Venus, der erdähnliche Exoplanet

Mit der Entdeckung des eventuell erdähnlichen Planeten Kepler 22b haben die extrasolaren Planeten wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich habe gestern schon etwas über die Häufigkeit erdähnlicher Planeten geschrieben. Aber die Frage die sich hier immer stellt ist: Wie ähnlich sind solche Planeten der Erde tatsächlich? Kann es dort Leben geben? Das findet man nur heraus, wenn man sich die Atmosphäre so eines Planeten näher ansieht. Das ist zwar knifflig, aber nicht unmöglich. Nächstes Jahr bietet sich uns eine wunderbare Gelegenheit, die Methode zu üben. An einem Objekt aus unserer unmittelbarer Nachbarschaft: Venus.

Würden außerirdische Astronomen bei ihrer Suche nach Exoplaneten irgendwann unsere Sonne untersuchen, dann würden sie zuerst wahrscheinlich die großen Planeten Jupiter und Saturn finden. Vielleicht aber auch gar keinen Planeten, immerhin braucht Jupiter 11 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden. Wenn die Aliens die gleichen Suchtechniken anwenden wie wir, dann müssen sie die Sonne mindestens 22 Jahre beobachten, um Jupiter zu finden. Man braucht mindestens drei Umläufe, um sicher sein zu können, dass es sich wirklich um einen Planeten handelt. Bei so einer langen Zeit kann man schon mal die Lust verlieren. Wenn die Aliens aber Instrumente haben, die nur ein klein wenig besser sind als unsere, dann werden sie in der Lage sein, die Erde zu entdecken. Auch die Venus werden sie finden. Vielleicht auch Mars und Merkur. Von ihrem fernen Beobachtungsposten aus werden diese vier Planeten alle sehr ähnlich aussehen. Sie werden feststellen, dass sie alle in etwa eine ähnliche Dichte und damit eine ähnliche Zusammensetzung haben. Sie werden feststellen, dass alle vier eine feste Oberfläche haben. Sie werden merken, dass bis auf Merkur alle anderen Planeten in bzw. an der Grenze der Zone um ihren Stern liegen, die anzeigt, dass hier die Temperaturen Leben ermöglichen. Die Medien auf dem Planeten der Aliens werden begeistert verkünden: “Astronomen entdecken gleich drei zorgähnliche Exoplaneten! Außerzorgisches Leben ist dort möglich!” (Der Planet der Aliens heißt übrigens Zorg).

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Venus und Erde im Größenvergleich (Bild: NASA)

Bei der Erde hätten sie recht. Aber Mars und Venus sind alles andere als lebensfreundlich. Mars ist eine kalte Eiswüste mit einer fast nicht existenten Atmosphäre. Die Venus dagegen ist eine von dichten Wolken bedeckte Gluthölle in der Temperaturen von fast 500 Grad Celsius herrschen. Beide Planeten sind absolut lebensfeindlich. In der astronomischen Klassifikation nennt man sie trotzdem “erdähnliche” (bzw. terrestrische) Planeten. Damit bezeichnet man keine “Zwillinge” der Erde, sondern einfach Planeten mit vergleichbarer Größe, vergleichbarer Zusammensetzung und vergleichbarem Aufbau. Und da Mars und Venus, so wie die Erde, beides Gesteinsplaneten mit fester Oberfläche sind und beide nicht dramatisch viel größer oder kleiner als die Erde sind, nennt man sie “erdähnliche Planeten”. Wenn Astronomen also von der Entdeckung eines “erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone” sprechen, dann hat das nicht zwingend etwas mit der Entdeckung von außerirdischen Leben zu tun. Diese Beschreibung trifft auch auf Mars und Venus zu. Um herausfinden zu können, wie die Bedingungen auf den Planeten wirklich sind, brauchen wir mehr Informationen. Wir müssen die Atmosphäre untersuchen.

Das ist schwer. Exoplaneten sind enorm weit entfernt und wir können sie so gut wie nie direkt beobachten sondern schließen nur mit indirekten Methoden auf ihre Existenz. Trotzdem kann man mit etwas Mühe und ein wenig Glück Informationen über die Atmosphäre eines solchen Planeten bekommen. Weltraumteleskope wie CoRoT oder Kepler versuchen ja, einen sogenannten Transit zu beobachten. Bei einem Transit sehen wir auf der Erde einen Planeten vor seinem Stern vorüberziehen. Wenn wir die Helligkeit des Sterns messen, dann merken wir, dass sie in periodischen Abständen immer ein klein wenig schwächer wird. Immer dann, wenn der Planet gerade genau vor dem Stern steht und klein wenig Licht abblockt. So kann man die Planeten entdecken. Das ist aber noch nicht alles. Das Licht des Sterns wird zwar durch den Planeten selbst blockiert. Wenn der Planet aber von einer Atmosphäre umgeben ist, dann kann das Licht durch diese Atmosphäre scheinen und zu uns gelangen. Eine Analyse dieses Lichts kann uns dann sagen, woraus die Atmosphäre besteht. Je nach Zusammensetzung werden verschiedene Anteile des Lichts herausgefiltert.

Bei sehr großen Planeten ist diese Art der Analyse schon gelungen. Aber das waren gigantische Gasplaneten auf denen sowieso nicht mit erdähnlichen Bedingungen zu rechnen war. Bei kleineren Planeten ist die Beobachtung der Atmosphäre schwieriger, aber nicht unmöglich. Und nächstes Jahr können wir schon mal üben. Denn Transits gibt es auch bei uns im Sonnensystem. Jede Sonnenfinsternis ist ein Transit, bei dem von der Erde aus gesehen der Mond genau vor der Sonne vorüber zieht. Aber auch bei den Planeten Merkur und Venus können wir Transits beobachten. Merkurtransits gibt es immer wieder mal. 1999 konnte man einen beobachten, ebenfalls 2003 und 2006. Das nächste Mal ist es wieder 2016 so weit. Und so schön es ist, den kleinen Merkur vor der großen Sonnenscheibe vorüber ziehen zu sehen, können wir wenig über seine Atmosphäre lernen, den Merkur hat keine. Ganz anders die Venus. Sie hat eine enorm dichte Atmosphäre. Leider sind Venustransits selten. Nur ca. alle 130 Jahre stimmen die Bedingungen. Dann sieht man einen Transit, meistens sogar zwei im Abstand von einigen Jahren (ich werde irgendwann mal die Himmelsmechanik hinter diesen Perioden erklären). Wir haben Glück! Das letzte Transitpaar fand 1874/1882 statt. Und momentan befinden wir uns mitten in einem Transitpaar. Im Juni 2004 gab es den ersten und nächstes Jahr, im Juni 2012 wird es den nächsten (und letzten bis 2117) Transit geben.

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Venus vor der Sonne, im Juni 2004 (Bild: Klingon aus de.wikipedia.org, CC-BY-SA 3.0)

Bei dieser Gelegenheit können wir das Licht der Sonne benutzen, das durch die Atmosphäre der Venus fällt um die Zusammensetzung ihrer Atmosphäre zu bestimmen. Gut, wir haben dank einiger Raumsonden schon eine ganz gute Vorstellung, wie sie aussieht. Sie besteht fast vollständig aus Kohlendioxid (96,5%). Der Rest ist Stickstoff, mit winzigen Spuren von Schwefeldioxid, Argon, Wasserdampf und diversen anderen Gasen. Aber es geht darum, vernünftige Modelle zu entwickeln, mit denen man die Beobachtungen interpretieren kann. Denn bei Exoplaneten wissen wir vorher nicht, wie die Atmosphäre aussehen wird. David Ehrenreich vom Institut de Planétologie et d’Astrophysique de Grenoble und seine Kollegen haben sich daher Gedanken gemacht, wie man die Venusatmosphäre am besten modellieren kann. Die Ergebnisse haben sie kürzlich in der Arbeit “Transmission spectrum of Venus as a transiting exoplanet” veröffentlicht. Bei Untersuchungen dieser Art geht es darum, sich zu überlegen, wie stark das Licht in verschiedenen Wellenlängebereichen von den verschiedenen Stoffen in der Atmosphäre blockiert wird. Enthält die Atmosphäre viele Wolken bzw. Nebel, dann wird das Licht ganz anders gestreut als bei klarem Himmel. Im ersten Fall spricht man von Mie-Streuung (die an Objekten stattfindet, deren Durchmesser in etwa der Wellenlänge des Lichts entspricht), im zweiten Fall von Rayleigh-Streuung, die an viel kleineren Partikeln stattfindet (und übrigens dafür sorgt, dass der Himmel blau ist). So sieht das Modell von Ehrenreich und Co aus:

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Das Diagramm zeigt auf der x-Achse die Wellenlänge des Lichts und auf der y-Achse, wie weit es jeweils in die Venusatmosphäre eindringt. Die schwarze Kurve basiert auf der Annahme der Rayleigh-Streuung, rot und grün sind zwei Versionen der Mie-Streuung. Man sieht deutlich, welchen Unterschied das bei bestimmten Wellenlängen macht. Zwischen klarem Himmel und vielen Wolken kann man also gut unterscheiden. Zum Vergleich (und der Deutlichkeit halber abgesetzt) ist die Kurve, die man bei der Erdatmosphäre gewinnen würde. Hier sticht besonders das Signal des Ozons (O3) hervor, dass einzigartig in unserer Atmosphäre ist. Ozon wäre auch genau das Gas, das man bei der Suche nach extrasolaren Leben finden möchte. Es gilt als guter Biomarker, weil es auf viel freien Sauerstoff in der Atmosphäre hinweist.

Hoffen wir also, dass 2012 gute Bedingungen für die Beobachter herrschen und sie den Venustransit nutzen, um möglichst viel darüber herauszufinden, wie man die Atmosphäre von Exoplaneten untersucht. Und wer weiß, vielleicht haben ja Kepler und CoRoT bis dahin auch schon ein paar neue, gute Kandidaten für die Suche nach der zweiten Erde geliefert.


David Ehrenreich, Alfred Vidal-Madjar, Thomas Widemann, Guillaume Gronoff, Paolo Tanga, Mathieu Barthélemy, Jean Lilensten, Alain Lecavelier des Etangs, & Luc Arnold (2011). Transmission spectrum of Venus as a transiting exoplanet, Astronomy & Astrophysics, arXiv: 1112.0572v1

Kommentare

  1. #1 Ferngucker
    8. Dezember 2011

    Super! Danke für die aufschlussreichen Erklärungen. Da hab’ ich für dich nächste Stammtischdiskussion einiges in der Hand.

  2. #2 Gast
    8. Dezember 2011

    EXO-Planet ? Venus? Hmmm.

  3. #3 Florian Freistetter
    8. Dezember 2011

    @Gast: “EXO-Planet ? Venus? Hmmm. “

    Ja, EXO-Planet. Weil ich in diesem Artikel Venus so behandelt habe, wie man einen Exoplaneten untersuchen würde.

  4. #4 UMa
    8. Dezember 2011

    EXO-Planet steht für Extrasolarer Planet. Und da die Venus außerhalb der Sonne ist …

  5. #5 Samin
    8. Dezember 2011

    Ich frage mich gerade wie stark der (unsrige) Mond die Beobachtungen der Zorg beeinflussen würde. Der ist ja relativ groß für einen Planeten wie die Erde, würde er bei der Transitmethode merkliche Schwankungen verursachen können (z.B. beim ersten Transit ist er “vor/hinter” der Erde, beim nächsten “neben” der Erde – für den Beobachter) oder ist er dafür dann auch wieder nicht groß genug?

  6. #6 Philip
    8. Dezember 2011

    Ich habe aber auch schon gelesen bzw. gehört, weder Venus noch Mars befinden sich in der habitablen Zone. In einem Artikel war gar die Rede davon, die habitable Zone schrumpfe im Laufe des “Lebens” der Sonne sowohl von innen (was klar ist, da die Strahlung intensiver wird) als auch von außen (was ich nicht verstehe).

  7. #7 Alderamin
    8. Dezember 2011

    @Philip

    Kommt ja auch auf den Planeten selbst und seinen Treibhauseffekt an. Ich hab’ mal gelesen, wenn Venus und Mars vertauscht entstanden wären, dann wären beide potenziell lebensfreundlich: Mars wäre auf der Venusbahn warm genug für flüssiges Wasser, und Venus hätte auf der Marsbahn genug Treibhauseffekt für flüssiges Wasser, aber nicht so viel, dass das Wasser vollständig verdampft.

    Vermutlich gibt’s mehr als eine Definition der habitablen Zone, z.B. bezogen auf einen Planeten exakt wie die Erde oder einen Bereich, in dem ein geeigneter Planet noch flüssiges Wasser haben könnte.

  8. #8 knorke
    8. Dezember 2011

    Ich bin kein guter Wissenschaftler. Es frustriert und desillusioniert mich immer, wenn ich an die technischen Grenzen denke. Da findet man nun endlich planetet, kann einschätzen ob sie in der habitablen Zone liegen, kann sogar gewisse Aussagen über ihre Grösse treffen und evtl. grob was zur Atmosphäre rauskriegen. Und doch weiß man noch immer so wenig.
    Naja, zum Glück gibt es auch Wissenschaftler, die sowas als Herausforderung sehen. Erkennt man immer wieder, wenn man von neuen, erstaunliche Entdeckungen liest.

    Sagt mal, ist das denn mit Venus mehr als bloß ne Trockenübung? Von der kriegen wir doch bestimmt viel mehr Licht das durch die Atmosphäre durch ist, ab, als bei nem Planeten, der 50 oder 100 oder 300 Lichtjahre weg ist. Ist das dann eher so zum Grobe Probleme aus der Welt schaffen, oder was konkret kann man dabei lernen?

  9. #9 Alderamin
    8. Dezember 2011

    @Florian

    Hat denn beim 2004er-Transit eigentlich niemand eine solche Untersuchung bereits durchgeführt? Man hat (als heute lebender Mensch) ja nur diese zwei Chancen; sträflich, nicht beide zu nutzen (zumal die Transits von verschiedenen Teilen der Erde, sprich, Observatorien, zu sehen sind).

    Bereits 1990 hat man übrigens die Erde bei einem Vorbeiflug der Sonde Galileo auf dem Weg zum Jupiter auf Leben hin untersucht (daran war kein geringerer als Carl Sagan persönlich beteiligt), und dies 2003 am “aschgrauen Licht”, das der Mond von der Erde reflektiert (Earthshine) wiederholt, und man wurde fündig (im letzteren Fall mit Schwierigkeiten).

    Die Ironie dabei: die Untersuchungen lieferten zwar Beweise für mikrobielles bzw. pflanzliches Leben, aber nicht für unsere eigene Existenz (mal abgesehen von Funksignalen von der Erde, die Galileo aufschnappte). Vielleicht müsste man dazu nach FCKW oder fossilem CO2 (mit geringerem C-14-Anteil) suchen. Obwohl eine weise Zivilisation so was gar nicht in die Umwelt bringen würde…

  10. #10 Wolf
    8. Dezember 2011

    “[...]Sie werden merken, dass bis auf Merkur alle anderen Planeten in bzw. an der Grenze der Zone um ihren Stern liegen, die anzeigt, dass hier die Temperaturen Leben ermöglichen. Die Medien auf dem Planeten der Aliens werden begeistert verkünden: “Astronomen entdecken gleich drei zorgähnliche Exoplaneten! Außerzorgisches Leben ist dort möglich!” (Der Planet der Aliens heißt übrigens Zorg).[...]Bei der Erde hätten sie recht. Aber Mars und Venus sind alles andere als lebensfreundlich. Mars ist eine kalte Eiswüste mit einer fast nicht existenten Atmosphäre. Die Venus dagegen ist eine von dichten Wolken bedeckte Gluthölle in der Temperaturen von fast 500 Grad Celsius herrschen. Beide Planeten sind absolut lebensfeindlich. [...]”

    DAS würde aber vorraussetzen, dass die Zorgianer uns schon verdammt ähnlich sind, nicht unbedingt in Form und Farbe, aber schon was die Lebensbedingungen angeht. Wer weiß, vielleicht ist ein Schwefelsäureregen von 500°C für Zorgianer etwas lebensnotwendiges? Oder die -xxx°C auf dem Mars sind für Zorgianer so ähnlich wie für uns Nordeuropäer ein Besuch in den Tropen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Raucher
    http://www.uibk.ac.at/forschung/magazin/1/mikrobiologie.pdf

  11. #11 Florian Freistetter
    8. Dezember 2011

    @Wolf: “DAS würde aber vorraussetzen, dass die Zorgianer uns schon verdammt ähnlich sind, nicht unbedingt in Form und Farbe, aber schon was die Lebensbedingungen angeht. “
    Ja. Das setzt die Wissenschaft IMMER voraus, denn das ist die einzige Möglichkeit, das Thema “außerirdisches Leben” wissenschaftlich zu untersuchen. Leben, das nicht so ist, wie wir es kennen, können wir per Definition nicht wirklich untersuchen. Wir wissen ja nicht, wie es aussehen soll und wie wir es erkennen sollten.

  12. #12 Florian Freistetter
    8. Dezember 2011

    @Alderamin: Doch, das man 2004 schon mal gemessen: http://arxiv.org/abs/1107.3700
    Aber damals war noch nicht wirklich daran zu denken, das auch mal bei erdähnlichen Exoplaneten auszuprobieren…

  13. #13 Philip
    8. Dezember 2011

    Beide Planeten sind absolut lebensfeindlich.

    Die Venus definitiv mehr als der Mars, jedenfalls was die Oberfläche angeht (Es gibt Spekulationen über Leben in den schwefelsauren Wolken der Venusathmosphäre, wo die Temperaturen viel niedriger sind). Gegen dessen wenig lebensfreundlichen Bedingungen kann man sich immerhin abschirmen, und man kann vor Allem Entropie loswerden, was für Lebewesen äußerst wichtig ist. Die Venusoberfläche ist hingegen nicht nur lebens, sondern auch technikfeindlich; die Venera-Sonden haben nach kurzer Zeit den Geist aufgegeben, während ein Marsrover 5 Jahre lang unterwegs war. Außerdem kann eine geeignet konstruierte Maschine schon aus thermodynamischen Gründen auf dem Mars besser funktionieren (eben da sie besser Entropie loswerden kann, s.o.) als auf der Venus.

  14. #14 nik
    8. Dezember 2011
  15. #15 Alderamin
    8. Dezember 2011

    @Florian

    Danke für den Link.

    Aber damals war noch nicht wirklich daran zu denken, das auch mal bei erdähnlichen Exoplaneten auszuprobieren…

    Damals dachte man stattdessen daran, man bekäme in absehbarer Zeit den TPF, mit dem man Spektrallinien am direkt sichtbaren Exoplaneten hätte messen können. War wohl nichts, leider.

  16. #16 Christian2
    8. Dezember 2011

    Die Venus ist ein guter Kandidat um zu wissen, wonach man nicht suchen soll. Denn vermutlich sehen 30% der bislang gefundenen Exoplaneten in der habitablen Zone der Venus ähnlicher als der Erde.
    In gewisser Weise können wir uns also glücklich schätzen, eine solche Gluthölle vor der Haustür zu haben.

    @ Philip: Das sehe ich ähnlich. Wobei ich die Wissenschaftler doch übertrieben optimistisch finde die behaupten, man könnte aus dem Mars eine zweite Erde zaubern. Erstmal sollte man dort überhaupt nach Leben, vorwiegend unter der Erde suchen.

    Der Mars ist für uns immerhin so lebensfeindlich, das die Wahrscheinlichkeit das die erste mit Menschen bemannte Marsmission ein Fahrschein ohne Wiederkehr wird doch recht groß ist. Die Astronauten die bei diesem Himmelfahrtskommando mitfliegen, müssen damit erstmal klarkommen.

  17. #17 rich
    9. Dezember 2011

    echt toll! ; ) super blog. Jeden tag was neues lernen.

    Wie man auf eine Atmosphäre schließen kann weiß ich ja jetzt.
    Doch wie kommt man dann von dort auf mögliches Leben?
    Und, wenn es dort Wasser gibt, folgt daraus automatisch das es Leben gibt?

    mfg

  18. #18 Tom
    9. Dezember 2011

    Hallo,

    könnte man nicht ein Weltraumteleskop konstruieren das gezielt nacht O3 Absorbtion sucht und erst anschließend versuchen Planeten nachzuweisen?

  19. #19 Florian Freistetter
    9. Dezember 2011

    @rich: “Doch wie kommt man dann von dort auf mögliches Leben? Und, wenn es dort Wasser gibt, folgt daraus automatisch das es Leben gibt? “

    Nein, nicht automatisch. Siehe Mars – da gibts auch Wasser, aber obs Leben gibt, ist unklar. Das ist leider sehr, sehr knifflig konrekt rauszufinden…

  20. #20 Florian Freistetter
    9. Dezember 2011

    @Tom: “Hallo, könnte man nicht ein Weltraumteleskop konstruieren das gezielt nacht O3 Absorbtion sucht und erst anschließend versuchen Planeten nachzuweisen? “

    Ne, das klappt leider nicht. Man muss ja ganz exakt wissen, wo man das Teleskop hinschauen lässt, wenn man solche Messungen machen will. Da kann man nicht einfach irgendwie in die Gegend schauen. Man muss zuerst wissen, wo ein Planet ist (und wann er einen Transit macht)

  21. #21 Bullet
    9. Dezember 2011

    @Christian2:

    Der Mars ist für uns immerhin so lebensfeindlich, das die Wahrscheinlichkeit das die erste mit Menschen bemannte Marsmission ein Fahrschein ohne Wiederkehr wird doch recht groß ist. Die Astronauten die bei diesem Himmelfahrtskommando mitfliegen, müssen damit erstmal klarkommen.

    Hab ich nicht verstanden. Der Mond ist viel lebensfeindlicher. Und das war zwar ein risikoreiches, aber kein “Himmelfahrts”-Kommando.

  22. #22 skinunder
    9. Dezember 2011

    Nicht ganz am Thema :

    Ich freue mich riesig, daß inzwischen schon ziemlich viele Planeten in anderen Sonnensystemen gefunden wurden. Mein ganzes bewußtes Leben lang hatte ich so etwas immer wie selbstverständlich angenommen.
    Die Sache mit der Atmosphäre als eines der Lebensfeindlichkeitskriterien finde ich wirklich interessant, und muß wohl auch an erster Stelle stehen. Allerdings wundert mich, daß bei Exoplaneten so wenig auf die zu erwartende Schwerkraft eingegangen wird. Selbst ein Planet mit nur 2fachem Erddurchmesser könnte für heutige Menschen kaum bewohnbar sein.
    Natürlich ist das Akteuren und Interessierten klar, aber nach meiner Wahrnehmung scheint keiner darüber zu reden. Gibt es dafür einen Grund, zB weil man dazu noch nix sagen kann, oder habe ich einiges nicht mitbekommen?

  23. #23 Christian 2
    9. Dezember 2011

    @ Bullet: Überleg mal- Du bist Jahre mit einer kleinen Gruppe in einer Schüssel unterwegs, wo so vieles schieflaufen kann. Du bist hohen Strahlendosen ausgesetzt, die gesundheitsschädlich sind usw.
    Hinzu kommt das Schwerkraftproblem und der Abbau der Muskelmasse, dem man evtl. durch eine künstliche Zentrifuge an Bord entgegenwirken könnte.
    Du bist so weit weg, und wenn es irgendwelche Probleme gibt kommt kein Houston angeflogen und löst dieses für dich.

    Der Mond ist sicher auch riskant. Aber es gäbe immerhin die Möglichkeit, einen Rettungsversuch von der Erde aus über andere Raumschiffe zu wagen. Was da alles schief gehen kann, haben wir gesehen.

    Der Mars ist aber eine ganz andere Hausnummer. Da oben gibt es keine ISS, die falls Not am Mann ist noch als Andockmöglichkeit vorhanden wäre.
    Dort ist man allein auf weiter Flur. Ein durchaus riskantes Unterfangen, IMHO riskanter als der Flug zum Mond.

  24. #24 Christian 2
    9. Dezember 2011

    @ skinunder: Man sucht erstmal nach Planeten, die Leben wie wir es auf der Erde kennen beherbergen könnten. Dazu zählen auch große Kandidaten, wobei wie du richtig erkannt hast die Schwerkraft dann entsprechend größer wäre.

    Trotzdem kann es auf diesen Planeten Leben geben, welches an Land z.B. kleiner und kompakter gebaut ist als wir.
    Zudem gibt es ja bekanntlich marines Leben, welches keine großen Probleme mit der Schwerkraft des Planeten hat. Es lohnt sich also schon, danach zu suchen.

    Wir wollen die Planeten ja erforschen, und nicht besiedeln. Umso breitgefächerter wir suchen, umso wahrscheinlicher wird ein Treffer. Das wir dort niemals als Mensch landen können ist auch kein allzu großes Problem.
    Man würde irgendwann intelligente Roboter losschicken, die schwere Planeten und dessen Lebensformen für uns untersuchen.
    Aber von diesem Szenario sind wir noch Jahrhunderte weit entfernt. Bislang haben wir noch keinen Außerirdischen entdeckt.

  25. #25 skinunder
    10. Dezember 2011

    @ Christian2 : Vllt sehe ich zu sehr aus meiner Sicht, mag stimmen, aber diese Suche implizierte für mich immer die zweite Erde. Und so wird sehr oft auchberichtet.
    Angesichts der selbstverursachten Probleme hier finde ich das sehr naheliegend.
    Früher im alten Europa gab es für viele nur den Aufbruch in die Neue Welt, wohin gehen unsere Kinder in 50 Jahren?
    Im Moment verbraten wir gerade die letzten Vorräte vom zB Uran, das wir vllt bräuchten, um dorthin zu gelangen.

    In jedem Fall bin ich für Suche und Erforschung, um Missverständnissen vorzubeugen.
    Meine Neugierde ist da unendlich. Wenn jedoch Lebensfeindlichkeit erwähnt wird, ist die Schwerkraft ein ungemein wichtiges Thema. Sie ist uns so selbstverständlich, wir sind mit den derzeitigen Umständen so vertraut, daß wir es in Diskussionen bzw Berichten zu übersehen scheinen.

    Die Vorstellung, daß angesichts dieses gigantischen Universums nirgends weiteres Leben sein sollte, finde ich absurd, regelrecht unannehmbar. Wir werden schon noch darauf stoßen.

    Die intelligenten Roboter sind der richtige Weg, deren Schaden oder Verlust wäre verschmerzbarer. Aber irgendwann werden wir hinterhergehen, und sollten Orte dafür haben.

    Bis dahin gibt es noch viele Hausaufgaben. Antriebe, Energiegewinnung ( beides Kernfusion, wie ich finde – gebt den Forschern endlich das Geld dafür), Terraforming ( dürfen wir das überhaupt ? ), vernünftige Reiseformen ( menschliche Psyche und die erwähnten kleinen Schüsseln, auch über Jahre als geschlossenes System funktionierend ),autarkes Wirtschaften ( statt Raubbau ), Schwerkraftkontrolle ( da bedarf es schon mehr als eines zweiten Einsteins ), uvm.

  26. #26 Christian 2
    10. Dezember 2011

    Neuland zu besiedeln sind alles Zukunftsträume. Eine zweite Erde bewohnbar zu machen etc. benötigt tausende Jahre, die fremden Welten überhaupt zu erreichen einen enormen technologischen und materiellen Aufwand.

    Zur Zeit sieht es leider nicht so aus, das die Menschheit da jemals hinkommen wird. Machen wir 100 Jahre weiter wie bisher, werden wir vermutlich wieder von der Bildfläche verschwinden.

    Aktuell in den Medien sieht man, wie wenig ernst man den Klimawandel nimmt. Obwohl wir die Fähigkeit hätten in ferner Zukunft den Weltraum bzw. Teile unserer Galaxie zu besiedeln, denken wir doch mehr an unsere eigenen, privaten Probleme, und blenden alles andere aus.

    Weder die Überbevölkerung noch die Umweltverschmutzung haben wir im Griff.
    Wir führen ein gutes Leben auf Kosten der Natur und aller nachfolgenden Generationen.

    Diese engstirnige Sicht der Dinge ist es, die möglicherweise dazu führt, dass wir all die tollen Möglichkeiten den Weltraum zu erforschen und ein besseres Leben allen Menschen und Tieren/Pflanzen zu ermöglichen zukünftigen Generationen verbauen.