Meine letzte Liste mit Podcast-Empfehlungen ist schon ein Weilchen her und weil es ja immer so viel neues zu Hören gibt, wird es Zeit für eine neue Liste!

Bild: Peter Marquardt, CC-BY-SA 2.0

Bild: Peter Marquardt, CC-BY-SA 2.0

  • Sehr amüsant und auch sehr lehrreich ist “No Such Thing As A Fish”. Er wird von den Redakteuren der BBC-Sendung QI (Quite Interesting) erstellt (und ich habe hier schon mal kurz was dazu geschrieben). In “QI” geht es darum, Fakten und Geschichten zu präsentieren, die “ziemlich interessant” sind; und nach Möglichkeit auch irgendwie absurd, überraschend und lustig. Nicht alle der Geschichten landen dann am Ende aber auch im Fernsehen und die Redakteure finden immer wieder neue und coole Fakten, die sie in ihrem Podcast (RSS-Feed) präsentieren. “No Such Thing As A Fish” gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingspodcasts und ich freue mich jede Woche auf das Wochenende, wenn eine neue Folge erscheint.
  • Um Astronomie geht es in Recycled Electrons. Der Podcast wird von den beiden britischen Astronomen Robert Simpson und Chris Lintott von der Universität Oxford gemacht. Chris Lintott kennen vielleicht einige als Mitbegründer des Citizien-Science-Imperiums Zooniverse. Wenn nicht, dann ist das auch kein Problem – der Podcast ist auf jeden Fall großartig. Einmal pro Woche sprechen Lintott und Simpson über die neuesten Forschungsergebnisse in der Astronomie und sind dabei nicht nur verständlich, sondern auch sehr unterhaltsam. Es wird dabei auch durchaus kritisch auf die Arbeit mancher Kollegen geblickt und noch kritischer auf die der Medien. Das Zuhören lohnt sich auf jeden Fall! (RSS-Feed)
  • Äußerst begeistert bin ich seit einiger Zeit auch von More or Less: Behind the Stats. Tim Harford, Ökonom und Journalist spricht mit verschiedensten Gästen aus Wissenschaft, Medien und anderen Bereichen über die Zahlen, die in den Nachrichten auftauchen. Wenn in einer Fernsehdokumentation behauptet wird, dass alle Ameisen auf der Erde genau so viel wiegen wie alle Menschen oder erzählt wird, dass die modernen Rapper ein größeres Vokabular haben als Shakespeare, dann sind das genau die Zahlen, die Harford überprüft und erklärt. Wie groß wäre ein Würfel der aus dem gesamten Gold der Erde besteht? Verringern Aktionen wie die “Ice Bucket Challenge” das gesamte Spendenaufkommen auch für andere Initiativen? Hat Margeret Thatcher mehr Geld für das Gesundheitswesen ausgegeben als die aktuelle Regierung? Wann wird man in Berlin einen Marathon unter zwei Stunden laufen? Wie verlässlich sind die Umfragen zur schottischen Unabhängigkeit gewesen? Und so weiter… Naturgemäß sind die Themen etwas auf Großbritannien fokussiert, aber sie sind so gut wie immer interessant! Und ich finde die Idee großartig, all die Zahlen und Daten die in den Nachrichten einfach so auftauchen, einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen und zu erklären. So etwas sollte es auch auf deutsch geben… Hört euch “More or Less” auf jeden Fall an! (RSS-Feed)
  • Ein weiterer Höhepunkt jeder Podcastwoche ist die Veröffentlichung der neuen Folge von Probably Science. Dieser Podcast wird von drei professionellen Comedians aus Los Angeles betrieben, die alle früher mal ein wenig mit Wissenschaft zu tun haben. In ihrem Podcast laden sie sich Wissenschaftler oder andere Komiker/Schauspieler als Gäste ein um locker (und lustig!) über aktuelle wissenschaftliche Forschung zu plaudern. Dabei gibt es natürlich jede Menge oft sehr weit führende Abschweifungen die nichts mit Wissenschaft zu tun haben – aber es macht eigentlich immer Spaß, dabei zuzuhören. Vor allem, weil die Gäste durchaus sehr hochkarätig sind. In der aktuellen Folge war zum Beispiel Astronaut Chris Hadfield zu Gast, davor der Sänger/Komiker Tim Minchin und auch prominente Schauspielerinnen wie Karen Gillian waren schon mit dabei. Es kann zwar ein wenig dauern, bis man sich an den Stil der Sendung gewöhnt hat – aber ich bin mittlerweile ein großer Fan von “Probably Science” geworden (RSS-Feed)
  • Immer wieder schön ist auch “The Life Scientific”. Physiker Jim Al-Khalili spricht jede Woche mit einem Wissenschaftler oder einer Wissenschaftler. Über die Forschung, den Werdegang, das Leben in der Wissenschaft und alles, was da noch alles mit dazu gehört. Da sind jedesmal wieder neue spannende wissenschaftliche Karrieren mit dabei; mal von richtig prominenten Forschern (Brian Cox, Peter Higgs, John Krebs, Jared Diamond, Richard Dawkins, Jocelyn Bell-Burnell, etc) mal von Wissenschaftlern die ebenfalls sehr wichtige Arbeit geleistet haben, aber in der Öffentlichkeit nicht ganz so berühmt geworden sind. Es lohnt sich aber auf jeden Fall immer! (RSS-Feed)

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Kommentare (18)

  1. #1 hasta la proxima
    12. Oktober 2014

    Danke, Florian.

  2. #2 Paul Blau
    12. Oktober 2014

    Hi
    Ich möchte mal einen Deutschen und sehr guten Podcast empfehlen:
    Methodisch inkorrekt.
    Die machen etwa das gleiche wie Du und Holgi.

  3. #3 werner
    12. Oktober 2014

    ” Wissenschaftler oder andere Komiker/Schauspieler”
    Na, na, na ! Da es Dich auch direkt betrifft, sei es verziehen 😉

  4. #4 Christian Bednarek
    Kobern-Gondorf
    12. Oktober 2014

    Hallo Florian,

    ich finde es bezeichnend, dass Du Dich bereits ohne entsprechenden Kommentar dafür entschuldigst, keine deutschsprachigen Podcasts zu erwähnen 😉

    Es ist schlicht der Medienlandschaft geschuldet, dass es “bei uns” keinen Podcast von z.B. Harald Lesch gibt, wie es über’m Teich einen von Neil deGrasse Tyson gibt, der alle paar Tage etwas veröffentlicht. Wenn ein paar echte Euros damit verdient werden wollen, dann ist man hier, paradoxer weise, auf die öffentlich-rechtlichen Sender angewiesen. Und dann gibt’s eben einmal die Woche oder so “Frag den Lesch”. Will ich nicht schlecht machen, aber mit dem, was wir als Podcast betrachten hat das nichts zu tun, die harte Trennung zwischen Sender und Empfänger wird so weiter getragen und letztlich sind alle wissenschaftlichen Bemühungen im TV/Radio die Weiterführung des Bildungsfernsehens der Dritten Programme in Bunt und mit modernem Anstrich nach Art von Galileo.

    Das Ganze wird leider zur Katze, die sich in den Schwanz beißt: Weil Podcasts in Deutschland größtenteils aus sehr privatem Engagement betrieben werden, riechen sie auch genau danach. Weshalb sich niemand damit beschäftigen mag, der vor sich herträgt, dass alles was er tut professionell sei. Dabei ist diese Gedanke kompletter Unsinn und niemand käme auf die Idee, dass eine Wissenschaftssendung in der ARD Mist sein muss, weil auf MTV nur Musikvideos laufen (oops…).

    Dabei gibt es bereits viele professionelle Produktionen, die unterstreichen, dass es eben nicht so sein muss, ohne nun die Beispiele dafür strapazieren zu wollen. Es scheint nur der eine zu fehlen, der den endgültigen “Durchbruch” bringt. Dabei rede ich gar nicht davon, dass dann jedes Kind in Deutschland plötzlich merkt, wie cool Podcasts sind. Viel mehr geht’s um den Durchbruch in den Köpfen der Medienschaffenden, sich dieses so vielfältigen Mediums anzunehmen.

    Die erwähnten deutschsprachigen Podcasts aus der wissenschaftlichen Landschaft sind größtenteils großartig. Ich glaube, ich hab sie alle im Podcatcher und verpasse selten eine Folge. Das Problem: Es sind zu wenige und sie sind in der unangenehmen Lage, mit wenigen Köpfen alles abdecken zu wollen. Nicht müssen, niemand verlangt das, aber den Anspruch stellen sie an sich selbst, auch wenn sie das so nie zugeben würden 🙂 Ach… Es gäbe so viel über dieses Thema zu sagen, ich kann das alles gar nicht verschriftlichen.

    Und bitte: nagelt mich jetzt nicht auf Harald Lesch fest, den habe ich nur sehr beispielhaft genannt. Immerhin war er bereits einmal Gast in einem Podcast, nämlich bei den Elementarfragen von Nicolas Semak: http://nicolassemak.de/2013/10/24/harald-lesch/

  5. #5 Florian Freistetter
    13. Oktober 2014

    @werner: Wieso: Komiker reden mit Wissenschaftlern oder anderen Komikern. OK, kann missverstanden werden – aber muss nicht 😉

  6. #6 Florian Freistetter
    13. Oktober 2014

    @Christian: “Es ist schlicht der Medienlandschaft geschuldet, dass es “bei uns” keinen Podcast von z.B. Harald Lesch gibt, wie es über’m Teich einen von Neil deGrasse Tyson gibt, der alle paar Tage etwas veröffentlicht. “

    Ja, Star Talk Radio ist auch super – man muss sich halt daran gewöhnen, dass da zwischendurch immer Werbung eingespielt wird…

    Und es gibt auch viele Features und Sendungen der ÖR-Radiosender, die als Podcast abrufbar sind. Aber es fehlt halt diese Podcastszene, die es in der englischsprachigen Welt gibt. Aber wie man das ändern kann, wüsste ich auch nicht.

  7. #7 Andy
    13. Oktober 2014

    Hast du evtl. auch eine Liste mit Videocasts? Gerade bei englischsprachigen Sachen verstehe ich es besser, wenn ich die Leute auch reden sehe.

  8. #8 Salzkorn
    13. Oktober 2014

    Aus Neugierde: Wird Lesch hier kritisiert, weil er keinen Blog macht oder weil Alpha Centauri im dritten Programm erschienen ist oder warum? Online sind die AC-Folgen ja noch alle abrufbar. Man könnte dieses Archiv also ohne weiteres auch als Video Blog bezeichnen. Ich persönlich finde, dass auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet hat. Dass er und der Verlag auch damit noch ein wenig Geld verdienen, nun das ist dann eben so, da ist er ja auch nicht der einzige. Man darf auch nicht vergessen, dass die Alpha Centauri Serie bereits 1998 ins Leben gerufen wurde. Also zu einer Zeit, als es noch nicht einmal den Begriff Podcast gab! Und hier sind bestimmt auch bestehende Verträge noch einzuhalten.

  9. #9 Florian Freistetter
    13. Oktober 2014

    @Andy: Hmm – kann gut sein, dass ich schon mal ne Liste mit Wissenschaftsvideoblogs veröffentlicht habe. Aber wenn, dann fällt mir beim besten Willen der Link nicht ein 😉

  10. #10 Torsten
    13. Oktober 2014

    @Andy Weiß nicht, ob man youtube Kanäle als Videocast bezeichnen kann, aber hier gibt es eine kleine Liste:
    http://goo.gl/uQoaAy

  11. #11 Znep82
    Berlin
    13. Oktober 2014

    Da fallen mir auf Anhieb noch nen paar gute deutschsprachige ein, ich hoffe die hattest du nicht schon in deinen alten Ausgaben(wobei, Redundanz ist gut 🙂 ).
    Dann geh ich einfach mal meine List durch:
    Braincast
    KonScience
    OmegaTau
    Open Science Radio
    Psychotalk
    Soziopod
    Und natürlich Methodisch Inkorrekt, aber die wurde ja schon genannt.
    Ich hoffe mal das es keine Probleme mit den vielen Links gibt und wünsche viel Spaß beim hören
    MfG
    znEp

  12. #12 Martin
    13. Oktober 2014

    Sehr zu empfehlen sind die Alpha Centauri Sendungen von Harald Lesch. Er ist der einzige Physiker der die Coriolisbescheunigung erklären kann. 🙂

    Beweiss => https://www.youtube.com/watch?v=LoISUomFROw

  13. #13 Mafl
    13. Oktober 2014

    Ich habe Podcasts (nicht nur Wissenschaftsp.) erst durch Deine “Sternengeschichten” und Deine erste Liste für mich entdeckt. Seitdem wird meine eigene Liste immer länger und ich komme nicht mehr mit dem hören nach…
    Da mein Englisch nicht sehr gut ist, höre ich nur “No such thing…”, die sind meist sehr gut verständlich und man kann auch auf den Internetseiten verfolgen, ob man alles halbwegs richtig verstanden hat.
    Aber wenn ich in meinem Umfeld (gemischte Altersgruppen) von Podcasts schwärme, sehe ich meistens nur Fragezeichen in den Augen und muss erklären, was das eigentlich ist.

  14. #14 PDP10
    13. Oktober 2014

    @Florian:

    “Aber es fehlt halt diese Podcastszene, die es in der englischsprachigen Welt gibt. Aber wie man das ändern kann, wüsste ich auch nicht.”

    Indem du eine gründest?

    Du bist ja eh schon auf dem besten Weg dahin 🙂

  15. #15 Florian Freistetter
    13. Oktober 2014

    @Martin: “Sehr zu empfehlen sind die Alpha Centauri Sendungen von Harald Lesch. “

    Mag sein. Aber das sind keine Podcasts und die Videos die man bei YouTube finden kann, sind dort ohne Genehmigung der Urheber eingestellt worden. Also als vernünftige und nachvollziehbare Quelle nicht zu gebrauchen.

  16. #16 Hannes
    13. Oktober 2014
  17. #17 Christian Bednarek
    Kobern-Gondorf
    19. Oktober 2014

    Hallo was AC angeht… das ist meine Einschlafhilfe. Mag seltsam klingen, aber nichts bringt mich so zuverlässig und geschmeidig ins Reich der Träume wie ein Lesch vor der Tafel. Ich schätze mal, ich hab auch alle schon durch, bzw… von jeder Folge fehlen mir die letzten 5 Minuten 😉

  18. #18 Mathias Politschke
    Lüneburg
    19. Oktober 2014

    @ Christian: AC als Einschlafhilfe mache ich auch manchmal! Und es funktioniert! Aber nicht, weil die Themen oder Leschs Vortragsweise langweilig sind, sondern weil ich mittlerweile jede Folge mind. zweimal gehört habe, meistens auf dem Weg zur Arbeit. Ich weiß also schon, was dort an Infos kommt und so entspannt mich das wunderbar, wenn ich es mal auf dem Nachttisch anschalte. Cool, dass es noch andere gibt, die das machen! 🙂