Herr Guttenberg ist mit seiner abgeschriebenen Doktorarbeit ja ziemlich baden gegangen. Er scheint daraus aber nicht wirklich etwas gelernt zu haben und – wie Martin in seinem Artikel darlegt – nicht wirklich verstanden zu haben, was das Problem an seinem Plagiat war. “Sein” neues Buch (das ja auch jemand anderes geschrieben hat), wurde trotzdem zum Bestseller. Wen stört es da schon, dass in dem Buch offensichtlich Dinge behauptet werden, die nicht stimmen. Im Fall des Falles zahlt der Freiherr einfach wieder ein paar Euro und das Verfahren wird eingestellt. Schade das Guttenberg kein norwegisch spricht. Dieses Video der Uni Bergen hätte im vielleicht helfen können:

Ok, ich kann zwar auch kein norwegisch. Aber man versteht trotzdem, worum es in dem Video geht. Es ist wirklich hervorragend gemacht! Ob sich aber die plagiierenden Politiker davon beeindrucken lassen, ist zweifelhaft. Guttenberg, Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Pröfrock et al. haben ja deutlich gezeigt, dass ihnen absolut nicht bewusst ist, was sie hier falsch gemacht haben…

(Mehr zu Plagiatsfällen gibt es bei DE PLAGIO)

Kommentare (26)

  1. #1 Stefan W.
    1. Dezember 2011

    The requested URL /astrodicticum-simplex/2011/12/www.uni-bayreuth.de/presse/Aktuelle-Infos/2011/213-203-Replik-Buch-Guttenberg.pdf was not found on this server.

  2. #2 jali
    1. Dezember 2011

    Danke für das geniale Video!

    Der Link zu der Uni-Beyreuth Replik geht übrigens nicht.
    Richtig müsste es http://www.uni-bayreuth.de/presse/Aktuelle-Infos/2011/213-203-Replik-Buch-Guttenberg.pdf heißen.

  3. #3 rolak
    1. Dezember 2011

    ok, ‘GUI-Interface’ ist ein Klassiker wie ‘PIN-Nummer’, aber daß ein GUI in VB höchst explosiv sein kann, ist nichts Neues 😉

    Schick umgesetzt.

  4. #4 Fission Chips
    1. Dezember 2011

    Wenn man sich das Video direkt auf Youtube ansieht und auf den kleinen CC Button in der unteren Leiste klickt werden englische Untertitel eingeblendet.

    Das macht das ganze dann doch etwas einfacher

  5. #5 Andreas P.
    1. Dezember 2011

    wie kommt man zu der Schlussfolgerung, dass ihnen das absolut nicht bewusst war??

  6. #6 WolfgangK
    2. Dezember 2011

    “Guttenberg, Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Pröfrock et al. haben ja deutlich gezeigt, dass ihnen absolut nicht bewusst ist, was sie hier falsch gemacht haben…”

    Nicht bewusst? Wer glaubt das denn? Das ist doch in etwa so, als fahre ich täglich über die meisten der roten Ampeln und sage hinterher: “Ist nicht meine Schuld, die Ampeln stehen ungünstig, die Polizei hat nicht kontrolliert, meine Fahrschule war schlecht, die Prüfer besoffen und ausserdem ist der Staat zu blöd, meine schlechte Fahrweise zu maßregeln.” Wenn Menschen so argumentieren, bezeichnet man sie im Allgemeinen als unzurechnungsfähig.

    In Wirklichkeit jedoch ist es den Plagiatoren eher völlig egal, auf welche Art und Weise sie ihr Ansehen aufpeppen. Wenn es daneben geht, schade, aber auch egal. Und was Guttenberg betrifft: den interessiert das Volksgeschrei um seine Person überhaupt nicht. Die Öffentlichkeit kann ihn kreuzweise, denn die ist letztendlich dumm genug, immer wieder auf Glitzergerüste hereinzufallen, wie man an den Verkaufszahlen seines Buches sieht. “Volk” ist für Standesdünkler nur Mittel zum Zweck (Vermehrung der Familiengüter und -finanzen), ansonsten irgendwas zwischen uninteressant und Abschaum.
    Und dass dies nicht erst seit Guttenberg so ist, kann man hier und hier nachlesen.

  7. #7 vera
    2. Dezember 2011

    Man kann einen Doktorgrad als Berufsqualifikation, als Beginn der Verfolgung eines wissenschaftlichen Ziels, als Eintrittskarte oder als Accessoire zum angemessenen Outfit betrachten. Ich kenne jemanden, der seine Diss nur geschrieben hat, um das Tragen maßgefertigter Arztkittel zu rechtfertigen. Letztere enthalten bei uns schließlich immer noch das eingewobene Halbgottestum.

    Hab die Stellungnahme noch mal bei mir auf dem Blog: https://opalkatze.wordpress.com/2011/12/01/stellungnahme-zu-den-vorwurfen-von-herrn-zu-guttenberg-gegen-die-universitat-bayreuth/

  8. #8 Florian Freistetter
    2. Dezember 2011

    @Andreas “wie kommt man zu der Schlussfolgerung, dass ihnen das absolut nicht bewusst war?? “

    Naja, man muss sich ja nur ansehen, was Pröfrock, Koch-Mehrin, etc nach dem Auffliegen ihrer Plagiate gesagt/getan haben (hab ich in den oben verlinkten Artikeln angesprochen).

  9. #9 Graugrüngelb
    2. Dezember 2011

    Für die nicht norwegisch Sprechenden gibt es übrigens englische Untertitel. (Und die Beta-Übersetzung ins Deutsche funktioniert auch einigermaßen sinnvoll.)

  10. #10 MartinB
    2. Dezember 2011

    @WolfgangK
    Guttenberg war (und ist) anscheinend immer noch nicht bewusst, *warum* es für die Wissenschaft ein Problem ist, wenn man Quellen nicht korrekt angibt, das wird in dem von mir besprochenen Zeitartikel ja ziemlich deutlich.
    Dass es ihm zusätzlich vielleicht auch noch egal ist, mag sein.

  11. #11 Nele
    3. Dezember 2011

    Ich denke auch, dass die beiden Erklärungsansätze “Inkompetenz” und “Borniertheit” nicht mutually exclusive sind – sie sind nicht umsonst beides Aspekte des Begriffs “Ignoranz”. Mir scheint es so, dass Guttenberg tatsächlich so wenig vom wissenschaftlichen Handwerk versteht, dass er schlicht und einfach nicht absehen kann, wie offensichtlich seine hilflosen Betrugsversuche in Wirklichkeit sind. Er erinnert mich an einen Tischlerlehrling, der als Gesellenstück einen Schrank von Ikea abliefert und partout nicht einsehen will, dass die prüfenden Tischlermeister die Scharade durchschauen und den Vorsatz dahinter erkennen.

    Dass Guttenberg die ganze Angelegenheit und seine eigenen Vergehen offenbar (von den Nachteilen, die ihm persönlich daraus erwachsen, vielleicht einmal abgesehen) vollkommen gleichgültig sind, wirft allenfalls ein bezeichnendes Licht auf seine charakterlichen Defizite.

    Die Strategie, gleichzeitig die “Zeit” zu instrumentalisieren, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ein Propagandabüchlein auf den Markt zu werfen und auf das Stichwort augenscheinlich eine Verfahrenseinstellung durch die Staatanwaltschaft zu organisieren, zeigt die gerissene Bauernschläue des Barons. Spätestens jetzt werden ihm die letzten Stammtische genau so verziehen haben, wie Justin und Kimberly Müller.

  12. #12 Andreas P.
    3. Dezember 2011

    @Florian
    Missverständnis. Ihr (Du) seht das aus der “Sicht der Wissenschaft”, die Schaden nimmt durch Plagiatoren, und in diesem Kontext hast du warscheinlich sogar recht, dieser spezielle Schaden war ihm warscheinlich nicht bewusst, wobei ich mal behaupte, wenn er’s gewusst hätte wär’s ihm auch egal gewesen.

    Ich seh das mehr aus der Sicht des “normalen Bürgers”, der einen Minister vorgesetzt bekommt, der bar jeglicher Sachkenntnis ist, dessen Qualifikation darin besteht die am besten verkaufbare Personalie in der Partei und passend neoliberal (aspen, atlantik-brücke) vernetzt zu sein, und dessen Partei nach politischen Kuhhandelregeln dieser Posten nunmal zusteht.
    Ein öliger Karrierist ohne Unrechtsbewusstsein, hat betrogen, hat versucht seinen Betrug durch Lügen zu decken, und wusste zu jedem Zeitpunkt ganz genau was er tat. Selbiges lässt sich wohl auch über die anderen Plagiatoren sagen. Und aus diesem Blickwinkel ist die Formulierung “absolut nicht bewusst ist, was sie hier falsch gemacht haben…” stark verharmlosend

  13. #13 IO
    3. Dezember 2011

    Brilliant.

    Norwegisch ist ja doch irgendwie nett: “Logikk”
    und natürlich wird die zweite Silbe in höherer Tonlage gesprochen 🙂

  14. #14 Suzanne
    4. Dezember 2011

    die 2 NULLEN hast du schon mal richtig geraten.

  15. #15 Lohengrin
    5. Dezember 2011

    Hat sich überhaupt mal jemand darüber informiert, was in Exdoktor Guttenbergs Meisterstück drin steht? In diesem Video trägt Volker Pispers bei Minute 4:00 bis 4:30 etwas vor. Mit 2/3 Geschwindigkeit hat das eine ganz besondere Wirkung.

    Europa als Gedanken, Gewissheit und Realität könnte, am Ende dieser Stufenleiter angelangt und auf dem Wege zur Tradition, zum Scheitelpunkt zwischen Konservativismus und Moderne werden, der weder die Option der Gratwanderung noch die Gelegenheit der Verbindung jener Elemente auszuschließen vermag.

    Wer sich da nur über fehlende Quellenangaben aufregt, hat das Beste verpasst.

  16. #16 YeRainbow
    5. Dezember 2011

    “nicht bewußt” ist auch dunzutreffend. Die denken einfach, es ist ihr gutes Recht.
    Nicht mehr, nicht weniger.
    Kriminelle denken so. Weiß jeder halbwegs gut ausgebildete Psychologische forensiker.

  17. #17 Lohengrin
    5. Dezember 2011

    Plagiieren funktioniert nur bei Doktorarbeiten, die Tünnes sind. Das fällt nicht auf, weil sich eh niemand dafür interessiert.
    Bei Doktorarbeiten über etwas Interessantes, fällt das Plagiieren auf. Das Web vergisst nichts. Es kommt heraus, wer der Urheber ist.
    Für die Wissenschaft, ist es wichtig, zu wissen, wer sich noch mit dem Thema beschäftigt. Das stimmt oft mit denen überein, von denen der Schreiber zitiert. Allerdings kommt es auch vor, dass den Fachleuten ohnehin bekannt ist, von wem da zitiert wird. Wenn wegen solcher Fußnoten und Anhängen ein Artikel so lang wird, dass interessante Hinweise auf andere, von denen nicht zitiert wird, weggelassen werden müssen, ist das schädlich. Freerk Huisken hat dazu Bemerkenswertes geschrieben.

  18. #18 IO
    6. Dezember 2011

    Ach, der Guttenberg hat wohl schon vorher plagiiert:

    Neue Übersicht über einen früheren Guttenberg-Artikel aufGuttenplag

    Und eine aktueller Bericht in der Süddeutschen.

    Noch ein aktueller Artikel aus der Süddeutschen zum Thema Guttenberg: “Guttenbergs politisches Kalkül: Wissenschaft, Parlament und Öffentlichkeit belogen.

  19. #19 Christina
    6. Dezember 2011

    Ein video auf Norwegisch, Florian, you made my day!!! :)))

    @IO: Hab ich auch erst gelesen, selbst bei einem Aufsatz für die “parteiinterne” Hanns-Seidel Stiftung hatte er wohl schon nicht genügend eigene Ideen für einen Text und hat von einem Politikerfreund kopiert. Sehr schwach.

    Was ich ja auch schon lange komisch finde: Guttenberg hat 2006 seine Doktorarbeit eingereicht, hatte aber die Materialsammlung auf Disketten!!! Geben die Herren Politiker soviel Geld für Autos und neue Anzüge aus daß sie kein Geld für einen anständigen Computer haben? 2006 haben bei mir schon lange keine Arbeiten mehr auf Diskette gepasst und einen Laptop hatt ich da auch schon 5 Jahre (und das als profaner Student)… Mehr als ascii Text kann das ja nicht gewesen sein, wenn er Originalartikel als pdf o.ä. gespeichert hätte dann hätte er schnell die Kapazität einer Diskette überschritten.

    Ich frage mich ja auch warum es bei den Juristen (laut Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg) fast 3 Jahre dauert von Abgabe bis zur Erlaubnis den Titel zu führen! Und zu was braucht man über 2 Jahre ein paar Pflichtexemplare abzuliefern, 400 Seiten reiner Text (und vielleicht ein paar Grafiken), das gibt man heute einer Druckerei und hat nächste Woche 50, 100 oder mehr Exemplare. Wenn ich so lang gebraucht hätte hätt ich heut noch nicht meinen offiziellen Doktortitel, aber wir Naturwissenschaftler müssen da auch etwas engagierter sein, ohne Doktor nämlich kein Postdoc und kein Gehalt. Scheinbar hat ihm mehr an der Titelführung gelegen (die er ja schon 2 Jahre vorher “vorläufig” durfte), da war ihm das Drucken seines Plagaits .. äh… seiner Arbeit wohl nicht mehr so wichtig.

  20. #20 Lohengrin
    6. Dezember 2011

    @Christina

    Was ich ja auch schon lange komisch finde: Guttenberg hat 2006 seine Doktorarbeit eingereicht, hatte aber die Materialsammlung auf Disketten!!!

    Das habe ich auch mal irgendwo gehört. Es kann aber sein, dass irgend ein Dampfplauderer Diskette und CD verwechselt hat.

  21. #21 Christina
    7. Dezember 2011

    @Lohengrin: In dem irgendwo war aber auch von der Zahl 80 die Rede, das wäre dann aber einiges an Text wenn das CDs wären. CDs oder Disketten hin oder her, so ein Chaos sollte niemand mit Material für seine Doktorarbeit haben!
    Was mich auch noch wundert, Guttenbergs 1. Staatsexamen war ja wohl nicht gerade prächtig. Und trotzdem hat er bei einem bekannten Professor promoviert?!? Also an den Max-Planck-Instituten darf niemand promovieren der schlechter als 2.0 im Diplom hatte, bei den Juristen gibts da keine Grenzen? Oder ist das wieder mal so wie überall, wer gute Freunde hat braucht keine guten Noten??

  22. #22 Lohengrin
    7. Dezember 2011

    @Christina

    In dem irgendwo war aber auch von der Zahl 80 die Rede, das wäre dann aber einiges an Text wenn das CDs wären. CDs oder Disketten hin oder her, so ein Chaos sollte niemand mit Material für seine Doktorarbeit haben!

    Ich würde mal gerne Gutti vor ein Microsoft Word setzten, und kucken, was er tut. Aber möglicherweise hat er seine Doktorarbeit diktiert.

    Also an den Max-Planck-Instituten darf niemand promovieren der schlechter als 2.0 im Diplom hatte, bei den Juristen gibts da keine Grenzen? Oder ist das wieder mal so wie überall, wer gute Freunde hat braucht keine guten Noten??

    Überall sind auch Max-Planck-Institute.

  23. #23 Stefan W.
    7. Dezember 2011

    80 Disketten, 80 CDs, die Katze hat das Literaturverzeichnis gefressen – der Doktortitel soll doch irgendwas nachweisen.

    Offenbar scheint Gutti zu meinen, der Titel sei dazu da nachzuweisen, dass ihm ein Titel zusteht, Kraft seiner Frisur.

    Andere Leute meinen, dass die Fähigkeit wissenschaftlich zu arbeiten nachgewiesen werden soll, und wenn man das mit 80 Disketten hinbekommt – prima. Und wenn man es mit 80 Disketten nicht hinbekommt – nun, **wir** haben ihn nicht dazu gezwungen 80 Disketten zu verwenden. Sein Prof. sicher auch nicht. Der will aber wohl nicht gemerkt haben, dass die Arbeit aus fremden Federn stammte. Ich wundere mich – müsste so ein Prof. beim Betreuen der Arbeit nicht merken, was für Gedanken sein Sprössling so entwickelt und auf dem Kasten hat, und was für Gedanken er ohne Sicherungsseil, Stufen und Geländer er nicht bewältigt?

    Der Fachbereich war käuflich – so schaut es für mich aus.

  24. #24 Lohengrin
    7. Dezember 2011

    @Stefan W.

    Ich wundere mich – müsste so ein Prof. beim Betreuen der Arbeit nicht merken, was für Gedanken sein Sprössling so entwickelt und auf dem Kasten hat, und was für Gedanken er ohne Sicherungsseil, Stufen und Geländer er nicht bewältigt?

    Als der Sprößling mit “Europa als Gedanken, Gewissheit und Realität …” loslegte, hatte er gewonnen.
    Ich sollte mal von einem Kollegen die Doktorarbeit auf Grammatik-Fehler untersuchen. Das habe ich dann wegen längst nicht so wahnsinnigen Konstrukte abgebrochen. Der Ex-Kollege ist ohne meine Hilfe, vllt aber auch wegen meiner Weigerung, damit Doktor geworden.
    Fazit: Die Strategie funktioniert.

  25. #25 mausekatze
    7. Dezember 2011

    diewirdgegengelesen, wenn du online bist.aeh …und miau,

  26. #26 Stephan
    15. Dezember 2011

    „Koch-Mehrin will ihren Doktortitel einklagen“
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article13767606/Koch-Mehrin-will-ihren-Doktortitel-einklagen.html

    Tja, warum überrascht mich das nicht?
    Dann wünschen wir ihr mal viel Glück. Vor Gericht und auf hoher See, ist man in Gottes Hand. 😉