Am 27. Februar 1932 erschien in der Zeitschrift Nature ein Artikel von James Chadwick. Der englische Physiker verkündete darin die Entdeckung eines neuen (damals noch) Elementarteilchens: Das Neutron! Die Geschichte von Ernest Rutherford, der 1911 Goldfolie mit Alphateilchen beschoss und dabei herausfand, dass Atome keine festen Objekte sind, sondern aus einer Hülle (voller Elektronen) und einem Kern (aus Protonen) mit jeder Menge Nichts dazwischen bestehen, haben die meisten wohl irgendwann in der Schule gehört. Aber wie Chadwick den dritten Bestandteil eines Atoms entdeckt hat, ist weniger bekannt. Passend zum Jahrestag der Veröffentlichung seines Artikels habe ich daher dieses schöne Video für euch:

P.S. Vorgestern hat sich jemand darüber beschwert, dass ich hier im Blog fast immer nur englischsprachige Videos zeige und nie welche auf deutsch. Das mache ich nicht absichtlich. Aber es gibt diese deutschsprachigen Videos schlicht und einfach nicht. Ich habe lange nach einem frei verfügbaren und qualitativ hochwertigen Video über Neutronen auf deutsch gesucht – ohne Erfolg. Die YouTube-Videomacher aus den deutschsprachigen Ländern haben sich der Wissenschaft bis jetzt noch nicht wirklich zugewandt und wir werden weiterhin hauptsächlich mit englischsprachigen Videos vorlieb nehmen müssen…

Kommentare (23)

  1. #1 Michael F.
    27. Februar 2013

    Oh, das ist aber wirklich hübsch!
    Schön, dass Du Dir immer so viel Mühe machst und uns so nette Sachen raussuchst.

  2. #2 Pete
    27. Februar 2013

    @FF
    eine Frage zu den Videos:
    Koenntest Du im Text dazu auch den direkten Link dorthin angeben? Es wuerde ja genuegen, das Wort “Video” mit dem Link zu verknuepfen.
    Der Grund ist folgender, von “Deinen” Videos habe ich kaum eines gesehen. Mein Rechner ist schlicht zu langsam geworden, 1,13GHz reicht fuer die Softwarekatastrophe namens “Flash” nicht mehr.
    Mein Workaround besteht aus dem Shell-Skript “youtube-dl” (Linux), das mir das Flash-Video holt, das eigentliche Video extrahiert und auf Platte legt. Damit hat der Rechner keine Probleme, davon koennte er mehrere gleichzeitig abspielen.
    Nun ja, dafuer ware es schoen, den direkten Link zu haben.

    Pete

  3. #3 ZeT
    28. Februar 2013

    Yo, nettes Vid. 🙂

    Und das die in Englisch sind find ich nun mal so garkein Problem. Ich denke das jeder der hier mitliest zumindest dem Hauptschulenglisch mächtig ist – so sollte das verstehen kein Problem sein. Wenn doch, dann kann man ja chillig bei den ganzen Onlinelexikas nachschlagen.

    Und das man dadurch so ganz nebenbei sein Englisch verbessert ist doch auch ein sympathischer Nebeneffekt. xD

  4. #4 Florian Freistetter
    28. Februar 2013

    @Pete: Werde ich in Zukunft machen!

  5. […] Gestern habe ich erwähnt, dass es verdammt schwer ist, gute deutschsprachige Videos zu wissenschaftlichen Themen zu finden. Im englischsprachigen Bereich gibt es jede Menge sehr gute Videoblogger, die sich mit allen möglichen wissenschaftlichen Themen beschäftigen. Auf deutsch findet man kaum etwas. Ich bin dann gestern aber doch noch fündig geworden. In der Serie Universum für alle! erzählen meine ehemaligen Kollegen aus Heidelberg in kurzen Vorträgen schöne Geschichten über Astronomie. Eine schöne Serie! […]

  6. #6 rolak
    28. Februar 2013

    Hi Pete, von Florian wirst Du ja in Zukunft mundgerecht bedient werden, doch wenn Du bei anderen Seiten des www ähnliche Probleme haben solltest: Der eingebettete player liefert auf RechtsKlick in seinem Fensterchen als ersten PopUp-Punkt ‘Video-url kopieren’. Aus der kann dein skript dann doch sicherlich das überflüssige ‘feature=player_embedded’ samt des führenden oder folgenden ‘&’ herausschneiden.

  7. #7 HG.Hildebrandt
    EF
    1. März 2013

    … und seit der Entdeckung des Neutrons bestehen die Atomkerne aus Protonen und Neutronen. So die einfache Schlussfolgerung!?

    Zieht man dagegen den Schluss, dass Protonen, Neutronen und Atomkerne übereinstimmend aus den gleichen Subteilchen aufgebaut sind, kann sowohl die Emission der Nukleonen als auch die Struktur der Kerne konsistent erklärt werden.

    Diese Subteilchen sind wohlbekannt, es handelt sich aber keinesfalls um die bis heute unbewiesenen Quarks.
    http://www.erkennbare-welt.de/Teilchen&Kerne/index.php/05-das-kerngitter/

  8. #8 Florian Freistetter
    1. März 2013

    @Hildebrandt: “und seit der Entdeckung des Neutrons bestehen die Atomkerne aus Protonen und Neutronen. So die einfache Schlussfolgerung!?”

    ?? DIch habe keine Ahnung was sie meinen. Natürlich bestanden die Atome schon immer aus dem, aus dem sie eben bestehen.

    “Diese Subteilchen sind wohlbekannt, es handelt sich aber keinesfalls um die bis heute unbewiesenen Quarks.”

    Ach so. Sie wollte nur ihre Privattheorie bewerben. Veröffentlichen sie das doch in einer Fachzeitschrift, so wie alle anderen echten Physiker auch. Dann werden sie auch ernst genommen.

  9. #9 HG.Hil
    EF
    2. März 2013

    “Veröffentlichen Sie doch in einer Fachzeitschrift …”
    Der Tenor dort lautet: “Weil wir eine große, alles erklärende Theorie haben, kann jede andere Theorie nur falsch sein. Außerdem sehen wir uns nicht kompetent.” Die zugrundeliegende Arbeit liegt übrigens an einer dt. Uni vor.

    “… ihre Privattheorie…”
    Ich denke, dass in einer Diskussion immer private Standpunkte oder Theorien vertreten werden. Konforme Meinungen sind keine Diskussionsbasis.

    Besser formuliet: Seit der Entdeckung des Neutrons bestehen die Atomkerne in der Theorie aus Protonen und Neutronen. Auf dieser Fehlannahnme baut die gesamte Kern- und Teilchenphysik auf.

  10. #10 HG.Hil
    EF
    2. März 2013

    Nachtrag: Die Vielfältigkeit Ihres Sceience-Blogs bewerte ich sehr positiv.

  11. #11 Florian Freistetter
    2. März 2013

    @HG Hil: “Die zugrundeliegende Arbeit liegt übrigens an einer dt. Uni vor.”

    Was bedeutet das?

    “Der Tenor dort lautet: “Weil wir eine große, alles erklärende Theorie haben, kann jede andere Theorie nur falsch sein.”

    Denke ich nicht. Denn 1) hat die Physik keine “große, alles erklärende Theorie”. Und 2) ist die Wissenschaft nicht so verschwörungsmäßig organisiert wie sie zu glauben scheinen. Wenn an ihrer These etwas dran ist und wenn sie in der Lage sind, alles gut zu belegen, dann wird sie auch früher oder später akzeptiert werden.
    Aber wer die gesamte moderne Physik mitsamt tausender Experimente und Beobachtungsdaten über den Haufen schmeissen will, muss sich halt ein wenig anstrengen.

    “Auf dieser Fehlannahnme baut die gesamte Kern- und Teilchenphysik auf.”

    Wie funktioniert ein Atomkraftwerk?

  12. #12 Cryptic
    3. März 2013

    … Und 2) ist die Wissenschaft nicht so verschwörungsmäßig organisiert wie sie zu glauben scheinen. Wenn an ihrer These etwas dran ist und wenn sie in der Lage sind, alles gut zu belegen, dann wird sie auch früher oder später akzeptiert werden.

    Die Erfahrung zeigt, dass Ihre Behauptung nicht stimmt – Stichwort “moderne Michelson-Morley Experimente”. Dort wird eine Lichtgeschwindigkeit gemessen welche der SRT eindeutig widerspricht. Im Klartext, es wird eine LG gemessen die der Summe aus c_konstant + Rotationsgeschwindigkeit der Erdoberfläche (am betreffenden Punkt) entspricht. Die Abweichungen von c_konstant werden in einem Mittelungsverfahren beseitigt, und es wird dann behauptet dass eine Lorentzinvarianz bis auf soundso vielen Nachkommastellen besteht!

  13. #13 rolak
    3. März 2013

    Offensichtlich legt Cryptic/ally wieder mal eine Moser-Runde ein…

  14. #14 Florian Freistetter
    3. März 2013

    @cryptic: “Stichwort “moderne Michelson-Morley Experimente”.”

    In welcher Fachzeitschrift kann man das nachlesen?

  15. #15 Cryptic
    3. März 2013

    @F.F.

    An der “Humboldt-Universität zu Berlin” wurden mehrere Diplomarbeiten zum Thema verfasst.

    Beispielsweise Diplomarbeit von Katharina Möhle (2007), Seite 54, Abbildung 5.2.

    “Ein modernes Michelson-Morley-Experiment mit rotierenden optischen Resonatoren”

  16. #16 PDP10
    3. März 2013

    Hui! Ein Äther-Verteidiger!
    Das man so einem seltenen Exemplar nochmal begegnet ist irgendwie süss … 🙂

    Übrigens widerlegt Frau Möhle sehr schön experimentell in ihrer Diplomarbeit exakt das was Sie lieber Herr Cryptrik hier behaupten.

    Eine experimentelle Bestätigung für die anisotropie der Lichtgeschwindigkeit in der Grössenordnung 10**-17 ist schon eine ordentliche Hausnummer!

  17. #17 PDP10
    3. März 2013

    Äh, Mist!
    Der letzte Satz sollte natürlich lauten:

    Eine experimentelle Bestätigung für eine obere Grenze für die anisotropie der Lichtgeschwindigkeit in der Grössenordnung 10**-17 ist schon eine ordentliche Hausnummer!

    Tschuldigung ….

  18. #18 Cryptic
    4. März 2013

    Die Behauptungen von “PDP10” sind durch Abbildung 5.2. klar widerlegt. Die behauptete Anisotropie wurde erst durch Elimination des “Rotationsbeitrags” der Gesamt-Lichtgeschwindigkeit “hergestellt”. In vielen anderen Experimenten (z.B. Brillet-Hall) wurde ebenfalls gleiche Anisotropie festgestellt aber dann nachträglich “Herausgemittelt”.

  19. #19 PDP10
    4. März 2013

    @Cryptic:

    “Die behauptete Anisotropie wurde erst durch Elimination des “Rotationsbeitrags” der Gesamt-Lichtgeschwindigkeit “hergestellt”.”

    Ah, Ok. Verstehe.
    Sie unterstellen Frau Möhle also, dass sie ihre Ergebnisse gefälscht hat?

    Da fällt mir doch sofort der gute alte Sherlock Holmes ein (sinngemäss):
    “Wenn man mehrere Erklärungen für etwas hat, muss man sich stets fragen, welche die Wahrscheinlichste ist Watson!”

    Also hier zwei mögliche Erklärungen:

    1. Die Diplomandin hat ihre Ergebnisse tatsächlich gefälscht.

    2. Sie mein lieber Herr Cryptic verstehen nicht die Bohne von dem was dort in der Diplomarbeit steht. Insbesondere nicht den Teil mit dem rausrechnen der durch den Versuchsaufbau bedingten regelmässigen Störungen.

    Da Frau Möhle mit einem Beweis der Anisrotopie, dh. der Richtungsabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit eine direkte Fahrkarte nach Stockholm gewonnen hätte, halte ich 1.) für eher unwahrscheinlich.

  20. #20 PDP10
    4. März 2013

    Übrigens fällt mir gerade auf, dass Sie in Ihrem von mir zitierten Satz den gleichen Fehler gemacht haben, wie ich weiter oben.

    Es muss heissen: “Die behauptete Isotropie wurde erst …”

  21. #21 Cryptic
    5. März 2013

    Zitat PDP10: “1. Die Diplomandin hat ihre Ergebnisse tatsächlich gefälscht.”

    Nö, sie hat nichts gefälscht, sondern die Ergebnisse richtig in der Abbildung wiedergegeben. Es wäre auch ein Wunder wenn etwas anderes gemessen worden wäre. Das stünde klar im Konflikt mit Ergebnissen anderer Experimente wie Sagnac und Michelson-Gale (oder auch mit GPS). Es wurde also nicht falsch gemessen, sondern falsche Schlüsse wurden gezogen. Übrigens auch Michelson und Morley haben eine kleine Verschiebung der Interferenzstreifen festgestellt.

  22. #22 PDP10
    5. März 2013

    @Cryptic:

    “Es wurde also nicht falsch gemessen, sondern falsche Schlüsse wurden gezogen. “

    Wo genau wurden in der Diplomarbeit die falschen Schlüsse gezogen und in welcher Hinsicht?
    Bitte Erklären. Mit deiner Aussage kann ich sonst nichts anfangen.

    “Übrigens auch Michelson und Morley haben eine kleine Verschiebung der Interferenzstreifen festgestellt.”

    Quelle?

  23. #23 JaJoHa
    5. März 2013

    @Cryptic
    Um wie viel waren denn die Streifen verschoben?
    Mehr als 1 \sigma? Wenn ja, wie viel mehr?
    Ab 3 kann man sich in der Regel trauen, zu sagen das man möglicherweise etwas gefunden hat.