Heute Nacht ist der Asteroid Apophis in der Nähe der Erde vorbei geflogen. Ihr erinnert euch sicher: Apophis ist der Asteroid, der schon seit Jahren immer wieder für Katastrophenszenarien her halten muss. Das liegt an der Geschichte seiner Entdeckung. Als man ihn 2004 zum ersten Mal beobachtete, sah es so aus, als würde er in ein paar Jahrzehnten tatsächlich mit der Erde zusammenstoßen. Aber die Sache hat sich dann schnell geklärt und heute wissen wir, dass keine wirkliche Gefahr einer Kollision besteht. Der Asteroid taucht aber trotzdem immer wieder gerne in den Medien auf; leider oft auch mit falschen Informationen.
Der aktuelle Vorbeiflug war natürlich völlig ungefährlich. Der Abstand zwischen Erde und Asteroid betrug 14 Millionen Kilometer! Das ist so weit weg, dass ich persönlich das nicht einmal als “naher Vorbeiflug” bezeichnen würde. Aber es ist zumindest nah genug, um ein bisschen interessante Wissenschaft anzustellen. Und das hat man natürlich auch gemacht.

Mit normalen Teleskopen ist von Apophis nicht viel zu sehen. Der Asteroid durchmisst nur knapp 300 Meter und ist damit viel zu klein, um mehr als nur einen Lichtpunkt am Himmel abzugeben. Hier ist ein schönes Video, dass die Bewegung von Apophis über den Himmel zeigt:

(99942) APOPHIS sur fond d’étoiles au Pic du Midi from Francois Colas on Vimeo.

Aber wir haben ja auch noch große Teleskope direkt im Weltall! Herschel zum Beispiel. Herschel beobachtet normalerweise ferne Sterne und Galaxien. Herschel sieht die Welt auch nicht so, wie wir sie mit unseren Augen sehen. Herschel ist ein Infrarotteleskop und deswegen besonders gut geeignet um durch die interstellaren Staubwolken zu sehen. Aber manchmal blickt Herschel eben auch auf die unmittelbare Umgebung der Erde und man hat sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auch mal einen Asteroiden genauer anzusehen. So sehen die Bilder von Herschel aus, die er in drei verschiedenen Infrarotwellenlängen gemacht hat:

Immer noch nicht sehr beeindruckend, oder? Abwarten! Apophis ist halt einfach nur ein kleiner Felsbrocken, da kann auch Herschel nichts dagegen machen. Und weil Herschel nur im Infrarotlicht sehen kann, das eine längere Wellenlänge hat als das normale sichtbare Licht, sind seine Bilder zwangsläufig weniger scharf als bei einem optischen Teleskop (Je länger die Wellenlänge, desto
schlechter die Auflösung
bei gleicher Größe des Teleskops. Darum müssen Radioteleskope auch so enorm groß sein). Aber mit den Daten von Herschel lässt sich trotzdem viel anfangen.

Zuerst einmal ist es eine weitere Beobachtung. Und je mehr Beobachtungen es gibt, desto besser lässt sich die Bahn von Apophis bestimmen und desto genauer lässt sich sagen, was bei den nächsten Annäherungen an die Erde passieren wird und ob vielleicht irgendwann in Zukunft doch noch mal die Chance auf eine Kollision besteht.

Wenn man die Bahn eines Asteroiden möglichst exakt vorhersagen will, dann darf man sich nicht allein auf Gravitationskraft beschränken. Normalerweise ist es ja die gravitative Anziehungskraft der Sonne und der Planeten, die die Bahn eines Himmelskörpers bestimmt. Und das ist natürlich auch bei Apophis so. Aber es gibt noch andere Effekte, die zwar klein sind, aber eine meßbare Auswirkung haben. Zum Beispiel den Jarkowski-Effekt, den ich hier im Detail erklärt habe. Simpel gesagt ist es die Wärmeabstrahlung, die den Asteroid ein klein bisschen durch die Gegend schieben kann. Wenn eine Hälfte des Asteroiden wärmer ist als die andere, kann durch diese Asymmetrie eine Kraft entstehen, die seine Bahn um ein paar Dutzend Meter verändern kann. Wenn man lange Zeiträume betrachtet, dann kann sich das durchaus summieren und wenn man genau wissen will, wo sich ein Asteroid in der Zukunft befinden wird, dann muss man das berücksichtigen.

Mit den Daten von Herschel war es nun erstmals möglich, ein Modell der Temperaturverteilung von Apophis zu erstellen. Das sieht so aus:

Wie gesagt, es ist ein Modell (und die Temperaturen sind in Kelvin angegeben). Der Asteroid ist vermutlich nicht sphärisch, so wie im Bild, sondern eher ein wenig länglicher; eiförmiger. Aber trotzdem kann man mit den Daten gut arbeiten und wird den Jarkowski-Effekt in Zukunft viel genauer berechnen können.

Die neuen Daten werden besonders die Autoren dieser Arbeit ärgern. In ihrem Artikel mit dem Titel “Yarkovsky-driven impact risk analysis for asteroid (99942) Apophis” haben sich Astronomen vom JPL im Detail mit der Bahn von Apophis beschäftigt und auch den Jarkowski-Effekt berücksichtigt. Allerdings erschien er zeitgleich mit den Daten von Herschel und die Autoren hatten keine Gelegenheit, die neuen Beobachtungen in ihrer Arbeit einzubauen. Die Ergebnisse sind trotzdem interessant. Die Autoren zeigen, dass man bei diesem Vorbeiflug die Auswirkungen des Jarkowksi-Effekts sowieso nicht messen hätte können. Denn dazu braucht man ausreichend Vergleichsdaten früherer Vorbeiflüge und die hat man bei Apophis noch nicht. Unter Berücksichtung der möglichen Auswirkung des Jarkowski-Effekts haben die Wissenschaftler auch die Kollisionswahrscheinlichkeit mit der Erde neu berechnet.

Für die nahe Zukunft tut sich da nicht viel. Wenn der Asteroid 2029 sehr nahe an der Erde vorbeifliegen wird, dann wird er auch tatsächlich vorbei fliegen und nicht kollidieren. Die Kollisionswahrscheinlichkeit für den Vorbeiflug im Jahr 2036 ist weiterhin enorm gering und beträgt nur 0,0004 Prozent. Anders gesagt: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9996 Prozent passiert nichts. 0,0004 Prozent sind sogar geringer als das “Hintergrundrauschen”: Es ist als wahrscheinlicher, dass irgendwann irgendein unbekanntes anderes Teil plötzlich auftaucht und mit der Erde kollidiert, als das Apophis mit uns zusammenstoßen wird. Ehrlich, das ist nichts, was uns Sorgen machen sollte und Apophis wird auf der Turiner Skala – mit der man die Gefährlichkeit von Asteroiden misst – zu Recht mit “0”, der niedrigstens Stufe, klassifiziert. Das heißt, es handelt sich um ein “Ereignis, das höchstwahrscheinlich keine Konsequenzen haben wird”

Nachtrag: Eine aktuelle Auswertung der letzten Beobachtungsdaten zeigt nun klar: Auch 2036 wird der Asteroid an der Erde vorbeifliegen.

Wenn man auch bei diesem Vorbeiflug den Jarkowski-Effekt nicht messen konnte, so wird man das mit den neuen Daten beim nächsten Besuch auf jeden Fall viel besser hinkriegen. Und man hat auch diesmal Neues gelernt! Danke der Beobachtungen von Herschel wissen wir jetzt besser Bescheid, wie groß Apophis ist. Bisher wusste man nur, dass er ungefähr einen Durchmesser von 270 Meter hat; die Fehlergrenze betrug aber ganze 60 Meter. Jetzt konnte man die Größe auf 325 Meter festlegen und die Fehlergrenze auf nur 15 Meter senken. Apophis ist also ein klein wenig größer als man bisher dachte. Und dunkler. Die Astronomen haben auch die Albedo gemessen. Das ist die Rückstrahlfähigkeit des Materials aus dem ein Himmelskörper besteht. Eisbedeckte Objekte zum Beispiel haben eine hohe Albedo, da Eis das Licht der Sonne gut reflektiert. Himmelskörper die mit Staub und Felsen bedeckt sind, dagegen eher nicht. Die Albedo von Apophis beträgt nach den neuen Messungen 0,23. Es wird also nur 23 Prozent des einfallenden Lichts reflektiert. Bisher dachte man, es wären 33 Prozent.

Apophis ist also ein wenig größer und dunkler, als man bisher dachte. Aber Apophis ist immer noch kein Grund zur Panik! Man muss sich keine Sorgen machen, dass der Asteroid in naher Zukunft mit der Erde zusammenstoßen wird. Und selbst wenn so etwas irgendwann einmal bevorstehen sollte, können wir etwas dagegen tun. Ich habe das in meiner Serie zur Asteroidenabwehr ausführlich erklärt: Asteroidenabwehr: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5. Wissenschaftler haben sich sogar ganz speziell Apophis angesehen und gezeigt, dass wir im Prinzip in der Lage wären, seine Bahn zu verändern.

Ich freue mich auf den 13. April 2029! Da wird Apophis in nur 31000 Kilometer Entfernung an der Erde vorbeifliegen. Er wird nicht mit der Erde zusammenstoßen. Es wird ein cooles Ereignis werden. Und wir werden jede Menge neue Dinge über Asteroiden lernen können.
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Kommentare (79)

  1. #1 Frank Gregor
    Bregenz
    10. Januar 2013

    Hallo Florian,

    danke fuer diesen, wie so oft, informativen Artikel. Was ich mich immer wieder bei solchen “Diskussionen” ueber moegliche Kollisionen frage ist Folgendes.

    Es wird (zumindest in oeffentlichen Diskussionen) immer nur von einer Kollision eines grossen Asteroiden mit der Erde ausgegangen. Aber unser Sonnensystem besteht nicht nur aus Erde und Sonne. Mich interessiert, wie sich denn eine Kollision eines grossen Asteroiden mit einem anderen Planeten unseres Sonnensystems auf die Erde und das Zusammenspiel aller Planeten auswirken koennte. Sowas kann doch fuer uns nicht ohne Folgen bleiben?

    LG,
    Frank

  2. #2 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @Frank: ” Sowas kann doch fuer uns nicht ohne Folgen bleiben?”

    Doch. Planeten sind GROSS! Und Asteroiden klein. Wenn ein Asteroid, selbst wenn er ein paar Kilometer groß ist, mit einem Planeten kollidiert, dann ändert sich an der Bahn des Planeten genau gar nichts. Dazu muss das Teil schon deutlich größer sein. Dazu müsste ein Planet mit einem anderen Planeten kollidieren. Und das passiert nicht in den nächsten paar Milliarden Jahren.

  3. #3 Stefan W.
    demystifikation.wordpress.com 9:39
    10. Januar 2013

    31 000 km? Das ist ja weniger als der Erdumfang! Da wird mir aber doch mulmig! Ok – Bei 300 m Größe ist das dann doch weniger dramatisch, solange man nicht kollidiert. Das ist ja kleiner als das Saarland! Mehr wie ein großes Containerschiff.

  4. #4 Naivi
    10. Januar 2013

    Ab welcher Grösse ist mit globalen Folgen zu rechnen ? Wenn ich 300m hör glaub ich nicht dass es mehr als Bumm macht und die Region in nem absehbaren Radius zerstört ist, falls das Ding nicht ins Wasser fällt. Dann gibts vermutlich ein paar Tsunamis .
    (Allgemein gefragt, Aphopis kollidiert ja nicht mit der Erde )

  5. #5 WolfgangM
    10. Januar 2013

    man kann das auch relativ sehen.
    Aus den Angaben von C Gritzner Kometen und Asteroiden Aviatic Verlag 1999 wird folgendes beschrieben:
    600 m Durchmesser Asteroid, Impact Intervall alle 70.000 Jahre.
    Trifft er die Erde gibts 1,5 Mrd Tote. Also ca 20.000 Tote pro Jahr.
    Und dann kann man weiter rechnen:
    Nachdem an allen Ursachen sowieso ca 52 Mio Menschen pro Jahr sterben, ergibt sich ein Risiko an einem Asteroiden Einschlag zu sterben von 1:2.600, bzw einer von 2600 Toten stirbt an einem Asteroideneinschlag.

    Ist ja gar nicht so wenig, da zahlt es sich schon aus einen Asteroiden bei drohendem Impact ein wenig zu “verschieben” wie Florian schreibt.
    Dazu bräuchte man eine ausreichend finanzierte “impact prevention working group” IPWG

  6. #6 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @Naivi: Globale Folgen gibts ab ca. 1km. Bei Apophis würde es nur lokale Zerstörung geben. Wenn das Teil in Berlin einschlägt, kommt man in München wahrscheinlich noch gut weg.

  7. #7 AP
    10. Januar 2013

    Ich habe anderswo gelesen, dass Apophis beim Vorbeiflug 2029 eine Swing-by-Beschleunigung erfahren könnte, wodurch der weitere Verlauf durchaus stark ändern könnte. Sind diese Überlegungen in die 0,0004%-Wahrscheinlichkeit für 2036 schon mit einbezogen worden?

    Zweite Frage: Könnte Apophis mit der Venus kollidieren? Auf derstandard.at gibt es ein entsprechende Grafik, die das nahelegt: http://images.derstandard.at/2013/01/09/1356462716374.jpg Oder ist seine Bahnneigung derart, dass das nicht passieren kann?

  8. #8 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @AP: Ja, eine nahe Begegnung kann die Bahn ändern. Deswegen gibts ja auch noch die kleinen Unsicherheiten bei den Kollisionswahrscheinlichkeiten nach 2029.

    Was die Venus angeht: Theoretisch kann – über lange Zeiträume betrachtet – jeder erdnahe Planet mit Venus, Erde oder Mars kollidieren. Denn – wie schon gesagt – nahe Begegnungen ändern die Bahn und auf lange Zeit ist alles möglich. Venus ist da sogar bevorzugt, weil die am schnellsten um die Sonne läuft und statistisch öfter als Kollisionspartner zur Verfügung steht.

  9. #9 ihj
    10. Januar 2013

    Bis jetzt bezog sich die Einstufung auf der Turiner Skala mit “0” nur auf die Annäherung in 2029. Für 2036 ist es (noch) Stufe “1”.
    Wann kann man denn Ergebnisse erwarten, ob und wie sich die Einstufung für 2036 ändert?

  10. #10 2002EL6
    10. Januar 2013

    @ihj
    Die Einstufung für 2036 wird wohl erst nach dem Vorbeiflug 2029 genauer bekannt sein, denn bis dahin fliegt er immer in recht komfortabler Entfernung an Erde und Venus vorbei und wird daher nicht großartig von den beiden auf der Bahn beeinflusst: http://goo.gl/FkZlz

    Gruß
    André

  11. #11 2002EL6
    10. Januar 2013

    nochmal @ihj:

    sowohl das JPL (NEO risk page) als auch die Uni Pisa (NEODys) geben für Apophis 2036 ein TS=0…

  12. #12 Dietmar
    10. Januar 2013

    Oh, wow, danke! Ich dachte bis eben, dass Apophis tatsächlich “gefährlicher” wäre. Nicht “WAAAH! Wir werden alle sterben!”-gefährlich, sondern eben, “Den muss man genau beobachten”-gefährlich.

  13. #13 S.E.T.I
    Weitra
    10. Januar 2013

    Hallo Florian, Danke für den Artikel, aber ich hätte da eine frage, ich persönlich würde eine Abweichung von fast 20% nicht unbedingt als “ein klein wenig größer” bezeichnen, aber das tut nun nichts zur Sache, ist es nicht so, das sich eben bisherige Berechnungen auf eben diese geschätzte Masse von 27 MT beziehen, auch wenn es dabei eine Fehlergrenze von 60 Metern gab und laut aktuellster Messungen die Differenz nun ca 55 Meter sind ist das doch ein beachtlicher unterschied oder?

    Wir reden hier doch von einer Masse/Volumen Differenz von fast 75% oder ?

    Meine frage lautet nun: wurden bei bisherigen Berechnungen auch diese maximalen Differenzen von angenommen der aktuellen 75% im Bezug zur Anziehungskraft mit eingerechnet?

    Ich als leihe bin nun in der Annahme das bei einer solchen Abweichung doch auch die Bahn ich deutlich verändern sollte oder?

  14. #14 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @ihr: wirklich? bin Grad unterwegs und kann nicht bei sentry nachschauen. aber soweit ich mich erinnere hatte apophis überall ne 0. ..

  15. #15 2002EL6
    10. Januar 2013

    @ Florian
    keine Gefahr 😉 alles TS=0 – nur 2007 VK184 hat eine 1 – aber mit einem Bahnbogen von nur 60 Tagen ist das sowieso sehr unsicher… Und bei 130m ist das sowieso ein Winzling…

  16. #16 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @seit: Naja, der neue Wert stimmt mit dem alten innerhalb der Fehlegrenzen überein. ist also jetzt keine sooooo Grosse Überraschung. und die paar Meter bei der Größe haben keinen Einfluss auf die Bahn.da sind die Fehler durch ungenauigkeiten bei der Beobachtung viel größer. ..

  17. #17 S.E.T.I
    Weitra
    10. Januar 2013

    @Florian

    Ok, Danke erst mal für die Antwort, mit eine solchen habe ich eigentlich gerechnet, Mich verwundert nur, wie man mit einer solchen Grundsätzlichen “großen” Spanne eine Wahrscheinlichkeitsberechnung auf 0,0004 Prozent errechnen kann.

    Hierfür musste doch ein fester Wert bezogen werden und wohl kaum die gesamte Fehlerspanne, also wie hoch ist nun laut aktuellster Daten die Wahrscheinlichkeit eines Impakts, ist diese gestiegen oder geringer geworden?

    Gelten diese 0,0004 Prozent immer noch laut aktuellster Daten oder beziehen sich diese auf die vorherigen Annahmen ?

    Mfg

  18. #18 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @seti nochmal: die paar Meter sind für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit völlig egal. es mag zwar einen Effekt geben.aber der ist so winzig, das er bei all den anderen Fehlern völlig untergeht. es spielt keine Rolle ob der jetzt 50m größer oder kleiner ist.

  19. #19 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    @Florian

    Ich bedanke mich für die “Antworten” 😉

  20. #20 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @seti es waren keine “antworten”. sondern antworten. wenn sie dir nicht gefallen, dann sag ruhig bescheid. ich erkläre es gerne nochmal.

  21. #21 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    Kann ich gerne machen, diese Anführungszeichen sind deshalb, weil ich eigentlich eine Direkte frage gestellt habe welche meines Erachtens nicht Direkt beantwortet wurde, nämlich diese:

    “also wie hoch ist nun laut aktuellster Daten die Wahrscheinlichkeit eines Impakts, ist diese gestiegen oder geringer geworden?

    Gelten diese 0,0004 Prozent immer noch laut aktuellster Daten oder beziehen sich diese auf die vorherigen Annahmen ?”

    Ob mir selber diese Antwort gefällt oder nicht ist völlig wurscht dabei 😉

  22. #22 Rabbi
    10. Januar 2013

    Anstatt an Fehler zu kritisieren, sollte man sich doch viel mehr wundern und freuen, wie genau solche astronomischen Körper gemessen werden können!
    Umgerechnet heisst das, man kann auf 14 km noch einen Gegenstand sehen, der 3 Zehntel Millimeter gross ist. Das entspricht etwa dem Bein eines Flohs. (Wenn ich mich nicht verrechnet habe)

  23. #23 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    @Rabbi, wer kritisiert den an Fehlern?

    Fehlern von wem?

    Habe ich was überlesen?

  24. #24 Alderamin
    10. Januar 2013

    @S.E.T.I.

    Bekanntlich fallen alle Körper gleich schnell. Die Beschleunigung, die ein Körper erfährt, hängt nämlich nur von der Masse der Erde ab. In Wahrheit stimmt das nicht ganz genau: die Beschleunigungskraft laut Gravitationsgesetz hat die Massensumme im Zähler stehen, d.h. die Masse der Erde + der Masse des fallen gelassenen Objekts. Da die Erde 6*10^24 kg Masse hat, fällt alles, was jemand fallen lassen könnte, buchstäblich nicht ins Gewicht. Selbst ein Asteroid ist ein Fliegengewicht gegen die Erde. Wikipedia gibt für Apophis 2,7*10^10 kg an, vielleicht sind es mit der neu bestimmten Größe jetzt 4,7*10^10 (einfach mal mit 20% Größenzuwachs bei gleicher Dichte gerechnet). Das ist immer noch weniger als ein 10^-14-tel der Erdmasse. Ein hundert billionstel.

    Im Sonnensystem ist die Sonne die dominierende Masse, d.h. die Bewegung der Objekte im Sonnensystem wird durch ihre Masse bestimmt, und die ist nochmal über 300.000-mal so groß wie die Erdmasse.

    Weil also die Masse des Asteroiden gegen die der anziehenden Körper verschwindend klein ist, macht es für die Bahn nicht viel aus, ob der Asteroid jetzt das Doppelte, das Zehnfache oder gar das Tausendfache an Masse hat.

    Lediglich der Jarkowski-Effekt dürfte weniger Einfluss haben, denn der Asteroid ist massiver und damit schwerer von seiner durch die Gravitation gegebenen Bahn abzulenken, als vorher angenommen. Die Masse nimmt mit der 3. Potenz des Durchmessers zu, die abstrahlende Fläche nur mit der zweiten, also überwiegt die Trägheit der höheren Masse den Effekt der größeren abstrahlenden Fläche (größere Jarkowski-Kraft).

  25. #25 Rabbi
    10. Januar 2013

    SETI
    War etwas überspitzt formuliert. 🙂

  26. #26 Alderamin
    10. Januar 2013

    @S.E.T.I.

    Die Wahrscheinlichkeit eines Impacts wird mehr durch die Ungenauigkeiten seiner bekannten exakten (auf den mm) Position bestimmt als durch die Masse, die auf die Bahn praktisch keinen Einfluss hat. Je mehr und je genauere Positionsdaten man hat, desto enger wird das Fehlerintervall für eine mögliche Kollision. Die 0,0004 Prozent zeigen ja schon, dass die Erde ziemlich weit außen im Streuintervall der möglichen Bahnen liegt. Wenn die neue Masse (Jarkowski-Effekt) und die neuen, genaueren Positionsmessungen mit in die Berechnung eingehen, dann wird die Impact-Wahrscheinlichkeit sicherlich noch kleiner werden. Die neuen Messungen sind so frisch, dass sie wohl noch nicht in die Kollsionsberechungen mit eingegangen sind. Aber eigentlich ist die Impakt-Wahrscheinlichkeit schon 0, da sie ja im Hintergrundrauschen theoretisch möglicher Einschläge noch unbekannter Objekte untergeht.

  27. #27 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    @Alderamin

    Viele Dank für diese Antwort, damit kann ich nun was anfangen 😉

    Und Danke auch nochmal an Dich Florian 😉

  28. #28 Alderamin
    10. Januar 2013

    @S.E.T.I.

    Zum (praktisch nicht vorhandenen) Einfluss der Asteroidenmasse auf die Bahn hängt weiter oben noch was von mir in der Moderation, was Florian erst frei schalten muss. Kannst Du Dir später noch anschauen.

  29. #29 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @seti: “Gelten diese 0,0004 Prozent immer noch laut aktuellster Daten oder beziehen sich diese auf die vorherigen Annahmen ?””

    Ich dachte eigentlich, ich hätte das mit “Die paar Meter haben keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit” beantwortet. Da es völlig egal ist, ob der Asteroid 50 Meter größer ist oder nicht, ist die Wahrscheinlichkeit auch 0,0004 Prozent; egal ob du mit der neuen oder der alten Größe rechnest.

  30. #30 Rolf
    10. Januar 2013

    Und selbst wenn sich die Wahrscheinlichkeit aufgrund der Fehler um 20% erhöht so kommt man am Ende immernoch bei fluffigen 0,00048 Prozent raus.

  31. #31 Theres
    10. Januar 2013

    @Alderamin
    Danke für den Hinweis auf den jetzt freigeschalteten Kommentar – ich war auch gerade auf Wiki am Suchen … 🙂

  32. #32 sternschubser
    http://zumlink.de/apophis
    10. Januar 2013

    “Ich freue mich auf den 13. April 2029!”

    Ich freue mich auch auf FREITAG den 13. April 2029
    Das wird ein Glückstag für Astronomische Beobachter sein !!

  33. #33 Kallewirsch
    10. Januar 2013

    @Alderamin

    Hilfst du mir mal?
    Ich finde es einfach nicht raus. Wohl weil ich eigentlich kaum Astronomieseiten im Web kenne.

    Ich versuche rauszukriegen, welche Bahn Apophis heute Nacht am Himmel geflogen ist (Aufnahmeort obigen Videos sind offenbar die Canaren). Grund: Welches Objekt ist das da rechts oben im Bildeck im Video?

  34. #34 sternschubser
    universum
    10. Januar 2013

    welche Bahn Apophis heute Nacht am Himmel geflogen ist

    nasa orbit diagramm:
    http://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=apophis;orb=1;cov=0;log=0;cad=0#orb

  35. #35 Sebi
    10. Januar 2013

    Wie berechnet man die Einschlagswahrscheinlichkeit? Ich such mir seit 2 Tagen die Finger wund…?

  36. #36 Alderamin
    10. Januar 2013

    @Kallewirsch

    Auf die Schnelle habe ich auch nur Orbital Elements und Ephemeriden gefunden, mit denen man ein Planetariumsprogramm füttern bzw. die man auf einer Sternkarte einzeichnen kann:

    http://scully.cfa.harvard.edu/cgi-bin/returnprepeph.cgi?d=n&o=99942

    Das Objekt hatte aber auch nur 16. Größe, daher gibt es anscheinend keine vorab veröffentlichten Suchkarten.

    @S.E.T.I.
    Es gibt schon erste Ergebnisse zur Bahn bzgl. 2029 und 2036: 2036 wird es jetzt definitiv keine Kollsion mehr geben. Also ist die Kollisionswahrscheinlichkeit, wie ich es mir dachte, auf 0 gesunken.

  37. #37 Flosch
    10. Januar 2013

    @Kallewirsch

    Man kann sich z. B. auch auf CalSky Asteroidenbahnen anzeigen lassen. Nach der Standortangabe einfach auf Asteroiden -> Sternkarte/Bahnkurve gehen, Asteroid auswählen, und dann sollte die Bahn vor dem Sternenhimmel angezeigt werden.

  38. #38 Flosch
    10. Januar 2013

    Hmpf, href verhauen: http://www.calsky.com

  39. #39 Alderamin
    10. Januar 2013

    @Sebi

    Ich kann’s Dir nicht mit Formeln erklären aber das Prinzip geht so:

    Aus dem Fehlerintervall für die Position folgt ein gewisse Streuung der Bahn, die eine Fehlerellipse auf Höhe der Erde ergibt, innerhalb welcher der Asteroid durchfliegen wird (die Wahrscheinlichkeit wird dabei nach außen immer kleiner, im Prinzip gibt eine bestimmte Ellipsengröße ein bestimmtes Wahrscheinlichkeitsniveau an, z.B. eine Ellipse für 95%, eine größere für 99% und eine sehr große für 100%). Dann muss man ausrechnen, welchen Flächen- bzw. Wahrscheinlichkeitsanteil die Erdfläche an dieser Gesamtfläche ausmacht. Wenn die Ellipse eine gleichverteilte Wahrscheinlichkeit hätte, die innen aufsummiert 100% und außen 0% wäre, dann wäre es genau das Verhältnis aus Erdfläche zur Ellipsenfläche; da es sich eher um eine 2-dimensionale Gaußverteilung handelt, muss man passend gewichten und integrieren).

    Das ist nichts zum “zu-Fuß-Rechnen”. Da gibt’s mit Sicherheit Softwarepakete für, aber frag’ mich nicht, wo.

  40. #40 Grüse
    10. Januar 2013

    Alderamin, Du bist mein Held! Super Zusatzinfo zum interessanten Artikel.

    Bin auch gespannt auf den 13. 4. 2029. Wahrscheinlich kommen die besten Apophis-Bilder dann von den Chinesen …

  41. #41 Troodon
    10. Januar 2013

    Hallo,
    wenn der Astroid Apophis nicht einschlägt, dann könnte man ihn doch Theoretisch einfangen und ihn als Rohstoffquelle nutzen oder als Trainingsort für andere Missionen…
    Bis 2029 oder später dürfte man dafür die Techniken haben.

  42. #42 Ralph Ulrich
    10. Januar 2013

    Das Zerstörungspotential eines uns treffenden Körpers hängt von den Relativgeschwindigkeiten ab. Da die meisten Körper im Sonnensystem in die gleiche Richtung fliegen, kann man vielleicht sagen, dass globale Auswirkungen nur ein Körper mit über einem Kilometer Durchmesser hat, weil die Relativgeschwindigkeit gering ist.

    Was ist aber mit einem Asteroiden, der “fast” von Jupiter eingefangen wird: Er fliegt in unserer Drehrichtung nah an Jupiter vorbei und wird entgegen unserer Flugbahn in das innere des Sonnensystems geworfen. Die Relativgeschwindigkeiten sind dann mehr als doppelt so hoch, denn bei gleicher Richtung subtrahieren sich die absoluten Geschwindigkeiten. Die Zeit sich gegen solch einen Einschlag zu wehren dürfte dann nicht mehr reichen. Wahrscheinlich wäre solch ein Vorgang sogar zu schnell um ihn zu entdecken. Bliebe nur die Hoffnung, dass die starken Gezeitenkräfte beim Vorbeiflug am Jupiter den “feindlichen” Körper zerlegen …

  43. #43 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @sebi: “Wie berechnet man die Einschlagswahrscheinlichkeit? Ich such mir seit 2 Tagen die Finger wund…?”

    Naja, das ist nicht trivial. Das ist sogar sehr kompliziert. Das kann man nicht mal ebenbei mit ner App o.Ä. machen. Das ist wissenschaftliche Arbeit und knifflig.

  44. #44 DiddiZ
    10. Januar 2013

    @Troodon
    Ich denke nicht, denn Apophis hat immerhin 27 Millionen Tonnen Masse, die sind doch ziemlich aufwendig zu bremsen/lenken.

  45. #45 Sebi
    10. Januar 2013

    @Florian
    Ja, das ist klar….
    1. ich wollte dazu ein kleines Script schreiben
    2. mein Gehirn mal wieder fordern 😉

  46. #46 Bernd
    10. Januar 2013

    Ich fände es am spannendsten, wenn irgend ein Asteroid so in der Größe von Apophis (gerne auch etwas größer) auf dem Mond einschlagen würde. Dann hätte man wenigstens einen Grund da mal wieder hinzufliegen.

  47. #47 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    @Alderamin

    Vielleicht bin ich ja blind^^ 🙂 Aber wo in diesen Link von Dir sind Neue Daten verwendet worden: http://scully.cfa.harvard.edu/cgi-bin/returnprepeph.cgi?d=n&o=99942 ???

    Da sind doch wieder die alten Daten angegeben, diese Neuen ESA Daten sind bis dato generell noch nicht bis zur NASA durchgekommen, in den ganzen anderen Links hier konnte ich keinen einzigen finden, wo die NASA die Neuen ESA Daten verwendet, hier ein Bild davon wo man das sehen kann: http://www.qicknews.de/Forum/viewtopic.php?f=4&t=216&start=0#p4881 und wenn man eine Seite weiter klickt weitere Überlegungen von mir dazu.

    Also da steht überall folgendes: “Epoch 2012 Sept. 30.0 TT = JDT 2456200.5 ”

    Also noch haben die Neuen ESA Daten keien Einzug auf der NASA Seite gefunden, wird wohl etwas dauern bis das ganze einzug hält, diese 0 stand da vorher auch schon in dieser Form: 0.000

  48. #48 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @seti: “Also da steht überall folgendes: “Epoch 2012 Sept. 30.0 TT = JDT 2456200.5 ””

    Das ist der Zeitraum, auf den sich die Daten beziehen. Man muss bei Bahndaten immer den Zeitpunkt angeben, für den sie berechnet worden sind. D.h. nicht, dass das auch der Zeitraum ist, an dem sie das letzte Mal aktualisiert worden sind. Ich kann auch die neuesten Daten nehmen und sie z.B. auf die Epoche 2000 umrechnen. Oder 1782. Oder 2342. http://de.wikipedia.org/wiki/Epoche_(Astronomie)

  49. #49 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    Und as bei allen Daten rechts oben (im Beispiel hier: http://www.qicknews.de/images/artikel/apohis1.JPG ) immer noch von den 0,270 m ausgegangen wird macht also keine Unterschied. ok…

    Also ob da nun 0,220 oder 0,325 m steht ist völlig wurscht, interessant.

    Ich dachte immer, je größer die Masse desto mehr Anziehung, aber aufgrund der Erklärungen welche ich bereits bekommen habe, klinke ich mir hier nun wieder aus, das ist mir eindeutig zu hoch das ganze^^

    Mfg

  50. #50 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    Hab grad ein kurzes Update in den Artikel gestellt. Die neuen Daten zeigen, dass Apophis auch 2036 mit Sicherheit an der Erde vorbeifliegen wird.

  51. #51 Alderamin
    10. Januar 2013

    @S.E.T.I.

    Der erste Link war für Kallewirsch, der fragte nach dem Orbit des Asteroiden am Himmel, und der war vorab mit den bekannten Bahndaten berechnet worden, was zum Auffinden des Objekts im Teleskop völlig ausreicht.

    Der Link für Dich steckte unter dem Wort “erste Ergebnisse”: http://www.skyandtelescope.com/news/home/Asteroid-Apophis-Takes-a-Pass-in-2036-186245171.html

    Allerdings werden da, wie gesagt, die Ergebnisse genannt. Nicht die gemessenen Positionen, mit denen der Leser eh’ nichts anfangen kann.

    Übrigens sagt die “Epoche” nicht unbedingt etwas darüber aus, wie aktuell die berechneten Positionen sind. Vielmehr werden die Himmelskoordinaten auf den Frühlingspunkt (den Punkt, wo die Sonne den Himmelsäquator überschreitet) bezogen, das ist gewissermaßen das Greenwich des Himmels. Dieser Punkt präzediert aber mit der Erdachse, er ist nicht fest. Wenn man also die Position eines Himmelsobjekts in Koordinaten angibt, muss man dazu sagen, auf welches Datum man den Frühlingspunkt bezieht, und das war oben der 30. September 2012, 0h. Früher wurden die Epochen nur alle 50 Jahre geändert, nach 1950.0 kam 2000.0, und auf der Basis dieser Epochen wurden ganze Bücher mit Sternkarten Tabellen von Sternenpositionen gedruckt (z.B. hab’ ich die Uranometria 2000.0 und den Atlas Coeli 1950.0). Dank Computern kann man heute aktuellere Bezugsdaten ausrechnen und sich die gewünschten Koordinaten frisch am PC ausgeben lassen.

  52. #52 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @SETI: “Ich dachte immer, je größer die Masse desto mehr Anziehung, “

    Das stimmt ja auch. Aber der Effekt ist SOOO gering, dass es keine Rolle spielt. Ob der Asteroid wegen der größeren Masse jetzt 5cm näher oder weiter weg von der Erde vorbeifliegt (ich habs nicht durchgerechnet, aber so ungefährt müssten die Größenordnungen sein), spielt bei all den anderen Fehlern keine Rolle. Du überschätzt die Auswirkungen dieser paar Dutzend Meter massiv.

  53. #53 Alderamin
    10. Januar 2013

    @SETI

    Ich dachte immer, je größer die Masse desto mehr Anziehung, aber aufgrund der Erklärungen welche ich bereits bekommen habe, klinke ich mir hier nun wieder aus, das ist mir eindeutig zu hoch das ganze^^

    Ist ja auch so, hab’ ich doch oben anhand der Massensumme erklärt. Die Anziehungskraft ist proportional zur Massensumme. Die Masse der Sonne ist 1,989e+30 kg und die des Asteroiden war mit 2,7e+10kg geschätzt, also war die Anziehungskraft proportional zu 1989000000000000000027000000000 kg. Jetzt ist die Masse des Asteroiden 1,7-mal höher geschätzt, also 1,7*2,7e+10 kg = 4,59e+10kg, d.h. die Kraft ist proportional zu 1989000000000000000045900000000 kg. D.h. sie ist jetzt 1989000000000000000045900000000 / 1989000000000000000027000000000 = 1,0000000000000000000095-mal größer, als zuvor geschätzt. Jetzt verstanden, warum sich also die Bahn nicht großartig dadurch verändert?

  54. #54 JaJoHa
    10. Januar 2013

    @Alderamin
    Bist du sicher mit der Massensumme?
    Ich habe in Erinnerung, das im Zähler das Produkt der Massen steht, weil die Konstante dazu ja Nm²/kg² war

  55. #55 Miriam
    10. Januar 2013

    Bei Wikipeida steht (http://de.wikipedia.org/wiki/(99942)_Apophis) das der Asteroid im Januar 2013 die Bahn noch genauer bestimmt werden, und Apophis wird die Erde 2036 um mindestens 20 Millionen km verfehlen.

    Stimmt das. Bei dir steht ja, dass er die Erde um 0,0004 trifft. Jetzt bin ich ein bisschen durcheinander!

  56. #56 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    Rechnung “alt”

    2,7×10¹⁰ (10^10 = 10 000 000 000)

    2,7 x (10 hoch 10) = 27 000 000 000 kg

    oder einfacher formuliert : 27 Millionen Tonnen hat der Brocken

    Rechnung “NEU”

    3.25 x 10 (10^10 = 10 000 000 000)

    3,25 x (10 Hoch 10) = 32 500 000 000 kg

    oder einfacher formuliert: 3,25 Millionen Tonnen hat der Brocken

    also 5 500 000 000 kg (5 Millionenn 500 Tausend Klilogramm) Schwerer?

    Also grob 20.3 % Schwerer.

    Kann ich diese Rechnung so stehen lassen, oder ist das grob fahrlässig? (lol)

  57. #57 S.E.T.I
    10. Januar 2013

    oder einfacher formuliert: 3,25 Millionen Tonnen hat der Brocken sollte heißen:

    oder einfacher formuliert: 32,5 Millionen Tonnen hat der Brocken^^

  58. #58 Alderamin
    10. Januar 2013

    @JaJoHa

    Ja, richtig, ich habe oben fälschlicherweise von der Anziehungskraft gesprochen. Das Produkt der Massen ist proportional zur Kraft (ein massiverer Körper ist schwerer), aber die Beschleunigung ist proportional zur Massensumme, und auf die kommt es für den Orbit an (ein massiverer Körper fällt trotzdem nicht schneller). Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Newtonsches_Gravitationsgesetz#Gravitationsbeschleunigung

  59. #59 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @Miriam: “Stimmt das. Bei dir steht ja, dass er die Erde um 0,0004 trifft. Jetzt bin ich ein bisschen durcheinander!”

    Im Artikel ist ein Nachtrag eingefügt, der sagt, dass der Asteroid 2036 an der der Erde vorbeifliegen wird.

  60. #60 Alderamin
    10. Januar 2013

    @S.E.T.I.

    Nicht ganz, aber beinahe. Der Körper ist 20% größer im Durchmesser, d.h. er ist 1,2 mal so groß. Die Masse geht aber mit dem Volumen, und das ist 1,2×1,2×1,2 = 1,728 mal größer, weil das Objekt in jeder Richtung 1,2-mal so groß ist (das stimmt eh’ nur ungefähr, der Asteroid ist sicher weder ein Würfel noch eine Kugel, für die die Rechnung genau stimmen würde, sondern irgendetwas kartoffelförmiges, also 1,7 unter uns Pastorentöchtern). 1,7 mal 27 Millionen Tonnen sind 45,9 Millionen Tonnen.

  61. #61 Miriam
    10. Januar 2013

    Und warum steht bei dir, dass die Kollisionswahrscheinlichkeit noch bei 0,0004 ist? Der wird ja zu 100 % mit 20 Mio. km an de Erde vorbeifliegen. Warum schreibst du das nicht in deinm Artikel rein?

  62. #62 Florian Freistetter
    10. Januar 2013

    @Miriam: Ich hab den Artikel heute morgen geschrieben. Die neuen Daten gab es erst heute Abend. Und heute Abend habe ich in den Artikel einen Nachtrag reingeschrieben, in dem genau das drin steht: Der Asteroid fliegt vorbei.

  63. #63 Alderamin
    10. Januar 2013

    @Miriam

    Er hat doch einen Nachtrag oben hinein geschrieben, in dem er auf den Artikel verweist, aus dem dem die 20 Millionen km stammen (da steht sogar: vermutlich eher 35 Millionen Meilen, das sind soagr 56 Millionen km). Heute morgen wusste es halt noch niemand besser und da stand auch in der Wikipedia noch nichts anderes drin (der alte Wert von 0,0004 steht auch jetzt noch unten im Artikel). Hier kannst Du live miterleben, wie die Wissenschaft Fortschritte macht.

  64. #64 Liebenswuerdiges Scheusal
    10. Januar 2013

    @Miriam
    Geht mich zwar nichts an, aber da gibts so Grundregeln im Umgang miteinander, nennt sich Höflichkeit.

    Wärs wert mal danach zu googeln.

  65. #65 wereatheist
    10. Januar 2013

    @Troodon: Rohstoffquellen, die ähnliches Material wie Apophis liefern, nennt man auf Erden “Steinbruch” oder “Kiesgrube”, mit Materialwerten von 10€/t und darunter 🙂
    Aber aks Forschungsobjekt wäre er sehr interessant, weil sich die isotopische Zusammensetzung der Mineralien von der der irdischen unterscheiden wird. Die Idee, einen kleinen Lander abzusetzen liegt nahe.

  66. #66 Tatjana
    10. Januar 2013

    Danke Florian für diesen interessanten und aufschlussreichen Artikel. Auf dich ist halt Verlass 🙂 Je mehr ich mich mit dem Thema Asteroiden beschäftige, desto weniger unheimlich erscheinen sie mir. Vor ungefähr 8 Jahren sah das noch ganz anders aus, kaum hatte ich im Videotext über einen Asteroiden gelesen oder irgendeine Doku im Tv gesehen, war ich verunsichert weil ich nicht genau wusste, was ich davon halten soll und ich mich mit diesem Thema überhaupt nicht auskannte. Deswegen sind solche Blogs wie beispielsweise deiner eine super Gelegenheit mehr über das Thema Astronomie, Wissenschaft usw. zu erlernen und sich ein Stück weit zu beruhigen 🙂

    LG

  67. #67 Alderamin
    10. Januar 2013

    @whereatheist

    Rohstoffquellen, die ähnliches Material wie Apophis liefern, nennt man auf Erden “Steinbruch” oder “Kiesgrube”, mit Materialwerten von 10€/t und darunter

    sag’ das nicht:

    In fact, all the gold, cobalt, iron, manganese, molybdenum, nickel, osmium, palladium, platinum, rhenium, rhodium, ruthenium, and tungsten mined from the Earth’s crust, and that are essential for economic and technological progress, came originally from the rain of asteroids that hit the Earth after the crust cooled. This is because, while asteroids and the Earth congealed from the same starting materials, Earth’s massive gravity pulled all such heavy siderophilic (iron-loving) elements into the planet’s core during its molten youth more than four billion years ago. This left the crust depleted of such valuable elements until asteroid impacts re-infused the depleted crust with metals.

    (aus: Asteroid Mining)

  68. #68 JaJoHa
    10. Januar 2013

    @wereatheist
    Die Isotopenzusammensetzung wird auch zwischen Oberfläche und Kern von Aprophis schwanken, weil deine Oberfläche voller Spallationsprodukte ist

  69. #69 wereatheist
    10. Januar 2013

    @Alderamin: Ja. Die bei der Entstehung der Erde vorhandenen sehr schweren Elemente sind weitgehend im Erdkern verschwunden, und was jetzt noch in der Kruste zu finden ist, stammt aus dem späteren Asteroidenbombardement. Aber auch wenn die Konzentration irgendwelcher seltenen Elemente auf Apophis 2-3 Größenordnungen größer wäre als im Mittel in der Erdkruste, würde sich der Abbau i.d. Regel nicht einmal lohnen, wenn das Teil im Ganzen auf der Erde läge, in einer verkehrsgünstigen Gegend.
    Die abbauwürdigen Erze auf der Erde sind nämlich durch geologische Prozesse zustande gekommen, die auf Asteroiden nicht statt finden.

  70. #70 wereatheist
    10. Januar 2013

    Es ist nämlich eine Frage der Konzentration des interessanten Elements, ob sich der Abbau lohnt. Selbst ein Nickel-Eisen-Planetesimalkernbruchstück dürfte z.B. Gold kaum in ausreichender Konzentration enthalten.

  71. #71 wereatheist
    11. Januar 2013

    @JaJoHa: der Lander sollte sich also am besten komplett durch den Asteroiden bohren können 🙂

  72. #72 Florian Freistetter
    11. Januar 2013

    @Tatjana: “Je mehr ich mich mit dem Thema Asteroiden beschäftige, desto weniger unheimlich erscheinen sie mir.”

    Genau so ist es. Je mehr man weiß, desto weniger Angst hat man. Und Asteroiden sind wirklich cool, da lohnt es sich, besser Bescheid zu wissen.

  73. #73 Sebi
    11. Januar 2013

    Jup, Asteroiden gefallen mir in der Astronomie fast am Besten.

  74. #74 Christian der 1.
    11. Januar 2013

    In diesem Sinne möchte ich mal auf den Asteroiden 2012 DA14 hinweisen. (Florian hat auch einen älteren artikel dazu)
    http://www.waa.at/hotspots/asteroiden/2012da14.html

    Wäre wirklich cool wenn es mir als interessierten laien gelänge diesen kleinen asteroiden zu sehen.

    paradoxerweise wäre dieser winzling der 1. asteroid den ich mit eigenen augen sehen würde. obwohl es da ja heller gäbe.

  75. […] in der Nähe der Erde vorbei. Mal beträgt der Abstand ein paar Millionen Kilometer, so wie beim Vorbeiflug von Apophis letzte Woche. Mal sind es nur ein paar Zehntausend Kilometer, so wie bei 2012 DA14 oder zum Beispiel dem […]

  76. […] verfehlt, Air France 447: Absturz durch Meteoriteneinschlag?, Potentiell gefährliche Asteroiden,Neue Bilder: Erdnaher Asteroid Apophis ist größer und dunkler als gedacht Als die Erde entstand…, Der Asteroid und das Sommerloch, Der Riesenasteroid 2005 YU55, Wenn […]

  77. #77 Lexi
    9. September 2013

    Also – in Anbetracht der Tatsache, dass viel zu viele Menschen auf diesem Planeten leben, müsste eigentlich mal so ein kosmischer Vorschlaghammer kommen und hier ein wenig aufräumen. Wenn’s irgend einen arabischen Schurkenstaat treffen würde – wär auch nicht das Schlechteste. Aktuell würde mir Syrien einfallen – dann wäre diese heillose Debatte um “Militärschlag ja oder nein” auch vom Tisch.

  78. #78 Florian Freistetter
    9. September 2013

    @Lexi: “Wenn’s irgend einen arabischen Schurkenstaat treffen würde – wär auch nicht das Schlechteste. Aktuell würde mir Syrien einfallen – dann wäre diese heillose Debatte um “Militärschlag ja oder nein” auch vom Tisch.”

    Was ist denn das für ein menschenverachtender Unsinn? Klar, weil ALLE Menschen in Syrien böse arabische Schurken sind und sterben sollen, nicht wahr? Solche Kommentare brauch in meinem Blog nicht.

  79. #79 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/09/07/freiheit-statt-angst/
    9. September 2013

    Ein kosmischer Vorschlaghammer könnte auch leicht mit seinen Wirkungen eine ungleich größere Verheerung auslösen als 100 weitere Jahre globale Erwärmung.

    Ich weiß nicht wann der letzte, große Einschlag war – mit landschaftsgestaltendem Krater und so. Ich glaube die Löcher waren zumeist wesentlich kleiner als Syrien, aber ob man dann 500km oder 5000km vom Einschlag entfernt ist – ob das noch so viel ausmacht?

    Für chirurgische Strafaktionen sollten wir doch bei den Blitzen bleiben.