Beteigeuze ist ein cooler Stern. Das fängt schon bei seinem Namen an. Der bedeutet übrigens “Hand der Riesin” und entstammt eigentlich einer falschen Transkription aus dem Arabischen. Es sollte yad al-ǧauzāʾ heißen, wurde aber bad al-ǧauzāʾ. Beteigeuze ist auch ein beliebter Science-Fiction-Stern. Er wird vom Planet der Affen umkreist. Ford Prefect und Zaphod Beeblebrox aus “Per Anhalter durch die Galaxis” stammen aus dem Beteigeuze-System. Phillip K. Dick, Stanislav Lem – Beteigeuze ist überall in der Science-Fiction. Aber es handelt sich ja auch im einen beeindruckenden Stern!
Es ist der neunthellste Stern am Nachthimmel. Und der zehntgrößte Stern, von allen die wir bis jetzt kennen! Beteigeuze ist knapp 1000 Mal größer als unsere Sonne! Und er ist auf Kollisionskurs. Allerdings nicht mit uns…

Beteigeuze ist wirklich groß. Sein Radius ist 1000 Mal größer als der der Sonne. Würde man den Stern in unser Sonnensystem stecken, dann würde er bis über die Bahn des Jupiter reichen! Beteigeuze ist auch 20 Mal schwerer als unsere Sonne. Und leuchtet hunderttausend Mal heller als die Sonne. Ein echter Riese also. Genau genommen sogar ein “Überriese”, in der offiziellen Klassifikation der Astronomen. Allerdings noch ziemlich jung. Unsere Sonne ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Beteigeuze dagegen erst 10 Millionen Jahre. Aber recht viel älter wird der Stern nicht mehr werden. Denn je massereicher ein Stern ist, desto kürzer lebt er. In den Kernen massereicher Sterne ist es enorm heiß und deswegen verbrennen sie ihren Brennstoff schneller als die leichteren Sterne. Beteigeuze befindet sich schon am Ende seines Lebens und kann es Prinzip jederzeit im Zuge einer Supernova-Explosion beenden. “Jederzeit” ist aber in der Astronomie ein weit gefasster Begriff. Das kann tatsächlich schon morgen sein. Oder aber auch erst in ein paar zehntausend Jahren.

Dass Beteigeuze quasi schon in den letzten Zügen liegt, sieht man ihm auch an. Es läuft bei ihm nicht mehr so rund wie bei einem normalen Stern. Seine Größe und seine Helligkeiten schwanken. Seit 1993 ist der Stern um 15 Prozent geschrumpft. Und immer wieder gibt es Helligkeitsausbrüche, bei denen der Stern Teile seiner äußeren Atmosphäre ins All schleudert. Beteigeuze macht es nicht mehr lange und wenn der Stern Pech hat, dann kollidiert er in 12500 Jahren auch noch mit einer Wand aus Staub.

Das zeigen neue Aufnahmen des Weltraumteleskops Herschel. Das beobachtet den Himmel im Infrarotlicht und ist damit besonders gut geeignet, kleine Staubteilchen zu sehen. Die leuchten zwar nicht selbst, werden aber von der Strahlung der Sterne aufgeheizt und geben diese Wärme wieder ab. Und genau das infrarote “Leuchten” dieser abgegebenen Wärme kann Herschel sehen. So sieht es aus, wenn Herschel Beteigeuze fotografiert:

Der Stern selbst ist der helle Punkt in der Mitte des Bildes. Er ist von einer klumpigen Wolke aus Staub und Gas umgeben. Die entsteht, wenn einzelne sehr heiße Bereiche des Sterns Material ins All schleudern.
Weiter draußen sieht man einige bogenartige Strukturen. Sie bestehen aus Staub und Gas, die von Beteigeuze früher schon ins All geschleudert hat. Der Stern bewegt sich mit 30 Kilometern pro Sekunde durch das All und erzeugt dabei eine Art “Bugwelle”. Die gerade Linien ganz links im Bild hat vermutlich nichts mit Beteigeuze selbst zu tun. Es könnte sich um Material handeln, dass der Stern noch früher abgestoßen hat. Aber die neuen Analysen der Astronomen zeigen, dass es wahrscheinlicher ist, dass es sich hier um interstellares Gas und Staub handelt, dass einfach nur von Beteigeuze angeleuchtet wird. Wenn das tatsächlich so ist, dann wird Beteigeuze die Wand aus Staub in 12500 Jahren erreicht haben.

Was genau bei der Kollision passieren wird, ist schwer zu sagen. So eine interstellare Wolke aus Staub und Gas ist nicht sonderlich dicht. Der Stern wird dabei also sicher nicht kaputt gehen. Nicht direkt zumindest. Aber wenn er einen Teil des Materials dort einsammelt und damit noch massereicher wird, dann wird das seinen Abgang nur noch beschleunigen. Aber vielleicht explodiert er ja auch schon vorher. Wenn ihr also demnächst mal wieder draußen seid, dann schaut zum Himmel! Beteigeuze ist der rote Schulterstern im schönen Sternbild Orion. Er ist leicht zu finden – schaut ihn euch an! Wer weiß, wie lange es ihn noch gibt…

Kommentare (72)

  1. #1 2002EL6
    23. Januar 2013

    Ich wäre ja dafür, das die Supernovaphase so eintritt, dass ich die noch erleben kann… Die dürfte ja dann locker auch am Tageshimmel zu sehen sein (ich habe da was vom –10^m gelesen).

  2. #2 Alexander
    Artern
    23. Januar 2013

    Hallo Florian,

    wenn es denn zuende geht mit Beteigeuze, könnte man die Supernova mit bloßen Augen am Himmel sehen und könnte das nicht schon passiert sein, aber das Licht brauch noch ~600 jahre bis zu uns?
    Und hätte eine Supernova in dieser Entfernung auf die Erde irgendeine Wirkung?
    Fragen über Fragen 🙂

    MfG
    Alex

  3. #3 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    @2002EL6: Klar, das sieht man dann auch am Tag!

  4. #4 Bullet
    23. Januar 2013

    Oja. Wär auch für mich und die Geschichtsbücher was. Und für die Astrophysiker natürlich.
    Aber mal an die richtigen Filmnerds:
    Florian schrieb

    Beteigeuze ist auch ein beliebter Science-Fiction-Stern. Er wird vom Planet der Affen umkreist.

    Damit meinte er den Roman. Ich glaube mich jetzt erinnern zu können, daß in der deutschen Version des alten Films von 1968 jedoch Bellatrix als … ääh … Zielstern??? … genannt wurde. Hat da einer noch Erinnerungsschnipsel parat?

  5. #6 Alderamin
    23. Januar 2013

    @Alexander

    Na ja, der Stern ist ja auch so schon einer der hellsten am Himmel, eine Supernova wäre noch wesentlich heller und nicht zu übersehen. Heller als der Vollmond. So hell, dass nachts der Himmel blau würde (aber nicht so hell, wie die Sonne). So hell, dass man sie am Tage sähe.

    Und ja, da das Licht 600 Jahre zu uns unterwegs ist, könnte der Stern schon explodiert sein. Oder auch nicht. Darüber zu spekulieren ist müßig, da uns keine Information vom Stern schneller als das Licht erreichen kann. Wir müssten 600 Jahre in die Zukunft schauen können, um zu wissen, was jetzt gerade auf Beteigeuze passiert. Deswegen beschäftigen sich Astronomen auch lieber mit dem, was sie im Augneblick sehen, als mit dem, was jetzt im Augenblick weit entfernt passiert und über das man nur spekulieren kann.

  6. #7 Alderamin
    23. Januar 2013

    @Bullet

    Ich kenne nur den Film, aber da war doch am Ende der Planet der Affen die Erde in der Zukunft? Endet doch damit, dass die Hauptdarsteller die versunkene Freiheitsstatue am Strand finden. Im Prequel neulich haben wir dann auch gelernt, wie die Affen intelligent wurden und sich aus den Versuchslabors befreiten.

  7. #8 zero hour
    23. Januar 2013

    @ Bullet: Im Film landen sie auf der Erden, was sich aber erst ganz zum Schluss herausstellt.

  8. #9 Matze
    23. Januar 2013

    In deinem verlinkten Artikel “Beteigeuze und die Supernova: warum die Welt schon wieder nicht untergeht” sagst du, “10000 Mal heller und 662 Mal größer” als die Sonne. Hier steht 100000 mal heller und 1000 mal größer. Was ist denn richtig?

    Aber wie immer Danke für deinen Blog.

  9. #10 Alderamin
    23. Januar 2013

    @2002EL6

    Ich hab’s mal nachgerechnet, Typ II-Supernovae haben etwa -17 bis -17.5 mag absolute Helligkeit (also Helligkeit bezogen auf 10 parsec oder 32,6 Lichtjare Entfernung) und das Entfernungsmodul zu Beteigeuze (Differenz aus scheinbarer und absoluter Helligkeit) wäre für die Entfernung zu Beteigeuze (200 parsec) etwa +6.5, d.h. eine Typ-II-Supernova in der Entfernung von Beteigeuze wäre etwa -17… -17.5 +6.5 = -10.5…-11 mag hell. Der Vollmond ist mit -12 mag noch etwas heller, also würde der Himmel nicht so richtig blau im Dunklen werden und nachts Zeitung lesen wäre auch nicht drin. Am Taghimmel würde der Stern wohl auffallen. Er würde viel heller als der Mond wirken, weil das ganze Licht von einem kleinen Punkt ausginge. Er hätte aber etwas weniger Beleuchtungsstärke als der Vollmond.

  10. #11 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    @matze da hab ich wohl im alten artikel ne null vrgessen. und die grosse ist nicht exakt bekannt. sie andert sich ja auch…

  11. #12 Alderamin
    23. Januar 2013

    @Matze

    Laut Wikipedia 662 mal so groß wie die Sonne (aber als variabler Stern schwankt die Größe, Beteigeuze ist unrgelmäßig geformt und die Atmosphäre ist praktisch ein Hochvakuum, da ist eine Grenze ohnehin Definitionssache).

    Helligkeit ist aber einfach. Absolute Helligkeit von Beteigeuze ist -5 bis -5.3 mag (variabel), für die Sonne +4,8 mag, ziemlich genau 10 Größenklassen dunkler (bei den Größenklassen heißt eine größere Zahl weniger hell als eine kleinere Zahl). 5 mag sind exakt ein Faktor 100 (ist so definiert), 10 Größenklassen also 100*100 = 10000. Ist wohl eine Null zu viel reingerutscht.

  12. #13 Forodrim
    23. Januar 2013

    Wie lang würde das Schauspiel denn dauern?

  13. #14 Alderamin
    23. Januar 2013

    @Forodrim

    =>Hier sieht man die Lichtkurve verschiedener Supernovae. Beteigeuze würde eine Typ II werden und damit rasch (innerhalb eines Tages) auf das Plateau steigen und dort etwa 100 Tage bleiben, bevor es innerhalb eines Monats bergab geht. Also schon eine Weile.

  14. #15 Dietmar
    23. Januar 2013

    Dein Stil gefällt mir ausgesprochen gut:

    Es läuft bei ihm nicht mehr so rund wie bei einem normalen Stern.

    🙂

  15. #16 Dietmar
    23. Januar 2013

    Das ist ein Artikel, den ich gleich mal Junior lesen lassen werde, wenn er aus der Schule kommt. Anschaulich, interessant, echt toll!

  16. #17 tina
    23. Januar 2013

    Das wäre wirklich mal eine Sensation. Habe mir gerade mal die Liste der letzten Supernovae angesehen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Supernovae

    Beteigeuze wäre mit -10 bis -11 dann ja die mit Abstand hellste SN in den letzten ca. 1800 Jahren, die von der Erde aus beobachtet werden konnte (Beginn der verlässlichen Aufzeichnungen?).
    Und da Keplers Supernova ja schon gut 400 Jahre her ist, bin ich auch dafür, dass Beteigeuze möglichst heute oder morgen explodiert 😉 !

  17. #18 Bullet
    23. Januar 2013

    @Alderamin, zero hour:
    richtig, aber am Anfang des Filmes wurde, wenn mein altersschwacher Brägen mich nicht täuscht, erwähnt, daß das Raumschiff Richtung Bellatrix unterwegs wäre. Ich habs deswegen so deutlich in Erinnerung, weil ich in diesem Kontext jenen Sternennamen das erst Mal hörte. Ist, wie gesagt, aber nur spongiforme Erinnerung.

  18. #19 Stephan
    23. Januar 2013

    Ach, ich will während meinem kurzen irdischen Dasein auch mal so eine Supernovae erleben! Meine Bitte, im WAHRSTEN Sinne des Wortes: Bitte, Beteigeuze, gib noch MEHR GAS!

  19. #20 tina
    23. Januar 2013

    Wär auch vorteilhaft für uns, wenn es JETZT passieren würde, weil Orion im Winter ja so schön nachts zu beobachten ist. Ich werde heute abend Beteigeuze ganz genau beobachten…
    Also Beteigeuze: Hopp, mach hinne!

  20. #21 sternschubser
    universum
    23. Januar 2013

    Jaaa , gegoogelt und gefunden ! http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_supernova_candidates
    Und jetzt kommt der schwierige teil der Übung: warten , warten , warten , …

  21. #22 Alderamin
    23. Januar 2013

    Wäre doch schade um den Orion, wenn Beteigeuze verschwinden würde. Eine Supernova an weniger prominenter Stelle wäre doch auch ok.

    Oder eine in der Andromedagalaxie. Mit einer Supernova pro 50-100 Jahren pro Galaxie ist nach 1885 so langsam mal wieder eine in M31 fällig.

  22. #23 tina
    23. Januar 2013

    Wäre doch schade um den Orion, wenn Beteigeuze verschwinden würde.

    Das müsste man dann eben in Kauf nehmen, dafür wär das Spektakel vorher aber um so besser :-).
    Eine SN an anderer Stelle wär aber natürlich auch okay. Hauptsache gut sichtbar!

  23. #24 SkeptikSkeptiker
    Randpolen
    23. Januar 2013

    na klar, am besten in der Nähe des Himmelsnordpols, ihr Egoisten!!!
    Aber toll wäre es schon…..

  24. #25 klauszwingenberger
    23. Januar 2013

    Einen zirkumpolaren Kandidaten gibt es ja: Rho Cas, den könnte man nach Norden hin über einen Tag hinweg einen vollen Kreis beschreiben sehen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rho_Cassiopeiae#Entdeckungen

  25. #26 GV5
    23. Januar 2013

    Wieder mal sehr interessante Artikel, auch der verlinkte Artikel, jedoch frage ich mich gerade, wenn Eisen das letzte Element ist, das ein Stern herstellen kann, wie dann die Elemente, die noch schwerer als Eisen sind, entstanden sind. Eisen besteht laut dieser Seite ( http://www.wissen-info.de/chemie/element/eisen_fe.php ) aus einer Masse von etwa 55,85 Nukleonen (Neutronen und Protonen), jedoch gibt es auch schwerere Elemente, als Eisen, die auch natürlich vorkommen. Platin hat zum Beispiel eine Masse von etwa 195,08 Nukleonen ( http://www.wissen-info.de/chemie/element/platin_pt.php ). Es handelt sich dabei also um ein noch schwereres Element, als Eisen.

    Sind diese Elemente, die schwerer als Eisen sind, vielleicht viel früher in noch größeren Sternen, als es sie heute noch gibt, entstanden? Oder gibt es auch heute noch Sterne, die dazu fähig wären, schwerere Elemente zu fusionieren? Könnte zum Beispiel ein Hyperriese auch schwerere Elemente fusionieren?

    viele Grüße

    GV5

  26. #27 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    @gv5: die schweren elemente entstanden bei supernova explosionen. da wird genug energie frei. ich hab irgendwann drüber geebloggt. bin aber grad unterwegs und find den link nicht. ich hab da uber gold und silber und den r-prozess bzw. s-prozess geschrieben. ich hab daruber aber auch in meinem neuen buch (“der komet im cocktailglas”) geschrieben, um noch ein bisschen eigenwerbung zu machen.

  27. #28 Alderamin
    23. Januar 2013

    @GV5

    Sterne können keine Elemente schwerer als Eisen fusionieren, weil der Prozess dann endotherm wird, also Energie verbraucht, statt zu erzeugen. Das kann einen Stern nicht stabilisieren, der muss Hitze und Strahlungsdruck erzeugen, um nicht zusammenzubrechen.

    Aber bei einer Supernova entstehen die Temperaturen und Drücke, die Elemente schwerer als Eisen fusionieren können. Bei Supernova-Explosionen entstand alles Gold, Uran und dergleichen, das wir heute finden. Die Sterne, die zur Supernova werden können, leben nur kurz, ein paar 10 Millionen Jahre, d.h. es sind schon viele Generationen von ihnen vergangen, bevor das Sonnensystem entstand.

  28. #29 tina
    23. Januar 2013

    Hat eigentlich schon mal jemand ausgerechnet, wieviele Supernovae es pro Jahr im sichtbaren Teil des Universums gibt? Würde mich mal interessieren.

  29. #30 Nyarlathotep
    23. Januar 2013

    mal eine frage: könnte der in der bibel erwähnte stern von bethlehem auch die supernova eines nahen serns gewesen sein? denn bis heute ist ja nicht klar, welcher der stern von bethlehem ist und er soll ja laut den überlieferungen ziemlich hell gewesen sein, heller als alles andere am nachthimmel, abgesehen vom mond. zudem war die lichterscheinung ja auch nur vorübergehender natur, wodurch natürlich logisch ist, dass sie heute nicht mehr da ist.

  30. #31 Benny
    23. Januar 2013

    @Nyarlathotep: Ist möglich – gehört auch zu den vielen Theorien. Wobei ja dann die Überreste irgendwo noch sichtbar sein müssten, oder irre ich mich?

    Mir persönlich gefällt ja die Theorie der Venus/Jupiter-Konjunktion am Besten.

  31. #32 bikerdet
    23. Januar 2013

    @ GV5 :
    Ich habe es gerade in der Doku ‘Wunder des Universums’ gesehen : Bei einer SN – Explosion entstehen Temperaturen von 100 Milliarden Grad, diese aber nur etwa 15sek. ! In dieser kurzen Zeit entstehen alle Elemente, die schwerer als Eisen sind. Natürlich ist eine solche Sonne SEHR groß und es entstehen genug Atome damit wir sie ausgraben können.

  32. #33 bikerdet
    23. Januar 2013

    @ Nyarlathotep :

    Der Stern von Bethlehem war wohl keine SN weil man keine SN-Reste im fraglichen zeitlichen Rahmen gefunden hat. Aber natürlich wäre ja noch eine SN Typ I möglich, hierbei wird ja praktisch alles Material zerstört. Es bleibt nichts zum ‘finden’ übrig.

    Ebenfalls spekuliert wird über eine Konjunktion von Jupiter und Saturn, die zumindest um das Jahr 0 wahrscheinlich war. Da die Prophezeiungen der Bibel zu den üblichen, damals den beiden Planeten zugeordneten, ASTROLOGISCHEN Deutungen passen, wäre es zumindest möglich.

  33. #34 Nyarlathotep
    23. Januar 2013

    @benny

    konjunktionsthesen für den stern von bethlehem gibts ja glaub ich zwei. einmal venus/jupiter und einmal jupiter/saturn. die venus an sich ist ja bereits als abend- bzw. morgenstern bekannt und zwar seit dem altertum. ich denke nicht, dass sie plötzlich auch noch die rolle des sterns von bethlehem übernehmen sollte, auch nicht in einer konjunktion mit jupiter. die venus hat seit eh und je ihre feste rolle und eine unumstößliche deutung. und jupiter und saturn? die sind allein zu dunkel. wenn man den überlieferungen glaubt, dann war der stern von bethlehem sehr hell und wie gesagt heller als alles andere am nachthimmel. so eine große scheinbare helligkeit haben jupiter und saturn nun auch wieder nicht, auch nicht in konjunktion miteinander oder einer von beiden mit der venus. es muss eine lichterscheinung gewesen sein, die sofort aufgefallen ist am himmel. und wenn es keine die supernova war, dann glaube ich eher noch an einen kometen. die konjunktionsthese ist für micht die unwahrscheinlichste.

    das mit dem überrest der supernova stimmt. der müsste irgendwo zu finden sein. es sollte ja ein supernovarest sein, der in etwa 2000 jahre alt ist. offenbar wurde bis heute noch keiner gefunden, der auf das alter passen könnte. aber ich weiß jetzt nicht so genau wie man einen solchen supernovarest genau findet.

  34. #35 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    @nyarlathotep: “könnte der in der bibel erwähnte stern von bethlehem auch die supernova eines nahen serns gewesen sein?”

    Eher nicht. http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/12/der-stern-von-bethlehem-aus-astronomischer-sicht.php

  35. #36 tina
    23. Januar 2013

    Noch mal zu meiner Frage weiter oben. Falls man das nicht ausrechnen oder sinnvoll abschätzen kann, wäre auch die Größenordnung interessant. Sind es Millionen, 100e-Millionen oder gar Milliarden?

  36. #37 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    @tina: “Hat eigentlich schon mal jemand ausgerechnet, wieviele Supernovae es pro Jahr im sichtbaren Teil des Universums gibt?”

    Also ausgerechnet hat es sicher irgendwer. Ist aber knifflig, ne Zahl zu nennen. Weil wir da wieder das Problem der Gleichzeitigkeit haben. Das Licht von einer 13 Milliarden LJ entfernten Galaxie braucht ja 13 Milliarden Jahre bis zu uns.
    Es gibt z.B. ne Galaxie, in der man innerhalb von 10 Jahren 3 Supernovae gesehen hat. Das ist ziemlich viel. Aber diese SN sind nicht tatsächlich innerhalb von 10 Jahren passiert. Zwischen den explodierten Sternen lagen ein paar zehntausend Lichtjahre und nur weil wir schief auf die Galaxie blicken hat das Licht der einzelnen SN zufällig fast gleich lang gebraucht, bis es bei uns war.

    Normalerweise schätzt man so ne Handvoll SN pro Galaxie pro Jahrtausend (es schwankt, weil es auch von den EIgenschaften der Galaxie abhängt). In der Milchstraße sinds ungefähr 2 pro Jahrhundert. Aber natürlich gibts ein paar hundert Milliarden Galaxien im Universum…

  37. #38 Florian Freistetter
    23. Januar 2013

    In meiner Podcast-Folge über den STern von Bethlehem erzähle ich auch wenig von den historischen Hintergründen, und warum es nicht unbedingt ein konkretes Ereignis gegeben haben muss: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/12/21/sternengeschichten-folge-4-der-stern-von-bethlehem/

  38. #39 tina
    23. Januar 2013

    @Florian
    Danke für die Antwort. Dann sind es auf jeden Fall ja verdammt viele. Bei ein paar hundert Milliarden Galaxien also wohl auch Supernovae ungefähr im Milliardenbereich pro Jahr, wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe.

  39. #40 Alderamin
    23. Januar 2013

    @tina

    Du kannst mit ungefähr einer Supernova pro Jahrhundert pro Galaxie rechnen. Bei 100 Milliarden Galaxien im sichtbaren Universum (so als Hausnummer) wären das 1 Milliarde pro Jahr oder 30 Stück pro Sekunde. Die meisten passieren allerdings in sehr großer Entfernung, so dass man sie nur mit einer langbelichteten Aufnahme wie dem Hubble Deep Field sehen kann. Ich hatte mal ausgerechnet, dass bei mehreren Tagen Belichtungszeit beim betreffenden Blickfeld des Deep Fields die eine oder andere Supernova im Bild sein müsste (war wohl auch der Fall).

  40. #42 tina
    23. Januar 2013

    …wären das 1 Milliarde pro Jahr oder 30 Stück pro Sekunde.

    Das ist wirklich faszinierend!

  41. #43 Ex-Esoteriker
    23. Januar 2013

    Also wegen Planet der Affen, ich habe es nur so in Erinnerung, dass die Leute in die Zukunft der Erde gereist sind, und statt Menschen, auf Affen gestoßen sind.

    Beteigeuze als Planet-der-Affen-Stern lese/höre ich jetzt hier das erste mal.

    Aber dennoch finde ich solche Sterne ((Riesen und Über (Hyper) Riesensterne) sehr interessant, würde am liebsten dort hinfliegen und mir so einen Stern mal aus der Nähe betrachten.

  42. #44 Nyarlathotep
    23. Januar 2013

    @ex-esoteriker

    ja, das hab ich mir auch so gedacht. hab ja paar von den filmen auch gesehen. und soweit ich mich erinnern kann ging es da einfach nur um die erde der zukunft, welche dort zum “planet der affen” wurde. am ende 1. films war ja dann auch die ruine der freiheitsstatue an der küste zu sehen. also war es definitiv auf der erde. und in “prevolution” wird ja auch erklärt, dass es laboraffen gewesen sind, aus denen später die intelligenten affen wurden, nachdem die menschheit durch ein virus dezimiert wurde.

    es ist aber offenbar so, dass es in der romanvorlage wirklich ein fremder planet im beteigeuze-system war, aber für die verfilmung wurde das geändert und da bin ich auch froh darüber, denn affen und menschen auf einem planeten im beteigeuze-system klingt reichlich schwachsinnig.

  43. #45 klauszwingenberger
    23. Januar 2013

    @ Ex-Esoteriker:

    Die Evolution auf einem Überriesen-Planeten hätte auch verdammt schnell ablaufen müssen. Nur einige 10 Mio Jahre bis zum großen Rums! Schon so ein Stern wie Wega – die A0-Standardkerze, also kein übermäßig schweres Ding, das noch nicht mal eine Supernova zurücklassen wird – lässt der Evolution auf einem Planeten weniger als 1 Mrd. Jahre Zeit, dann ist schon Schicht im Schacht.

  44. #46 Nyarlathotep
    23. Januar 2013

    @klauszwingenberger

    jo, 10 millionen jahre sind für eine komplexe evolution wohl mehr als zu kurz. das reicht noch nicht mal zur bildung von aminosäuren durch chemische evolution. man sieht ja auch wie lange es auf der erde gedauert hat, bis es überhaupt mal die ersten prokaryoten in form von cyanobakterien gab. selbst dafür vergingen seit der enstehung der erde und unseren sonnensystems schon mal an die 1 milliarde jahre. selbst die chemische evolution begann frühestens 500 millionen jahre nach der erdentstehung.

    meiner meinung nach liegt die untere zeitgrenze für eine komplexe evolution bei 3 milliarden jahren. ein stern sollte also wenigstens ein alter von 3 milliarden jahren erreichen können, damit sich auch höheres, komplexes leben auf einem planet oder mond entwickeln kann. und das ist wirklich die unterste grenze.

    und das gilt für leben auf kohlenstoffbasis. sollte auch leben auf siliziumbasis möglich sein, dann wäre dieser zeitraum wohl eher noch länger, da siliziumverbindungen reaktionsträger sind und damit der stoffwechsel solcher wesen langsamer wäre und auch ihre evolutionäre entwicklung viel länger dauern würde. wer weiß ob für komplexe lebensformen auf siliziumbasis da überhaupt das alter des universums ausreichen würde 😉

  45. #47 GV5
    23. Januar 2013

    Danke für eure Antworten und die Links dazu. Ich werde mir diese mal ansehen.

  46. #48 zero hour
    23. Januar 2013

    Ich hab da mal eine Frage: Wenn ich das richtig verstehe, dann treten Sterne in das Riesen-Stadium ein, sobald das H-Schalenbrennen beginnt. Daran schließen sich je nach Masse dann noch weitere Fusionsprozesse an, bis nicht mehr genügend Material dafür zur Verfügung steht und der Stern schließlich explodiert bzw. kollabiert. Aber sieht man es einem Riesenstern eigentlich an, in welcher Phase des Schalenbrennens er sich befindet?

  47. #49 GV5
    23. Januar 2013

    Das hört sich alles sehr interessant an. Ich hatte ursprünglich gedacht, Supernovae würden die im Stern fusionierten Elemente lediglich freisetzen und keine weiteren Elemente produzieren. Wenigstens erklärt das, wie schwerere Elemente als Eisen entstanden sind. Nochmal Danke für eure Antworten.

  48. #50 markus
    23. Januar 2013

    Kann Beteigeuze überhaubt noch Material einsammeln?
    Der Stern kann ja sein eigenes Material nicht mehr halten
    Gibt es eine Abschätzung wie dicht/massereich die Wand aus Staub ist ?

  49. #51 IO
    23. Januar 2013

    abo

  50. #52 Steffmann
    23. Januar 2013

    @Stephan

    Ach, ich will während meinem kurzen irdischen Dasein auch mal so eine Supernovae erleben! Meine Bitte, im WAHRSTEN Sinne des Wortes: Bitte, Beteigeuze, gib noch MEHR GAS!

    Au ja, würde ich auch gerne erleben. Aber nicht nur, weil’s ein wunderschönes Spektakel wäre.

    Stelle dir mal vor, wie die wissenschaftsresistenten Eso-Schwurbler und die Religionsfanatiker auf diesen Zug aufspringen würden. Ein Zeichen ! Das grosse weisse Taschentuch sendet ein Zeichen ! Oder vielleicht kommt alternativ der grüne Erkelanfall ? 🙂

  51. #53 AmbiValent
    23. Januar 2013

    Was macht eigentlich die Lichtkurve einer Supernova nach den ersten paar Monaten? Bei einer normalen Supernova schaut man ja schon nicht mehr hin, aber bei Beteigeuze ist der Stern selbst schon hell, so dass auch die Supernova noch eine ganze Weile länger sichtbar wäre als üblich. Wie lange dauert es schätzungsweise, bis die Beteigeuze-Supernova als 0m erscheinen würde, und wie lange, bis sie mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar wäre?

  52. #54 Robert
    23. Januar 2013

    Einfach toll und immer wieder faszinierend. Ich freue mich riesig wie viel wir Menschen schon über die Vorgänge im Universum herausgefunden haben und das in relativ kurzer Zeit. Bei dem Gedanken was noch alles erforscht werden könnte, auch von Sachverhalten die vielleicht momentan noch keiner berücksichtigt, könnte man sich glatt die Unsterblichkeit wünschen… Jedenfalls wünsche ich mir nachdem ich mit stellarium mir ein paar alte sn angeschaut habe auch nochmal zu lebzeiten zeuge eines solchen spektakels zu werden

  53. #55 Alderamin
    24. Januar 2013

    @Ambivalent

    0. Größe auf 200 pc Entfernung wären etwa 30000 Sonnenleuchtkräfte (die Sonne ist 4,8 mag absolut, also 4,8 Größenklassen weniger als 0 mag auf 10 pc, plus Entfernungsmodul von 6,5, siehe mein Post oben, macht 11,3 mag nötige Differenz zur Sonnenleuchtkraft, um bei 200 pc auf 0 mag zu kommen).

    Hier ist eine Lichtkurve für Supernova 1987A. Die war jetzt nicht genau vom selben Typ wie Beteigeuze (der Progenitor war ein Blauer Riese, kein Roter Überriese), aber nach dieser Kurve wäre diese Helligkeit nach etwas über einem Jahr erreicht. Man sieht, dass die Helligkeit streng mit der Halbwertszeit von Kobalt 56 abnimmt. Nach 2,5 Jahren wäre Supernova-Überrest dann auf etwa 1000 Sonnenleuchtkräfte abgekühlt und hätte noch knapp 4 mag. Dann wären die Reste von Beteigeuze nur noch ein Wölkchen wie der Orion-Nebel.

  54. #56 Florian Freistetter
    24. Januar 2013

    @markus: “Der Stern kann ja sein eigenes Material nicht mehr halten”

    Naja, wenn er wieder schwerer wird, dann wird seine Gravitationskraft wieder größer und er kann sein Zeug besser halten.

    “Gibt es eine Abschätzung wie dicht/massereich die Wand aus Staub ist ?”

    Dazu weiß ich leider nichts

  55. #57 Alpha Centauri beta
    Neurandsberg
    24. Januar 2013

    Diese Sternengeschichten die sie machen höre ich mir schon seit der ersten Folge an und Beteigeuze interessiert mich sehr.

  56. #58 madM
    friedhofstraße 18
    24. Januar 2013

    Hallo Florian,
    ich lese deinen Blog noch nicht lange. Und ich bin keine Wissenschaftlerin,
    Du schreibst du interessant, dass man es gar nicht mehr abwarten kann dass das “Ding endlich explodiert” . Da werde ich sofort losgoogeln, um herauszufinden wie und wo ich das passende Sternbild finde, Damit ich im Fall der Fälle nichts verpasse.

  57. #59 Florian Freistetter
    24. Januar 2013

    @madM: “Da werde ich sofort losgoogeln, um herauszufinden wie und wo ich das passende Sternbild finde”

    Also das Sternbild Orion findest du leicht. Das ist gerade im Winter eines der auffälligsten Sternbilder überhaupt.

  58. #60 Alderamin
    24. Januar 2013

    @madM

    Schaue abends, wenn es gerade dunkel geworden ist, nach Südosten, oder spätabends nach Süden. Das Bildchen oben im Text zeigt die Form des Orion, das ist ein großes Sternbild aus vielen hellen Sternen. Vor allem die drei Gürtelsterne sind auffällig. Das ganze kleine Gedöns in dem Bild fällt normalerweise nicht auf, in der Stadt schon gar nicht.

    Beteigeuze ist der helle orangefarbene Stern oben links. Ihm gegenüber unten rechts steht der blaue Rigel. Man kann an den beiden schön die verschiedenen Farben (Temperaturen) von Sternen sehen.

    Tja, seit Wochen sieht man bei uns nur keine Sterne mehr, immer nur graue Wolken…

  59. #61 zero hour
    25. Januar 2013

    Hier in Rhein-Main sieht man selbst bei klarem Himmel (was selten genug vorkommt) dank der Lichtverschmutzung nur noch die hellsten Sterne. Aber mittlerweile wissen die Leute hier schon gar nicht mehr, was sie damit verloren haben.

    Weiß hier eigentlich jemand, warum Beetlejuice im Film “Beetlejuice” so heißt? Im Film sieht man den Namen übrigens als “Betelgeuse” geschrieben. Ist das einfach nur ein cooler Name, oder hat das noch eine tiefere Bedeutung?

  60. #62 madM
    1. Februar 2013

    Ich sehe gesten aus meinem Badezimmerfenster das zufällig Richtung süd- ost zeigt und da grinst mich doch der Orion- Gürtel an! Tagelang ärgere ich mich über den wolkenverhangenen Himmel und bis zu meiner ersten klaren Nacht hatte ich Beteigeuze fast vergessen. Ok… ein bisschen hoch und dann nach links. Das war er also… der Supernova-in-spe-Stern. Und da ich ihn mir jetzt das erste mal so bewusst angesehen habe, stellen sich mir 2 neue Fragen:

    1. Habe ich mir das eingebildet, dass der Stern eine leiche Gelbfärbung hat im Gegensatz zu seinene mit-Orion-Sternen?
    2. Er hat eindeutig geflimmert. Kann doch nicht sein, dass ich wirklich die Fluktuationen beobachten kann, die Florian beschrieben hat? Zuerst dachte ich an ein Flimmern durch die Heizungsluft ( ich habe für die ersten Beobachtungen von Guzi das Fenster geöffnet) , allerdings standen die anderen Sterne fast alle ruhig und klar am Himmel .

    Grüße
    die madM

  61. #63 Florian Freistetter
    1. Februar 2013

    @madM: ” Er hat eindeutig geflimmert. Kann doch nicht sein, dass ich wirklich die Fluktuationen beobachten kann, die Florian beschrieben hat? “

    Alle Sterne flackern; nur die Planeten nicht. Manche Sterne flackern mehr, manche weniger – das hängt vom Wetter ab und der Helligkeit. Kann gut sein, dass Beteigeuze bei dir geflimmert hat. Mit dem, was im Stern passiert hat das aber nichts zu tun. Das Flackern kommt nur durch die Luftunruhe in der Erdatmosphäre zu stande.

  62. #64 Alderamin
    1. Februar 2013

    @madM

    1. Habe ich mir das eingebildet, dass der Stern eine leiche Gelbfärbung hat im Gegensatz zu seinene mit-Orion-Sternen?

    Nein, dann hast Du genau den richtigen gefunden. Beteigeuze ist orangefarben, weil er kühler ist, als die meisten anderen Sterne in der Gegend. Beteigeuze hat nur ca. 3500 K Oberflächentemperatur und damit die Farbe von geschmolzenem Eisen oder einem Glühfaden in ein Glühbirne. Der diagonal im Sternbild gegenüber liegende, ähnlich helle Rigel hat 12300 K und damit die Farbe eines Lichtbogens beim Metall-Schutzgasschweißen. Die Farben sind sehr auffällig, wenn man sie fotographisch aufnimmt und nicht ganz scharf abbildet, siehe etwa =>hier.

    2. Er hat eindeutig geflimmert. Kann doch nicht sein, dass ich wirklich die Fluktuationen beobachten kann, die Florian beschrieben hat?

    Nein, das ist ein Effekt der Atmosphäre. Im Prinzip liegst Du mit dem Flimmern der Heizungsluft schon ganz richtig, es flimmert auch die Luft über erwärmten Häusern oder überhaupt, wo Temperaturunterschiede in der Atmosphäre vorliegen, weil diese den Brechungsindex der Luft verändern und damit das Licht unterschiedlich ablenken.

    Das Flimmern ist bei hellen Sternen auffälliger als bei schwächeren. Sterne flimmern deswegen so deutlich, weil sie sehr winzige Punkte sind und die kleinste Unregelmäßigkeit auf ihrem Lichtweg zu uns ihren gesamten Winkeldurchmesser betrifft. Ein Planet wie Jupiter is flächenmäßig viel größer am Himmel (auch wenn das dem Auge nicht auffällt, beide füllen eh’ nur eine Sehzelle im Auge aus), da können sich Unregelmäßigkeiten in der Atmosphäre eher ausmitteln als bei einem punktförmigen Stern.

    Noch heftiger flimmert der weiße Sirius, der dabei die Farbe zwischen rot und blau zu wechseln scheint. Sirius findest Du links unterhalb von Orion, der hellste Stern am Himmel (außer den Planeten Venus und Jupiter). Er geht ein wenig später auf als Orion, könnte am frühen Abend noch etwas niedrig am Osthorizont stehen, am späten Abend aber prominent im Südosten neben Orion im Süden.

  63. #65 g.ehmer
    76870 kandel
    10. Januar 2014

    kann mir jemand mal sagen, wie der exakt ausgesprochen wird. Jeder sagt was anderes.

  64. #66 rolak
    10. Januar 2014

    wie .. ausgesprochen

    Aber für sowas gibt es doch Lautschrift, g.ehmer. Dennoch wird der Name in anderen Gegenden der Welt anders ausgesprochen – wie das halt immer so ist. ZB im Englischen sogar anders geschrieben und in naheliegender Verknüpfung zum Film Beetlejuice.

  65. #67 Jens
    Bergisch
    26. August 2014

    Hallo Florian, gibt es mittlerweile weitere Erkenntnisse über den Schrumpfungsprozess? Immerhin sind inzwischen fünf Jahre vergangen. Hat sich die Schrumpfung weiter beschleunigt so wie im ursprünglichen Artikel von 2009 angedeutet? Oder gehört der Vorgang nur zum ganz “normalen” Pulsieren des Sterns?
    Grüße
    Jens

  66. #68 Florian Freistetter
    27. August 2014

    @Jens: Große neue Erkenntnisse wäre mir nicht bekannt. Aber ich bin auch nicht auf jedem Fachgebiet auf dem laufenden. Wenn sich was tut, sag ich aber sicher was dazu!

  67. #69 read more
    3. September 2014

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  68. #70 Jens
    Bergisch
    3. September 2014

    Danke, bin gespannt!

  69. #71 hans-petersen
    Neckartenslingen
    21. Oktober 2015

    KOBE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  70. […] beiden Aufnahmen des Astrofotografen Jeremy Stanley perfekt illustriert. Beide Bilder zeigen das Sternbild Orion, links aufgenommen in der Dunkelheit eines sogenannten Sternenparks, rechts dagegen in der US-Stadt […]