Kommentare (17)

  1. #1 cydonia
    24. November 2011

    Dann sind also innerhalb von zwei Tagen zwei große Österreicher mit, zumindest Anfangs, ähnlichem Ansatz in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Georg Kreisler wird auch unvergessen bleiben.
    Es stört mich schon, dass Menschen einfach so verschwinden, und verstehe in diesen Augenblicken gut, dass man sich wünscht, sie würden auf irgendeiner Wolke weitersingen.

  2. #2 klauszwingenberger
    24. November 2011

    Erst Vorgestern war’s Georg Kreisler. Kein guter Monat, das.

  3. #3 rolak
    24. November 2011

    Kommt mir das vor oder knubbeln sich die Todesfälle Prominenter tatsächlich manch mal derartig?
    Das mit Kreisler war hier übrigens höchst merkwürdig: Aus gegebenem Anlaß (Erzählung von himmlischer Befleckung) deklamierte ich wieder einmal den alten gemeinen Dialog

    • Früher wurden die Tauben im Park noch vergiftet.
    • (kunstpause)
    • Ja früher. Früher gabs ja auch noch keine Hörgeräte.

    kündigte an, daß ich nachher dazu etwas thematisch Passendes vorspielen würde, aber erst mal Plagenschau. Und was sehen wir als erstes? Da kann einem ganz schön anders werden…

    Und jetzt bleiben auch vom Hirsch nurmehr Erinnerungen und Platten.

  4. #4 Blugger
    24. November 2011

    Ach, wirklich traurig das. Dann war der große schwarze Vogel da.

  5. #5 par
    24. November 2011

    traurig. sein “omama” werde ich mir heute dann wohl nochmal anhören… schade schade…

  6. #6 Klirrtext
    24. November 2011

    In welcher Sprache genau singt der da? 😀
    Versteh kein Wort…

  7. #7 Wurgl
    24. November 2011

    Wenn ich jetzt schreib, dass ich schon vor etwas mehr als 30 Jahren so manches Lied vom Hirsch gerne gehört hab, dann bedeutet das wohl nichts weiter als “Wurgl, Du bist alt!”.

    Seine Texte hatten immer schon etwas Gruseliges, etwas Schauriges. Keinesfalls der übliche Mainstream und immer gut um darüber nach zu denken. Schade um ihn.

    *tränchenwegwisch*

  8. #8 Gustav
    24. November 2011

    @Georg Kreisler: Der hat in einem offenen Brief an Repräsentanten der österreichischen Republik recht deutlich gemacht, was er davon hält mit Österreich in Verbindung gebracht zu werden: http://www.georgkreisler.info/brief-nach-wien.html
    1938 musste er wie viele flüchten, niemals kam Österreich auch nur auf die Idee ihm ehrenhalber die Staatsbürgerschaft zurück zu geben oder das zu thematisieren. “Glücklicherweise hat man mir nie die Chance gegeben, Sehnsucht nach Österreich zu haben”, hat er geschrieben.

    Zu seinem 75. Geburtags schrieb er:

    Und ich möchte dieser Heuchelei, die nur meinen Tod abwartet, um mich posthum zum Österreicher ernennen zu können, keinen Vorschub leisten. Noch bin ich am Leben, noch kann ich mich dagegen wehren.

    Dieses Vorgehen hat in Österreich Tradition. Bernhard wurde angefeindet wie kaum ein anderer, es gab massive Medienkampangen, nach seinem Tod war er plötzlich der große Österreicher, auch für die Kronen Zeitung. Bei der jelinek war es ebenso, bis sie den Nobelpreis bekommen hat.

    Ludwig Hirsch wurde zwar nicht derart gehasst, aber sein hochpolitisches künstlerisches Schaffen (vor allem gegen Rassismus, Engstirnigkeit) wurde konsequent entpolitisert.

    Die Omama: http://www.youtube.com/watch?v=ORfYE5M44ms

    R.I.P.

  9. #9 Gustav
    24. November 2011

    Ergänzung: Mit obrigen Posting wollt ich nichts gegen das wunderschöne Lied Sterndl schauen schreiben. Denn das ist eines der schönsten Lieder von ihm, nur bekomm ich hier in Österreich wieder mit, wie ein Kreisler hochgelebt wird, der bisher verhasst war (als jüdischer Kommunist, der geflüchtet ist und seine Heimat im Stich gelassen hat und nun auf diese schimpft) und da wollt ich ein wenig Frust los werden.

  10. #10 Muddi & theBlowfish
    24. November 2011

    Och Mann ist das traurig.
    Ein Todesfall kommt irgendwie selten allein, das mit Kreisler hatte ich gar nicht mitbekommen:-(
    …wenn Kreisler “oben” schon wartet, muss “der grosse schwarze Vogel” sich aber vorsehen…

  11. #11 Wolfgang
    24. November 2011

    Ein trauriger Tag nicht nur für den Austropop.

    Mit Liedern wie “Gel, Du mogst mi” bin ich aufgewachsen. Mein Lieblingslied war der “Jonas” – hat auch einen kleinen Bezug zur Astronomie:

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne.
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

    Machs gut, Ludwig…

  12. #12 Kallewirsch
    25. November 2011

    am meisten beeindruckt hat mich

    waun de Hexn taunz im Wald
    waun da Freitag am 13. fallt
    waun a Kind stirbt und vorher da Nachtvogl schreit
    daun is so weit, daun is so weit

    L. Hirsch – Der Dorftrottel

  13. #13 Kallewirsch
    25. November 2011

    In welcher Sprache genau singt der da?

    Ist so eine Mischung aus Wienerisch und dem was der Wiener unter Hochdeutsch versteht. Aber mehr auf der wienerischen Seite.

  14. #14 JK
    25. November 2011

    In welcher Sprache genau singt der da? 😀
    Versteh kein Wort…

    Ich glaube, bei diesem Lied wären Untertitel in Plattdeutsch hilfreich.

  15. #15 rolak
    25. November 2011

    Ich weiß ja nicht, wie es im hohen Norden so ist, JK, doch für mich Ripuarier ist der Text absolut verständlich.

  16. #16 Ronny
    25. November 2011

    Ja, da ging ein ganz Großer, nebenbei bemerkt fast genau 20 Jahre nach einem weiteren Großen: Freddy Mercury (Mann bin ich alt).

    Er hat aber seinen Tod schon in einem seiner Lieder beschrieben:
    Komm großer schwarzer Vogel.
    Habs mir gestern mit mächtiger Gänsehaut angehört.

    Mein Lieblingslied ist aber immer noch: Peterle.
    Passt irgendwie in die Gegenwart 🙂

    Überhaupt alle ‘dunkelgrauen Lieder’ sind genial: Omama, Der Zwerg, Dorftrottel, I lieg am ruckn, Komm großer schwarzer Vogel …

  17. #17 hylozoik
    25. November 2011

    Servus, Ludwig Hirsch – bist Dir wirklich treu geblieben … ;’|


    Rebekka Bakken – Der Schnee draussen schmilzt (Tribute to Ludwig Hirsch)