Ich bin immer noch in Brandenburg unterwegs (und werde dort morgen in Eberswalde einen Vortrag halten), deswegen gibt es nur ein kurzes, aber interessantes Video. Ich habe vor kurzem schon mal erwähnt, dass das WISE-Teleskop wieder reaktiviert werden und neue Daten sammeln soll. Für die neuen Aufgaben von WISE gibt es schon jede Menge Vorschläge und einer davon kommt von Jill Tarter, die normalerweise im Rahmen des SETI-Projekts nach außerirdischen Lebewesen sucht. Das will sie nun auch mit WISE machen – aber anders als gewohnt. Bisher hat man ja hauptsächlich nach Botschaften von Aliens gelauscht; diesmal will Tarter aber die Alien-Technik selbst finden.

Wir wissen natürlich nicht, was irgendwelche eventuell vorhandenen Außerirdischen für Dinge bauen. Aber wir haben ein paar Ideen, was wir bauen könnten, wenn unsere Technologie irgendwann weit genug fortgeschritten ist. Zum Beispiel eine sogenannte Dyson-Sphäre. Die braucht man, wenn man die gesamte Energie eines Sterns nutzen will. Heute können wir ja nur einen winzigen Teil der Sonnenenergie nutzen, die auf unsere Erde fällt. Und selbst wenn wir die gesamte Energie nutzen könnten, gäbe es immer noch wahnsinnig viel Energie, die einfach an der Erde vorbei im Weltall verschwindet. Würde man aber die Sonne mit einer Kugelschale umhüllen, dann könnte man ihre gesamte Strahlung auffangen und nutzen.

Auf der sogenanntenKardaschow-Skala würde diese Leistung einer Zivilisation vom Typ II entsprechen. Sie ist in der Lage, die gesamte Energie ihres Heimatsterns zu nutzen. Eine Typ-I-Zivilisation nutzt die gesamte Energie ihres Planeten; eine Typ-III-Zivilisation die gesamte Energie ihrer Galaxie. Das klingt natürlich alles nach großer Science-Fiction. Aber es wäre prinzipiell machbar – und was noch wichtiger ist: wir sind prinzipiell in der Lage, so eine Dyson-Sphäre zu entdecken, wenn sie dort draußen irgendwo existiert. Wie das geht, habe ich schon vor 5 Jahren in diesem Artikel erklärt.

Jill Tarter will nun das WISE-Teleskop für diese Aufgabe nutzen und hat kürzlich in einem Google-Hangout darüber gesprochen. Das Video ist recht interessant:

Kommentare (55)

  1. #1 Kevin Kleebusch
    19. September 2013

    Ich habe das Video jetzt noch nicht gesehen, aber willst du damit wirklich sagen eine Typ III Zivilisation würde ein Gebilde um seine Heimatgalaxie herum bauen um damit Strahlung aufzufangen und diese bspw. mit extrem Fortschrittlichen Solarzellen zu nutzen? (Gesponnen, ich weiß) Vieles was du hier beschreibst liegt jenseits meiner Vorstellungskraft aber meistens kann ich damit gut leben, aber das klingt nach absurdem Schwachsinn. Wie soll das den bitte gehen? Ich bin gerne für Aufklärung offen! Spontan fällt mir da nur ein Star Trek Szenario ein in dem aus Energie Materie erschaffen werden kann und somit Mobile Raumschiffe einfach direkt mit Extremen Kernfusionsreaktoren bestückt diese Schale on-the-go Herstellen. Aber selbst das liegt so extrem weit jenseits alles für mich denkbaren das ich es für Schwachsinn halten muss. Das würde doch Jahrmillionen dauern. Sie merken, ich bin Verwirrt. Bitte kläre mich jemand auf.

  2. #2 Florian Freistetter
    19. September 2013

    @Kevin Kleebusch: “ber willst du damit wirklich sagen eine Typ III Zivilisation würde ein Gebilde um seine Heimatgalaxie herum bauen um damit Strahlung aufzufangen”

    Nein. Und im Gegensatz zu einer Sphäre um nen Stern wäre ne künstliche Sphäre um ne Galaxie wohl auch rein physikalisch unmöglich zu bauen. Aber man kann alle Sterne mit Sphären umgeben. Oder die Energie der aktiven Galaxienkerne nutzen.

    “Das würde doch Jahrmillionen dauern. Sie merken, ich bin Verwirrt. Bitte kläre mich jemand auf.”

    SELBSTVERSTÄNDLICH behauptet niemand, dass man mal eben so nen Schwung Dyson-Sphären aus dem Ärmel schütteln kann. Natürlich dauern solche Projekte Jahrtausende oder länger. Aber sie sind nicht unmöglich. Und wer weiß, was Aliens – sofern vorhanden – so alles treiben. Wir haben erst seit ein paar hundert Jahren eine halbwegs vernünfigte Technik und damit schon ziemlich viel erreicht. Da kann man von einer Zivilisation, die ein paar Jahrtausende oder Jahrhunderttausende älter ist wir vermutlich ein bisschen mehr erwarten. Und es gibt keinen Grund, warum so eine Zivilisation NICHT enorm viel älter sein soll. Es ist sogar wahrscheinlich, dass sie uns weit voraus sind…

  3. #3 Günther Danzer
    Wels, Virchowstraße
    19. September 2013

    Wenn ich mir die Grafik zur Veranschaulichung von “Voyager hat das Sonnensystems verlassen” in Erinnerung rufe und dann über Zivilisationen vom Typ II oder gar III nachdenk, frag ich mich, ob wir wirklich schon zu 100% zum Typ I gehören.

  4. #4 Günther Danzer
    19. September 2013

    Der Danzer ist wie immer tollpatschig (hätt fast “blöd” geschrieben, weiß aber nicht, ob das heute noch politisch korrekt ist) und hat seine Anschrift eingetragen. Also, Bitte an Alle, vergesst sie 😉

  5. #5 Rip van Winkle
    20. September 2013

    @Der Danzer, der Günther
    “ob wir wirklich schon zu 100% zum Typ I gehören.”
    Wer behauptet denn das?*gähn*

    “Eine Typ-I-Zivilisation nutzt die gesamte Energie ihres Planeten” – Habe ich da wieder etwas verschlafen?

    Die Menschheit steckt momentan auf halbem Wege (großzügig) zu Typ1 fest.
    Auch kann ich mich erinnern mal gehört zu haben, daß ein weiteres Kriterium für TYP 1 die Kontrolle über das Klima des Planeten sein soll. Kommt das noch jemandem bekannt vor?

    Wenn ich (um nur ein beliebiges Beispiel zu bemühen) mir die Prognosen für die Bundestagswahl an diesem Sonntag ansehe, gewinne ich nicht den Eindruck, daß der hiesige Teil der Zivilisation eine ernsthafte Absicht erkennnen läßt den aktuellen Zustand zu verändern.

    Und deshalb dreht sich der alte Rip jetzt wieder auf die andere Seite, schläft weiter und träumt vielleicht von der ein oder anderen Dyson-sphäre.

  6. #6 Gürteltier
    20. September 2013

    Ich geh mal auch davon aus ,dass wenn man bedenkt wie alt das Universum ist.Das es womöglich (wenn überhaupt) Zivilisationen geben könnte, die nicht nur hunderttausende, sondern vielleicht sogar Millionen Jahre weiter sind als wir.

    Was die dann technisch so drauf haben könnten, kann ich mir nicht mal vorstellen. Womöglich gibt es dort Schulunterricht in dem erst eine Fusion, mit anschließenden Bau einer Dyson-Sphäre unterrichtet wird.

    Wer weiß.

  7. #7 Florian Freistetter
    20. September 2013

    @Rip van Winkle: “Die Menschheit steckt momentan auf halbem Wege (großzügig) zu Typ1 fest.”

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat Sagan uns mal auf 0,7 geschätzt.

  8. #8 advanced space propeller
    20. September 2013

    ja 0,7 bei 10 terawatt in den 1970ern -> Current status of human civilization

  9. #10 Lupo
    20. September 2013

    Gibt es Schätzungen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das eine Zivilisation lange genug Überlebt um den nötigen technischen Stand zu erreichen ?

    Um die Frage zu präzisieren :
    Angenommen, die Menschheit wäre eine typische Zivilisation.
    Lässt sich einerseits ein Hang zu selbstschädigendem Verhalten beobachten, andererseits besteht eine recht hohe Verwundbarkeit gegenüber äussern einflüssen ( Meteoriten einschläge, Klima änderungen u.ä. ). Beides wirkt einschräkend auf die Überlebensdauer einer Zivilisation. Senkt das nicht die Wahrscheinlichkeit das Zivilisationen lange genug bestand haben um Typ 2 oder höher zu erreichen ?

  10. #11 Markus
    20. September 2013

    Jetzt mal ganz blöd gefragt:
    Wird es auf der Erde nicht ziemlich dunkel wenn wir um unsere Sonne eine Dyson-Sphäre bauen?
    Oder sind prinzipiell andere Sterne gemeint?
    Und wenn ja wie kommt die Energie von dort dann zu uns?

  11. #12 Rat
    20. September 2013

    @Markus: Wie das funktioniert hat Florian ja hier erklärt:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2008/12/08/die-sonne-einpacken-auf-der-suche-nach-dysonspharen/
    Kurz gesagt: Man lebt dann nicht mehr auf der Erde sondern auf der Innenseite der Sphäre.

  12. #13 Alderamin
    20. September 2013

    @Lupo

    Gibt es Schätzungen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das eine Zivilisation lange genug Überlebt um den nötigen technischen Stand zu erreichen ?

    Das hier gibt’s. Ist allerdings ein wenig aus der Luft gegriffen.

    Wie soll man das abschätzen, wir kennen außer unserer eigenen ja keine andere Zivilisation. Kaum eine Tierart hat bisher mehr als 10 Millionen Jahre überlebt, keine Kultur mehr als ein paar tausend Jahre.

    Keine Kultur hatte bisher die Macht, die Welt zu zerstören und mindestens zweimal war’s bereits ziemlich eng (Kuba-Krise, Fehlmeldung eines russischen Satelliten 1984). Auf der anderen Seite ist der Mensch sehr anpassungsfähig und es gibt ihn in großer Zahl. Die Menschheit vollständig auszurotten erforderte wohl, die Erde komplett unbewohnbar zu machen (Sauerstoffkatastrophe, massiver Asteroideneinschlag, Ausrottung durch die eigene Technologie o.ä.). Ansonsten könnten kleine Gruppen fast jede Katastrophe überleben und Stammhalter einer neuen menschlichen Zivilisation werden.

    Wenn die Menschheit mit ihrer Kultur noch lange überlebt, wird sie vermutlich ihre Evolution selbst in die Hand nehmen und sich selbst verändern, von einer Steigerung der Intelligenz, Sieg über Krankheiten bis hin zur Unsterblichkeit. Wenn sie die Technologiekultur durch eine globale Katastrophe wieder verlieren sollte, dann wird die natürliche Evolution sie weiter eintwickeln. Die Menschen in einer Million Jahren werden sicherlich keine Homo Sapiens Sapiens mehr sein, sondern eine neue Art.

  13. #14 Thanus
    20. September 2013
  14. #15 Swage
    20. September 2013

    Naja, was das Lauschen angeht… ich sag nur Abstandsgesetz. Wir könnten ja nicht mal unser eigenes (immerhin mittlerweile 70 Lichtjahre reichendes) Signal innerhalb eines Lichtjahres isolieren. Und selbst mit einer tausendfach leistungsfähigeren Ausrüstung kommt man nicht viel weiter, nimmt nämlich quadratisch mit der Entfernung ab. D.h. doppelte Entfernung ein Viertel Leistung. Aufgrund der Kepler Daten (“A revised estimate of the occurrence rate of terrestrial planets in the habitable zones around kepler m-dwarfs”) geht man von 6.4 Ly durchschnittlichem Abstand zwischen (für Menschen) bewohnbaren Planeten aus (und einer 94%igen Wahrscheinlichkeit für eine “zweite Erde” innerhalb von 10 Ly, das am Rande). Das ist kein weitreichender Ansatz, aber war definitiv den Versuch wert.

    Kardaschow-Skala, ist ein interessantes Modell. Es hakelt meiner Meinung nach noch ein wenig an zu “menschlichen” Definitionen und Einschränkungen, ist aber ein ganz guter Ausgangspunkt. Z.B. gesamter planetarer Leistung… wir kontrollieren die Oberfläche, basta. Das würde ich gar nicht an irgendwelchen Energieverbrauchswerten festmachen. Wir leben dort, sind dort Zuhause. Müssen wir wirklich alles komplett nutzen? Sollten wir das überhaupt? Auch würde ich mich nicht unbedingt an “Zivilisationen” aufhängen. Von was reden wir eigentlich bei uns? Der “Menschlichen Zivilisation” als Ganzes? Oder eine speziellen menschlichen Zivilisation (unsrer momentanen) ? Da fängt es schon an: menschliche Zivilisationen kamen und gingen und sind eigentlich, historisch gesehen, nicht beständig. Trotzdem hat sich die Menschheit ständig weiterentwickelt, gerade in technologischer Hinsicht. Wir reden hier von der Entwicklung einer Spezies und eigentlich nicht von “einer” Zivilisation. Und wenn wir es ganz genau nehmen, dann reden wir auch nicht von “einer” Spezies, denn unsere Entwicklung ist grundsätzlich mit der Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten verflochten.

    Klingt merkwürdig? Kieselalgen sind z.B. viel effizienter darin die Ressourcen des Planeten zu nutzen, daher gibt es auch viel mehr davon. Ihre Möglichkeiten sind unseren bescheidenen weit voraus, und das obwohl sie keine Technologie entwickelt haben und nach unseren Maßstäben nicht intelligent sind – Einzeller. Trotzdem sind WIR die direkte Folge der Entwicklung von Einzellern. Ich würde das also weder auf eine Spezies, Technologie oder Zivilisation beschränken, denn wenn etwas dran ist an der Panspermia-Theorie, dann dürfen wir getrost davon ausgehen das dies kein Einzelfall ist und sich ausbreitet. Natürlich wird die Entwicklung, angepaßt an die örtlichen Gegebenheiten, andere Wege einschlagen.

    Also an was machen wir das fest? Meiner Meinung nach sollten wir das überhaupt nicht tun. Dann könnte man, sollte sich die Theorie als richtig erweisen schon mal getrost von Typ III ausgehen.

  15. #16 Lupo
    20. September 2013

    @ Alderamin
    Mir ist natürlich klar, das die beobachtung einer Zivilisation ( unserer Eigenen ) keinerlei Statistischen Aussagewert hat.
    Andererseits ist das Extrapolieren von unserer Position aus, die einzige Möglichkeit, nicht völlig aus dem Nichts zu greifen.

    Und ich hielt den Gedanken, das die Zeit ohne Störungen ein wichtiger Faktor bei der Zivilisationsentwicklung ist, für nicht so weit her geholt, das ihn nicht schon Jemand anders gehabt haben könnte. Daher meine ursprüngliche Frage.

    Zustimmen muss ich dir bei dem Punkt das ab einem Gewissen entwicklungsstand äussere einflüsse an Bedeutung verlieren. Dieser möchte jedoch erst mal erreicht sein.
    Ich würde vermuten das viele aufstgrebenden Zivilisationen nicht lange genug überleben um diesen Punkt zu erreichen.
    Aber, wie gesagt, reines Gedankenspiel.

  16. #17 JolietJake
    20. September 2013

    Eine Kardaschow-III-Zivilisation innerhalb der Milchstraße kann man doch eigentlich ausschließen, oder?
    So einen massiven Eingriff müsste man sicherlich längst bemerkt haben.
    Sorry, falls das im Video beantwortet wurde, ich kam bisher nicht dazu es mir anzusehen.

  17. #18 Thanus
    20. September 2013

    LOL

    Wir leben alle in einer von Kieselalgen erbauten Dyson-Sphäre, nur merkt es keiner.

  18. #19 Alderamin
    20. September 2013

    @Lupo

    Und ich hielt den Gedanken, das die Zeit ohne Störungen ein wichtiger Faktor bei der Zivilisationsentwicklung ist, für nicht so weit her geholt, das ihn nicht schon Jemand anders gehabt haben könnte.

    Natürlich haben sich da schon Leute Gedanken drüber gemacht. Hab’ mal gegoogelt:

    Hier werden 300 000 Jahre geschätzt, mit einer großen Varianz zwischen 30000 und 3 Millionen Jahren.

    Einflüsse von außen wie Asteroideneinschläge oder andere Naturkatastrophen lassen sich ganz gut abschätzen, wobei die Menschheit jetzt bereits technisch in der Lage wäre, kleinere Asteroiden abzuwehren; ein Komet vom Kaliber Hale-Bopp würde uns allerdings nachhaltig den Tag versauen.

    Schwer absehbar ist allerdings, was politisch auf der Erde passieren wird. Schon jetzt haben mehrere kleinere Staaten Atomwaffen. Es ist absehbar, dass in 100 Jahren zahlreiche Länder solche Waffen besitzen werden und dass es zumindest zu regionalen Atomkonflikten kommen wird. Mit einem globalen Konflikt hat die Menschheit lange gespielt und nur weil wir derzeit keine unmittelbare Bedrohung eines solchen Konflikts mehr haben, kann sich die Situation eines kalten Krieges jederzeit wiederholen.

    Natürlich könnte sich auch die Demokratie weltweit durchsetzen, sie ist ja auf dem besten Wege dahin, wenn man sich ihre Entwicklung über die vergangenen 200 Jahre anschaut. Vielleicht setzt sich in Zuge der Demokratisierung die Vernunft durch und Kriege werden irgendwann einmal komplett überweunden. Klingt für mich allerdings ein wenig utopisch.

    Die Menschheit spielt mit immer größerem Spielzeug und kann sich dabei immer weniger Fehler leisten. So recht kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere Technologie noch tausende Jahre fortbesteht. Zumindest rechne ich mit Rückschlägen.

  19. #20 Thanus
    20. September 2013

    @Swage / JolietJake

    Die Überlegung, dass es außerirdische Lebensformen von derart fortschrittlicher Technologie und damit technologischer Intelligenz (alles andere ist überflüssig, auch wenn ich davon ausgehe, dass die mögliche Kommunikation mit Kieselalgen auf der Erde vielversprechender ist, als mit ET) gibt, macht überhaupt erst Hoffnung, irgendwo da draußen fündig zu werden. Je höher der technologische Fortschritt einer Lebensform ist, desto weiter entfernt könnte sie (so sie will) entdeckt werden, eine Kardaschow-III-Zivilisation oder ähnliches sogar außerhalb unserer Galaxie, sofern sie schon vor entsprechend langer Zeit diesen Entwicklungsstand erreicht hatte.

  20. #21 Alderamin
    20. September 2013

    @Swage

    Naja, was das Lauschen angeht… ich sag nur Abstandsgesetz. Wir könnten ja nicht mal unser eigenes (immerhin mittlerweile 70 Lichtjahre reichendes) Signal innerhalb eines Lichtjahres isolieren. Und selbst mit einer tausendfach leistungsfähigeren Ausrüstung kommt man nicht viel weiter, nimmt nämlich quadratisch mit der Entfernung ab.

    Du bist zu pessimistisch. In diesem Paper sind in Tabelle 1 ein paar Zahlen genannt, wie weit verschiedene Funktsignale mit einem Quadratkilometer-Array empfangen werden können. Ein normaler Fernsehsender reicht dann bereits 50 Lichtjahre weit, ein gerichtetes Signal wie eines, das mal mit der Arecibo-Antenne Richtung M13 versandt wurde, sogar 200 000 Lichtjahre weit.

    Aber bei der Suche nach Dyson-Sphären wird nicht nach Funk, sondern Infrarot-Licht gelauscht, und das in der Größenordnung der Leistung eines Sterns. Das zu entdecken wäre kein technisches Problem. Allerdings habe ich meine Zweifel, ob es solche Gebilde wirklich gibt. Oft findet man jedoch andere interessante Signale, wenn man gezielt nach bestimmten Dingen sucht, das war schon mehrfach so in der Astronomie.

  21. #22 JolietJake
    20. September 2013

    @Thanus:
    Ich habe ja nicht ausgeschlossen, dass es irgendwo Kardaschow-III-Zivilisationen gibt.
    Aber per definitionem sollte diese ja praktisch die komplette Energie einer Galaxie nutzen.
    Würde uns dann noch das Licht zahlloser Sterne erreichen? Alle sichtbaren Sterne befinden sich ja innerhalb der Milchstraße.
    Also nochmal, kann es eine K-III-Zivilisation innerhalb der Milchstraße geben?

  22. #23 Thanus
    20. September 2013

    @JolietJake

    Meiner laienhaften Meinung nach nicht, aber möglicherweise stellt sich die Dunkle Materie/Energie als Ursprung einer Kardaschow-III-Zivilisation heraus, die sich uns nicht als solche zu erkennen gibt.

  23. #24 JolietJake
    20. September 2013

    Auf was führst du diese Meinung zurück?

    Btw, du bist aber doch nicht der Kommentator der meinte, er sei hier der einzige Marvel-Leser?

  24. #25 Thanus
    20. September 2013

    Ich habe keine Idee, wie sich eine Kardaschow-III-Zivilisation innerhalb unserer Galaxie vor uns verborgen halten könnte. Deshalb denke ich nicht, dass es eine solche gibt. Florian und Alderamin werden genaueres darüber sagen können.

    Ein zweiter Thanus bei Science Blogs wäre mir noch nicht untergekommen 😉

  25. #26 Alderamin
    20. September 2013

    @JolietJake

    Ich habe ja nicht ausgeschlossen, dass es irgendwo Kardaschow-III-Zivilisationen gibt.
    Aber per definitionem sollte diese ja praktisch die komplette Energie einer Galaxie nutzen.
    Würde uns dann noch das Licht zahlloser Sterne erreichen?

    Die verbrauchte Energie geht ja nicht verloren, sondern wird am Ende wieder komplett als Wärme abgestrahlt. Sie ändert nur die Frequenz. Man muss halt nach ungewöhnlich hellen Infrarotquellen suchen.

  26. #27 Florian Freistetter
    20. September 2013

    @Alderamin: “Natürlich haben sich da schon Leute Gedanken drüber gemacht. “

    Zum Beispiel ein hier nicht näher genannter Autor populärwissenschaftlicher Bücher über Astronomie dessen nächstes Buch in ein paar Monaten erscheinen wird… 😉

  27. #28 JaJoHa
    20. September 2013

    @JolietJake
    Ich würde vermuten, das eine K-III-Zivilisation in der Milchstraße auffallen würde, wenn sie die Sterne anzapft. Weil das würde ja auch das Spektrum der Sterne völlig verändern. Die einzige Art die vieleicht gehen würde ohne das wir es merken sind Neutrinos, aber die zu stoppen und zu nutzen ist nicht einfach. Ist zumindest meine Vermutung.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Missile_Gap
    Da spielt eine derartige Zivilisation am Rande eine Rolle

  28. #29 Florian Freistetter
    20. September 2013

    @JaJoHa: Missile Gap klingt interessant. Wenns nicht so enorm teuer wäre, würd ichs mir gleich besorgen… Aber 30 Euro für 100 Seiten sind schon ziemlich heftig…

  29. #30 rolak
    20. September 2013

    ziemlich heftig

    Ist ja auch ne gebundene Spezial-Ausgabe, Florian – nimm doch statt dessen jenes Drahtlose, da ist ua Missile Gap drin enthalten. Für ein Fünftel des Preises dreieindrittel mal so viele Seiten 😉

  30. #31 Florian Freistetter
    20. September 2013

    @rolak: Super! Vielen Dank! Ist schon auf meinem Reader…

  31. #32 rolak
    20. September 2013

    Mist, in ‘reader’ denke ich noch nicht, EBook=Datei. Alter Sack eben…

    schon auf meinem Reader

    Oha, großer Fehler – tut mir leid, doch ich habe soeben ein äußerst starkes Gegenargument gefunden:

    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 17 – 17 Jahre

    :mrgreen:

  32. #33 JaJoHa
    20. September 2013

    @Florian Freistetter
    Die haben auf ihrer Seite einen relativ großen Teil davon kostenlos.
    http://subterraneanpress.com/magazine/spring_2007/fiction_missile_gap_by_charles_stross/

  33. #34 PDP10
    20. September 2013

    http://en.wikipedia.org/wiki/Missile_Gap
    Da spielt eine derartige Zivilisation am Rande eine Rolle

    Man könnte auch klein anfangen, zB mit Peter F. Hamiltons Commonwealth-Zyklus … der übrigens im ersten Band einen schwer coolen Einstieg hat.

    Da geht es u.a. um eine Zvilisation in einer Dyson-Sphäre.

    Keine Suuuper tolle Science-Fiction Literatur, aber ganz nett.
    Ausserdem spielt das Reisen via Wurmlöchern noch eine entscheidende Rolle und die Zivilisation die sich aus dieser Möglichkeit ergibt …

  34. #35 Swage
    21. September 2013

    Naja, ich bin mir nicht sicher ob das nicht eher optimistisch ist, denn ansonsten würde das ja bedeuten das es ziemlich still um uns ist. Der Knackpunkt ist nicht wie weit das Signal theoretisch auffindbar ist, sondern was man braucht um es aufzufinden.

    Nehmen wir mal das “I LOVE LUCY” Beispiel (ALIENS CAN WATCH `I LOVE LUCY’).

    Acribo kann ein Signal 0.1 millionen millionen millionen Millionstel of a Watt pro Quadratmeter empfangen (vorrausgesetzt es ist perfekt darauf ausgerichtet).

    Das Signal hätte 55 Lichtjahre weiter eine Stärke von 0.3 millionen millionen millionen millionen Millionstel eines Watts pro Quadratmeter.

    Wenn du die Millionstel nachzählst, wirst du feststellen das wir da eine million Millionstel zu kurz sind. Anders ausgedrückt Acribo müsste eine Million mal empfindlicher sein um das Signal aufzufangen.

    Anderst ausgedrückt: es geht nicht. Es bleibt dabei: wir hätten schon Schwierigkeiten unser eigenes Signal in einem Lichtjahr Entfernung aufzufangen.

    Der Knackpunkt in der von dir zitierten Arbeit ist folgender:

    “for a hypothetical watcher with a 1 km2 receiving array that provides high spatial resolution”.

    Muß aber schon seeehr hochauflösend sein. Mann soll nie “unmöglich” sagen, aber wenn ihr schon nach Dyson Sphären suchen wollt, dürfte das so der Stand sein der Grundvorraussetzung ist.

    Was die Auffälligkeit einer Typ III …Population betrifft, bin ich mir nicht mal so sicher ob die das selbst mitbekommen würde. Wenn man über die Möglichkeiten verfügt ist etwas sehr kleines (weniger Masse=weniger Energie/Ruhemasse), sich selbst replizierendes eigentlich ideal und das ist gar nicht mal so einfach zu finden. Und wenn man es schließlich findet erschließt sich der Zweck ja auch nicht unbedingt sofort (wenn überhaupt). Sonnen sterben numal und der Informationsaustausch zwischen den Kolonien ist nicht unkritisch. Per Spektroskopie sollte sich das ziemlich eindeutig nachweisen lassen, aber das Ergebis würde dermaßen schwachsinnig aussehen, das man es sowiso erstmal verwirft.

    Den Gedanken mit Dunkler Energie/Materie finde ich gar nicht mal so verkehrt, braucht aber einen substantielle Erklärung um das zu untermauern und so weit sind wir noch nicht, es könnte auch etwas völlig anderes sein (einige hier dürften da wenig Zweifel haben, wenn bloß die Messungen endlich den Vorraussagen entprächen: Reionisierung, Antiprotonen, Alter *hüstel* – ich finde es ist immer noch zu früh sich festzulegen, gebe aber zu das mir eigentlich die Grundlagen fehlen um derartige Aussagen qualifiziert zu treffen 🙂

  35. #36 Thanus
    21. September 2013

    @Swage

    Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, dass etwa der Bau einer Dyson-Sphäre von Arbeitsrobotern (sich selbst replizierenden Maschinen) durchgeführt werden könnte, die sich ihrer selbst und ihres Handelns nicht bewusst sind und deren Schöpfer möglicherweise längst vergangen sind.

    Oder dass hochtechnologische Intelligenz nicht zwangsläufig auch Bewusstsein hervorbringt, es also Lebensformen da draußen gibt, die eine ganze Galaxie ausbeuten können, aber keine Selbstreflexion haben und auch überhaupt keinen Gedanken an andere Lebensformen verschwenden.

    Mir ist aber nicht klar, von welcher Relevanz das bei der Suche ist.

  36. #37 advanced space propeller
    21. September 2013

    das scheint noch sehr kontroversiell diskutiert zu werden mit der reichweite der leakage radiation bzw. was ist mit dem gravitationslinseneffekt von sternen?das würde die “reichweite” doch auch etwas pimpen;)

    neutrinos&seti ist eine interessante sache…
    SETI: A Detectable Neutrino Signal?
    Timing Data Communication with Neutrinos – a New Approach to SETI

  37. #38 Swage
    21. September 2013

    Naja, nicht ganz. Obwohl ich der Meinung bin das man nicht um Von Neumann Maschienen rumkommt wenn man derartig gewaltigen Bauvorhaben ernsthaft in Erwägung zieht. Its das Schachfeld-Reiskorn-Prinzip: erstes Feld, ein Reiskorn; zweites Feld, zwei Reiskörner; drittes Feld, vier Reiskörner…

    Aber die beste Anwendung derartiger Technologie ist natürlich Kolonisierung. Dann müsste man allerdings von Biotechnologie sprechen, wenn man denn Kategorisieren will (halte ich auch für ein zu menschliches Konzept).

    Das bedeutet allerdings das sich Bewußtsein erst jedes mal entwickeln muß. Wir reden also nicht von einer konstant Bewußten Lösung. Eher phasenweise.

    Dann kommt noch dazu das “bewohnbare Zonen” ebenfalls bewegliches Terrain sind. Selbst in der allgemeinsten Betrachtungsweise muß man einfach sehen das letztendlich Sonnen numal die Tendenz haben zu sterben. Eine Population die überlebt muß also zwangsläufig auf die ein oder andere Weise ein nomadisches Dasein fristen. Es ist viel redundanter nicht darauf angewiesen zu sein einen technischen Status quo halten zu müssen.

    Außerdem…
    wie Stephen Hawking sehr richtig bemerkte bedeutet ein hohes Level an Technologie nicht unbedingt bessere Überlebenschancen, eher das Gegenteil, da diese zuhnemend destruktivere Werkzeuge hervorbringt. Natürlich bietet sie auf der anderen Seite auch ein Potential das nicht ignoriert werden KANN.

    Es ist viel besser passender Planeten auswählen zu können als sich einfach zufällig auszubreiten. Es ist viel besser für die dortigen Gegebenheiten genetisch vorbereitet worden zu sein. Das erhöht die Chancen ungemein. Dafür braucht es Intelligenz. Die ist aber gefährlich.

    Aaalso…
    wenn planetare Lebenzeit begrenzt ist wäre schlußfolgernd zu erwarten, das Intelligenz etwas ist (das ist jetzt der Teil der Hypothese, der für die Suche relevant ist) was sich sehr spät im planetaren Lebenzyklus entwickelt, also dann wenn sich der Planet (in evolutionären Maßstäben!) auf das Ende seiner Fähigkeit zubewegt Leben zu beherbergen, da dann einerseits die Vorteile intelligenten Wirkens genutzt werden können, während gleichzeitig die Gefahr der Auslöschung minimiert wird (passiert dann sowiso demnächst, ist also wurscht). Kurz gesagt, es geht beides gleichzeitig 🙂

    Wenn man sich mal vergleichsweise die Entwicklung auf unserem Planeten anschaut, so wird man feststellen, das sich da durchaus Parallelen ziehen lassen.

    Wenn man also Bewußtsein sucht, dann sollte man sich vor allem auf die Kandidaten Konzentrieren die sich dem Ende ihrer Lebenszeit nähren (ich schätze mal sowas um die 0,5-2 milliarden Jahre). Natürlich muß man die bei den Entfernungen die relativistischen gegebenheiten bedenken, was die Möglichkeiten ein wenig einschränkt – allerdings nicht maßgeblich.

    Das alles ist natürlich rein hypotetisch.

  38. #39 Thanus
    21. September 2013

    Die Bezeichnung “Von-Neumann-Sonde” verleitet dazu, sich eine kleine dumme Blechbüchse vorzustellen.

    Hält man sich aber vor Augen, wozu eine Von-Neumann-Sonde fähig ist, nämlich Lichtjahre durch den Weltraum zu fliegen und mit den vorgefundenen Materialien Kopien von sich selbst mit den gleichen Fähigkeiten zu erstellen (und letztlich auch mit Fähigkeiten darüber hinaus), dann wird schnell klar, dass es sich dabei nur um eine künstliche Intelligenz handeln kann, die dem Menschen um ein Vielfaches überlegen ist und nichts dagegen spricht, dass diese auch alle vorteilhaften menschlichen Eigenschaften in sich vereint, jedenfalls auch Bewusstsein hat.

  39. #40 Alderamin
    21. September 2013

    @Swage

    Anderst ausgedrückt: es geht nicht. Es bleibt dabei: wir hätten schon Schwierigkeiten unser eigenes Signal in einem Lichtjahr Entfernung aufzufangen.

    Willst du den Experten da widersprechen? Bevor ich selbst was rechne und nicht weiß, was ein dBm ist, würde ich mich eher auf Leute verlassen, die wissen wie so was geht (ich hab’ eine Diplomarbeit über Satellitenkommunikation geschrieben, ich weiß es auch).

    Der Knackpunkt in der von dir zitierten Arbeit ist folgender:

    “for a hypothetical watcher with a 1 km2 receiving array that provides high spatial resolution”.

    Muß aber schon seeehr hochauflösend sein.

    Die Auflösung hängt lediglich vom Durchmesser der Anlage und der Wellenlänge ab. Für die Empfindlichkeit kommt es hingegen auf die Sammelfläche an. Es gibt heute Anlagen wie LOFAR, die haben schon einen Drittel Quadratkilometer Fläche und die sind auch in der Lage, unsere Fernsehfrequenzen zu empfangen. Ein Square Kilometer Array ist in der Entwicklung.

    Mann soll nie “unmöglich” sagen, aber wenn ihr schon nach Dyson Sphären suchen wollt, dürfte das so der Stand sein der Grundvorraussetzung ist.

    Wir (bzw. Du mit Deinem Beispiel) redeten bisher über die Detektierung eines Rundfunksenders mit 50 oder maximal ein paar hundert Watt. Bei einer Dyson-Sphäre reden wir über den Energieausstoß eines Fixsterns wie der Sonne mit 10^26 W im Infraroten. Ich wüsste nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll.

  40. #41 Alderamin
    21. September 2013

    @Florian, #27

    Na, dann sind wir auf die Schlussfolgerungen dieses Autors gespannt… 🙂

  41. #42 Swage
    21. September 2013

    Nein, tatsächlich bin ich da mit den Experten einer Meinung, und damit meine ich explizit Leute wie Louis Sheffer, die in dem Feld aktiv tätig sind.LOFAR wäre ebenfalls nicht in der Lage ein derartiges Signal über eine relevante Distanz (6.4 Lichtjahre Minimum, basierend auf der durschnittlichen Entfernung zwischen bewohnbaren Planeten, festgemacht an Schätzung basierend auf den Kepler Daten) hinweg zu empfangen. Sein Standpunkt is einfach das wir die technischen Möglichkeiten der Aliens unterschätzen könnten, was durchaus ein vernünftiger Standpunkt ist. Unsere Ausrüstung hingegen ist dafür einfach ungeeignet.

    Ein Signal nimmt umgekehrt quadratisch mit der Entferung ab. Um das zu kompensieren… es wird einfach unpraktisch. Mann braucht exponetionell empfindlichere Geräte um signifikant die Reichweit zu erhöhen. Und wenn du etwas tausendfach leistungsfähigeres benutzt kommst du trotzdem nicht viel weiter. Eben nur ein Bisschen. Das ist einfach Fakt.

    Eine Dyson-Sphäre ist technologisch eine andere Gewichtsklasse. Eine… Population, die in der Lage ist so etwas zu bauen (vermutlich ein Projekt das mehrere hundert tausend millionen Jahre benötigt) hätte vermutlich keine Probleme unsere Signale in 200.000 Lichtjahren aus dem Hintergrundrauschen zu extrapolieren, zu dekodieren und irgendwie darauf zu reagieren. Das ist es was Sheffer meint. Deswegen sage ich “wenn ihr schon nach Dyson Sphären sucht” also einer Rasse die ein technologischen Vorsprung von ein paar tausend millionen Jahren hat “dann dürfte das so der Stand sein, der Grundvorraussetzung ist” …um derartige Technologie ins Feld zu führen. Das hat durchaus etwas miteinander zu tun. Macht euch mal klar nach was ihr da sucht. Das ist Minimum. Kampfstern Galactica ist ein Dreck dagegen. Wir reden von etwas das womöglich künstliche Sonnesysteme erzeugt.

  42. #43 Swage
    21. September 2013

    Vermutlich kommt dann sowas wie:

    “Aha, Kolonie 92636874 zeigt trotz des Chicxulub-Einschlags Anzeichen technischen Vortschritts. Die sind ziemlich hinten daran und das wird ein wenig eng, können wir eine Evakuierungseinheit für zwölf Milliarden Primaten und ordentlich Nahrungsvorräte abstellen?”

    “Wieso Primaten, war das nicht ein Experiment zum Nachweis effizienterer Entwicklung durch große Reptilien?”

    “Offensichtlich gab es Komplikationen. Wir hatten das Projekt eigentlich schon aufgegeben.”

    “Hmm, sie haben noch ungefähr 1,75 billionen Jahre maximal. In der Zeit können wir ein derartiges Unternehmen nicht auf die Beine stellen. Wir können aber mal schauen ob wir den Entwicklungsprozess nicht irgendwie stimulieren können…”

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

  43. #44 Alderamin
    21. September 2013

    @Swage

    damit meine ich explizit Leute wie Louis Sheffer,

    Quelle für die Aussage von Sheffer, dass wir unsere Signale nicht über ein Lichtjahr hinaus detektieren könnten?

    Ein Signal nimmt umgekehrt quadratisch mit der Entferung ab. Um das zu kompensieren… es wird einfach unpraktisch. Mann braucht exponetionell empfindlichere Geräte um signifikant die Reichweit zu erhöhen.

    Wieso braucht man eine exponentielle Steigerung der Empfindlichkeit, um eine quadratische Abnahme der Signalstärke mit der Entfernung zu kompensieren?

    Übrigens reichen schon Amateurteleskope, um einen starken Laserstrahl von einem bewohnten Planeten in einigen Lichtjahren Entfernung zu detektieren. Nennt sich Optical SETI.

    Eine… Population, die in der Lage ist so etwas zu bauen (vermutlich ein Projekt das mehrere hundert tausend millionen Jahre benötigt) hätte vermutlich keine Probleme unsere Signale in 200.000 Lichtjahren aus dem Hintergrundrauschen zu extrapolieren, zu dekodieren und irgendwie darauf zu reagieren.

    Es geht ja in dem Artikel hie darum, dass wir (bzw. WISE) nach Dyson-Sphären suchen soll, und nicht deren Erbauer nach uns. Und eine solche könnte WISE problemlos in ein paar tausend Lichtjahren noch entdecken, das ist der Punkt, um den es mir geht. Dort, wohin noch lange kein Funksignal der Erde gelangt ist und folglich auch niemand auf uns reagieren konnte.

  44. #45 Swage
    21. September 2013

    ALIENS CAN WATCH `I LOVE LUCY’ von Lous Sheffer, wie oben angegeben. Weil das Signal exponentiell zur Entfernung abnimmt. Doppelte Entfernung= *0,25 Signalstärke, vierfache Entfernung= *0,0625 Signalstärke, usw.

    Ein Laserstrahl ist etwas anderes, da er (relativ) parallel gebündelt ist. Da komen wir der Sache schon näher, obwohl auch das vor Herrausvorderungen stellt. Ich sage nur “beamed propulsion”. Ist ziemlich schwierig einen Strahl so zu bündeln das er, sagen wir mal bei Alpha Centauri, immernoch auf ein Solarsegel ausgerichtet werden kann. Dabei fangen wir noch nicht mal an davon zu reden wie schwierig es ist ein Ziel in 4 Lichtjahren Enfernung anzuvisieren. Aber bei der Bündelung machen wir gerade gute Fortschritte, das ist kein unlösbares Problem und was das Anvisieren angeht… ich war schon immer der Meinung das nicht das Raumfahrzeug, sondern das Ziel möglichst statisch anvisiert werden sollte und das Raumfahrzeug durch Segelgeometrie auf dem Strahl “reitet” und daher garnicht anvisiert werden sollte. Kurskorrekturen könnte man mit entkoppelbaren Deflektoren durchführen (die allerdings nicht statisch sind, sondern durchaus eine Eigengeschwindigkeit haben die man vorrausberechnen muß um das Ziel auch zu treffen). Laser würeden gehen, Optical SETi halte ich für um Welten besser als Radio-Seti, man muß aber sehen das man es hier mit Punktquellen zu tun hat. Ist ziemlich schwierig zu isolieren wenn man nicht direkt anvisiert wird. Däniken hätte sicher seinen Spaß in dem Zusammenhang auf Kornkreise und Nasca-Linien zu verweisen. Ich persöhnlich werfe in dem Zusammenhang gerne mal die Sirius-Rot-Kontroverse ein 🙂

    Definiere mal “starken Laserstrahl”, von wieviel Terawatt sprechen wir denn da so?

    THOMAS EDISON, EIN TERAWATT, WIE ERZEUGT MAN SO VIEL STROM? ICH BIN SICHER BEI EUCH KANN MAN PLUTONIUM IN JEDER APOTHEKE KAUFEN, ABER HIER IST DAS EIN WENIG KOMPLIZIERTER. 🙂

    Natürlich… könnte man womöglich den Antimateriegürtel im erdmagnetischen Feld nutzen, ob das praktikabel ist… ich hab mir die Zahlen noch nicht angesehen, habe es aber zumindest geplant.

    Ja, ich habe den Artikel zu WISE gelesen. Ist ja auch richtig, wer weiß, womöglich findet man sogar eine, dann würde ich aber nochmal das veranschlagte Alter unseres Univerums hinterfragen. Ich bin da sowieso noch skeptisch. 🙂

    Die Zahlen für den Zeitraum zum Bau der Dyson Sphähre habe ich übrigens mal wild dahingeschludert (und das ziemlich schlecht). Wenn ihr wollt könnt ihr ja mal ausrechnen was unsere Sonne so an Quadratkilometer Oberfläche aufzuweisen hat, um dann mal zu kalkulieren wie viele Quadratkilometer man pro Jahr zuplastern könnte und dann schätzt wie lange das so dauert. Das könnte zu ernsten Problemen mit dem veranschlagenten Alter des Universums führen. Und es gibt Sterne unterschiedlicher Größe 🙂

  45. #46 Alderamin
    21. September 2013

    @Swage

    Weil das Signal exponentiell zur Entfernung abnimmt. Doppelte Entfernung= *0,25 Signalstärke, vierfache Entfernung= *0,0625 Signalstärke, usw.

    Entfernung r: Signalstärke = A.
    Entfernung r’= 2r: Signalstärke = 1/4 A = r/(4r) A = (r/r’)² A
    Entfernung r” = 4r: Signalstärke = 1/16 A = r/(16r) A = (r/r”)² A

    Weißt Du, was eine exponentielle Abnahme ist? Die ist porportional zu a^-r. Nicht r^-2.

    Ein Laserstrahl ist etwas anderes, da er (relativ) parallel gebündelt ist.

    Ist er nicht, der nimmt auch mit r² ab. Der hat nur einen höheren Gain als konstanten Faktor. Schlag’ mal Antennengewinn und EIRP nach.

    Ist ziemlich schwierig einen Strahl so zu bündeln

    Lies bitte den von mir verlinkten Aritkel zu Optical SETI.

    Definiere mal “starken Laserstrahl”, von wieviel Terawatt sprechen wir denn da so?
    THOMAS EDISON, EIN TERAWATT, WIE ERZEUGT MAN SO VIEL STROM? ICH BIN SICHER BEI EUCH KANN MAN PLUTONIUM IN JEDER APOTHEKE KAUFEN, ABER HIER IST DAS EIN WENIG KOMPLIZIERTER.

    Steht auch in dem Artikel, 1 Petawatt gibt’s schon, im nächsten Jahrzehnt wird 1 Exawatt möglich sein. Klingt erstmal viel, aber der Puls dauert nur Nanosekunden, so dass die Energie für 1 PW bei weniger als 1 MJ liegt.

    An intensity of one photon per square metre spread across ten astronomical units would require 1.5 x 10^24 photons in total, with a total pulse energy of 3 x 10^5 joules, and 2 x 10^-19 joules per photon. A one-metre telescope would need a slightly more intense beam, 2 x 10^-18 joules per photon. So long as we are looking in the right direction, detection should be dead simple.

    Ich bin da sowieso noch skeptisch.

    Ich bin auch skeptisch, dass man da was findet, aber nicht, weil’s für uns technisch nicht möglich wäre, eine Dyson-Sphäre aufzuspüren, sondern weil ich nicht glaube, dass eine Zivilisation so einen Status überhaupt erreicht.

  46. #47 Thanus
    21. September 2013

    Beim Bau einer Dyson Sphäre vom Radius einer AE käme man angeblich (hab nicht nachgerechnet) auf 2,72×10^17km2.

    How to build a Dyson sphere in five (relatively) easy steps:
    http://www.sentientdevelopments.com/2012/03/how-to-build-dyson-sphere-in-five.html

    Wenn man jährlich eine Fläche verbaut, die der 5-fachen Erdoberfläche entspricht (2,5Mrd km2), benötigt man 100 Millionen Jahre.

  47. #48 Swage
    21. September 2013

    Ja, meintewegen proportional und nicht exponentiell, die 0,0625 stimmen aber trotzdem und das ändert nichts am Ergebnis. Ich bin kein verfluchter Funktechniker, okay? Die Angaben stimmen so. *0,0625=1/16. Über das Lichtjahr kommen wir mit der Technik nicht raus und es ist nicht verwunderlich das wir mit Acribo nichts empfangen. Dann benötigen wir eine PROPORTIONAL größere Antenne. Und am Beispiel oben sehen wir, sie müsste für die 55 Lichtjahre ungefähr 333.333 mal größer sein. Das ist das Problem. Das kommt wie gesagt nicht von mir, sondern von Herrn Sheffer und der IST Spezialist.

    Und um deinen Laser mal in Relation zu setzen, die duschnittlich benötigte Leistung weltweit lieg bei ca. einem Terrawatt. Ein kleiner Puls weniger das Problem sein, aber sowas wäre ja konstant zu betreiben (danach sucht ihr). Ein Petawatt wären 1000 Terrawatt. Das heißt um einen derartigen Laser zu betreiben müßte der entsprechende Planet tausendfach mehr Stom erzeugen als wir weltweit und damit einen einzelnen Laser speisen. Finde ich gar nicht mal so abwegig, weil ich der Meinung bin damit könnte man (unter anderem) prima intestellare Raumfahrt betreiben, so man denn Segel herstellen kann die das verkraften. Damit könntest du unter einem Jahrhundert prima nach Alpha Centauri segeln.

    Und zur Dyson Sphäre… 5 fache Erdoberfläche pro Jahr und das hundert millionen Jahre lang. Na dann mal ran 🙂

    Seht ihr… das ist alles ziemlich weit hergeholt. Aber in 10 Jahren, wenn man die Projekte nicht wieder wegen Geldmangel einstellt, werden wir per Spektralanalyse ziemlich viel machen können. Und wir werden auch bald sehen ob das momentan bevorzugte Modell vom Urknall so stimmt. Das wird kommen. Und das wird das erste mal sein das wir ernsthaft nach Leben suchen können.

    Natürlich… wenn wir positive Resultlate bekommen (wovon ich überzeugt bin), wird man wieder argumentieren das dies durch unbekannte chemische Faktoren verfälscht sein könnten.

  48. #49 Swage
    21. September 2013

    “Das ist kein Mond…” 🙂

  49. #50 Kassenwart
    21. September 2013

    Hey komm, der Streifen ist 36 Jahre alt 😉

  50. #51 MisterKanister
    21. September 2013

    Die Frage ist, für was zum Geier braucht man die Energie einer ganzen Galaxie???? HEILIGE MAKARONY

  51. #52 PDP10
    21. September 2013

    “Hey komm, der Streifen ist 36 Jahre alt

    Aber immer noch gut!

    Und es ist eben kein Mond 🙂

  52. #53 Thanus
    22. September 2013

    Die Energie eines Planeten ist erforderlich, um den Hunger von Wesen wie Galactus zu stillen. Die Energie eines ganzen Sterns benötigt man, um Supergehirne zu speisen, die die letzten Rätsel des Universums theoretisch ergründen. Die Energie einer ganzen Galaxie ist notwendig, um Wurmlöcher in andere Galaxien zu erzeugen oder Portale in Paralleluniversen zu öffnen, also die Theorie in der Praxis zu erproben. Die Energie eines einzelnen Univerums ist notwendig, um Gott eines solchen Universums zu werden.

    Das weiß aber heute jedes Kind 🙂

  53. #54 advanced space propeller
    22. September 2013
  54. #55 Marten
    23. September 2013

    Bei dieser Skala habe ich mich immer gefragt, warum so wenig Leute die für das mittlere 20. Jahrhundert bei Science Fiction-Autoren typische Allmachtsfantasie dahinter hinterfragen: WARUM sollte irgendwer DIE ENERGIE EINER SONNE oder gar GALAXIE nutzen wollen? Wofür genau? Gehen wir wie Jules Verne seinerzeit davon aus, dass Fortschritt nur bedeutet, dass alles größer und massiver wird, nicht aber, sagen wir mal, ENERGIEEFFIZIENTER?

    Ich würde mal davon ausgehen, dass eine Zivilisation (wenn man sie denn noch so nennen kann), die dazu in der Lage ist, die Energie eines Sternes oder einer ganzen Galaxis zu nutzen vermutlich andere Dinge tut, um mit ihrer Existenz zufrieden zu sein als ebendies. Es sei denn, sie funktioniert wie ein Ameisenstaat mit dem Selbstzweck der eigenen Ausbreitung ohne jegliche Nachhaltigkeit.

    Ich für meinen Teil glaube nicht, dass eine Abwesenheit detektierbarer Dysonsphären irgendetwas aussagt außer, dass die Kardaschow-Skala blöd ist. In etwa so, als suchten wir auf der Erde Menschen nur anhand von geschlossenen Betonfeldern von mehr als 1000 km². Oh, Moment…