Ich habe in letzter Zeit einige recht interessante Science-Fiction-Bücher gelesen die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die beiden Werke die ich euch heute vorstellen haben eigentlich kaum etwas gemeinsam. Mit einer Ausnahme: Sie spielen beide in einer alternativen Welt die der unseren zwar recht ähnlich ist. Aber in der Vergangenheit verlief ein bestimmtes Ereignis anders als bei uns und daraus entstand eine völlig neue Welt…

Das erste Buch heißt “Der Komet” und wurde von Hannes Stein im Galiani Verlag veröffentlicht. Die klassische Science-Fiction spielt ja meistens immer irgendwo in den USA. Oder in Großbritannien. Oder sonst wo. Aber auf jeden Fall nicht in Österreich. Mein Heimatland taucht in der Science-Fiction-Literatur leider so gut wie nie auf und es ist daher äußerst lobenswert, dass Hannes Stein das geändert hat. Die Handlung von “Der Komet” spielt in der Gegenwart beziehungsweise einer nahen Zukunft. Allerdings nicht in der Welt die wir kennen, sondern in einer Welt, in der die österreich-ungarische k.u.k. Monarchie immer noch große Teile von Europa beherrscht. So wie es ja auch vorherbestimmt war:

“Heil dem Kaiser, Heil dem Lande,

Österreich wird ewig stehn!”

Denn in dieser Welt gab es weder den ersten noch den zweiten Weltkrieg. Als Erzherzog Franz-Ferdinand am 28. Juni 1914 zu Besuch in Sarajevo ist, schlägt ein Bombenanschlag auf ihn fehl und der Thronfolger macht sich mit den Worten “I bin doch ned deppat, i fohr wieder z’haus.” wieder auf den Heimweg nach Österreich. Die glorreiche Monarchie ist also immer noch Weltmacht. Die USA sind ein barbarisches und kulturloses Land (es gab keine Massenauswanderung/Vertreibung der kreativen Köpfe aus Europa während der Weltkriege); es gibt kein Hollywood – die Blockbuster in diesem Universum werden in den Rosenhügel-Filmstudios von Wien gedreht – und keinen nennenswerten kulturellen Einfluss der USA auf den Rest der Welt.

kometstein

Deutschland gibt es in dieser Welt zwar auch noch; es steht aber im Schatten des großen österreichischen Nachbarn (Ha!). Als Ausgleich gehört den Deutschen das Weltall. Der erste bemannte Raumflug fand am 3. Oktober 1942 von Peenemünde aus statt und am 27. März 1945 wehte die Fahne des deutschen Kaiserreichs auf dem Mond. Der Mond ist daher deutsches Staatsgebiet und dort findet man auch das Grab von Albert Einstein, der dort seine letzten Lebensjahre verbracht hat.

Die Handlung von “Der Komet” ist schnell zusammengefasst: Deutsche Astronomen auf dem Mond entdecken einen Kometen der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet und nicht mehr rechtzeitig abgelenkt werden kann. Recht viel mehr lässt sich kaum sagen, denn die Handlung an sich ist in dem Buch relativ dünn. Es hat zwar 270 Seiten, aber die werden hauptsächlich von Beschreibungen der alternativen Welt gefüllt. Das ist durchaus reizvoll und es macht Spaß, all die verschiedenen Anspielungen auf die reale Welt zu finden und zu entschlüsseln (besonders wenn man ein wenig Ahnung von österreichischer Geschichte hat). Aber es wäre noch schöner, wenn auch ab und zu mal ein bisschen was passiert. Ok, da gibt es den österreichischen k.u.k Hofastronom der zum Mond reist und sich dort über die Lage informiert. Und den armen Wiener Studenten Alexej, der ein Verhältnis mit einer Dame der oberen Schicht hat. Es gibt die schöne Schlussszene bei der der Komet geradewegs auf Grinzing (wohin auch sonst) zu rast. Es hat durchaus Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Aber noch mehr Spaß hätte es mit einer etwas dichteren und komplexeren Handlung gemacht.

Es ist aber auf jeden Fall eine äußerst faszinierende “Was wäre wenn?”-Geschichte. Und vor allem eine originelle Geschichte und nicht die übliche “Was wäre wenn wir Hitler umbringen?”-Story. Um da noch etwas halbwegs interessantes zu Wege zu bringen muss man schon ein außergewöhnlicher Schriftsteller sein. Zum Glück ist Stephen Fry genau so einer und sein Buch “Making History” (auf deutsch: “Geschichte machen” gehört zu den besten Alternativwelt-Romanen die ich bis jetzt gelesen habe.

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Kommentare (57)

  1. #1 Fraktal
    24. Oktober 2013

    Ganz nett: “Die Zeitmaschine Karls des Großen” (In einer Alternativwelt erfährt Karl der Große, wie er in unserer Zeit geherrscht hat und versucht dies dann auch herbeizuführen)

  2. #2 Jens Bolm
    24. Oktober 2013

    Ich habe “Vaterland” von Robert Harris gelesen und fand es nicht schlecht.

  3. #3 Alderamin
    24. Oktober 2013

    Genial fand ich “Im Kreis” (bzw. im Original “By his bootstraps”) von Robert A. Heinlein (aus den frühen 40ern!) wo er die Geschichte eines Protagonisten erzählt, der sich selbst mehrfach über den Weg läuft. Das ist eine Short Story (wenn auch nicht gar so kurz), die man mal eben runterlesen kann.

    Man findet den Text auch im Netz, wenn man danach googelt (jedenfalls den Englischen habe ich gefunden).

  4. #4 Himbi Birnbaum
    24. Oktober 2013

    Carl Amery – An den Feuern der Leyermark

    “Was wäre gewesen, wenn 1866 ein bayrischer Beamter eine mit Repetiergewehren ausgerüstete amerikanische Freischärlertruppe (der Sezessionskrieg in den USA war eben zu Ende) für den anstehenden Krieg gegen Preußen rekrutiert hätte. Nach der Niederlage der Preußen krempelt der anarchistisch-demokratische Freischärlerhaufen die europäische Mentalität um: Aus den Auseinandersetzungen entsteht die Centraleuropäische Eidgenossenschaft (eine alternative Europäische Union), die anarchistisch-syndikalistisch mit weitgehender Gemeindefreiheit aufgebaut ist und Frankreich und Deutschland ihrer angeblichen Erzfeindschaft entledigt.”

    Philip k. Dick – The Man in the High Castle (Das Orakel vom Berge)
    de.wikipedia.org/wiki/Das_Orakel_vom_Berge

  5. #5 Bullet
    24. Oktober 2013

    Jaa-a … “Vaterland” ist natürlich DER “Klassiker”.
    Es gibt da noch die US-Variante: “Bring the Jubilee” (dt.: der große Süden), wo die USA beschrieben werden, in deren Zeitlinie die Konföderierten den Bürgerkrieg gewonnen haben (und – so mal als Anhaltspunkt – die Sklaverei zwar erst später, aber eben doch abgeschafft wurde).
    Im Moment fehlen mir aber weitere Beispiele. Schon peinlich, wenn man knapp 20 Regalmeter SF im Wohnzimmer hat…

  6. #6 Geislwind
    24. Oktober 2013

    Da erinnere ich mich an die (ncht offiziellen) Mercedeswerbung einer Filmhochschule :
    http://www.youtube.com/watch?v=MZGPz4a2mCA

    Technisch 1A, coole Anspielungen (Musik: Inglourious Basterds), zynisch.
    Und ein Tabubruch bis zu einem gewissen Grad, da Hitler als Kind gezeigt wird.

  7. #7 Adent
    24. Oktober 2013

    Von Orson Scott Card gibt es
    Pastwatch: The redemption of Christopher Columbus. Das fand ich ziemlich gut, dort geht es darum, ob die Entdeckung Amerikas bzw. dessen Nichtentdeckung durch Columbus die Welt besser macht. Sehr gut durchdacht und ziemlich spannend.

  8. #8 Findelkind
    24. Oktober 2013

    “Der stählerne Traum” von Norman Spinrad.

    Adolf H. als “netter” Künstler und Schriftsteller. Vorsicht, ist nicht für jeden etwas, geht nämlich gedanklich um mehrere (echt etliche!) Ecken.

  9. #9 Librarian
    24. Oktober 2013

    Passend zum Thema Weltuntergangsmeteoriten:

    “The Peshawar Lancers” von SM Stirling.

    1878 Vernichtet ein Meteoritenschauer den größten Teil der industrialisierten Welt.
    Das Britische Empire formiert sich in Übersee als Angrezi Raj neu.

  10. #10 haarigertroll
    24. Oktober 2013

    Man könnte jetzt gegen das Szenario des ersten Buches spitzfindig argumentieren, dass die deutsche Raketentechnik ohne den verlorenen ersten Weltkrieg sicher nicht in diesem Maße vorangetrieben worden wäre.
    Der gute Herr von Braun hat sein Geld und seine nicht immer freiwilligen Arbeitskräfte ja nur bekommen, weil Deutschland laut dem Versailler Vertrag keine großen Kanonen haben durfte.
    Außerdem hätte es ohne den Verlust der Kolonien nach dem ersten Weltkrieg wesentlich günstigere Orte als Peenemünde für Starts bemannter Raketen gegeben 😉

  11. #11 Florian Freistetter
    24. Oktober 2013

    @gEislwind nur zeigt halr gerade das buch von fry warum diese Werbung unsinn ist: es bringt nix Hitler zu entfernen weil Hitler nicht allein verantwortlich für die schrecken des Weltkriegs ist.da haben die restlichen deutschen auch noch was beigetragen. ..

  12. #12 Spritkopf
    24. Oktober 2013

    Und ein Tabubruch bis zu einem gewissen Grad, da Hitler als Kind gezeigt wird.

    Wobei das Filmchen vermutlich zu Teilen auf einem literarischen Vorgänger basiert: “Genesis und Katastrophe” von Roald Dahl.

  13. #13 Geislwind
    24. Oktober 2013

    Eh, bin übrigens auch dieser Meinung.

    Der Spot fordert gerade dazu heraus, sich eben genau mit dieser Frage auseinander zu setzen (welche Antwort man selbst auch immer finden mag…).
    Zumindest hat er bei mir das bewirkt.

    Interessant ist ja auch, wie die Szenarie dargestellt wurde:
    harmonisch, bodenständig, erfüllt.
    Kinder beim Spielen, Adolf beim Drachensteigen…

    Klarerweise hat ein Buch umfassendere Möglichkeiten Entwicklungen darzustellen und Antworten zu geben als ein 15 Sekunden-Spot…

    PS zu deinem letzten Satz:
    Und leider auch die Österreicher.

  14. #14 Geislwind
    24. Oktober 2013

    @Spritkopf
    danke für den Link, kannte ich noch nicht

  15. #15 Florian Freistetter
    24. Oktober 2013

    Ne, wir Österreicher waren doch das erste Opfer von Hitler!!

    Zumindest haben wir uns das lange genug eingeredet.Erst seit den 80ern findet da ein umdenken statt. Gibt aber leider immer noch genug die genau das glauben…

  16. #16 Varis
    24. Oktober 2013

    Oh, danke für die Buchtipps! Vor alle das erste klingt für mich sehr unterhaltsam, werde ich mir vielleicht mal zulegen 🙂

    Da hier schon einige Alternativweltgeschichten aufgezählt wurden, schließe ich mich mal an: “Morbus Kitahara” von Christoph Ransmayr . In dieser Alternativwelt hat Deutschland/Österreich den 2. WK nicht nur verloren sondern wird im Zuge der Besatzung durch die Amerikaner de-industrialisiert, Infrastruktur, technische Errungenschaften – all das wird zerstört, abgebaut, entfernt. Auch wenn das Buch sicherlich nicht jedermanns Sache ist, fand ich die dargestellte Alternativwelt faszinierend und die Handlung die der Autor spinnt, durchaus fesselnd.

  17. #17 Eisentor
    24. Oktober 2013

    Ich mag ja das. Xkcd Comic zum Thema http://xkcd.com/1063/

  18. #18 Karsten
    Halle
    24. Oktober 2013

    Der “Ring of Fire”-Zyklus von Eric Flint und Freunden ist Alternate History vom allerfeinsten! Dort wird durch außerirdischen Einfluß eine amerikanische Kleinstadt aus dem West Virginia des Jahres 2000 in das Thüringen des Jahres 1631 (kurz nach der Plünderung Magdeburgs durch Tilly’s Truppen) versetzt … und bringt mal kurz die Weltgeschichte durcheinander! 😉 Gustav Adolph z.B. überlebt (weil Lützen nicht stattfindet), Cromwell findet sich plötzlich im Tower als Gefangener wieder (weil der englische König erfährt, daß der ihn keine 20 Jahre später einen Kopf kürzer macht – und besagter König seltsamerweise an seinem Kopf hängt ;)) usw.
    Problem: Die Bücher gibt es bisher leider nur auf Englisch :(; dafür sind aber ein ganzer Teil davon für lau (und völlig legal!) im Netz zu finden – etwa hier: http://hell.pl/szymon/Baen/1635%20The%20Eastern%20Front/

  19. #19 Chemiker
    24. Oktober 2013

    Freunden der ALternative History empfehle ich The Years of Rice and Salt von Kim Stanley Robinson. Da verabschiedet sich Europa ca. 1400 aus der Weltgeschichte, und alles kommt, naja, irgendwie gleich, aber im anderen Mantel.

  20. #20 Thomas Teucher
    24. Oktober 2013

    Da
    “Carl Amery – An den Feuern der Leyermark”
    schon genannt wurde, empfehlenswert ist auch
    Thomas Ziegler: Stimmen der Nacht

  21. #21 Jeeves
    24. Oktober 2013

    “Stephen Fry ist ein phänomenaler Autor und ihr solltet sowieso alles lesen, was er verfasst hat.”
    .
    Hab ich, hab ich.
    Dazu die TV-Serien als DVDs: “A Bit of Fry & Laurie” sowie “Jeeves & Wooster” (und hier auch das Gedruckte von Wodehouse).
    Und Frys berühmte Rede als Atheist: http://bit.ly/Lk71aD
    .
    Alles zu empfehlen. Zum Denken und Schmunzeln.

  22. #22 Peter G aus L
    24. Oktober 2013

    Noch ein Comic zum Thema:
    http://www.smbc-comics.com/?id=2920

  23. #23 rolak
    24. Oktober 2013

    Aber auf jeden Fall nicht in Österreich.

    Hä? Und was ist mit den Klassikern, ichsachnur MeinradMoserHörbiger… Dunkel dümpeln in der Erinnerung einige ShortStories in den dortigen Gefilden und Amerys ‘Untergang der Stadt Passau’ ist ja nu zumindest nah dran 😉
    “äußerst originell” halte ich für eine recht zurückhaltende Beschreibung von Frys Werk, entsinne mich an diverse Zwerchfell-Beschwerden.

    Sind ja schon einige Alternativwelten-Titel aufgeführt worden, deren es selbstverständlich noch wesentlich mehr gibt. So viele, daß sie sogar ein eigenes Subgenre unter PhantastischeLiteratur/SciFi/ bilden. Obgleich sie von der Sortierung her imho eine Ebene höher müßten.

  24. #24 Erfahrener Blödkopp
    Nordaltlanisches Randmeer
    24. Oktober 2013

    Mein Tipp: Blumen wachsen im Himmel von Hellmuth Lange.

    Die Sonne ist erloschen. In den Eiswüsten, die die Welt bedecken, leben nur noch wenige Menschen. Sie tragen dicke Schutzanzüge, die einen körperlichen Kontakt unmöglich machen. Als ein Forscher mit primitiven Mitteln Kernenergie freisetzt, entsteht im ewigen Eis eine winzige, warme Oase. Endlich können die Menschen sich ihrer Schutzkleidung entledigen. Doch das, was sie zunächst als Segen empfinden, wird schließlich zum Fluch, der ihren Untergang nur noch beschleunigt. Man hat verlernt miteinander umzugehen und kann den Anblick nackter Körper und Gesichter nicht mehr ertragen.

    Niemand mehr ist imstande, einen menschlichen Gesichtsausdruck zu deuten. Es kommt zum Chaos. Die letzten Menschen kämpfen den letzten Kampf – gegen sich selbst . . .

    siehe hier http://www.sf-leihbuch.de/static/buch1607.htm

  25. #25 Florian Freistetter
    24. Oktober 2013

    1. April 2000 ist ein ziemlich cooler Film! Den hab ich mal von der Original-Filmrolle bei nem Filmfestival in meiner alten Heimatstadt Krems gesehen. Gibts den eigentlich auch noch irgendwo auf DVD oder so?

    Übrigens: Da wo ich gerade bin ist das Internet tatsächlich ziemlich schlecht (obwohl rundrum jede Menge gigantische Sendemasten stehen). Also nicht wundern, wenn die Kommentarmoderation länger dauert oder nicht alles durchkommt.

  26. #26 s.s.t.
    24. Oktober 2013

    Zwei weitere Klassiker:

    Der Sand läuft falsch im Stundenglas (Fred Hildenbrandt)

    Ein Yankee aus Connecticut an König Artus’ Hof (Mark Twain)

  27. #27 rolak
    24. Oktober 2013

    irgendwo auf DVD?

    Aba sicha, Florian, sozusagen standardmäßig.

  28. #28 AmbiValent
    24. Oktober 2013

    Pavane wurde noch gar nicht erwähnt. Das Buch spielt in einer Welt, in der die katholische Kirche im mittleren 20. Jahrhundert immer noch Europa beherrscht (sogar England, wo die Geschichten des Buchs spielen). Neue Technologien werden nur langsam erlaubt – so gibt es zum Beispiel Dampfwagen für den Transport und Signalanlagen zur Nachrichtenübermittlung.

    Anathem ist schon sehr alternativ – die Welt ist der Erde an sich zwar ähnlich, aber schon die Kontinente des Planeten sind andere. Auch spielt die Geschichte hier in der Zukunft statt in der Gegenwart oder Vergangenheit wie bei den meisten Alternativweltgeschichten. In dieser Welt leben die Wissenschaftler in Konventen zurückgezogen, weil die Gesellschaft an sich nichts mit diesen gefährlichen Leuten zu tun haben will. Moderne Technik ist wohlgemerkt erlaubt – es sollte sich aber keiner bei theoretischer Forschung erwischen lassen. Natürlich taucht schließlich ein Problem auf, bei denen man diese Leute auf einmal doch braucht…

  29. #29 Alternativ-Historiker
    Basel, Schweiz
    25. Oktober 2013

    Wie oben schon erwähnt: Philip Dick: Das Orakel vom Berg (das Buch hat einen eigenen Wikipedia-Eintrag). Das Grundkonzept ist folgendes: Die Achse hat den Zweiten Weltkrieg gewonnen, die USA wird unter Japan und Deutschland aufgeteilt (= Alternatives Universum). Nun taucht in dieser Welt ein Buch auf über eine alternative Welt, in der die Alliierten gewonnen haben. Also die Alternative zur alternativen Welt, die dann eigentlich der unsrigen Welt entspricht, allerdings natürlich nicht eins-zu-eins. Ganz interessant für Hobby-Historiker im Sinne von “was wäre wenn…”. Der Roman wird als einer der besten von Ph. Dick gelobt.

  30. […] habe ich zwei Science-Fiction-Bücher vorgestellt die sich mit alternativen Universen beschäftigen. Heute möchte ich euch ein weiteres Buch […]

  31. #31 Hans
    25. Oktober 2013

    Es gab da doch auch mal den Germanicus, wovon ich aber nur den Klappentext gelesen habe. Danach ist das Römischen Reich nicht unter gegangen und die Welt wird auch nach 2000 Jahren immer noch von Rom aus regiert. Der Titelgebende Germanicus ist der “Statthalter” von Germanien, was nach wie vor römische Provinz ist… Das ist doch mal was Nettes, weil es noch weiter in der Vergangenheit anstetzt.
    Stammt glaube ich, von einem amerikanischen Autor, weis aber leider nichts genaues mehr. Kann das jemand ändern?

  32. #32 stone1
    25. Oktober 2013

    Das wurde aber auch endlich mal Zeit, dass ein österreichischer Science-Fiction Roman erscheint. Werde ich auf jeden Fall lesen, auch wenn der Plot dünn ist. Weltmacht Österreich und die Deutschen auf dem Mond, das hat schon was. Vielleicht vergleichbar mit Cordoba bei den Fussballaffinen.

    Von Stephen Fry kenne ich bisher noch nichts, aber danke für die Empfehlung.

    Ich hab erst gestern rausgefunden, dass 2011 noch ein dritter Teil der Zone Of Thought Serie von Vernor Vinge erschienen ist, die ersten beiden Bücher dieser Reihe waren das bisher Beste, was mir an Scifi bisher untergekommen ist (und ich hab in dieser Sparte echt schon viel gelesen).

    Ich seh schon, für die kalte Jahreszeit werd ich wieder viel Lesezeit einplanen müssen.

  33. #33 stone1
    25. Oktober 2013

    Ach weil grad beim Thema, hat hier jemand schon den Film “Gravity” gesehen? Er läuft hierzulande noch und vielleicht finde ich noch Zeit, am Wochenende ins Kino zu gehen.

    Empfehlenswert?

  34. #34 Alderamin
    25. Oktober 2013

    @stone1

    hat hier jemand schon den Film “Gravity” gesehen?

    Ja.

    Empfehlenswert?

    Ja.

  35. #35 stone1
    25. Oktober 2013

    @Hans
    Ist es so schwer, die Wikipedia zu bemühen?
    Guckst Du hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Germanicus_trilogy

  36. #36 stone1
    25. Oktober 2013

    @Alderamin
    Klare Antwort (und ganz schön schnell). Begründung? Wenn geht ohne allzuviele Spoiler.

    Die Solaris-Neuverfilmung mit Clooney fand ich ja nicht so gut. Ist Gravity da ‘besser’ im Sinne von weniger Drama, mehr Scifi-Plot?

  37. #37 Thanus
    25. Oktober 2013

    “Gravity” ist eigentlich kein Science Fiction Film, da fiktionale Techniken keine Rolle spielen, auch wenn manches, wie die räumliche Nähe mancher Objekte, nicht den Tatsachen entspricht.

    Dennoch natürlich absolut sehenswert mit packenden Bildern, grandioser Spannung und dem dankbaren Gefühl von Schwerkraft, wenn man sich wieder aus dem Kinositz erhebt.

  38. #38 Hans
    25. Oktober 2013

    #35 stone1

    @Hans
    Ist es so schwer, die Wikipedia zu bemühen?
    Guckst Du hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Germanicus_trilogy

    Ich hab nur in der deutschen Wikipedia geguckt und die kennt den nicht.

  39. #39 Alderamin
    25. Oktober 2013

    @stone1

    Der Film ist vor allem sehenswert wegen seiner Special Effects, man fühlt sich gewissermaßen oben im Weltraum. Die Story ist nicht Sci-Fi, sondern eine Mischung aus sehr akkurater Darstellung der Verhältnisse im Weltraum und einiger etwas implausibler Begebenheiten, ohne die allerdings die Handlung nicht darstellbar wäre (mehr zu sagen würde zu viel verraten). Stell’ Dich auf eine kleine Achterbahnfahrt ein. Und erwarte keine tiefgründige Handlung (ich hab’ Clooneys “Solaris” nicht gesehen, aber die Vorlage ist ja tiefgründig). Ist ein Action-Film. Und unbedingt in 3D anschauen.

  40. #40 Adent
    25. Oktober 2013

    @stone1
    Ich schliesse mich Aderamins Meinung an bezüglich Gravity. Man hat wirklich das Gefühl in 600km Höhe über der Erde zu sein. Warum aber Clooney und Bullock ie Schauspieler sind erschliesst sich wohl nur aus kommerziellen Gründen 😉 Die Rollen hätte jeder spielen können, aber die 3D-Effekte sind stark.
    @Alderamin
    War das wirklich logisch, daß die Trümmer alle auf einer Höhe sind, alles abräumen und so genau wiederkehren?

  41. #41 Thanus
    25. Oktober 2013

    @Adent

    Da möchte ich stark widersprechen. Gerade die Leistung von Bullock ist grandios. Nicht umsonst wurde sie als Darstellerin des Jahres auf dem Hollywood Film Festival ausgezeichnet und als heiße Oscar-Kandidatin gehandelt. Nicht zuletzt tragen auch ihre optischen Vorzüge bei der Darstellung des “Überlebenskampfballetts” bei.

  42. #42 Alderamin
    25. Oktober 2013

    @Adent

    War das wirklich logisch, daß die Trümmer alle auf einer Höhe sind, alles abräumen und so genau wiederkehren?

    Ok, ich hatte gerade einen kompletten Post geschrieben, um mit “Nein” zu antworten. Beim Nachdenken habe ich meine Meinung allerdings geändert. Ja, das ginge. Und zwar so:

    Wenn die Trümmer auf einer zur eigenen Bahn geneigten Bahn gleicher Höhe unterwegs sind, dann schneiden sich diese Bahnen in zwei Punkten. Die eigene Umlaufzeit und diejenige der Trümmer wäre jeweils 90 Minuten (je nach Bahn evtl. auch ein wenig mehr oder weniger), man träfe sich also wieder nach einem Umlauf. Man träfe sich auch wieder nach einem halben Umlauf, im zweiten Schnittpunkt, nach 45 Minuten.

    Wenn die Bahnen allerdings leicht elliptisch sind (und das sind sie immer), dann könnte es sein, dass man sich am zweiten Schnittpunkt auf verschiedenen Höhen befindet und dort verpasst.

    Die hohe Relativgeschwindigkeit der Trümmer ist auch nur dann gegeben, wenn ihre Bahn eine andere Neigung hat als die eigene, sonst schwebten sie ja langsam mit einem umher (oder wären auf einer Bahn mit einem höheren erdfernsten Punkt unterwegs, und damit wäre die Umlaufzeit eine andere).

    Also, das wäre m.E. nach machbar. Nur, dass dann gleich der ganze Erdorbit abgeräumt wird, dass war dann doch ein wenig schnell. Wie auch das Wechseln eines Raumanzuges, dass dauert normalerweise eine Stunde, Man muss die Atmosphäre von 20% Normaldruck mit reinem Sauerstoff (weniger Druck im Anzug bedeutet mehr Bewegungsfreiheit, der bläst sich im Vakuum ja auf wie ein Ballon) in der Luftschleuse auf Normaldruck mit Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch umstellen. Usw.

  43. #43 Ardagnir
    München
    25. Oktober 2013

    “Unternehmen Proteus”: Im Jahr 1975: Deutschland hat den 2. Weltkrieg gewonnen, und führt ein grausames Regime v.a. in Afrika. Einzig die USA und Australien sind noch frei. In den USA wird eine Zeitmaschine entwickelt, die ein Team von Agenten und Wissenschaftlern zurück ins Jahr 1940 schickt. Ziel ist es, einerseits, in New York ein Rücksendetor aufzubauen, damit Nachrichten und Güter ausgetauscht werden können, und das Jahr 1940 mit Atombomben versorgt werden kann. Außerdem soll ein Team in England mit Churchill Kontakt aufnehmen, um ihn zu beraten.
    Beim ersten Test des Rücksendetors wird aber nicht mit 1975 Kontakt aufgenommen, sondern versehentlich mit 2025, von wo aus das Dritte Reich unterstützt und quasi ferngesteuert wird…

  44. #44 Ardagnir
    München
    25. Oktober 2013

    “Das Orakel vom Berge” von Philip K. Dick:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Orakel_vom_Berge

  45. #45 stone1
    25. Oktober 2013

    @Alderamin
    Okay, also hauptsächlich ein FX-Feuerwerk. Mal sehen ob sich’s morgen Abend ausgeht…

    Die Effekte waren bei Star Trek XII ja auch schon nicht ohne. Mal sehen, ob Gravity das noch toppen kann.

  46. #46 rolak
    25. Oktober 2013

    wird als einer der besten von Ph. Dick gelobt

    Nicht von mir, Alternativ-Historiker, das wäre ‘Der dunkle Schirm’. Gefällt mir aus mehreren Gründen besser – und vor dem Orakel wären mindestens noch ‘Ubik’ und ‘Träumen Androiden von elektrischen Schafen?’.

    Nein, letzteres ist nicht ‘Blade Runner’ – es soll Karl-May-Verfilmungen mit höherer Werktreue geben. Beides sind gut, aber zu verschieden um nicht eigenständig zu sein.

    österreichischer Science-Fiction Roman

    Da gibt es schon Einiges, stone1, das Gesuchte war in Ö spielende SciFi

  47. #47 tina
    25. Oktober 2013

    “Verschwörung gegen Amerika” von Philip Roth spielt auch mit einer alternativen Geschichte. Hab gerade keine Zeit für eine längere Inhaltsangabe, fand den Roman aber gut.
    (Ist allerdings keine Science-Fiction.)

  48. […] haben in den letzten Tagen ein paar gute Bücher über Science-Fiction empfohlen. Heute gibt es wieder echte Wissenschaft, die aber durchaus […]

  49. #49 Frank
    29. Oktober 2013

    Guido Morselli, Licht am Ende des Tunnels.
    Deutschland gewinnt im Handstreich den 1. Weltkrieg, die alten Regime müssen dennoch abdanken – eine Art deutscher Liberalismus wird das Leitbild für ein Entwicklung zu einer global positiven Gesellschaftsordnung. Ach so: Und Hitler bleibt ein erfolgloser Maler… natürlich. Und somit Österreich erhalten!
    Morselli war ein 1912 geborener Italiener, der als Erfinder der sogenannten “uchronischen” Romanliteratur gilt. Siehe hier:
    http://titelmagazin.com/artikel/3/2811/aufk%C3%BCndigung-der-geschichte.html

  50. #50 Thomas Teucher
    29. Oktober 2013

    @ Frank, #49:

    Ein super Buch / Autor
    & völlig zu Unrecht kaum wahrgenommen.

  51. #51 Adent
    29. Oktober 2013

    @Thanus
    Ähm haben wir verschiedene Filme gesehen? Also was war denn an der schauspielerischen Leistung von Sandra Bullock so aussergewöhnlich?
    Die Hälfte der Zeit im Raumanzug und die andere Hälfte in hektischer Betriebsamkeit, das hätte wirklich jede halbwegs gute Schauspielerin geschafft. Nicht das ich was gegen sie habe, aber wie gesagt das hätte auch XY hinbekommen.

  52. #52 TheBug
    30. Oktober 2013

    @findelkind: Der Stählerne Traum war bei Erscheinen in Deutschland anscheinend sehr schwer verdaulich, ich habe mein Exemplar damals eingeschweißt gegen Vorzeigen meines Personalausweises gekauft, da das Buch auf dem Index für jugendgefährdende Schriften gelandet war.
    Auf jeden Fall sehr zu empfehlen, spannende Parallelwelt.

  53. #53 Captain E.
    30. Oktober 2013

    Ich hätte da noch “Zwischenhalt” (And Having Writ … ) von Donald R. Bensen: 1908 stürzt ein Raumschiff mit vier Alien-Forschern (Pilot, Chronist, Historiker, Philosoph) über Sibirien ab. Einer der Forscher aktiviert im letzten Moment ein Gerät, dass ihr Überleben durch die Generierung eines Alternativuniversums sichert, in dem der Pilot noch ein ein klein wenig Kontrolle über das Schiff zurück gewinnen und eine harte Landung durchführen kann. (Klar, im “Original” explodiert das Schiff hoch über Tunguska.) Man gibt sich zu erkennen, unter anderem den Amerikanern. In der Folgezeit wird anstelle des eigentlich gewählten Präsidenten Thoma Alva Edison ins Amt befördert, weil man diesem zutraut, besser mit den Besuchern und ihrer Technik umzugehen. Als der neu gewählte Präsident sich der Technik bemächtigen will, fliehen die Aliens nach Europa, da der Historiker des Teams erkannt hat, dass ein großer Krieg bevorsteht. Die vier erhoffen sich davon einen Technologieschub und wollen den Krieg schneller herbei führen. Dazu reden sie mit dem englischen König, dem deutschen Kaiser und dem russischen Zaren, bevor ein Team US-Marines sie schnappen und in die USA zurück schaffen kann. Der Pilot fängt an, Präsident Edison alle möglichen Geheimnisse zu erzählen, worauf hin dieser erkennt, dass die Zeit dafür nicht reif ist und sie einfach nur als geehrte Gäste in einem Anwesen der Regierung wohnen lässt. 1914 wird der österreichische Thronfolger in Sarajevo ermordet, und der Historiker ist sich sicher, dass der Krieg nun ausbrechen wird. Doch wie der Chronist bereits vermutet hatte, wird die Angelegenheit mit einer internationalen Konferenz beigelegt. Da die Allgemeinheit die vier Aliens völlig vergessen zu haben scheinen, bauen sich die vier Schlafkapseln und warten auf bessere Zeiten. In den 40ern weckt man sie wieder auf, weil ihr Schiff inzwischen repariert wurde, und als sie sich von Kaiser Wilhelm verabschieden, kommt noch der bekannte Kunstmaler Adolf Hitler vorbei und schenkt ihnen zum Abschied eines seiner Bilder.

  54. #54 Frank
    31. Oktober 2013

    @ Thomas #50:

    Ja, ist nur schon recht lange her, dass ich es gelesen habe. Ich fand interessant, dass es irgendwie wie ein logischer Beweis formuliert war, dass es auch so hätte kommen können. In all dem Wahnsinn des Alpenkrieges zwischen Österreichern und Italienern, scheint es fast unwahrscheinlich, dass keine Seite versucht hat, einen Tunnel unter dem Gebirge zu bauen, der dann die Front einfach unterlaufen hätte…

    Und das mit den vergessenen Autoren: Ich finde es spannend, die wieder zu entdecken. Oft sind die interessanter, als heutige Neuerscheinungen.

  55. #55 rolak
    11. November 2013

    moin Frank, das im Laufe des Samstags nach grotesk langer Postreisezeit angelieferte Licht am Ende des Tunnels wurde heute morgen aus der eiskalten Packstation befreit 😉
    Brutto am günstigsten gab es das Buch zusammen mit (!) der Liebe einer Tochter, was geschätzt nicht so mein Fall, sicher aber für mich kein Sammelobjekt ist und somit ein prima Ausgleich sein wird auf einer der nächsten Inspektionstouren durch die Bücherkisten.

    spannend, [vergessene Autoren] wieder zu entdecken

    Auf jeden Fall – und schönen Dank für den Tipp.

  56. #56 Frank
    12. November 2013

    Moin rolak,
    ja, ich hoffe, es gefällt Dir! Vorallem da es unter diesen widrigen Umständen erworben wurde – die Liebe einer Tochter… das klingt hart.
    Und danke für den Link: Hannover scheint ja das El Dorado der Bücherkisten zu sein. Wie arm dagegen meine Heimatstadt; gerade mal zwei dieser Einrichtungen in ganz Hamburg. Heißt das, man kann sich hier häufiger ein eigenes Buch leisten, oder hortet der Hanseat – ganz nach der Väter Sitte – lieber den ganzen Schund, um ihn dann per See-Container nach China zu verschiffen, um den dortigen Markt mit Der Liebe einer Tochter zu überschwemmen?

  57. #57 rolak
    12. November 2013

    hortet der Hanseat

    Selbstverständlich, Frank – wie Dir sicherlich nicht unbekannt ist, haben die sogar einen extra Stadtteil für diese Zwecke.

    das klingt hart

    Nu so hart nicht, durfte schon die Liebe von Töchtern Anderer erfahren – doch bei dem Buch werde ich mich nur ganz vorsichtig reinlesen.