Saturn bei Nacht

Am Himmel gibt es so viel zu sehen. Wenn man Glück hat und der Himmel nicht vom Licht der Städte überstrahlt wird, ist schon der Blick mit freiem Auge fantastisch. In einer wirklich dunklen Nacht sieht man nicht einfach nur Sterne. Man sieht viele Sterne. Man sieht helle und dunkle Sterne. Man sieht sie funkeln und man sieht ihre Farben. Gelbe, rote, weiße und blaue glitzernde Lichtpunkte am Himmel. Man sieht Sternschnuppen. Man sieht das beeindruckende Band der Milchstraße. Aber leider gibt es kaum noch Orte auf der Welt, wo man diesen Anblick genießen kann. Das, was früher jeder Mensch in der Nacht sehen konnte, sieht heute kaum noch jemand. Aber glücklicherweise gibt es noch die Weltraumteleskope und Raumsonden, die uns das Universum nicht nur immer besser verstehen lassen, sondern auch immer wieder phänomenale Bilder liefern. Zum Beispiel dieses hier:

Das ist natürlich der Saturn, aber so, wie man ihn selten sieht. Die Raumsonde Cassini befindet sich schon seit 2005 im Saturnsystem und macht dort ein spektakuläres Bild nach dem anderen. Bei diesem Bild stand sie genau im Schatten des großen Planeten; die Sonne befindet sich direkt hinter dem Saturn. Der Gasriese und seine großen Ringe werden von hinten angeleuchtet.

Natürlich sind das nicht die echten Farben des Saturns. Cassini hat Bilder mit verschiedenen Filtern aufgenommen: infrarot, rot und violett. Die wurden dann zu einem einzigen Bild kombiniert. Man sieht den Schatten, den der Planet auf seine Ringe wirft. Man sieht das gespentische Licht, dass von den Ringen auf die Wolken des Planeten reflektiert wird. Und wer genau schaut, der erkennt sogar zwei Monde des Saturn: Enceladus, unten links im Bild und näher an Saturn als Tethys, der daneben sichtbar ist.

Um so ein Bild zu bekommen, muss man sich in der Nähe des Planeten aufhalten. Aber auch in kleinen Teleskopen ist der Saturn ein toller Anblick. Er sieht vielleicht nicht so dramatisch aus wie auf dem Bild von Cassini. Aber wer durch ein Teleskop blickt, der sieht den Planeten und seine Ringe mit eigenen Augen. Und das ist ein ganz besonderes Gefühl. Probiert es mal aus…

Kommentare

  1. #1 ZeT
    22. Dezember 2012

    Juhu, endlich wieder Astronomie und kein Weltuntergangsgeschwurbel. :)

    Sieht in der Tat beeindruckend aus.

    Btw. was für eine Teleskop würdest du denn so empfehlen. Kenn mich da mal so garnicht aus. Planetenbeobachtung ist was schönes – aber Deep Sky ebenso. Gibt es da Kombigeräte oder ist davon eher abzuraten und man sollte sich für jedes Einsatzgebiet was passendes besorgen?

    Sry für die Fragen. ;)

    Greetz

    PS: http://workshop.chromeexperiments.com/stars/

    nicht das er im anderen Thread untergeht. :)

  2. #2 Florian Freistetter
    22. Dezember 2012

    @ZeT: So was würde ich immer direkt im Fachgeschäft mit dem Verkäufer besprechen. Das kommt extrem darauf, WAS genau du sehen willst (Sterne, Planeten, Galaxien), WO du beobachtest (fixer Ort, mobil, etc), wie viel Geld du investieren willst, usw. Beim Teleskopkauf sollte man sich immer persönlich vor Ort beraten lassen.

  3. #3 ZeT
    22. Dezember 2012

    @Florian

    thx für die Info. Dann werd ich von Onlineshops und ihren “Empfehlungen” mal Abstand halten und mir hier in Augsburg einen seriösen Laden suchen. :)

    Greetz

  4. #4 Florian Freistetter
    22. Dezember 2012

    @ZeT: Naja, es gibt auch gute Online-Shops. Aber ein Teleskop kostet ja doch einiges. Da sollte man vorher zumindest mal persönlich mit nem Experten geredet haben.

  5. #5 Dampier
    22. Dezember 2012

    Ein traumhaft schönes Bild.

    Rechts neben dem inneren Mond (Enceladus?) ist noch ein winziger Lichtpunkt, nur einige Pixel groß, aber eindeutig rund. Ein Mond, ein Fixstern, ein Planet ..? Lässt sich das bestimmen?

    grz
    Dampier

  6. #6 tina
    22. Dezember 2012

    Das Bild ist wirklich unglaublich schön und wegen der Perspektive eine Rarität.

    @Dampier
    Auf der Nasa-Seite mit der Bild-Veröffentlichung steht nichts über den Punkt, siehe hier:
    http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA14934
    Lediglich dies:
    “Image scale at Saturn is about 30 miles per pixel (50 kilometers per pixel).”
    Keine Ahnung, ob man das irgendwie herausfinden kann.

  7. #7 Cercopithecus-Diana
    Jena
    22. Dezember 2012

    Wow – Saturn in smaragtgrün – schönes Bild!

    Hab dann mal ne noch Frage:
    da war doch irgendwas, dass von Cassini aus, die Venus vor der Sonne vorbei zieht. Und man wird von Cassini aus sehen, wie die Atmosphäre eines kleinen Gesteinsplaneten ausschaut, aus sehr weiter Entfernung. Und man kann das dann langfristig – wenn die Teleskope soweit sind – auf Planeten um andere Sterne übertragen.

    Nun meine Frage:
    Wird man Cassini so steuern, dass man die Erde sieht, wie sie an der Sonne vorbeizieht und wie dann die Atmossphäre eines kleinen, aber definitiv bewohnten Planeten ausschaut aus weiter Entfernung?

    Und woran könnte man erkennen, aus so ner weiten Entfernung, ob da intelligentes Leben bzw. ob da überhaupt Leben ist?

    Geht das überhaupt – man wird ja als Info, dann nur die Zusammensetzung der Atmossphäre, Infos aus der Lichtreflexion etc. haben, aber nicht sehn können ob und was darauf rumkrabbelt?

  8. #8 Flosch
    22. Dezember 2012

    @ZeT

    FF hat natürlich recht, es kommt immer darauf an, was/wo Du beobachten möchtest und wieviel Geld Du bereit bist zu investieren. Nach oben gibt’s keine Grenze. Ferner solltest Du Dir auch überlegen, wie intensiv Du dieses Hobby betreiben willst. Es ist schade um die Kohle, wenn das dicke Teleskop bald nur noch im Keller steht.

    Die Online-Shops sind ja im Prinzip nichts Schlechtes – nur hat man da ja eben keine persönliche Beratung und wird meist vom Angebot erschlagen. Vielleicht gibt’s einen Astronomie-Verein in Deiner Nähe, da könntest Du mal hin und Dir Geräte zeigen und was dazu erzählen lassen, die Leute dort machen das garantiert gerne.

    Für den Einstieg würde ich persönlich übrigens bei einem Newton 150/750 anfangen. Bei Newtons bekommt man relativ viel Öffnung (also Lichtsammelvermögen) für sein Geld. Und bei 150mm kann man auch schon prima bekannte Objekte wie den Orionnebel, Andromeda oder M13 beobachten (Saturn und Kollegen sowieso).

    Was allerdings mindestens genauso wichtig ist wie das richtige Teleskop, ist die passende Montierung, d. h. die Basis, auf der die Optik sitzt. Ist die Montierung zu schwach, wackelt alles ständig hin und her und man erkennt nichts mehr. Man sollte deshalb darauf achten, dass man zum Teleskop auch eine anständige Montierung bekommt.

    Hier z. B. gibt’s nette Einsteigertipps, u.a. auch zur Anschaffung. Oder hier, noch etwas umfangreicher. Es haben im Übrigen recht viele Hobbyastronomen solche Seiten, ein wenig herumgooglen lohnt sich.

  9. #9 Florian Freistetter
    22. Dezember 2012

    @Diana: “Wird man Cassini so steuern, dass man die Erde sieht, wie sie an der Sonne vorbeizieht und wie dann die Atmossphäre eines kleinen, aber definitiv bewohnten Planeten ausschaut aus weiter Entfernung?”

    Wenn sich die Möglichkeit so eines Ereignisses ergibt, sicher.

    “Und woran könnte man erkennen, aus so ner weiten Entfernung, ob da intelligentes Leben bzw. ob da überhaupt Leben ist?”

    Intelligentes Leben erkennt man so nicht. Aber man kann erkennen, welche Gase in der Atmosphäre sind. Und manche Gase wie z.B. Methan werden hauptsächlich durch Lebewesen erzeugt.

  10. #10 Johannes
    22. Dezember 2012

    Als ich letztes Mal durch mein Teleskop den Saturn beobachtet habe, erschienen mir die Monde irgendwie viel heller und auffallender als auf solchen Bildern. Handelt es sich dabei um eine optische Täuschung oder einfach um “das gewisse Etwas” bei einer Teleskopbeobachtung?

  11. #11 PDP10
    22. Dezember 2012

    @Johannes:

    Das Bild ist gegen die Sonne aufgenommen. Du siehst also auf dem Bild höchstens schwach von der Seite angeleuchtete Monde die vielleicht auch noch ein bischen von dem Licht, dass der Saturn reflektiert angeleuchtet werden.

    Was du in deinem Teleskop siehst sind die Monde frontal von der Sonne angeleuchtet.

  12. #12 Ex-Weimarerin
    23. Dezember 2012

    “Juhu, endlich wieder Astronomie und kein Weltuntergangsgeschwurbel. :)

    *unterschreib* :)

    @Florian: Wenn manche Gase hauptsächlich durch Lebewesen erzeugt, und damit u.U. Hinweise auf (ehemaliges) Leben – nach unserer Bauart ;) – geben könnten, wie schauts dann mit Titan und seinem Methankreislauf aus? Weiß man da schon Näheres über Ursprung und Zusammenhänge?

    Das Bild bangt mich übrigens gernauso weg wie neulich der Titan-Nil. :)