Der Blick nach unten: Feuer und Eis

Ich hab schon lange keine Satellitenbilder mehr gezeigt. Dabei gibt es so viel zu sehen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel man plötzlich sieht, wenn man einen Schritt zurück tritt und sich die Welt vom All aus ansieht (obwohl es bis dorthin ja deutlich weiter ist als nur ein Schritt).

In Australien hat gerade die Waldbrandsaison begonnen. Deswegen haben die Behörden dort sicherheitshalber den Wald gleich selbst angezündet. Das klingt dümmer, als es ist. Jetzt ist die Vegetation noch relativ feucht und organisierte Brände sind leicht zu kontrollieren. Später, wenn es dann so richtig trocken ist, können daraus dann keine wilden Waldbrände mehr entstehen. Den Rauch solcher Feuer hat nun der NASA-Satellit Aqua aufgenommen:

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Kein Feuer, sondern Eis zeigt das nächste Bild. Es wurde auch von oben aufgenommen – allerdings nicht aus dem All. Es wurde im Rahmen der IceBridge-Mission aufgenommen (über die ich hier schon mal berichtet habe). Da probiert man, mit Aufnahmen aus Flugzeugen die Stellen genauer zu betrachten, die Satelliten wie zum Beispiel CryoSat oder ICESat nicht sehen können. Dieses wunderbare Bild zeigt einen Gletscher in Grönland:

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Grandios! Ich finde es besonders cool, dass man auf diesem Bild Wasser in so vielen verschiedenen Formen sehen kann. Der Gletscher aus Eis mündet in den Fjord wo jede Menge Eisberge abbrechen und im flüssigen Wasser schwimmen. Darüber zieht ein Nebel aus Wassertröpfchen durch die Luft. Schön!

Kommentare

  1. #1 Uli
    8. Mai 2012

    In den US-Nationalparks haben sie früher jeden Waldbrand rigoros gelöscht.

    Dann ist ihnen nach Jahrzehnten aufgefallen, daß a) die Waldbrände immer schlimmer wurden, weil so viel Unterholz rumstand und b) die Mammutbäume keinen Nchwuchs mehr hatten, weil zuviel Unterholz rumstand und c) die Samen der großen Bäume erst keimen, wenn man sie eine Weile röstet.

    Perfekt angepasst, denn nach dem Waldbrand ist ds Unterholz weg und liegt als fruchtbare Asche auf dem Boden. Der Keimling investiert dann erstmal alles in Wurzeln und eine feuerfeste Rinde. So übersteht er den nächsten Waldbrand um dann so richtig loszulegen.

    Die Wälder sind ja auch ohne Menschen Jahrtausende klargekommen…

  2. #2 Drumer
    9. Mai 2012

    @Uli:

    Das Problem der heutigen Waldbrände ist, dass sie oftmals aber nicht natürliche Ursachen haben, sondern von irgendwelchen Idioten absichtlich (oder zumindest fahrlässig) initiiert werden.

    Das zweite Problem ist, dass der Mensch sich mittlerweile soweit ausgebreitet hat, dass in der Regel durch einen Waldbrand tausende Menschen bedroht sind und da muss dann auch reagiert werden. In einem Nationalpark mit einer Fläche wie in den USA oft üblich ist das kontrolierte brennenlassen oft möglich. Bei den Waldbränden in Kalifornien, Spanien, Griechenland und Australien sind dort oftmals Siedlungsflächen und somit Menschen in Gefahr. ;)

  3. #3 Roland
    9. Mai 2012

    Die Gefährdung der Häuser mitten im Wald ist aber auch durch Dummheit verstärkt. Bäume und Gebüsch bis direkt ans Haus wachsen lassen, dann noch Holzhäuser mit Holzschindeldächern… Vor ein, zwei Jahren habe ich mal einen interessanten Artikel gelesen (Quellenangabe habe ich leider nicht mehr, genausowenig wie ich den Wahrheitsgehalt prüfen kann), daß man in weiten Bereichen diese Gefährdung mit lächerlich geringen Maßnahmen vermeiden könnte, daß aber – in den USA – auch eine “Firefighter-Lobby” bessere Vorsorge verhindert.

  4. #4 Uli
    9. Mai 2012

    In Kalifornien liegen jede Menge wunderschöner Nationalparks (Yosemite, Sequoia, Lassen etc), die ihr euch bei Gelegenheit echt mal ansehen solltet. Da gibt es ausser den Touristenzentren auch keine Bebauung.
    Die verheerenden Buschbrände der letzten Jahre waren da in den Aussenbezirken von L.A., wo halt viele Menschen wohnen *und* es gleichzeitig jede Menge (vertrockneter) Vegetation gibt.

    Aber wenn ihr mal was WIRKLICH Sensationelles aus der Natur sehen wollt, dann fahrt nach Oregon zm “Crater Lake”. Es gibt keine Fotos, die dieses Blau auch nur annähernd wirklichkeitsnah wiedergeben können. Das muss man in Natura sehen, mit eigenen Augen!