Vor ein paar Tagen habe ich euch ein eindrucksvolles Bild des Vesuv gezeigt. Der Vulkan in Italien steht in unmittelbarer Nähe der Millionenstadt Neapel und es handelt sich dabei um einen aktiven Vulkan, der im Prinzip jederzeit wieder ausbrechen kann. Wir haben darüber diskutiert, dass es nicht besonders klug ist, sich direkt im Schatten eines aktiven Vulkans anzusiedeln. Denn wenn dort etwas passiert, dann sind die Folgen katastrophal. Aber vielleicht kann es so eine Katastrophe auch in Deutschland geben? Was würde geschehen, wenn mitten in Deutschland ein Vulkan ausbrechen würde? Dieses Szenario beschreibt der Geologe Ulrich Schreiber in seinem Roman “Die Flucht der Ameisen”.

Bei Naturkatastrophen in Deutschland denken wir vermutlich an Sturmfluten im Norden. Oder an Überschwemmungen entlang der Flüsse. Aber vermutlich nicht an Erdbeben und Vulkanausbrüche. In Deutschland ist tektonisch nicht viel los. Sollte man meinen…

Ulrich Schreiber ist Professor für Geologie an der Universität Essen und sein Roman spielt im Rheintal. Hauptfigur ist Geologie-Professor Gerhard Böhm aus Köln, der die Gegend um Koblenz durchstreift um dort eine geologische Störung zu untersuchen. Dabei findet er nicht nur jede Menge Ameisenhaufen, die sich seltsamerweise direkt entlang der Störungslinie befinden. Sondern entdeckt auch, dass die Störung direkt durch den Laacher See verläuft. Dieser See ist kein normaler See, sondern Resultat eines gewaltigen Vulkanausbruchs, der vor circa 12000 Jahren stattgefunden hat. Der Krater des Vulkans wurde bei der Eruption weggesprengt; die ganze Gegend fiel in sich zusammen und das große Loch, das dabei entstand füllte sich später mit Wasser und bildete den See. In der Vulkaneifel findet man noch einige andere ehemalige Vulkane und immer wieder Hinweise auf vulkanische Tätigkeit.
Böhm will die Sache genauer erforschen, vor allem die Geschichte mit den Ameisen. Seine These lautet, dass sich die Insekten dort ansiedeln, wo vulkanische Gase durch winzige Schlote an die Oberfläche gelangen, weil es hier auch im Winter schön warm ist. Seine Untersuchungen zeigen, dass die Haufen sogar sehr warm sind, besonders bei der Störung in der Nähe des ehemaligen Vulkans. Sein Forschungsantrag zum Thema wird aber nicht bewilligt…

Die Hohe Buche: ein ehemaliger Vulkan (Bild: Waldmaus, CC-BY-SA 3.0

Dann aber, kurz nach Mitternacht in der Silvesternacht, bricht direkt neben dem Rhein, bei der Gemeinde Brohl, tatsächlich die “Hohe Buche” aus, einer der schlummernden Vulkane. Der Schock ist groß, die Folgen sind aber erstmal nicht ganz so schlimm. Es sterben nur wenige Menschen die vom pyroklastischen Strom aus Asche und Feuer erwischt werden. Die Frage die sich jetzt alle stellen, lautet nun: War das schon alles, oder kommt da noch mehr?

Böhm ist der Meinung, dass es noch viel schlimmer werden könnte. Wenn es sich nicht um einen einmaligen Ausbruch handelt, sondern um einen Vulkan so wie auf Hawaii, aus dem auch mal für längere Zeit Lava fließt, dann gelangt die Lava irgendwann in den Rhein. Dort bildet sie einen Damm, staut das Wasser auf und setzt die ganze Gegend unter Wasser. Und da das Wasser im Rheintal erst abfließen kann, wenn es auf 200 Meter gestiegen ist, würde das bedeuten, dass alle Städte bis nach Straßburg unter Wasser stehen würden. Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe – alle würden im Laufe einiger Monate überflutet werden.

Und da man kaum ein Buch schreiben würde, in dem nichts passiert, kann man sich natürlich denken, wie sich die Dinge entwickeln…

“Die Flucht der Ameisen” ist ein ziemlich cooles Buch. Die Handlung ist von Anfang an packend (ich hab das Buch in einem Rutsch durchgelesen) und man lernt dabei jede Menge über Geologie und Vulkanismus (vielleicht sind manche Erläuterungen im Buch sogar ein klein wenig zu ausführlich für einen Roman). Das besondere an der Geschichte ist aber natürlich ihre potentielle Realität. Kann so etwas wirklich passieren? Die Vulkane in der Eifel existieren; man weiß auch, dass die Gegend aus tektonischer Sicht nicht völlig tot ist. Beim “Eifel-Plume Projekt” hat man die Magmablasen unter der Eifel genau vermessen und theoretisch ist es durchaus möglich, dass einer der Vulkane dort wieder ausbricht. Ob es dann aber so dramatisch wird wie im Buch beschrieben, bleibt zweifelhaft, wie auch der Autor selbst im Nachwort erklärt. Wenn ein Vulkan ausbricht und wenn er genau dort ausbricht, wo Lava den Rhein stauen könnte… dann muss es immer noch genau die richtige Art von Lava sein, damit sich so ein Damm bilden kann. Und ob die Vulkane in der Eifel diese Art der Lava produzieren können, ist nicht gesichert.

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Kommentare (29)

  1. #1 Christian
    Kobern-Gondorf
    7. Januar 2013

    Kleiner Tipp für diejenigen unter Euch, die auch mal einen Blick unter die Erde werfen möchten: In Mending gibt es einen Lavakeller, den man besichtigen kann. http://de.wikipedia.org/wiki/Lavakeller_%28Mendig%29

    Ganz nebenher gibt’s dort auch ein sehr passables Bier zu trinken 😉

  2. #2 Rudolf Nussbaumer
    1220 Wien
    7. Januar 2013

    Danke für den Lesetip, nehm ich in meine Buch-Wunschliste auf.

  3. #3 David_Bressan
    7. Januar 2013

    Der Titel vom Buch beruht im Übrigen auf eine etwas kontroverse Arbeitshypothese beim Autor: SCHREIBER & BRENNHOLT (2009): Gas permeable deep reaching fracture zones encourage site selection of ants. Ecological Indicators

    Eine etwas ältere Rezension von “DIe Flucht der Ameise”, als im Jänner 2012 der Laacher See populär wurde:

    “Die Eifel mit ihren vielen Kratern und Maaren hat schon immer die Fantasie von Geologen beschäftigt – handelt es sich doch um eines der größten “Vulkangebiete” Mitteleuropas und die alten vulkanischen Ablagerungen beweisen das große Eruptionen tatsächlich stattfanden.
    Kein Wunder das auch der Geologe Ulrich C. Schreiber in seinem Thriller “Die Flucht der Ameisen – Eine Geokalyptische Vision” (2006) das Szenario eines gewaltigen Ausbruch hier ansiedelt. Ein Vulkan der in Island ausbricht ist zwar auch faszinierend, aber eine Bedrohung mitten in Siedlungs- und Industrieraum Europas steigert nun mal die Spannung.

    – Der fiktive drohende Vulkanausbruch kündigt sich durch Erdbeben, Gasaustritte und verrückt gewordene Ameisen, sowie thermischen Anomalien an, Phänomene die teilweise tatsächlich zur Prognose von steigender Vulkantätigkeit genutzt werden.
    – Der fiktive Ausbruch ist begleiten von Pyroklastischen Strömen und schleudert zuerst große Mengen Asche in die Atmosphäre.
    Auch bei dem prähistorischen realen Ausbruch kam es zunächst zu einer heftigen explosiven Ausbruchstätigkeit. Durch den Kontakt des aufsteigenden Magmas mit Grundwasser bzw. Oberflächenwasser kommt es zu heftigen Dampfexplosionen (sogenannte phreatomagmatische Eruptionen), die den Krater freisprengten und Feinmaterial hoch in die Atmosphäre schleuderten.

    – Es kommt danach auch zur Bildung von Spalten aus denen große Mengen von dünnflüssiger Lava ausströmen, die im Roman den Rhein blockieren und ein Seebecken bilden – ein See der droht auszubrechen und Millionen Menschen gefährdet. Tatsächlich bildete sich während des explosiven Laacher See Ausbruches ein Damm, allerdings aus Ignimbriten und Pyroklastischen Strömen, der die Mosel und der Rhein zum Neuwied-Rhein-See aufstaute. Seesedimente werden hier von chaotischen Sedimenten abgelöst die auch einen Seeausbruch vermuten lassen, allerdings ist nicht klar wie katastrophal dieser Ausbruch tatsächlich war.

    Schreiber nutzt zwar als Geologe wissenschaftliche Erkenntnisse, aber als Buchautor nimmt er sich natürlich auch Freiheiten. Der Verlauf des Ausbruches ist zwar insgesamt plausibel, aber zeitlich ziemlich übertrieben. Der Vulkan “erwacht” plötzlich innerhalb weniger Monate um innerhalb von Tagen gewaltige Explosionen zu verursachen. Noch Monate danach kommt es zu gewaltigen Lavaflüsse die ganze Täler überfluten.
    Aber selbst Schreiber stellt klar – im Gegensatz zu sensationsgeilen Reportern – das es zurzeit keine Hinweiße oder außergewöhnliche vulkanische Aktivität in der Eifel gibt. Ein geologisches Risiko für eine kurzfristige Eruption besteht zwar, aber wer Geologen kennt sollte eigentlich wissen, dass sie in Millionen von Jahren denken.”

    http://geschichtedergeologie.blogspot.it/2012/01/geokalypse-now.html

  4. #4 Mayo
    7. Januar 2013

    Keine Kindle-Version.
    Schade, dann bleibts im Laden.

  5. #5 Volker
    7. Januar 2013

    Gegen den erwähnten Ausbruch vor 12.000 Jahren sind die Ausbrüche des Pinatubo oder Mt. St. Helens übrigens eher mau ^^ und – Respekt!
    Gute Idee das Thema vom Vesuv – wo es offenstich ist – etwas auszubauen. Die Frage ist, wie oft macht der Hot Spot sich dort bemerkbar? Antwort: es gibt nicht wenige, die sagen er wäre überfällig. Was kann man tun in unserer Welt des Vollkaskos? Wenig – oder doch? Ja, weiter forschen – weil es macht ben doch heiß was man nicht weiß 😉

  6. #6 Struppi
    7. Januar 2013

    Es gibt noch einen beeindruckenderen Geysir an der Eifel :-)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Geysir_Andernach

  7. #7 Stefan
    7. Januar 2013

    Hallo zusammen,

    sowohl der abgebildete “Brubbel” in Wallenborn als auch die Springquelle in Namedy sind Kaltwasser-Geysire, die allein durch das gelöste CO2 getriggert werden. Es handelts ich dabei also um Mofetten. Zu Springquellen wurden sie – wie alle Kaltwasser-Geysire – erst durch künstlich niedergebrachte Bohrungen. Die Quelle in Namedy ist durch einen Deckel verschlossen, der für Toursiten geöffnet wird, während der Brubbel sich frei entfalten kann. Ich empfehle, letzteren zu besuchen.
    Die echten Geysire in den Hochtemperaturgebieten der USA, Neuseelands und Chiles sind kochend heiß, weit über 100 Grad. Wenn der Überdruck durch gelöste Gase große genug ist, bricht der Geysir aus. In Island gibt es übrigens zur Zeit nur 2 wirklich aktive Geysire, den bekannten Strokkur im Haukadalur und den wenig bekannten kleinen Ystihver bei Húsavík. Letzterer war früher wesentlich beeindruckender – bis man Bohrungen niedergebracht hat, um heißes Wasser für Treibhäuser zu gewinnen. Das hat wohl zur Druckentlastung im benachbarten Geysir geführt, sodass er keine große Wassersäule mehr produziert. Während also Bohrungen die deutschen Kaltwasser-Geysire erst in sLeben gerufen haben, haben Bohrungen den Ystihver weitgehend still gelegt.

    Zum Roman: Der Laacher See-Ausbruch war ein Ausbruch vom plinianischen Typ mit zäher, SiO2-reicher (rhyolitischer) Lava. Lang anhaltende Ausflüsse von heißer, leicht fließender Basaltlava gibt es bei diesem Vulkan-Typ nicht. Das ist typisch für Schild- und Spaltenvulkane wie Mauna Kea oder Laki. Wenn der Rhein damals verstopft wurde, dann in der Tat durch pyroklastische Ströme, aus denen sich bei Verfestigung Ignimbrite bilden.

    Viele Grüße aus Bonn,

    Stefan

  8. #8 Stefan
    astroworlds.wordpress.com/
    7. Januar 2013

    Du hast im ersten Satz Venuv satt Venus geschrieben. Sonst cooler Artikel.

  9. #9 Florian Freistetter
    7. Januar 2013

    @Stefan: “Du hast im ersten Satz Venuv satt Venus geschrieben”

    Ähmm, nein?

    P.S. Die Artikel in deinem Blog weisen schon wieder eine überraschende Ähnlichkeit zu den Artikeln in meinem Blog auf. Wir hatten doch schon mal darüber geredet, das es besser ist, wenn du dir selbst Themen ausdenkst anstatt immer die aus meinem Blog nachzuerzählen…

  10. #10 Florian Freistetter
    7. Januar 2013

    @Stefan: “Es handelts ich dabei also um Mofetten. Zu Springquellen wurden sie – wie alle Kaltwasser-Geysire – erst durch künstlich niedergebrachte Bohrungen. “

    Das weiß ich. Aber trotzdem sind es Geysire und trotzdem ein Zeichen für geologische Aktivität.

    ” Das ist typisch für Schild- und Spaltenvulkane wie Mauna Kea oder Laki.”

    Hab ich auch im Artikel erwähnt; ebenso, dass dieses Verhalten für die Vulkane in der Eifel nicht sehr wahrscheinlich ist.

  11. #11 S. K. Paden
    7. Januar 2013

    Danke Florian für den Lesetipp!
    Ich habe schon einige von den Büchern, die Du hier vorgestellt hast, gekauft (grade bei booklooker das preiswerteste Exemplar von “Die Flucht der Ameisen” bestellt).
    Deine Lese-Vorschläge kommen bei mir immer richtig gut an.
    (Bloß mit Herrn Lehmann konnte ich nix anfangen. Dafür bin ich vieleicht zu weiblich und zu alt. Aber das Buch hat der Freund meiner Tochter sich bei mir ausgeborgt und der hat sich wohl kringelig gelacht darüber)
    Jetzt freu ich mich auf einen “Kathastrophenthriller mit Niveau”!

  12. #12 Josef A. Preiselbauer
    Freising
    7. Januar 2013

    Bestellt. Ich hoffe, Du hast was davon, wenn ich auf Deinen Link geklickt habe. :)

  13. #13 Florian Freistetter
    7. Januar 2013

    @Josef: ” Ich hoffe, Du hast was davon, wenn ich auf Deinen Link geklickt habe.”

    Wenn genug andere das auch tun, dann krieg ich nen Gutschein von Amazon und kann mir demnächst wieder neue Bücher leisten und rezensieren…

  14. #14 Mafl
    7. Januar 2013

    Als ich letztes Jahr in der Eifel war, hab ich mich an das Buch nicht rangetraut, weil ich dachte es wär zu reißerisch. Aber ich glaub ich werde es jetzt doch mal auf meine Liste setzen.

  15. #15 bikerdet
    Mülheim
    7. Januar 2013

    Hallo zusammen

    Besagter Prof.Schreiber hatte vor ca. einem Jahr (Sendedatum, wann es aufgenommen wurde weis ich nicht ) auch eine Rolle in einer Doku über das o.G. Szenario. Im Grunde sind die Aussagen in der Doku und im Buch identisch. ( Wärend ich hier lese und schreibe läuft sie im Hintergrund …) Allerdings ist der Prof. in der Doku deutlich fester von seiner Hypothese überzeugt als es in der Buchrezession klingt. Die Frage ist nun : Hat das Buch die Doku als Quelle oder wurde das Buch geschrieben weil die Doku niemanden interessiert hat ? Prof. Schreiber bemängelt im Film, das die BRD keine Forschungsgelder locker machen will für die Erforschung der Maare und die Uni’s Essen-Duisburg und Bonn je nach Finanzlage / Zeit und Lust auf eigene Initative forschen. Evtl. dienen die Einkünfte aus dem Buchverkauf ja der Forschung. Alternativ könnte natürlich auch die Doku den Buchverkauf ankurbeln …

    Gruß Detlef

  16. #16 DerTom
    7. Januar 2013

    Da war doch vor mehr als 20 Jahren das Erdbeben, daß man auch im Rheinland spüren konnte. Wohl auch “vulkanischen” Ursprungs? Ansonsten Kommentar bitte löschen.

    Damals war ich Anfang 20, wohnte noch in Düsseldorf und meine damalige Herzdame lag neben mir.

    War sehr eindrücklich!

    Wurde wach, weil das Bett wackelte und ein SEHR unheimliches Grummeln zu hören war. Der Boden wackelte, die Herzdame schrie und es war alles sehr unheimlich.

    Aber auch faszinierend! :-)

  17. #17 Naivi
    7. Januar 2013

    Ich trau mich nicht es zu bestellen, einerseits bin ich scharf auf die Erklärungen zum Vulkanismus, aber wenn der Schreibstil nicht trocken genug ist dann kann ich nach sowas bestimmt nicht schlafen….

  18. #18 Mafl
    7. Januar 2013

    @Naivi
    Wie wär’s mit “Vulkane der Eifel – Aufbau, Entstehung und heutige Bedeutung” von Hans-Ulrich Schmincke. Ist bestimmt trocken genug. Auswahl aus dem Inhaltsverzeichnis:
    “…
    Der Rhein erstickt
    Koblenz unter Wasser

    Dammbruch und Verwüstung des Rheintals
    …”
    :)

  19. #19 Florian Freistetter
    7. Januar 2013

    @Naivi: “dann kann ich nach sowas bestimmt nicht schlafen….”

    Vor allem wirst du nicht schlafen können, bevor du es zu Ende gelesen hast, weil es so spannend ist. Aber wenn du es bis zum Schluss und auch das Nachwort liest, dann sagt dir der Autor höchstpersönlich, dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben.

  20. #20 Alderamin
    7. Januar 2013

    @DerTom

    Ist das echt schon 20 Jahre her? Tatsache:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_von_Roermond_1992

    Ja, war sehr beeindruckend. Ich dachte, ein Zug rollt an und dann durch das Schlafzimmer. War jedoch nicht vulkanischen Ursprungs.

  21. #21 2002EL6
    8. Januar 2013

    Ja, 1992 war das Nacht-Erdbeben…
    http://www.gd.nrw.de/zip/l_yroer.pdf
    Da ging bei mir (ich wohnte damals in Düsseldorf) ein Teller kaputt 😉 War schon interessant, wie alles schwankte. Zehn Jahre später gabs übrigens noch eins in der Region, was man ganz gut spüren konnte, nicht ganz so stark wie 1992, dafür vormittags…
    http://www.gd.nrw.de/zip/l_yalsd.pdf

    Gruß
    André

  22. #22 Bob
    8. Januar 2013

    Muss dir leider widersprechen, Florian. Zwar ist der erste Teil gut geschrieben, der zwete Teil ist jedoch derart kitschig und melodramatisch (das Ende ist derma0en theatralisch, dass man nahezu würgt), das würdigt die durchaus gute, erste Hälfte nicht. Und die Verbitterung des Herrn Schreiber über die Finanzierung (komm, wir lassen die DFG absaufen)…naja…

  23. #23 Florian Freistetter
    8. Januar 2013

    @Bob: ” der zwete Teil ist jedoch derart kitschig und melodramatisch”

    Naja, fand ich nicht. Aber es kommt halt drauf an. Wenn du ein Buch über Geologie lesen willst ist es klar, dass dir vor allem der erste Teil gefällt, der ja hauptsächlich aus geologischen Erklärungen besteht. Richtige Handlung bzw. “Action” gibt es erst später. Aber es ist halt ein Roman und kein Lehrbuch. Und was das Katastrophengenre angeht, hab ich ich schon wesentlich kitischigere und melodramatischere Bücher gelesen…

  24. #24 Naivi
    8. Januar 2013

    @Bob
    Danke ! Kitschig verursacht keine Schlafstörungen :)

  25. #25 Bob
    8. Januar 2013

    @Florian
    Ebenfalls vom Fach kommend, ist es nett geschrieben, ohne Frage. Es wird ausreichend und leicht verständlich erklärt, was die Hauptperson vermutet, sodass ich es ohne mit der Wimper zu zucken auch weiterempfehlen würde. Mich erinnerte der Teil mit
    SPOILER!!!!!
    Ex-Freundin und den Kindern dann doch aber sehr an den RTL-Zweiteiler über den Laacher See mit allen drei bekannten deutschen Schauspielern (außer Till Schweiger). Und der driftete auch furchtbar von der allgemeinen Situation auf furchtbar übertrieben wirkende Einzel”schicksale” ab.
    Sicherlich nicht unreal, das dargestelle Szenario, nur für meinen Geschmack, der ja eben auch nur subjektiv ist, sehr verbittert gegenüber Herrn Schreibers nicht bewilligten Forschungsanträgen (wir kennen ja die Finanzierungswilligkeit der DFG) und gegenüber den mehr beachteten Kollegen (was normal ist, dass manche Stimmen lauter schreien, wenn auch nicht unbedingt richtiger). Aber richtig, es gibt Schlimmeres.

  26. #26 JaJoHa
    8. Januar 2013

    Ich habe mal in einer Zeitschrift gelesen, das der bei der Entstehung des Laacher Sees der Fluss aufgestaut wurde, weil pyroklastische Ströme da abgelagert wurden.
    Den Artikel gibts hier http://www.spektrum.de/alias/vulkanismus/apokalypse-im-rheintal/977241

  27. #27 DerTom
    8. Januar 2013

    @Alderamin

    Hui, da hab ich aber gut geschätzt mit den 20 Jahren! 😉

    Danke für den Link zum Roermond-Beben.

  28. #28 XY
    5. März 2013

    @bikerdet: Der Roman war zuerst!

  29. #29 Sirona
    Ffm
    15. Juni 2015

    das Thema Eifelvulkanismus und Laacher See Eruption wurde vor zweieinhalb Jahren diskutiert, aber ich habe mich mit ihm wegen des Artikels von Prof. Schmincke im Begleitband zur Eiszeitjäger-Ausstellung in Bonn, die nächste Woche zuende geht, wieder beschäftigt.

    Dass die Eifelvulkane wieder ausbrechen werden, ist sicher. Sowohl das westliche als auch das östliche Vulkanfeld wird wieder eruptiv aktiv werden. Die Frage ist nur wann?
    – Mein vorsichtiger Tipp (ich bin keine Geologin sondern habe auf Archäologie gemacht): nicht in den (vorsichtig geschätzt) nächsten fünfhundert Jahren und nicht später als in 5000 Jahren. – Also in diesem Zeitraum tippe ich persönlich auf die nächste größere eruptive Aktivität und vielleicht auch auf eine Folge von mehreren/vielen Eruptionen.
    Ob da am Anfang “nur” wieder ein paar neue Maare oder Schlackekegel im westlichen Teil entstehen oder ob der Laacher See Vulkan (der mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Pause eingelegt hat) wieder plinisch eruptiert, ist völlig unklar. Geschehen wird aber sowohl das Eine als auch das Andere mehrfach und bis zu viele Hundert mal. (Wenn der Laacher See Vulkan wieder plinisch eruptiert, wird es wohl wieder eine genauso zerstörende Wirkung auf das Rheintal haben, wie vor ca. 12.900 Jahren.)

    Aufgrund der aktuellen Beobachtungen z. B. der Mofetten im Laacher See und anderswo (die seit Hunderten von Jahren genauso beschrieben werden) oder der Mikroerdbeeben in der Region (die erst in den letzten paar Jahrzehnten durch die verbesserte – heute hochsensible – Messtechniken überhaupt beobachtet werden können), sehe ich aktuell keinerlei Grund zur Besorgnis.
    Das Ereignis (oder die Ereignisse), wird (werden) wohl nicht mehr während unserer Lebenszeit stattfinden.

    Fragen, die in diesem Zusammenhang unbedingt zu klären wären, um vor einen bevorstehenden Ausbruch zu warnen, wären meiner Einschätzung nach:
    Die Messungen des Eifel-Plume Forschungsprojektes hatten die/den Plume unter der Eifel ab etwa 70 km Tiefe verortet.
    Wie lange dauert es, dass die Magma aus dem Plume in Kammern nach oben steigt?
    Gibt es haltbare Forschungen und Ergebnisse dazu?
    Ab welcher Tiefe besteht die Gefahr, dass Grundwasser bis zum Kochen erhitzt wird? – Dann wird es in der Eifel nämlich kritisch.

    Überwachen sollte man die Eifel schon – und besser als heute. Da braut sich nämlich seit Jahrtausenden was zusammen, was wieder ganz groß “Bumm” machen wird.

    Als das Erdbeben 1992 bei Roemond geschah, war ich übrigens nicht im Rheinland, sondern zu Besuch in Frankfurt am Main. Auch dort wurde ich mitten in der Nacht von dem Erdbeben wach und fragte mich, was mein damaliger Freund mit dem Bett anstellen würde, da es sich seitlich hin und her bewegte. Am nächsten Tag war klar, es war ein Erdbeben.
    Meine Eltern im nördlichen Hunsrück berichteten, dass eine Welle von einer Ecke des Schlafzimmers zur anderen gelaufen wäre und die Dinge in den Regalen sich bewegten.