Noch fünf Mal schlafen, dann landet die Raumsonde Philae auf einem Kometen! (Warum gibt es eigentlich keinen Rosetta-Schokokalender bei dem man jeden Tag ein Türchen aufmachen kann?). Ich habe in den vergangenen Tagen schon über mein Buch zur Mission geschrieben und über die Namensgebung der Landestelle auf dem Kometen. Heute möchte ich euch auf eine Online-Veranstaltung hinweisen, mit der ihr euch auf die Ereignisse der kommenden Woche einstimmen könnt.

Heute (7. November 2014) um 16 Uhr MEZ wird die Europäische Raumfahrtagentur ESA live bei Google+ eine Diskussion mit diversen Wissenschaftlern und Mitarbeitern übertragen. Jocelyne Landeau-Constantin, die Leiterin des ESOC-Kommunikationsbüros, Matt Taylor, Rosetta-Projektwissenschaftler, Andrea Accomazzo, Rosetta-Flugdirektor und Fred Jansen, der Rosetta-Missionsleiter werden über die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse der Mission und den derzeitigen Zustand der Raumsonde sprechen und alle weiteren relevanten Informationen für die kommenden Tage liefern. Man kann sogar vorab Fragen einreichen die nach der Diskussion von den Experten beantwortet werden (das ist allerdings eher ein Service für Journalisten, deren Fragen laut Ankündigung vorrangig beantwortet werden).

Und damit die Zeit bis heute Nachmittag nicht allzu lang wird, könnt ihr euch ja noch ein paar schöne Bilder des Kometen ansehen. Das hier zum Beispiel:

Hier sieht der Komet regelrecht gruselig aus (und die Aufnahme hätte vielleicht besser zu Halloween gepasst). Das Bild ist aus einem Abstand von knapp 33 Kilometern gemacht worden. Zwischenzeitlich hat sich die Raumsonde ja auch schon bis auf 10 Kilometer genähert, sich jetzt aber wieder entfernt und in eine passende Position für das Abkoppeln der Landeeinheit gebracht. Dieses Video fasst die Manöver der letzten Woche noch einmal zusammen und zeigt, was für die kommenden Tage geplant ist:

Es ist gar nicht so einfach, auf einem Kometen zu landen, wie man denken möchte. Man kann nicht einfach “hin” fliegen; das ginge nur, wenn man Unmengen an Treibstoff dabei hat mit dem sich die Flugrichtung ständig ändern lässt. Aber das wäre viel zu teuer und darum müssen sich Rosetta und Philae mit der Anziehungskraft des Kometen begnügen, sich an die Gesetze der Himmelsmechanik halten und die Triebwerke nur ab und zu mal zwischendurch für kurze Kurskorrekturen anwerfen. Und auch die Landung von Philae selbst ist eher ein “Abwurf” als ein gesteuerter Flug zur Kometenoberfläche. Die kleine Philae-Landeeinheit hat so gut wie keine Möglichkeit zu manövrieren und wenn sie sich erstmal von Rosetta abgestoßen hat, bleibt danach nicht mehr viel übrig als zu warten und zu hoffen, dass man vorab alles richtig berechnet hat und die Sonde auf den richtigen Punkt der Kometenoberfläche fällt. Noch 5 Tage! Dann wissen wir Bescheid, ob es geklappt hat!

Kommentare (8)

  1. #1 Alderamin
    7. November 2014

    Nettes, ganz frisches Video, in dem Alexander Gerst demonstriert, wie schwer es ist, auf einem Kometen zu landen 🙂

  2. #2 Anderland
    7. November 2014

    Alexander Gerst demonstriert die Landung.

  3. #3 rolak
    7. November 2014

    Also das erste Bild ist doch eindeutig ein Mensch, der gerade durch den Höhleneingang hereinkommt.

    ^^what a jagged orbit… derweil warte ich auf die Fortsetzung der Animation.

  4. #4 Alderamin
    7. November 2014

    @rolak

    Also das erste Bild ist doch eindeutig ein Mensch, der gerade durch den Höhleneingang hereinkommt.

    Du irrst, was man da sieht ist das:

    http://twitter.com/IAmAnIanIAm/status/530021640940572672/photo/1

  5. #5 PDP10
    8. November 2014

    @Alderamin:

    “Du irrst, was man da sieht ist das:”

    Aaargh! Geh weg!

    Jetzt kann ich nicht schlafen!

    Wo waren nochmal die schönen Rosetta Bilder? … Menno! 😉

  6. #6 rolak
    8. November 2014

    Wo?

    Auf dem offiziellen Kanal läuft im Moment auch nur -immerhin thematisch angepaßtes- Unterhaltungsprogramm, PDP10.

  7. #7 good vibration
    8. November 2014

    Danke allen für die interessanten Videos!

    Zornig macht mich aber der Gedanke an das österr. (bayrische)Hypo-Alpe-Desaster: 19 Milliarden wurden hier versenkt –
    Rosetta-Mission kostet ca. 1Milliarde Euro (noch dazu aufgeteilt auf 17 Länder)

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