Der Weltraum gehört niemandem. Oder uns allen; je nachdem wie man es auffassen will. Man kann im Internet zwar “Urkunden” kaufen die “bestätigen”, dass man ein Grundstück auf dem Mond oder einem anderen Himmelskörper besitzt (Ich hab selbst mal so ein Grundstück geschenkt bekommen). Aber rechtlich hat das alles keine große Gültigkeit. Niemand kann einen anderen Himmelskörper besitzen; nichtmal der Typ, der meint ihm würde ein Asteroid gehören und der der NASA dann einen Strafzettel geschickt hat, als sie ihre Sonde dort gelandet haben. Dieses Beispiel stammt aus dem neuen Video von Vsauce, wo die ganze Problematik des Besitzrechts im Weltraum schön dargestellt wird:

Ich fand besonders den einen Gedanken interessant: Wäre es vielleicht gut für unsere Aktivitäten im Weltraum, wenn Menschen und Firmen dort Himmelsobjekte besitzen könnten? Man kann das ja mit der Besiedlung des Westens der USA vergleichen: Wenn die Menschen dort damals nicht die Möglichkeiten gehabt hätten, etwas zu besitzen, dann wären vermutlich nur wenige auf die Idee gekommen, ihre Heimat zu verlassen und in unbekannte Länder aufzubrechen. Die private Raumfahrt macht ja glücklicherweise immer mehr Fortschritte und ich persönlich setze sehr viel Hoffnung in diese Bemühungen: Wenn die Raumfahrt irgendwann tatsächlich mal in relevantem Ausmaß betrieben wird, dann wird es vermutlich private Raumfahrt sein. Die staatlichen Organisationen die von visionslosen Politikern geführt werden, werden das nicht hin bekommen. Aber damit die private Raumfahrt funktionieren kann, wird es irgendwann mehr Anreize brauchen, als nur die reine Möglichkeit ins All zu fliegen. Vielleicht würde es tatsächlich helfen, wenn man Grundstücke oder Asteroiden besitzen könnte.

Natürlich muss es trotzdem brauchbare Gesetze geben die regeln, wer was wann und unter welchen Umständen besitzen darf. Einfach nur zu sagen “Hey, mir gehört jetzt der Saturn!” sollte nicht ausreichen um auch tatsächlich den Saturn legal besitzen zu können. Man sollte schon zumindest einen Fuß auf seinen Grundbesitz setzen müssen, um als Eigentümer anerkannt zu werden (oder halt etwas Äquivalentes tun, wenn das mit dem “Fuß setzen” – wie im Fall des Saturn – nicht klappen kann). Ansonsten hindert mich ja nichts daran, mich zum Besitzer, Kaiser und absoluten Herrscher der gesamten Milchstraße zu erklären!

Und wehe jemand kommt auf die Idee, sich “meinen” Asteroiden unter den Nagel zu reißen! (Den teile ich höchstens mit dem Entdecker)

Kommentare (32)

  1. #1 Andreas
    17. September 2013

    Etwas zappelig, aber sonst gut erklärt.
    Hat auch Implikationen, die weit über das Eigentumsrecht hinausgehen. Generell gilt eine zentrale Aussage darin für alle Rechte: Sie haben zwei Seiten, nämlich eine ideelle und eine materielle. D.h. ohne die Fähigkeit und die Macht, ein Recht auch durchzusetzen, ist es wenig wert. Daraus ergibt sich der Wert des Rechtsstaats, dass nämlich auch sonst “Ohnmächtige” dazu ermächtigt werden können, ihre Rechte durchzusetzen.

  2. #2 Manfred Hofemann
    Sibulan, Philippines
    17. September 2013

    Das Besitzrecht an fremden Himmelskoepern ist durch eine UN Conventions geregelt wonach niemand ein Besitzrecht erwerben kann.
    Auch wenn die Apollo Astronauten eine US Flagge auf dem Mond gehiesst hatte so kann man Recht daraus ableiten. Es heisst nur wir waren da, mehr nicht.
    Die Russen waren schon vorher mit ihrem Mondroboter da.
    Ob private Investoren erfolgreichen sind sei dahin gestellt , denn solange einzelne Laender jeder fuer sich arbeitet wird nicht viel herausgekommen.
    Eine erfolgreiche Marserkundung wird nur durch die Buendlung aller Resourcen der Raumfahrt betreibenen Nationen moeglich sein.Nationale Einzelgaenge sind da wohl zum scheitern verurteilt.

  3. #3 Andreas
    17. September 2013

    Wer einen Claim abstecken will wendet sich am einfachsten an das für dieses Raumgebiet örtlichen Planungsbüro auf Alpha Centauri. 🙂

    Ich könnte mir schon so etwas vorstellen, wie:
    Man kann gegen eine Gebühr (um Spinner abzuschrecken) ein Gebiet für geschäftliche Aktivitäten reservieren. Man muss dann aber innerhalb einer Zeitspanne (z.B. 5 Jahre) das Geschäft aufgenommen haben. Also den Bergbau begonnen, das Hotel errichtet oder den Freizeitpark gebaut haben.
    Besitz am Saturn fällt damit weg, es erschließt sich mir auch nicht, was der Besitz am Saturn für einen Sinn haben könnte.

    Andreas

  4. #4 Florian Freistetter
    17. September 2013

    @Manfred Hofemann: “Eine erfolgreiche Marserkundung wird nur durch die Buendlung aller Resourcen der Raumfahrt betreibenen Nationen moeglich sein.Nationale Einzelgaenge sind da wohl zum scheitern verurteilt.”

    Da bin ich völlig anderer Meinung. WENN irgendjemand den Mars erreicht, dann wird es ein privates Raumschiff sein. Die politischen Gegebenheiten der staatlichen Raumfahrtorganisationen sind mittlerweile nicht mehr in der Lage, langfristige und teurer Projekte wie eine Marsmission durchzuführen. NASA & Co werden weiterhin wissenschaftliche Forschung im All durchführen; Raumsonden zu den Planeten schicken usw. Aber die “großen” Projekte werden in Zukunft von privaten Unternehmen durchgeführt werden.

  5. #5 Florian Freistetter
    17. September 2013

    @andreas: “es erschließt sich mir auch nicht, was der Besitz am Saturn für einen Sinn haben könnte. “

    Vielleicht kann man dort irgendwelche Gase abbauen. Oder ein schickes Hotel auf einem der Felsbrocken in den Ringen errichten. Oder mit Sci-Fi-Raumschiffen der Zukunft ne Tour durch die Saturnatmosphäre machen…

  6. #6 Bullet
    17. September 2013

    ZumThema “Planeten besitzen” hat sich ein relativ unbekannter Biochemiker mit Namen “Asimov” mal einige Gedanken gemacht und eine Kurzgeschichte dazu geschrieben. “Kaufen Sie Jupiter”.

  7. #7 jochen
    17. September 2013

    Ich sehe da irgendwie kaum ein Problem:

    Besitzen kann ich etwas nur, wenn ich dauerhaft die gewaltige Hoheheit darüber habe. Dies kann entweder dadurch geschehe, dass ich selber anderen Überlegen bin, oder ein Überlegender (in unserem Fall der Staat) mir den Besitz zuspricht und diesen für mich verteidigt (Polizei).

    Sobald es uns möglich wird, teile des Weltraums dauerhaft zu besiedeln, wird sich automatisch auch eine Rechtssprechung entwickeln, die genau Absteckt, wem was gehört. Man kann nur hoffen, dass der Idealfall eintritt, dass die gegenseitige gewaltige Hoheit anerkannt wird und so eine Rechtssprechung entsteht, bevor es zu Auseinandersetzungen kommt, die Leben kosten.

  8. #8 Michael G.
    Wien
    17. September 2013

    Der Vergleich mit den USA hinkt leider ein bisschen. Wer nach Amerika wollte brauchte nicht viel Kapital (z.B. brauchte nicht jeder ein eigenes Schiff). Nicht die Reichen wanderten aus, sondern die, die es damals in Europa nicht mehr ausgehalten haben, die sich in den Kolonien erst den Reichtum erarbeiten (oder erstehlen) wollten. Das war aufgrund der vielen Rohstoffe und des fruchtbaren Landes auch möglich. Damit verbunden gibt es mit dem Besitzrecht in Amerika ohnehin ein Problem: Menschen haben dort schon seit langer Zeit gewohnt und wurden brutal vertrieben oder abgeschlachtet. Unter diesem Gesichtspunkt ist also die willkürliche Verteilung der Kolonien auf’s Schärfste zu kritisieren und keineswegs nur eine Erfolgsgeschichte.

    Die “Privatisierung” des Weltraums ist da ein ganz anderes Kaliber. Hier geht es einzig und allein um den Profit von Firmen oder Personen, die überhaupt genug Kapital haben, um in den Weltraum zu kommen (bzw. um sich bei einer Transportfirma einzukaufen, um ihr Zeug dort hinzuschaffen), und dort dann Bodenschätze abzutragen, Rohstoffe zu kontrollieren, Grundrente zu verlangen, etc. Hier würden also große Firmen mit viel Kapital und die Reichsten der Reichen Besitzmonopole bekommen. Irgendwelche “Siedler” könnten als Privatmenschen ohne viel Technologie (= viel Geld) dort überhaupt nichts aufbauen, weill man z.B. auf dem Mars oder dem Mond von nichts leben kann.

    Von einer “Privatisierung” oder “privaten Kolonialisierung” des Weltraums mag also vielleicht die Raumfahrt profitieren, weil die Dinge rascher passieren. Für die Menschen an sich wäre das aber nur eine weitere Ausdehnung der Macht von ein paar wenigen über viele, ausschließlich orientiert an der Profitlogik (mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben).

    Ich finde ehrlich gesagt, dass das Profitmotiv schon auf unserem Planet genug Schaden angerichtet hat. Da wäre mir eine gesamtgesellschaftliche, politisch und demokratisch gesteuerte Absicht den Weltraum zu nutzen weitaus lieber.

  9. #9 Florian Freistetter
    17. September 2013

    @Michael G.: “Da wäre mir eine gesamtgesellschaftliche, politisch und demokratisch gesteuerte Absicht den Weltraum zu nutzen weitaus lieber.”

    Natürlich. Aber die Politik sieht das anders. Mittlerweile interessiert sich ja kein Politiker mehr für irgendwas, was nicht bis zur nächsten Wahl erledigt werden kann. Langfristige, visionäre Projekte gibt es nicht mehr. Vielleicht kann man es besser mit den Computern vergleichen. Als da in den 40er Jahren die ersten gebaut worden sind, waren das auch riesige, teure Maschinen die sich nur ein Staat leisten konnte. ALs dann die privaten Firmen eingestiegen sind, hat sich die Sache geändert und jetzt besitzt jeder von uns einen ganz Schwung Computer…

  10. #10 advanced space propeller
    17. September 2013

    der weltraum ist eigentlich res communis!

    die weltraumrechtler machen sich auf jeden fall schon
    gedanken gerade in bezug auf asterod mining….

    wie schrieb kepler 1610 so schön an galilei:”Gib mir Schiffe oder richtige Segel für die Himmelsluftfahrt her und es werden auch Menschen da sein, die sich vor den entsetzlichen Weiten nicht fürchten”

    also her damit 😉

  11. #11 afx
    17. September 2013

    @ Florian:
    gegen die annahme, dass privatunternehmen ganz vorne mitmischen hat neil degrasse tyson ein paar argumente, die nicht von der hand zu weisen sind. mal kurz und routiniert zum mars fliegen ist noch nicht drin. naher erdorbit – ja, dort tumelt sich die privatwirtschaft immer mehr. weiter hinaus, da winkt immer weniger profit …
    ab minute 14:30 geht tyson auf das thema ein, die ganze ansprache ist aber sehr gut und sehenswert:

  12. #12 Alderamin
    17. September 2013

    @Florian

    Langfristige, visionäre Projekte gibt es nicht mehr.

    Eben noch gelesen:
    NASA managers evaluate yearlong deep space asteroid mission

    Das wäre eigentlich die Mission gewesen, an die Obama gedacht hat, als er der NASA den Auftrag gab, einen Asteroiden zu erforschen.

    Die Schritte sind langsam, aber es gibt schon eine Vision zum Mars hin. Kann natürlich sein, dass Privatfirmen da schneller sein werden, aber nur, wenn es sich für sie rechnet. Und eine Marslandung kostet sehr viel Geld. Es ist die Frage, wie das refinanziert werden soll. Dieser Big-Brother-Ansatz ohne Rückflug des Holländers wäre eine Idee, aber ich glaube nicht ernsthaft, dass das genehmigt werden wird. Und ich würd’s auch niemandem gönnen, da mit zu machen.

    Bis auf die Ausbeutung von Asteroiden sehe ich jenseits des Erdorbits in absehbarer Zeit kein attraktives Ziel im Weltraum für die Privatwirtschaft. Höchstens bemannte Vorbeiflüge an Mars oder Venus als Werbeaktion, wenn einer Firma so etwas ein paar Milliarden wert ist.

  13. #13 Florian Freistetter
    17. September 2013

    @Alderamin: “Die Schritte sind langsam, aber es gibt schon eine Vision zum Mars hin. “

    Naja, die gabs in den 1970er Jahren auch schon… Visionen allein helfen ja nicht; man muss sie auch umsetzen.

    “Und eine Marslandung kostet sehr viel Geld. Es ist die Frage, wie das refinanziert werden soll.”

    Ich weiß nicht mehr, welche Studie das war: Aber die Mondlandung hat zB viel mehr Geld eingebracht, als sie gekostet hat, wenn man die ganzen wirtschaftlichen Implikationen berücksichtigt. Das Zeug muss ja auch irgendwo gebaut werden und schafft Arbeitsplätze…

  14. #14 Alderamin
    17. September 2013

    @Florian

    Naja, die gabs in den 1970er Jahren auch schon…

    Nur baut man jetzt auch an der entsprechenden Hardware, SLS und Orion. Die machen im Erdorbit keinen Sinn, also wird man sie auch tiefer in’s All senden. Und nur zum Mond zurückkehren möchte man nicht.

    Das Zeug muss ja auch irgendwo gebaut werden und schafft Arbeitsplätze…

    Das ist aber Geld, das nicht an den Investor zurück fließt, sondern zu einem großen Teil an die Allgemeinheit. Bei der Mondlandung waren das Steuermittel, die als Arbeitsplätze wieder bei den Bürgern landeten und als Forschungsförderung der Luft- und Raumfahrtindustrie zugute kamen. Von den Arbeitsplätzen alleine hat eine Firma aber nichts, und Forschung lohnt auch nur, wenn daraus am Ende wieder ein verkaufsfähiges Produkt resultiert.

    Das ist eine ganz andere Kalkulation, ob sich die Weltraumfahrt für eine Volkswirtschaft insgesamt lohnt oder für eine bestimmte Firma. Und wenn man Politikern vorwirft, sie schauten nur bis zur nächsten Wahl (was meistens auch stimmt), so schauen Firmen doch auch nicht weiter als höchstens ein paar Jahre, besonders, wenn es um sehr große Investitionen geht. Sieht man schon daran, wie lange sich die Autoindustrie geziert hat, ordentlich Forschungsmittel für alternative Antriebe auszugeben.

    Die Firmen, die im Moment am COTS-Projekt teilnehmen (Space-X, Orbital, etc.) rechnen auch damit, dass sie Aufträge von der NASA bekommen und darüber hinaus von Firmen und Institutionen, die Satelliten starten oder Hotels in der Umlaufbahn eröffnen möchten. Wenn Elon Musk aber großspurig von seinen Marsplänen erzählt, dann werte ich das ungefähr so, als wenn Michael O’Leary von Ryanair über Stehplätze in seinen Flugzeugen redet. Er will halt im Gespräch bleiben. Wenn Musk keinen Auftraggeber für eine Marsmission findet, dann fliegt er da auch nicht hin.

  15. #15 Deus Abs. Gott
    17. September 2013

    Mir!

    (als Antwort auf: “Wem gehört der Weltraum?”)

  16. #16 Florian Freistetter
    17. September 2013

    @Alderamin: “Das ist eine ganz andere Kalkulation, ob sich die Weltraumfahrt für eine Volkswirtschaft insgesamt lohnt oder für eine bestimmte Firma. “

    Ich weiß nicht mehr, was das für ne Studie war; aber Brian Cox hat sie in ner Infinite Monkey Cage Folge erwähnt und das war schon was seriöse.

    Es geht mir darum, dass ich es den staatlichen Organisationen schlicht und einfach nicht mehr zutraue, solche großen Projekte zu machen. Das zeigt die Vergangenheit, wo wir in den letzten Jahrzehnten nicht über den nahen Erdorbit rausgekommen sind und selbst die mühsam gebaute Raumstation will man in der Zukunft wieder ins Meer schmeissen.

    Die Pläne der privaten Firmen in Sachen Asteroidmining etc halte ich auch für unausgegoren (hab ich hier im Blog ja auch schon öfter gesagt: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/04/26/privater-asteroidenbergbau-wie-realistisch-sind-die-plane-von-planetary-resources/). Aber ich bin überzeugt, dass die Zukunft nicht mehr in der staatlichen Raumfahrt liegt. WENN in der Raumfahrt irgendwas weitergeht, dann werden es private Firmen sein. Keine AHnung, welche Finanzierungsmöglichkeiten sie finden werden – das hat man beim Computer ja auch lange nicht gewusst. Aber wenn sie eine finden, dann werden sie genutzt werden. Wer weiß, vielleicht kommt in 20 Jahren ein Milliardär und stellt uns einen Weltraumlift hin; einfach so, weil er oder sie Lust drauf hat…

  17. #17 JOGO
    17. September 2013

    Interessanter Beitrag, von jemandem, der vor kurzem das http://9gag.com/gag/4881104?ref=fb.s verlinkt hat.
    (“Imagine there’s no countries…”, “Imagine no possessions…”)

    Dazu passt auch dieses Zitat:
    “Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.” – Jean-Jacques Rousseau, Discours

    Beim Gedanken, dass ernsthaft “der Weltraum” in das Eigentum von irgendwelchen Menschen übergeht wird mir ganz schlecht.

  18. #18 Kallewirsch
    17. September 2013

    @JOGO

    So einfach ist die Sache nicht.
    Denn das Gegenteil – alles gehört allen – funktioniert ab einer gewissen Größenordnung auch nicht.
    Wohin das führt, hat uns der Kommunismus gezeigt. Und auch die Kibbuzim, bei denen das Konzept so einigermassen funktioniert hat, sind am Verschwinden.

  19. #19 Bullet
    17. September 2013

    @JOGO: wie schon erwähnt: jemand, der auch nur einen Teil des Weltraums als sein Eigentum betrachtet, sollte auchin der Lage sein, dieses von ihm als Eigentum Betrachtete irgendwie zu “schützen”. Oder auch einzäunen. Eigentlich egal. Ich frag mich bei solchen Ideen immer nur, wie denn das Gelächter klingen wird (falls es denn überhaupt eine akustische Äußerung sein kann), mit dem beliebige Außerirdische in ihren Raumfahrzeugen auf diese übertrieben großkotzige und gleichzeitig jämmerliche Anmaßung reagieren.

  20. #20 Alderamin
    17. September 2013

    @Florian

    Es geht mir darum, dass ich es den staatlichen Organisationen schlicht und einfach nicht mehr zutraue, solche großen Projekte zu machen.

    Warum nicht? Was hat sich seit Reagan geändert? Space Station Freedom wurde auch erst zu Fred und dann zur ISS, und man hat bald 30 Jahre gebraucht, bis sie endlich fertig war.

    Das zeigt die Vergangenheit, wo wir in den letzten Jahrzehnten nicht über den nahen Erdorbit rausgekommen sind

    Die ISS hat fast alle verfügbaren Mittel verschlungen, und man wollte ja auch gar nicht woanders hin. Womit auch? Das Shuttle flog halt nur bis in den Erdorbit und war außerdem viel teuerer geworden (insbesondere die Kosten pro kg Fracht) als geplant. Und es war kein Wettlauf mit den Russen mehr gegeben wie in den 60ern, da hatte die NASA gemessen am Jahreshaushalt das zehnfache Budget der 90er (6% statt 0,6% des Haushalts)

    und selbst die mühsam gebaute Raumstation will man in der Zukunft wieder ins Meer schmeissen.

    Irgendwann schon, aber ob das schon 2020 der Fall sein wird, ist noch nicht entschieden. Eigentlich wollte man sie sogar schon schon 2015 versenken, um die Mittel für die neue Schwerlastrakete frei zu machen und evtl. den Lander Altair weiter zu entwickeln. Altair ist aber erst mal gestrichen und die ISS darf oben bleiben. Was dann 2020 passiert, entscheiden alle Teilnehmernationen. Die Russen erwägen, glaube ich, ihren Teil der Station ggf. abzukoppeln.

    Es ist halt nur ein bestimmtes Budget verfügbar. Vielleicht schaffen die Privatfirmen ja einen günstigeren Zugang zum All, allerdings werden die Aufträge für Großprojekte dann immer noch von der NASA kommen und von den Steuerzahlern bezahlt werden. So soll das bei COTS laufen, und vielleicht geht es nach der ISS auch so weiter.

  21. #21 Spritkopf
    17. September 2013

    @FF

    WENN irgendjemand den Mars erreicht, dann wird es ein privates Raumschiff sein. Die politischen Gegebenheiten der staatlichen Raumfahrtorganisationen sind mittlerweile nicht mehr in der Lage, langfristige und teurer Projekte wie eine Marsmission durchzuführen.

    Das sehe ich anders. Es ist eine Frage der Bereitschaft des Wählers, das Geld aufzubringen, um jemanden zum Mars zu schicken. Neil deGrasse Tyson trommelt ja schon ausgiebig dafür, dass die Amerikaner den kleinen Bruchteil ihres Staatshaushalts nur ein bißchen aufstocken, den sie derzeit für die Raumfahrt aufwenden, und dass damit eine Mission wie die zum Mars möglich werden würde. Und man gewinnt den Eindruck, dass ihm immer mehr Menschen zuhören.
    Die Privatwirtschaft wird nur investieren, wenn sie einen nennenswerten Return in Aussicht hat. Und einen solchen kann ich im Moment nicht ausmachen.

  22. #22 Karlos
    17. September 2013

    Wie ist es denn mit der geostationären Umlaufbahn und den Sendeplätzen dort? Dei gehören nicht dem jeweiligen Land darunter, oder? Wer vergibt da die Rechte?
    Ich hoffe, daß vermietet die UNO pro Jahr.

  23. #23 Florian Freistetter
    17. September 2013
  24. #24 Hammster
    17. September 2013

    Hmm.
    Ausser Florian scheint das Thema den Wenigsten Sorge zu bereiten… mir schon. Dafür ist “die Menschheit” zu … … … (insert your word here, mine is missing)

    Wem gehört das menschilche (+ tierische) Genom? Darf die “Wissenschaft” (wer immer das sein mag) tuen, was sie vermag??
    Ohne Regularien (immerhin gibt es grobe Grenzen in der Gen-Wissenschaft) wird sich immer ein (privater) Investor finden.. (wurden nicht schon privat Menschen geclont…?) … mir war so…

    …und sobald der nächste nearearthasteroid in die Nähe kommt, und man sinnvolle Ressourcen auf ihm vermutet, wird mindestens “Red Bull” eine Mission starten (haben die nicht schon mit “Virgin” zusammen Raumfahrzeuge..??), die “Ressourcen” zu bergen – und das ganze noch kinogerecht zu vermarkten und allein mit den Filmrechten die Mission zu refinanzieren….

    Hier hat gerade jemand “1984” (George Orwell) gelesen – was für ein harmloses Buch… “2084” muss erst noch geschrieben werden – und das wird bedeutend grusliger….
    … und wird 2090 vor der Realität sowas von veraltet aussehen…
    Was wissen wir schon…

  25. #25 Lulucas
    18. September 2013

    Wenn es nach dem Mars-One Projekt geht, leben die ersten Menschen 2023 auf dem Mars..
    http://www.mars-one.com/en/

  26. #26 Alderamin
    18. September 2013

    @Lulucas

    Die meinte ich oben.

    Kein besonders verlockendes Leben, nur noch im Raumanzug vor die Tür treten zu können. Nie mehr Waldspziergänge oder Urlaub am Meer. Das wäre nichts für mich.

    Wie gesagt, ob das genehmigt werden wird? Das sind ja quasi Todeskandidaten. Die werden sich nie alleine versorgen können, das hat man nicht mal auf der Erde in Biosphere 2 geschafft, und wenn den privaten Geldgebern die Kohle ausgeht, dann fallen die Versorgungsflüge aus. Ob’s dann eine große Rettungsaktion der NASA, finanziert vom Steuerzahler, geben wird? Vermutlich nicht, weil die Technik für einen Lander gar nicht so schnell entwickelt werden kann, wie es die Gestrandeten dahinraffen wird.

    Ein Platz in den Geschichtsbüchern wäre Bas Lansdorp allerdings sicher, so oder so.

  27. #27 Florian Freistetter
    18. September 2013

    Über Mars One hab ich hier mal ein wenig geschrieben: http://www.forschungs-blog.de/wachst-gemuse-auch-auf-dem-mars/ Glaub ich auch nicht dran…

  28. #28 Alderamin
    18. September 2013

    @Florian

    Danke für den Link auf den interessanten Artikel. An das Fehlen von Stickstoff hatte ich noch gar nicht gedacht.

    Außerdem ist es fraglich, ob der Mensch überhaupt in der Lage ist, sich dauerhaft mit geschmacklosen Wassertomaten aus holländischen Treibhäusern am Leben zu erhalten 😉

  29. #29 Foxtrott
    18. September 2013

    “Wer weiß, vielleicht kommt in 20 Jahren ein Milliardär und stellt uns einen Weltraumlift hin; einfach so, weil er oder sie Lust drauf hat…”

    Wenn genau das passiert können wir weiterreden 😉

    Ganze ehrlich Florian, ich finde zwar das du mit deinem Standpunkt “Politik will nicht” nicht unrecht hast, aber sowohl dein “Wildwest” als auch “Computer” Beispiel hat einen entscheidenden Haken: Der Zugang zu beiden durch Privatpersonen war, per se, mit relativ einfachen und realtiv günstigen Methoden möglich. Beim einen nach der Erfindung der Dampfschifffahrt und beim anderen der Transistorelektronik. Das gilt für den Weltraum einfach nicht, es ist auf “konventionellem” Weg für die meisten Privatpersonen nicht möglich schnell und günstig in den Weltraum zu kommen.
    Und bei der anderen Methode, bei der Privatunternehmen die quasistaatliche Anstrengungen und Kosten übernehmen, werden wir (in unserem momentanen Gesellschaftssystem) nicht eine Zukunft ala “Star Trek” sondern ala “Alien” haben. Wenn Privatunternehmen die “Herrschaft” über den “Import und Export” Planetenfremder Ressourcen übernehmen übernehmen sie auch die “Herrschaft” über den Rest des Planeten und dessen Bewohner.

  30. #30 Kallewirsch
    19. September 2013

    “Wer weiß, vielleicht kommt in 20 Jahren ein Milliardär und stellt uns einen Weltraumlift hin; einfach so, weil er oder sie Lust drauf hat…”

    Wenn genau das passiert können wir weiterreden 😉

    So abwegig finde ich das gar nicht. Ok, nicht bei uns in Europa. In den USA ist die Spenden- und Finanzierfreudigkeit der wirklich reichen Menschen wesentlich höher als bei uns.

  31. #31 Alderamin
    19. September 2013

    @Kallewirsch

    Ein Weltraumlift würde ja auch eine Menge Geld abwerfen. Um die Erde herum gibt’s ja genug kommerzielle Anwendungen, von Erderkundung über Kommunikation bis zum Tourismus (wobei man bei der Erderkundung eigentlich näher ran will; der Weltraumlift geht auf die geostationäre Bahn, von der man dann per Antrieb wieder runter muss; im LEO aussteigen geht nicht, man ist da noch zu langsam).

    Aber weiter weg von der Erde wird’s wirtschaftlich uninteressant und teuer. Und dahin kommt kein Weltraumlift.

  32. #32 Alex O
    20. September 2013

    Ich hoffe inständig, dass wir Menschen bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir technologisch in der Lage sind, andere Himmelskörper dauerhaft zu besiedeln und deren Ressourcen zu nutzen, über solcherlei Besitzstandsdenken hinausgekommen sind.