Wenn wir Menschen jemals etwas machen wollen, was echter Raumfahrt ähnelt, dann führt kein Weg an der Erforschung der Asteroiden vorbei. Bis jetzt haben wir es noch ohne die Felsbrocken im All geschafft. Aber wenn man es genau nimmt, dann haben wir auch noch nicht allzu viel im Weltraum erreicht. Vor knapp 50 Jahren haben wir mal 12 Menschen 400.000 Kilometer weit weg zum Mond geschickt, wo sie sich ein paar Stunden aufgehalten haben, bevor sie wieder nach Hause geflogen sind. Wir haben einige kleinere Geräte ins Weltall geschossen, die mehrere Jahre unterwegs sind, bevor sie andere Planeten erreichen können. Und wir haben eine Raumstation die sich 300 Kilometer von der Erde entfernt befindet und in die ein paar Menschen gequetscht werden können, um dort wissenschaftliche Experimente durchzuführen.

Das soll nicht heißen, dass ich die bisherigen Bemühungen der Menschheit gering schätze. Ganz im Gegenteil. Aber es wäre so viel mehr möglich. Wir könnten wirkliche Raumstationen bauen; etwas, das diesen Namen auch verdient. Wir könnten dauerhaft am Mond leben. Wir könnten zum Mars fliegen. Oder zum Merkur. Wir könnten die Jupitermonde erforschen und auf ihnen landen. Wir könnten einen Weltraumlift bauen und eine völlig neue Ära der Raumfahrt einläuten. Wir könnten Sonnenkraftwerke im All konstruieren und unser Energieproblem ein für alle Mal lösen. Aber all das können wir nicht, wenn wir uns vorher nicht mit den Asteroiden beschäftigen. Denn es wäre absurd, all die Materialien und Ressourcen die für diese großen Vorhaben nötig sind, von der Oberfläche der Erde ins Weltall zu schaffen. Es wäre nicht nur absurd; es wäre unmöglich. Oder zumindest enorm dumm, denn man benötigt wahnsinnig viel Energie und Ressourcen, um auch nur ein bisschen an Material an der Spitze einer riesigen Rakete in den Weltraum zu schießen. Das ist das, was wir derzeit machen und man sieht ja, wohin es uns führt. Die winzige Raumstation zu bauen hat mit dieser Technik 15 Jahre gedauert! Und in ein paar Jahren wird der Betrieb eingestellt und die ganze Station im Meer versenkt. All das, was man über Jahrzehnte hinweg mühsam in einen Orbit gebracht hat, wird dann wieder zurück auf die Erde geschmissen.

Viel besser wäre es, wir würden uns das Material zur Konstruktion direkt aus dem All holen. Wenn wir nicht jeden Baustein mit einer Rakete in den Weltraum heben müssen, sondern uns direkt vor Ort bedienen könnten, könnten wir auch ganz anders planen und bauen. Und der Ort wo wir dieses Material finden, sind die Asteroiden. Dort gibt es alles, was wir brauchen. Wir könnten einen kleinen Asteroiden aushöhlen und hätten einen Instant-Raumstation. Das Eis, das wir bei den Asteroiden finden, könnten wir benutzen um Wasser zu gewinnen und daraus Luft zum Atmen (Sauerstoff) und Treibstoff (Wasserstoff). Es wäre dann auch viel leichter, von so einer Basis im All aus zum Mond oder zum Mars zu fliegen. Wir müssten keine gigantischen Booster bauen und sie mit Treibstoff vollstopfen, denn wir sind ja schon im All und können uns direkt auf den Weg machen.

Aber noch sind wir nicht so weit. Noch müssen wir so weiter machen, wie bisher. Mit großen, teuren Raketen, die nach einmaligen Gebrauch weggeschmissen werden und nur wenig Material ins All bringen können. Aber zumindest gibt es Pläne, sich mit den Asteroiden zu beschäftigen. Die NASA plant, in Zukunft einen Asteroiden zu fangen und zwecks Erforschung zur Erde zu bringen. Ich hoffe, dass diese Mission irgendwann tatsächlich stattfinden wird und nicht wieder Einsparungen zum Opfer fällt. Wie es dann weitergeht, wenn der Asteroid erstmal bei uns eingetroffen ist, zeigt dieses schöne Video der NASA:

Ich würde mich freuen, wenn Menschen wieder einmal weiter ins All vordringen als nur die 300 Kilometer bis zur Raumstation. Und wer weiß – vielleicht ist der Flug zu diesem Asteroiden ja tatsächlich der Anfang einer völlig neuen Ära. Naja, zumindest träumen kann man davon…

Kommentare (51)

  1. #1 Chemiker
    24. August 2013

    Rohstoffe sind im Asteroidengürtel natürlich vor­handen, aber wie sieht das mit der Energie aus? Da ist man ja ungefähr 2 A.E. von der Sonne weg, also gibt es nur ein Viertel der Sonnen­energie.

  2. #2 Faustus
    24. August 2013

    Frag mal Elon Musk. Der hat denk ich genug Geld und Innovationsfähigkeit, dass ich ihm sogar einen Weltraumlift zutrauen würde 😉

  3. #3 someone
    24. August 2013

    @Chemiker Dafür hat man aber im Weltraum mehr oder weniger unendlich Platz, so das man riesige Solaranlagen aufbauen kann.
    Aber ich glaube es geht auch erst einmal um die Erdnahen Asteroiden. Keine Ahnung ob es da welche gibt die groß genug sind um sie als Station zu benutzen. Aber Rohstoffe gibt es da schon genug.

  4. #4 Ben
    24. August 2013

    Gibt es so viele Asteroiden in der Nähe mit Rohstoffen, also nicht nur reine Steinbrocken sind?

  5. #5 Florian Freistetter
    24. August 2013

    @Chemiker: “Rohstoffe sind im Asteroidengürtel natürlich vor­handen, aber wie sieht das mit der Energie aus? Da ist man ja ungefähr 2 A.E. von der Sonne weg, also gibt es nur ein Viertel der Sonnen­energie.”

    Es gibt auch jede Menge erdahe Asteroiden. http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/08/erdnahe-asteroiden-und-das-chaos.php

  6. #6 Bynaus
    24. August 2013

    Die meisten Meteoriten, die ja mit wenigen Ausnahmen Proben von Asteroiden sind, würden als Erze gelten, wenn man sie so auf der Erde auffinden würde (tut man auch: die Erzminen von Sudbury in Kanada bauen letztlich Material ab, das bei einem Impakt vor über einer Milliarde Jahre “geliefert” wurde). Die gewöhnlichen Chondriten, der häufigste Meteoritentyp, enthalten – verglichen mit der Erdkruste – hohe Konzentrationen von Gold, Platin, Palladium und anderen “Platingruppenelementen”, sowie eine ganze Reihe weiterer wertvoller Stoffe, die auf der Erde fast gänzlich im Kern stecken. Ein anderer Typ erdnaher Asteroiden, die mit “kohligen Chondriten” verwandt sind, enthalten hohe Anteile an Wasser und könnten entsprechend, wie von Florian erwähnt, für Treibstoff verwendet werden. Interessant ist übrigens, dass gerade Stickstoff auf Meteoriten recht selten sein dürfte (die Erdatmosphäre enthält praktisch allen Stickstoff, den die Erde je akkretiert hat) – wollen wir eine atembare, erdähnliche Atmosphäre, müssten wir also zumindest Stickstoff von der Erde mitbringen. Die Rohstoffe sind definitiv da, und zwar in Mengen, die alles übertreffen, was wir je auf der Erde abgebaut haben. Alles, was wir brauchen, ist die Technologie, um diese Rohstoffe zu erschliessen. Und das ist machbar.

  7. #7 peer
    24. August 2013

    In “Moon” hat Sam Rockwell Helium-3 auf dem Mond abgebaut – wäre das eine mögliche Energiequelle?

  8. #8 Luk
    24. August 2013

    @Faustus

    Bevor Elon einen Lift baut sollte er erst einmal Raketen bauen die nicht bei jedem zweiten Flug vom Kurs abkommen oder explodierende Triebwerke haben…

    @Chemiker

    Stimmt allerdings scheint die Sonne 24h am Tag, mit 1.36kW/m^2 (auf der Erde maximal 1kW, und im Tagesmittel maximal <0.4kW (ideale Ausrichtung)) somit wäre das kein Hindernis, und platz hats ja sowieso genug.

    @peer
    Naja wenn wie Fusinsreaktoren hätten, die im all dunktionierten dann wäre das vielleicht….
    Solarzellen sind einfach praktischer.

    Trotzdem bleibt es eine Herausfoderung. Es wäre wohl einfacher rohstoffe auf dem Mond abzubauen (feste Oberfläche, Erdnah, etc.) und diese mit einer elektromagnetischen Bahn in den Orbit zu schiessen (ohne Atmosphäre und bei der geringen Fluchtgeschwindigkeit gut machbar) oder aber dort ein Lift zu bauen was mit heutigen Materialien auf dem Mond gut machbar wäre (auch ohne Atmosphäre einfacher).

  9. #9 Connie
    24. August 2013

    Mondlandung? Wer soll das denn noch ernst nehmen?
    Das neueste Miniaturmodell einer “Mondlandefähre”
    nannte sich Morpheus und ist nach 10 m Höhe
    kopfüber (!) abgestürzt.

    http://video.golem.de/wissenschaft/8901/morpheus-flight-test.html

    Grüße von Connie

  10. #10 Ronald Weinberger
    24. August 2013

    Apropos “Der Weg in den Weltraum …”. Wurde eigentlich jemals in den Medien (bzw. hier im blog) berichtet, wann zum 1. Mal ein von Menschen konstruiertes Objekt die Grenze zum Weltraum überwand (also 100 km Höhe)? Das müsste ungefähr 70 Jahre her sein und sollte eigentlich als Markstein in die Geschichte der “Eroberung des Weltraums” eingehen. Ob man das totschweigt (oder kaum erwähnt), weil es ein deutsches militärisches Programm war?

  11. #11 celsus
    24. August 2013

    Wurde eigentlich jemals in den Medien (bzw. hier im blog) berichtet, wann zum 1. Mal ein von Menschen konstruiertes Objekt die Grenze zum Weltraum überwand (also 100 km Höhe)?

    Sowas in der Art?
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/21/das-erste-video-aus-dem-weltall/

    Und Medien: Fast jede Woche gibt es eine Doku über Raumfahrt, Raketen, von Braun usw. in denen die V2 vorkommt.
    Für eine Vertuschungsverschwörungstheorie scheint das Thema also nicht zu taugen.

  12. #12 AmbiValent
    24. August 2013

    @RW
    Nun, Aggregat 4 mag das erste Objekt im Weltraum gewesen sein, aber es wurde nur als von totgeschundenen Zwangsarbeitern gebaute Kriegswaffe eingesetzt… soll man da stolz drauf sein?

  13. #13 wereatheist
    Berlin
    25. August 2013

    Aggregat 4 / V2 war überdies wohl das einzige waffensystem der modernen Geschichte, das bei der Herstellung mehr Todesopfer forderte als beim Einsatz. Und letztere waren auch noch Zivilisten. Wer auf so was stolz sein wollen muss hat ein ernstes Problem…

  14. #14 wereatheist
    25. August 2013

    @Luk:

    Es wäre wohl einfacher rohstoffe auf dem Mond abzubauen (feste Oberfläche, Erdnah, etc.) und diese mit einer elektromagnetischen Bahn in den Orbit zu schiessen (ohne Atmosphäre und bei der geringen Fluchtgeschwindigkeit gut machbar) oder aber dort ein Lift zu bauen was mit heutigen Materialien auf dem Mond gut machbar wäre (auch ohne Atmosphäre einfacher).

    Meine Rede, meine Rede 🙂
    1. ist es wahrscheinlich schwierig, auf Asteroiden effizient Bergbau zu betreiben (Gerät kann mangels Schwerkraft keinen Druck auf die Oberfläche ausüben).
    2. kostet ein Start vom Mond per Elektroschleuder ca. 1 kWh pro kg Material bei Fluchtgeschwindigkeit. Das ist das ganze Einsparpotential fürs asteroid mining

  15. #15 PDP10
    25. August 2013

    @Ronald Weinberger:

    “Ob man das totschweigt (oder kaum erwähnt), weil es ein deutsches militärisches Programm war?”

    Nein.

    Wie schon drei Poster vor mir dargelegt haben:
    Es gibt Sachen auf die man nun mal nicht stolz sein kann.
    Sondern für die man sich schämen sollte.

    Totgeschwiegen wird da nichts.

    Es wird nur nicht an die grosse Glocke gehangen im Bewusstsein, dass dieser “Erfolg” durch monströse Verbrechen erkauft wurde.

  16. #16 Hans
    25. August 2013

    Zu Elon Musk fällt mir auch nur ein: Selbst wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was der Herr Leitenberger mehr oder weniger regelmässig über ihn zu mosern hat, dann ist Herr Musk in erster Linie Geschäftsmann nach “Microsoft-Art”: das Produkt reift beim Kunden! – Da das mit Raketen allerdings nicht umsetzbar ist, verlegt er sich darauf, nur einen Teil seines Eigenkapitals in die Firma zu investieren und sich den Rest von der NASA bezahlen zu lassen. Um das ganze zu übertünchen betätigt er sich zwischendurch als Schaumschläger, der zwar grosses verkündet aber letztlich nicht liefert.

    Ansonsten stimme ich dem Artikel zu. Es wäre sinnvoll, alles benötigte Material im Weltraum einzusammeln. Auch die ISS und die anderen Satelliten, die jetzt in Friedhoforbits kreisen sollte man wieder verwenden. Also nicht auf Absturzbahnen schicken damit sie letztlich in der Erdatmosphäre verglühen, wie es die meissten Konzepte vorsehen, die den Weltraummüll beseitigen wollen, sondern als Materiallager verwendet werden.

    Bliebe am Ende die Frage, @Florian: Wie gross hab ich mir eine Raumstation vorzustellen, die den Name auch verdient hat?

  17. #17 Luk
    25. August 2013

    @connie

    Und genau darum macht man ja solche test. D.h. ja nicht das es nicht möglich ist, der Dreamliner fliegt schliesslich auch, trotz brennenden Batterien etc.

  18. #18 PDP10
    25. August 2013

    @Hans:

    “Um das ganze zu übertünchen betätigt er [E. Musk] sich zwischendurch als Schaumschläger, der zwar grosses verkündet aber letztlich nicht liefert.”

    Naja, so ganz stimmt das nicht.

    SpaceX führt immerhin inzwischen regelmässige Versorgunsflüge zur ISS durch.
    Und die Dragon ist im Moment der einzige unbemannte Transporter, der Nutzlasten nicht nur zur ISS sondern auch Sachen zrückbringen kann.

  19. #19 advanced space propeller
    25. August 2013

    es gibt schon durchaus realistische konzepte für asteroid mining. erst vor kurzen wurden zwolf kleine neos mit derzeit verfügbarer (steinzeitt)raketentech.(scnr) als Easily Retrievable Objects eingestuft, siehe auch:
    http://astrobites.org/2013/08/14/how-to-drag-an-asteroid-to-earth/

    the future is now 🙂

  20. #20 Florian Freistetter
    25. August 2013

    @Ronald Weinberger: “Ob man das totschweigt (oder kaum erwähnt), weil es ein deutsches militärisches Programm war?”

    Denke ich nicht. Es wird halt einfach 1) nicht genau klar sein wann & wo das passiert ist und 2) halt nicht so interessant. Relevant ist der erste Start einer Rakete. Wann dann das erste Mal eine willkürlich gewählte Grenze überschritten wird, ist ziemlich irrelevant.

  21. #22 stillerleser
    25. August 2013

    @Connie:

    Mondlandung? Wer soll das denn noch ernst nehmen?
    Das neueste Miniaturmodell einer “Mondlandefähre”
    nannte sich Morpheus und ist nach 10 m Höhe
    kopfüber (!) abgestürzt.

    Wieso “nannte sich Morpheus”?
    Das Teil heisst immer noch “Morpheus” und ist ein reiner Technologie-Demonstrator. Zum Mond fliegt das in der Form sowieso nicht.
    Passenderweise wurde gerade vorgestern wieder ein erfolgreicher Flugtest mit Morpheus durchgeführt:
    http://www.youtube.com/watch?v=Hs2lZY8v3tE

    Und in den nächsten Monaten will man dann wieder richtige Freiflüge testen.

    Aber davon abgesehen wird es von der NASA tatsächlich die nächsten 15-20 Jahre mit Sicherheit keine bemannten Mondlandungen geben. Es ist politisch nicht gewollt und daher wird kein Geld zur Verfügung gestellt.

  22. #23 Luk
    25. August 2013

    @Hans

    So einfach ist das leider nicht, der Aufwand all die kleinen Satelliten in denselben Orbit zu bringen um sie dann dort auseinanderzunehmem (wobei viele Komponenten defekt, unkopatibel usw. sind) dürfte grösser sein als ein Komplettes System einmal hochzuschicken.

    @PDP 10

    Jein, Die Rakete fliegt, aber wäre mindestens einmal beinahe abgestürzt. Die Dragon hatte beim letzten flug zuerst den Ausfall von 3/4 aller sterdüsen zu vermelden.
    Von einer sicheren und Regelmässigen Versorgung ist man weit entfernt. Ausserdem waren die Dragon Kapseln bis jetz ziemlich leer. Wie viel die effektiv Transportieren können usw. Ich empfehle hier wirklich sich hier: http://www.bernd-leitenberger.de/spacex.shtml einzulesen.

    @advaces space propeller

    niemand sagt das man einen kleinen Brocken nicht in die Umlaufbahn bringen kann (maximal ein paar hundert tonnen) allerdings de rohstoffe dann freischween zu verarbeiten ist ein ganz anderes Thema. Und die Anlage dafür muss ja auch noch irgendwie dahin kommen.
    Vorläufig bleibt der Mond realistischer. Fester Grund, genaue Karten, Erdnah…

  23. #24 advanced space propeller
    25. August 2013

    @FF; ah danke hab ich übersehen.

    @Luk, stimmt der mond sollte sowieso unser ständiger outpost, sprungbrett in den deepspace, testlab.,etc. sein.

    die methoden werden sich auch entwickeln lassen, erste überlegungen gibts schon..:
    http://www.ft.com/intl/cms/s/0/0b504a7c-aa6d-11e2-bc0d-00144feabdc0.html
    http://www.caterpillar.com/innovation/research-and-development/partnerships/NASA

    die anfänge für eine space-based-industry….

  24. #25 Luk
    25. August 2013

    @advances space propeller

    Natürlich kann man sowas entwickeln. Ich sage nur das es nicht einfach ist und andere Dinge einfacher sind und es stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit (zumindest mit klassischen Technologien).

  25. #26 stillerleser
    25. August 2013

    HeHe, das wird hier ja schon die klassische Schlacht zw. SpaceX-Fans und SpaceX-Hassern wie man sie von sämtlichen Raumfahrtforen des Internets her kennt.
    Ich bin auch sehr skeptisch gegenüber vielem was Musk so ankündigt (und auch fast täglicher Leitenberger-Blog-Leser). Dennoch denke ich manchmal SpaceX ist so ziemlich die einzige Hoffnung dass sich in der Raumfahrt überhaupt irgendetwas zum besseren wendet. Zum besseren dahingehend dass die Startpreise endlich einmal deutlich sinken. Niemand sonst arbeitet daran die Startkosten zu senken und solange das nicht passiert wird auch in der bemannten und unbemannten Erforschung/Kolonisierung/Nutzbarmachung des Weltraums nichts vorangehen. Ob SpaceX das auch schafft ist eine andere Frage.

    Die einzige andere Hoffnung ist Skylon. Das faszinierendste Raumfahrtprojekt seit der Mondlandung (was die Technik anbelangt). Aber leider sind hier noch viele große Hürden zu nehmen bevor dieser Vogel fliegt.
    Aber das wär ein Riesending.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Skylon

  26. #27 Luk
    25. August 2013

    @Stillerleser

    Ich hasse SpaceX nicht. Sie haben auch wirklich etwas erreicht. Nur eben nicht das was sie behaupten (oder ihr Chef ;)).
    Die Startkosten sind auch nicht niedriger als bei anderen Anbietern (zumindest nicht relevant und bis jetzt nur für einen unqualifizierten Träger).
    Verglichen mit den Missionskosten der Heutigen Satelliten spielen die Startkosten sowieso keine allzugrosse Rolle.
    Die Preise müssten aber dramatisch sinken um billige Satelliten rentabel zu machen.

  27. #28 stillerleser
    25. August 2013

    @ Luk:
    Ja, der Begriff “SpaceX-Hasser” ist sicher oft übetrieben, wird halt gerne verwendet. Vielleicht wäre SpaceX-Kritiker besser.

    Die Startkosten werden von SpaceX sicher so angeboten dass sie einen Gewinn machen und nicht zu weit unter denen anderer Anbieter liegen. Es reicht dadurch offensichtlich um viele Aufträge an Land zu ziehen. Über ihr Start-Manifest amüsiere ich mich aber immer: Das quillt über, aber mehr als 2 Starts im Jahr kriegen sie nicht hin.
    Meine Hoffnung ist dabei, dass SpaceX möglichst viel Gewinn mit ihren Starts machen um damit ihre (Muskschen) hochfliegenden Pläne (Mars) irgendwann einmal zu verwirklichen. Denn einen business case für die Marsflüge kann ich nirgends sehen. Daher mein naiver Strohhalm Musk/SpaceX. Klar kann es sein dass Musk SpaceX (wenn es profitabel ist) einfach Leitenberger-mässig an die Börse bringt und gewinnbringend seine Anteile verkauft. Aber vielleicht meint er es wirklich ernst mit dem Mars. Und ich fürchte er ist die einzige, winzige Hoffnung dass wir zu unseren Lebzeiten noch eine bemannte Landung auf dem Roten Planeten erleben werden. Soweit sind wir schon, dass man auf eine kleine, private Raumfahrtfirma hoffen muss. 🙁

    Aber was heisst “unqualifizierter Träger”? Wer legt wie fest wann ein Träger qualifiziert ist (abgesehen von den NASA-Anforderungen für bemannte Systeme)?
    Dass die Startkosten nur einen kleinen Teil der Missionskosten ausmachen ist natürlich ein weiterer Punkt der einer Ausweitung der Raumfahrtaktivitäten im Wege steht. Das gilt für wissenschaftliche Missionen noch viel mehr als für kommerzielle Satelliten.
    Deswegen wäre ja Skylon so einen Riesenfortschritt. Reduktion der Startkosten um Faktor 20! Aber wir wissen alle wie das Thema beim Space Shuttle ausgegangen ist…

  28. #29 advanced space propeller
    25. August 2013

    bringt uns auch nicht in den deep-space 😉 breakthroughs needed

  29. #31 Luk
    25. August 2013

    @Stillerleser

    auch wenn wir schon ein bisschen sehr off-topic sind.
    Qualifiziert: maximalnutzlast transporiert, und minimum ein paar starts ohne probleme (die die mission oder teile daon gefährden). Das hat Spacex noch nie gemacht.
    Zudem haben die erstmal noch eine menge im voraus bezahlter Starts zu machen bevor sie Gewinn einbringen können…

    Wenns um den Mars geht darfst du gern auf die Chinesen hoffen…

    Die Kosten werden erst sinken wenn eine wirklich grosse Nachfrage vorhanden ist und Raketen in echter Serie gebaut werden. Wenn die Nutzlasten dann billiger sein können müssen die Raketen auch nicht so zuverlässig sein (dadruch werden sie wiederum günstiger).

    Beim Skylon ist die Frage ob die finanzierung gelingt und ob die Technik auch wirklich so funktioniert wie gewünscht.
    Und wenn das Teil auch nur ein paar mal teurer wird pro kg, ist es nicht günsiger als eine Serienrakete…. (und schlussendlich ist dieser Träger laut Kostenplan genau das, er muss oft fliegen um so günstig zu sein…)

  30. #32 stillerleser
    25. August 2013

    @Stillerleser
    auch wenn wir schon ein bisschen sehr off-topic sind.
    Qualifiziert: maximalnutzlast transporiert, und minimum ein paar starts ohne probleme (die die mission oder teile daon gefährden).

    Ach, ich würde das nicht als offtopic ansehen.
    Deine Definition in allen Ehren, aber mir scheint das “ein paar Starts ohne Probleme” doch zu schwammig zu sein um als allgemeingültige Definition für einen “qualifizierten Träger” gelten zu können. Das ist ja mein Punkt: Soweit ich weiß (vielleicht irre ich mich) gibt es keine allgemein anerkannte Institution der Luft- und Raumfahrtbranche, welche eine Definition veröffentlicht hat was als qualifizierter oder unqualifizierter Träger gilt. Nach einer größeren Zahl an Starts spricht man halt irgendwann von einem zuverlässigen Träger (Ariane 5, Atlas V) oder einem unzuverlässigen Träger (Proton).

    Auf die Chinesen gebe ich keine großen Hoffnungen. Die gehen in einem Schneckentempo vorwärts dass einem die Füße einschlafen. In ein paar Jahren wollen sie dann anfangen eine Art Mir-Raumsation im niedrigen Erdorbit zu bauen. Mit deren Aufbau und Betrieb sind sie wahrscheinlich ein paar Jahrzehnte beschäftigt bevor sie sich gaaanz langsam ein bisschen weiter hinauswagen. Deren finanzielle Mittel sind auch sehr begrenzt und wenn die dortigen Machthaber andere Probleme bekommen geht die Raumfahrt dort vielleicht so schnell zugrunde wie am Ende der Sowjetunion.

    Dass Skylon noch technische, finanzielle und Rentabilitätshürden zu nehmen hat meinte ich ja mit den großen Hürden. Aber gegenwärtig kann man noch guten Gewissens hoffen dass das Konzept aufgeht.

  31. #33 Luk
    25. August 2013

    @stillerleser

    oke dann sag ich halt nicht qualifiziert sondern zuverlässig. Und das ist zurzeit nicht der Fall.

    Bei Skylon bin ich erlich gesagt skeptisch ob es zu ende finanziert wird. So viele Projekte wurden z.T. in der Endphase beendet…

    Aber wer weiss.

  32. #34 stillerleser
    25. August 2013

    @ Luk
    Momentan hat REL wohl das Geld zusammen um die nächste Entwicklungsphase des Sabre-Triebwerks anzugehen. Aber ich weiß auch nicht woher die Milliarden kommen sollen wenn es in ein paar Jahren richtig teuer wird bei der Entwicklung.

  33. #35 Hans
    26. August 2013

    #18 PDP10

    @Hans:

    SpaceX führt immerhin inzwischen regelmässige Versorgunsflüge zur ISS durch.
    Und die Dragon ist im Moment der einzige unbemannte Transporter, der Nutzlasten nicht nur zur ISS sondern auch Sachen zrückbringen kann.

    Es wurde zwar schon gesagt, aber so regelmässig ist SpaceX mit den Versorgungsflügen auch noch nicht dabei.
    Und dann sind da die Probleme mit den Nutzlasten und der Rakete. Beim letzten Flug zur ISS war die Dragon nicht voll beladen. Wäre sie es gewesen, wäre die Rakete durch die Fehlfunktionen sehr wahrscheinlich abgestürzt.

    Die Frage, wann eine Rakete Qualifiziert ist und wann nicht, kann man sicher sehr breit diskutieren, aber solche Fehler der Rakete, wie sie derzeit noch vorkommen, sollten eigentlich durch intensives vorheriges testen ausgeschlossen werden. Und mit dem Testen scheinen sie es in der Vergangenheit nicht so genau genommen zu haben.

    #23 Luk

    @Hans

    So einfach ist das leider nicht, der Aufwand all die kleinen Satelliten in denselben Orbit zu bringen um sie dann dort auseinanderzunehmem (wobei viele Komponenten defekt, unkopatibel usw. sind) dürfte grösser sein als ein Komplettes System einmal hochzuschicken.

    Dass das nicht einfach ist, ist mir schon klar. Ich hab auch hier:
    http://www.bernd-leitenberger.de/grundlagen-der-raumfahrt.shtml
    schon den einen oder anderen Aufsatz dazu gelesen. Aber ich dachte auch an grössere Zeiträume, also etwa die nächsten 10 bis 20 Jahre. Die Satelliten auf LEO-Bahnen unter ca. 500km werden sehr wahrscheinlich früher oder später alle noch verglühen, oder dazu gebracht werden. Aber was ist mit dem ganzen Zeug, dass darüber fliegt, auf höheren LEO-Bahnen, sowie auf MEO, HEO, GTO und nicht zuletzt im geostationären Friedhofsorbit? In diesen Fällen halte ich es für das sinnvollste, wenn man Transporter mit Greifern entwickelt, die die Teile einsammeln und zu einer Verwertungsstelle bringen können. Das wäre eine grössere Raumstation mit einer Art Montagehalle, wo die Satelliten zerlegt werden. Dann kann man sehen, welche Komponenten noch verwendbar sind, und welche nicht. Ausserdem wird man noch eine Menge über langfristige Strahlungsfestigkeit und Strahlungsbelastung lernen können, wenn man die Teile untersucht, die schon seit Jahrzehnten da oben kreisen.
    Schliesslich kann man den Schrott zum Recyclen zur Erde zurück bringen oder besser zum Mond, weil man da keine Atmosphäre hat, die die Landung erschwert. – Vorausesetzt natürlich, das man inzwischen auch geeignete Anlagen auf dem Mond errichtet hat.

    Und ein Komplettsystem einmal hoch schicken ist ja auch noch mehr Wunschdenken. Selbst wenn wir eine Schwerlastrakete hätten, die 100 Tonnen in den LEO befördern kann. So eine fliegende Montagehalle, wie ich sie hier angerissen habe, dürfte wesentlich schwerer werden, also wird man die auch nur Schrittweise aufbauen können.

  34. #36 Swage
    26. August 2013

    Ich sag nur 3D Drucker: man stelle sich mal vor Deflektoren, Linsen und Solarsegel orbital fertigen zu können. Wenn man genug Sonnenlicht bündelt kann man auch Asteroiden bewegen. Und wenn man einen weiteren Deflektor verwendet kann man sie auch HERHOHLEN. Die parken wir dann locker in einem schnuckeligen Lagrangepunkt und dann… tja, man bräuchte eine Raffinerie die das zeug verhüttet und eine Art Werft.

  35. #37 walter
    26. August 2013

    Schade an der ganzen Sache ist, dass man mit Raumfahrt keinerlei Profit machen kann, der für die ganzen geldgeilen Säcke wichtig ist. Da ist ein schöner Krieg oder Erdöl profitabler. Deshalb hab ich ehrlich gesagt nicht viel Hoffnung, dass in der Raumfahrt noch was weitergehen wird. Allenfalls kleinere Projekte. Aber den ganz großen Wurf wie es die Mondmissionen waren, wird es wahrscheinilch nicht mehr geben. Ich hoffe und wünsche es mir, dass ich mich gründlichst täusche. Angesichts dessen, was sich auf diesem Ball zur Zeit abspielt, ist diese Hoffnung nur seeeeehr klein. Da bedarf es wahrscheinlich eines wirklich globalen Ereignisses, um die Verantwortlichen von der Sinnlosigkeit eines Krieges oder der Erdölpolitik abzubringen und alles Geld (das ja nun wirklich das absolut nutzloseste Gut überhaupt ist) in Forschung und Entwicklung zu stecken. Oder man geht über in eine geldlose Gesellschaft. Daran zu hoffen grenzt aber schon an Science Fiction.

  36. #38 advanced space propeller
    26. August 2013

    abwarten…..;-)

  37. #39 Steffmann
    27. August 2013

    #37 Walter:

    Hi Walter, hier ist der Streithansel ;-), Nun, da du uns eine fehlerfreie Zukunftsanalyse verpasst hast, habe ich mal ein paar Fragen (so als Streithansel halt):

    1.

    Schade an der ganzen Sache ist, dass man mit Raumfahrt keinerlei Profit machen kann, der für die ganzen geldgeilen Säcke wichtig ist

    Wer sind denn diesen geldgeiler Säcke ? Kannst du diesen Vorwurf auch bitte konkretiesieren ?

    Usw,. usw,. ….

    Fakten wären auch mal nett. Populismus hat was, aber auf Dauer dann doch etwas ermüdend. Aber der Knüller ist das hier:

    Da bedarf es wahrscheinlich eines wirklich globalen Ereignisses, um die Verantwortlichen von der Sinnlosigkeit eines Krieges oder der Erdölpolitik abzubringen

    Sach mal, aus welchen Verschwörungsforum ham se denn dich eingekauft ??? Sollst du hier den Troll spielen, oder war das unbeabsichtigt ?

  38. #40 advanced deep space propeller
    27. August 2013

    die risikoforschung und futurologie kennt den begriff des High-impact/Low-probability Events oder auch wildcard.

    ein impakt eines asteroiden wäre z.b. ein “globales Ereigniss” vielleicht meint er sowas?

  39. #41 Luk
    27. August 2013

    @ Steffmann

    Don’t feed the troll….

    (im ürbigen hätti ich beinahe dasselbe geschrieben, aber siehe oben)

    Warten wir doch einfach ab, Prognosen sind immer schwierig wenn sie die Zukunft betreffen.

  40. #42 Luk
    27. August 2013

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/schon-gewusst-so-dreckig-ist-der-mond-1.1753436

    Wenn der Mond zu weiten Teilen wirklich von Meteoritenstaub bedeckt ist müssen wir keine Asteroiden einfangen gehen um an deren rohstoffe zu kommen, noch ein plus für den Mond 😉

  41. #43 advanced deep space propeller
    27. August 2013

    aber bitte leise sein…

    es gibt schon pläne der radioastronomen
    http://adsabs.harvard.edu/abs/2000AcAau..46..555H
    😉
    die asteroiden sind dann der nächste schritt, sooner or later ;sie kommen ja sowieso

  42. #44 Findelkind
    27. August 2013

    Ist zwar offtopic (eigentlich nicht wirklich), aber ist das schon bekannt?

  43. #45 DasKleineTeilchen
    10. Juni 2014

    was war jetzt an walters kommentar so trollig? in den grundzügen hatte er doch recht. mal abgesehen davon schreibt ein troll idr nicht sowas hier:

    “…Ich hoffe und wünsche es mir, dass ich mich gründlichst täusche…”

  44. […] ins All fliegt – und vor allem, ob es dann auch mal wieder zu neuen Zielen unterwegs ist (den Asteroiden zum Beispiel) oder zumindest zu neuen alten Zielen (wie dem Mond) oder ob man doch wieder nur im erdnahen Orbit […]

  45. […] bekannt sein. Asteroiden sind großartig und man kann mit ihnen so gut wie alles machen. Unsere Zukunft führt über die Asteroiden und man kann sich daher gar nicht genug mit den Felsbrocken im All beschäftigen. Aber: Kann man […]

  46. […] Planeten gibt. Asteroiden sind eine hervorragende Möglichkeit, Rohstoffe im All zu gewinnen und der einzige brauchbare Weg zu den Sternen. Asteroiden liefern wichtige Informationen über den Ursprung von Planetensystemen. Und Asteroiden […]

  47. […] die große Bedeutung der Asteroiden für die Menschheit habe ich schon oft genug berichtet. Ich habe ein ganzes Buch zu dem Thema geschrieben und mich auch […]

  48. […] sollte ja wissen wie sehr ich die Asteroiden schätze. Einerseits weil sie für uns Menschen der Weg in die Zukunft und in den Weltraum sind. Andererseits, weil sie der einzige Weg sind, direkt die Vergangenheit unserer Erde, unseres […]

  49. #51 noch'n Flo
    Schoggiland
    21. August 2018

    Tja, und Deutschland verschläft schon wieder eine Zukunftsperspektive:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article181245776/Deutschland-laesst-einem-Zwergstaat-im-All-den-Vortritt.html