Bald ist es überstanden. Weihnachten ist schon vorbei; jetzt kommt noch Silvester und dann kann das nächste Jahr wieder normal weiter gehen. Aber passt auf, dass ihr beim Jahreswechsel nicht auf den zu dieser Zeit gehäuft auftretenden Astrologie-Quatsch reinfallt. Astrologie ist Unsinn. Und selbst wenn es so aussieht, als würde euch ein Astrologe ganz genau beschreiben können und euch besser kennen, als ihr es für möglich gehalten habt: Dann ist Astrologie immer noch Unsinn. Denn in Wahrheit weiß die Astrologie nichts über euch – sie macht einfach nur unverbindliche Aussagen, die aber trotzdem irgendwie verbindlich klingen und von uns bereitwillig geglaubt werden. Das ganze ist aus psychologischen Experimenten schon sehr lange bekannt und nennt sich “Forer Effekt”. Wie das in der Praxis funktioniert könnt ihr euch in diesem Science-Slam-Vortrag des Soziologen Chris Döring ansehen:

Leider war das Video ein wenig kurz und Döring mit Erklärungen ein wenig sparsam. Ich verweise daher auch nochmal auf meinen sehr ausführlichen Artikel zum Thema “Forer Effekt” in dem ich die Originalarbeit des Psychologen Bertram Forer aus dem Jahr 1949 vorstelle und auch moderne Beispiele für den Forer-Effekt zeige. Fallt nicht auf Horoskope rein!

P.S. Einen aktuellen Artikel zum “Astrologie-Hype” mit ein paar Aussagen von mir gibt es beim Online-Standard.

Die anderen hilfreichen (na ja…) Videos aus der Serie “Mit Wissenschaft durch die Feiertage” gibt es übrigens hier:

Kommentare (13)

  1. #1 Herr Senf
    28. Dezember 2014

    “Weihnachten ist schon vorbei”, aber nicht so richtig. Als Anlaß für unser Konsumverhalten schon, die ersten Export- Osterhasen kommen aus dem 3D-Drucker.
    “Bald ist es überstanden”, aber erst am 6. Januar, nach anderer Interpretation am ersten Sonntag nach dem 6. Januar mit der “Taufe des Herren”.
    Manche lassen in ihrem Brauchtum den Weihnachtsbaum auch bis zum 2. Februar stehen.
    Wie auch immer, allen einen Guten Rutsch in den nächsten Anlaß – Senf

  2. #2 rolak
    28. Dezember 2014

    Nicht auf Horoskope reinfallen!

    Zumindest nicht weiter als üblich – ein Aufkommen dieses gewissen ‘es hat irgendwie gepaßt also funktioniert es’-Denkens läßt sich wohl kaum immer und überall vermeiden. Deswegen ists ja auch so wichtig, sich mit den Mechanismen dieses Effektes zu beschäftigen, um ihn immer besser erkennen zu lernen, auf daß die Ratio frühestmöglich Bedenken anmelden kann.

  3. #3 onkel_joerg
    28. Dezember 2014

    Ist es nicht deprimierend?
    Gleich nach deinem Auftritt bei Radio Eins hatte dann eine “geprüfte Astrologin“ ihre Bühne :-(

  4. #4 Benny
    28. Dezember 2014

    Ein Hoch auf die Astrologen – ohne sie wäre Astronomie undenkbar.

    Duck und weg …

  5. #5 Florian Freistetter
    28. Dezember 2014

    @onkel_joerg: Das habe ich zum Glück nicht gehört…

  6. #6 Florian Freistetter
    28. Dezember 2014

    Aber leider können/wollen sich wenige Medien dem Astrologie-Quatsch verschließen… Quote halt.

  7. #7 MX
    28. Dezember 2014

    Schön wäre einmal ein Horoskop mit Sätzen wie “Sie neigen heute zu Leichtgläubigkeit”, “Lassen Sie nicht alles erzählen” oder, das wäre dann ein wirklich gutes Horoskop: “Fallen Sie nicht auf Horoskope herein”.

  8. #8 Cakir
    29. Dezember 2014

    AstroTV rulez

  9. #9 Axel
    29. Dezember 2014

    Frei nach Al Bundy:
    “Ich glaube nicht an den Horror in dem Skop”

  10. #10 CalamityJohn
    29. Dezember 2014

    Schaut Euch das Video von Cakir über AstroTV an.

    Achtet auf das Gesicht gegen 6:24!

    SEHT? IHR! ES?!?

    Ein Shape Shifter / Reptiloid!

    Dass das in den Youtube-Kommentaren noch keiner bemerkt hat enttäuscht ich ja doch ein wenig. 😉

  11. #11 Horatio
    Wien
    30. Dezember 2014

    Darauf bin ich heute zufällig gestoßen (es wurde tatsächlich per Leserbrief in der Zeitschrift TV-Media als erhellende Lektüre an Herrn Gruber gerichtet).
    http://www.astrologenverband.at/publikationen1.php?t=QSRS975

    “Die Gleichzeitigkeit von Emotionen und den zu diesen Stimmungsbildern gehörenden Planetenkonsteliationen lässt sich einwandfrei nachweisen.”

    Mir schaudert davor, dass mit derartigen Arbeiten an der Uni Wien der Magistertitel erlangt werden konnte.

  12. […] Ein skeptisches Interview gab’s dazu heute bei Deutschlandradio Kultur, und zwar mit Dr. Florian Freistetter von Astrodicticum simplex. […]

  13. #13 der eine Andreas
    1. Januar 2015

    @Horatio:
    Hier die Arbeit:
    http://brihu.at/wp-content/uploads/2014/08/DIPLOMARBEIT.pdf
    (allerdings ohne Abbildungen)