigenen Fred besser aufgehoben. Ich wette mal, dass es schon mindestens einen gibt. Bin aber zu faul zum Suchen…;-)

    @FF: dasselbe mit den Doppel/-Dreifachposts ist mir vor einigen Wochen auch so passiert.

    Ich versuch mal folgende Strategie: nach Fehlermeldung den Fred in einem neuen Fenster aufmachen und nachschauen, ob der Post da ist. Dann brauchst Du nicht 2 von 3 löschen.

    Vorher am besten Fred-Adresse kopieren….

  66. #66 BreitSide
    22. November 2011

    Hmmm, alles lief glatt. Hoffentlich nicht nur der Vorführeffekt….

  67. #67 Wurgl
    28. Februar 2012

    Ist ein bissl alt der Artikel, doch gerade eben ist in Bild der Wissenschaft 3/2012 ein Artikel zu Asteroidenabwehr.

    Dort ist jedenfalls folgendes Bild zu sehen:
    http://www.sciencephoto.com/media/324660/enlarge
    (oder zumindest ein verflixt ähnliches)

    Mein erster Gedanke dazu war “So ein Riesenblödsinn”. Der Grund ist die Eigenrotation des Körpers. Dass so ein Körper eine an die Sonne gebundene Eigenrotation ist doch extrem unwahrscheinlich und nur dann könnte man den wie ein Paket verschnüren und das Sonnensegel dranhängen. Nur dann steht das immer richtig im Sonnenwind (Wobei mir jetzt egal ist, ob das Partikel sind oder Photonen, ich sag zu beidem Sonnenwind).

    Aber wenn ich ein wenig mehr nachdenke, dann könnte das auch klappen, wenn sich der Körper dreht. Die Kraft die vom Sonnenwind auf das Segel ausgeübt wird, muss halt klein genug sein um das Segel an der Mitrotation nicht zu hindern, sonst wickelt sich das Seil auf.

    Falsch gedacht? Ist die Graphik doch Blödsinn?

  68. #68 Justin Fuchs
    Köln
    19. Dezember 2012

    Muss ich Angst haben oder ich sags mal anders ich habe Angst das er Aufschlägt nich Jede Mission kann Erfolgreich werden :I Natürlich hab ich Angst aber das ist Normal oder ?

  69. #69 Justin Fuchs
    Köln
    19. Dezember 2012

    Das ist wie bei diesem Jahr 21.12.2012 Nur weil der Beschissende Film im Kino und im Tv kamm meinen die das die Weltuntergeht aber , Es Soll ein Sonnensturm kommen , stimmt es oder Stimmt es nicht ?

  70. #70 Florian Freistetter
    19. Dezember 2012

    @Justin: Die Welt wird 2012 nicht untergehen. Wirklich nicht. Das ist alles nur eine große Abzocke, um den Leuten mit Angst das Geld aus der Tasche zu ziehen: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/10/2012-wer-verdient-am-weltuntergang.php Es gibt absolut keinen Grund, Angst zu haben. NICHTS von dem was die 2012-Typen behaupten hat mit der Realität zu tun: http://2012faq.de Es ist auch ganz einfach die Angst loszuwerden. Du sollst auch niemanden glauben, sondern dir selbst Gedanken machen. Man muss sich nur ein wenig über Astronomie informieren: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/01/wie-man-keine-angst-mehr-vor-dem-weltuntergang-2012-hat.php
    Die Welt wird 2012 nicht untergehen! Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Lies die Texte, mach dir deine eigenen Gedanken, informier dich ein bisschen über Astronomie und fall nicht auf die Panikmache der Abzocker und Wichtigtuer rein!

  71. #71 Justin Fuchs
    Köln
    19. Dezember 2012

    Aber wenn sie mit ihrem Laser was Eigendlich eine Ausgezeichnete Idee ist aber Apophis weiter Lebend zu haben doch lieber zerstören :I Aber es ist ein Ganz Mächtiger Asteroid

  72. #72 Justin Fuchs
    Köln
    19. Dezember 2012

    Am 13 April 2013 Soll ein Komet oder ein Asteroid so Groß wie ein Bus ! Stimmt das ?

  73. #73 Florian Freistetter
    19. Dezember 2012

    @Justin: “Am 13 April 2013 Soll ein Komet oder ein Asteroid so Groß wie ein Bus ! “

    WAS soll dieser Komet? Probiere vernünftige Sätze zu schreiben, dann kann ich dir auch antworten. Falls du wissen willst, ob ein Asteroid mit der Erde kollidiert: Nein! Siehe hier: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/02/asteroidenabwehr-apophis-die-medien-und-wie-man-sich-informiert.php