Wenn wir Menschen Dinge zu anderen Planeten schicken, dann geben wir uns meistens viel Mühe, damit sie dort möglichst sanft landen. Aber das ist nicht immer die beste Strategie. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, etwas mit möglichst viel Krawumm auf die Oberfläche eines anderen Himmelskörpers zu schmeissen.

Zum Beispiel dann, wenn man wissen möchte, was unter der Oberfläche ist. Das hat man zum Beispiel 2005 beim Kometen Tempel-1 gemacht. Die Raumsonde Deep Impact warf einen 372 Kilogramm schweren Impaktor auf den Kometen und mit Instrumenten im All konnte der aufgewirbelte Staub aus dem Inneren des Kometen untersucht werden. Man könnte mit dieser Technik aber auch die Eismonde des Jupiters und des Saturn untersuchen und einen Impaktor auf eine Stelle werfen, wo die Eiskruste sehr dünn ist. Oder man bombardiert eine Region am Mars, in der sich gefrorenes Wasser unter der Oberfläche befindet.

Natürlich sollte eine vernünftige wissenschaftliche Mission über ein simples “Schmeissen wir irgendwas auf den Planeten!!” hinaus gehen. Die planetaren Penetratoren haben im Idealfall wissenschaftliche Instrumente mit an Bord, die den Aufprall natürlich überleben sollen. So etwas muss man vorher testen und deswegen schmeisst die europäische Weltraumagentur ESA gerade jede Menge Zeugs mit voller Wucht gegen die Wand.

Dieses Video zeigt einen 20 Kilogramm schweren Penetrator, der mit 341 Meter pro Sekunde unterwegs ist. Er bewegt sich knapp unter der Schallgeschwindigkeit – zumindest solange, bis er auf die 10 Tonnen Eis trifft, die in seiner Flugbahn stehen. Dann wird er von Schallgeschwindigkeit auf Null abgebremst und dabei einer Bremswirkung von 24.000 g ausgesetzt! Also 24.000 Mal der Erdbeschleunigung; was verglichen mit den 3 bis 4 g bei einem typischen Raketenstart doch ein bisschen heftig ist.

So wie es momentan aussieht, haben die Instrumente im Inneren des Penetrators die Aktion überlebt.

Manche Menschen haben schon einen ziemlich coolen Job. Dinge mit Schallgeschwindigkeit gegen eine Wand fahren und dafür auch noch bezahlt werden…

Kommentare (3)

  1. #1 rolak
    25. August 2013

    Schade, eine Kameraeinstellung ‘hinter dem Eisblock’ fehlt mir sehr – hat allerdings zugegebenermaßen überhaupt nichts mit dem eigentlichen Zweck der Übung zu tun.

  2. #2 Luk
    25. August 2013

    http://www.newscientist.com/article/dn14083-moon-missiles-survive-highimpact-tests.html

    noch mehr coole Arbeitsplätze 😉
    hier wird aus Sand geschossen (10 000 g) für eine Mondmission (MoonLite)
    wär cool wenn das mal klappte. Die beiden Marspenetratoren funktionierten ja leider nicht ( http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_2 ).

  3. #3 gast
    26. August 2013

    Col John Stapp Takes a Lot of G’s 43gs!
    http://www.youtube.com/watch?v=s4tuvOer_GI
    http://www.ejectionsite.com/stapp.htm

    Einer der haertesten ueberhaupt! War ueberigens auch im Scienceclub neulich.