Gestern bin ich von meiner Reise nach Österreich wieder zurück nach Jena gekommen. Wie üblich bin ich von jeder Menge Post empfangen worden. Das übliche – Werbekram; Zeitungen; ein paar Bücher. Und etwas unübliches: Ein kleiner Umschlag mit mir unbekannter Absenderadresse. Darin fand sich das hier:

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Sieht aus wie ein kleiner Stein; ist aber keiner wie ein simpler Test mit einem starken Magneten zeigt:

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Der kleine Felsbrocken ist ein Meteorit aus dem Weltall! Und zwar nicht einfach irgendein Meteorit. Obwohl ja eigentlich jeder Meteorit ziemlich cool ist. Immerhin handelt es sich dabei um einen 4,5 Milliarden alten Stein, der vermutlich schon existiert hat, bevor die Erde entstanden ist und nach seiner langen Reise durchs Weltall irgendwann auf unserem Planeten gelandet ist. Dieser besondere Meteorit wurde aber bei seinem Fall aus dem Kosmos beobachtet und zwar von ziemlichen vielen Menschen. Es handelt sich um ein Bruchstück des Himmelskörpers, der im Februar über Russland explodiert ist und dabei jede Menge Zerstörung aber zum Glück keine echte Katastrophe angerichtet hat.

Der Meteor von Tscheljabinsk gehört zu den wenigen Ereignisse, bei denen man den Fall beobachten und danach noch Bruchstücke aufsammeln konnte. So etwas ist für die Wissenschaftler immer besonders wichtig und interessant, weil sich daraus viele weitere Informationen ableiten lassen. Aus den Beobachtungen konnte man die Bahn des Himmelskörpers bestimmen und mittlerweile hat man auch schon ziemlich gute Ideen über seine Herkunft.

Meteorite gehören zu den wenigen Ausnahmen, bei denen die Astronomen ihre Forschungsobjekte nicht nur aus der Ferne anschauen, sondern zur Abwechslung auch einmal anfassen können. Der kleine Stein aus Tscheljabinsk hat eine wirklich schöne Kruste – was aber auch kein Wunder ist. Immerhin ist er erst vor ein paar Monaten durch die Atmosphäre der Erde gesaust und dabei an der Außenseite ein wenig geschmolzen.

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Ich freue mich sehr über dieses tolle Geschenk und möchte mich noch einmal bei Mathias von Sun.org bedanken, der mich mit diesem Meteorit überrascht hat! Vielen Dank – er bekommt bei mir zu Hause einen Ehrenplatz! Und wenn ich wieder mal einen Vortrag über Asteroiden und Kollisionen halte, dann habe ich ab jetzt ein Demonstrationsobjekt, das nur wenige besitzen…

Kommentare (24)

  1. #1 Dietmar
    27. August 2013

    In den richtigen Händen!

  2. #2 rnlf
    27. August 2013

    Wow… Autor und Scienceblogger müsste man sein. Wieso schenkt mir eigentlich keiner was?

    Gratuliere zu diesem genialen Geschenk!

  3. #3 Luk
    27. August 2013

    Cooles geschenk! =)

    und gerade heute gibts neue Artikel über diesen Meteoriten:
    http://www.n-tv.de/wissen/Meteorit-schmolz-vor-Einschlag-article11236301.html (z.B.)

    sieht so aus als wäre er mal kollidiert und dabei (zumindest teilweise) geschmolzen. Evt. erklährt das auch warum man in ihm Platinmetalle gefunden hat (die könnten doch vom Impaktor stammen, oder?)

  4. #4 rnlf
    27. August 2013

    Kann er die nicht auch schon bei der Entstehung abbekommen haben? Spricht mWn nichts dagegen. Was sagen die Profis?

  5. #5 Mathias
    27. August 2013

    In der Tat waren einige Meteoriten schon vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre in ihrer Vergangenheit schon vollständig geschmolzen. Ein Teil der Tscheljabinsk-Meteoriten besteht aus solchen schon mal geschmolzenen Stücken. Das ganze nennt sich “impact melt breccia”:

    Impact Melt Meteorites or Impact Melt Breccias (IMB) have formed from material that was liquefied or partially liquefied from the extreme pressure and heat generated by a large meteorite or asteroid impact in space. When two bodies in space collide with enough force (due to their mass and velocity) they create massive instantaneous pressures. Depending on the pressure it will affect these meteoroids (later to become meteorites) in different ways. More lightly shocked meteorites may just display dark shock veins running through while the Impact Melts will display a melted and deformed matrix.

    Solche Meteoriten sind dann auch innen oft einheitlich gefärbt. Die Schmelzkruste des Meteoriten von Florian ist aber eindeutig auf die Reise in der Atmosphäre zurückzuführen… der Meteorit hat eine dünne Schmelzkruste und ist innen heller. Folgender link geht ausfürlich auf die Unterschiede ein:
    http://www.meteorite-recon.com/en/Meteorite_Chelyabinsk_3.html

  6. #6 Adent
    27. August 2013

    @Florian Freistetter
    Ich muß mich jetzt aber mal ernsthaft beschweren, du schreibst in deinem Blog viel zu viel über Astronomie und Wissenschaft generell und fast nie über Esoterik oder Religion, interessiert dich das nicht? 😉
    Disclaimer: Falls hier einer der ewigen Nörgler mitliest, die es genau umgekehrt dauernd behaupten, einfach mal in Zukunft den Mund halten gell?

  7. #7 Herr Senf
    27. August 2013

    Hallo Herr Freistetter, Grüße an Mathias
    Danke für den Hinweis und den link!
    Habe mir gerade den mit 5,1g “reserved”,
    muß man haben.

  8. #8 rolak
    27. August 2013

    Meteorit aus Tscheljabinsk landet in Jena

    Vier- bis fünfmal aufgetitscht?

    Würde gerne mal etwas meteoritiges finden, das größer als ein Staubkorn ist…

  9. #9 Sigmund
    27. August 2013

    Dumme Frage: Du bekommst einen Meteoriten einfach so, von einem Anonymus?
    Komisch, ich hab immer nur Aldi-Werbung im Briefkasten.

  10. #10 Florian Freistetter
    27. August 2013

    @Sigmund: “Dumme Frage: Du bekommst einen Meteoriten einfach so, von einem Anonymus?”

    Ne, anonym nicht – hab den Spender ja sogar im Artikel erwähnt. Aber ich hab nicht mit so etwas gerechnet…

  11. #11 Herr Bach
    28. August 2013

    Jetzt wollen wir aber auch ein Foto des Meteoriten in einem dampfenden Martiniglas 🙂
    Oder fehlen noch weitere Zutaten dein Buchcover mit wissenschaftlicher Exaktheit nachbilden zu können? Dann müssen die Fans nochmal ran.

  12. #12 Florian Freistetter
    28. August 2013

    @Herr Bach: “Oder fehlen noch weitere Zutaten dein Buchcover mit wissenschaftlicher Exaktheit nachbilden zu können? “

    Hmm. Mir fehlt das Glas. Und die rosa Plörre…

  13. #13 Sigmund
    28. August 2013

    Oops, hab den letzten Teil (unterm bild) übersehen.
    Tschuldigung…

    Und: Online-Versand für Meteoriten – Was es so alles gibt.
    Ich hoffe, Herr Sun hat Ausfuhrzoll in RU gezahlt. 🙂

  14. #14 Sigmund
    28. August 2013

    beziehungsweise Ausfuhrzoll an E.T.

  15. #15 Christian der 1.
    29. August 2013

    Und hast du irgendwelche beweise, dass der echt ist. sprich von besagtem meteorid. sind ja sicher nicht soo billig.
    ob ich nicht mal gelesen hab, dass besondere durchaus mit gold aufgewogen werden könnten (wertmäßig meine ich).

    http://www.meteorite-shop.de/steinmeteoriten/chondrite/gewoehnliche-chondrite/tscheljabinsk-stein-meteoriten/

    hier um die monetäre wertigkeit abzuschätzen.

    einerseits dürfte es hier einige meteorite geben (-> drückt den preis), andererseits sind sie eben ob des ereignisses auch was besonderes

  16. #16 stone1
    29. August 2013

    Tolles Geschenk. Hast Du bei deinem Besuch in Österreich etwa auch einen Artikel in der profil-Redaktion abgegeben? Hab mir gestern eins gekauft und was seh ich heute? Da steht doch glatt ein Artikel von Florian Freistetter drinnen. Den werd ich mir jetzt zum Schlafengehen gleich noch vornehmen.
    Wahrscheinlich werd ich zwar nicht viel Neues über die dunkle Materie erfahren, da ich Deine diesbezügliche Artikelreihe gelesen habe, aber vielleicht träum’ ich ja was schönes…

  17. #17 Florian Freistetter
    29. August 2013

    @stone1: “Wahrscheinlich werd ich zwar nicht viel Neues über die dunkle Materie erfahren, da ich Deine diesbezügliche Artikelreihe gelesen habe, aber vielleicht träum’ ich ja was schönes…”

    Naja, über dunkle Materie steht da wenig drin; der Artikel handelt von der dunklen Energie. Ist aber hoffentlich trotzdem spannend 😉

  18. #18 stone1
    29. August 2013

    @FF: Ja natürlich, beim ersten Durchblättern ist mir nur die Balkengrafik mit der Verteilung helle Materie – dunkle Materie – dunkle Energie aufgefallen.
    Allerdings hast Du gegen Ende des Artikels die beiden Begriffe auch einmal durcheinandergewürfelt. Ansonsten war es eine schöne gute-Nacht-Lektüre. Ich hab sogar von Dir geträumt. [i]Weia, ich sollte wohl meinen Konsum Deines Blogs etwas einschränken[/i];)

  19. #19 Liebenswuerdiges Scheusal
    30. August 2013

    Zum Profilartikel muss ich auch noch was los werden.

    Ich fand den Artikel sehr spannend und lesenswert, dachte mir aber beim Lesen (ich hab den Autor übersehen), das kann kein Artikel vom Freistetter sein, es fehlte mir der “flappsige Blogton” den ich hier schätze, der mich in einem Printprodukt, für dessen Bezug ich Geld bezahle, allerdings immer gestört hat (Der Stil, nicht der Inhalt).

    Hab heute den Artikel noch einmal gelesen, und ich würd sagen, mit dem Stil ist Florian im Printjournalismus angekommen.

  20. #20 PDP10
    31. August 2013

    @L.S.

    “Hab heute den Artikel noch einmal gelesen, und ich würd sagen, mit dem Stil ist Florian im Printjournalismus angekommen.

    Was? Wer? Wie? Wann? Wo?

    Hab ich was verpasst?

    Welcher Artikel?

    Hilfe!

  21. #21 Florian Freistetter
    31. August 2013

    @PDP10: “Welcher Artikel?”

    Mein Artikel über Dunkle Energie in der österreichischen Wochenzeitschrift “Profil” (ich schreib ja nicht nur was fürs Blog sondern immer wieder auch mal woanders. Vom Bloggen allein kann ich nicht leben).

  22. #22 Mathias
    1. September 2013

    @ Christian der 1.

    Tatsächlich kannst Du nur 100% sicher sein, daß es ein Tscheljabinsk ist, wenn Du den Meteoriten zu einer chemischen, mineralogischen und petrographischen Analyse einschickst. Diese Analyse kostet allerdings mehr als der Meteorit selber. Daher kann man nur darauf achten, daß man den Meteoriten von einer seriösen Quelle bezieht. Die “International Meteorite Collectors Association” (IMCA) ist eine Händlerorganisation mit sehr hohen Standards, bei einem Kauf von einem IMCA-Mitglied kann man schon sehr sicher sein (siehe z.B. http://www.ebay.com/gds/Buying-Meteorites-on-eBay-a-Beginner-apos-s-Guide-/10000000004437563/g.html). Ein geschultes Auge kann allerdings auch den größten Teil aller unechten Meteoriten aussortieren. Glücklicherweise sind Meteoriten so schwer zu fälschen, daß es kaum zu Versuchen kommt, meist werden Meteoriten mit irdischen Gesteinen verwechselt (die manchmal sogar gewisse Ähnlichkeiten haben).

    Meteoriten sind prinzipiell sehr selten auf der Erde und einige können in die hunderte bis tausende von Euro pro Gramm kosten. Der Tscheljabinsk ist allerdings glücklicherweise nicht so selten, die Preise erreichen hier noch keine astronomische Summen (siehe z.B. http://www.sun.org/meteorites/chelyabinsk ). Am günstigsten (pro Gramm) sind einige Eisenmeteoriten, die man teilweise schon für niedrige zweistellige Centbeträge pro Gramm erweben kann.

  23. […] Produkte längst verloren. Die ältesten Funde des zuerst genutzten „Meteoreisens“ oder auch „Meteoriteneisens“ datieren auf das Jahr circa 3100 vor Christus und wurden in Mesopotamien entdeckt. Doch damals […]